Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 184 (24.7.1919)
- Date
- 1919-07-24
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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eite‘4 Wien, Donnerslag TelegrEMe. Wiener'Morgenzeitarrs. 24. Juli ISIS- ' Die PsgrsMe N OsUeschan. j, Die üffenfte® gsgLN Slttfiiätikif. Der WormKrfch her rmgarischerr Truppen. . ft Budapest, 23. Juli. (Ung. Tel.-Korr.-Bür.) Das ArnreLBLerksNmrnndo tril^ mit r Anfers Roten TrrLP^sn sstztsn ihren Vormarsch rrnter harten KZvrrr^en fort rmd besetzten hsrrte Kis n x sz o'r'lo s und §rr r k ew e. Eines unserer tAAsLrerrreginrsntsrritt eine ALLaÄe gegen romanische KavaLerre, warf diese ZnrÄckr rmd steht bereis isor KareZa^. BndapesLer Truppen warfsn im Verein rnit dem Biharer InfanLerisreainrenL und Matrosen die Ru-, märrerr bis MezoLrrr znriiek. Bei. TrszafVröd überschritten die LsWührten inLernaLionalen Roten RegrrnsnLer nach AehrrrmnÄrmg schwerster Hindernisse die Theiß nutz warfen den Feind in den Flrch.'ZWifchsn SzerLLZs und MinÄZent rvrrd heftig gekLmpst. Oestlich und südöstlich von T§ks; haben wir neuerlich Raum gewonnen. Die SzsgeNWLL' rsgierNNg. Rekorrstruktron des Kabinetts. — Der geohrfeigte Minister. — Michael Karslyr ge--' ffohsn. i Budapest. 23. Juli. (Tel. der „Wr. Morgenztg.*) Nach hier aus Szegodtn eingelarrsenerr Nachrichten bestäLigerr sich dis Meldungen über die Ä ekonstruLLion des dopt amtrependen K a vo l yifchen KaLineLts. Allerdings soll diese auf große Schwierigkeiten gestoßen sein. Karolyi ist tatsächlich znrückgetreten. Sein Nachfolger ist der ehemalige Reichstagsabgeordnete Deftder Abraham. Das Ministerium des Aeutzern übernahm an Stelle des Barons Bormemisza Graf Paul T e l e L y, das Ksregsamt der ehemalige General' und langjährige PsLfidialches des Barons Hszai Alexander Belitska, WohlfahsLrninister wurde der Szegediner Advokat Dr. Michael D ö m ö t ö r» das Fmanzportefeuille übernahm Baron Ludwig. Solymoszy. Der in Szegsdin weilende Gras Johann Zichy, unter WekLrle «nd TisZa mehrmals Kultusminister, wurde in einem Kaffeehaus wesen antisemitischer Aenßerungen von einem Offizier g «ohrfeigt. Graf Michael Karolyi, der Urheber des ganzen Unglücks Ungarns» ist über Genua nach Amerika geflohen. Sei» Vermögen hat er'mitgenommen. Weshalb Graf ZMus Karolyi dsMisfiorrierte. Kampf wegen des jüdischen Ministers. ' ' Ezegedin, 23. Juli. (Tel. der „Wiener M'orgenzeitung".) Die wahre Ursache der Demission des Ministerpräsidenten Graf Julius Karolyi ist die wüste antisemitische Hetze, die im Lager her iSz?s.ebiirer Gegenregierung bereits unhaltbare Gegensätze geschaffen hat. Die Hetze ging aus dem Offizierskorps hervor, welches während'der Minister-!' Präsidentschaft Karolyis dir Herrschaft ganz an sich gerissen hatte. Im Namen dieses Offizierskorps erschien-eines Tages der Staatssekretär für Heerwesen G öm b ös, einst Hauptnrann im Szegediner k. u. k. Infanterieregiment Nr. 46, - und forderte den Grafen Karolyi auf, den Justizminister Dr. Ludwig Palmay, den einzigen 'Juden im Kabinett, zur Demission M zwingen. Graf "Karolyi geriet kn ek-re peinliche Situation. 'Mit den Offizieren wollte er sich's nicht verderben, weil sie eigentlich d'ie Macht besaßen, dem Justizminister gegenüber, jaüer befand er "sich in großer Verlegenheit, weil das Zustandekommen brr Negierung eigentlich das Werk Doktor Palmays gewesen war. Dr. Palmay ist nämlich der! Intimus des französischen Generals jToudreeaurts, der mit1 der Szegediner Negierung überhaupt nur durch Vermittlung Dr. Palmays verhandelte. Mit Rücksicht darauf Nab Karolyi dem Staatssekretär Gömbos eine abschlägige Antwort. Dieser ließ sich aber hierdurch nicht abschrecken, sondern erschien persönlich bei Dr. Palmay und teilte ihm die Aufforderung des Offizierskorps mit. . Justizminister Palmay verließ sofort seinen Posten und kehrte nach Arad zurück. ■’ h Jetzt setzte die antisemitische Hetze noch intensiver ein. Mir nahm einen solchen Umfang an, daß zum Beispiel die iunter katholischem Einfluß stehende Szeged-Csongrader Sparkasse es auch für nötig fand, eine Zeitung, das „Szegebi' Naplo", zu kaufen, um diese antifirmtische Richtung zu bestämpfen. Die Folge dieser Hetze aber war, daß, als die Szegediner Regierung eine innere Anleihe bei der Bevölkerung aufnehmen wollte, die Banken und die Ind en die Beteiligung verweigerten, wodurch der Versuch scheiterte. Dies bewog schließlich den Gräfin Karolyi, seine Demission zu geben. Sem Nachfolger D'r. Abraham -gilt als liberaler Politiker, dessen erster Schritt har, Doktor Palmay an die Spitze des Justizministeriums zurückzüberufiu. Die Serben müssen Klagsnfnrt rünmen. ' Saint-Gsrmsin, 23. Juli. (Kon.-Bur.) Der Oberste Rat hat gestern beschlosien, die Serben zu ersuchen, das G e - bretvonKlagenfurtzuränm nt, damit die Volksabstimmung in voller Freiheit durchgeflihrt werden könne. Sie hat ferner beschlossen, eine Kommission einzufetzen. die ans je «mb ammkanischen,, englischen, französischen und italienischen Opizier besteht und die E r e i g n i s s e in S m y r n a unter- Luchen soll. - Große Bergarbeiter'ftreiks irr ErrglKUd. ' SrotLerdüM, 23. Juli. (Korr.-Bi:r.) Wie dem ,Nieuwe Nrotierdamsä'.e Eourant" ans London genielbet Wied, streiken in LeAyshrre W-Xj Bergarbeiter, in No-hincchamshrr-: -l*.».U0y und in Burley 1000 BevLacbeürr. . - Ei« PMrdererprozeß. OLnrütz, 23. Juli. (Bericht der „Wr. Morgcnztg.") Montag vormittags begann vor einem Ausnahmssenate des hiesigen KceiSgerichtrS der Monsterprozeß gegen die Plünderer-und-Räuber, die-in der Nacht vorn. 8. auf den 4. Dezemberdes vergangenen Jahrks die bekannten. A u S s ch r e i t u n g e n g e g e n die jit b t sch e B e tz ö l k er u n-'g -von Holleschan vtr-. übt haben. Den Vorsitz in dein Ausnahmssenate, der an Stelle der auf ein Jahr suspendierten. Volksrichter .übet die Angeklagten zu judizieren - hat, führt OberlandesaerichtS-. rat N e s p e. r a, Vertreter der Anllagebehörde ist Staatsanwalt Dr. B o r i a. Auf drei Bänken sitzen die vierzehn' .Angeklagten, und zwar: der 25j8hrige Tischlcrgehilte Franz B a k a l aus Vsetul, der 24iährige Taglöhner Stanislaus H l u st i k cyrs Holleschau, der lljährige Maurer Alois H o l i k aus Holleschau, der 38jährige Johann H o »z v a aus Ober-Moschtenitz, der 26jLbrige Branergehilfe Franz Hradil aus Hullcin, der 29jährige^ Drechslergehilfe Rudolf I a n o v sky ans Holleschau, der 84jährige Fleischergehilfe Franz Krupala ans Holleschan, Gottlted Krupala. (der einzige, der zur Zeit der Ausschreitungen noch nicht 20 Jahre alt war), der 88jährige Kutscher Fram L e j d a aus Borenowttz. der 26jährige Landwirt Anton O c a o l i k ans Holleschan, der 28jLhriye Drechslergchilfe Lazar P r u s e n o v § k y mit sein Müder der 24jährige Tiscklergehilfe Leopold Prusenovsky, der 87jäbrige Fabriksarbeiter Franz S e n k i r i k und der 26fiihrige Taglöhner Alois S e n k r r. i k, beide aus Holleschan. Dw Anklage gegen den Karl N e o ral wurde ansgeschieden. Die große Zahl der Angeklagten und Zeugen, von letzteren allein 90, der p o! i t i s ch e H i n t e r g r ü n d und die ungeheure Schadensumme von-fünf Millionen Kronen, gleich wie die zmer Todesopfer, die zu beklagen sind, stempeln den Prozeß zu einem der sensationellstm Gerichlssiille der letzten Zeit. Dementsprechend ist auch das Interesse an der Verhandlung im Publikum sehrgroß. Um imerwünschte Elemente und einen Massenandrang von Neugierigen 'seckznhalten, werden die Eingänge zum Saale durch Mi litär streng bewacht; der Einlaß in den SchwmgcrichtSsaal ist nur . gegen Legitimationen gestattet, derart, daß nur wenige Personen in das Aüortvrium des Saales Eintritt finden. Die Angeklagten, die zwischen mehreren- Justizwachleuten nebeneinander auf den Anklagebanken sttzen. smd gut gekleidet und machen dem äußeren Anscheine nach nicht den Eindmck von Verbrechern. Es sind auch d » r ch ä u s n i ch t o i e R 8 d e l ,sführe r/ die Hauptschuldigen aü den Ausschreitungen,- die hier' fitzen; denn jene,.d'i e sich m eistens ans S o ld a ten, d atu nter a u ch m e'b r.er e O f f tzier e, rekrutierten, werden demnächst vor dem Divifionsgerichtechr Merl empfangen. Die Angeklagten Houzva und Ocadlik vertritt als Verteidiger Dr. B a r t o n e k, die Angeklagten Bakala, Höbst, Hradil und die Gebrüder Senkirik vertritt Dr. V a n e k, alle übrigen Angeklagten Dr. S m r c k a; als-Berireter der Geschädigten nimmt Dr. Alfred Donath cm dem Prozesse teil. Nachdem der Vorsitzende die Generalien aller Angeklagten zu Protokoll genommen hat, beginnt die VerlesMg der - st ' Bnklageschrkft, . / die 80 Folloseiten nmfaßt. Vorher ersucht,' noch der Vorsitzende, Oberlandesgerichtsrat Dr, N e s v e r a, die Angeklagten,.daß sie sich, wie in der Haft,, auch wahrend der Verhandlung ruhig verhaltcn und durch b e l a st e n d e A u s s a g e n n i ch t e t w ä a ufr eig e n,! a s s e n. Das Gericht werde ihre Sache vorurteilslos prüfen. Sodann beginnt'.die Verlesung dw AnLageschrift. Diese schildert in ausführlicher Weise die-Vorbereitung, den Ausbruch und die Direchsührung der AusschreiNrngen. - Am Abend'des 8. ^emoer'um V-12 llhr drangen organisierte und put bewaffntte Sökdaiettbanden in die Häuser der HolleschauÄ' lNrdck^ÜntW''-ddr'Vevrse'r' es gehe jetzt auf die reichen Anden lvs> - ein, plünderten/ sengten und brannten in Privatwohnungen, Geschäften und Magazinen wie wüde Horden. Amnächsten Mage setzten sich .die Unruhen fort rmd konnten erst am Tage o darauf. durch .inzwischen. emgetroffeNe größere Ass ist e n zavteilnngen völlig beendet werden. Die Banden . hatten sich . glün z t nd orga nt ft e r t und trafen alle ihre Vorberestmtgen mit minmivser Sorgfalt; ja, d i e .P lÜn d e r un g e.n wurden m i 1 m r l U ü r is ll) er Disziplin u m d. n -n t e r m i l i t ä r i s' ch e n K o mm a n d o w o r t e nfir n s g e f ü b r t. Beweis biersür ist, daß .. am Abcnd vor jeden Plünderungen im Gasthanse G l u t h a r d t '.lund im Gasthanse Süß zwn Versammlungen der Rädelsführer ' stattfanden, in denen alle- Etnzrlheiten genau besprochen, die Dispositionen'getroffen, dir Aufgaben, die dem Einzelnen zustelen, verteilt und geradezu - .. > > eüre vrilrs Ls tzLlaills festgrsteLt wurde. Beteiligt waren Soldaten, d i e aus. den de n a.chb arten Garnifonen schon einige Tage früher nach Holleschan gekommen waren, mtt dem festen Vorsatze, zu plündern und zu rauben. Das Wort in diesen Beratungen füOien die Zngsftihrer.Adamcik und Bednar. Vor Beginn der Ausschreitungen wurden *. Or ,.; die Psstrr«d Tsle^raphsndrkhte durchschnitten, um zu verhindern, daß Assistenzen rechtzeitig herbeigemfen und die Ausschreitungen noch etwa vor d e r. ganz l i che n Äm§4.o t pl ü n.-.d e r.u n g d e-r ' H o l l:e s-ch a u-e r ,>J » d e» n-L»,' Ende, finden könnten'. In . den Holleschauer Judengaffen ssiielttn.. '''' sich ln der Zeit vom 8. dis zum 4. Dezember - ->r^ furchtbare Szenen - oab. Polizei: und'Gendarmerie..war im -Rat-arise....ei«qrWahtzh.A . m»d.entwaffnet-- worden und.so-waren die armen OÄ'er' ganzl.'ch '' der Wck und der.Beutegrer der wilden Horden aitsgelicfi'rk. An mehreren Stellen, der Stadt winden " “ . VrLrrde * . ft'st gelegt und jeder Versuch, m löschen, gehmdert. Die 80 Mann starke B a h n h o s-w ach e^ unter . dem Kommando des Len'> nants Z i ch a verteilte Waffen und scharfe Patronen unter die Zivilisten und o rg a ni s i e r't e auch diese z n R a n b-, und P l n n d e r u n g e n. 'Zicha schickte Patrouillen an alle Endny ' und Ausgänge der Stadt, d (taut keiner d e r I u d in e n t k o m m e n k ö n n e. .Tatsache ist arrch, daß die Ausgänge der Stadt abgcsperrt waren. Während die bewaffneten Plünderer ihre Opfer am Leben bedrohten und mißhandelten, schleppten-- Weiber nnd Kmber in den Wohnungen, in den Geschäftsläden und Magazinen alles zusammen, luden es auf Handwagen und fuhren damit davon.' Der' ZngSsührec ' Adämttk hatte vor dem Ratharrse eine 2lrt Hauptquartier " aufgestellt, indem dort in voller Ausrüstung,' sozusagen in Bereitschaft 25 Soldaten standen, urN 'jeden Augenblick ' den Plünderern zu Hilfe kommen zu könnend' Attt der "Wachstube^ Machte anstatt der eritmanneten Polizeileute -eme'.Militärabteiluug. Dlenst, die ein als FliegeileuMarlt verkleideter Soldat namens Adolf K o s u t mchreremals m der Nacht kontrollierte und von der auch Patrouillen abgeschickt wurden. An einzelnen Stellen--io vor dem Hanse der-Firma Heinrich nnd-David Beer, legten die. Soldaten .. . . \ - ' . ' - . SrhKtzengrükien -ft ,'' an. um die Plünderer, die nu Hause gründliches Werk iaftn, 1111?^'' gestört arbeiten zu lasten. Wie siech die Plünderer dabei votaingen,' ' zeigt der Umstand, daß sie sich gar nicht scheuten, ihre Namens ruhig anzugebcn. So kam der Angeklagte Senkirik: um -i/A'IHjr .. früh zu Dr.. K 0 s a t i k und sagte dein.Dienstmädchen, .. . Dr. Kosatik möge sofort mit Verbandzeug in' die ' Brennerei Grätzer kommen, wo ein innges Mädchen namenss . G i b a 8 eine Schußverletzungerlitten'hatte/ Wrmc Dr. Kofatck ' nicht sofort.komme, werde-er. er s ch 0 f s c u. . Die Exzedenten, die sich selbst als 'st Bolschewiken. bezeichneten,. waren mit Gewehren, m i t B a'j 0 n.e t.t^-. a u f, Revolvern und Hacken ausgeuistct. Eru großer Teil von ihnen hatte Stemmeisen, Hammer, Sägen und 'Krampen mit. um Eifenkassen auszusprengen. Einzelne Soldaten warm auch' . mtt Hantzgranalen ausgerüstet. Da in Holleschan sür den 4.' Dezember rin Markttag angesetzt: . war, kamen zeitig sriih eine Menge Leute in die.Stadt, die anS den von den Besitzern' verlassenen Geschäften - nnd Magazinen w e g t r u g e n, was etwa noch ans Versehen' dageblieben war. '' Geplündert wurde in- 5t. Hausern und bei Partei«^; dce- - Schadensumme erreicht, wie wir-schon eüvähnten,7den, Betrery von 5 MiMonen. .. . 26 Geschäfte wurden ausgeraubt, 4 Gasthäuser mrd Branntwein^ schenken leergeplündert, im jüdisch e n G e me i n d eamr e.. ^w nr b e all es kurz nn d klein g es.chla.g e-k^ab;^ sogar vor dem jüdischen G.0 t t e s h a ü s' machten 'dieftft Exzederiten kein Halt rmd richteten in bestem Inneren großm Schaben^'' * an. In 6 Geschäftsläden brachen Brände aus, die von den Banden gelegt worden waren. Wie bekannt, sind den Ausschreitungen auch : zwei MsnfrtzsnlLden zunr Opfer gejallon. > Der 'Kaufmann Hermann G r ü n b a » m wurde dmchzwei Bajonettstiche in den Untcrleib, getötet, der Spirituosen-' - > erzeuget' Hugo G r ä tz e r durch eine Gewehrkugel erschossen. . < Diese zwei Morde liegen jedoch den Angeklagten nicht zur Last, ■. vielmehr den verhafteten Soldaten, deren Prozeß, demnächst vvr. dem Brünner Divisionsgenchtestattsindet. Die Anklage lautet unter-anderem mn vorsätzliche Beschndignng des StaatsielephonS. . und StaalStelrgraphen, Plünderung, Rand, öffentliche Gewalttätigkeit,-, außerdem auch Uebrrtrerung des Wastmpatrnts. - Nachdem kurz vor zwölf Uhr die Verlesung der Amläae- ., . schrist beendet worden war, wurde als Erster An geklagter Franz Bakala ernvnnonnnen. Er leugnet hartnäckig, sich aktiv an den Würde- - nmgeu und Gewalttätigkeiten beteiligt zu haben und.behauvtet.ft nur. aus 'Neugierde mitgezogen zn sein. Nach seiner Ansfage'H.Stte er sogar versucht,, den Kauftnann Hugo G r ätz e r. zu schützen. -- als dieser angegriffen.wurde.' Nach der Einvernahme des Bakala; wirddie Verhandlung unterbrochen nnd' die Fortsetzung drr.Ber« handlmrg auf zwei Uhr. festgesetzt. ■ - Ir^enmetzslerett Ln tzss Akrarrre.' .. Genf, 23. Juli. (Tel. der „Wiener M'orgenzeniurg".) Aus Odessa in Paris ankommende Reifinde geben Schilde-, rungeir über die in der Ukraine stattgefundenen Juöenschläcktereien. Die Juden wurden von den Roten Truppen des Verrates an der kommunistischen Sache beschuldigt, ivührenb ihnen die arrtibolschewikischen Armeen wieder vorwerfin, daß. sie die Bolschewiken unterstützen. ' Ganze jüdische Geriremben wurden von deck Horden htügemordet, wobei weder Frauen noch' Kinder geschont wurden. Plünderungm sind an .per Tagesordnung. Die in. den einzelyen Orten zerstreut lebenden.Inden haben sich' größtenteils m die benachbarten Städte, geflüchtet und all ihr Hab .und' Gut besteht meistens nur in dem, pias sie auf dem Leibe haben. In den Städten herrscht. Wohmmgsnlangel und unter diesen wie Tiere zusamnfingepfirchteil Juden wüten Seuchen jeder Art, zu deren Bekärnpfung iveder Medikamente noch Aerzte in genügender Zahl'vorhanden sind. Auch beginnen die Lebensmittel knapp zu werben -und haben - bereits derartige Preise erreicht, daß sie für die geflüchteten Inden unerschwinglich werden. Man sieht daher Scharen von bettelnden Kranen und Kindern auf den Straßen, die ein Stück Brot erflehen. Die Mdifchesr ^nUmgimnnbm in Rußland füttert. Marsch»«, 23. Juli. (Tel. der „Wr. Morgerntg.*) Wie. „Hajut" , meldet, wurden "-miktcls. Dekrets der'Süwietregimmg s ä"m t l i ch e jüdischen K u! 1 u § g e m e i nd e n ,i N R n ß l a n d ^s ü r 1 m nt e r a n f g c l? 0 ft e n. Sämtliche Fonds und Silftlmgri!, die das Eigentum, dieser Gerueinden dildm, sowie ihr gani.es trteü -nnd lroendes Inventar übergeht in den B-n'itz des bolfch-.-visi.-i'reu Kommissaria's ißr jüdische An» gelegenhettm. . Der Wah.LorÄmmgseüLwM'f in Tschechien, 'ftst. Prag, '22. Juli. (Tel.-Komp.) In. her hentigeu Sitzung" s der Nationalversammlung hat der Minister des Innern den ' , angekündigteü Gesetzentwurf äiber die Wahlear in di'e ' N ati 0n alver sam.mlnn g unterbreitet. Die Wahl- . ordumrg umfaßt nur dir,Wahlbezirke in Böhmen, Mähren und ft. Schlesien, für..die Wahlbezirke in der Slowakei wird' durch ' . . ein besonderes'Gesetz Vorsorge getroffen tverdeu. - Der vor<- - - liegende Gesetzentwurf - umfaßt im ganxen l.3. Wahlbezirke. < - - Dieerste Wahl .der Abgeordneten'in-die tschechische' Natianai- . versantuchmg schreibt der Minister des Innern für einen * Sonntag zwischen dem 1. und 31. Dezember d. I. aus. Die' gewühlten Abgeordneten versammeln sich am 15. Tage nach - demjenigen, an dem die allgemeinenWahleÄ durchgeführk.-.l wurden, zur konstituierenden Sitzung in Prag. Die National-.- » Versammlung wird auf die Zairer von 6 Jahren gewüMti In denr Motiveubericht zur Wahlordnung wird darauf' gewiesen, daß als Grundlage,, des Gefihentwurfis daS Systcnr dreier Slrntinien angenommen wurde. Rsv-lution irr Kroatte«.. Budapest, 89. Juli« Das Ungarische Telegrapheu-Kone»- > spondcnz'BureM erfahrt aus Szala-Egerszeg: Aus-Agram wird. ,-' berichtet: In Kroatien ist die Revolution ausgebrvcheu. Dcr/ Bauernabgeordnete Rad i.c ivmde aus dem Gefängnis befreit. Das Heer ist in Auflosiing begrisfett. ' Jede DiSzihlin hat rurf« ' gehört, die Soldaten 'veclasfen^W^upp-,^ die Dssiziete'.und ' Utckcrofsiziere haben ihre DienstesaAsthen hrruntergenstrn. Jv V a r a § b r n *nb Agram kam W z« großen Anruhm, di,' ' noch fovtbaucrn. -Bon Csakathurn nach d'em Süden h'n nih?' ied»r Eisenbahn-', Telegraphennnd Telephonverkehr.