Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 193 (2.8.1919)
- Date
- 1919-08-02
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Wien, Samstag Leon o. BUinski — polnischer Finanzminister. -1 2b i e n, 2. August. Mähr.-Ostrau, 1. August. (Tschrcho-Slow. Preßbureau.) Der polnische Furanzministcr - Karpinski Und der Minister für öfsent- . liche Arbeiten, Josef P r v ch n i k, haben ihre Demission eingereicht. Der Chef des' Reiches J)C& sie angenommen, uitb Leon von B ilins N zum Ftn anzminister und Thaddäus Jasiynowski zum Minister für öffentliche Arbeiten ernannt. Der neue Finanzminister der polnischen Republik ist der äs.rrreichischen Oessentlichkeit nicht ftemd. Seit dem Jahre. 1883 stand er im Vordergrund des politischen Lebens und die unbestrittene Hegemonie der polnischen Delegation in S~'ien, die von GrocholSri, Smolka und Jaworski angebahnt wurde, bat er zu einem solchen Grad ansgebaut, daß di« gesamte innere Politik Oesterreichs jahrelang in den Beratungen des Po'.enklnbs kulminierte. Bilinski isteiner der besten Politiker oer Monarchie gewesen. Ein guter, schlagfertiger Debatte«, der durch kaustischen Witz mit den lungenkräftigsten P.wischrnrnfern fertig wurde, war er einer der wenigen Abgesrdne:"!'.,.die sich in dem dornigen Gesträuch des Budgets 5urrch.fanoen. Seine Amtsführung als Finanzminifter im Kabinett Bienerth, das er infolge des zwischen dem Premier und dem Polenklub ausgobrochenen KonfsikteS wegen der 'Wasserstraßen verlassen mußte, war vielleicht die anerkannlesw unter allen, die in Verteidigung dieses Ressorts mit Tschechen, und Südslawen, mit Agrariern und Städtern raufen mußten. Die politische Äebensfreuüigkeit Bilinskis als Mitglied der Reichsvertretnng grenzte ans Fabelhaste. Es gab feilten Abgeordneten, keinen Parlamentsjournalisten, keinen 2tenograpi?en, den Bilinski nicht gekannt hätte. Kein noch so interner Vorgang in irgendeinem der so zahlreichen Parla- -mentsklubs blieb ihm verborgen und es war nur natürlich, daß er, ansgestattet mit einer gründlichen Kenntnis der so verzweigten Fäden des Kulissenlebens stets das Ohr der ganzen Bevölkerung hatte, wenn er sprach'. Bilinski gehörte dem Krakauer Flügel der konservativen Ttanezykenpartsi an, der im Gegensatz zu den von Abrahantowicz geführten Podoliern ein bißchem demokratisch schillerte und den Anschluß an die Nationaldemökraten stets aügelehnt hat. Die politisch« Dertvilberung, die schließlich in, dem Vordringen der chauvinistisch-austrophoben Elemente unter ' Glombinski ihren Ausdruck fand, drängte Bilinski langsalir in das Ausgedinge. Er mußte sich auf das Herrenhaus zurückziehen, wo er durch seine seltenen, aber eleganten Kritiken den Ministern böse Stunden bereitete. Der Krieg ira', ihn als Verwalter des gemeinsamen Finanzministeriums, ba-- eigentlich nur eine von Ungarn geduldete Verwaltungsstelle für Bosnien war. Als gemeinsamer Minister nahm Bilinski an den entscheidenden Kronräten teil und es fei gerne vermerkt, daß sein Sturz im Frühjahre 1916 erfolgte, weit er zum Nachgeben gegenüber Italien riet und eine Vergrößerung des Kriegstheaters' verhindern wollte. Wie er überhaupt am Krieg schwer getragen hat. Die austro-polnische Lösung der ganzen polnischen Frage, die Bereinigung der polnischen Gebiete mit der Monarchie unter dem Habsburger Szepirr, dir politisch elendeste Konzeption des ganzen Krieges fand in Bili.iSki eine» sehr lauen Freund. Sr hat in dieser Frage i:?mer gerne geschwiegen und kam auf Polen eigentlich "nur in den Quellen mit dem General D an kl im Herren»- haus zu sprechen. Nunmehr tritt der 79jährige BilinSki an die Spitze des wichtigsten Amtes der polnischen Republik. Er übernimmt die Sorge für die arg gefährdete Finanzwirtschaft und damit das eigentliche Ressort des Aufbaues. Sein ganzes I erlebnisreiches Leben hat ihn den Wert der jüdischen Arbeit für den Staat schätzen gelehrt. Bilinski hat nie mit dem seit Taafje eingerissenen staatlichen Antisemitismus übereingestimmt, der schließlich durch die unausgesetzte Untergrabung des öfsenllichen RechtSbewnßtseins mit zur Katastrophe deS Staates beigetragen hat. Dieser Verschlampung der Politischen Sitten hat sich BilinSki stets widersetzt Und-man kann darausz die Hoffnung ableiten, daß er als einer der Leiter des Polnischen Staates^ dazu beitragen wird, einen erträglichen Ausgleich zwischen dem polnischen «nd jüdischen Volk, das sich u.un einmal nicht wegdekretieren läßt, herzustellen. Denn Bilinski wird sich darüber nicht täuschen können, daß sich gerade der polnische Staat nur bann zu lebensfähiger Entwicklung führen läßt, wenn er die Juden, sein bestes und geschultestes BevölLerunqselement, an dem Aufbau deS Staates mit teilnehmen läßt. Verhindert die polnische Gesellschaft dies durch Pogrome und gewaltsame Ausschaltung der Juden, dann handelt sie als Todfeind der polnischen Staatlichkeit. Bilinski ist ein kaltblütiger und besonnener Mann, der sein Amt versteht. Wan kann von ihm erwarten, daß er die Formel für eine polnischjüdische Verständigung v»u Volk zu Volk finden wird. * ■ "on Ritter von Bi lins ki (Nationalökonom), wurde «*-!•'. >' -<'.n :8-i;5 zu Zaleszchki in Galizien geboren, studierte in Lemberg, habilitierte sich 1868 daselbst als Privatdoz.utt an der Universität und wurde 1871-außerordentlicher, 1874 ordentlicher Professor. BilinSki war seit 1888 Mitglied des galizischen Landtages, seit 1883 des österreichischen Neichsrates und seit 1839 der gemeinsamen Delegation der vsterreichisch-nngatt'chen Monarchie. Im Jänner 1892 wurde er zum Präsidenten der Generaldirektton der österreichischen S aatseis."n'a/,ne: ernannt. Im Ministerium JBabeni bekleidete et- 1895 bis 1897 das Portefeuille der Finanzen; im Jänner 19Q0 wurde et zum Gouverneur der Oesterreichischn ngarischen Bank und zum Mitgliede de- Herrenhauses ernannt. Cr gehörte sodann den beiden Kabinetten Bienerth <1909 bi-.' Jänner 1911) als Finanzmintster an und wurde nach dem Rücktritt Burians am 22. Februar 1912 zum gemeinsamen Finanzmrnister erruumt. Im Jahre 1915 schied Wiener Morgenzeitung 2. August 1919 Nr. 193 Die Nachwehen des Krieges. W i e u. 1. August. In der gestrigen Sitzung der deutschen Rat io naive rsämmküng von Weimar wurde die R«ichsverf a s s u n g in namentlicher Abstimrnung mit überwiegender Mehrheit angenommen. Dagegen stimmten die beiden nationalistischen Parteien,'deren Psychologie die Ereignisse nicht im mindesten geändert haben und mit ihnen die Unabhängig e n. Me Sitzung trug eigen feierlichen C h a r a k t e r und Ministerpräsident Bauer hob in schwung-« vollen Worten die Bedeutung - der Stunde hervor. Reichsminister des ^Innern David sagte, daß deutsche Volk sei daS erste, das "an die Lösung einer sozialen. Demokratie herangegangen sei. Präsident Fehrenbach erklärte unter anderem, diese Verfassungmache das deutsche Volk zum freieste« Volke der Erde. So weit wäre ja alles recht schön. Aber in «irrer Sitzung des Friede ns aus sch ns ses der französisch en K a m m « r bezifferte der F i n a n z m i n i st e r Deutschlands Ge samt schuld aür die Alliierten mit ' v ": rooy Milliarden. Kein Land könnte eine solche .Summe aufbringen. Daher/ werde man die wirklich zu fordernde Summe angesichts der Steigerung aller Preise erst im Mai 1921 feststellen können. Schon aus diesen Ausführungen ist ersichtlich, welch unendliche Last die deutsche Wirtschaft unter dem Titel der Wiedergutmachungen zu tragen haben wird und die Lage Deutschlands ist keineswegs, mit so optimistischem Blicke zu beurteilen, als die schwungvollen Mnisterrcdeu schließen lassen könnten. Der neue Ministerpräsident hat sich in einer sehr sympathischen Rede neulich der Nationalversammlung präsentiert, aus der der wirkliche Hauch xines neuen Geistes zu spüren war, den die Scheidemanner so schmerzlich vermissen ließen. Er hat viele Reformen in Aussicht gestellt und einen neuen Arbeitseifer angerufen. Man wird abwarten müssen, ob die Aussicht, für die Entente und ihre Völker frohnden zu müssen, die erlahmte Arbeitslust zu beflügeln imstande sein wird. Die Regierung ist begeistert von dem erreichten Verfassungswerk und sonnt sich ut der Zustimmung der Mehrheit. Aber die bisherige Haltung dvr Mehrheitssozialisten, die in der Schuldfrage so völlig versagt und während der Friedensverhandlungen den Nationalismus aufgepeitscht haben, nach innen jedoch jederzeit zu prinzipienlosen Kompromissen zu haben waren, hat es verursacht, daß ihr Anhang ständig kleiner wird, während den Alldeutschen auf der einen und den Unabhängigen aus der anderen Seite die Masse» i» Scharen zulaufen. Die neue deutsche Verfassung mag ein schönes Gebäude darstellen, aber es birgt noch immer einen vielfach recht fragwürdigen Inhalt. Man weiß ja, wie wenig sich bisher die Mentalität weiter Kreise geändert hat. Nicht nur daß die verschiedenen nationalistischen und Junkerparteien an der Arbeit sind, auch die deutsche demokratische Partei bringt sich Hinbenburg in Erinnerung, dem auch eine große Studententagung, die 85.000 Studenten vertrat, huldigte, während sie für die Nationalversammlung keinen Gruß übrig hatte. Außerdem werden die Uebergrtsfe des Militärs immer auffälliger, sodaß sogar der regierungsfromme „Vorwärts", der die Freiwilligen so oft verteidigen mußte, beunruhigt zu werden beginnt und. sich beschwert, daß die Mannschaften systematisch gegen die Regierung aufgehetzt werden. Mitten in Berlin gibt es monarchische Tr uppende nron st rationen und General von Hofmann hat sich in einem Schreiben an N o s k e gegen den ,M e P u b l i* konischen Führerbund", eine mehrheitssozialistische OfsiziersgrÜndung,- in nicht mißverstehender, Weise beschwert, gegen die Haltung deS „Vorwärts" protestiert und, diese Eingabe an seine Truppen als Tagesbefehl ergehech lassen. Und das „Militärwochenülatt",. Pas Organ deS Kriegsmini st sriums, erklärt ‘ auf monarchischem Bode» zu stehen und daher die Zuschriften dieses „FührerbunbeS" ablehnen zu müssen. Man muß mit Staunetr lesen, wie gut bürgerliche Blätter Herrn Noske an seine Pflicht gegenübet den militärisch-monarchistischen Umtrieben gemahnen unp. wundert sich nicht, wenn bte' Unabhängigen zu neuen P r o t e st e n aufrufen, da sie sehen, daß den Militärs unter dem Schutze deS Belagerungszu standes volle Freiheit gegeben ist. Und inmitten des. ganzen Chaos sitzt eine Regierung-, die sich im Pendeln und Lavieren erschöpfen muß und besorgt ist, nach irgendwelchen Seiten anzustoßen. Deutschland ist aus der Zeit der Krise noch lange nicht draußen. Das von der Regierung herausgegebene Weißbuch bestätigt nur den* Eindruck, den man längst hatte, wie blind' die Machthaber das deutsche Volk an den Abgrund geführt haben. Bis in die letzten Wochen vor dem.Zusammenbruch suchte man die Oesterreicher, wie wir schon gestern berichtet haben, von allen gesonderten Schritten abzuhalten. Erst als sich die Situation durch Bulgariens Zusammenbruch noch' mehr verschärft hatte, am 21. September, beginnt der Gedanke aufzujauchen, direkt an Amerika hevanzutreten. Man wollte Wilson einladcn, eine Friedenskonferenz nach Washington einzuberufen und die 14 Punkte zur Grundlage nehmen. Ende September bittet endlich auch die Oberste Heeresleitung dringendst, das Friedensangebot wegen der schlechten militärischen Lage sofort hinausgehen zu lassen und als Prinz Max von Baden sich sträubt, läßt Ludendorff am 2. Ottober selbst den Entwurf der Note telephonieren und am nächsten Tage erklärt Hindenburg dem Reichskanzler schriftlich, daß die Oberste Heeresleitung auf ihrer Forderung der sofortigen Absendnng des Friedensangebotes bestehe. Am 15. Oktober antwortete Wilson. Am 19. vertrat Ludendorff den Standpunkt, daß Deutschland nicht gezwungen sei, alle W affen st illstqndsforder ungen anzunehmen« Aber die Antworten auf die Frage, wie lange noch Widerstand geleistet werden kann, lauten wechselnd und unsiche^ Die Friedenskonferenz verhandelt gegenwärtig über die Balkanfragen, sowett sie Bulgarien betreffen. Thrakien, heißt es, soll geteilt, der Westen Griechenland zngewiesen, den Bulgaren der A n s g a n g zum A e g ä i s ch e n Meere gelassen werden. Auch die serbischen Gebietsansprüche sollest auf Bulgariens,Kosten befriedigt werden» die Dobrud scha an Rumänien fallen. Augenblicklich! hat Krauchet d'Esperey über Sofia, Rustschuk, Varna und Schumla den Belagerungszustand verhängt. In Amerika scheint die Opposition gegen die astf dev Friedenskonferenz Japan bewilligten Vorteile im Wachsen zu sein und noch hat Wilson den Widerstand der oppositionellen Senatoren nicht überwunden. Auch der Hafenstreik hält an und 1200 Schiffe sind an, der Aus-. fahrt gehindert. Sie haben ausschließlich Lebensntittel für Deutschland und Deutsch ö ft c rre ich a n V o r b und das Proletariat der besiegten Länder kann hungern, weil die amerikanischen Seeleute höhere Löhne fordern. er von diesem Posten und trat seither nur mehr in de» Verhandlungen des Herrenhauses hervor. Er schrieb in deutscher Sprache: „Die Luxussteuer als Korrektiv der Einkommensteuer" (Leipzig 1875); „Die Gemeindebesteuerung und deren Reform" (das. 1878); „Die Steuerentlastung der Landwirtschaft (Wien 1860); in polnischer Sprache: „Studien Über die Einkommensteuer (Lemberg und Krakau 1870, 2 Bände); „©er Zins" (1872); „Grundzüge der Nationalökonomie" (Lemberg 1873, umgearbeitet als „System der Nationalökonomie", bas. 1632 bis 1834, 2 Bände); „Systejn der Finanzwissenschast" (das. 1878) und andere. - . ... Ein politischer Mord in Stockholm. Der russische Volksbeauftragte Ardachew erwürgt. Berlin, 1. August. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Stockholm, daß der Volksbeauftragte der russischen Sowietrepubltt Ardachew von einer gegenrevoluttonSren russischen Vereinigung in Stockholm ermordet worden sei. In dem Automobil in dem ein bisher unbekannter Ruffe sowie zwei Ruffinnen saßen, wurde Ardachew gewaltsam von Stockholm nach dev Amgebung von Rerwiken gebracht, wo ihn ein „Schwarzes Gericht^ zum Tode verurteilte und unmittelbar darauf mit einer Schlinge erwürgen ließ. Der Leichnam wurde in den Rerwiker-See geworfen. Die Autonomie Oftgattzlens. Mührisch-Oftra«i 1. Angrrst. (Tschecho-slow. Preß-ür.) Die polnischen Blätter melden, daß in der, Sitzung der polnischen Abgeordneten in Galizien über daö Projekt ver Autonomie Oftaaliziens verhandelt wurde. DaS Projekt bestimmt für Ostgaliznn ein Wahl Parlament auf Grütid eines für ganz Polen gültigen Wahlrechte-. Dabei entfiel ein Abaco:dneter aus Ü5.000 Einwohner. DaS Exckntivorgan wäre em W o j. w o d e m»t dcr frmiUicm eines Statthalters.' PaderewsKi bei Mvrgenthau. Warschau, 1. August. lTcl. der „Wr. Moraenztg.") Mlmstetpräüdenl P a d e r e w s k i stattete dem amerikamschen Senator M o r a e n r h a n einen Besuch ad und hielt mit ihm eine einstündige Konfercuz ab. In Warschau ist eine >evutation der orlhodoren Juden aus Posen emgetrosfen und übei cuchte dem Senator Morgenchau eine Denkschrift. Die tschecho-slowakische Politik. In einem Pariser Artikel des „Venkov" wird ausgeführt: Die Tschechen wollen in Ruhe und Frieden mit ihren Nachbarn leben, auf welcher Seite immer diese während des Weltkrieges gestanden sind. Allerdings sei es aber natürlich, daß sie nicht vergessen könnten, wer für und wer gegen ihre Befreiung gekämpft habe. In absehbarer Zeit werde die Freundschaft der gegenwärtigen Feinde, wobei in erster Linie das Deutsche Reich in Betracht zu ziehen sei, nicht zu gewinnen sein. Alle tschechischen Anbiederungen an Deutschland wären' demnach . vergebliche Liebeswerbungen, abgesehen davon, daß sie bei den Miierten den Eindruck Hervorrufen inüßten, daß die Tschechen eüb undankbares Volk seren:. Diese hätten weder eine ententefreundliche noch eine ententefeindliche Politik zu machen, sondern eine tschechische Politik, deren Ziel das Interesse und der Vorteil der tschechv-slowakischen Republik sein müsse. v Polen und Rumänen. * Der „Czas" bringt eins amtliche Meldung aus Warschau, wonach die polnisch-rumänischen Beziehungen sich erheblich gebessert haben. Die rumänischen Behörden versprachen, eigenmächtige Handlungen einzelner Personen einzudämmen und versicherten, daß die Mißgriffe und Ausschreitungen sich nicht mehr wiederholen werden. Ferner hat der König von Rumänien versprochen,-daß die rumänischen Truppen in nicht langer Zeit aus dem Pokucie ^Südostgalizien) zurückgezog'n sein werbe». Polen und Ukrainer. Wie di« Lemberger, „Gazetta Poranna^ meldet^ haben Abgesandte von Petljura den Polen einen Wassenstillstand und ein gemeinsames Vorgehen gegen die Bolschewiken vvrgeschlagen. Petljuradrückte sein Bedauern aus, daß die früheren Verhandlungen durch eigenmächtiges Dopgeheu eines Teiles des galizisch-ukrainischen Kommandos abgebwchen wurden. Dieses Kommando wurde nunmehr bestraft. Das ukrainische Haupt-, üommando wünscht ein friedliches Einvernehmen mit Polen und bittet, man möge gestatten, daß in Galizien eine Grundlage zur Reorganisierung der ukrainischen Armee ermöglicht werde, damit diese Armee gegen die Bolschewiken Vorgehen könne. Als solche OperationSbasis nennt Petljura Tarnopol. Schließlich bittet P.'tljura, die Polen mögen denZbruez nicht übersch-'riteu und die Offensive gegen die Ukrainer einftellen.