Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 190 (30.7.1919)
- Date
- 1919-07-30
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979267--01697-2987128- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sette 9 Wien. Mittwoch Wiener Morgenzettsns 80. IM ISIS Nr. IW EX. Bezirk: Zionistische Sektion Alsetgttmd, IX., Lirchtm« fteinstraße 11/13, don 9 LiS 12 Uhr vormittags und von 6 dis 7 Uhr abends (Samstag und Sonntag geschloffen); Gesamtverband der Jüdischen Hochschüler „Judäa*, IX;, Alserstraße 28, von 11 -iS t Uhr mittag- (SaryStag und. Sonntag geschlossen). X. Bezirk: Viktor 'Knie, X., Laxenburgerstraße 27/6, 'ganztägig. XVI. Bezirk: Eafö Jungmann, XVI., Dttakringersträße 37, ganztägig. XVII. Bezirk: Turnverein „Makkabi*, XVII.. Rötzergasse 9, von 7 bis S Uhr abends (Freitag rmd Sonntag geschlossen). XVIII. Bezirk: De. Arnold Frirdmann, XVM., Edmund Weiß-Gasse 7, von 1 bis 3 Uhr nachmittags. XIX. Bezirk: Jsr. Tempelverein» XIX.,' DolliNgergasse 8, von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 3 bis V Uhr'nachmittags. (Samstag und Sonntag geschlossen.) XX. Bezirk: Zion. Sektion „Brigittenau*, XX., Karl Meißl-Straße 5/1, von 3 ' bis 7 Uhr nachmittags. (Samstag und Sonntag geschlossen.) DieAnmeldung kann a u ch b r i e s l r ch erfolgen und hat zu enthalten : Vor- und Zuname, Beruf, Wohnungs- «dresse. Geburtsdaten, Unterschrift. Die Briefe sind zu adressieren: Jüdischer Nationalrat für Dentschosterrerch (Vorbereitende Aahlkommission), Wien, II., T a b or st r a ß e 20 a, wo auch Me Auskünfte m Angelegenheit der NationalraiZwahlen erteilt werden. ■ ’ KsmuMMles. «rrndgebung der GememdeLNen gegen die FriedensdedmgLngen Vsrr SKinL-Germain» Außerordentliche Gcmeirrdrratsfitzung am 20. Juli. Dtt Bürgermeister Reumann hatte für gestern nachmittags eine außcrordenlliche GemeinderaKsitzung einberufrn, .m welcher eilte.Protestkundgebung ge gen die Friedensbedingungen von SüiNt-Grrtnairt beschlössest wurde. Die Befürchtungen, das) die tschechischen Gcmeinderäte diese Kundgebung durch eine Geaenerllärmm cmtzebtich paralysieren wollten, haben sich nicht erfüllt. Ein Versuch des Stadttates S i r o t e k, unmittelbar nachdem der Bürgermeister seilte Ausführungen unter lebhaftem Beifall beendet hatte, das. Wort zu erhalten, wurde dadurch vereitelt, daß der Bürgermeister mit seiner Rede sofort die Srtznngschloß. •- In dem Proteste, den der Bürgermeister zur Verlesung brachte, werden die harten wirtschaftlichen, finanziellen und territorialen Bedingungen für Deutsch ösierreich ansgezahlt und darqus hingewiesen, daß unter diesen Bedingungen eint W i e d i t* aufrichtung b'e r . d. e n t s ch tz st e r r e i ch i s ch e n Republik unmöglich sei. Es wird weiter darauf verwiesen, daß in diesen Bedingungen keine Spur vdn einer künftigen Bölkerversöhnimg zu finden sei und daß vW direkt einm Bankerott Wims und des Staates bedeute^ IN, letzter Stünde wendet sich daher brr Grmeindträt dtk Stadt Wim an die Delegation in Sai'nt-Germain, damit sie eine Abänderung des BermchtnngSfriedens erreiche, um eme.Wiederaufrichtung des dmtschösterreichischen Staates nnd Wrens zu ermöglichen. \ Durch eine PrastdialerklaruNg, die unseren NNterhändlerlr in SarNt-Gttmain Unverzüglich zür Vorlage zu bringen ist,, soll nunmehr die WilletiLkundgebung der Gememde Wien znr Kenntnis der Detente gelangen und somit eme Pflicht erfüllt werden, die eine Vertretung der voll dem Gelvaltsneden so hart bfr trvffenest Bedölkerüng zst erfüllen hat. Her MarLtbsrichL. Bevorstehender Abbau der Gemüsepreise. Die Gr,ü» Warenmärkte ware^ gestern gut beschickt. Neben dm Produkten aus der Umgebung warm größere Zufuhren aus der Tschccho-Slowaket. zu verzeichnen. ES ist beabsichtigt einm weiteren Abbau der P r e i s e f ü r G cm 8 s t herbeizUsührm, und zu diesem Zwecke werben Vertreter des Marktamtes; dcrGSVtnet nnd der Arb eitere rate eingehende Besptechnngm Pflege«. Dir Preisabbau soll schon, mie verlautet, auf den Märkten am Donnerstag in Kraft treten. Der O b st m a r k t wies gleichfalls eine etwas besseti Beschicküng ans. Das Angebot bestand «NS Mhr Äs 80.606 Kilogramm Südtiroler Birnen, kleineren Mengen ysN Achseln, Heidelbeeren und Johannisbeeren. Birnen Md Äepstt waren jedochmvn minderer Qualität Md warm deshalb weniger vegchrt. .AÜch Johannisbeeren gingen infolge des zu hohe« Preises — eftr Md» grarms kösttt X 11.50 — nur schleppend äb. < Me Großmarkthalle war verödet. An. Fleisch für den Detailhandel fehlte eS fast vollkommen. Etwas besser war die Situation ans den F i s ch m ä r k t t it. Nebett Nesiett von Karpfen zmn Kilogrammpreise von X 23.50 gab es 600 Kilo» grmiwr Schellfische, die gern gekauft wurden. Der MsWülWreiS beträgt X 7.60. Sie warm rasch auSverkauft. LebettsrniLLelverkattf der NehS. * Zentralmagazin: Salzheringe, Sardelttst, Schökolade, Kartosselwalzgrieß, Gurken- Backpulver, Mandorlatti, Kümmel, Franckkassee, Keks,. Slibowitz von 8 bis 12 nud von 3 bis 5. — H. Bezirk: Sardellm. Schokolade, Kartoffelwalzgrieß, Bari, Tojleiteseise. Backpulver, .GnlaschtMetten, >Soso"-Kasfteersätz, Dörrgemüse von 8 dis 12 und britt 3 bis 5. — III., IV,, IX., XII,, XIII., XV XVIII. und XIX. Bezirk: SalKriW, Sardellen, Sardinen, KartoffttwalMieß, Schokolade und diverse Kleimgkeijen von 9 bis 12 Und von 3 bis 5. — X. B'zirk: Sardinen, Sardellen, Kartofiellvalzsrieß, Schokolade und diverse KlttiliÄeitm voll 6 bis 12 Mb Vvtl 3 bis 5. — XVlt. itttB XXI. BM; Geschlossen. Erster Wiener ÄoMnntt^eiu. Die Abgabe der ungeteilten Artikel er folgt in dieser Wochzckür die l. Gruppe der Mitglieder am Dönnerstäa, sük dir U. Gruppe am Freitag Md für die IN. Gruppe am SaMßtag. Züt Abgabe gelangen: Vs Kilogramm Wrczmbackmehl,?/«KrlvkftamÄi Bohnen als Flerschersatz pro Person, weiters Salz und Sardmm. Bon letzterem Artikel wurde uns jedoch ein tzerhAtzusmäßig so geringes OüäntüM zugeieilt, daß vorläufig nur einem Teil bek Mitglieder Sardinm ausgefolgt werden können: die Abgabe kann nitt llüch Maßaabk det weiteren Zuteilungen erfolgen. Höhe, abzugebeüom Quantums: Haushaltr von 1 ms 4 Personen 1 T se, mit ö und mehr Person« 2 Dosm. W. Donnerstag dm 81. d. M. von 9 bis n U-v H*n, von 3 bis ö Uhr grün: Freitag den I. August van il llhr gelb, von 3 bis 5 Uhr rst. 8U mmmmm ■MWMMHnmii PräKAMeeKtL VK s- SiKLadUNg. Am l. August beginnt ein neues Qumtal. Wir bitte» ünsere Abonnenten, das Abonnement rechtzeitig zn erneuern, batnit keine llnterbrechmig in der Anstellung des Mattes «tntritb Bezügsbedwgvngen: FSr DentschSsterkrich: mit Postversänd Monatlich . . . Kronen 7.60 Vierteliährig < » 22.— GänzjäMg ... " 88.— Mr Polen und die übrigrn NstionNlstnnten: mit Postversänd ' Monatlich . . . Kronen 8.50 VltrLeljährig . . * 85.— Halbjährig r . . Ganzjährig . Für Mett : mit Zustellung Monatlich . . . Kronen 7.- Vierteljährig . . * 20. Halbjährig ... Ganzjährig ... H 40.- Für die Tschecho- Sloivükei: mit^Postversand in tschechischer Währung Mossatlich . . . Kronen 7.50 Vtertkljährig . . * 22;— talbjahttz . i - » 44. Mzjiihrig 88.-* 60.- 96.— Älü-Äexemprnw 38 Hotter. ktas FR Deutschlassh monatlich ö Mark, Schweiz 6 Fravküf, übrige Airsland vierteljährig 26 Kronen? Die GcldfenßMgen für die Tfchecho^TilSMMdi find per MäMÜst äü das Pöstsvatkassenämt P. S. lö0.698 ktt Pbagfür Pokert, .WestgÄtgien und Polnisch-SchlesiL« per Psstartweifimx äri die Wksitev LSttibireP «ttd EsKoMtzLvSanikt, Filiale Kra-ait, W ^Wiener, Mörgmzeitrmtz*, Kvükatt» Ryrrek 12^ zu richten. A-ministrstisn der ^Wiener MsrgenzeitNng" Wien. U^LaboPstrütze 1-3. gehört 44.038«, 43,319. Bühm Md Kunft. -7—' Am Wir ii c v ’ 9om8blen6iiiiS utt. boit -30.. Juli im sslalMrt citidr JubilüumsvorWüng die 25. Ausführung von „König des Lebens mit Harry W ä l b t n als Gast in Szene. . Im . T h e at e r in ch e r Ä o s e fst a d t spielt Direllor O a r n ö wieder die von ihm in Wien kreierte Rolle in dem LüWtl „Der König in Paris . Der Ä.e r b a n d oster r e r ch i s ch e r T h e a t tt* direkror e n hält am I. ÄHUst in Wien eine außerordentliche Gessttalbersammtung.ab. Den einzigen Punkt der Dagesörbmmgchrldrt d« Stelknügnahsste ztt den Forderringe» des S ch a tr s p i?l e r p e r s o ü a l s. , Jüdischer Srchefttrversrm Heute Mittwochs 7 Uhr abends, Orchesterprobe rm Cafs „Industriellen", I., Konkordia^ platz i. ^Mattstettttt ntiidrirtKen. Gifte eftttzoftüftische Ksiiitt lvidcket Aböls Mhck m der ^Jüdischen Nunoschau* bim epochalen Werke Dr. Siegfried BetnschldS „Das jüdische Volk Änd seine IÄsten b".,Hier zeigt mt von heckiaer Leidenschaft Besessener der Meüschheit owe Wege, Neue Ziele, sprüht. Feüerfttnken iü die Seele, stürmt voran, reißt mrt. Mit tresstanfrührentzer Leiden schüft wird hic-r tMüllt, was Jagend ist, was allein chr gemäß ist, was sie dem Botte sein wnn. Die restlichen Exemplare der ersteit Aussage sind zück'Preise von X 8.40. brasch.. X io.80 gebr; durch R. Lvwit, Buchhandlung- Wien»!., Rötenturtnstraße «, tu Die HsSrsöjäue« PogrSMe. Gericht bttMottzenzettung.") 87. Juli. . Jij bet Nachmittagävtthmchlung bei Samstag wttdtt zuerst Wilhelm und Klara Ber st eittbernontMen. Wilhelm Berg, war einer der ersten, dw arrsg-plüssbsrt würden. UwgefLhr irln 12 Uhr drang em Haüft/in seine WohnÄttg ein. Berg erkannte unter ihnen. best Stanislaus Lüstig^ der sich übrigens auch vorstellte, indem tt mtf Berg znkam Nnd sagte: „Sre kerlwen wich jä, ich Vitt dtt Lustig." Plötzlich MN mm Lanke übet B-rg htt, schlÄgtzÄ ckit Kolvdn aüf ihn lvs> tbakpft auf thm> herftfti, ivtzpft ihn fast nackt ans ünb rauvttzn khttt ^000 Kronen.' Als tt sich tthstz ünd ttts Zickmet trat> stürzten Lustig Mb eist zweitt-r Sölbat. öet Korporal Jen i cl<t> auf ihn zu, sttzteü ihm M« Pistole an die Brust, während andere GolbareN die Bajonette auf ihn richteten. Lustig wandte sich äü Bttg mit den Worten: „Oeffnen Sie die Kasten, sonst werden Sre erstochen." Berg össnets uüd Lustig sowie Mi andere raubten über 4000 Kronen in barem und den werrvvllen G ch m«ck btt ^rau Bttg.-Mch die güldene Uhr und Kette knipsten hm die Gauner ab. Währenddessen wurdet: bis Kleiber- «Nb Wäscheschränke geösftret. Man passte Wäsche und Kleider zu-!rmmen und' trüg sie babön. Ich nächsten ÄUgÄidlick erschien tt Angeklagte Hölik Uüd wandte sich «ft die Plünderer mit m WötteNr „Hier hättet Ihr dätz Nicht tütt sollen. Berg ist ein ärmer Kerl so Wie Jyr ftn: "'öt durch den Brano alles öttloren." ' Aüßer e n? t r i k erkannte. Berg Äüch B r n seftöwsri, der das Geld nnd den Schmück aus btt Kasse äeNÄMmSN hat. Obwohl BrüseftWski leugnet, t,i:\ bei seiner Behauptung, worauf brr Staatsanwalt u ) n BrnsenowSki die Anklage eirtsprechend ausbehNt. Die £:.iu. deZ Berg dostätigt im wasentlichsn bk Anäabön ihres Gatten. Sie bedauert am Mistest, wiß chr BchMck, m feit dreihundert Jahren im Besitze der Familie gewesen fei., abhanden gekommen ist. El werben hieraus die beiden Aerztt Dr. Kvfatik und Dr. Knopp als Zeugen vinvernonttnen. Dr.Kosatik gibt an, daß er schon urn 4 Uhr früh von srftlvnt Diensth Mädchen geweckt worden sei mit dem Bemevk««', datz. vraußeft, zwei Soldaten warten. Auf KosatilÄ Frage sagte eintt vom beiden: „Wir sind Bo Ische w i k e n", worauf Kösatik antworkete:„Da macht ihr dem tschechischen Volke eine arg« Schaube." Me forderten Kosatik ans, Verbandzeug zu sich, zu nehmen und gingen mit ihm. in die BrcurnttveinschenLe G rÄtz er, wo der Arzt fcststellte, baß Grätzer bereits' -tot sei> Im Schankzimmer verband er dief nm Unterschenkel verwundete G t L a Z. Auf die Frage des Vorsitzenden, was' er sonst noch gesehen habe, gibt der Zerme an, daß dev Anblick in dem Zimmer — die Leute hatten Schnaps guS d e n Fässern über ben Boden rinnen lassen u.nw st ritten über die Beute — so widerlich war, daß! er sich Um MchtS weittt' kümmerte und nach Hause liest * Dr. »nopp wurde durch daS.D^stmä-dchen. undtote Franz Senkirik gegen halb 4 Uhr zu Grätzer geholt. Unter-- Wegs ttzähkte Senkirik itt bedauerndem Tone, eS" sei ein Jude itTW‘ ein Mädchen gestochen worden. Er betonte übrigens,, daß-, die IjenK - beschlossen hätten, dem Dr. 5knopp werde nichts gefchchen. Bxüun^ 88. Juli. ' Die heutige 'Berharrdlüng begann mit der Verlesung! von ProtoÄtlen. Später wurden stoch einige Zeugen eiftvvr^ nommen. . NW im Jnnr ,er Zeuge erklärt: Ich kann' nicht sagen, ob. Kmpala angeheitert war oder sich nur übtt bis PlÜnbsrungLn so gefreut hat, wie ich sell'st. Auf die Frage, warum er sich gefreut ha 8« erwidert der Zeug«, er fei nach 50 Monaten von btt Front gekommen. Sein« Mutter habe Ihn nicht bewirten können^, wett sie nicht imstande war, auf dem Marke etwas einzukanfen, denn dir Juden hatten alle« Merzahtt. Dtt Staatsanwalt hält dem Aengen vor, daß Lss nicht an gehr, sich über strafbar« Handlungen zu freuen. Die Btttreüer der PrtvatbeteMgWn stellen an den Zeuge» die . Frage, ob tt mit Jude», zusammen gedient habe. Zeuger Ja, aber in der Kanzlei. Auf dir wettere Frag«, «H Hm bekannt sei, daß 18 Hollesch auer Juden - gefallen Iden und oh diese vielleicht in den Kanzleien ihren Tod gefunden hätten,' weiß der Zeuge nichts zu ertvidern. Zmge Ferdinand Grätzer fchlldert di« Plünderung in^ feinem Hause konform mit seiner Uatttn. Ilm 3 Uhr waren di« Fenster der im Hochparterre gelegerren Wohmulg Zeugd nnd seine ht von der Kugel eisten scharfen Schuß abfeuerten. Der Familie feien nur b""*\ einen Zufall nicht getroffen' worden. D.e ^luuoüÄr riefen ihm zu: „Öeffne vre Kasse." Während Grätzer den Leuten aus bev Tasche' größere Geldbeträge und" wertvolle Schmnckstückr gab, die sie Mort unter sich verteilten,, brängt-en sie fortwährrich zur Eile, weil sie mit dem Frühzug um' '4 Uhr von Hotteschau ahrttsen wollten. Auch' beim HauStor versuchte «in Haufe von Leitten einzndringen, doch hielt, ihnen bas Tor stand. Zwei von den ekngedrungrnen Plünderern waren mtt dem empfän-- gen'en Gelbe nicht zufrieden und fragte daS Dienstmädchen, ob -Grätzer noch Geld besitze. In eiuenl-von den beiden erkannte Grätzer. mit Bsstimmthstt den Angettagtvn Bäkara.. Naubeu «ns pllürrbern bat tt ihn jedoch nicht gesehen.! DaS Dienstmädchen sagte oen Plünderern, Grätzer Habs kein. Geld , zu Hause, 'sondern lasse sich immer nur aus btt 5&trt£ kommen, was er zur Auszahlung brauch«. Die Plünderet verlirsisn hierauf das Haus. Da daS HauStor noch: immer vttsperrt war, gab Gmtzer hem HausmMrr den Schlüssel, der thnest das Tor. öffnete.. Grätzer mttffi Schaden vvH 49.000 Kronen erlitten. Die Zeugenaussagen der Oberleutnants Älbin und Friedrich Ma t u s ch k a werden aus den' Protokollen Vev« lesen. Di« .beiden Offtziere' waren «n nächsten Morgen mit einer NsststenzabteilUna von Mremfitt nach Holleschan gekommrn. An diesem Tag« war in Hotteschau gerade Jahrmarkt uud'eS hatte sich in dtt Stadt eine große Menge von Marktleuten mtt ihren Fuhttverken eingsmnden. Als die Marktleute hörten, daß in der Wiadt gsplünoert wttbe, halfen sie beim Plstndern mit und führten die geraubten Waren Mtt ihren FührwttSett nach Haufe. Obsrleutuant Friedrich Mätufchkr erzählt, daß sich ein Teil der Mannschaft jener KvMpanie den Vlünderern. anschloß. UeberbieS war sein« Mannschaft mtt verrosteten Werndb- Gewehre«. ohne Bajonette bewaffnet, während die Plünderer mit iyvdernen Schießwafseu. und Handg'ranatest ausgerüstet waren. Er wartete deshalb die 'Anklmft bet Abteilung seines BrubttS ab und es gekang ihm dann, zuerst den Mng urch hierauf die umliegenden Gassen zu säubern. ES wurde eine große Zahl von Zivilpttsonen und Soldaten verhafte^ die zum Teil nach ÜnMi-Hradisch, zum Teil dem Wachebttachemeitt, ist Kremsier ekngeliefttt wurden. An die Namen dtt Verhafteten können sich ditz beWn OMiete sticht drttmttrki Eim blutige ^HlvesterNnLerhalLMig. Ditz Gattin erstochen» ihren Liebhaber schwer verletzt. . Märke Kern war seit deck Frühjahr 1ll18 im Hause NeÄttrchettseldersttaße 69 Mi Hausbesorgerin bedien stet. Ihr Dkürftt tvat dMatS eingerückt und sie lebte mit ihren drei Kindttn allein. Anfangs November vorigen Jahres kehrts ihr MäÄft zurück nnd die gemeinsame Wirtschaft begann witzbet. Der Diann erfuhr alsbald von den Beztthusigtn seiner Frau M Alexander Eiftznhut Und es (aninut zwischen best Eheleutest zu heftigen Auftritten,' doch wiitden dieselben imMer wieder geschlichtet und eS schien, als vb fid) Karl Kern mit den Tatsachen abgefunden habe. Die Hausbewohner konnten selbst sehen,, wie Kern und Eisenyüt gemeinsame Arbeiten im Hose des Hauses verrichteten. Kern selbst war es auch, der.den Eisenhut einlttd, mit ihnt sind seiner Frau einer Silvesterunterhaltllug beizttwohuen. Elsenystt gab zum Besuche derselben'der Frau Kern eiiicn Äiantel 'nid Pelzkragen seintzr Schwester, weil Frau Kern keinen ordentlichen Anzug besaß. Die Unterhaltungverlisf.ckehr animiert. Fräst Kern tanzte viel nnd ihr Siann sang einige Lieder. - Nach 1 Uhr mmhte sich die Gesellschaft auf best Heimweg, wobei Ftau Kern in ihren Gatten Nnd Eifenhvt eingehängt war.. Ans dem Heimwege kam es tt'.ln zn einem Gttett. iwifchsn den Ehegatten. Was ans dem Wege, zwischen den.bettest gesprochen würbe, hörte niemand ans cher Gefcllscha't. Plötzlich blieb die Frau zurück .und der Mmm sagte Zu wi'.uchüt, seiner Frau sei schlecht geworden. Bei eintt GtrasieulrenZUng trenntest sich die drei von den übrigen i;,!& begaben sich' in die Wohnung des Kern. Ungefähr Um ..'Uhr langten sie dort eini Die Vorgänge, die sich nttn abspielten. sind sticht ganz aufgeklärt. Ein jilnger Biirsch« naisteUS MNz Wüzl, ' '' ' .. * Eheleute der während der ^ibwrsenhett der Wohnung nstd soll no.a, wie Eiwuhnt illntvefleckt dl« Wohuung^iir vssnete und heranstrat. Durch das Küchen senstex W er «och, wie Frau Ktt» kniend ans dem Fuß-