Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 193 (2.8.1919)
- Date
- 1919-08-02
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4. Wien, Samstag Wiener MorgenWitunK /2. August ISIS $&7l93i Der Umsturz in Ungarn. Die Ursache des RüchtriLtes. Eine detaillierte. Schilderung. Budapest» 1. August. (Korr. Erpreß.) Der Beschluß die Räteregirrung zum Rücktritte zu bewegen, war bereits am' Donnerstag .deu 3t. Juli. 7 U&t abeuds gefaßt worden. Es fand im Gutenberg-Heim eine Sitzung des Rates Gewerkschaften statt, an der von jeder-Gewerkschaft der Präsident und der Sekretär teilnahrtzen. Jakob Weltner erstattete über das Ergebnis feiner Verhandttmgen mit Oberst Cunningham und dem Prinzen Livio Borg he s'e Bericht und teilte mit, daß die Entente n i»ch t geneigt sei, die Blockade zu mildern, sondern im Gegenteil sie noch verschärfen werde. Schon inn Donnerstag haben italienische Abteilungen Sei H a i n b urg,/ Bruckund Wiener--Neustadt die Grenze besetzt, uat die Absperrung hermetisch zu machen. Der Vorsitzende der Versammlung ' gab hierauf eine Darstellung der verzweifelten militärischen Lage und teilte mit, daß die rumänischen Truppen bereits 40 Kilometer vor Budapest stünden und. stellte den Antrag, die Näteregierung möge zuriickLreten und die Macht, einem sozialdemokratischen Ministerium übergeben. Dieser Antrag wurde mit 93 gegen 3 Stimmen angenommen. . Von diesem Beschlüsse wurde Bela Kun verständigt. Kun beries noch am- Abend eine Sitzung der Volksbeaustragten ein, m welcher.' auch der Vorstand des Gewerkschaftsrates teilnahm und welche^ die ganze Nacht hindurch dauerte. Die Mitglieder der Räteregierungunterwarfen sich dem Beschlüße des Gewerkschaftsrates. Für Freitag um 11 Uhr vonnittags wurde eine neuerliche Sitzung cinbemfen, in^ k welcher der formelle Rücktritt der Regierung kundgegeben werden v ordne snr das tsevwt des vn sollte.' Jn^ dieser Sitzung bekämpften die Kommunisten den 1 werteres dcw ft r engste S t a n d-r e ch t Rücktrittsbeschluß, würden aber nnt großer Mehrheit überstim.mt. Nachmittags um 4 Uhr fand eine Sitzung des Rates der Fünfhundert statt, in welcher der ehemalige Dolkshxauftragte fite Justiz Dr. Zoftan Ronay den Rücktrittsbeschluß verkündete und > die Äste der neuen Kabinettsmitglieder empfahl. Nach einer kurzen Rede Bela Kuns wurde der Antrag angenommen. Die Stadt war vollkommen ruhig, in den Straßen,, die. mit rot-weiß-grünen. Fahnen geschmückt sind, patrouillieren starke Abteilungen.-. Die neue Regierung erließ außer einem in französischer' Sprache abgefaßten Manifest an die Nationen. Europas eine Proklamation an das ungarische Volk. — Aus eine Anfrage -- wurde mitgcteilt, daß Bela Kun, Bela Vago und T'.bor Szamuelysich noch in Budapest aushalten. - Wie der Korrespondenz Expreß weiter gemeldet "wird, begab sich Jakob Weltner Freitag um 11 Uhr vormittags mittet' Auto nach Wien, wo er gegen 10 Uhv"abends eintraf. Er begab sich mit deur Gesandten Wilhelm B ö h mzu Oberst Cunninghame, und Mterbreitete ihm den Vorschlag, die Entente möge den Vormarsch der Rumänen einstellm, die Blockade aushrben und die neue RegierMg anerkennen. — Wie verlautet, ist bereits au das rumänische Armeekommando die Weisung ergangen, dm Vormarsch gegen Budapest einzustellen. Ern Aufruf an das Volk. Budapest, 1. August. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Die neue Regierung wendet sich an die gesamte BevölkerMg des Landes im Wege der Arbeiterräte aller Dörfer, Gemeinden, Städte und Komitate telegraphisch mit folgendem Aufruf: „Der regierende Rat ist infolge dcr mit der Entente gepflogenen Verhandlungen zurnckgetreten. Die Ncgierungsgewalt haben die alterprobten Führer der.Arbeirergewerkschaftm übernommen. Jeder Arbeiterrat bleibt auf seinem Platze. Jeder selbstbewußte Arbeiter wd Bürger wache über Ruhe nnd» Ordnung. Mit den Vertretern der Entente werden die notigen Verhandlungen, die zum Abschlüsse des Waffenstillstandes führen sollen, in die Wege geleitet. Jeder Zusammenstoß ist zu vermeiden. Wir bitten die' gesamte Bevölkerung des Landes,, die Negierung in der Ausrechterhaltuug der Ordnung mit Ruhe und Geduld zu unterstützen.. Die-Wiederaufrichtung des aus tausend Wrmdeu blutenden Landes, die Schaffung des Friedens' und 'die Sicherung der Ernährung' der BevölkerMg sind Aufgaben, die die RegierMg nur bei Ausrechterhaltung der Ruhe und rDrdnung erfolgreich lösen kaum. Die Regiemng zählt die Lösung dieser Fragen zu ihren ersten' und wichtigsten Aufgaben und bittet die gesanüe Bevölkerung des Landes eindringlich, Ruhe zu bewahren Md die weiteren Verfügungen der Regierung mit Verträum abzuwartm. Warum die ungarische Näteregierung Schiff- , bruch erleiden mutzte. Eine Erklärung im Fentral-Arbeiterrnt. . Budapest, 1. August. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Der Budapests Zentral-Arbeiterrat hielt heute eine Sitzung ab, die ' vom Vorsitzenden B i e l m a n n um 3 Uhr nachmittags eröffnet'! wurde. Nach einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden ergriff- Zoltan R o n .a i das Wort Md gab in längerer Rede ein Bild . der heutigen Lage. Redner führte aus: Das ungarische Proletariat. rechnete, als es sich auf dm Standpunkt der Proletarierdiktäiur stellte, auf drei .Umstände: Es glaubte an d i e r a s ch e, Ausbreitung der W e l t r e v o l u t i o n, e ß:: rechnete auf einen raschen Vormarsch der russischen Armee und auf die revolutionäre O p f e r b e r e i t s ch a f t des luiga» rischen Proletariat s D i e s e V o rbedingungen trafen n r ch tr n btw: Maße z u) wie. wirerwartet' haben. Das^ Proletariat der'westlichm Staatm stellte sich nicht mit» der erfordert lichen Kraft. auf dm Standpunkt des Proletariats der Räte- 1 republik. Die Zentralleitung der französischen Gewerkschaften schob den für 21. Juli d. I. in Aussicht gestellten Streik vorläusig auf, als ihnen Clemenceau hinsichtlich der Abrüstung, des'Ausbleibens der militärischen Intervention gegen die Räterepubliken und bezüglich der Milderung der Teuerung Versprechungen machte. Das russische Heer hätte mit Merhörtm Schwierigkeiten 8», kämpfen Md so schreitet der Vormarsch der Russen nicht so kräftig vor, daß er unseren Kampf wesentlich unterstützt hätte. BedeutendeTeiledesffngarifchenProletariats waren rricht bereit, fürdieWe ltrevolution vielarößereOpfer z.n b rin g en als die Maffe des westlichen Proletariats. Unter solchen Derhältniffen kämpfte die kleine nngarische Räterepublik ihren gigantischen Kampf gegen den mächtigen Ententeimperialismus und so entwickelte sich die Lage dahin, daß heme vorübergehend die Entente dm Sieg errungen hat. Das Starrdrecht in Budapest. Brrdapest, 1. August. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Kriegsminister H a u b r i ch erließ als-Diktator der Stadl Budapest folgenden Aufruf: „Ich ordne für das Gebiet des vierten Korps bis auf weiteres das strengsteS t'a n dr e ch t an. Wer die Ordnung stört, plündert oder meinem Befehl nicht gehorcht, wird auf der Stelle erschossen. Ich setze die Sperrstunde für 8 Uhr abends an. Nach */z9 Uhr abends dürfe» sich auf der Gaffe nur die Angehörigen der Brachialgewalt aufhalten. Die ■ dienstfreien Angehörigen der Röten Wache und der Roten Armee habm sofort in ihre Kaserneu einzurücken." In der States herrscht m n st erh aste M.-uh-e und Ordnung.; Ein Aufruf des itaLienifchen Gesandten. >- Budapest, 1. August. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Der Chef der in Budapest weilenden italienische« Miütärmission G. R o man e l.l i erließ heute folgmdm Ausmf: /Als einziger hier weilender Vertreter der Entente, mit welcher die gegenwärtige Mgarische RegierMg freundschaftliche Verhältnisse aufrcchtzuerhalteu wünscht, ermahne ich die Bewohnerschaft von Budapest und des ganzen Landes zur- Rühe und Ordnung. Ich fordere sie auf, alle Verfügungen der gegens artigen Regierung strengstens einzuhalten, damit die Ordnung sowie die Sicherheit des Lebens und Eigentums in .vollstem Maße ausrechterhaltm werde. J.e d er m a n n -tu thalte s i ch a l l e n P ar t e i h a s s e s, aller k o n-? f e s s i onell.erUnipuldsamkeit und jeder Zwistig-; fetten, damit nicht die Lage derjenigen erschwert werde, auf deren Schultern in den jetzigen schwerenAngenblickendie Verantwortung der RegierMg ruht. Insofern es in meiner.Macht liegt und ich die Möglichkeit habe, werde ich bestrebt sein, daß die Entente bmnen kürzester Zeit durch partielle oder vollständige AnfhebMg der Blockade und Bcwrrkstelligung des notwendigen Friedens die derzeitige Lage Ungarns erleichtere und es ermögliche, damit das Mgarische Volk durch Fleiß rmd Verständnis wieder empgrblühe. Abreise der ungarischen Sozialisteuführer. Wie«, 1. August. ^Hercke abends sind die führenden Personen'der ungarischen soziäldcmokratischeu Partei, die bis heute -hier weilten, mittels Autos nach Budapest zurückgekehrt.. . Der ErrLenteangrrff auf Ungarn. Thertzüberschvertrmg durch die Aumänen. — Italienische Posten an der Leitha. — Aufregrprg in Budirpest. Budapest» 1: August. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Der gestern abends mmilich bekcmntgegebme Uebergang der rum ä n ischen Truppen über die Theiß, der sich zwischen To kä j u n d S zo ln o k vollzogen hat, ist nach den letzten hochtrabenden Berichten, des Armeekommandos ganz unerwartet gekommen, und hat hur-. Mgeheure Erregung hervorgerufen.' Die «ugarischeu Äätetruppen ergeben sich. - Meuternde Regimenter. Bukarest» 1. August. (Funkspr. der Tett-Komp.) Das rumänische Preßbmeau meldet: Heeresbericht des rumänischen großen Hauptquartiers vom 31. Juli,' Ostfront : Entlang der Theiß emjelten unsere Truppen unter heftigen Kämpfen neuerlich Erfolge. Eine unserer Abteilungen. hat nun auch.bei Szentes - die Theiß überschritten. Ein großer Teil der magyarischenTruppen e r -g ib t s i ch. k a mp s l o s, andere Regimenter meutern. Westfront: Nach erfolgreichen Widerstande unserer Truppen am Dnjester mi] heutigen Tage geringe Kampftätigkeit. Tagesbericht. 3ur Heimkehr unserer Kriegsgefangenen. srrittellnnge« von informierter Seite. Einem unserer Mitarbeiter gegenüber äußerte s-rch der Stn-atssetretär a. D, Mayer, der ^gegenwärtig der Lester des deutschösterrerchische« Amtes für Kriegsgefangenem- und Jnvalidenfürsorge ist, über den derzeitigen Staub der Vorarbeiten bezüglich! der.R'üÄH!rc unserer' Kriegsgefangenen wie folgt: - , ' - t ' Mit der Unterzeichnung des AriedensschlusiWwnch für die in Italien gefangenen Deutschösterreicher nun-' mehr die Erlösungsstunde schlagen, mb es werdeq rund 95.000 Mann wieder der Heimat' zurüokgegebe» werden. Die italienische Regierung selbst gibt sich alle Mühe, mm den rechtzeitigen Abtrar^port in öle Wege leiten zu können. Vorläusig ist sie. durch die Be-, dingungen der Entente an einer vorzeitigen Rückgabe behindert. Die 'Zwischsnzeit wmde jedoch iftsvssrns aus'- genutzt, als alle BorbevrttunSM gstrofsin worden sind', daH nach dep Ratifizierung des Friedensvsrtrages bann wohl tägsich zwei Züge rollen dürften. M bestehtdaher die^ Wnh-rscheinlichkieit, daß' in 6 bis 8 Wochen die letzten Gefangenen -aus italienischer Kefangenschast z-rrückgeVehrt sind. Auch die Meldungen von großen Ep.ide,m ien unter den Gefangenen scheinen sehr über-' t-telstA .gewesen.- zu - sein. '' Schwieriger gestalten -sich! die Verhältnisse für die Rückkehr der Gefangenen, ans dem Osten, die seinerzeit von der zaristischen Regierung ganz über-- flüssigerweise nach Sibirien verschleppt wurden und '.instilge der mmchelnden NerLhrsnxittek schwer znrückzubringeu' sind , Esfind inder. lchten Zeit Versuche unternommen.- worden, um diesen - Gefangenen die nosiwe-rdibsten Hilfsmittel 'zuzusenden. Die Ententebat ihre volle Unterstützung zugechgt'.- Wenn von ihr schon von allem Anfang an dieses Entgegenkommen an den Tag -gelegt worden wäre, so wäre es gewiß' viel Dichter gewesen, auch stier "bessere Grundlagen .sür eine -Häldige Rückkehr zu schafsenf aber die F-urcht' vor dem.Bv-lschewismU's hatdie Eutentevertreter oft recht ablehnend gegenüber dendeutschösterreich'isch'en W'ün- . scheu» gestimmt. Kumnehr scheinen auch stier die Bovans- ' setzungen - für. eine Besierung--^der ganzen Lage gegeben zu- 'sein . und r-estist - mit Sicherheit-anKlmehmen, daßder -'Rücktransport von jetzt an'recht bald nach' Maßgabe der zur Verfügung gestellten Verkehrsmittel Einsetzen werde. Leidar wird dies infolge der großem Entfernung und der immerhin beträchtlichen Zahl der GefÄngenen. nicht so rasch beendet sein, rate von Italien. . , 'Dre Gefangenen, die wir sonst noch in Serbien und' Kr an kr eich staben, find zastlenmWL nicht fv.- von Bedenturkg, daß ihre MckTehr großen Schwier^ keilen begegnen würde. Es besteht stie Hoffnung, daß/ sie-gleich nach. Friedensschluß in der allerkürzesten Frist' in ihre Heimat zuWkkeh.rrn.MrmM. > --;-: >T| — -— Anforderung der Goldmünzen. "} ' Im heutigen Staatsgesetzblatt gelangt die erste Dollzugsanweisung des Staatsamtes der Finanzen vom 31. Juli zum Gesetze vom 4. Juli 1919, St.-G.-Bl. Nr. 363, Anforderung der Goldmünzen, zur Verlautbarung. Die Boll- ' zugsanweisung besagt:-Die in privatem Besitz befindlichen Goldmünzen sind bmnesi längstens vier Wochen -,füt Rechnung des S'taates einzuliefern. Inländer'haben auch,,im Ausland befindliche. Aus-! länder nnr ün Inland befindliche Minzen einzuliefern. Staats-, angehörige Frankreichs, Großbritanniens, Italiens und der Vereinigten Staaten sind von der Einlieferung voll. Münzech .die sie schon vor dem 10.! Juli '1919 besaßen, befreit. ' ] D'et Abgabe unterliegen alle in- und ausländischen Goldmünzen, und zwar sowohl die Währungs- (Courantmünzen), als much Handelsmünzen (zum Beispiel Dukaten). Ausgenommen hiervon sind: a) die zum Goldschätze der Oesters veichisch-ungarischen Bank gehörenden Goldmünzen, h) Schaumünzen und andere Münzen von überwiegend künstlerischem oder numismatischem Wert. In zweifelhaften Fällen entscheidet die beuischösterreichische Devisenzentrale im Einverrrehmen /msi: dem Hanptmünzamte oder dem Staatsdeukmalamte. ' ' Bon D'.rkaten werden wegen ihres /mmismatischen,Wertes bis auf weiteres die einfachen bis einschließlich Prägejäh'r!, 1835 und die vierfachen bis einschließlich. Prägejahr 187.^ ausgenommeH. ' s Die Einlieferung Hai bei der deutschöfterrcichischen Devisenzentrale in Wien oder für deren Rechnung bei einerj Anstatt der Oesterreichisch-ungarischen Bank m erfolgen.,! Die Devisenzentrale wird den Wert derRhr eingelieferten Münzen gemäß der bei ihr für den Ankackf von Goldmünzew . jeweils geltenden Prerstarifen vergüten. > - - - i Verpfändete oder sonst zur Sicherstellung von Ansprüche^ hinterlegte Goldmünzen sind vom Verwahrer einzuliefern^ .-An ihre Stelle tritt die von der' Devisenzentrale geleistete Barvergütung.. } Firrden sich in Schrankfächern, oder in geschlossene^' Depots, die gemäß'der Vollzugsanweisungen über die Anmeldung und Kontrolle, gewisser Vermogenschaften und dis. Sicherung der Vermögensabgabe zur Inventarisierung, gelangen, Goldmünzen vor, die der Einlieserung unterliegensq sind sie von der inventarisierenden Behörde dev Devisenzentrale oder, einer Anstalt der Oesterreichisch-ungarischen Bank für Rechnung der Devisenzentrale einzuliefern, Un^ die Stelle der! entnommenen Münzer, tritt die von der Devisenzentrale geleistete Barvergütung. Bestimmungen über die bereits inventarisierten ScHmn« fächer und Depots werden Vorbehalten. \ Goldmünzen, die der Einlieferung nnierliegen, emzuschmelzen oder gewerblich! zu verarbeiten, ist verboten und! wird von der politischen Behörde mit Geld bis zu 20.000 Kronen oder mit Arrest bis zu sechs Monaten' bestraft. Außer^ dem kann auf den Verfall der Gegenstände, auf die sich die strafbare'Handlung bezieht, erkannt werden. « ' Ausstlhr, Veräußerung oder Verpfändung werben gemäß § 17, des Gesetzes bestraft, wen» nicht ein« strengere Straff bestimmung (Gesetz vom 12. März 1919, St.-G.-Bl. Nr. 168) über die Bestrafung von Uebertretungen der Einfuhr-, Mvchg fuhr und Ausfuhrverbote) anzuw^nden ist. ... 1 Wer beim Erwerb von Goldmünzen die geltenden' Vorschriften über den Handel mit Zahlungsmitteln übertrete^' hat, bleibt straffrei, wenn er die. Münze» gemäß der vorstehenden Bestimmungen einliesert. Diese Vollzugsanweisung tritt mit dem! -Tage der Kund> machimg in Kraft.- _---?L j Die BeteMgnng Derrtschösterreichs an de« Wiederarrfbauarbeiten in Frankreichs Auf Grund einer Besprechung mit dem französischen Mimster Louchepr hat Staalskauzler Dr. Renner den Staatssekretär für soziale Verwaltung ersucht, eine Kommission z n rq Zwecke der Verhandlungen über die Be-! t e i l i g.u n g D e u t f ch ö st e r r e i ch s au d en Wi e d er anfb a u a r o eit e-n in Nord fr an « reich nach Saint-» Ge r-m a i n zu entsenden: Diese Kommission, der neben dem Vertreter, des Staatsamtes für soziale Verwaltung Ministerialrat Emanuel A d l der Obmann des ZentralverbMdes der Bauarbeiter Deutschösterrerchss Abgeordneter Theodor Meißner, der Obmann des Verbandes der Zimmerer Deutschösterreichs JosefW e s s e l y und in Ver-i tretung des dmtschösterreichischen Wirtschaftsverbandes für das Baugewerbe Ing. Karl &• Schmidt, Vorsteher der Genoffen^ schast der.Bau- und Steinmetzmeister Wiens, angchören,- wrrd am Samstag nach Saint-Germam abreisen. Die Wiener jüdischen Kinder in Hslland. ' Von der'' holländischen Grenze sendet uns Frau Anitta Müller ein Telegramm, worin sie ihre glückliche Ansimft mitteilt. Die'jüdischen Kinder ans Wien wurden nnt herzlichstes Wanne empfangen rmd erhielten.als ersten Gruß. 500-Liter MrW Aste befinden sich wohl. 7 .. > V. Briese aus Amerika. Folgende Briefe sind aus Amerika der Delegation des Ostgalizischen Jüdischen Nationalrates, Wien, 11, Taborstraße für ihre europäischen Verwandten zugestellt worden: ' . 's 1. Rubin Eckstein, für Tochter Fanme Kuschner, m Borszezow bei Czortkow (GMzien), gesucht von . Adolf Kuschner) bei Barmann, Station, Gen. Dely!, Brrdgeport Com., Wnerilä.- 2. Leib KVeißMh, Szabvlma, Bezirk Rüwaruska) (Gatt,nur), gesucht von Sam. 'Weißblüth. bei Ehrenhaus, ' 215 Broome-Street. NewDvrk,, Eikh. 3. Feibisch Rothmann) Szezytowce, p. Kasprowcr, Bez. Zaleszczpki (Gal.), gesucht von Sarah Rothmmm, bei I. Fischer, 745 Brock» Ave Bron, New-, Nork. 4. Josef Röhr'in Sokal (Galizien), gesucht von Szemdel Röhr, 76. E.' 101, K'. bei I. Fall^New-York. 5. Merlech Grirn^ berg, Przemysl, gesucht 3 gs. Maha 16, von Genia Grünberg 408. Kofciuszkostr., Brooklyn. 6. Bauer Ettel, Pr. Moses Epstnn in Wygnanka .bei Czortkow, gesucht von Bauer Jjak bei Wc) Bruckner 1073, Simpson'St.» Bronx, New-Iork. 7. Ratsprecher Meita und Frine aus Sadzawka bei Lanczyn und D. Leib Ratsprecher in Solotwina, gesucht von Ratsprecher S., New-Bork^ 295 Wawerly Ave. 8. Fernbach Isak und Frina aus Kofsow der Kolomea, gesucht von Gebr. Fernbach, 12 Barchahstr.,^ New-Iow 9. Schächner Aron, Schächner Jcia, Schächner Ferge Len aus Kol'edziMh bei Czortkow, gewohnt letztens ut Lisowice bei Stufte; ferner Dinner Moses aus Lipowce. Schächner Samuel Isak arrs, Karolowkä bei Tluste, Feder Elias Dawid aus Karolowla, gesucht von Bernhard Schächner' 506 W, Street Phila Pa. 10. Teig Mayer aus- Lyffec bei Stanislan, Wachtel Mojes, Lhsiec, Baüm--- aartm Leo, Lysiec, gesucht von Sam. Feig 1990, Third Avenue)! New-Dork. 11. Mller Moses aus NronasterzySka, Galizien, m sucht von Stonciü Biller bei Jartett dlbbBvvdeavenue, pcew-Ävrb City. 1Ä Saß Rnchel und Endel. Samuel Luser aus Suchosivm bej Husiathn, .gckucht von Leib Saß, lÜGoerk Street 18. Springer S. aus.Düüajvw bei'Lemberg, gesucht von Bette Springer, 832 Dawsdn BrauxStnetNew-Nork City. 14. ü) Uschec, Matel, Braue Fatner; b) Chajem, Mayer. Cchme Uren; c) Marien) Race. Szaje. Leiser, Koch, gesucht von Louis' Koch,. 10 Lrolllyn- Äe. Pott, Chester Mw-?)ork. Berisch nnd Marcia Hcmg, anZ