Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 205 (14.8.1919)
- Date
- 1919-08-14
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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* i Seite 4 Wien, Donnerstag Telegramme. Eine mißglückte antisemitische Versammlung in.Prag. » k Prag, 13. August. (Tel. der ,Wiener Morgen- * Heilung".) Gestern abends 1/28 Uhr sollte eine P, rote stwersamm lung stattfinden, welche-von der katholischen Volks pa/'tei auf der S^sisninfel einbecrufeu.worben war. Das klerikale Blatt „Cech" hatte Zur Anzeige dieser Eorsammlung folgende Sätze hinZ^ gefügt: Wir werden gegen die« Vergewaltigung der Lathvlischen Orden und ihre. Austreibung aus Prag Protestieren. Das katholisch - Volk PraK wird zur Selb st Hilfe ' greifen, und wenn: es auch um den Preis des Lebens sein sollte. — Die. Anzeige schließt mit der Aufforderung, gegen die jüdisch-protehtantischen Provokationen und Gewalttätigkeiten gleiche Mittel anzuwenden. Auf diesen Artikel reagierte das« Abendblatt des „Pravo Liöu^ mit einer Notiz unter dem Titel: „Die Prager Klerikalen drohen mit blutigen Müsschreitu»gen." Infolge dieser Notiz sammelten sich schon vor Beginn der Versammlung große Arbeitersnassen sowie fort sch r i 111 i ch e Parteigänger cfn, so daß die später erschienenen Klerikalen in der Minderheit blieben und die Versammlung, die 'um V28 Uhr beginnen soÜte, schon vor 1/28 Uhr zu Ende war. Es Kam auf der Straße zu großen jTumulten und »schließlich zog ein Teil der Klerikalen in das katholische. Vereinshaus in der Brentegasse, wo bei verschlossenen Türen ein Meeting abgehalten wurde. Allein nach kurzer Zeit erschienen auch dort die Fortschrittlichen und erzwangen den Schluß der Versammlung. Ein Trupp der Fortschrittlichen zog unter Äbsingmrg des Generalstreikliedes vor das Gebäude des „Cech", das von Polizei stark besetzt war. Nach .stürmischen Rusen gegen das Blatt fanden die Demonstrationen, die bis 10 Uhr gedauert hatten, ihr Ende. ' . „Oösterreichische Republik". Ein Beschluß des Obersten Rates. Saint-Germain, 13. August. (Korr.-Bar.) Der Obrrstc?at hat gestern beschlossen, an -der Bezeichnung „O est erricht s ch e Republik" f e st z u h a l t e n und die Bezeichnung ^Republik Demschöstecrnch" im Friedeusvertrag ^chtanzuwrnden. Die Kohlennot in Deutschosterreich. Genf, 13. August. (Tel. der „Wr.Morgmzlg.") Die Pariser Blätter beschäftigen sich mit der Kohlenlage und den bevor" stehenden Krisen in den einzelnen europäischen Ländern. Deutschösterreich steht darnach vor der.Sperre der Gas- und Elektrizitätswerke und hat sich deshalb an Frankreich gewandt, daß es dm Deutschen gestatte, aus dem Saargebiet täglich 2000 Tonnen Deutschösterreich abzugeben. Ei« Aufruf des rumänischen Armee- Kommandos. Budapest, 13. August. (Tel.-Komp.) Das Rumänische . Preffbüreau meldet: General M a r d a r e s c u ist heute hier ( emgetroffen und erließ folgenden Aufruf: . ' In den letzten Tagen wurden Gerüchte verbreitet, denen zufolge das rumänlsche Besatztmgskommando, beziehungsweise die rumänische Regierung in irgendeiner Art und Weise dazu bei-' getragen habe, die Stellung der gegenwärtigen Budapester Regierung zu festigen. ~ Das Kommando der Bcsatzungstruppen in Siebenbürgen hat bereits bekannlgegebm, daß die rumänischen Militärbehörden keineswegs i n. d i e i n n er e n Angelegenheiten Ungarnseing eg rissen haben 0 d e r e i n z u gr e i f e n beabsichtigen. Die Aufgabe-der rumänischen Tnrppen in Ungarn ist weder die Einsetzung noch die' U n t e r st n tz u n g einer R-egimntg ans dem Gebiete anderer Staaten. Das rumänische Besatzungskommando bat bisher keine rmgarische Regierung anerkannt. Es ist der Wunsch Rumäniens, daß die Lösung.der ungarischen Frage im Einvernehmen mit den Alliierten erfolge und daß. alle ans dem Weltkrieg resultierenden Probleme, 'Totöcit sie Ungarn betreffen, auf eine solche Art gelöst werden, daß die Aufnahme freundschaftlicher Beziehungen mit Ungarn ermöglicht werde. Das rumänische Besatzüngskommando hat alle Schritte unternommen, damtt die Verpflegung der Stadt Budapest in möglichst kurzer Zeit ins normale Geleise komme. Das Brsatznngskommando hat außerdem veranlaßt, daß die LebensmiMnachschübe für Budapest mrt der gleichen Schnelligkeit, wie die Nachschübe für die rumänischen Truppen erfolgen sollen. . Die provisorische Besetzung des ungarischen Territoriums durch die rumänischen Truppen stellt der politischen Entwicklung Ungarns im Rahmen des freien Voltswillens kein Hindernis.. entgegen. Der weiße Terror. Budapest, 13. August. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Das Ktiegsministerium teilt mit: Von verschiedenen Orten des Landes . bis zum 12. August, nachmittags, eingegangenen Meldungen zufolge herrscht überall Ruhe und Ordmmg. DieAnsforschung und Festnahme von Kommunisten ist überallimZuge. Jene Personen, welche an den Erbrechen des verflogenen Regimes beteiligt waren, werden in Mrwahrung genommen. Laut Bericht des Oberkommandos ist in dm Lanvesteilen.jenseits der Donau die Abrüstung' der Formationen der Roten Armee, und der Rotm Wachen beendet. Kurrfi verhaftet. Pretzburg, 13. August. (Korr.-Bur.) Der gewesene Voskskommisiäc Siegmund K u n f i wurde hier verhaftet und gegen ihn das Strafverfahren wegen.Gebrauches eines falsch m Passes und wegen. Bestechnng einer Amtsperson eingeleitet. Vormarsch dev Sir-slawerr in Ungarn. Dadaprst» 18. August. (Ung. Tel^Korr^Bur.) Jugoslawische Truppen, haben am 12. d. M. die Ortschaften Muraszombath, Belatniy, Also- und Felsö-Lendva, Felso- Szemcuye, Csomüdör, Papo, Gutvrfö und Letenye besetzt. Die Budapester EMentkniissionen haben in Belgrad wegen Zurüäzichung der Besetzüngslnchpen Schritte unternommen. , Die , irgarischen Truppen erhielten Befehl, keinen bewaffneten Wiedervand zu leisten. Wiener Morgenzeitung Jüdische Männer nnd Fronen! * Reklamiert euer Wahlrecht zum Jüdischen Rationalrat für Deutschösterreich! . Wahlberechtigt ist jeder Jude ohne Unterschied des Geschlechtes, der sich zur jüdischen Nation bekennt und das 20. Lebensjahr überschritten hat. / Anmeldung znr Ein- . tragung an die Wählerliste im Bureau des Nationalrates: Wien, II., Taborstr. 20 a* Die Antwort der Rumänen. ' SaintssGermäin» 13. August. Die Mitglieder der rumänischen Delegation, Miscbu nnd Baida, haben heute nachmittags dem Obersten Rat *bie Autw 0 rt ihrer Regierung auf die Noten der Entente überreicht. Es wird weiter offiziös mitgeteilt, daß die T s ch e ch 0- Slowaken und die I u g 0 s l a w e n durch die Wiederaufrichtung der h a b s b n r g i s ch e n H e r r f ch a f t in U n g a r n s e h r b e u n r u h i g t s e i e n. Es sei.möglich, daß die tschecho-slowakische Republik schon heute dem Obersten Rat Vorstellungen in diesem Sinne unterbreiten werde. Auch die jugoslawische Negierung bereite eine ähnliche Erklärung vor. Das künftige deutsche Budget. Eine Denkschrift Erzbergers. - Weimar, _ 13. August. (Tel.-Komp.) Der Nationalverlammlung ist gestern vom Reichsstnanzminister Erzberger die Denkschrift über den künftigen finansielleiO Bedarf des Reiches zugegangen. Der Reichsbedarfstellt sich darpach insgesamt auf - 24 Milliarden. Davon entfallen auf Eiuzelstaaten und Gemeinden «5 Milliarden. Die verbleibende Summe von 17*5 Milliarden, ßt sich folgendermaßen zergliedern: ,Für den Schuldendienst 10 Milliarden^ für die Fürsorge für Kriegsteilnehmer und deren Hinterbliebene 4'3 Milliarden,für Mehrausgaben 1*5 Milliarden und für Verwaltungszwecke 1*7 Milliarden. Sämtliche Zahlen sind mit , Vorbehalt aufzunehmcn, weil jetzt noch nicht klar erkennbare Posten hinzukommen können, die mit der Liquidation des Krieges und ' der Durchführung des FriedeÜSvertrages Zusammenhängen. Die' Erträgnisse für das Reich wurden mit 7*6 Milliarden angegeben, .so daß ein Fehlbetrag von fast 10 Milliarden entstehen würde. Durch die Vermögensabgabe und die ausgebaute Umsatzstener sollen 5*5 bis 6 Milliarden gedeckt werden, so daß sich das Defizit auf 4*5 bis 4 Milliarden vermindert. <Jn der Denkschrift wird gesagt, daß nur durch die Einführung der Reichseinkommensteuer und der Reichsabgabe dieser Fehlbetrag ersetzt werden kann. Die neue deutsche Verfassung. Berlin, 13. August. (Korr.-Bur.) Das Reichsgesehblatt veröffentlicht die neue Verfassung, die - danrit in Kraft getreten ist. Der Reichspräsident hat den bisherigen Präsidenten des Reichsministeriums Gustav B tuet zum Reichskanzler ernannt. Die deutsche Nationalversammlung sührt von jetzt ab die 'Bezeichnung *9t eichsta g". Die bisherige Vertretung der Landesregierungen bei' der Reichsregierung. der Staatcnansschuß, hat aufgehört zu bestehen. An feine Stelle ist der Rerchsrat getreten. - ' Der Reichspräsident hat eine-Verordnung erlaffen, wonach alle Beamten des Reiches, der Länder, der Kommunalverbände, der Gemeinden und der sonstigen öffentlichen Anstalten sowie die ' Angehörigen der Wehrmacht unverzüglich aüf die Reichsverfaffung zu vereidigen sind. Noske glaubt an keine Gegenrevolution in Deutschland. Berlin, 13. August. Das „8 Uhr Abendblatt" meldet aus Weimar: In einer Unterredung des Reichswehrministers Noske mit dem Korrespondenten dieses Blattes kam auch die Rede auf die Hoffnungen, die in den re ch ts st ehe «den deutschen Kreisen aus den Vorgängen in U n gar n für Deutschland hergeleitet werden. Der Minister sagte diesbezüglich: Infolge \bcc ungarischen Ereignisse sind auch in Deutschland wieder neue Gerüchte über Pläne nnd Hoffrmngen. der deutschen reaktionären Kreise verbreitet. Es ist wohl möglich, daß bei den Reaktionären durch die Vorgänge in Ungarn solche Hoffnungen und Plane-bestehen. Ich persönlich glaube jedoch nicht, daß cs in Deutschland, zu ein kr G e g e n r e v b l u t i 0 n k 0 ni m e n w i r d. Ko lisch alr wird nicht anerkannt. Saint-Germain, 13. August. (Korr.-Bur.) ..New Uork Times" meldet aus W a s h i n g t 0% daß inan in offiziellen amerikanischen Kreisen f.ehO bestürzt über die Mißerfolge K 0 l t s ch a k s sei und seinen Zusammenbruch befürchte. Jedenfalls sei keine Rede mehr von einer Anerkennung Koltschaks durch die Bereinigten Staaten. Das türkische Vorgehen in Arrneniey. . Saint-Germain, 13., August. (Korr.-Bur.) „Petit P a r i s i e n" meldet,- daß die Türken sich neuerdings zu einem bewaffneten V 0 r ge h tu in Armenien rüsten, bei dem auch E nv e r Pascha eine Rolle spülen soll. Mustafa C h e m a l soll eine Streitmacht aus Regulären, Freiwilligen und Kurden gebildet haben, dje stark genug ist, um eine Drohung für Armenien darzuftellen, wenn sie auch nicht, wie gerüchtweise verlautet, 200.000 Mann umfaßt. Keine Erhöhüng der Kohlenpreise in Tsche'cho- Slowakren Prag, 13. August. Die Regierung hat das Ansuchen der KoLleugrofchäudler 'von ^Böhmen, Mähren und Schlesien um Erhöhung der Kohlenpreise abgewiesen. Spanien verweigert Frankreich, Deutschland und Oesterreich eine Anleihe. Madrid, 13. August. (Havas.) DK Kammer verwarf emen Antrag L e r r 0 u x' am Aufnahme .einer Anleihe von 5 Mllllürden, um an D e u 1 s ch l a n d, F r ankreich und Oesterreich Barnlittel leihen zu können. 14. August 1910 0fr. 205 Tagesbericht. Kundgebung für die Republik. Aufmarsch der BolkSwestr. — Aede des Präfidenteh Seitz. Die gestrige Klindgebung der Wiener bewaffneten Macht - bot ein würdiges und glanzvolles Bild. Die Feier war vor herrlichem Wetter begünstigt, und zehntausende Zuschauer sahen der Defilierung der republikanischen Soldaterr zu Vor dein Parlament bot sich ein farbenprächtiges Bttd', Um halb 11 Uhr hätten sich' beim Parlamentsgeb änds fast alle irr Wien anwesenden Käbinettsmitglieder mit Vize,)' .Kanzler Fink an der Spitze,. ferner alle Staatssekretäre', und Unterstaatssekretäre, die Vertreter der Gemeinde, LandeK. Hauptmann Sever und Landeshauptmann-Stellvertretei' Steiner «r'ngeftlnden. Punkt halb 11 Uhr kamen-'von der linken Seite des Parlaments unter den . Klängen der Mär-' . seillaise Präsident.Seitz, Staatssekretär sDr. D'eutsch.unL' Unterstaatssekretär Ellenbogen und der Landesbefehls. , Haber Oberst Haas. . - ' 7' Ms Erster sprach als Vertreter der Bolksweh'r Haupts' mann Dr. Freh, der auf die Entschlossenheit der Truppen, hinwies, jeden Versuch zur Wiederherstellung der Monarchir, mit den Waffen niederzuschlagen. ' ’ ’ ' Nach : ihm sprachen für Pie Sickierheitswache Obmann! der Personalkommission Schabe s und für den /Vollzugsausschuß der 'Stadtschutzwache Obmann Milde und noch, mehrere Redner. ~ ‘ ’ Hierauf ergriff Präsident Sei tz das Wort. Erführt« unter anderem aus: Wir haben den neuen Staat ins Leben ' gerufen und. aus eigenem freien Entschlüsse ihm eine Verfassung gegebey, die kerne Herren und keine Knechte kennt und in der jedermann die Freiheit in Wort und Schrift zugesichert ist, Dre freie Republik, die uns allen die Gärantü . bietetdaß wir aus dem Elend auf eine höhere' wirtschafte, ® lidje unb finanzielle Stufe aufsteigen, ist begründet in den' Herzen der Massen dieses Staates. Wenn, jemand den Versuch ' unternehmen wollte, diese Freiheit des Einzelnen oder der Gesamtheit anzutasten, so-soll ihn diese Kundgebu-rg. des heutigen Tages-daran erinnern, daß wir entschlossen' sind, jeden solchen Angriff uied erz ns ch lagen, auch : mit der Gewalt der Waffen, wenn es notwendig wärei (Zu den Versammelten gewendet): Sie 'haben den Krieg!- kennen gelernt, Sie wollen ihn nich4, Sie hassen ihn. Abep mit derselben Entschlossenheit, mit der Sie gegen'den . Kriegs ' ankämpfen werden, werden Sie auch mit den Waffeir die Republik Deutschösterreich verteidigen. ^Stürmische Bravorufe. Das-sollen jene wissen, die heute mit dem Feue spielen. Wir sind in furchtbarem Elend niedergedrückt von der'Gewalt der Ereignisse. Ein furchtbarer Friede bedroht uns mit wirtschaftlicher und finanzieller ■ Vernichtung. Aber trotzdem, wir beugen uns^nicht — wir werden kämpfen für irnsere Freiheit und für die" Auferstehung unserer deutschösterreichischen - Republik. Das ist unser fester Entschluß. Si« haben Ihren Willen in dem Augenblicke bekrmdet, wo Präterrdenten und Gouverneure ausersehen werden. (Stürmische Pfuirufe.) Männer, die vor' Monaten einen Eid auf die sstepu-. biik geleistet haben, den sie zu bMüen imstande waren^. Wir sageir den Brüdern jenseits der.Mwha: Mmpfet für eure ^Freiheit, wir wollen für dze unsere kämpfen mit den letzten,'^ Blutstropfen unstres Herzens, weit uns 'diese 'Zukunft, diq Zukunft unserer Kinder, zu fest verankert ist in der fteiesi deutschösterreichischen Republik (Lebhafte Hochrufe.) Die Musikkapellen intonierten die Marseillaise und es begann die Defilierung der Truppen, die bis gegen l Uh'r dauerte. - j- Aehnliche Kundgebungen erfolgten in Salzburgs Graz, Linz und Steyr. Sie »erliefen ohne jeden' Zwischenfall. :. » „Die obenan find". \ An der Wiener Universität gihAes^eine tzrößerS Anzahl von jüdischen Studenten, als es der lieben „Reichspost" recht ist. Ein Mitarbeiter des Blattes liefert eine nach Fakultäten "geordnete Statistik über, die Frequenz des abgelaufenen Wintersemesters - und findet« daß .5124 Deutschen aus Deutschösterreich nnd den Nachfolgestaaten 2039 Ausländer gegenüberstehen, von denen 1528 jüdische Hörer sind, baß für den deutschen Charakter der Wiener Universität eine sehr bedrohliche- '(Gefahr besteht. Im Sommerfemester soll die Zähst der Auden noch mehr zugenommen haben. Und nun wird bewegliche Klage geführt -,daß katholische, deutschösterreichische Steuerzahler den Juden.das Studium er. möglichen, und der christlichsoziale Pathetiker. ruft au§i „Arisches Deutschösterreich',merkst du, was da -vorgeht^ Wrr haben im .Augenblick nicht die mindeste Lust, die Richtigkeit, der ausgestellten Zahlen zu über, prüfen. Wie läppisch die Bemerkung ist, daß diese Advokaten/ Aerzte und Beamten Deutschösterreichs „eigenen Sohrcen Brot.und Platz wegnehmen", könnte ein Blick in die Beamtenschematismen beweisen, aus denen zu ersehen ist, daß die prozentuelle Zahl der im Beamtenstande vertretenen Juden weit hinter dem .Prozentanteil der jüdischen Bevölkerung zurückbleibt und die christlich sozialen Dunkelmänner wollen ja bekanntlich nur die Verhältniszahlen gelten/fassen. Auch hat das neue und gerade genügend rückständige Staatsbürger, schaftsgesetz. dafür gesorgt, daß Nichtdeutschösterreicher hierzulande weder Beamte noch Advokatentverben können. Bei den Christlichsozialen heißt es offenbar; Freie Bahn jedem Tüchtigen —Arier. Uttd in einiger Zeit wird' man Pläne entwerfen, wie Wien vor dem drohenden Verfall bewahrt werden könne, und der alte Ruhm, unserer Alma mater. wird herhaltmr müssen und es wird heißen, daß Wien ein Zentrum der. Wissenschaft werden müsse wie einst, und man wird, beraten, wie inan fremde Hörer heranziehen könne, welchen, wie es 'heute heißt, „deutschösterreichische Steuerzahler, und Zras sind zrl über 90 Prozent Katholiken", das Studium /zahlen. LchrÄmmm unter . Varanlie alle Systeme, erstklassiges M Seop. Kiu-zcr, Wien, ML, Weslbichnstraßc 23. Telephon 31537* Die Erniihrmngslage der Welt. - Der „Chicago Tribüne" zufolge erklärte der statistische Cxperte- Höovers, Dr. Sur face, daß er die Ernährungslage dtzr Welt für die nächste Zeit