Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 185 (25.7.1919)
- Date
- 1919-07-25
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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. m m WM Frevag ■s«<Wi>ir<iw*grti»mi,i'r<n.iii.... ... ....mm Wltntt Morgenzerrung eWiDLdi»»«tä»>ßM» ,^ . >,», . 2b. zurr iNV ri^ti.. «"||||...|^.| m-nf SMS-S '»Ti«I,■■■ i . „all -aS eine MWt versagte, trat das andere in die Er- Meinung. Auch die Alldeutschen Möchten dieser glorreichen Tradition gern treu bk-iben. Es ist ergötzlich, zu Lesen, wie sie m ihren Zeitungen und Aufrufen sogar die Phi«iJeologie, mit der sie währenddes Krieges ihre anßenpolitische Diskussion kompromittierten, ««umehr nach dem Scheitern dieser Politik unverändert gegen uns zur Anwendung bringen. U?üer uns wollen sie sietzt den „Endsieg" erringen, den ihnen der Gott Ler schlachte» schuldig geblieben ist, und sonnen sich «r Vorgefühl strategischer Triumphe, vor denen sie «ns freunhschastlichst zum Zittern attssordern. Statt ihnen diesen gefallen zu tun, konstatieren wir indessen *t*t in etter Ruhe, daß die Herren ebensowenig' wie fe den Letzten fünf Jahren auch heute noch den Geist der jZE zu erfassen vermögen. Die Entente will sich nämlich diesmal nicht damit begnügen, den alldeutschen Chauvinismus nach außen hin unschädlich gemacht zu haben. Sie will vielmehr diesen Geist selbst brechen «nd dazu schafft sie, um sein Abreagieven nach innen g» verhindern, Schutzgesetz? für die nationalen Minderheiten. Diese Gesetze tverden eine Judenpolitik gegen «der auch nur ohne uns Juden unmöglich machen. Der aber mit uns an die Bereinigung dieses Problems schreiten tvlll,> der soll uns bereit finden. Nur wich er dis berühmte „schimmernde Wehr" endgültig A«m allen Eisen werfen und sich mit unS friedlich an den BerakiMgStisch setzen müssen. Dann wird die Welt vielleicht doch noch erleben, wovon sie bisher nur parvdistische Zerrbilder genossen hat: von sachlichem Ernste getragene Jndendebatten. ZMMd. Die ToLMsateurftsner. In der -estrigen Sitzung des FinanzauSschnfstS der NatwüÄversammluug erteilte der Ausschuß nach einem Referate des Abtzeordneien L eurhnr r die Zustimmung M den vom HeereSansschO gesüßten Beschlüssen bctrcj'enb die, ErhökMg der UnttrhoWvettrage skr die Angehörigen von Kriegsgefangenen. Sodann erstattete Abgeordneter Schiegl rin eingehendes Referat üb« de« vo» ihm eingcbrachten Gesetzentwurf betreffend G eb st h r t a vou Totalisateur- und B u c!)- mach er «eiten sowie Maßnahmen zur Unterdrückung des W i n I \ I« e 11 w e f e n s. Nach diesen Anträgen, denen sich der Ausschuß erschloß, wird die Einiatzgebühr der den T o t a l isa t r u r w e t 1 e n von 5 aus 8% erhöht, für die B n ch nr a ch e r w e t t e n eine iÖ®/0tßC Einsatzgrdübr einaefichrt. Die Grwmstaebühr beruht ans dem Rdmtab:p>üits» und OuantitätSprinzip. Ber einem Gewmn bis zunr Drersacbeu des Einsatzes VchMt sie M/-, denn Gewinn von mehr als.dem Dreifache» bis pm Mstachen des Einsatzes lcA», beim G^vntn von ynhr als dem Elffüchen bis mm Etnundzwanzigmäten 30^». beim Gewinn von nrehr alS dem Einund?,wan.Pvsachen bis zum Hrmdrckrnfachen 25"/,. beim Gew-un von mehr als dem Huyderternsachen E/,. Acherfteigt der Gewinst den Betrag von ll 4tM, so betrögt vre Gewimlgebühr ohne Rücksicht auf iurS Verhältnis der Ouote zum Einsatz 3S"/, des Gewinstes. Bei der Beschlußfassung wurde darauf Rücksicht aeuommen, daß bei der Emfatzgebirhr sowohl bei den TotMaienrals mtctj bei den Buchmacherwettrn ein 60"/,igrr Zuschlag zugunsten von Land and Gemeinde eiutreten wird. Die vyn dem Buchnracher au Stelle der Gebühren von den ihm ans den emrekum Wetten zufließendcn Gewinnen zu entrichtend«: Panschalgebubr winde vo« 15 auf 25°/« erhöht. Äufierdem kann von den Grivmstaebnhren sowie von der Pauschalgebsthr der Buchmacher ein Zuschlag von 20°/« eingehoden werden, dessen Erträgnis zwischen Land, Gemeinde, Bezirke und Krani'enanstMmfvnds auknteileu fein wird. Das vomussichrliche Erwägnis ist aus Grund der Sckäunngrn für M Staat Mit rund 35 Millio ne«, iür Äind. Guue-ude, Bezirk «ob Krauknranftaltensonds mit rund 20 Mtllwnrn ünzunehmen. Die S t r a f b r st r ru m u n g e n erfuhren eine Bersch ärfang. DLe Besprechungen der Regierung in Feldkirch. Nück^eLs« Hk Staatssekretäre und vrs PräftdonLo« Seitz nach Wie«. Innsbruck, 24. Juli. (Ted der „Wr. llRorgeust^") Auf der,, Rückreise von Feldkirch sinnen^ heute nachutitlagS Präsident Seitz mit den Staatsiekretänu Dr. B a n e r, Dr. Schumrter und Zerdii hiev mi. Dw Genannten hatten m F e l d k i r 6) Gelegenheit, m lueljrcvcu vielstüudlgeu Konfereiizen den ganzen Komplex des FrirdenSvcrtrageZ dNrchzubisprechen und Jnformationcu des SratOkawöerZ Dr. Renner entgcgenzvnchmen. Dir MitgliÄwe der Regierung setzten nach einem geureinsamen Ab-kNdmahle in der Bahnhofgästivirtschast die Reise nach Wien %•?, um morgen dem HaWtüttsschusse über da§ Ncsnltat ihrer Küufeeen.i nur dem Stnatskanzler Dr. Renner zu berichtnu Dr. Renner srirMsrits lehrte von Feldkirch auSnachSninr- Germaiu Zurück, um die, schriftliche Beantwortung des Friedensvertragsentwurfes zu teilen. Da btt zur Beantwortung geftMe FM vo« Hu Taaen hretzu in keiner Weise ausreicht, wird sich Dr. Mnmr vorerst mit der Bitte um Verlängerung deS Tevmines an de« Generalsekretär D u t a ft a wende«. Ein eigrrrtkmAchvs BerichLigmrxsverfahrstt. SelzbUbg, 24. Juli. üTel. der. „Sr. MorgnM.") Die Ver/mmuZmäikurr der f o g i a l d e rn o k r a t i s ch e n orgauüierftn Arbeiterschaft mit der, Ausschutznurgliedern der Ardchmäte eMiene« in der Redaktwn des »G a l z d «r g < r B o %!l$ T) 1 a 111 '8*, düs über den WcltgeUrralstreik und den Mreik der Salzburger Arbeiter eine aLMrge Kritik veröffentlicht hatte und . forderten die DeroffeMchuns eines Artikels mit der Begründung, 'daß nur dadurch di« Aufregmtg in der Arbeiterschaft, die so oft zu den fvlarMwenten Handlungen mifchloffw wäre, Unter dem Drucke dieser Dryhantz veröffentlicht das genannte Blalt den vorgelegten Artikel au der Spitze des Blattem der Nummer vom 23. und 34. b. M. und keistetste wetter zur Söhne kl vysttz für die heimkehrenden Wzdurger KriegSgrsangntt« und K 5000 für die Gal'.bprM MMartm». Mese OeMge mußttn M heute den i« Bewacht tznmmbm AvrpprMivnn, gegen BestSliMNtz MüesM weiden. Vntstrch mußte sich das erwähnte Blatt verpsuchrev, 20.«'OO Flugblätter mit dem Texte de? vorMrgtm ArtckelS eigene Kosten herzustellen, um „so zur Bemhrgrmg der arbeitenden Schichte« Salchurtzs deiKlstragen sichru? Frankreich interveniert nicht in Angarn nnÄ Rntzland. ELKe ErklKeZZAg ELeMeneemrs. Berlin, 24. Juli. (Korr.-Bm.) Sitz „Alls Ksruems Deutschs Fsltmrg" m-^LdeL arrs dem .Haag; C11 m «ti c c a n s«rb Fseitag Lsrr AvL sitsrsühr rrrr ß^egerrKbsr dis ErLÜLsllrrg srh, daß F r s rr k r? e L ch w s tz e « in^ Rrrß1a«Ä ln; Angarn intet* t.nicv tn bssbsichtigs. Es gebe mlV rrsch ein od^r Zwsl Bstaltlmc im MaMsrrgeL^ste 5>«f Armes KolLschsk. Alls TrrrPpmtt'KrrspsrLL vn% MrunLiSKSzttsuhrsLr» die hsrrts asaen ARgar:,? ftammerr vsrr englischer SZste. Der BerDKrheiLerftrsik in AUsd«!MN«g des AASstsmKes. GsstzeAde Gefahr des GirrsteMng Ser ZtrhuMshrtrieSs. L s n d s n» 24. Jul?, (KorrMm.) Der Vsrsitzesrds des PerZsrbßltrröurrdes vorr PsrZtftstre, GmMz, erkMte, daß tzKs Vvrgshsn der AegisertNffdie ÄatsyseU Mach Hsrlyhirs sttLfsttserrm die Pmüpsr« im KshLerrZedieL M üekim&n, bk BergärdeLter in ihrer HaZLmrg bsftarksn würde. 'Ger Streik Hat wieder m AusdehnUng z n ttoüMtten. Larresftstre streiken m&m} in Uottürahamshirs Marr«^ in MsnMorrLhMre ME«. Gis Industrie wird durch den KohlenMimZeA Mmer gstrosfen. Dis großen' Firmen im DistrM GheffisW erKAren, daß fts?e!hft Lsr grsWss SMrfsMkeit imKohlem- ÄsrörLmh ihren Bstrisl» nur rrsch einige Tuge fsrtfetzsn kInnsn. Die AyheifenfaÄEanrrn an der NordweftLNfte En^^.nÄZ sehsrr Ach gendek-, die Rstzsisenprsiss um 12 Schilling die Tomre Zu erhAtzen. - Me RkgkrrWslLe in WaWttßtsn. ANL§Lg auf VerhKrrgLNg des GTlÄgeerrr?gsMstaNdes. W a s h i u g L s 24. Juli. (Korr.-Bm.) ^m AeprirsentauLenhans WArds ein Antrag ewgedracht, WLLfsn möge Mer WaWngwn den BsiKgerrrNgszrrstKNÄ verhLngen.' Die Lage hat sich^ 'in. WKsHinston Verschärft. Die Neger durchrasen die Stadt auf Ä u t'o s rmd s e u e r n auf die Weißen. Dis Soldaten find zum - Asrcherften entfchrofiLn. Gis Reger versnchru, sich dem Weißen Hanse zu «Ährsn. .+. Washington, 98. M. (Korr.-Btw.) Trotz der gettofsrnen militärnch-u Masmahmru hgSru sich die Gewalttaten der Neger wü-rchvlk. Zwei Angehörige der Wachmannschast wmden getötet, ciii düffcr sch w er verwundet. -Da Oewalttäugltittn bckchräukrn sich aus das Zentrum des AeguvttitrlS und die westlchrü Gta^tteür. Bvn drtt Schwarzen ww'den mehrere Gewehrfchüffe auf Paffanten abgtgebnr. Eö gab . indes keine nMn Dpser. Lytzri, 94. Juli. Die französische Prrffe ergeht sich in Betrachtmigen über dre ll r s n ch e n d e r N e g e r k ä m y f e in den Benyriglkn Staaten. Die Hauptnrsache dürfte sein, daß dl^ amerikanischen Mger in Frankreich, das keinen R-isseu-- und FalLruunterschitd kennt, als Brüder, Mitkämpfer und Befreier anfgenommen worden warru. Die Negertruppen hatten oit an eri^che'deadvm retlgenomiurn und sich ausgeMMt gelmiten, kein Wunder, daß sich Frankreich ihnen hankbar zeigte» Sie wurden als tzesLAH-rjtlich gferchstchÄch betrachtet und konrüen wahrmd ihres ÄuseuchalwS in Frankeeich in der Gesellschaft verkehren. Nun. nach der NiMhr, werdm die g r f e i r r r e n K ä m p s e r wieder des llirkerschirdes gewahr, ste müffe» in b«-- synderen Eämlwchnwag'N, sichren, HÜrftt, Restaurants, Casts' Mid Theater, die vvu Weiten henrcht wesucht werden, nicht aufsuchcn und sich nienrals einer Weißen nähern. Die vielen Tarrsende von Schwad, die biZhxr aus Fränkrerch in die Bereinigten Staaten znvücktztkchrt sind, wollen intu als DvMÜiger behandelt werden. __. PMsttzLNtLttÄriss in Poktt. G-o.i!rSsGsvMÄiK, V4. Juli. (Korr.-Bux.) Der Warschauer Spezi'iitU'-Mexsbüter des „$11 w N vrkHera i b“ meldet, dH dir S t e l l u u \\ Padercw 3 ki § erschüttert in, da er seine HanvraMngnschafr unter den Kdnservgtiven, die ifcj» bas Agrargrsetz verübeln, verloren lmbe. Kein einziger seiner Minister konnte m der Letzlttr Zeit ein Berttauensvotum erlangen. Man spricht davon, daß er nach seiner Niickkehr» die sich nur durch die Bcrhandluugcn in Prag vozögerk-, zurücktreten werde. Als Nachfolger tommen in Pe'.racht der Führer des Posen« Landtages K o r f a nt y und der Bizmunisier für Aeußere Skrzynskh, der das Agrargesetz dmchaefetzt Hot. P t l s n d S k i soll mehr zu Lchterem neigen. Dw Opposit-on hat die Absicht, unter llmständen PadcrewSsi dadurch zum Nückmtt zu mrngen, daß sie die Ratifikation bes tzriedenSverttagtS » e»r -z S g e r t. fpricht aller-ing-, daß sich dadurch dir lsedern-aKuw -w- Ä Ü l i «ti» n P r v » t n q r n Deutschland- ^:rch Ässlen tbe-sgllS retAge-'t wiktz? und dir Deutschen in die Lage tämeu. d:e E jener Gebiete Hiv ihre eigene Äersorggug ,w verwenden. Dies würde die WirischastSlage Polens im nächsten Winter wekeiitlich verschlechtern. Politische^undfchau De»tschl««Ss nentt Avßmminister. Der Nachfolger des Grasen Brorrdorfs-Rantzan war iwch vor kurzer Zeit dev weiteren Oefsentlichkeit völlig unbekannt. 2tus der. Acbeiterschicht herdorgegangen, . durchlief er den üblichen Instanzenweg des sozialdLiwokratischett ParLsiheantheu, ,md als er nach den:' .- Zusamwenhrvch der Regierung Scheidemamr den ihm' angehotsnsn Posten ach Außenminister übernahm, dachte mancher, Laß Deutschl-and, auf dev Suche nach irgendeinem, der den Wut besäße, den Friedeneoertrag zu unterschreiben, ohne allzu große Atrswahl gerade aus den Unbekannten und Unbedeutenden jemanden heninsgegriffen habe. Aber die Rede, die der Minischr Müller in Weimar gehalten hat, Lehentet eine ganz ausirrgeibühnliche Ifeberraschung. Es zeigt sich nicht nur — soiveit man sich aus einer emWen Rede ein U'.t.'iL bichsn kann daß bas Deutsche Reich in feinem neuen Zelter der auTwärtigen iAokitik einen gkivMtdien Rrdrtrd i besitzt, der auch schwierigen Situationen gewachsen W shstdern es offenbart sich, haß. nrit dem neuen tatsäMch ein. völlig neues System in Dentschlano beginnrir.foll. Worte, wie sie der Minister in dieser Rede - gebraucht hat, lvnchen seit Jahrzehnten in Deutichrauch von so verantworkkicher Stelle aus nicht gehört. Die/ Geschehnisse der letzten Jahre haben fast schon alte . -HvffnnUZen darauf zerstört, daß jemals ein s-llcher Geist in Deutschland wieder auserstehen könnte. Geeni-a in den letzten Wochen' ist das Säöelrasstln der Red.vucha>. polltiker, die immer noch nichts gelernt haben, so lank geworden, haben sich die Kundgebungen für den ,Allerhöchsten Herrn" und gegen die „jvttverflüchtr Rowibiit" sv sehr gehäuft, baß man unmöglich noch in drr pa - irisches Umwälzung, welche den HvhenFollernthron ge-- ^stürzt hatte, den wirklichen und wahrhaftigen AusbruL der deutschen D>olksstruktur betrachten konnte. Jeder' noch sv schüchterne Versuch, die SchnLfrage auszu-'- rollen, wurde als Verrat an den heiligsten Gütern der' Nation geörandmarkt. Der neue Außemninisier aber nimmt dieser Schuldfrage dadurch ihre Schärf?, daß er an. ihrer Stelle die Frage der Wiedergutlnath'.-ug in den Vordergrund drängt urä» den nneingeschrnükien Willen der deutschen Bevölkerung, hierzunach besten KrAsjen Leizutragen, ' betont.. Mit menschlichen'. ' Berständnis und warmem Mitgefühl spricht er von t;'N' Venwüstvngen Ln Norbfrankreich und Belgien: „Kxiü? B. li b'"' r.'.'nhärll'.ismäßig so viel Tote verloren, \a-. viele Verwüstungen erlebt, und so viele Opfer bringen müssen als das französisch? Volk. Zeigen wir hcShsilb Verständnis für die derzeitige Mentalität die'sLs:. Volles." An solchen Worten erkennt man erst derttlich. Wie ungeHerrv vie>. die Negierung Scheidemann durch ihre Unterlasfuntzeu an Deutschland verbroastut hat. Wenn diese Red»; nicht erst jetzr^ nach erfolgter,Ralifizivrung deS,' Dewaltfriedöns, sondern seinerzeit. urich u U'^ bar nach der Uebernahme der Regierung durch die SvziaLemvkratie gehalten worden, wäre, so w.".re zweifellos auch der Friedensvertrag ganz anders ausgefallen. Was diesen Vertrag so schroff und nuvorsöhnlich gemacht hat, das waren die 5^undgebung?n des unverminderlen Chauvinismus, di? ohne Nü^jicht auf den äußerlichen Shstemwechsel in Deutschland bis in die letzten Tage üblich blieben. „Die Seele uttf-.'r?r Jugend soll nicht durch Haßgesänge vergiftet werden"^ bis vor ivenigen Tagen aber hat dir deutsch? Negierung nichts dagegen getan, daß die Entente insbesondere Frankreich genügende Bett^eismittel für das Gegenteil vorfinden konnte. .Die Rede des Ministers Müller kann einen rrou?n Merkstein in der deutschen Entwicklung bedeuten. Spricht hier in dem neuen Menschen nur die erwachte Mei-ich-- lichkcit eines einzelnen, eines Einsamen in der Wüst?,' so wird Nichts das tragische Verhängnis DenrichUinss aufzuhalten vermögen. Bricht sich aber in dirser Reve endlich der unterdrückte 'Geist eines nur durch politiiche Geschäftenracher vergewaltigten Volles durch, das mit feinem Erzberger und Konsorten endgültig ansznräumen gewillt ist, so darf man hoffen, daß Deutschland einer Neuen Zukunft entgegengeht. Der MinoriLKteAschutz. Düs Kvpruhagttm Zionistische Bureau verlautbarl UiHvuH Erllänmg des Komitees der j ü k> i s ch e n R a t i o n a I v ii t. * und Delegationen inPari § iiber die Aufnahine der Klansel des. M i u o r i t ä t e n s ch n tz e s in dtm von Polen nnterzrichneten Vertrag: 1 Da§ Komitee der jüdischen Delegationen betrachtet den - von.Polen arn 38. Juni Mterzeichuetev Vertrag mit feinen VtftüumuUM über den Schütz der Minoritäten als ein historisches Ereignis ersten Ranges, da darin ein vvllftänd'g neius Prinzip des Schutzes nationaler^Minoritäten nicht nur in Bezug auf bürgerliche und politische Glcichberethttgnng. sondern auch bezüglich der religiösen, e t h i f rfj c n unbnationalrnEigentümlichkcite.! anerkannt wurde. Wenn auch die Erklärung der Juden als Nation hierdurch nicht klar formuliert wurde, ist doch der jüdische Organismus tatsächlich als. Minorität prorlarniert whrden, der man g r w i f s r n a t i o n «l e N r ch re ein-- räuwen «up. Dirsqv Resustst ist weit entfernt, von Sen stom Herongen, die durch bnS Könnt« der rHelegatisnen in ftmrnt Wmorandnm onstzestM würben und noch weiter dvu den Mnschr« dekjmlgen Mitglieder, vie Rvch rnksilalere Mandate hattet:: aber es ist ew sehr brdeutftmer Schritt nach vorne. Auf dieser Basis tverden die jüdischen Ml.stest Überall ratsächlirii nat'.onale Rechte erwrrbm können. Ans allen diesen Gründen kann «an damü rechnen, Laß die Iudruheit der verschiedenen Länder diese vvsitiveu Errnngensch asten an-