Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 207 (16.8.1919)
- Date
- 1919-08-16
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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$eUe 6^ feiert, Tamslag V ... -ar/r,#, ~t.<.. ...■■-.— -. >>»»> nnni—rn „Mpeng DeriranM" vom Ausschuß für DolkSaufklärung 'tot gkrTirt, üom „Deutschen Schutz- und Tr«tzLu«d", LandeSl*erciit Württemberg, vom „Deutschvölkischen Bund" tu Hamburg aus, soweit sie nicht anonym verbreitet werden- Zwei große Wochenschriften, die im Gegensatz zu diesen „vertraulich" von Hand zu Hand in Riescnauflageu über- L»itteltcil Flugblätter« überall öffentlich zu haben sind, das ^Deutsche W o ch r n b l a t t" unb ,.D e r g e rade W e g" hauen in dieselbe Kerbe. Darin wird die neue Verfassung gerade;« als einrein jüdAhes Machwerk bezeichnet und der Vater des Werkes, Herr Dr. P r e u ß, als „Jude" entlarvt. Selbst an der Kohlennot sind die Juden schuld! Man treibt eine gefährliche, wahnwitzige Bollsüergiftung die unfchibar zu Pogrome» führen muh und die deutschi'ölkischen Kreise sicherlich noch zu neuen herrlichen Taten beg.'ffrern wird. Jedenfalls verdienen eS, diese antisemitischen Ausgeburten nicht mcfir „streng vertraulich" genommen, sondern weitere« Kreise« zugänglich gemacht zu werden. Wir entnehmen diese Äonßerunge» dem Berliner „Vorwärts". Auch bei uns geht ein ähnliches unsaubere? Treiben vor sich. Dir haben mehrfach jene Hetze zv.rnckgewiesen, und die jndischr.ationalen Gemrinderäte haben, wir erinnerlich, in dieser Angelegenheit den Bürgermeister interpelliert. Eine Gese'.Lschast^.der man Originalität entschieden nicht absprechen kann, scheint sich in der Tschecho-Slotvakei etabliert zu haben luid überschüttet dir Wiener Inden mit antisenriktschen An» sichtSkarteu, deren mehr noch stupider als gemeiner Text die Notwendigkeit von Pogromen init Bibelzitalen beweisen will. Ob die unter den Wiener Irden an der Hand des Adreßbuches betriebene Pogro»,Propaganda Erfolg haben wird, erscheint fraglich. Es wäre aber doch nötig, daß diesem organisierten Unfug ein Ende bereitet würde, der sicherlich von Wien dirigiert wird, und engros zu arbeiten scheint. Eine Mi Lion Kronen unterschlagen, rirrerlaubte BaLutatranssktiorren. J-n der hiesig:« Bankwelt erregt eine Angelegenheit großes Aufsehen, in dir eine Anzahl von Funktionären der Bank Md Wechselstuben-A.-G. verwickelt cft, zunächst ein Beamter, der sich des in ihn gesetzten Vertrauens al° unwürdig erwiesen hat, dann aber auch ein Direktor und ent Filialleiter, die insofern: rmt drr Sache zu tun hatten, als sie den ungetreuen Beamten zu gesetzlich nicht erlaub t e n Geschäften benützten. Der Beamte, der zum Verbrecher wurd^ ist der am 89. Jänner 189-l in Wien geborene Bankbeamte Friedrich L o b ft e i n, II., Große Pfarrgafse 6 wohnhaft. Er war erst seit Oktober v. I. bei der B a n!* undWrch fest u b en- Akt:engesellschaft,FilialeWi-n,!.,Roteur u r m st r a ß e.13, angcstcllt. Am 14, d. M., abends, ist auf Auordmmg des Sicherheitsbureaus seine Verhaftung Erfolgt, well er beschuldigt erscheint, der B a n k e r'n e n Betrag von mehr al seine rMillion Kronen veruntreut zu habe». .Trotz seiner kurzen Dienstzeit wurde Lobstem zu wichtigen Geschäften verwendet. Im Aufträge des Filialleiters Vratislaw Emil G ch l e i f e r Mtd des Direktors der Bank Desiderv.'S zil agtz Zährte Lobste.n großeBalutatrausaktioneu auS, zu deren Abschuß die Ban! überhaupt nicht berechtigt war, weil ne nicht Mitglied der Devisenzentrale ist.Zur Dmchsiihrung dieser Geschäfte wurden dem Beamten Lobstein beträchtlich^ Beträge übergeben. Die Summe, dir dazu verwendet wurde, beträgt ungefähr L2 Millionen Kronen. Es heißt, daß die 33 Millionen seinerzeit in ungestempelte« Banknotm auS Ungarn nach Wien gebracht. worden sind und hier gegen Geld mit dem Äufdrpck „Deutfchösterreich" versehen werden sollten. Da diese Geschäfte so heikler Natur wareu und das Licht der Oeffevtlrchkeit naturgemäß scheuen mußten, wurde über diese Gelder auch nicht Buch geführt. Bei der Abwicklung dieser Geschäfte hat nun Lobstein den Unterschleif begangen. Nach seiner Verhafftmg wurde er tinem Verhör nnteyogen. Er gestand, ungefähr eine h a l b e M i l l i o n Kronen.unters Klagen zu haben. 'Daß der Unt«- schlerf eine Million Kronen übersteigt, gibt Lobstein nicht zw Zur teilweisen Deckung der veruntreuten Summe stellte Lobstein außer drei Bankkonti noch seine Möbel und Schmuckgegenstände Verfügung. Die Bank hat bisher gegen Lobstein eine Strafanzeige nicht erstattet. Trotzdem wird der ungetreue Bankbeamte nach Abschluß der ErhebMge» dem Straflandesgerichte ««geliefert werden. Lobst«« ist Unverheiratet. Die drei Bankkonti, über die er verfügt, betragen zusammen etwa K lOO.OOO. Der Wert seiner Juwelen dürfte auch Li 100.000 erreichen und der Wert der Einrichtung seiner Wohnung wird auf etwa L 120.000 geschätzt. Schon ans diesen Angaben kann man annehmen, auf wie vorn ehnirm Fuße der ungetreue Beamte gelebt haben muß. Gegen den Filialleiter BratiSlav Emil S ch l e i fe r nnd den Direktor Szilagy wurde dir AnzeigL wegen Ueberlrctung der Devisenverorduung dem magistratischen Bezirksamte für dm l. Bezirk erünt'tt. Auch die Devisenzentrale und die Finanzbezirksdirekuon Wien wurdm von den unerlaubten Balutcrigeschäften m Kenntnis gesttzt. SslbMellung des Gefrcnrdsmteir Krippner. Wie berichtet, ist am 6. d. M. der Trainwachtmeister und Rechnungsnntcroffizier der Troust^ff?! in der Mcidürrger Tramkasenre, der LLjührige Johann Krivr-ner, nach Unterschlagung von 40.000 Kronen ärarischer Gelder verschwunden. Am 1t. d. M. hat er dem Äommanbanten der Etaffcl, Rittmeister Karl Greser, telephonisch mitgeteilt, das; er hie Summe unterschlagen habe. Bald darnach brachte ein Dienstmann, den Kripp ne r geschickt hat, die Kaf'eu fchck'ss? s. die d:?-'cr ntitgen-ommen hatte. Krippner hat sich nuninelrr u.r Minrärbchörüe selbst gestellt. — Krippner iu cu.r.- orr Opfer des Turfs gcuvoroeu. Er Halle — init -'.ul L.riegl-johren — ein? Ikj-üsunge Lrrnft'eit hinter >ub und trat nünc Stca.se aedicnt. Seine Äonduite war. Wiener Morgenzeitung ... -.. .— ,,,,— ... ..MiM.a».lr.r.ar.il 'gut Und er stand vor der Ernennung zum Zahlmeister. In jeder Berwenöimg hat er seine organisatorischen Fähigkeiten bestens bewähren können. In der Meidlingev Trainkaserne hatte er einen Vertrauensposten inne. auf-dem er oft-mehrere Hunderttaiisendc zu verwalten hatte. Nie gab es auch nur den kleinsten Anstand. Die verwick'listen Verrechnungen konnte er klaglos durchführen.' Er genoß'das vollste Vertrauen seiner Vorgesetzten, was aitch darin zum Ausdruck kam, daß .er fast gar nicht kontrolliert wurde und beide Kassenschlüssel in Verwahrung chehalten kannte.. Auch die ihm unterstellte Mannschaft war ihm zugetan. Zu seinem Unglück geriet er in die Hände von Buchmachern. Sie verleiteten ihn *zum Spiet auf dem Turf. Erst wagte er sein eigenes Geld. Er gewann wnd spidlt-e immer höher, verlor dann und ließ sich, als er auf dem Trockenen war, verleiten, ärarisches Geld au^tgreifen, immer in der Hoffnung, den Schaden gut machen zu können und den eigeuetl Verlust hereinzubringen. Dadurch kam er immer.tiefer hinein. Seine Einsätze wurderr immer größer und ebenso, groß würden auch seine Berlnste, bis Krippner einsah, daß dr der Entdeckung nicht mehr ausweichen, könne. Da verlor er den Mpf und verschwand aus der Kaserne. Nun hat er sich selbst gestellt. * WirLschastsgerueinschaft jüdischer Festbesoldetex DeutfchLsterseichSj Wie«, Eaftellezgafse 81, Tür 11. Wir ersuchen hiemit uysere Mitglieder nochmals auf Grund der bei Herrn Armenrat L.e m b e r g e r in der KttltnSgemeinde, I., Seitenstätkengasfe 8, und im Palästinaa in t, II., Zirkltsgafse 33. erltegenden Originalmnster, die Schube und' Gummiabsätze zu bestellen, da unS nur ein kleines Quantum zur Verfügung steht. Wir bitten ferner, uns zur ' Erlangung von seriösen H o l z- und Kohle «-Offene zu unterstützen, damit wir in der Lage sind, allen unseren Mitgliedern rechtzeitig unh prc:?wrrt B r en n m a t er i o l zu liefern nnd auch für unsere Gcmrinschast'skiiche vorzusorgen.' * Gesunden würde «ne T r a ü u n g s m a t r i k. ,lautend am den Namen Josef Färb e i und Perl Rösi H i r s ch b e r.g. Abzuholen rn unserer Redaktion gegen entsprechende Legitimierung. * Eln?chviinku«g des SourrtagsverLehres auf der SLdbahu. Der Koblenuiangel ist derzeit so emvstndlich geworden, daß dadurch sogar die Möglichkeit der Ausrechterhaltuug des normalen Werktagsverkehrs aus der Südbahn in Frage gestellt erscheint. Es ist daher bis aus werteres u n m o g I r ch, an Sonn- und Feiertagen Ersorderniszüae für Au s f l ü g l er in Verkehr zu setzen. Ebenso unterbleibt bereits von heute an der von Payerbach-Retchrnau üm 7 Uhr 15 Minuten nachmittags nach Wien-Südbahnhos ahgeheude Zug Nr. 40 d. Die Fahrkartenausgabe kann bei allen Zügen nur in sehr beschränktem Maße stattsinden.^ so daß die Kaffenschalter bei größerein Andrang zeitweilig gänzlich gesperrt werden müffem Es ergeht daher au die Oesfentlichkeit das d^r i n g e u d e E r s Z»ch e n, diesen außergewöhnlichen.Vethäliniffen Rechnung zu tragen und Fahrten aus das unumgänglich notwendige Maß zu beschränken, da für <ie pchexe Zurückbesördermig von AMiiglern keine Gewähr geerster werden kann. . * Sinter bem Verdacht des Schleichhandel!«. Am 13. d. M. bat Sicherheitswache ans der Franzensbrückenstraße in der Leopoldstadt einen .Transport von fifr.f Fuhrwerken als bedenklich ungehalten. Ans dem Wagen waren 71 Fässer Benzin verladen. Es wurde festgestellt, daß die Fässer Eigentum des Kaufmannes Einil Korn reich aus Podgorze und. Kornreich wurde m Hast geuommcn. Er. gab an, daß er das Benzin von Podgorze n a ch W i r n g e b r a ch.t hat, um es hier einer fremden Mission anzubieien. Bei der betreffenden Mission,ist aber von dem Angebot nichts bekannt, weshalb gettmtmaßt wird, daß Kornreich das Benzin hier im Schleichhandel abznietzen gedachte. Er wurde vorläusig zur weiteren Amtshandlung dem Kriegswucheramt überstellt. * In einem Straß enbahümg wurde am 14. d. M. dem Kaufmann Joachim S e tz, ll., Mirßbach' gaffe 9 wohnhaft, eine Brieftasche mit K 18.000 gezogen. GeschaftseiubrÜihe. Am 14. d. M. wurde daS Geschäft des Kaufmannes Moritz L ö w, k., Börsegaffe S, erbrochen. Gestohlen wmden 105 Dutzend verschiedenfarbige'Seidenünd Baumwollstrümvfe Md mehrere Dutzend Banmwollsocken im Werte von K48.000.—Am 18.d. M., nachts, wurde daS Geschäft deS Wäsche- und Wirkwareubändlers Isidor S ch ö n m a n n, m., Rennweg 65, erbwchen. Gestohlen wurden Waren im Werte von mehr als K 100.000. , * Revision bei einem Bäcker. Der Arbeiterrat von Ottakring, Joses Klein, nahm am 14. d, M. unter Zuziehung eines SrcherhettswachmanneS beim Bäckervmster Ernst Steiner, XVI., Ottakringerstraße 124, eine Durchsuchung vor. Dabei wurden auch 104 Pakete Rauchtabak, 50 Zigarren und 47 Säcke Mehl beschlagnahmt. Ueber die Herkunft der Rauchsorten und des Mehlcs machte Steiner widersprechende Angaben. Er würde dem Krirgswucheramte angezetgt. ' * Aufdeckung einer Baukuoteufavrik in Krülmu. Aus Krakau wird gemeldet: Dte hiesige Polizei hat in eütem der elegantesten Häuser in der Kamenickagaffe Nr. 1 eine groß angelegte Fabrik -nr Herstellung falscher Tausend- Kronennoten entdeckt. Die Falscher veriligten über feinste Apparate und Chemikalien.. Der Leiter der Fäl^cherdande ist ein rmssischrr Photograph, der jedoch nicht ausgeiorscht tverden konnte. Im selben Hanse untcrhirlt die Bande einen Spielsalvsi und ein Freud'lrhaus, wo die ganze ».Rächte hindurch die ausschweifendsten Orgien gefeiert wurden. Weitere Berhastungm stehc'.l bevor. « Sslbstmoed.. Heute früh um 5 llhr stürzte sich die 49jährige Direktorsgaltin Eimua Sch. auS einem Giutgfenster in ihrem Wvhnhause nn Vll. Bezirke fünf Stockwerke tief in den Lichthof und blieb mit zerschmetterten Gliedern auf der Stelle tot. Fran Sch. litt seit längerer Zeit an Verfolgungswahn und dürste die Tat mt Zustande geistiger Uirinactmmg ausgejiihrt haben. * Moedversuch su einem Gendarmen. Das Gendarmeriepostenkommando Neufelden im Bezirke Rohrbach nt Oberssterrcich teilte dem Wicnr: SicherheitZdurean kürsitch folgendes mit:. Am 22. Juli war von einem Gendarmrn dickes Postens ein junger Mann wegen Verdachtes des Schleichhandels angehalten worden. Der Mann nvicruahrn einen Mordversuch ocgnl dm .Gendarmen und ergriff bann die Flucht. Der Basten erm'tttckte, daß der Schleichhändler der "2jährige Spenglergehilfe Ernst F i t s ch aus Wien sein und vermutlich nach 2ir.ni gckliiehitt sein dürste. Füich wurde dann auch ant 14. d. M. niMaru.hili, L.'aügasfe 7, von einem Sickier- Heitswachmnnn^n4gtiorscht. Als er verhaftet werden sollte, setzie c.r sich . grwalttäti-.t. zrtr Wrhre. Ec konnte nur mit Mühe überwältigt werde.'. Per seir.er^::'^'.d:rck)suchung entdeckte man m irrnrw Äartärurel »moniHl«' p.üte PrärlsionÄäae. Er hatte sie 18. August INI» Äh. ab» .. ..... . ... r I I offenbar an das Versteck gebracht, um sie im Falle seiner ®«* Haftung für einen Fluchtversuch benlitzeu zu können. Fltsch wurde dem Landrsgertchte cmgelirfert. z. Rudolf Felvschuh. Ik.» Praterstratze 54. Zucker»! ab gäbe für Juli, Tee, Kakao, Schokolade, StollwerckS Zucket wm'en, Orlsardmen usw. Geöffnet von 8 Uhr ftüh bis 8 Uhr abends . VsreiirsnalchrichLen. kN' a ch r i ch 11 n vonVereine» erschervenvdi., nun on stetsam Tage der Beransta.ltun-») Heute: S p o r t k l n b K a d i m a. Die Funktionäre »md Mit» glixder haben sich nnr 3 Uhr nachmittags im Augarrenrestaurant zu uisirrem Gartenfest eiuznstnden. Sportkollegen werden avk d-cftm Wege dazu einaelgden. — 'B e r e i « t o u¥, Wie«. U., Glockengüsse 30. Um 4 Uhr nachmittags tprichr Herr Zwr K o h n über „Dcr Ausbau Palästinas". Anschließend DMffw«. — I,tt g e n d v e r e i u „Ahavath Z l o n" kl., Emrsgaffe 15. Uiu 4 Uhr nachmittags Mitglieder-Dcskttffions-Nbend. — K u l t n r v e r b a n d „I a b n e*, Rede- und L e sekia l l t, lX.. Türkenstraße 9. Um ‘/a* Uhr nackmittaar B'.bclkurß für Änsänger. Um V«5 Uhr nachmittags Dr. N. G o-l d st ein: ScMinar für jüdisches Recht. (Sonstige Ehe- Linderniffe.^ Z i o n i st r s ch e.B e z i e k S s e k t i o n XX., Karl Meißlstraße 5/1. Um V»7 Uhr abends Bortrgg deS Herr» Aron Schwertsinger: Die Bibel im Lichte der moderne» Zeit., . Letzte Nachrichten. Prinz Josef nnd Ex-Kaiser Karl. Gin Dementi. Bndapest, 19. August. Das Ungarische Drs.'-K»rr> Bureau meldet: In der letzten Zeit sind in der AuSlarchspresse im Zusammenhang mit der Person der Verwesers von Ungarn, Prinzen Josef, die kühnsten Erfindungen erschienen. So berichtet der Wiener Vertreter des „Berliner Sägeblatt", daß ein Sonderkurtev des Ex-Königs Karl zum Prinzen JÄsef nach Budapest gebammen sei, um den Dank des gewesenen Königs für den Schutz der Interessen der Dynastie zu überbringen. Zugleich habe der Ex-König die Ernennung des Prinzen Josef zum Stellvertreter mit rinbeschränkter Vollmacht für dm Zeit verfügt, bis es selbst ins Land zurückkehren werde, dessen verfassungsmäßig gekrönter König er auch heute noch ^ei. Das Ungarische Telegraphen-Korrespondenz-Bureau ist von maßgebender Seite zu der Erklärung ermächtigt worden, daß nach amtlichen Feststellungen ein solcher Kurier in Budapest nicht eingetvvffen und ein Brief mit dem gegebenen Inhalt auch auf keinem anderen Weg hierher gelangt ist. Prinz Josef steht mit dem gewesenen ungarischen König in keiner wie immer gearteten Be r bi ndu ng. An maßgebender Stelle pvotestiert man auf das entschiedenste gegen solche .tendMziöse Erfindungen, wie jene des genannten Berliner Blattes eine ist, und weist auf das entschiedenste diese Unwahrheiten zurück, welche nun schon zum zweiten Male in der ausländischen Presse zu lesen fi«d, und deren Tendenz ist, den. Verweser Prinz Josef in falschem Licht erscheinen zu lassen. UebrigenS liegt eS auf der Hand, daß die Verbreitung solcher Erfindungen den Interessen deS gestürzten Mtesystems dienen soll. Kleine Nachrichten. Berlin, 15. August. DaS „8 Uhr-A'' Matt" meldet rvi Genf: „New Vor! Herold" meldet aus Nc.u.Aor?, daß dort ein« bolschewitische Verschwörung ausgedeät worden sei. 60 Russe« die mit falschen Päffen emgereist waren, wurden festgeuommen Auch Irländer seien m die Affklre verwickelt. Carnarvon, 15. August. kFunffpr. des Tel. Korr.-Bnr.' Die Bergungsarbeiten an dem Dampfer „Laurentie", der me 6,000.000 Piuud in Goldbarren an Bord im Jahre 1917 be Lough Swrlly durch ein deutsches Unterseeboot versenkt wurde, schrenm gtrt vorwärts. Bisher wurden 700.000 Pftml geborgen. Amstervcrm, 15. August. (Korr.-Bur.) Nack) dem „Nieuwer Rotterdavischrn Courant" meldet die aily N ewK" m§ New-Aork, daß der republikancsche Senator L o d g e in feine, Rede über den Völkerbund W i l f o u h e s 1 i g a n g e gr i f f e r habe. Als nach der Rede LodgeS, die sehr beifällig a u sgenommen wurde, Senator Williams Krnck an Lodge übte wurde auf de« Tribüne» gepfiffen. Paris, 15. August. (Korr.-Bur.) Präsident P o i n ca r« hat eine« Erlaß umerzeichnct, worin der A n s ch i a w d e, Lebe ri s m i l t r l p r e r s e verordnet wird. Ein beivnderki Ausschuß Hai die Normalpreise festgesetzt. Vorn» 15. August. lSchweizer Dep,»Agent.) Dcr Bundesra> hat beschlvffen» die B r o t r a t i o n t e r u u g ansangr Sepiember a u s z n h e b e n. Benthen» 15. Augiist. (Korr.^Bur.) Da sich die Ariiriierschaff des Oberschlesischen Elektrizitätswerkes Z a d o r z e ,deu Auc.stand der Berg- und Hütleuleute, die zu Sö Prozent ausständü sind, uugeschlosie» hat. degmut sich die Lage zuzuspitzen, weck hier durch das Wirtschaftsleben gelähmt ist. Verlitt, 15. August/ (Korr.-Bur.) Das „Berliner Tageblatt" ureldet ans B a m b e r g: Dev Aeltesten-Rat de? bäurische« Landtages hat brschloffen, aus daS bekannte Schreibe, des Krotlprlnzen Ruvprecht an den Landtag zu antworteit,. das L >.yern in der Angelegenheit der Auslieferung an einen GerichlS- Iu>f der Entente nicht zuständig sei; eS werde jcdoct gegen die AnS'ieierung des Kronprinzen Borstellunger r h e b e n^rmv Vrotesticren. Prag, 15. August- Heute traf hier der bekannte Entdecke! deS StivvotS, Mazor S-h a k l e t o n zu mchrtägigem Auf enthalt ein. London, 15. August. Der' Deputierte Sselh keilte in Unterhanse mit. daß dte Regierung tw PrrisauZschretden tjic de» besten Flug cm's HaudelsluslschiffcS zu veranstalten beabsichtige D,c Preise belia-rm ink-gti-nni 14.000 Pfund Sterling.'