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Wiener Morgenzeitung · 1919-07-20 · Heft 181 (20.7.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 181 (20.7.1919)
Date
1919-07-20
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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'ülmeu, bi)iuurtö •* .... . i -4., -. .*. ■ ...» uÜ. ui Lu Seit Jahrhunderten hatte kein Jabs .das empfunden. Legt und kommt nach den Niederlagen nicht zur Ruhe. Die materielle Sicherheit ist aber die Grundlage der moralischen Gesundheit und darum wünschen wir mit Mer Inbrunst, erstreben wir nrit all unserer Kraft für unser Volk die materielle Sicherheit, die es nur auf seinem Boden finden kann.Und die moralische Gesundheit eines tatsächlich in der ganzen Welt verstreuten Bolkselenients ist von Wichtigkeit für die ganze Welt. '1898.) Herzl — der Staatsmann. fünfzehn Jahren haben, wir ihn hinausgetragen anf d.'n Döblinger Friedhof. Und der, den roir damals'unter dem Schluchzen Taufeuber bestatteten, war nicht nur ein Parteichef, ein Schriftsteller, ein Politiker, er war unendlich mehr: .der geborene' Führer des Volkes, der Lenker der jüdischen Volksseele, der unbeschränkte Beherrscher der Votts-nassen, der Seher.. . Spricht man sonst von Männern, 'die ziemlich lange' 'tot sind, regt sich die Frage: Ist ihr Andenken noch lebendig,, oder ,nnst der Publizist, der si? würdigen will, der Neuen F'cilwdm., der Jugend, biex die alten Götter entthront und an deren Stelle .neue gesetzt ^l-at, gar nich^erst umständlich sagen, wcr der Tote war und durch gewissetthafte Schilderung seiner Berdienu.- sein (chebüchtilib aufsrischen? Dies trisst. bei Herzt nicht zu. Auf die Frage: „Lebt Herst noch?" ist eigrrzig die Antwort berechtigt: „D'r lebtarehr als je, jetzt im Zeitalter -des Zusammenbruches einer his orischeli Periode und des Anbruches einer neuen Zeiti" ' m Herzl war der erste GvluSjude, der mit kritischem Scharfsinn daS Prinzip der jüdischen Wohltätigkeit in schärfsten lrortnr goiselte. " . I'.: seiner Unterredung mit Baron Hirsch sagte er dem klassischen Vertreter der jüdischen Wohltätigkeit die bitteren i&knic: ,,Zunächst ist da das Prinzip der Wohltätigkeit, das Vh für' durchaus falsch halte. Sie züchten Schnorrer. Charakteristisch ist, daß bei keinem Volke so viel Wohltätigkeit und so diel Beitel vorkommt, wie bei den Juden. — Es drängt sich;irrem auf, daß zwischen beiden Erscheinungen ein Zusammenhang sein rnüsse. So daß durch die Wohltätigkeit der Volkscharakter verlumpt." Em Jahr später sagte er eS noch deutlicher und prägnanter im Mäkkabäerklub in London: >,Uud wer unseren Armen und Jungen wirklich helfen will, der muß vom wohltätigen zuin politischen Zionismus übergehen." Vom wohltätigen zum politischen Zionismus . — das ist der Weg, den Herzl zuerst beschritt und den er uns zeigte. Bon vielen Seiten angefochten und bekäinpft, erwies er sich doch als der einzig richtige Weg. . * Herzl war' der erste politische Zionist. In seiner Unterredung, mit Baron Hirsch stellt er fest, haß dein Judentum eine Leitung seiner Politik fehlt. . „Durch unsere zweitausendjährige Berstreuüng sind wirohne einheitliche Leitung unserer Politik, gewesen. Das aber., halte ich für unser Hanptunglück. DaS hat uns mehr geschadet als -alle Verfolgungen. Denn es war niemand da, der uns — wäre es auch nur aus monarchischem Eigennutz —: zu rechten Männern erzogen hätte: Im Gegenteil. Zu allen schlechten Gewerben wurden wir hingedrängt, im Ghetto festgehalten, wo wir aneinander verkamen,- .und als -man uns herauSließ, wollte man plötzlich, daß wir gleich die Gewohnheiten der Freiheit hätten. Wenn wir nun eine einheitliche politische Leitung hätten, deren Notwendigkeit nicht weiter zu. beweisenist und die durchaus keinen Geheimbund vertreten soll — wenn wir Liese Leitung hätten, könnten wir an die Lösung der Judenfrage Herangehen." t^irrr r »i———————i————b—mammmmm* ßuci) die Persönlichkeit verehre, beklage ich doch nicht ihren Untergang. Wer nntergehen kann, will und muß, der soll unter gehen. Die Volkspersönlichkeit der Juden kann, will und muß aber nicht untergehen. Sie kann nicht, weil äußere Feinde fee Zusammenhalten. Sie will nicht, das hat sie in zwei Jahrtausenden unter ungeheuren Leiden bewiesen.. 'Sie muß, nicht, das versuche ich in. dieser Schrift nach'vielen anderen Juden, welche die Hoffnung nicht aufgaben, darzutunr Ganze Aeste des Judentums können absterben, abfällen; der Baum lebt." Mit großem Vortelle liest man auch die, Darlegung' der Jnbenstaatsioee. In Aphoristischen. Kapiteln", nur immer bedacht, das gewaltige Problem unzerstückt und unze^pflückt i:i der Faust zu behalten und den Leser im kühnen Gedankenflug nicht erlahmen zu lassen, rollt Herzl den grandiosen Plan auf. Gewiß. Er ist, wie Nordau sagt, ,st>as subjektive Werk -einer Einsamen, in welchem viele Einzelheiten Literatur sind und bei welchem sich die scharfe Grenze zwischen 'dem rrüch'errwn Ernst des Sozialpolitikers ruid der Phantasie deS pathetischen Dichters nicht leicht ziehen läßt" — und doch': Unsere Arbeit ist nach den Herzlichen ehernen Gedanken »vom „Ozito:'', der. großen, moralischen Person (Aktionskomitee) und von: „CrwerSrvesen" (Banken und^Nationalfonds) organisiert. Und fe intensiver wir die Entwicklung' der zionistischen Be.uegnug seit dem Erscheinen dieser Schrift mitlebten, um 'fö häufiger werben wir bei nochmaliger Lektüre, von Gedanken überrascht, die an Probleme der Gegenwart rühren. Die Gefahr der Verwendung nichtjüdischer „Lohnsklaven" wird -erwogen, die Frage der Kinbererziehung angeschnitten. Die- Unmöglichkeit einer Frnktisizicrung des Großkapitals für den Zionitmns wird ins Kalkül gezogen und die Notwendigkeit sehr harter Kämpfe im Judentume vorausgesehen. Heute sei cs uns auch gestattet, auf eine Eigenschaft des Buches hi -tuweisen, die zu erwähnen einst wie eine Verkennung 'und Herabsetzung des „Judenstaates" erschienen wäre — ,nuf seine Schönheit. Mitten drin ein Sehnsuchtstranm: Das t jüdische befreite Volk hält Ehrenwache an den heiligen .Erst Herzl hat diese tiefen Wahrheiten entdeckt. Darm hat er sh jahrelang gepredigt und ans ihnen die richtige Konsequenz gezogen. . Herzlwirdder politi sche Jude. ‘ ES gab bis zu seinem Erscheinen verschiedene Judenführer. Da waren die wohltätigen Juden, .die sich inehr durch ihren Lärm, mit dem sie die OeffeNtltchkeit belästigten, ' durch die Stärke der Reklame, durch ihre geschäftige Vereinsmeierei, als durch wahre Linderung der Not bemerkbar machten. Dawaren die opportun ist i sich e n Juden, die mit ihrem Judentum Wohl Politik trieben. Die aber hatte den Zweck, ihr Judentum billig zu verschachern für' Äugenbli^serfolge, für Populürttätyascherei, bestenfalls für fremde Zwecke. - Da waren die Finanz-Juden, die durch daS Geld, das. sie besaßen oder welches sie verwalteten, wohl zw Einfluß und Macht in Ländern und Staaten gelangten. Diese Stärke mißbrauchten sie abex für persönliche Zwecke, statt sie für die Allgemeinheit zu verwerten. ' Noch manch andere unerquicklichen Judenthpen, gab es. ' Einer fehlte: Der politische Jude. Diese Lücke wird in-unserer Geschichte glanzvoll durch Herzl ausgesüllt.' F. .- - * , Herzl w-ird der jüdische Politiker. Unter den Juden gab es im 19. Jahrhundert' eine Meiige Politiker, z« viel Politiker. Auch da waren, verschiedene Typen vertreten: Da gab es den Assimilations-Politiker. Im Gegensätze zu Politikern andere? Völker, deren Politik die Förderung der höchsten Interessen der Nation bedeutete, waren sie resignierende, verzichtende Politiker. Sie waren deutscher als die Deutschen, magyarischer als die Magyaren usw. Da war der radikale Politiker, der-einen ebenso für sein Volk, schädlichen wie aussichtslosen Kampf gegen die Kirche, katholische Ehe usw. führte. Dom Geschäfts -Politiker, dem Typus der im assimilatorischen Lager ziemlich stark vertreten war, brauch« ich gesondert wohl nicht zu schreiben. Man kannte ihn, ««um gebrauchte und gleichzeitig ' mißtraute ihm, aber infolge der Apathie des poetischen Lebens der Juden — wählte man ihn. - Herzls Politik war nicht opportunistisch-assimilatorisch, nicht marktschreierisch-radikal; seine! Politik war jüdisch. Mit seiner großen Seele suchte. «« endlich dem Judentum nach zweitausendjähriger Panse wieder die einheitliche Leitung der Politik zu geben. Er brachte sie den Juden. -Nicht ohne innere Kämpfe, ohne schwere Konvulsionen, ohne niedrige. Angriffe/ boshafte Verleumdungen, persönliche' Beleidigungen seitens det ihre schwache, wankende Position mit Verzweiflung verteidigenden Gegner war das zu erreichen. Aber eS wurde erreicht. . * Das Judentum wird im Jahre 1895 politisch. Es bekommt eine einheitliche Leitung. Herzl übernimmt sie » selbst mit Taft upd Geschick. Mit d?r Zeit und mit den Aufgaben wachsen seine Kräfte, er lenkt die Geschicke der Judenheit genial Unh mit Virtuosität. Aach seinem frühen Tode übernehmen seine Nachfolger'die Führung-der zionistischen Partei, die politische Lenkung des Judentums. Heute sind die Resul-! täte sichtbar. ' Nie wäre die Betätigung der zionistischen Partei,. der Nationalräte, oer großen jüdischen Kongresse, die die Räte entsendeten, die als Mandatar« eines stark manifestierten jüdischen VolkSfvillens handeln — me Ware all das möglich, gewesen, ohne die jahrelange, selbstlose, dornenvolle Pionierarbeit Theodor Herzls. Upd nie wären die (enn auch bescheidenen) Erfolge, der zionistischen Partei vei der Friedenskonferenz möglich /geworden ohne das Vicrtetjahrhnndert emsiger politischer Arbeit. Stätten der Christenheit." „Diese Ehrenwache wäre das große Symbol für die Lösung der Jndenfräge nach achtzehn qualvollen Jahrhunderten ' . l ." Herzl sagte, 'er habe beim Arbeiten Adlersflügel jiber seinem Haupte rauschen gehört.-Der Rhythmus mächtiges durch das Luftmeer segelnder Schwingen klingt tatsächlich indiesen Blättern nach und steigert sich am Schlüsse zu biblisch kraftvollem Singen: * V. „Die Welt wird durch Unsere Freiheit befreit, durch unserer: Reichtum bereichert und vergrößert durch unsere Größe." , . O - •* Du königliches, du-erlösendes Buch! Wie war es damals, aüf der Oberstufe des Gynruasiums? Die Mitschüler trugen Kornblumen und' rücktenr in den Zwischenstunden weft ab von uns. De'r Germanist gab als Schulaufsatz: „Die Schlacht beiZama, pin Sieg der Arier über die Semiten". Die jungen Judenfeinde zogen Vergleiche mit der Gegenwart. Der. Mathematiker ersuchte den blassen, von ,Fasttagen" lebenden Jungen, aus Boskotvitz, die Schulhefte für die Klasse mnzukqufen, ,Mil ihr doch zu Geschäften troffllch rg«g^. Die Knaben mit den Kornblumen lachten sehr. Der jüdische Vorzugsschuler, tziy kurzsichtiger Schwachlrn.g, erkaufte sich mtt her Buttersenmel den Frieden. Das jnngo Herz wollte zerspringen ob der täglichen Bltterkerten und Demütigungen, ob her trostlosen Vereinsamung. Ja, waren wir. denn auf der Landstraße aufgelesen? Da..erschien der Judenstaat, da'.erreichte uns die königliche Botschaft, „wir sind ein Volk, es.n Bott", da hatte man nun ein Amulett, das die Seele gegen Verunglimpfung schützte, da war. man nun mit einem Schlage in der köstlichen Unrast, in der stürnnschen Unbändigkeit begeisterter Jugend, da standen wir auf einmal, das Haupt im Nacken,' stolzbewehrt, in Waffen klirrend da, und kein Goft kannte die Seligkeit unseres neuen Judenglüikes. In reifen Mannesjahren dieser Stunden gedenke,:, heißt' dir danken, Theodor Herzl, und deü Schwur.erneuern, das Leben dem Volke zu weihen. , Das Jahr 1919 bedeutete für «ns eine verpaßte. legenheit, ein gleichgültiges Da'tnm, wenn nicht 1895 gewesen' wäre. Ohne die Baseler Kongresse kein amerikatiischeetKongretz, ohne den „Judenstaat" — keine politischen Memoranden und ohne 'Herzls Reisen, zu politischen Machtfaktoven, ohne seine - Vorträge in London, Berlin und Wien, ohne seine denk- - würdigen Aussägen vor der Londoner Fremden-Kommission, wären Sokolow, Ussischkiu und Deizmaim nie vor der Friedenskommission erschienen. ’ Adolf Stand Wien, 20. Tamuz 5679. Ein Herzl-Museum. Bon Dr. Egon Zweig. Die Liebe und Verehrung, welche Herzls Anhänger und darüber hinaus weite Kreise der Judenschast ihm schon zrr Lebzeiten entgegenbrachten, wurden durch sein Hin scheiden nur noch vertieft und verklärt. Schau - damals ließe:: sich Stimmen vernehmen, es möge alles, , was, au literarischen Schätzen, Tagebüchern, Aufsätzen, e Brief schäften und sonstigen Andenken von diesem Führer in Israel zurückgeblieben, sorgsam gesammelt und ge- . sichtet unb sodann an Hand dieses Materials von berufener Seite eine Biographie verfaßt werden, welche dem jüdischen Volk, den Werdegang, die Lebensarbeit,» die Geistes-' und Seelengröße Herzls nahebringen sollte. Wenn wir uns heute, 15 Jahre nach Herzls Tode, . fragen, ob jene Wünsche ihre Erfüllung gefunden haben,, jenes Progranrm verwirklicht worden ist, .müssen wir , dies verneinen. Einiges ist immerhin geschehen. Die Einrichtung, des Arbeitszimmers Herzls wurde 1908 von Wvlffsohn, als dem Vormund von Herzls Erben, nach Köln gebracht und dnm Jüdischen Nationalfonds zum Geschenk gemacht. In diesem Zimmer haben dann Porträts und Büsten von Herzl unß seinen Angehörigen, Erinnerungen von seinen weiten Reisen, besonders die ihm von der Genreinde Wilna überreichte Thorarolle, wertvolle Gemälde jüdischen Inhalts und eine Bücherei von mehreren tausend Bänden^ Aufnahme gefunden, womit' der Ansatz zu einem Herzl-Museum geschaffen war. Wolffsohns Sekretär, Mrahcrm Robinsohn, hat barm seine Arbeit begonnen, das reiche Material an Schriften und Briefen Herzls in Köln, Men und ander- . wärts zu ordnen, und 1913, nach' Wolffsohns Toh, diese Arbeit auch auf dessen Nachlaß ausgedehnt. Vor etwa drei Jahren strnden sich Wolffsghns Testamentsvollstrecker bestimmt, das Herzl-Zimmer und den Nachlaß Wolffsohns nach Berlin in die Obhut der Frau , Äetti Leszynshy zm überführen. Sie hat sich seither mit liebevoller Hingabe der Ordnung und dem Aushau dieses Herzl-Wolsfsohn-Museums gewidmet und während der Ende April dieses Jahres von der Deutschen . zionistischen Vereinigung veranstalteten Palästinawoche war zum ersten Male Gelegenheit geboten, dies Mufennr kennen und schätzen zu lernen. Ein großer Teil von Herzls Nachlaß hat aber in diesem Museum noch keine Aufnahme gefunden^ Viele seiner Briefe wurden «ebst anderen Dokunrenten der ' Zionistischen Partei dem Gosamtarchiv der deutschen Juden in Berlin zur Verwahrung übergeben, andere - Briefschaften und vor allem die so wichtigen 18 Tagebücher Herzls sind bei Johann Kremenetzky in Wien zurückgeblieben, ohne bis heute, auch nur auszugsweise veröffentlicht, worden zu »ein. Dies mag leicht verständlich sein, da die Tagebücher gewiß 'viele Daten über politische Bestrebungen und sSchritte sowie, höchst persönliche Bekenntnisse enthalten, geeignet, die Aktionen des Zionismus M erschweren oder noch lebende Personen zu kränken und bloßzustellen. Womit sich die zionistische OefstnLlichkeit aber un- ' möglich abfinden kann, ist die betrübliche Tatsache, daß Herzls Biographie, von den kleinen, volkstümlichen Arbeiten Dr. Friedmanns und Dr. Thons abgesehen, - hem jüdischen Volke noch immer nicht gegeben ist. Den Leitern unserer Bewegung, welch« für dieses Versäumnis verantwortlich sind, mag es 'zur Crrt,chuldLgung dienen, daß unsere Bewegung seit Herzls Tod durch schwere Krisen, äußere und innere Zkämpfe, hindurchgegangen ist und zuletzt ihre Widerstandskraft voll zur. Abwen-. düng der durch den Weltkrieg auch für unsere Sache heraufbeschworenen Gefahren und Schäden zu - bewähren hatte. . Jetzt aber, da uns durch die Beschlüsse der Pariser Friedenskonferenz der Aufbau eines jüdischen- Palästina ermöglicht wurde, ist offenbar das steilste- Stück auf unserem Weg nach Altneuland überwunden und. darum wohl am Platze, prüfend auf die vergangene Arbeit zurückzuschauen,-um daraus neue'Schöpferkraft , zu gewinnen. Aus solchen Erwägungen ^.heraus hat Sokolow seine große Geschichte deS Zionismus vollendet. Sie behandelt vornehmlich die 2u0 letzten Ja^re der Bewegung, soweit sie sich in-den englisch sprechenden Ländern 'abgespielt hat. Diese Darstellung ruft/- sott sie nicht ein Torso und irreführend sein, nach einer Ergänzung durch die Biographie Herzls, welche - seine machtvolle, die Ansätze der Vergangenheit zusammenfassenbd und zum Erfolg Mrende Lebensarbeit wtederzugeben hat. Jetzt, dg schon viele' seiner Gegriev, die es. bisher zu schonen galt, ins Grab gesunken und dadurch die Erringung des jüdischen Palästina so manche diplomatischen Bedenken wcggefallen. sind, :nag Wohl auch herzhafter als bisher aus Herzls Tagebüchern geschöpft werden. Es handelt sich'da nicht etwa um die. Befriedigung der Sensationslust oderauch nur des

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