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Wiener Morgenzeitung · 1919-08-12 · Heft 203 (12.8.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 203 (12.8.1919)
Date
1919-08-12
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr 203 Wien, Dienstag Ministerrat in Bukarest. Bukarest, il. August. (Tel.-Komp.) Die Agentur Dacia meldet: Die in Bukarest zurückgebliebenen Minister sind linste unter Vorsitz .des Mmisterpräsidenicn B r a t i a n u zur B esprechun g der Lage zusammen getreten. An dieler Be« catung haben auch Rumäniens ehemaliger Gesandter in Petersburg D i a m andh und Bintila B r a t i a n u, der Bruder tzes Ministerpräsidenten, teilgenonnnen. Polnische DffensiVe ' gegen die Bolschewiken. ■ Daint-Germai«, il. August. (Korr.-Bur.) Der „Matin" meldet:Unv ölt stä;rdige radiotclegraphische Meldungen besagen, daß die polnischen Truppen von Minsk auS eine h e f.r i g e' O -f f c n s i v e g e g e it d i e Bols ch e w i k e n begonnen hatten. Sie sollen starke Trirpp'm-rml vielArtillerie zur Verfügung haben. Angeblich wurden bereits beb e u lende Forts ch r itte gemacht. Das Blatt deutet cm. daß es sich möglicherweise um einen e n t s ch e i d e n d e n S ch lag gegen den Bolschewismus, handle. Entwaffnung der bulgarischen ALmee. Paris, 11. August. (Fmckivr. des Korr.-Bur.) Aus Bukar e st wird gemeldet: Die französischen Truppen, die sich bisher in der Dobrudscha befanden, sind nach Bulgarien a b' g e q äugen, um die bulgarische Armee zu c n tw a ff s neu. 0 Verfahren gegen den Ex-Kaiser. . Die englische Wochenschrift „Law Journal" (Juristen-' Zeitung) schreibt: Die gegenwärtige Stellung Wilhelms vonHohenzollern ist rechtlich die eines Privatmannes deutscher Nationalität der. in Holland wohnt, sonst nichts. Wenigstens ist dieser Standpunkt für das Verhältnis zwischen Holland und den Alliierten allein maßgebend. Gegenüber Deutschland mag er ein politischer Flüchtlma sein, aber auch darüber läßt sich 'streiten. Die Frage rst mm, wie, nach welchem Grundsatz oder unter welchem tonenden Vorwand dieser Flüchtling aus Holland heransgcbracht werden kann, wenn die niederländische Regierung — wie es sehr' wohl tun könnte — sich weigert, ihn ansznliescrn. Ein Verlangen nach Auslieferung kann nicht gestellt werden von Staaten, die weder nach dem Gesetz noch durch einen Vertrag einen Rechlsgrnnd haben, nach benst , sie Holland zwingen können, den Flüchtling den Alliierten zu überliefern. Holland könne es. tun, aus freien Stücken/ oder wahrscheinlich unter dem Druck überlegener Gewalt. Einen anderen Sinn könnte die Auslieferung nicht haben. Politische Verbrecher sind von scher in allen Ausliesernngsocrträgcu ausgeschlossen worden. Aber selbst wenn. der Er-Kaiser kein politischer Verbrecher wäre — er ist es —, so könnte' -nur Deutschland das Verlangen . nach Auslieferung an .Holland stellen. Selbst die armselige Lage dieses Staates aber scheint diese letzte Demütigung ausznschließen. Es, kann auch nicht geleugnet werden, daß der eiuzusetzcnde Gerichtshof ein außerordentlicher wäre und es gibt keinen Rcchtsgrnndsatz, der nicht durch die Einsetzung eines solchen Tribunals ini Namen der Gerechtigkeit verletzt würde. Die RhemrepubMr. Dr. Dorten in Paris. Frankfurt a. M.» 11. August. (Korr.-Bur.) Der ^Frankfurter Zeitung" zufolge erfährt der Rheinische Nachrichtendienst aus unbedingt zuverlässiger Onelle über Holland, daß Dr. D v r t en m der vergangenen Nacht in Paris eingetroffen ist, um über einen n e u e n V e r s u ch zur A u s r u f u n g d e r R e p u a1i k R h e i n l am d zu verhandeln. Tiroler Landesnotgeld. Innsbruck, 11. August. (Korr.-Bur.) Der Tiroler Landesrn: hat in seiner heutigen Sitzung ,beschlossen, Landesnotgeld auszugcbcn, um dem bestehenden Mangel an Scheidemünzen abzubeifen. Es werden Scheine zu 10 Heller bis,zum Betrage von 2 Millionen Kronen,' Scheine zu 20 Heller bis zu dem gleichen Betrag und Scheine zu 50 Heller bis zum Betrage einet: halben Million ausgegeben. Die Ausgabe dieses Notgeldes ist binnen vier Wochen zu erwarten. Kleine Nachrichten. Innsbruck, 10. August. (Korr.-Bur? Am Samstag um ft llhr früh kam auf dem Wege vom Birkkar zur Kaltwasser- Spitze i>n Karwnrdelgebrrge nördlich von Innsbruck beim Ueberschreiten eines Scbueefeldes der Breslauer Professor P u ch st ins Rutschen und stürzte 800 Meter lief-gegen den Ahornboden ab, wo er zerschmettert liegen blieb. Die Leiche ist ' von einer Expedition bereits geborgen worden. Berlin, 11. August. Wie das „8 Uhr-Abendblatt" meldet, erfolgte die Flugzeugsendung von Wertgegenständen des ehemaligen Königs von Sachsen durch den Prinzen von W i c b,, dem ehemaligen Fürsten von Albanien. Derselbe weilt zurzeit in der Schweiz und sei von Freunden veranlaßt worden die Wertgegenstände auf diese Art Verwandten in Schweden überbringen zu lassen. Versailles, 11. August. Nach der „Chicago Tribüne" beträgt die Zahl der noch m Frankreich befindlichen amerikanischen Truppen ungefähr 100.000 Mann. Gayvilla, I I, August. (Funkspr., des Korr.-Bur.) Aus L o n d o n wird berichtet, daß die britische Regierung Lord G r e y den Votschasrerposten in Washington angeboten habe. Graz» 11. August. Der ehemalige Kommandant des dritten Korps, Eduard S u c c o v a t y, hat gestern früh aus Trübsinn durch einen Revolverschuß S e l b st m o r d verübt. Berlin, 11. August. (Korr.-Bur.) Wie die „B. Z. am Mittag" aus Kopenhagen zu denk Versuche des f r ü Here rr Königs von Sachse n, einen großen Wertbetrag auf dem Luftwege aus dem Lande zu schmuggeln, erfährt, beträgt der Werttnhalt der beiden abgeworfenen Pakete m e h r c r e Millionen Kronen. Ein Perlenhalsband allein wird auf K 700.000 geschätzt. Petersburg» 11. August. (Funkspruch.) Ein Dekret des Rates der Volkskommissare bestimmt, daß hinküustig die Belieferung der Landbevölkerung mit Jndustrieartikeln nur im A u 8 k a u s chw e g e gegen Produkte der Landwirtschaft, und zwar durch das Berteiluugskommisfariat stattzufinden hat. Haag, 11. August. „Daily Herald" Meldet aus New-Aork: 10.000 bis 50.000 Neger in C h i c a g o sind dem H n n g e i» tode preisgegeben. Sie sind in dem „Black Belt", dem „schwarzen Gürtel" Chicagos eing e s ch l o s s e n. Weißen ist es verboten, diese Zone zu betreten und'den Schwarzen ist es verboten, sie zu verlassen. Seit einigen Tagen wurden den Netzern keine Nahrungsmittel geliefert. Die Lage der Schwarzen ist verzweifelt.- Berlin, 11. Angust. In der Filiale der Dresdner Bank in der Landsbergstraße wurden in der Heit vorn Samstag bis beute morgens aus einem crbrocheilen Tresor 95.000 Mark bares Geld und Wertpapiere. im-Betrage von mehreren hmdcrtausend Mack entwendet« rvi. uv_ca’r.T.'^. Wiener Morgenzeitmtg 12. August 191» Seite 5 Tagesbericht. Wenn man über Lundenburg reift .... Die Leiden, die man bei einer Neiss über Lundenburg auszustehen hat, schildert ein Reisender in der „Tribuna" folgendermaßen: Ich fuhr am Samstag den 10. v. M. von Wien um 7 Uhr morgens ab. Der Zug war überfüllt. Er bestand aus 20 oder 22 Waggons. In Hohenau wurden wir von eiuenl dentschösterreichischen Kontrollor kontrolliert. Die Kontrolle war nicht viel wert, denn die Herren Beamten kontrollieren oder auch' nicht, je nachdem sie gelaunt sind. Endlich nach 1 Va Stunden setzt sich der Zug in Bewegung, man weiß nicht, weshalb er stehen geblieben war und warum wir jetzt wieder fahren, aber wir fahren. Bezeichnend ist, daß die Organe-mit uns sehr anständig verfuhren. Urn M12 . Uhr mittags fahren wir in Lundenburg ein. Kommandoworte von allen Seiten: „Niemand durf aussteigen", „Die Türen dürfe» nicht geöffnet werden." Ich Litte einen Legionär, der vor der Tür unseres Waggons steht, mir zu erlauben, daß ich mir eine Erfrischung am Büfett) kaufe. Er sagt nichts, macht aber als ob er nichts dagegen hätte. Ich öffne die Türe, aber schon fliegt ein zweiter Legionär an den Waggon und ruft mir zu: „Die Türe zu, man darf nicht aussteigen.". Es beginnt die Kontrolle. Etwa ,40 Menschen, Frauen und Kinder, werden von 4 bis '6 Soldaten über den Bahnhof durch einen unterirdischen Gang in den Nevisionssaat abgeführt. Koffer, Reisetaschen, alles' wird durchsucht, durchwühlt, um geworfen, gedrückt. Proteste der Reisenden, AmtSgesichter und schonungslose Handlungsweise der Kontrollore, Drohungen. Dann kommt die Leibesvisitation. Die Leute ziehen sich aus, alles wird gründlich durchsucht: die unschuldigsten Zeitungen fliegen unter den Tisch, ebenso Geschäftsbriefe, mit einem.Worte, alles. Die Herren Kontrollore haben keine Zeit, alles zu lesen und doch könnten Leute bolschewikische Literatur oder anstatt der gestatteten 20 Kronen vielleicht sogar 30 bis 40 Kronen herüberbringen.. Dagegen warten einige Pascher auf ihre Leute, un^mit gemeinsamer und unteilbarer Hand Hnnderttausende herüberzupaschen. Endlich ums 4 Uhr .kommt die Reihe an mich) ich schwitzte . also schon 41/4 Stunden rm Waggon. Ach rufe einen Träger und gebe ihm mein Gepäcks „Warten Sie aus mich im Revistonssaal." Ich kenne schon die Kontrolle und habe darum alle Taschen entleert.-Ich komme zum Revisionssaal, suche den Träger, er ist nicht da. Endlich finde ich ihn an einem Orte im Bahnhof. „Wohin fahren Sie?" fragt er. „Nach Brünn." — „Da fahren Sie nur etwa 5 Uhr. Haben Sie etwas in den Reisetaschen?" — Nein! Ich muß aber inden Revisionssaal", sage ich; darauf er: „Aber wozu, das ist nicht notwendig, ich werde Ihnen Ihr Gepäck zum Brmmer Zuge bringen." Ich ztveifle und glaube es nicht, wie sich nachher aber erwies, hätte er recht.-Ich! denke darüber nach, wozu denn dieses Schikanieren der Leute, wenn' man es' so. umgehen kann. Ich übergebe meinen Paß'. Habe Visa. Deutsche,, deutschösterreichische, jugoslawische, polnische, ukrainische, rumänische Das letzte Visum war deutschösterreichisch. Die Amtsstampiglie bei der Grenzüberschreitung Grußbach 17. 7. nach Deutsch- österreich. — Die Stanipiglie bei der Rückfahrt 19. 7. Lundenburg unter dem polnischen Stempel und' eine Seite zurück. Was das für einen Sinn hat, weiß ich' nicht, allein die Wege der Anordnungen sind unerforschlich l Ein bekannter Herr sagt mir am nächsten Tage: „Weißt Du, wanrr ich' an die Reihe kam? Um ^7 Uhr abends, es war dies der letzte Wagen." Also 6% Stunden im Waggon eingesperrt bei Hitze, ohne Speise und Trank von 7 Uhr früh, — nur darum, weil der Reisende über Lundenburg in die tschecho-slowakische Republik fährt. Die Verlegung der Kafseehaussperre. Die Verordnung übcr die Erlaubnis, als Ersatzbeleuchtung in den Kafseehäusern Karbid (Azetvlen) zu verwenden, dürste noch beute erscheinen, so daß jene Cafts, die bereits Karbidlampen besitzen, heute schon disMitternacht offen halten dürften. Der Trick der Bahnhofdiebe. Bon der .PolizeiinspeMon Westbahnhof wurde am 5. d. M. der 23jährige Hilfsarbeiter Franz Mail, 16. Bezirk, Seeböckgasse 26 wohnhaft, verhaftet, weil er einem Fahrgast ans dem um 6 Uhr abends abgehenden Persvnenzug einen Reise korb mit Wertsache« gestohlen hatte und ihn wegschaffen wollte. Dein Matl wurden mehrere andere gleichartige Diebstähle, die er gemeinsam mit dem 21jährigen Hilfsarbeiter Wilhelm Hamernit und einem etwa 20jährigen Burschen, der Max R. heißtverübt har. 'Die drei Gauner gingen in folgender Weise vor: sie lösten Fahrkarten für den Lokalzug, warteten aber auf dem Bahnsteig ans den um eine Stunde später abgehenden Personenz-ng, der auf dem Geleise bereit stand und Fahrgäste aufnahm. Hier spähten sie dann im Zuge nach Fahrgästen, die keinen Sitzplatz mehr erhielten und in den Seitengängen stehen mußten. An sie machten sie sich heran. Einer aus der Bände machte das Anbot, dem Fahrgast einen Sitzplatz im Zuge zu' verschaffen. Damit lockte man, gewöhnlich Hamernik, den Fahrgast mit seinem Gepäck aus dein Waggon. Ein zweiter und dritter ergriff das Gepäck und auf Ja. und Nein waren alle drei mit den Koffern und Körben im Gewirr der Uebevftillung verschwunden. Die Gauner bestiegen den Lokalzug, für den sie Fahrkärven gekäst hatten, und verließen den Zug in einer der nächsten Stationen, mit ihrer Beute. Diese wurde dann zu Geld gemacht und geteilt. Mat wurde dem Lauoesgerichde eingeliefert. Die Ausforschung seiner SpießgMlM',i!t-im.!Luge. ' maschinell- Größte Auswahl! Billigste Preist! 640 „Biberftraße 9. Verhaftung des Mörders Fuchs. Wie berichtet, bat Polizcikonnnissär Dr. Maurer des Polizeikommissaciates Ottakring einen sehr umfangreichen Brotkart c n s ch w i n d e l anfgedeckt, der von einer ganzen Bande betrieben wurde, die. Brotkarten gestoblen, sie mit allerlei Behelfen auf ersnndeue Namen, ausgesüllt und das damit bezogene Brot im Schleichhandel itttt K‘6.— bis K 12.— verkauft hatte. Dr. Maurer stellte fest, daß der Schwindel das Welk der sogenannten „Fuchsplatte" war, an deren Spitze der 25jährige Hilfsarbeiter Johann Fuchs stand, der am 8. Juli im Casv Ritsch den Pnasterergehilfen Karl Weimvurm erschossen und den Kutscher Thomas Indra durch einen Schuß schwer verletzt hat, Während ein großer Teil der Bande verhaftet wurde, war Fuchs,flüchtig. Gestern abends wurde Fuchs z u sp ci t e r S t n n d e verhaftet. Er wohnte bei seiner Schwester Leopoldine Czerny, XVI, Deinhardtstringasse 17, und sah eben im Halbftock. zum Fenster hinaus, als der provisorische Wachmann. Billoimtzky vorbeiging. Der Wachmann, der ihn persönlich von Amtshandlungen kennt, sah sogleich, daß der Mann beim Fenster Fuchs war. Er wurde von Fuchs nicht bemerkt und zog sich rasch zurück, um nicht gesehen zu werden. In Eile verständigte er die Wachmänner Alfred Rosenberg und Schlei'nzer und Oberwachmann Brnnnhanser. Sie eilten zum Hause, während Billowitzky sich heranschlich und den Revolver zog. und mit der Waffe m der Hand stehen blieb. Die drei Wachen gingen durch einen butteren Eingang in das Haus und klopften im Halbstock an der Türe Nr..9. Ein Komplice' Fuchs' öffnete ahnungslos. Die Wachen überrannten ihn und eilten ins Zimmer. Der Komplice eilte ihnen nach und zertrümiiierte absichtlich die Lampe. Es war vollkommen finster. Fuchs lief zum Fenster, als er sah, daß seine Verhaftung drohe. Er wollte vom Fenster springen. Als er aber unten den Wachmann, Billowitzky mit drohend vorgehaltcnem Revolver sah, ergab er sich ohne Widerstand. Fuchs wurde zum Konunissariate Ottakring gebracht und vonOberkommiffär Dr. Maurer einvernommen. Er gab den Brotkartenschwindel zu und behauptete, den Pflasterer Weinwurm am 8. Just im Caffö Ritsch bei Teilung dcr Beute aus dem Brotkartenschwindel im Zustande dcr Notwehr erschossen zu haben. Wcinwnrm hat ihn selbst mit dem Revolver bedroht und deshalb sei er ihm nur zuvorgekommeu. Fuchs wird dem Landesgerichte erngeliefert werden. _ * .Die Eröffnung der Schiffahrt auf der Donau. Admiral Sir Ernest T r 0 u b r i d g e, kommandierender Admiral auf d?r Donau und Präsident der interalliierten Donaukommission. hat sich von'Wien nach Budapest begeben und wird sich daselbst anfhalten, um die reguläre Schiffahrt auf der Donau zu organisieren und zu eröffnen. Sobald die von der Regierung Bela K u n s gelegten Minen entfernt sein werden, wird die Schiffahrt auf der Donau ausgenommen werden, worauf der Transport von dtahrungsiNittcln und Material zur Linderung der Not sowie der Reiseverkehr der Bevölkerung und der Warenaustausch in normaler Weise wie vor dem Kriege wieder vor sich gehen können. Admoral Troubridge erwartet,' daß sich in Budapest seine anrerikanischen, italienischen und französischen Kollegen von der „Futeralliierten Donankommission" emfindeu werden. * PersouttlnachrirthLen. Kanzlei - U r b erst e d l n n g. Die, Kanzlei des Rechtsanwaltes Herrn Doktor Nisan Goldstein besindet sich setzt in Wien, 1., Landesgerichtsstraße 5. Telephon 4845/VI. * Zlvilklerdev für Heimkehrer. Ansuchen von Heimkehrern um Beteiligung mit Zivilkleidcrn sind beim Kriegsgefangenen- und Zivilinterniertenamt in Wien, V!., Gnmpcndorfcrstraße 1, anhängig zu machen. * Wiederzulassung gestrichener « Aerzte zu« Praxis. In einer Sitzung der Wiener Aerztekammer wurde kürzlich eine Eingabe zweier rbemaliger Wiener Aerzte vorgelegt, in dcr die Kammer um Unterstützling des Ansuchens um neuerliche Promotion zic Doktoren der gesamten Heilkunde beim Profefforenkollegiuni gebeten wird. Nach längerer Aussprache wurde auf Antrag der DoktorenG r ü n und Jahn beschlossen, bezüglich des einen Arztes ein Gnadengesuch an das Professorenkollcgium einzureichen. Bezüglich des anderen Falles wurde dagegen beschlossen, von einem Gnadengesuch "abmsehen. jedoch dem Profesiorenkolleginm nlitzuteilen, daß mit Rücksicht darauf, daß die strafbaren Handlungen ihre Sühne gefunden haben, die Aerztekammer gegen die „Venia pvaclicandi“ nichts einzuwenden habe. * s^lirchtig. Ans L a.i b a ch ist der 22jährige Bankbeamte Rudolf C e r a r .nach Verübung größerer Betrügerein flüchtig geworden. — Aus Z n r i ch ist der 28jährige Kaufmann Karl D.u b - B ü t t n e r ans Warnsdorf in Böhmen geflüchtet., Er wird wegen bedeutender Betrügereiclk und ivegen leichtsinnigen Bankerotts steckbrieflich verfolgt. — Ein Mann, der sich fälschlich Jakob M a x nannte und für einen Großkapitalisten ans Frankfurt a. M. ansgab, hat einem Münchener Juwelier mit einem gefälschten Scheck nnd einer Barzohlnng von 2800 Mark einen Brillanlrmg und cme Brillantbrosche im Werte von 95.000Marl entlockt. Er scheint Kellner zu sein. * 40.000 fronen unterschlagen. Am 9. b. M. erstattete der Konnnandant der Troßstaffel Vl der Trainkaferne m Meidling, Rittmeister Karl G r e s e r, dem Polizeikommissariate MeidlingdieAnzeige, daß derRechnnngsuuteroffizierseiuerAbteilunL der 33jührige Johann Krippner, Xll., Hanvtstraße 7? wohnhaft, seit dem 6. d. M. unter Mitnahme der Kaffenschlnssel verschwunden sei. Da ein Duplikatschlüffel nicht vorhanden war und di, Kaffe daher nicht geöffnet werden konnte, ließ sich ein Abgang nicht feststellen. Heute vormittags wurde nun Rittmeister Greser telephonisch an gerufen. Eine Stimme, die sich alsKrippnei vorstellte, machte dem Konunandanten Aiitteilung, daß der Sprecher den ganzen Inhalt 'der Kaffe, etwa & 40,009, veruntreut habe. Dann läutete der Sprecher ab. Woher dcr Anru! gekonnnen ist, ließ sick nicht Nachweisen. Bald danach,kam zu Rittmeister Greser ein Dienstmann «'und brachte die Kassenschlüffel. die Krippuer gesendet hat. Bei Oeffuung der Kasse wurde nun wirklich der Unterschlnf festgestellt. Krippncr ist flüchtig. Sem, Ausforschung ist eingcleitct. Vereinsnachrichten. (R a ch r i ch t e n v 0 n B e r e i n e n e r s ch e i n e n t, 0 it nun au st e t s am Tage d e r V e r a n st a l r u n g.) Heute: .; , .. Zionistische S.e k t i 0 n fnrdie w' e st l i « B ezirk e. Um 8 Uhr abends zwanglose Zujammenluust de, Mitglieder im Easö Westmünstvr. — Jüdischer T ur nv e r e i n M a k t a b i, W i e n. XVII. (Ilmgjüdische Sektion.! Um V»8 llhr abends Bortrag des Herrn Dr. S t e i u b e r g j „Was wollen wir vom jungiüdischen Menschen?" ~ Z i vn i st i s ch e B e z i r k s s e k t i 0 n Brigittenau (Jngcndgruppe.) Unr 7 Uhr abends Bereinsabend. Referent :-canck -msck. Jäcaues Schwarzbrot: ^Der Judenstaat, von Schreib Leopold Sleiichart, Wien, I

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