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Wiener Morgenzeitung · 1919-08-13 · Heft 204 (13.8.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 204 (13.8.1919)
Date
1919-08-13
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 204 Wien, Mittwoch . —-.— WLenev Morgerrzeituttg 13. August 1919 Seüe V TagesLerichl. Antisemitische Pädagogik. k ' Nachstehender Brief wird uns von einem Freund Unseres Blattes zur Verfügung gestellt: 1" „Aus unserer Schule, Mädchengymnasium, Nahl- - gässe 4, wurden 58 Mädchen durch die Aktion „Wiener. Kinder aufs Land", deren Leiterin Frau . Dr. Schwarzwild ist, nach Waidhofen an. der ' Iblls geschickt. Dort wurden wir ini Konvikt untergebracht. Wir waren kaum ei::e Woche dort, als es ' hieß, daiß die Arbeiter aus den Böh (erwerben, die /zu Waidhofen gehören,^ gegen uns demonstrieren. ' Dienstag, den 22. Julilame» vier Arbeiterräte ins ' wurde eine Musterung vorgenvmmen, .welche der Mädchen erholungsbedürftig sind und welche nicht. Es wurden zuerst alle Christinnen in einer Zteihe aufgestellt und dann bestimmten d:e - vier Arbeiterräte und fanden 3 von-28 als „nicht erhölungsbedürftig". Hierauf derselbe Vorgang Lei den Jüdinnen, bei welchen von 30 Mädchen 10 zurückgestellt wurden. Nun, hieß es, sollte ein Arzt kommen,. der alle für „nicht erholungsbedürftig". ■ Befundenen untersuchen sollte. Der Arzt blieb aber aus und es verging eine Wochem der wir nichts erfuhren. Erft Mittwoch rief eine von den Aufsichtspersonen 10 Mädel zu sich und sagte: „Also wie Ihr wißt, hat - der- Arbeiterrat beschlossen, einige von hier auszuweisen, - und da Hab' ich mir .gedacht, daß >.s Euch ganz angenehm sein wirdauf zwei Tage nach Wien'zu fahren und von dort tverdet Ihr alle nach Ischl geschickt." Nun wunderte es uns sehr, daß unter den 10 Mädchen fünf von den Arbeiterräten als „sehr erholungsbedürftig" Erklärte waren. Als wir das Fräulein fragten, antwortete es, daß es auch deshalb geschieht, weil wir einen ausgesprochen jüdischen Typus haben und daß }iicm in den Geschäften gleich beim Sprechen erkennt, daß wir Jüdinnen sind. Am nächsten Tag um 7 Uhr früh fuhren wir nach Wien. Um 1 Uhr kanren wir an und es wurde uns gesagt, daß wir nachmittags zu Frau Dr. Schwarzwald gehen sollten, bei welcher wir erfahren werden, wann wir nach Ischl fahren. Als ich zu Frau Dr. Schwarzwald kam, erklärte sie mir, daß sie in Ischl keinen Matz mehr habe." Das ist nicht der erste Fall, in dem uns ausgesprochen. antisemitisches Verhalten seitens. Frau Doktor Schwarzwald und ihrer Organe zur Kenntnis gelangt. Wenn wir es 'bisher vermieden haben, damit in die; Öffentlichkeit zu treten, so geschah dies in der Hchf- NMtz, daß Frau Dr. Schwarzwald, wenn schon nicht Gerechtigkeitsgefüht,. so' doch wenigstens ihre pädagogische Einsicht zu einem anderen Verhalten bewegen wird. Nun aber können wir nicht mehr umhin, der Oeffentlichkeit mitzuteilen, in welcher Weise von, renommiert pädagogischer Seite die Tatsache der'jiidischen Volkszugehörigkeit als Grund für die Demütigung und Zurücksetzung von Kindern genommen wird, die durch diese Behandlung schwerste Kränkung erleiden und in eine Atmosphäre innerer . Unfreiheit versetzt -werden, die der. Erziehung zu charaktervollen Menschen höchst abträglich ist. Wenn bei Frau Dp. Schwarzwald solche pädagogische Prinzipien einreißen, so wird die jüdische Oeffentlichkeit, die über ihre Jugend wacht, mit alten Mitteln dafür sorgen müssen, baß die Sachs klargestellt und Wandel geschaffen wird. Wir fordern FranDr.Schwarzwald, deren Institutionen auch jüdisches Geld annehmen, nachdrücklichst auf, sich zu diesen seltsamen Vorfällen zu Zerderchstze in FrohrrleiLen. Die gestrige „Arbeiter-Zeitung" berichtet von DeftrvnstraLionen im steirischen Kurort Frohnleiten, die auf das Verhalten einzelner Kurgäste zurückznführen gewesen seien, wobei das Verlangen auf sofortige A u s w e i f m n g aller Kurgäste innerhalb 24 Stunden gestellt wurde. Der Landeshauptmann mußte sich nach Frohnleitei: begeben, um die Beschwerden der. Arbeiter zu prüfen, die sich über den Lebensmittels an kauf durch die Sommergäste und die Kreisüberbietung beklagten. Hierzu wird uns von verläßlicher Seite untgeteilt: > - s ' . Es handelt sich in diesem Falle um eine gewöhnliche antisemitische Hetze, an der Christlich soziale und Sozialdemokraten in gleicher Weise beteiligt waren. Jede andere Begründung ist unrichtig. Schon früher schrie man auf den Straßen jedem Juden nach: Jnd e it hinausso. daß sich niemand reicht sicher fühlte. GeleMntlich einer telepathischen Vorführung kam vs zw Lärmszeneu, die schließlich! einer: antisemitischen Charakter annahmen, den Juden wurden Sessel in den; Weg geworfen und schließlich zwang der Arbeit errat alle Kurgäste, den Ort binnen 24 Stunden zu verlassen. D.ie jüdische Bevölkerrmg warnen wir vor einem BesM FrohnkeitenS. '>;;;; Polizeiliche Mißgriffe. Der in Wien seit 19 Fahren wohnhafte 8?Msrnamr Jaköh Ruthen, Ly. A^irk, Gs-rhardr^gasse 29, wurde bei eurer ZiagIia in einem Ottakringer Kaffeshause von Kolizeiorganen festgenommen, trotzdem^ 'er. mit allennMgen Persotraldokumeu Len sowieeiner; SiaaMKMwfHastserklLrtM-verjD^- war. Er wurbav zuerst bei der Ottakringer Polizei festgehalten, hierauf dem Polizeigefangenhause überstellt, und es dauerte nahezu 48 Stunden, bis er auf freien Fuß kam. Seinem Verlangen, einen: Polizeiorgan vorgeführt zu werden, wurde nicht entsprochen, so daß er nicht einntal in die Lage kam, seine Familie von seinen: Verbleib zu verständigen. Hingegen, hatte er im Arrest die Möglichkeit, sich auf dem Wege des Schleichhandels Zigaretten zu 40 Heller und einen Laib Brot um 8 Kronen zu kaufen. — Man sollte meinen, daß es nicht so lange Zeit brauchen müßte, um die Identität eines Staatsbürgers sestzustellen, der mitgenommen wird, ohne zu wissen, was gegen ihn vorliegt. Die Polizei ist gegenwärtig durch Razzien stark in Anspruch genommen; aber es müßte doch Vorsorge getroffen werben, daß diese nicht in eine amtliche Frei- heitsbeschränkung ausarten. Gegen de:: Mann dürfte der Verdacht des Schleichhandels Vorgelegen haben. Daß dieser aber auch in den Räumen der Polizei selbst seine Stätte findet, bildet ein für unsere Verhältnisse nicht uncharakteristisches Detail. Die nerre Gast-.,rmd Kaffeeharrsspeere. Kaffeehäuser: bis 12 Uhr, Gasthäuser bis 11 Uhr geöffnet. Das Staaisamt für öffentliche Arbeiten verfügt in Ak>- anderung des bestehenden Erlasses der nrcderö'sterreichifchen Landes" regierung: Vom 12. August' angefangen wird die Sperre für Gasthäuser auf 11 Uhr, Kaffeehäuser auf 12 U'h r unter solaenden Bedingungen verlängert: 1. Es darf daZ Ausmaß des Strom- und Gasverbrauches die bisberigen Quantitäten nicht überschreiten, 2. ab 10 Uhr darf Ersatzbeleuchtung verwendet, werden, und zwar nur Azetylen (Karbid). KrmÄgevrmg der bewaffnete« Macht für die Republik. ’ Heute um */r11 Uhr vormittags wird die g e s a m t c bewaffnete Macht von Wien eine Kundgebung fürdie Republik veranstalten. Die ganze Volkswehrgarnison Wiens (mit Ausnahme der Mannschaft, die Dienst hat), die Polizei, die Stadtschutzwache und die Bahngendarmerie werden v o r d e m P a r l a m e n t defilieren. Insgesamt werden ungefähr 10.000 Mann Zusammenkommen. Die Kundgebung wird vom Präsidenten S e r tz, von der Regierung, von Abgeordneten der Nationalversammlung, der Landesregierung und den Landtagsabgeordneten entgegengenommen werden. In den LandeshauptstädtmHtd.Mchgxtlg^.Kundgebmrgen mMssicht, genommen. * Einbrüche. Am 11. d. M.. zwischm 4 und 5 Uhr nachmittags, kam in ' die Wohnung des Isidor G a r d o s, I., Deutschmeisterplatz 4, ein etwa 21jähriger, schwächlicher magerer glattrasierter Bursche und richtete der allein anwesenden Magd die Post aus. daß ein Bekannter, der siedringend zu sprechen wünsche, im Caft Habsburg auf sie warte. Die Magd kleidete sich in gutem Glauben an und eilte in das Kaffeehaus. Sie überzeugte sich, daß der Bursche, gelogen und daß niemand aus sie gewartet hat. Als sie nun, von trüben Ahimngen erfüllt, heimwärts eilte, fand, sie die Wohnungerbrochenund ge p lünd ert. Gestohlen waren: Herren- und Damenkleidungsstücke, Beet-und Leibwäsche, zwei silberne Leuchter, ein silberner Korb, zwei, silberne Anfwärter und andere Wertsachen. Am 11. d. M., nachts, wurde in: KonfektionZgeschäst der- Berta Sitte, X., Platengasse 1, ein Einbruch verübt. Gestohlen wurden Waren im Werte von X 65.000.—. Am 10. d. M., nachts, wurde das photographische Atelier des Otto W a-ss er m an n, I., Stubenring 2, erbrochen. Gestohlen wurden ein Objektiv, Draperien, Teppichvorleger, ein Stück schwarzer Samt, und Gaze im Werte von zusammen X 10.000.—. Ein Einbrecher hat sich offenbar verletzt, da aus dem Tatorte Blutspuren wahrgcnommen wurde«. * Mus jüdische Schrfft imN der Seleulld'enzerk. In der letzten' Sitzung der philosophisch-historischen Klasse der Berliner Akademie der Wissenschaften legte Professor Eduard Meyer eine AbhanMung vor: Die Gemeinde des! neuen Bundes im Lande Damaskus, eine jübis ch e ,S ch x i f f a n s b er .Se-l e u kidenzeit. Die von Schechter 1910 veröffentlichten, in ztve» Handschriften der Synagoge von Kairo gefundenen Schriftstücke sind kein Erzeugnis der Sekte, sondern völlig orthodox. Sie entstammen aus den Kreisen der Frommen, die in scharfem. Gegensatz geger: das helleriisiererche Refonnjndentnm der Seleukidenzert standen und sich um 170 v. Chr., vor dem entscheidenden' Eingreifen des Antiochos Ppiphanes, von der abtrümngen Judenschast Palästinas separierten und als eind Drasporageineinde in Damaskus konstituierten, die den alten Binch der Vorfahren erneuert hat und das nnnnttelbar bevorstehende Kommen - des Weltgerichts und des Mess ras erwartet. Ihre Schriften, eine prophetische, in zwei Redaktionen erhaltene' Mahnrede und ein Gesetzbuch, stehen im engstem Zusammenhang mit den ältesten Bestandteilen des Henvch, des Jubiläenbuchs. durch bestimmt wird. Von besonderer Bedeirtung sind sie ba- und der Testamente der zwölf Patriarchen, deren Zeit dadnrch, daß in ihnen eine rem auf jüdischem Boden verlausen« Entwicklung 'ohne hellemstische Einwirkungen zum Ausdruck gelangt. Auch die dem Danielbnch eigentümlichen, auf parfischen Einfluß znruckgehenden, eschatologischen Anschauungen fehlen irr ihnerr noch völlig. . , ° * WirtschaftsgemeinschafL jüdischerFestbesolÄeter Deutfchösteruvichs, Wien» H.» Caftellezgaffe 31, Tür 11. Den Mitglieder^ steht ein kleines Quantum Herren-, , Damm- und Kinderschuhe bester Qualität zu. Origuml-Fabriks- ' preisen zur Verfügung. -Die Musterschutzes -erliegen bei Herrn 'ArmenraüL em b-e r^g ea'. ifraeMsche Kultusgememde, I., Seiten- ^stältengasfe 2, und bei Fräulein H a j e.k im Palästinaamt, ^11., Zirkusgasse 3s, und werden die Mitglieder ausgefordert, dort! »ihre fixen Bestellungen sofort aufzugcben und möglichst den 'Bestellwert gleichzeitig zu erlegen. - Dke Mhweizer Hilfsalliichk für dde Wieircr Hbchschükep gefährdet. Wir erhalten vom Landesverbände Niederöstev-. reich' des' Wirtschaftsverbcmdes nichtaktiver Offiziere und Gleichgestellter DeutschösterreichS folgende Mitteilung:. Um Jrrtümern Und Mißverständnissen vorznbeugen, bitten wir zu verlautbaren, daß die dem genannten Verband eingeteilte Äftion ,^Iiudierende Kriegsteilnehmer in die Schweiz" mit dar „Schweizer HllfsaMon für die Wiener HochsMle^ keine vier Ztrsailnuercha-ng hat. Unsere Altiou ist so weit gebuchen,,!daß'> -in der nächsten Zeit 200 stttdirr.'nhe st'riegsleil- .sthMsLn. 8vk reib maschinell« ' Reparaturen £M schnell, billig und gut | Franz Josef P©3z, I., Biherstrasse 9< * Wegen Kohlenmangels keine Bevkehesermeite-l vung auf der Westbahn. Die Staatsbahndirektion Wien teilt mit: Die anhaltend äußerst ungünstigen Koblenz us schütze erheischen die weitestgehende Wirtschaftlichkeit im Kohlnu verbrauche, um den Zugsverkehr im gegenwärtigen Ausmaß« tunlichst aufrechterhalten zu können. Es ist daher jedwede B e xi k e h r s e r w e i t e r u n g sowie die FHrung von Sonder« zügen rmd, geteilten Zügen. anläßlich des auf den 15. d. Mi fallenden Feiertages und bis auf weiteres gänzlich ausgv schlosset:, worauf ganz besonders aufmerksam gemacht wird« * Nene Merdevorfchriftsn für FremdenbeherbmrgsbetrLrbi in Wien. Die niederösterreichische Landesregierung hat für den .Wiener Polizeirayon bezüglich der Meldung der.' in den Freurdenbeherbungsbetrieben cmfgerwmmEn Gäste folgendes angeordnet: 1. Irr Hinkunft hat bei der Meldung der Reisenden die nach' der derzeittgen Rubrik .? der Meldezettel für Reisende vorgeschriebene Angabe über das Militärverhältrns zu entfallen, hülgegen soll in einer neu einzuführenden Rubrik Auskunft über die Staatsbürgerschaft der zu meldenden Personen gegeben werden. Gemeinsam mit ihren Eltern einlogierte Kinder sind erst vom zurückgelegten achtzehnten Lebensjahre an abgesondert zu melden. 3. Bezüglich der in'der Meldung (Rubrik 10) zu notierenden Reisedokumente sind auch deren Ausstellungsdaten (Namen der aus-, stellenden Behörde sowie Datum und Zahl der Llusftrtigung) anzuführen. 4. Die sonstigen Vorschriften über die Meüuurg in den Fremdenbeherbungsbetrieben bleiben unverändert mty recht. 5. Dem Vorstehenden entsprechend snrd daher an Stelleder derzeit vorgeschriebenen Meldezettel' für Reisende nepw Formulare auszugeben und zur Meldung ausschließlich zu verwenden. Diese Anordnungen werden hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht und treten am 20. August 1919! in Kraft, von welchem Tage an die derz'eit gebräuchliche,:, Meldezettel für Reisende nicht mehr zur Anmeldung benützt tverden dürfen. Die neuen Formulare werdeir seitens der Staatsdruckerei vom 14. August 1910 an ausgegeben werden! Polizeiliche MeldMlg von Hauptwohrv> «nd Unter» parkeimr in Wien. Die niederösterreichische Landesregierung hat für den Wiener Polizeirayon bezüglich der Meldung von Hauptwohn- und Unterparteien folgendes angeordnet: An Stelle der gegenwärtig für die Meldung von Hauptwoh'n» und Unterparteien vorgeschriebenen Meldezettel jind neu« Formulare auszugeben und zu - verwenden, welche zur Ausfüllung außer den bisherigen noch weitere zwei Rubriken!; zu enthalten haben. Davon soll die eine Rubrik zur Angabe /der Staatsbürgerschaft und die andere, bloß für zugereiste! Personen gültige, zur Anführung der Reisedokumente und de» Äusfertlgurtgsdaten derselben dienen. Zu letzterer Rubrik ist als Anmerkung die Anweisung anzufügen, daß die betreffenden Dokumente womöglich bei der Anmeldung vorzuweisen sind. Die übrigen Meldevorschrifteii bezüglich der Hauplwohn- und Unterparteien bleiben unverändert. Diese Anordnungen werden hiermit zur allgemeinen Kenntnis' gebracht und treten am 20. August 1919 in Kraft, yon welchen^ Tage an die derzeit gebräuchlichen Meldezettel der bezeichnetc», Art nicht mehr zur Anmeldung benützt werden dürfen. Drei nerren Formulare werden seitens der Staatsdruckerei Vvrrp 14. August 1919 an ausgegebe^r werden. * Verbot von Filmvkfmchmen. Im EinverrMmen' mil dem Vollzugsausschuß' 'der Soldatenräte Wiens und 'dem. Landessold ateurate wurde angeordns't: Von nun äb ist jedwede Art von Filmaufnahmen ärarischer 'Gebäude, militärische^ Gerätschaften usw., ebenso' wie die Ueistellrmg von Wehrmännern zu derlei Ausnahmen'. pnter allen Umständen anA ^nahmsbos verboten.: . * Doppelselbstmord. Gestern nachmittags sind in de: Wohnung des Bankbeamten Konstantin W.. XVIII., Kloster^ gaste, Herr W. und die 29jährige Fabrikantenstochter Marie Sh in Mariahilf wohnhaft, tot aufgefunden worden. Dm Erhebung^ zufolge liegt ein Doppelsrlbstmord vor. Konstantin W., de, 31 Jatzre zählt, ist verheiratet; seine Familie weilt zmzeit mis dem Lande. Marie I. ist die Tochter eines Bijouterie warenfabrikantm. .Das Mädchm war seit gefter» 10 Uhr abends aus der elterlichen Wohnung verschwundm. Her: I. begab sich zum Polizeikommistariat Währing und machte Mitt teilung vom Verschwinden der Tochter und seinem Verdacht, daß stz in der Wohnung W.'s weile. Eine Kommission begab sich sofort m das HanS und ließ die Türe gewaltsam öffnen. Den Eintretendev schlug durchdringender Gasgeruch entgegen. Eintretend, gewahrtm si> auf dem Bodm liegend Konstantin W. und Marie I. Sie lagen auf dem Rücken und hatten sich Polster untergelegt. Daß eiv Doppelselbstmord vorliegt, ist offenbar; denn die Hähne der Bratröhre, des Gaskochers und des Gaslusters standen offew! Um fick ernzuschlüfern, haben augenscheinlich Konstantin W. un- Marie I. vorher je eine Flasche Kognak geleert. Die leeren Flasche:, und die. Glas er standm auf dem Tische. Abschiedsbriefe fanden sich .-nicht vor. Letzte Nachrichten. K Die ungarische Regierung fordert die Verhaftung der in Deutschösterreich internierten Kommunisten. B u d » v e ft, 12. August. (Uno. Tel.-Korr.-Bur.) Im heutigen Mmisterrate teilte Jusiizminifter S z a S z q mit» daß die Staatsanwaltschaft gegen Bela Kuu und Genoffen das strafrechtliche Verfahren eingeleitel und die notwendigen Schritte unternommen habe, um die Auslieferung der nach Deuts.ch» ö st e r r e i ch g e s l ü ch t e t e n K v m m u u i st e « zu erwirken. Die W i e n e r P o l i z e i-< dire'krion wurde ersucht, die intern n reuten Kommunisten in Haft zu setzen und festZNstellen, welche Kommunisten autze, den bereits, internierten noch nach Deutschösterreich geflüchtet sind. Schließlich teilte der JufttzMaister mit, daß die Staatsanwältschaft auch gegen ave Mit-i Flieder der gewesenen R-nteregierung das strafrechtz liche Verfahren eingeleitet hat und daß deren Ber« Haftung im Zuge sei.

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