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Wiener Morgenzeitung · 1919-07-30 · Heft 190 (30.7.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 190 (30.7.1919)
Date
1919-07-30
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 190 Wien, Mittwoch 1 1 ...*-■*"* Wieysr Morgenzettyng Die zionistischen Bezirkssektionen. Erklärung der Abkürzungen: Obm. --- Obmann, Lt. gcschäfts- «sührender Leiter, Sekr. — Sekretariat (Zuschriften. Auskünfte >sw.), Zskste. ---- Zusammenkünfte der Mitglieder, N. F. K. — ' , ' Nationalfondskommisskir. Sektion I: Obm. Dp. Alfred Langer; Lt. und Sekr.: ßranz Matzner, 1., Salztvraaffe 7; N. F. K-: Wildem Gold- \ -chmidt; Zskft.: . Caf6 Prückl (SouterrainloW,, Mittwoch, '/,7 Uhr. abends. Sektion III: Obm.: Dr. Josef Auerbach?, Lt.: Dr. Otto Ziersuny: N. F. K.: Max Markus; Sekr.: Zwmstische Sektion Landstraße, Hl., Untere Viadustgasse 13; Zskste, : Eass.Prückl Souterrmnlykal),. Donnerstag, 8 Uhr abends, jeden Montag, r Uhr nachmittags. Ansschußsitzung im Vercinslokal, M., Untere viadnktgaffe 13.,; Sektion IV, V: Obm.: Dr. Max Sprecher; Lt. und Sekr,: Rudolf Stein, V., Hamburgerstraße 12;. N. F. K.: Paul Mandl; ' We.: jeden zweiten Dienstag, Vr8 Uhr abends; Cas6 Technik,!v., Margareteustraße 32. , Sektion % VII, VIII: Obm.-: Dr. Max Bernhard; Lt.': Emil Grätzer; N. F. K.: Ludwig Klug; Sekr.: Dr. Simon doldenaräber, IV.. Cstethazygaffe 34;. Zskste.: Casö Westmüuster, ftl., Mariahilferstraße 57, ledcu- Dienstag, 8 Uhr abends^ - Sektion IX: Obm.: Dr. Isidor Schalil; Lt.: Dr. Alfred!öwy; Sekr.: Ziomstische Sektion Alsergrund, IX., Liechtcnstein- Lraße ll; Zskste. : Cäsö City, IX., Porzellangaffe 1, jeden Abend. Donnerstag den 31. d. M.: ftnbct ttn Cass Citri (Souterrain) - ,um//z8 Uhr abends ein Diskuisionsabend statt. Thema ^Staatsrechtliche und sozialpolitische Grundsätze im Judenstaate Herzls.- Referent: Dr» Schmerler. Samstag .den 2. August, M Uhr abends, Ausschußsrhung der Bezirkssekuon im BereiUslokale. Sektion XVI, XVII: Obm.. Lt. und Sekr.: Leopold-Sitz-' nann> XVI., Brunnengasse 41; N. F.K.: Rosa Stamm; Zskst.: Lass Nizza, XVII., Hernatser Gürtel, jeden Dienstag von 7 bis' S Uhr. abends. Sektion XVIU:. Obm., Lt. und Sekr.: Dr. Arnold Frieditcmtt, XVlll., Edmund Weiß-Gasse 7; N. F. K-r Thea Rottenierg; Zskste.:' SchMlgssaal des Kultusbezirksamtes, XVIII., kchope'nyanerstraße 39, Mittwoch und Samstag aoends: 'Sektion XIX: Obm. und N. F. K,: Ober-Staatsbahnrat Dr. Ludwig Werner; Lt. und. Zuschriften: Alfred Weishut, XIX., ölllrothstraße 39; Sekr.: Montag und Donnerstag von 6 bis ) Uhr, abends mr Tempelverein, XIX.. DöblingerMe 3; Zskste. - Lass Zögernitz,' XIX,, Hauptstraße 76, Mittwoch und' Samstag abends. - . '? Sektion XX:. Obm. : Emil Nimhänser; Lt.: Max Hojda'. R. F. K.: Dr. Leopold Kirschner; Sekr. : Ziomstische Sektion Brigittenau, XX.,.Karl Meißl-Straße5/1; Zskste.: im Bercinsiaale, XX., Karl Meißl-Straße 5/1, täglich. von 3 bis 7 Uhr abend-. ., > A^v i s o für d ie.B e z i r k s s e k t io n e n. - Die allgemeine Delegiertensitzung findet wegen 'technischer Schwierigkeiten h en t e Mittwoch, ^7 Uhr abends, im Zionistischen Bureau, II., Zirkusgaffe. 33 statt. Der Straßenbahnverkehr in die Freudenau Versuchsweise Ausnahme an Wochentagen. •* Der Stadtrat beschäftigte sich gestern mit der Einstellung der Straßenbahnlinie 80, an Renntagen in die Freudenau. Nach einem Berichte des Stadtratcs Weigl wurde folgender Antrag des Berichterstatters angenommen: Es ist vers.uchs w e r s e der Wochentags v e r k e h r a u f zu n e h.m e n, sofort aber eine Anssprache mit dem Staatsamte für Handel und Gewerbe zu pflegen, ob rin verdichteter Verkehr an Rrn/tagen zugrlaffm wird. Hierauf ist an dm Stadirat ein ■ neuerlicher Bericht -unter Berücksichtigung - der finanziellen SMe/der Betriebssicherheit Md des zur Verfügung stehenden Wagenparkes zu erstatten. * ' Die Stadträte Josef Müller, Herber, Breuer und Doktor Grün sowie BürgwmDer Reumann' betonten in der WechstlrcDc, dH der Entfall des Verkehres zu den Freudcnauer Rennen s ü r d r e G e m e i u d e W i e n e i n e n b e'i» e ute n«d e n Ausfall an Einnahmen bedeute, da nach den jetzigen Tarifen die Tageseinnahme auf der Sondertarifstrecke an Renntagen X 80.000 bis 70000 betrage. -Das muß mast sagen, den Mangel an Konsequenz kann - man unseren Stadtvätern nicht nachsagen. Zuerst beschließe,: sie, den Straßenbahnverkehr in die Freudenau aüfzulassen. Der löbliche Beschluß, der allerdings mit der Kohlmnot m Zusammenhang gebracht wurde, tritt auch sofort mit seiner Bekanntmachung in Kraft, so daß am vergangenen Sonntag der Straßenbahnücrkchr in die Froubrnau rmterblieb. Aber nach 48 Stunden schon beschließenunsereStadtvüterreuevoll, denBeschlußwreder . a u s z uh e b.e'n und de« Verkehr f in die Freudenau an W o ch e n t a g e n v ersuchsweis e wird e r a u f z un e h m.en. Begründet wird dieser gewiß befremdende neue BeschM mit dem bedeutmd«, A us f a a n Einn a h m en, welche c»ck der Söndcrtarrfstrecke an Renntagen X 50.000 bis 70iAt0betra-«r. Wohlgcmerkt, nur an Wochentagen soll versuchsweise der Betrieb wieder angenommen werden; nicht aber a n Sou n- und F e r e r t a g e n, wo dock: zweifellos die Einnahmen mindestens doppelt so groß sind,, wie an Wochentagen. Wo ist da die Logik? Oder sollten da andere Beweggründe 'Mitgespielt habvu, die, den erfteren Beschluß zu FMe brachten? Sollte wirklich die Pferdezucht leiden, wenn die Straßenbahn nicht in die Freudenau geht oder vielmchr jene Zucht, die aus bisher unbescholtenen Personen Berbrecherthpen ichasft? U«b schließlich, was spiele« d^e angeblichen K 50.000 bis . 70.000 Ausfall für eine Rolle gegenüber einem Defizit von 700 bis 800 Millionen Krone«, das die Gemeinde tatsäckstich hat. Ein Beschluß, der sittliche Kraft verrät, ist schließlich doch auch von unschätzbarem Wert. Dis' Gaftwirte gegen die EinsteAnng des Rnckssckverkehrs. . Gestem fand eine zahlreich beisuchie BersamMing der Wiener Gastwirte Md Kaffeestover statt, die sich gegen die bevorstehende Aufhebung deS Rncksackverkehres wendete. Es wurden BoMsivfe gegen die Regierung und insbeio-nÄeve gegen die Arbeiter- und Soldatenräte erhoben rmd betont, daß das Verbot des RMackverkehres, auf wäches namentlich die -letzteren hniarbeiten, die A v-P r ov i f i o'n i e r n n g Wiens im höchsten Grade gefährde, ja geradezu unmöglich mache. Es sei. wie ein Redner betonte, ganz unrichtig, wenn man meine, daß die Einstellung des Rucksackverkehres eine Besiernng der traurigen Versorgungsverhältniise herbcisühren werde, vielmchr sei zu befilrchten, daß viele Artikel, welche bisher doch noch, wenn auch schwer, zu haben waren, auf anderen Wegen in den Schleichhandel gelangen. Sicher aber sei, daß noch viel weniger Lebensmittel als bisher nach Wien kommen würden. Aus der Mitte der Versammlung wurde ein Antvag gestellt. dieGastwirtemögenzumMitteldeS SVveä ks arei^e.« und ihre Lokale für sechs Tage s ch l i e fj « n. Dagegerft'fprachen mehrere Redner und schließlich wurde nach ltÜWoer Debatte ein Antrag des Geposimschastsvorstehers angenommen, nach welchem bei der Regierung gegen hie GMfim des Rmksackvevkchves ry a ch d r ü ck l ich e B - ' ' .c ~ r ' * Von der Wiener AniversttätsbiVttotheK. Auf Wunsch des Staatsamtrs für Unterricht wird vorbehaltlich einer' endgültigen Regelung für späterhin in diesem Jahre der kleine Lesesaal in der Zeit vom 2b. August bis 16. September täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage von 9 Uhr früh bis 1 -Uhr nachmittags für den allgemeinen Besuch osten gehalten werden. Wie seit Jahren bleiben somit die Räume der Universitätsbibliotheklediglich vom bis 28. August zur Vornahme der dringendsten umfassenden Reinignngsarbeiten. gänzlich gesperrt. * .$)«« RücksarKverKehr. In der gestrigen Städtratssitzung stellte Stadtrat R u m m e l K a x d t folgenden Dring-- lichteitsantrag: Trotzdem das höchst unzeitgemäße,Verbot des Ruckiackvevkedres noch mcht emmal in Kraft getreten ist, hat die Veröffentlichung der Verordnung ücrcitg für die Avprovisionieruugsverhältuisse Wiens schreckliche Folgen gezeigt. P r ü gL ls z e n e n im d S ch i e ß e r e i e n b e i d e r R e q u r- .sition waren zunächst die Folge und werden bei den heutigen Verhältnissen innver mehr' zuuchmen. Die Ernährung' jenes Teiles der Bevölkcrmfg, die sich - in. Gasthäusern und. Gtmemschastsküchen verpflege« nmß^ - ist vollständig gefährdet; die Versorgung zahlreicher privater Haushalte von Angehörigen des Proletariats und des Mittelstandes ist a rg b edro ht. Di e drohende S ch l i e ß. u n g d e r A-a st h ä ü s e r u n d G e m-e i n s ch.a s t s k ü ch tii schasst ,T-a ül e n d e n e n e rsÄ r b e i t-s l o s e r. Die Erregung der um ihre Existenz Fürchtenden d r o h't s i ch d e r S t r a ß e -zu bemächtige n. Der Stadirat wolle daher angesichts dieser-Situation sofort den Beschluß fassen, von der Regierung d'i es Z u r it ck n a h m e des g ä n z l i ch e n B er b o t it.s d e s- R u ck s a ck v e. r k e h r s zu f ordern. Der Antrag wurde der geschästsordnungsmäßigen. 'Behandlung .zugewirsm. 7. Glauben Sie an Gott? Wie „The Jewish Chronicle" unter diesem Titel berichtet, - hat Wston Harns, der Spezialkorrespondent der „Daily, News",. in einem in London gehaltenen Vortrag folgende Episode vom Friedenskongreß erzählt: General S m u t s. unterhielt-sich mit dem Zionrstenfiihrer Dr. W. e i z m a n n. - Plötzlich wendete, er sich an ihn unt der Frage: Glauben Sie an Gott T „Gewiß," erwiderte Weizmamr. „Nun," fuhr General Smuts fort, „so werden Sie auch wohl glauben, daß Gott einen ganz anderen Vertrag geschrieben hätte, als der da mit Deutschland geschlossene ist." * Der Brand von Saloniki. Nachdenl°' soeben der-' öffentlichten Bericht?des Zentral-Hilsskonntees für Salorüki für die Zeit bis Ende Dezernver 1918 haben von den drei Gemeinden in Saloniki, der jüdischen, griechischen Md mohammedanischen die jüdische die.weitaus größten Verluste durch den Brand erlitten. Die Zahl der betroffenen'Juden übersteigt 55000. Verbrannt sind auch düs Amtshaus des Nabbinats init allen .Archiven, 16 Synagogen und 11 jüdische Schulen. — Zu den Sammlungen der Hilssgelder haben besonders die jüdischen und griechischen Gemeinden in Kairo und Alexandria große Summen bngetragen. * Fleckrtyphusepidemie in Warschau. Aus Bukarest wird telegraphiert: Die Agentur Dacia meldet aus Warschau: In W a r s ch a n wütet der Flecktyphus. Bis jetzt sind über. 10.000- Personen gestorben. ' * Der ehemalige Erzherzog Dpses bettelt um Brot - Ans London wird. telegraphiert: Der Budapester Korrespondent der „Daily News" meldet seinem Blatte Einzelheiten über die Lage in Budapest: Die NahruuasmittÄnot ist nach seiner Daxstellung so hoch gestiegen, daß der früher sehr populär gewesene ehemalige E r z h e r z o g J.v s e f gezwungm war, Brät von proletarischen Haus-' flauen ü« e rb e t t et n, die jetzt mit ihren Familien in seinem Palaste,wohnen. Auch zwei Reffen des Grafen A p p o n y i urttsseu vor Hunger betteln gehen, Kavallerieosfizicre.flehen in den Restaurants Kellner um Brot an, um, dieses mit nach - Hause m Nehmen. (Die Rrchtigkeit dieser englisckfen Meldung.ist zweifelhaft, da ksich Erzherzog Josef bereits in der Schweiz befinden soll. Die Red.) - ' * Selbstmord des Ministerialrates Dr. Schescharg. Der Ministerialrat im Staatsamt für Land- und Forstwirtschaft, Dr. Max S ch e s ch a r g, wurde heute vormittags Um 10 Uhr im Schlafzimmer feiner Wohnung an der hinteren Beltlehne mit eurem Sacktuch erhängt tot aufgefundm. Dr. Scheschärg war zu Treffen in Kram geboren Md 49 Jahre alt. - Er hat sich seit dem- Umsturz in nervösen AusreMNyszustünden befunden, - da er nach Kram übersiedrln sollte. In. einem Zustande seelischer Depression dürfte er den Selbsünord verüht haben., * Unter dem Verdachte der Vernntrenung verhaftet. Auf Grund einer vom Rechtßauwalte Dr..Julius Much im Namen des Generaldirektors der Ncuschloß-Nastcer Tanninfabrik Hermann Rosenberg dem Sicherheitsburean erstatteten Anzeige wurde am 27. d. M. der 39jÜhrige Kaufmann Richard Franz Herzog,.!., Ettscckethstraße 4 wohnhaft, verhaftet und deni Laudesgerichte eingelissert. Er sicht im Verdachte, aus mehreren in Budapest von Rosenberg zur' Beförderung nach Wien übernonmlsnen Wertpaketen 9500 Franks, .465 Pßmd Sterling :md ungarische Wertpapiere in der Höhe vowH5L600 übernommm »nd s i ch a n g e e i g n e t zu haben. Die Uebernahine der Wertpakete gab Herzog zu, auch erklärte er,, er habe die Pakete e i g e n m a ch 11 g ß e ö. f. f n c t, um nn Falle einer Revision selbst ihren Inhalt-zu kennen, dqch sei der Betrag bedeutend kleiner gewesen, als er in der Anzeige, angeführt ist, Schließlich behauptete Hewog, er habe einen Teil des erhaltenen Geldes auf der Eisenbahnfahrt von Oedenbvrg nach Sanerbrmm aus Angst vor emsr RevKo» zum Fenster d e-s Co « p e e s h i n a n s g e w o r f e n. Teckijah in Brody. Alle Ah. und Bb. der akademische« Vereinigung. „Techijah" zu Brödy werde» gebeten, heute Mittwoch dm 30. Juli, 7 Uhr abends, im Eafö Arkaden zu einer wichtigen Besprechung zu erscheinen. — Z r o.n i ft en rn Baden bei Wien. Jedm Donnerstag finden um 8 Uhr-abends im CasS Fischer, Baden, Jojessvlatz, gesellige Zusaunnenkünfte der Ziomste« statt, zu d«en Besuch alle Gesinmmgsgcnoffm Md -gmvssimaen he^kchst emgeladen sind. — Z i on i ft i s ch e Sektion B r r g i t t e n a u. Freitag um 7 Uhr abends findet eine Besprechung der Wandrer Md. Wandrerimnn der Bezirkssektto« Brigittenau im Vereinslokale, XX., Karl Mttßelfir.aße 5/1, statt., Nenanmeldungen sind täglich von 6 bis 7 Uhr im Vereinslokale. ' _ . Vorträge rmd Versammlungen. * Juaendverern „A h a w a t h Z i o n". Heute um Uhr abends findet^m Vereinslolale, II., Ennsgasse 15/4, ein Vortrag von Dr. Ch. T a r t a k o w e r statt. Thema: „Hapoill Hazalr" — Die Zionistische B e z i r k s s e k t i o n Alsergrund veranstaltet morgen Donnerstag um Vs8 Uhr abends im ,Cass City (Souterrain), IX., Porzellangaffe 1, einen Disttissionsabeud. Thema: Staatsrechtliche und sozialpolittsche Grundlinien im Judenftaat Hcrzls. Referent Dr. S ch m e r l e r. ' v - Briefkasten der Redaktion. Ostgalizien. 1. Md 2. ist nicht genau sestznstellen^ 3. Nein. 4. Aenddrl sich von Tag zu Tag. 5. Polnischen Reisepaßurid tschecho-stowakesiche DurchrRscbewilliguug. — Ch. Kl. Weiiden .Sie M op dwBmristzergtunpssirlle des Jüdischen NativnalrateS, 30. Juli E Seite'8 Die Wahlen zum Jüdischen Nattonalrat. Die bisherige Arkeit des provisorischen Jüdischen Nationalrates. In den unvergeßlichen Nodembertagrn 1918, als die Lust von dem Rufe nach Befreiung und Selbstbestimmung der Völker , widerhallte/ ist der Jüdische Nationalrnt ins Leben gernfen worden, ,- Er sollte,-die Repräsentanz deS alt-jungen jüdischen Volksstammcs werden/ die nationalßewußien Elemente im Judentum um sich scharen und'sich selbst nnd so.mil auch dem jüdischen Volke Deutschösterveichs eine innere Berfaffnng geben, welche der Gesetzgebung Deutfchö.sterreichs angepaßt, ihr besonderes Angenmerk der Organisierung des Schul- und Jugenderzirhnngswesens und der sozialen Hilfe zuzuwenden hatte. Das Novemberprovisorium hatte bald einem definitiven, aus einem im weitesten Sinne des Wortes demokratischen Wahlrecht herporgegangenen Nationalrate Platz zu machen, welcher . vom Vertrauen der jüdischen Masse getragen, an die Erfüllung seiner schwierigen Ausgaben herantretc'n sollte. Doch die voraussichtlich längere Dauer der Wahlvorbercittmgen ließ die sofortige Inangriffnahme so mancher Arbeiten geboten erscheinen/ die keinen Aufschub erleiden durften. 'Die zu' diesem Zwecke gebildeten einzelnen Abteilungen des Jüdischen Nalionalrates blicken auch schon auf erkleckliche Leistungen zurück. Die Beamt ensektiorr bietet den jüdischen Staatsbeamten hiksreich ihre Hand Md interveniert, wo dies tunlich ist, zu deren Gunsten. Das B er.uf s a-m t studiert die Verhältnisse .in den einzelnen Bernsen und bexät die schulentlaffene Jugend bei der folgenschweren Berufswahl. Die Ge w e r b e s e kt i ö n vermittelt,jüdischen Arbeitslosen Beschäftigung, und fördert nach Möglichkeit die produttive Arbeit im jüdischen Volke. . Das.O rganisationsamt für soziale' Fürsorge befaßt sich mit der'Erforschung des sozialen Elends'unter der jüdischen Maffe und praktischer Abhilfe durch Errichtung von An^speisungen, Kinder- und Säuglingsheimen/ Tagesheimstätten usw. Das U n t e r r i ch t s a m t organisiert Mter bewährter Leitung die erste jüdische Mittelschule, ein Realgymnasium, an d.effm Eröffmmg mit Beginn des neuen Schuljahres ge- - fchnttm werden soll. In dieser Mrstalt werden fach- und. gesinnungstüchtise Lehrer tws Heranwachsende Geschlecht zu guten ' Staatsbürgern, volkstreuen Juden Md ganzen, tüchtigen Menschen erziehen. / Die Vorbereitung der Wahlen znrn Jüdischen Nationalrat. Zu gleicher Zeit wivd emsig an der Fertigstellung des Wahlkatasters für die bevorstehenden Nationalratswahlen gearbeitet« Die breite demokratische Basts des Wahlrechtes erfordert die Erfassung aller sich zum jüdischen Volke bekennenden Männer und Frauen Denschösterreichs — eine ebenso große als schwierige Ausgabe,. an der Hunderte von Freiwilligen eifrig und unverdrossen . Mitwirken. Zchntausende von Anmeldungen sind eingelausen, doch viele Tünserwe stehen noch aus und wo es die oberste repräsentative Institution unseres Volkes gilt, darf keine einzige volksbrwußte Stimme fehlm. DieEintragung indie Wählerliste geschieht durch Abgabe eine^ einfachen schri.ftlichen oder mündlich«^) E r k l ä r u n g m'i t d e m W u n s ch e, i n d i e Wähl» i i st e >a u f g e n z m me n z u w e r d e n. Wer ist wahlberechtigt? , Das Wahlrecht können alle Juden und Jüdinnen, die im Jahre 1899 oder früher geboren sind, und sich im Zeitpunkt der Wahlausschreibung in Deutschösterreich aushalten, erwerben. Wählbar sind alle Juden und Jüdinnen, die wahlberechtigt sind und das 25. Lebensjahr überschritten haben. Wahlrecht und WählbaMt sind von der StaatsbürgerschaftunMängig. Entscheidend für beides ist der Aufenthalt oder Wohnsitz in Deutschösterreich im- Zeitpunkte , der Wahlausschrübung. . In den nächsten Wochen schon wird zur Wühlausschreibung geschritten. Kei« jüdischer Name darf bis' dahin im Wahlkataster' fehlen. Tue daher jeder seine Pflicht und-ermahne die säumigen Nachbarn. Mit den Mitteln des aufrichtigen Bekenntniffes und der begründeten Forderung haben wir bisher gekämpft und wir wollen es aM fürderhin'so halten. Wer solche Waffen führt, dem ist de/ 'Sieg gewiß! Wo erfrlgt die Eivtragung in die Wählerlisten? I. Bezirk: Caf^ „Franz Jpsefskai", I., Franz Josesskai 45, ganztägig- II. Bezirk: Jüdischer Natiopalrat, II., Taborstraße 20«, von 8 Uhr früh bis 6- Uhr abends. (Samstag und Sonntag geschloffen.) Zionistisches Landeskomitee, -II., Zn-kusgasse 33, von' 9 vis-12 Uhr vormittags und von 3 bjs 6 Uhr nachmittags- (Sanrstag und Sonntag geschloffen.) Verein Zion, II., Glostengaffe 30, von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 3 bis 6 Uhr nachmittags. (SamAag und Sonntag geschloffen.) IU, Bezirks Zionistische Sektion Landstraße, III.. Untere Viaduktstraße 13, von 8,bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis 5 Uhr nachmittags (Samstag "und Sonntag geschloffen). , IV. Bezirk: Cafä Technik, IV., Margaretenstraße 32, ganztägig, V. Bezirk: \ Möbelniederlage Rud. Kraus, V., -Pilgramgaffe 22, von 8 bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis. 6 Ühr nachmittags (Sonntag geschloffen). - VI. Bezirk: Zionistische Sektion für du westlichen Bezirke, Vl., Amerlinggaffe 9, im Hofe, von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis 5 Uhr nachmittags (Samstag und Sonntag . Leschlosien),

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