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Wiener Morgenzeitung · 1919-08-09 · Heft 200 (9.8.1919) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 200 (9.8.1919)
Date
1919-08-09
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien« Samstag Wiener Morgenzeitung Der Umsturz in Ungarn. Wie der Monarchistenputsch vorbereitet wurde. (Bon unserem Vudapester Korrespondenten.) . „Die Revolution in Mitteleuropa wächst uns über den Kopf!" Diesen Ausspruch Clemenceaus hat mir jüngst ein hoher Entente funktionär inr Verlaufe eines Gespräches über das ungarische Problem mitgeteilt. Die Worte des „Tigers" lösen vollends das Rätsel, das uns der plötzliche Ruck nach rechts in Ungarn auf-- tzibt. Denn, wer die Verhältnisse in Ungarn kennt, wird wissen, daß die Mehrheit der Bevölkerung sich jetzt sicherlich nicht hu-ehr nach der Wiederkehr djer> habsburgischen Lotterwirtschaft zurücksehnte, ob diese nun durch Karl oder durch Josef repräsentiert wird. Als in den letzten Oktobertagen die erste Stichflümme der Revolution in Ungarn zuerst aufflackerte, taten dies die damaligen Urheber des Umsturzes nicht zuletzt aus dem Grunde, weil sie «»nahmen, daß das Verschwinden der Habsburger Dynastie, der Helfershelfer derHohenzollern, die Stellung des Landes gegenüber der Entente ganz bedeutend erleichtern werde. Damals mochten die Männer an der Spitze der ungarischen Revolution gewiß recht gehabt haben. Die Entente und Clemencean an ihrer Spitze haben die revolutionäre Stimmüng in Mitteleuropa geschürt und vor allem Michael Karolyi begünstigt, der den Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie beschleunigt hat. Damals kam aber auch die Revolution der Entente sehr gelegen. Doch nicht allzu lange haben die'angeblichen Sympathien in Paris und London für die Revolution in Mitteleuropa angehalten. Die Entente 'stieß Karolyi zur' Seite, ließ das Chaos in Ungarn bis zur bvlschewikischen Köpenikiade ausarten und verhandelte unterdessen längst wieder durch Mittelspersonen mit den Sprechern der verkrachten ungarischen Oligarchie, mit dem Grafen Julius Andrassy und dem Kartoffelschieber Prinzen Wind ischgraetz. Dabei aber ließ sie auch den Erzherzog Josef, der mit geheuchelter Feierlichkeit dem Habsburgertum den Rücken kehrte, durch einen eigens dazu bestellten amerikanischen Kapitän in Budapest beschützen, der. nicht nur Josef von HabZburg allein, sondern auch seine Familie vor den Uebergriffen der Bolschewiken bewahrte. Nun, da der Bolschewismus in Ungarn den Todesstoß erhalten hat, geht Clemenceau, der, Pseudvrepublikaner, daran, auch die letzten Reste j^jver Erfolge zu vernichten, die selbst der erste Umsturz in Budapest und Wien gezeitigt hat. Doch er vergibt sich nichts dabei, der' gute Clemenceau, wenn er den wyalistischen und antisemitischen Scharfmachern zur Verwirklichung ihrer Bestrebungen verhilft. Hält er sich doch schön behutsam im Hintergrund und schiebt die Engländer vor. Sie sind ja Royalisten und können' es, ohne ein Odium auf sich zu laden, ruhig wagen, Ungarn in ein Königreich rückzuverÄändeür und die mit Blut geschriebene Geschichte der letzten neun Monate Mit einem einzigen Federstrich wieder ungeschehen zu machen. Und so hat denn das schwergeprüfte Ungarland wieder, weil es so den Klügeleien , der Entente, entspricht, eine royalistische Roßkur durchzumachen'. 'Warum man sich in Paris so sehr beeilt hatte? Die Antwort hierfür wird sich jeder selbst geben können, der das von . Selbstüberhebung strotzende Verhalten der Rumänen seit ihrem Einzug in Budapest beobachten konnte. Es war kein Gerücht, nein, eine Tatsache, die ernst werden sollte, daß die Rumänen durch fortgesetzte Schikanen die ausgehungerten Ungarn unter Vermittlung der Spielhöllengrasen zur Personalunion mit Rumänien zwingen wollten. Das ging dem Herrn Clemenceau doch zu sehr auf die Nerven und so beschloß er, früher, als er es ursprünglich mit.den Engländern vereinbart hatte, der Revolution in Ungarn den Todesstoß zu versetzen, um «nicht nur jdort die Reaktion wieder in.den Sattel zu heben, sondern mit diesem einen Schlage auch die Sozialisten der Ententestaaten tödlich zu treffen. Es hat den Anschein, daß ihm dieser verwegene Streich keineswegs vorbeigelingen wird. h. p. Die Bildung der neue« Regierung. Verhandlungen in Wien. Gestern vormittags traf der gewesnte Justizminister Wilhelm Vazsonyi in Wien ein und begab sich ins Hotel Sacher, um mit Lovaszy zu konferieren. Ernst Garami fuhr mit Bazsvnyi bis Feldkirch, verließ dann dort den Schnellzug und stieg in den Sonderzug der deutschösterreichischen Friedensdelegation ein, um mit seinem alten Parteigenossen, dem Staatskanzler Dr. Renner, zu verhandeln. . Garami fuhr nach seinem Eintreffen in Wien ins Hotel Sacher, wo die Beratungen zwischen Lovaszy, Vazsonyi und Garami andauern. * ' / Abends wird uns gemeldet: Die Verhandlungen zwischen Lovaszy und Garami haben;>! Diner Einigung geführt, da Garami sich auf den Standpunktstellt, daß er jede Restauration des abgevirtschäfteten monarchistischen Systems aufs entschiedenste ttrhorresziere, Er protestierte dagegen, daß unter dem Schutz« »er neuen Negierung eine systematische Judenhetze s» Budapest veranstaltet werde u.nd erklärte, daß ' ihm von utt in Budapest weilenden sozialdemokratischen Führern die DUttetfüttgzugekommen sei, daß die Arbeiterschaft iber die Betrauung des Erzherzog 'Josefs mit der Regentjtfcait auis fcotif.it? erbittert sei. Falls Lowaszy; uiächlich darau deule, ein ftoctfttiousmiiitftcrium zu schatten, pä lllle Parteien der AtVölkerUnL »BllÄ iS müsse er wenigstens den grundsätzlichen Forderungen der Arbeiterschaft, die sich nicht nur aus den industriellen Kreisen, sondern auch aus der Landwirtschaft rekrutieren, entgegenkommen. » i Interessant ist die Tatsache, daß der monarchistische utsch weniger von Szegedin und Wien als mit Zuimmung französischer Funktionäre von Graz aus betrieben wurde. In Tobelbad, einem Bade in der nächsten Nähe der Landeshauptstadt Steiermarks, wurde schon seit längerer Zeit ein Komplott monarchistischen Charakters gegen.die ungarische Räterepublik und in der letzten Zeit gegen' das Kabinett P e i d l vorbereitet. Dort führte vor allem Smzrecsanyi das große Wort. Er hatte ständige Kuriere, die den Erfolg der jeweiligen Verhandlungen nrit der Entente nach Szegedin und Wien weiter zu übermitteln hatten. Es ist bezeichnend für Szmrecsanyi, daß er, um seinerseits ungestört seine gegenrevolutionären Machenschaften ausführen zu können, die deutschösterreichische Staatsbürgerschaft erworben hat. Selbstverständlich haben auch in Tobelbad die ungarischen Grafen und Gentrhmänner die Politik gleichsam als Nebengeschäft und das Hazardspiel als Hauptbeschäftigung betrieben. Auch der ehemalige Justizminister Vazsonyi nahm bei seiner Besprechung mit dem Kandidaten für hie Ministerpräsrdentschaft Ungarns Lovaszy in scharfer Weise dagegen Stellung, daß die von Erzherzog Josef gleichsam mit militärdiktatorischen Rechten' ausgestatteten Generale dem neuen Regime eine allem Anscheine nach nicht sehr demokratische Richtung geben wollten. Vazsonyi p r o t e st i e r t e mit ebensolcher Entschiedenheit gegen die von der wieder freigegebenen klerikalen Heupresse veranstalteten Stimmungsmache zu 'Judenverfolgungen, die nicht so sehr kn der Hauptstadt, als in der 'P r o v i n z Widerhall finden. Uebrigens verlautet 'kn unterrichteten Kreisen, daß in den nächsten Tagen bereits der wxgen der korrckpttomstifchen Karwfsel-Skandal'afsTre berüchtigte Prinz Windisch gr ätz, einer der inttmsten Freund« des Exkaiser Karl, sich nach Bu dopest begeben werde, um einen innigeren Kontakt zwischen der verbannten Hofkamarilla und Erzherzog Josef wieder herzustelle». Die ungarische Regierung gegen die Pogrome. Gin Aufruf Friedrichs. Bichapest, 8. August. Das Ungarische Telegraphen- Kvrrespondenz-Bureau meldet: DaS Amtsblatt veröffentlicht folgende Proklamation des Ministerpräsidenten Stephan Friedrich: An das Publikum! Mit Befremden und Empörung erfahre ich, daß die in der Regierung Ungarns eing'etvetene Wendung, welche das Volk des Landes Überall mit freudvollem Empfinden der Befreiung von sozialer Willkür ausgenommen hat, einzelne, ja selbst auch Institute und Aemter durch willkürliche Ahndung des Bolschewismus und unter dem Vorwand dieser Ahndung durch konfessionelle und Rassenverf vlgnngen zu mißbrauchen versuchen. Die neue Regierung, welche sich eben die Aufhebung des bss aufs äußerste getriebenen Klassenkampfes und des damit verbundenen Terrors zur Aufgabe machte, kann keinen Augenblick die Fortsetzung der Willkürlichkeiten, welche das verschwundene Rätesystemso sehr gebrandmarkt haben, dulden. Die für die Verbrechen des bvlschewikischen Systems verantwortlichen Personen fallen unter die Bestimmungen des Strafgesetzbuches. Sie werden für ihre rechtswidrige» Handlungen büßen, doch darf ( diese Ahndung nicht. Gegenstand unverantwortlicher individueller Gerichtsbarkeit sein, noch weniger kann sis als Vorwand bienen zur Anzettelung konfessioneller und Klassenkämpfe, welche vor der gebildeten Welt unseren moralischen.. Wert herabmindern könnten, wo wir doch alle uns zur Hebung desselben zusammenraffeu müssen. Aus all, diesen Gründen verbiete ich jede gesellj schaftsfeindliche Betvegung, jede Willkür und jede Störung der Ordnung. Ich verbiete, daß unter dem Deckmantel der Verfolgung des Bolschewismus Private oder Gruppen das Leben, die Gesundheit oder das Vermögen von wem immer angreisen. Gegen jene, welche dieses Verbot und' damit gleichzeitig die Bestimmungen unserer Gesetze verletzen, wird die Regierung mit der vollsten Strenge Vorgehen. Die pflichtvergessenen öffentlichen Beamten werden ihrer Stellen sofort enthoben, die an den Ausschreitungen teilnehmenden Studenten aus sämtliche« Instituten ausgeschlossen. Ich berufe mich auf die eigensten Interessen der ungarischen Nation,, indem ich jedermann bitte, die neue Regierung in ihrer Tätigkeit nicht zu stören, sondern bestrebt zu sein, sie mit allen Kräften zu unterstützen. Die ausländische Presse Über Ungarn. Amerikanische «nd englische Blätter gegen den Monarchistenpntfch. London, 8. August. (Tel.-Komp.) Mehrere Londoner Blätter nehmen Stellung gegen die Ernennung des gewesenen Erzherzogs Josef zum Inhaber der höchsten Gewalt in Budapest. Die Blätter erblicken darin eine Gefahr für die demokroüsche Regierungsform. Ungarns und sehen darin einen Gewalt st reich reaktionärer Gesinnung. y Hierzu meldet die „Times", daß vor; seiten Englands im Hinblicke auf Ungarn bereits vor Monaten mehrfache Pläne in Erwägung gezogen wurden und daß schon damals eingrhend der Plan besprochen wurde, Erzherzog Josef zum König von Ungarn einzusetzen. Die Entente, die angeblich für die Demokratie kämpft, hilft und unterstützt nunmehr nur den ungarischen Adel und arbeitet dadurch gegen die Ergebnisse der ungarischen Revolution. Paris, 8. August. (Tel.-Komp.) Pariser Blätter melden, daß man ln manchen Konferenzkreisen die Proklamation deS Erzherzogs Josef zum Inhaber der höchsten Gewalt in Ungarn unangenehm empfinde. Die Amerikaner besonders erklären, daß das Auftreten der Vertreter der Alliierten in Ungarn Ausgesprochen konterr? v i) Di t i c •{ v fei und daß es die d'>".asti scheu Absicht?!: der früher in Ungarn herrschenden feudalen Kreise unterstütze. AuÄ die. Mimwücken MätteL belassen. itä la.lt ausickließM , 9, August 1919 'Nr/M mit dieser Angelegenheit. „News Rottendamsche Courant* bezeichnet die Regentschaft des Erzherzogs Josef als einen; Schachzug 'dev Entente gegen Rumänien, gleichzeiteg wird diese Ernennung als der erst« Schritt zur Wiederherstellung» ■ der Habsburgermonarchie angesehen. Der .Sieg der Entente gegenüber Oesterreich-Ungarn sei zu vollständigals daß sie sich es entgehen lassen würde, alle ihre bezügli Mer; früheren österreichisch-ungarischen Monarchie bestehenden Plan» zu verwirklichen. Die Entente habe schon wiederholt Interesse daran gezeigt, daß die alte Monarchie in der Form, einer- Donauyronarchie wieder auslebe. Der Haager „Nieuwe Courant schreibt: ES bestehen, keinerlei Zweifel, daß hinter diesem Manöver sich reaktionäre A b s i ch t'e n verbergend Schon wiederholt hat die französische Regierung Absichten zur Wiederherstellung der Donaüföderätion unter Führung eines Habsburgers gezeigt. Man kann sich jedoch keine Donau* föderatton ohne Böhmen und Jugoslawien denken, wenn sie auch schon Deutschösterreich, Ungarn und Rumänien, dessen König auch nicht mehr sehr festsitze, -umfassen würbe. „Der Stern der Habsburger steigt." Prag, 8. August. (Tel.-Komp.) In einem 'Artikel über den Umsturz in Ungar» im Abendblatt des „Pravo Lidu" heißt es unter anderem: Wiederum steigt der Stern der Habsburger auf. und viele Leute freuen sich darüber. Wir fürchten nichts für unsere Nation. Wir haben in den neun, Monaten viel Zurückhaltung bewiesen, nun müssen wir den monarchistischen Elementen gegenüber auch Festigkeit zeigen. Wenn sich um uns herum die Reaktion ergeben, wenn alle verjagter Monarchen und ihre Kreaturen ihre Rückkehr feiern würden, - so wirb unsere tschecho-slowakische Republik wie eine Insel aus Granit dastehen, auf der alles derartig^ Unkraut beseitigt wird, das' etwa noch zurückgeblieben ist« Die demokratische Republik, oder der Tod! Sie gratulieren. Budapest, 8. August. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Dem Erz» Herzog Joses geben aus allen Gescllschaftsschichten massenhaft Glückwünsche zu. Im Lause des heutigen TageS empfing sowohl der Erzherzog wie auch der Ministerpräsident, eine Anzahl vo^ Deputationen, darunter Vertreter ches LandeSindustrikveremes sonne eme Abordnung der Direktion und der Geschäftsleitung der ungarischen Staatsbank. (Die offizielle Mache arbeitet bereits mit Dampfbetrieb. , Ungarische Pressefreiheit. Einstellung aller Blatter. Budapest, 8. August. - lUng. Tel.-Korr.-Bur.) Minister» Präsident Friedrich hat heute auf Vorschlag der B e v t r e t e r d c r P r e s s e l!!) eine Verordnung erlassen, welch» das Erscheinen sämtlicher Pceßvrodukte, also auch von Tages« blättern, Zeitschriften, Wochenschriften und Flugschriften bis auf werteres verbietet. Diese Maßregel ist infolge des Papiermangrls notwendig geworden. Für die Dauer des gegenwärtigen Zustandes wird das Amtsblatt »Budapests Kozlorch* zweimal täglich erscheinen und im nichtamtlichen Telle das Publikum über die wichtigeren Ereignisse informieren. Rumänien gibt nicht nach? Bukarest, 6. August. (Funkspruch der Tel.-Komp.) ,Siityrul" erklärt in Besprechung der Möglichkeit, daß die°Entente wegen der erfolgten Besetzung Budapests durch die rumänischen Truppen einen Druck ausRumänien ausüben könnte; dieser würde auf die Forderungen Rumäniens keinerlei Wirkung habest. Selbst die Entente müsse einsehen, daß auf dipliomatischem Wege eine Regelung der Verhältnisse irr Ungarn unmöglich war. Die Besetzung Budapests mußte erfolgen, um die drohende Gefahr zu beseitigen. Wenn di« vom rumänische» Oberkommando an Ungarn gestellten Wasfenstillstandsbedingungen für zu hart gefunden werden, kan» sich Rumänien auf die ihm tat Friede» von Bukarest auferlegten noch härteren Bedingungen berufen. ' Rumäniens Gier. Bolmar, 8. August. ' (Funkspruch.) Aus PaM wird berichtet: Das von den Rumänen an Ungarn gestellte Ultimatum hat bei den kleinen Nationen große Bestürzung hervorgerufen. I Die Erklärungen der Vertreter Rumäniöns «t Paris, daß die Rumänen bloß die Einhaltung der Bestimmungen des Waffenstillstandsvertrages der Alliierten von Ungarn erzwingen wollen, wird angesichts des. Ultimatums allgemein als lächerlich bezeichnet. Verhaftete Arbeiterräte. Amsterdam, 8. August. Die „Times" meldet aus Budapest: Der rumänische Militärkommandant gibt' bekannt, daß 82 vornmunistische Arbeiterräte von den Rumänen in Schutzhaft genommen wurden. 2 Arbeiterräte, die sich mit Heu Massen in der Hand widersetzten, wurden erschossen. Budapest ohne Zeltrmgert. Budapest,. 8. August. Nunmehr ist auch, die letzte Budapester Zeitung eingestellt worden; die „Nepszava"- kan» infolge Papiermangels nicht mehr erscheinen. Als einzige offiziöse Ausgabe werden täglich die Nachrichten des ungarischen Telegraph'enkorrespondenz-BureauS verbreitet, die sich lediglich auf die Nachrichten beschränkt und kommentarlos diese dem Publikum zur Kenntnis bringt. ' Italienische LebensmittelansHilfe für Budapest. Bon der italienischen Mission wird der „Korrespondenz Herzog" mitgeteilt: So rasch als es möglich lvar, hat die italienische Militärmission eine Aktion zM Linderung der desolaten Lage in Ungarn und der großen Lebensmittelnot in Budapest emgeleitet, und es ist schon heute daselbst der erste Hilfszug mit Lebensmitteln eingelangt, welche General Segrö als erste Hilfsaktion für die notleidende Bevölkerung bestünmt und welche vom Obersten Romanelli, dem Delegierten der italienischen Mission, in Birbapest, entsprechend werden verteilt werden. Die erste Sendung besteht aus 20.000 Kilogramm Zwieback, 3000 Kilogramm Reis, 3000 Kilogramm Mehl, 3000 Kilograuun Bohnen, 2080 2>Jöiejft Ä1000. DMn DivLcks,

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