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Wiener Morgenzeitung · 1919-08-16 · Heft 207 (16.8.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 207 (16.8.1919)
Date
1919-08-16
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 207 Men, Skckstag '■—■ ■' —»■ ■ — ■ ~ ■ - « — -.* ''11 * *'*'" **l Deutsche Natronarversammlung, Weimar, 14. August. (NationalVersainmlltng. Schluß.) Reichs, inaitzminister Erzberger erklärte weiter, in dem Augenblick, wo die Entente versuchen sollte, den Ertrag des Reichsuotopsers zu b e s ch l a g n a h m e u, tverde er die Nationalversammlung um die Ermächtigung' ersuchen, zu verfügen, das; dasReichsnotopfer nicht ein geh oben werde. Jetzt haben Sie, erklärt dev Minister zur Rechten gewendet, keine A u s r e d e m e h r. Jetzt können Sie also an dieser Mbgqbe Mitarbeiten. Im weiteren Verlaus der Debatte ergreift der' Reich ss in an zminister abermals das Wort und erklärt, der Abgeordnete Mittelmann habe ihn ein Unglück genannt. Ein Vi it g lü'ck sei es ge wesen, daß MM ihm in den Jahren 1916. und 1.917 nicht F o lge geleistet habe. Dann stünde es besser um das deutsche Volk. Aber damals sei man gegenüber der herrschenden Militärdiktatur machtl oL gewesen. Minister D'r. Neümann erklärt i« persönlicher Angelegenheit gegenüber einem im Verlauf der Sitzung zitierten Artikel des Abgeordneten D'r. Traub, daß er zur Kaiserin Zita und den Herzog von Parma, mit denen er angeblich auf den Sturz der H o henz o l lern-D ynastie hinge arbeitet habe, keine Beziehungen unterhalten habe. Er sei im Gegenteil seit dem Jahre 1917 in . jedem Bericht auf das schärfste gegen die Kaiserin Zita anfgetreten. Nun solle er auch noch Beziehungen zu öfterreich ts ch e n Herzog e n unterhalten haben. Br erkläre, daß er lediglich einen Brief an eine Dame g-rschrieben habe, die unentwegt für Deutschland eingetreten sei. Er habe darin zum Ausdruck gebracht, daß in unserer Haltung ihr gegenüber sich' nichts geändert habe, und' er hätte sich ge-» schämt, dies gegenüber dieser im Uuglikck befindlichen Dame nicht getan zu haben. Die Staatsbirrgerfchaft der Dsrrtschöfterrercher in Deutschland. Weimar, 15. August. Die Mcbrhciissoztalisten haben in der Nationalversammlung folgenden Antrag cingebracht: Die Nationalversammlung wolle beschließen: D,e Regierung wrrd ersucht, Dentschösterrcicher die. iu Deutschland ihren stäudia-n Wohnsitz haben und ihren Wichten dem Staate gegenüber Nachkommen sowie die Steuern und Abgaben entrichten, am ihren Antrag die deutsche Staatsangehörigkeit unentgeltlich zu verleihen. .. ^Verg arbeAesaüsftand in Obevschtesien. /Berlin, if>. August. (Tel. der '„Wr. Morgcnztg.") Reichskohlenkommissar erklärte, daß in Obcrschlesicn. ein allgemeiuer. Bergarbeiterstreik ausgebrochen ist. Die Verhandlungen in Kattowitz verticseü bisher , ergebnislos. In Kattowitz und Königs-, Hütte sind llnruhm äusgebroche». Breslau, 1ö. August. (Tel. der „Wr. Morgenztg)*) Dix Zahl der Streikende» an Oberschlesien betrögt bereits 200.006. Dre FrUruarrer Frage. Laibach, 14. August. „Sloveuski Narod" zufolge meldet d 'r Agramer „Jntarnji Llst" aus Triest, daß italienische Blatter sich mit der Fiumaner Frage beschäftigten und einen neuen Bor-, schlag bringen. Laut „Näzione* könnte das Einverständnis folgendermaßen erreicht werden: 1. Das Territorium nordöstlich der Bahnstrecke Fiume— St. Peter sollneutralisiert werden, so daß das Gebiet von St. Peter, Jllyrisch-Feistritz und Castuä unter die Verwaltung des Völkerbundes käme. Die Italiener sollen das Recht haben, im Kriegsfälle dieses Gebiet zu besetzen. L. Italien annektiert die Stadt Fiume, die ganze Küste bis Abbazia nnd Volosca, weiters alle Inseln im Ouarnero, vor Sebnrico und Zara. 3. Der Fiwuaner Hafen soll unter der Verwaltung des Völkerbundes neutralisiert werden. . 4. Jugoslawien erhält die ganze Kiifte von Bnccari bis Obrovac, weiters Benkovac, Drnio, Smj, Omiselj nud ganz Süddalmatiem - 5. Italien übernimmt die Verwaltung von Zara nnd Scben'.co. Die > Besetzung BuLgarrens duvch französische Truppen. Paris, 15. August. (Tel.-Komp.) AttS Sofia trefim Nachrichten ein,^ welche besagen, daß aus Rumänien kommende französische Truppen, die unter dem Kommando des Generals Graziani stehen, mit der Besetzung einzelner strategischer Punkte in Bulgarien beginnen. Die Truppen werden in Extraziigen nach den für die Besetzung ausersehenen Ptmkten geschasst. Waffen und Kriegsmaterial wüstenseitens der bulgarischen Truppen an die französischen Besatzungsbehorden abgegeben werden. Die revolutionäre Agitation in England. . Saint-Vermain, 15. August. (Korr.-Bttr.) Der englische Mrmster des Innern teilt mit, daß die Regierung erfahren habe, daß gewisse ausländische Organisationen versucht haben, Geld nach England zu senden, mn dort revolutionäre Propaganda zu betreiben. Die Regierung habe aber alle notwendigen Maßnahmen getroffen, nur zu verhindern, daß dieses Geld in die Hände der Empfänger gelange. Die irische Frage. Amsterdam, 15. August. (Korr.-Bur.) Drahtlos wird aus L o n d o n gemeldet, BonarLaw habe auf die Frage eines Parlamentsmitgliedes, ob die Greh gegebenen Instruktionen für seinen neuen Posten auch dahin lauten werden, zu versuchen, die Beziehungen zwischen den Bereinigten Staaten und England durch die R e g e l u n g der rrtschenFrage und die Versöhnung der Irl. ander besser zu gestalten, geantwortet, er sei überzeugt, daß Grry alles tun werde, was in seiner Macht liege, um in iedcr Hitrstcht, wo dies notwendig sei, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern verbessern zu helfen. Amerikanische Waffen für die Armee Koltfchak. Washington, 15. August. (Funkspruch.) In yroher Eile wird amerikanisches Material, das für die Armee Koltschaks bestimmt ist, verschifft. 45.000 Gewehre, mehrere Millionen Patronen und große Mengen von Ausrüstungsmaterial werden iiber Wladiwostok au Koltschak gesandt. Wiener MorgerrzeituM! Washington, 15. August. (Funkspr. des Tel.- Korr.-Bur.) Das amerikanische Staatsdepartement für Aeußeres drückt. seine Zuversicht aus, daß die neue Materialsendung nach Rußland einen moralischen Ersolg bei den Truppen Koltschaks haben werde. Nach den neuesten, im Staatsdepartement erhaltenen nichtoffiziellen Nachrichten wird die Macht der Politik L e n ins immer Mehr und mehr geschwächt und man wird bald den Erfolg ber militärischen Operationen im Osten sehen. Die Lage in Moskau ist sehr schlecht und viele Menschen verlassen die Stadt. 1 Die nationalistische Bewegurrg irr der Türkei. Paris, 15. August. (Funkspr. des Korr.-Bur.) Die französische Presse stellt fest, daß die n a ti o n a li-sti s ch e B ew e gnng in der Türkei lebhafte Beunruhigung einstößt. Die Bewegung greift namentlich m Anatolien nud in den' . asiatische u P -r o v i uze n nrn sich. Fsarrzöstsche Schulen irr Mainz. n Frankfurt, 15. August. (Tel. der „Wr. Morgeuztg.") Wie von zuverlässiger-Seite gemeldet wird, sollen demnächst in M a i n z für die ichülpstichtigen Kinder der zum, französischen Bekatzungslicere gehörigen Offiziere nnd Unteroffiziere^ sowie der in Mainz weilenden ZiVilbcamten Schulen mit französischen Lehrkräften eingerichtet werden. Die Stadt wurde anfgefordert, für die Schulen entsprechende Räume zur Verfügung zu stellen. ' Die Geratrrngen in Paris. Paris, 14. Angnst. (Fnnksvr. des Korr.-Bur,) Die zur Ausarbeitung der Antwort ans die Gegenvorschläge der d e n t s ch-- ö ft e r r e i ch i s ch e n Delegation eingesetzte Kommission hat heute vormittags, die -Kommission für btc T c sich «net Frage nachmittags eilte Sitzung abgehalten. Scharfe Sprache der polnischen Presse gegen die Tschechen. Prag, 15. August. (Trl.-Komp.) Der „Benkov" zitiert eine polnische Blättcrmeldung ans Teschen, in welcher die polnische Negierung anfgefordert tvird, der tschechischen Regierung ein Ultimatum zn stellen, und zwar ein Ultimatum der polnischen Armee. Der führende polnische Politiker N i m o j e wski schreibt, daß mit den Tschechen überhaupt nicht verhandelt werden'solle und wenn, dann nur mit den Waffen. Der mährisch-schlesische „Dennik" bringt dir Meldung, daß in der Umgebung von Teschen 60.000 M a n n p o l n i s ch e r Truppe n mit starker r t i l l e r i e f a ttt p f b ereit stehen. Die Tschechen muffen unbedingt mit einem polnischen Emfall rechnen, da sie bestintmte Nachrichten haben, daß sich die Polen mit' dem Plane eines Angriffes gegen das tschechische Gebiet tragen. , . Teilweise DemoNttftermrg in der Tschschosi.' Slowakei. § Prag, 15. August. (Tel. der «Wr. MorgeHtg:*) Der Vertreter des Ministeriums^für nationale Verteidigung, gab im Wehrausschnffe-die Erklärungäb, daß alle i e n e'S old Ute u, die ununterbrochen f u nf I ahre d i tttett, sowie-die Jahrgänge 1892 bis 1898, die anläßlich-des Krieges in der Slowakei emgerückt waren, aus dem Heeresdienste entlassen werden. Die Demobilistenmg der mit „0" Klassifizierten ist im Zuge. ' Dsr tschechische Protest gegPrdieHaHshurger. Mriut-Gertnain, 15.: August. f Der 'tschechoslowakische Minister des Innern, Benesch, der gestern im Aufträge seiner Regierung beim Obersten Rät einen Protest gegen die Rückkehr der HabS^nrger-Dynastre erhob, läßt' dem „Petit Parrften" eilte Erklärung über einen Einspruch' zugehen, worin es heißt: Der Staatsstreich des Erzherzogs Josef hat in Böhmen trnd in aller, Staaten der früheren Monarchie eine heftige Bewegung hervvrgerufen. Er bedeutet filr diese Staaten, insbesondere für die tschechoslowakische Republik und auch für das europäische Uleichgewicht, eine schwere Gefahr, denn er ist unserer Ansicht nach der erste Schritt zur Wiederherstellung, der Monarchie^in Wien und München und zur Rückkehr einer Dynastie, gegen die wir uns alle erhoben' haben. Die tschechoslowakische Regierung verlangt' in ihrer Note, daß die Alliierten den Erzherzog .Josef nicht anerkenneit und in keinem Fäll den Versuch zur Wiederherstellung der Monarchie unterstützen. Die Tschecho-Slowaken haben ztr verstehen gegeben,' daß' sie es ablehnen,' in Beziehüngen, zu der Negierung des .Erzherzogs Josef zu treten. ,, Auch Paste hat sich in einer. Unterredung mit dem Vertreter Amerikas im Hünferrat, Polk, kategorisch gegen die Rückkehr der Habsburger ausgesprochen. Pol kanttvortete, baß die amerikanische Delegation .den Wichtspunkt der Jugoslawen teile und die Politik der Tschechow-Slowaken u„d Jugoslawen in dieser Hinsicht unterstützen "werde. Der Einbruch iu das Leutschosterreichische Konsulat in Berlin. Eine tschechische NichtigsteKung. Berlin, 15. Atigirst. (Tel.-Komp.), Die hiesige Vertretung der tschechv-slowaktschen Republik meldet zu dem Einbrüche in das dentschösierreichische Konsulat tu Berlin: Hier wurde ein näher nicht bekannter Mann namens B a r't o's, welcher hiesigen privaten Zeitungsnachrichten zufolge mit Hilfe eines Nachschlüffels in das Berliner dentschösterretchrsche Konsulat einidrang und dort irgendwelche Schrfftstücke entwenden wollte, auf frtscher Tat ertappt nnd in Hast genommen. Die Berliner Blätter schroten diese Tat eines Uttbekaunteu in tendenziöser Weise gegen die tschechoslowakische Verlretrmgslieborde in Berlin imd deren Leiter Dr. Körner aus. indem sic ostentativ beharrptet, daß das Haus, in welchem das Amt der dtplomatsichen tschrcho-llowakischen Vertretung untergel>racht ist, der Sitz antideutscher Tätigkeit sei. Auf Grund der von berufeum tschechrfcher Seite durchgrstihrten llntersuchnng wird konstatiert, daß die tschechoälawaktsche Vertretung in Berlin m.l diesen Vorgängen ttt l.inerlci Zusammenhang steht rmd auf düs allercnffchirdenste gegen die Bchauptung protestiert, daß Bartos im Elttvernchmm mit der tschcchoslvwÄischcn Vertretmtg gehandelt habe. Diese Gerüchte sind böswillig und. tendettztös. 18. August 191» ■ 1 ' ---———■— -— -^-*! Sch .reils mäseliiiteit*’ Repa8*atsLsr*en sclmell, billig1 und gut Fpastz Josef PeSz, I., Bibeesfrasse 9 Lagesberrchl. Abschiedsgrutz. Bon Meyer GiMs, Delegierten des „American Joint Distri butiou Eommittce".'^) Als Vertreter des amerikanischen „Joiitt Distribution Conuirittee" (Vereitiigte.Verteilungs-Komitees) erlaube ich tnir allen jüdischen Frennbett arrf diesem Wege ein herzliche- „Lebet wohl" zuzurnfen. Während der kur hiesigen Wirksam«.' keit gelang es mir, in nähere Perbinduug mit Mt alle« namhaften Repräsentanten der Wiener Mischen Ge'sellschasi zu treten, und ich muß von Vorneherein gestehen, daß, wenrr. die Annahme, tneine. Wiener Wirksamkeit wäre von Erfolg , gekrönt, irgendwie begründet, ist, dieser nicht zuletzt der . Opferfreudigkeit aller Wiener Juden, die mir jederzeit mit Rat und Tat an die.Hand gingen, zn verdanken ist. Wir habet: hier die Wiener Abteilung des amerikanische' „Joint Distribution Committee" organisiert, m der all« Klassen, Parteien und Richtungetr der Wiener Judeuheit vep. treten sind urrd es muß mit G'enugtnnng konstatiert werdendaß säintliche Mitglieder des Wiener Komitees an der streng beniokratischen Tätigkeit dieser sozialen Organisation in gleichem Weis« aktiven Anteil itehmen. Nun ist mente hiesige Mssiou beendet und ich bin im Begriffe nach getaner Arbeit meine Rückreise nach Ainerik' anzutreten. Die Orgatr^ationsarbert, die wir hier mit alte' Hilfe geleistet haben, ist nach" meiner Meinung wertvoll und in jeder Beziehung befriedigend. Jeder bedürftige Jude, beton unserem Komit« Unterstützung bekommt, muß das sicher» Gefühl haben, daß er. diese nicht von der Gnade fremder Wohltäter, sondern von seinen eigenen Brüdern bekommt Wir ffchetrken keine Alrnpsen, wir zahlen lediglich tmsere Schuld, die wir unseren armen Brüdern ans Osteuropa abzntragen haben: Darum kommen auch alle, die Not leiden, zu uns freien Mutes, niemand fühlt sich gedemütigt, kernet ' bittet, jedermann fordert, was ihm gebührt. In diesem Sinne haben unsere Brüder gespendet und in diesem - Siitm« werden, ttnsere Armen beteilt. - ES werben sämtliche notleidende Inden, ohne Unterschied von Klasse und Stand, aus unseren Mitteln untere stützt. Handwerker, Angestellte, verarmte Kauflctite, Advo. katen, Päbbiner, Studenten, Arbeiter nsw. Aber wir beschränke, uns nicht allein aus Geldunterstützung. Unser Komitee hak .. auch Ausspeisnngetr für Erwachsene und Kinder eingerichtet. Wir stehen außerdem in Verbindung mit allen Wiener so? zialen Institutionen: Spitälern, Kindererziehutrgsheimew Tmlbsiuntmcn- und Blindeninstituten, Wöchnerinnen-Anstalte, und dergleichen. Institutionen dieser Art werden vom ^Joins Distribution Committee" subventioniert. Ferner haben wst auch ein eigenes ärztliches Ambulatorium geschaffen. Kur; wir betnühsn uns, alles das zu tun, was zur Linderung der Not ttnserer tmglücklichen Brüder Und Schwesterrt beitrage, könnte. Ich weiß wvhl, daß' all das, was wir bisher in Wie» geleistet haben, völlig unzureichend ist, im Verhältnis zv der' furchtbaren Not, zu dem unsäglichen Elend unserer unglückLlichen kranken und Hunger leidenden Brüder. ES if wahrhaft jammervoll zuzusehen, wie diese Aermsten der Armen, die hilflosen Mischen Kriegs- und Pogrom-Witwer und -Waisen ihr elendes, licht-, »rnd trostloses Dasein fristen. Ich 'habe die Quartiere der Not und die Stätten des Elends besucht, ich begab mich' auch mitten ins Herz des welteitzerstörendetr Krieges, der bluttgen Pogrome, na$ Oft galizien, ich fuhr nach Krakau, Lemberg, Stanislau ustv. und dort erst blickte ich mit Schrecken ins wahrhafte Antlitz des Jammers und der Verzweiflung. Ich erlebte die No!> unserer Brüder in Galizien und mußte nnt Bebauern fest stellen, daß die von utts dargebotene Hilfe ein verschwindende» Minim-um ist dessen, was zu leisten ttnsere Pflicht ist Meine erste und wesentliche Aufgabe in Atnerika soll es sein, unsere amerikanischen Brüder über die wahre Sach, läge auszuklären und sie atrfzufordern, die Hilfstättgkeit für unsere armen Brüder in Osteuropa neuerdings mit ver. mehrter Energie und OpstrwMigkeit in Angriff za nehmen Wir wollen nicht allein Geld sammeln für momentane Hilfe, wir wolle,! in Äister Linie mit dem Wiederaufbau der zerstörten Mischen Existenzen ernstlich beginnen. Wir. wolle» der jüdischen Bevölkerung in Galizien für die Dauer kein« Unterstützungen, sondern gute und lohnende Arbeitsmög licht eit verschaffen. Ich Sitr fest üverzsttgk, daß dieser neuerliche Appell ag die Hilfsbereitschaft unserer Brüder in Amerika lel> hasten Widerhall finden wird in den Herzen der amerikanischen Jtlden sämtlicher Klassen, Parteien nud Richttmgen TlttLisemMfche Hetzpropaganda. In'den letzten Wochen wird Deutschland mit viele» Millionen Exemplaren von Flngs'chrifte» überschüttet, die an die Zeiten der Achtziger- und Reunzigev jahw erinnern, aber das dainckks in antisemitischer Hetz' Geleistete wvmöMih noch Aerbivten. Die Flugblätter gehe» *) Herr Gillis aus New»Z)ork, welcher im Auftrag« der amerikanischen Judsnfchaft die AfKeilung Wien de? -i. I. D. C. gegründet und an baS eingesetzte Komitee übergeben Hirt, ersucht uns um dlbdrnck d'-ies SlbfchiedK. jchoeibeuZ. .

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