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Wiener Morgenzeitung · 1919-08-03 · Heft 194 (3.8.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 194 (3.8.1919)
Date
1919-08-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 194 _ " Wien, Sonntag _ Wiener MsrgesrzeiLrmg Telegramme. Washington und der Friede. Gaiut-Gevmain» 2. August. (Korr.-Bur.) Nach dem «Petit Journal" hat der neue amerikanische Bevollmächtigte Polk gegenüber Berichterstattern erklärt, die Senatskommission/ für auswärtige Angelegenheiten werde a m 15. A u g u st ihren Bericht vorlegen. Man könne amrehmen, daß hie Debatte 14 Tage bauern, werde, so daß die Ratifizierung am 1. September vollzogen werden könne» Erweiterte Vollmachten der EnLschLdigrmgs-- kornrrriffion. Salnl-Gerrnair», 2. August. (Korr.-Bur.) Nach der -Chicago Tribüne" haben die Vollmachten der Entschädigungskommission der Friedenskonferenz eine bedeutende Erweiterung erfahren. Die Finanzsektion und die Verwaltung der Marinetransporte wmden angewiesen, an die Ent-- schädigungskommifston zu referieren. Die Finanzsektion soll bestehen bleiben, bts der internationale Wirtschaftsrat mid die Entschcidigungskommissio« endgültig, errichtet sein werden. Die Wahlen in Frankreich. Saint-Germain, 2. Anglist. (Korr.-Bur.) Nach dem «Matin" bat Ministerpräfident Clemencean de« Präsidenten der Budgetkommission in einem Gespräche nntgrteilt, daß die Wahlen in Frankreich wahrscheinlich am 26. O k t o b e r stattfinden werden. Einführung der Bigamie in Frankreich? Saint-Gerrnaln» 2. August. (Korr.-Bur.) Im „Paris M i d i* erklärt Maurice deWalesse, das einzige Mittel, m» die Zukunft Frankreichs zu retten, bestehe in der Einführung der BigamieK (Wenn auch dieser Vorschlag deS Boulevardblattes nicht e!rnst zu nehmen ist, ist er doch charakteristisch fützdie Bevölkernngskrise in Frankreich. Die Red.) Maffenverhastungen in Liffadon. Liffabon» 2. August. (Reuter.) Infolge von Hausdurchsuchungen m den Arbeitervierteln wurden über 200 Berh aft«n gen vorgenommen und eine Menge um-, stürzlerischer Propagandaschristen beschlagnahmt. Keine Ausbreitung des englischen Kohlenarbeiterstreiks. Saiut-Germatn, 2. August! (Korr.-Bur.) „Daffy Mail" meldet aus dem englischen Kohlenarbeiterstreikgebiet, daß der Streik nickt weiter um sich gegriffen habe. In Dorkshrre sei alles ruhig und btc Bergarbeiter hoffen, daß irgend etwas erfolgen werde, das ihnen die Rückkehr zur Arbeit ermöglicht. Der Gedanke an ein Referendum über die Annahme oder Ablehnung des Regierungsvorschlages gewinne an Bode«. Der Generalstreik in Basel. Basel, 2. August. (Tel. der „Wc. Morgenzeitung".) Die Arbeiter des. Gaswerkes beschlossen, trotz Ermabmmgen ihrer Vertrauensmänner, die Arbeit, n i e d e r z u l e g e n. Der Betrieb kann nur mt wenig Personal ausrechtethalten werden, so daß die Gasversorgung auf das geringste reduziert ist und die Wahrscheinlichkeit bevorsteht, daß die Gas.s lammen nicht, mehr brennen werden, weil der Gasdruck zu gering ist. Die Zahl der Toten bei dem Zusammenstoß am gestrigen Tage betrug zwei, die der Verletzten fünf. Die Regierung hat zahlreiche Truppen zusammengezogen. Zürich» 2. August. (Schweiz. Dep.-Agent.) Die Delegiertenversammlung der Züricher Arbeiterunion hat einstimmig beschlossen, die Basler Genossen zu unterstützen und Freitag um 12 Uhr mittags die Arbeit niederzulegen. Es verlautet, daß es zu einem allgemeinen A u s st a n d in der Schweiz kommen wird. ZnLermationale Sszialistenkottferenz ist Luzern. Lrrzerrr» 2. August. (Schweiz. Dep.-Agent.) Die hier zusammengetretene internationale Sozialistenkonferenz bauert voraussichtlich bisz« m 10. August. Die Konferenz besaß,t sich vor allem'mit folgenden zwei Fragen: Internationale politische Lage und Wiederherstellung der Internationale. Bis letzt find von folgenden Ländern Delegierte angemeldet: Großbritannien, - Frankreich, Niederlande, Dänemark, Ukraine, Tschecho-Slowakei, Georgien. Rußland, De'utschösterreich, Palästina, Deutschland, Armenien, Bulgarien, Italien, Luxemburg, Litauen, Schweden, Lettland, Norwegen, Portngal und Spanint. " Tumrel Dovers-Calais. Parks» 2. August. (Korr.-Bur.) Die von dem Minister filr öffentliche Arbeiten ernannte Kommission zur Errichtung eines Tunnels unter dem Aermelkaual sprach sich für die V e r w i r k l i ch u n g des Unternehmens aus. Die franzöfische Vereinigung für die Unterseebahn, die Konzessionär!» des Unternehmens ist, wurde ermächtigt, mittels des neuen technischen Dnrchstfchverfahrens' Versuche zu unternehmen. Ex-Kronprinz Aupprecht von Bayern stellt sich einem bayrischen Staatsgerichtshof. München» % August. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Der ehemalige Kronprinz Rupprecht von Bayern hat an den Präsidenten des bayrischen Landtages ein Schreiben gerichtet, in dem er sich erllärt, daß er unter keium Umständen einem außerdeutschen Gerichtshof Rede und Antwort stehen werde, daß er sich aber jedtHeit einem bayrischen Staats- Gerichtshof stellen wolle. AnterstaatSsetzretÜr Dr. Heinemann gestorben. Berlin, 2. August. (Korr.-Bur.) Der UnterstaatSfekretär deS preußischen Justizministeriums Dr. Hugo Heinemann ist heute gestorben. Der Dockarbeiterstreik in Le tzckrre beendet. , , Saint-Germain» 2. August. (Korr.-Bur.) Die Dockarbeiter von Le Havre haben die Entscheidung durch ein Schiedsgericht angenommen, woraus dieÄrbeit wieder ausgenommen wurde.' Der Streik der Versichernnas, angestellten ist beendet. Die Afghanen gegen Indien. 440 Meilen vorgerückt. — Fort Kaffir belagert. Moskau, % August (Funkfpr. des Korr.-Dur.) Die Operationen der Afghanen gegen Indie«, die wegen des Ramasans zeitweilig achten, sind nun mit voller Kraft wieder ausgenommen worden. Unterstützt von indischen Emgeborenenstämmen, sind die Afghanen gegen Südostck mehr als hundertvierzig Meilen vorgerückt, die englischen Truppen haben sich gegen den JndnS zurückgezogen. Fort Kaffir wird von den Afghanen b e - 'lagert. Selbstmord des Gsneralkonfnls Marrrlg. Zürich» 2. August. (Schweiz. Tel.-Agent.) Der österreichische Generalkonsul Ernst M a u r i g Ritter v. S a r » f e l d verübte aus Gram über das Schicksal Oesterreichs Selbstm o r d. Seine Gattin ging mit ihm freiwillig in den Tod. ein, zionistisches Fort, das sichtbarer als irgendwo ein Wahrzeichen der Universalität der neuen jüdischen Volksbewegung ist! Im Großen: Oft kam Herzl nach Paris, nm dem klugen, welterfahrenen Freunde und Genossen das Wnden unh Wachsen der zionistischen Organisätion, die Erfolge und Enttäuschungen seiner Politik, die Pläne und Absichten der zionistischen Leitungen unterbreiten. Herzt srug in schwierigen Situationen um die Meinung und bat um Rat. Nvrdau wog ab, wußte oft Bescheid und legte beim Urteilen in die Wagschale seine Logik und.seinen Verstand, gepaart mit der Liebe und der Hoffnung für die Volksbewegung. Froh waren beide wenn ihre Ansichten harmonierten. Und das geschah oft. Aber nicht selten neigte Nvrdau nicht zu der Mffassung des Führers. Er hielt auch dann nicht mit der Meinung zurück, baß er die Lage oder den strittigen Schritt anders ansah; manchmal genau so, wie das engere Komitee, das Herzl in Wien umgab und das gar nicht selten sich weigerte, Ja und Amen zur Herzlfchen Auffassung zu sagen. ° Der nächste, der innerste Kreis um Herzl trennte sich' dann in einer wichtigen Frage von ihm. Nordau gegenüberfttzend widersprach Herzl. Er war draufgängerisch, verteidigte seine Meinung, eilte mit dem Plane, wollte .sich nicht Zeit Lassen, sah visionär in die Zukunft unö schätzte dabei Menschen urch Dinge und Ereignisse nicht immer so ei«, wie die anderen, die auch zu urteilen berufen waren, es taten. Mit allen Argumenten konnte barm Herzl den vorsichtigen Nordau nicht Überzeugen,' fand in ihm den unnachgiebigen, gleich seinen Gegenredner, sah seine Gründe an der steinharten Wand der »Hirnarbeit Nordaus zerschellen — und Herzl mußte nachgebe«. Verlangte aber der Führer das höchste Opfer, so uuterrvarf sich der Aeltere und übernahm die Last der Verantwortung, -ohne sie gewollt zu. haben, und schwieg auf Angriffe, die. ihm nicht tzebützrlvn. Denn tz war M Soldat j$> der Reihe. / Hirrdsnburg — Führer der Alldeutschen. Berlin, 2. August. (Korr.-Bur.) Der »Lokalanzeiger" meldet: Generalfeldmarschall v. Hindeyburg wird sich nach einer Mitteilung des preußischen Abgeordneten Klingemann, nachdem er ins bürgerliche Leben übergetrettn ist, der deutschnationalen BolkspartN anschließen.und in ihr eine führende Rolle übernehmen. Räuberischer Aeberfall in Dortmund. Dortmund, 2. August. (Korr.-Bur.) Heute mittags wurden Beamte der Zeche „Hansa", die 575.000 Mark Löhnung?gcld von der Reichsbank geholt hatten, in einem Wagen von bm jungen Burschen überfallen, die ihnen Pfeffer ln die Augen st r e u 1 e» und ihnen de» Koffer mit der genannten Summe e n t r i s s e u. Die Räuber entflohen in einem bereitgehaltenen Automobil. Die allgemeine Amnestie in der Tschecho-Slowakei. Prag» 2. August. (Tschecho-slow. Preßbur.) Durch die alte österreichische Regierung wurde die Aboliüon der Strafhandlungen versprochen, die' von Personen; welche den Militärdienst angetretcn haben, bis zum 18. August 1914 verübt worden waren, insofern für sie keine schwerere als eine fünfjährige Freiheitsstrafe verhängt worden war. Ausgeschlossen warm die Fälle, wo die Strafhandlung nach dem 48. August verübt wurde, oder das Urteil nach Antritt des Militärdienstes Rechtskraft erhielt. Nun wurde durch eine Entschließung des Präsidenten der Republik die Amnestie auch auf alle diese Fälle ausgedehnt. Iamyol «ad Dratzlaw von den Ukrainern genommen. Der Ukrainische Pressedienst meldet Ms Kamenrtz- P o d o l 8 k: Der entlang der Bahnlinie Schmeringa—Odessa zwischen Bug und Dnjestr begonnene Vormarsch der ukrainischen Truppen, der bei Mohilew-Podolsk begann, macht gute Fortschritte. In einer Woche wurden mehr als 50 Kilometer zurückgelegt und Jampol am Dnjestr sowie Br atzlaw am Bug genommen. Auch im Norden wurden neue Angriffsversuche der dort konzentrierten bolschewikischen Streitkräfte in der Richtung Proskurow-S t a r o k o n st a n t i» o w znrückgeschlagen. Der rumLnische Vormarsch. Bukarest, 2. August. (Funkspr. der Tel.-Komp.) Das Rumänische Preßbureau meldet: Heeresbericht des rumänischen Großen Hauptquartier vom 1. d. M. Ostfront: Unsere Truppen, die bei S z e n t e s die Theiß überschritten hatten, find nach der Besetzung von C s o n g r a d bis Kiskunfelegyhaza vorgerückt. Andere Truppenverbände haben den Vormarsch aus der Linie Jaszapot i—I asladanh— A b o n y ausgenommen und setzen t^tt fort. Eine Menge Kriegsmaterial fiel in unsere Hand. Wir machtenzahlreiche Gefangene, die sich größtenteils freiwillig ergaben. Westfront: Die Kämpfe am Dnjestr habe» nachgelaffen, zahlreiche Ueberläufer kamen in unsere Stellungen. ' Eidesleistung in Budapests Budapest, 2. August! (Ung. Korr.-Bur.) Die Mitglieder der Regierung versammelten sich heute nachmittags im Präsidium des Zentralarberterrates, um denEidzuleitzen. Hierauf versammelten sie sich zu einem Mimsterrat. Um 4 Uhr nachmittags hielten die Vertrauensmännerkorporationen sämtlicher Arbeiterberuse Besprechungen über die politische Lage ab. In der. Versammlung der Vertrauensmänner des Verbandes der ungarischen Eisen- und Metallarbeiter sowie sämtlicher Fabriken dieses Faches, an der über 8000 Vertrauensmänner triluahmen, referierte Siegmund K u n f y über die politische Lage, worauf die Versammlung ohne Debatte den Regierungswechsel zur Kerintnis nahm. Die Versammlung beschloß. diePolrtikder Negierung zu unterstützen. Aehnliche Beschlüsse faßten die BertrauenZmämiersorporationen j aller übrigen BerusSzweige. .. ' N 3. August 1919 Seite § t' ... .. > .i .1CTU.I.IMI J Ul »IM, Ein^esendet. 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In den gestrigen Nachmittagsstunden ist nach' vorher-) gegangenen Verhandlungen mit der deutschösterreichischen Re«( gierung Bela Kun. mit einigen anderen Mtgliedern deri Räteregierung — ohne Tibor Szamuekh —ip Wiech am Ostbahnhof mit einem Dondertrain aus Bruck eingetroffen.j Drei Polizeiauiomobile brachten sie ins Polizeipräsidiums wo sie einem eingehenden, mehr als einstündigem Verhöre unterzogen wurden- Es wurde ihnen dabei mitgeteilt, daß die beutschösterreichische Regierung beschlossen habe, ihnen das Asylrecht zu gewahren, daß sie aper jedenfalls interniert, respektive konfiniert werden müssen. Bela Kun und Genossen fügten sich dieser Anordnung. Sie wurden hierauf in Automobilen zur Bahn gebracht, von wo sie in ihren Fnteruierungsort abreisten. Der Ort ihres Aufenthaltes wird aus! Gründen der allgemeinen Ruhe und, um die Jnterttierteni vor Anschlägen zu schützen, geheüngehalten. Die Fahrt Kuns vom Ostbahnhof zum Polizeipräsi-s dium und dann vom Polizeipräsidium zur Rordwestbahn. i erregte, da niemand etwas davon wußte, in der Stadtj nicht das geringste Aufsehen. In den Abendstunden hatte bte* Polizei ein größeres Wacheaufgebot konsigmert, um even-j tnelle Ansammlungen, die auf die Nachricht der Anwesenheit Kuns entstehen könnten, zu verhindern. . .] Dienstag nachmittags wollen die Kommunisten vor de^ Rathause eine „Protest"-Versammlung veranstalten. * Wie die „Korrespondenz Expreß" meldet, siind außer Bela Kun Bela V a g o und Dr. Eugen Landl e r, heute auch! die ehemaligen Bottsbeauftragten Eugen V a r g a, Josef P o g au y, Julius L en gy el und Siegmund K uns i mil ihren Familien in Wien eiugetroffen. Amtlich wird verlautbart: Die beutschösterreichische RegierunA hat auf Wunsch der neuen ungarischen Regierung einer Reihe von Volkskommiffärm der jetzt gestürzten ungarische» Räte-! regieruna, darMter auch Bela Kun, sowie einer Anzahl ihrer! Angehongen den Aufenthalt in Deutschösterreich gestattet, um 0 vermeiden, daß ihr weiteres Verbleiben in Budapest Anlaß zrt Ruhestörungen und unnötigem Blutwer-, gießen geben könnte. Es ist jetzt das dringendste Jntereffe für! Deutschvsterreich, daß der neuen Regierung in Budapest - keine inneren Schwierigkeiten erwachsen und daß sie das Werk des! Wiederaufbaues ungestört. und ohne Erschüttemngen durchführen kann. In diesem Wunsche weiß sich die deutschösterreichische! Regierung eins mit den verschiedenen Vertretern der Entente in! Wien. Um ihr aber vollkommen freie Hand zu lassen, wurde die Aufnahme der Volkskommissäre an die Bedingung knüpft, daß sie hier keinerlei p o l i t i s ch e P r o p a-j aanda betreiben dürfe» und da.st sie sich einerKousiniernna un 1 erwerfetii müssen. Auch 'wird ihr Aufmthcckt hier nur! so lange dauern, bis Ungarn in der Lage ist, sie wiederum in! Ungarn aufzunehmen. Für den Fall jedoch, daß sich ,iu der! - Zwischenzeit irgendeine innere oder äußere Schwierigkeit für! Deutschösterreich infolge der Asylgewährung ergeben sollte, hat sich, die deutschösterreichische Regierung die Bewegungsfreiheit vor-! behalten, um jederzeit die notwendigen Verfügungen für dl« Wahrung der eigenen Interessen treffen zu. können. * Wie die „Korrespondenz Expoft" von zuständiger Stelle er»i fahrt, lehnt es die Szegediner Regierung ab, die sozialistische Regierung anzu-j erkennen, da sie es mit ihrem Standpunkte für unvereinbar! halt, mit einer Regierung, an der führende Männer deS komm»-! nistischen Regimes wie Agoston, Garbai, Dovschak und anderej teilnehmen, in Berhandlmigen emzutretm. Hingegen ist die Szegediner Regierung bereit, wegen Bildung einer Kosntious-! regierung zu verhandeln. . Der verbotene Rucksackwerkehr. Seit gestem wird die Ueberwachung des Rucksackverkchres auf den Wiener Bahnhöfen mit verdoppeltem Eifer betrieben. Bei den Ausgängen aller Wiener Bahnhöfe stehen vier-und.sechsfach Posten von Bolkswchrleüten mit Gewehren, welche jeden Reisenden. der einen Rucksack oder Reisekoffer mitbringt, zur Auswcisleistung auffordern. Sobald in dem Rucksack oder Koffer Lebensmittel enthalten find, wird der Betreffende zur Revision m das Lokal der Finanzorgane' geschickt, wo ebenfalls Fuuküonare der Bolkswehr anwesend sind. Alle staaüich bewirtschafteten Lebensmittel, insbesondere Mehl, Fett, Butter und Milch werden den R e i s e n d e n ,a b g e n o w m en, ohne daß die betreffenden Personen irgendein Entgelt dafür erhalte». Hiebei kommt cs oft zu erregten Szenen. ~ Was die Mitnahme von Lebensmitteln von Wien nach den Sommerfrischen betrifft, so wird hierbei ein genereller Transportscheiu verlangt, der von den magistrattschm Bezirks- Lnnern bei Borwcismiades auülicheü Eiukauffchemes. deS Wiener, Meldezettels und deS Meldezettels der bet"steLde»SoM»yft'iM . aussMüt Md. '_

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