Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 180 (19.7.1919)
- Date
- 1919-07-19
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Mt. -m Wken^Samstatz Wiener MorgLnzeiLung kkeschlnsses bt$ Kreisarbeiterrates Wien, der dahin ging, »re internationale Solidarität durch Mmiifestationen am Sonnlag zil begehen, da die bedenkliche Wirtschaftslage Deutschssterreichs es ratsam erscheine» lasse, nicht ohne Not Arbeite sausen, eintreten zu. lassen,. wie sie ein Generalstreik bereutet. Dieser Beschluß ist nun, wie gesagt, in der gestrigen Sitzung des Arbeiterrates umgestoPen worben. Unter iem starken Drucke der kommunistischen Agitation, wurde beichlossen, daß auch D'eutfchösterreich an dem allgemeinen 8»aneralstreik teilzunehrnen habe. Dr. .Adler begründet Uesen neuerlichen Beschluß damit, daß die Mehrheitssozialisten sich andernfalls dem Vorwurf d e r. U u s v l i darrt ät ausgesetzt. hätten, was sie unter allen Umständen rermeideu wollten. ,Die .sozialdemokratische Partei verweist übrigens darauf,: daß sie als Kompensation für ihr Nachbeben «in Kompromiß erzielt Hab«, demzufolge die Kom- »ruüifte'n ans jede Sanderakti on, wie sie offenbar m> lprünglich beabsichtigt war, verzichteil. Infolgedessen , darf narr, wohl einen ruhigen Verlauf des montägigen Streiks erwarten. ■' > ‘ ■ ’ GefchLstsanttfemittsmus. y k Der Jüdische Naiionalrat in Deutsch öfter reich' geht daran, Juden nach Tunlichkeit produktiven Berufen zirzu? führen und.dem Handel zu entreißen. Er fordert die jüdischen Industriellen, Techniker mrd Gewerbetreibenden auf, in ihren betrieben auch Inden anzustellen. Mau weiß, daß der antisemitische Zwang dle Juden förmlich auf das Geldgeschäft hingedrängt hat und sie von wr produktiven Arbeit durch gesetzliche Maßnahmen, durch politische Agitation, durch Terror, ausschloß. — Und schon meldet sich die antisemitische Presse, schreit, man wolle die '»Christen boykottieren", man gehe daran, „christliche Arbeiter mszusperrewt. Theodor Herzl sagt in seinem Büche >Der Judenstaat": Ich glaube, zu erkennen, was im Antisemitismus roher Scherz, gemeiner Brotneid, angeerbtes Vortrieb-religiöse Unduldsamkeit — aber auch, was darin vermeintliche Notwehr ist." Gegen die Judenfeindschaft, die in dieser. Aufzählung gekennzeichnet ist,, kann man ankämpfen, »ran kann sich mit ihr auseinandersetzen, man kann durch Aufklärung gegen sie wirken. — Machtlos aber ist man je gen jenen Antisemitismus, der ein Ge s ch ä f t geworden Ist. Jene Parteimenschen und ihre Soldschreiber, die heute schreien: „Rettet uns vor ihnen, sie beherrschen den Zwischenhandel" und morgen: „Laßt sie nicht in die Werkstatt,' sie vollen uns. von der Arbeit auZsperrenl" befürchten, daß ver Handelsartikel „Antisemitismus", von dem sie leben und »er ihnen gute Zinsen abwirst, im Werte sinken könnte, v i e s e Sorte von Judenfressern würdigen wir keines Wortes. Ahnen das Einkommen zu schmäler«, ist ein Werk, das der ganzen Menschheit dient. Cm Wiener amtliches Dokument Über christliche« Wucher. Die Alldeutschen, Christlichsozialen und ihr Anhang sollen der Welt weiß machen, daß Schleichhandel und Wucher' eine jüdische Spezialität sind, welche Wien zugrunderichtet., hinaus 'mit den Juden! Daun ist die christliche Bevölkerung, i>ie derart unmoralischer Handlungen nicht fähig ist, von bei» - ärgsten Nebel befreit und kann wieder leben. Da ist es mm zur allgemeinen Erbauung vorteilhaft, an ein Dokument zu erinnern, welches einwandfrei feststellt, daß auch die Wiener nichtjüdischen Kaufleute sich allezeit auf da§ Plusuachen und Answuchern der Bevölkerung nicht schlecht verstanden haben. In einem Urteil der niederösterreichischen Stände (zitiert bei G. Wolf): „Die Juden in der Leopold- , litt 17. Jahrhundert" heißt es wörtlich: ,-Y » . . sink-mal und ob zwar man sy die Juden alkeryanvt Wuchers beschrait, doch dennoch erscheint, daß 'man »sst derselben in Kauf und Verkaufs viel nützlicher als eben unsere Mitchristen genießen kann. Wie van» offen am Tage, daß unter den bürgert. Handels! eut und Crämern ein« überaus, w u ch e r l i ch S ch i n d e r e i e r u g e r i s s e n . . 7 r, Die deutliche und kräftige Ausdrucksweise dieses Urteils ist auch heute noch, aktuell. Das amerikanische Hllssmerk. Derzeit in Wie« 106.SVV Mahlzeile« täglich. Die Nusspeisung in Wien hat derzeit eine H ö h e e rreicht, dre vorläufig nicht überschritten werden kann. Es ist notwendig, zu Gunsten der fchulpstichtigen Kinder, der. , VolkssckAer und Kleinkinder die Verköstigung, der Jugendlichen und Halberwachsene», . der über U Jahre Zählenden, einzuschränken: Die Beteiligung derJngendbchen in grösserem Umfange war vom Anfang an bloß: als Superleistnug gedacht, soferne die Aktion noch nickt alle de»' biaftiflen Kinder ersaßt hat. Ist dies einmal geschehen, dann, werden vor allem die unterernährten Schulkinder aufgenährt, bloß ein erübrigender Rest kann der Jugend im vorgeschrittenen Alter zugewendrt werden. In der Durchführung des Programmes werden also einzelne Verköstigungen von Jugendlichen, Zugunsten der unterernährten und in erster Linie zu berücksichtigenden Schulkinder ausgelassen oder eingeschränkt. Ferner ist aus begreiflichen technischen Gründen geplant, die Beteklung privater Anstalten nur insoferne sortzusrtzen, als die im Ausbau begriffenen offenen Küchen mit ihren Ausspeisestellen (jene im Schloß Schönbrunu, im Charitashans am Währmgergürtel, i,u der Baracke ForsthauSgaffe, in der Laaerstraße niw.) mit ihren Nebenstationen, in den Schulgebäuden «sw. nicht in der Lüge sind, den Ansprüchen. zu genügen. Die nachfolgenden Rapporte zeigen .den derzeitiger, Stand der großzügigen Hilssnttiou der Amerikaner. Man entnimmt den Daten, daß in Wien und für die Wiener Jugend 06.478 Portionen taglick auSgegeben werden. . Ebenso groß ist die Zahl der für Deurschöstcrre,ch (ohne Wien) bcKnnuten Portionen. Stand der Wiener AuSspeisrmg am 16. Juli. Täglich werden verköstigt: . Ä. Offene Ausspeisungcn aus eigenen Küchen: Kinder 28.687, Mittelschüler 233-1, Hochscküler 175s). v. Halboffme Anstalten: Städtische Kinde,gäricn 870, private TagesheimstäUen 20.690, an offene Küchen an geschloffen ^5671. 6. Geschloffene Anstalten : Spitaler 2714, städtische Waisenhäuser 1320, Private Waisenhäuser 779, Internate 6238. 0. Eibolungssürsorgmmonen, Ferienheime usiv. 15.271 mit 32.425 Ponionen. In Summa tägliche AvSsprÜNkg L5.-771 Portionen zu 10 Hefloaem, HallMene ÄMütrn W31 Portionen, ge- Mvffen'e Anstalten 11.051 Porüomn, 'ErholunMürforge L^.-lSS Portionen. JllsgescmMAeMr ÄMPeisuüg: 1668,78 t. 'neu M'lS Hektonem pro Mg. Die offene RMpeisung umfiißt 31 Lkiichen, drum die verschiedenen AaSspersestrÜen angeschlossen -.find. Dw Küche im Chmcitashache^ LWzingergü^el 1P, bereitet >-V, ■ täglich 39CO Portionen, jene in der Laaersträste 3Ä20, in Schloß Schönbrnnn -werden, täglich 4400 Portionen fertiggestellt, in der Küche Brünnersträße.4000, in der Zitaküche, Forfthausgaffe 7715 "Portionen. Wie nickr sicht, ist für Dezentralisation gesorgt. Au diese Küchen sind in der Nachbarschaft Ausspeisestationen anaeschloffen; VM der-Zitaküche werden die Bezirke Leopoldftadt, Brigittenau und Floridsdorf versorgt, die Schönbrunner Hvsküche versendet die fertigen Speisen an 3 Stationen in jenen Stadtteil nsw.' Schließlich-- sei noch erwähnt, daß bis Mitte Juli in Wien an amerikanischen Lebens-, Mitteln cmsgcgeben wurden: Mehl 316-184, Zucker 101.368, Kondensmilch 191.395, Kakao 50.188, Hülsenfrüchte 84.795, Reis 12.361, Schmalz 16.749, Speck 14,4-10, Fleisch 22.796 Kilogramm. . ' Gegen die SensaLeonsprefse.; Me»:, 18. Mi. Dia französische Gesandtschaftin Wien ermächtigt uns -zur Veröffentlichungfolgender Mittelung: Seit einigen Tagen' veröffentlicht die „Wienew Mittagspost" Erklärungen, die, wie das Blatt behauptet, aus Kreisen der Entente herrühren und in welchen es sich insbesondere auf die Ansichten angeblicher „französischer Kreise" beruft. Die französische Mission legt .Wert -darauf, zur Kenntnis zu bringen, daß sie den von dem genannten Blatte veröffentlichten Erklärungen, welche die Anschauungen der Mission in gar keiner Meise wiedergeben, vollkommen fernsteht. <>.;v;. >*•. Schutz des ansliindLschen Vsr.mö-gsns in ... Angarrr. Eine EvLlasrrng der RLLsregierrtng. Wir«, 18. Juli. Gegenüber gewissen öfters austauchenden tendenziösen Gerüchten erklärt die Wiener ungarische Gesandtschaft im Aufträge der ungarlä'ndifchen Näteregierung, daß seitens dieser keine solchen Verfügungen getroffen werden, die im Gegensätze zu dem oster bekundeten Standpunkte stehen, wonach 'dem Vermögen der ausländis che n Staatsangehörigen der vollkommenste Schutz gewährt wird. Die ungarländische RÜtcregierung warnt die dknffchösterreichischen Eigentünrer von Wertpapieren in ihrem eigenen Interests ausdrücklichst, sich nicht von Manövern irrelenen zu lasten, die gewiste verdächtige Zioecke verfolgen; umsoweniger, als nach Abschluß der laufenden 'Verhandlungen mit der deutschösterreichischen Negierung betreffs der, Aussolgmig des deutfchösterreichischen Vermögens dem unbeschrankten Vcrsüguugsrecht der Depotsbesitzer über ihre Wertobjekte nichts im Wege stehen wird.' i- Am 100.000 Kvorrsn Schmuck gestohlen. ü, r Die Diebin festgenommerr. Am 16. d. M. wurde der Fabrikantensgattiu Eugenie S-t e i n e r im Wartesaale l. Klaffe des Wiener Westbahnhoses während des E'mlaffens zum Schnellzuge Nr. 205 aus ihrem Handtäschchen ein goldenes geflochtenes kleines Täschchen mit einaearberteter Börse, enthaltend Schmuckgegenstände im Werte von 100.000 Kronen gestohlen. Am folgenden Tage haben Polizeiagenten oie Diebin in der Person der wegen Diebstahles schon siebenmal abgestrasten 29jährigen Kunststepperin Maria Zawo dskh gebornen Farkas, Maraaretenstraße Nr. 61 wohnhaft, verhaftet. Dm gestohlenen kostbaren Schmuck hat die Zawodsky gleichnach der Tat der als Hehlerin polizeilich bekannten 61jährigen Witwe Anna H 8 b l i n g e r, XlV., Aichhorngaffe 13 wohnhaft, zum Verkaufe übergeben. Die Höblinger hat denn auch durch Vermittlung des Kutschers Adalbert Medel, XIV.. Diesenbachaaffe 42 wohnhaft, einen Teil dem 27jährigen Privatbeamten Konstantin N e b e r l h, XIV., Neindorfgaffe 12 wohnhaft, noch im Laufe. des nämlichen Abends h tn K 3000.— . w eiterv er kauft. Bis ans einige Kleinigkeiten konnte der ganze Schmuck A u st a n d e-g e b r a ch t wrrdm. Marie Zawotzsky wurde heute dem 8 an d e s g e r i ch t e in g e l i efer t. Gegen die'anderen Beteiligten, die auf fteiew Fuße belasten worden stind, ist die Strafanitshandlung eingeleitet. t'". Saison der Einbrecher. '- ' Ju den letzten Tagen ist hier eine ganze Reihe Einbrecher verhaftet worden. Zunächst ein Nachzügler zu einer größeren D'iebsbande, die am 4. April l. I. vom Polizeikourmissariate Margareten ausgehoben worden ist. Es war die Bande, die bei der Firma Kastenhoser u. .Comp., Margaretenstraße 10Z, Gum mir aber im Werte von 5 0.0 00 Kronen gestohlen hatte. Einer aus der Bände hatte dauucks zn flüchten vermocht: der 21jährige Hilfsarbeiter Franz Raidl. Er wuriie am 16. d. M. unter dem falschen Namen „Franz Nejchert" in Favoriten, Larenburgerstraße' 69 ausgesorfcht und gleich' seinen Diebsgenossen dem L a nd esger ich tee in geliefert. .Auch dieD'iebe, die am 27. April l. I. bei dem Gastwirt Johann Car, Brigittenau, Raufcherstraße 10 eingebrochen und einen Bar betrag von 40.000 Kronen erbeutet hätten, wurden -nun vom Po-IizeLkomuriflariate Brigittenau verhafte t; es sind der 20jährige Z-inimcrmanngchilfe Karl fchiszyn, der 21jährige Installateur Ludwig Weinerger und die 16jährige Handarbeiterin Älvrsra Müller. Die ganzen 40.000 Kronen Haben die drei schon vergeudet. Sie wurden am .17. d. M» dem Lande-sgerich teein geliefert. — Wegen ztveier irr. Floridsdorf verübter Einbrüche wurden drei Personen verhaftet, eine vierte wird gesucht. Am 12. b. M. wurde die Wohnung der Schnrttwarenhändlerin Franziska D o m r a n, Floridsdorf, Pragerftraße 14 erbrochen. Gestohlen wurden ein Barbe t r a g von 6000 Zkroyeu und S. ch m u ck i m Werte von 9000 K r o,n e-n. ' * Das Reifen i« die TfchechorSlorvakei. Wir sind von der n'chechv-slowakischen osfizrrilen Stelle ermächtigt, folgendes zu verlautbareu: Für die kurbedurftigen Kranken wurden noch Erleichterungen von heute an eiugeführt: Jeder Kurbedürstige hat sich vor allem ein ärztliches Zeugnis zu beschaffen, und zwar unmittelbar bei den dazu bestimmten tschechstchen Aerzten: Dr. F ü g n e r. I., Wipplingerstraße 8, Dr. I e z e k, XlV., Sechshanserstraße29, Dr«Pola.cek, VI., Mariahilferstraße99, Dr. P r a z a k, Ul., Uugargaste 56, und Dr. V e j d a, XVI., Neulerchcnselderstrasie 57, oder er hat ein ärztliches Zeugnis, das nicht übersetzt sein muß. Initznbrmgen und die Aerzte bestätigen es. Sodann begibt sich der Paßwerber mit allen Dokrnmnten, die erforderlich sind', ,> in folgende Filialen: 1. Diejenigen, die nach Äi'arienbad reisen, in die Filiale^ I., Bauernmarkt 10. 1. Stock (Zentral-Wechselstuben-Aktimgesellschast), 2. alle, dre in die in der Slowakei liegenden Bäd.er (Pistyyn,,, TrepchU-ipeplch, Tch'.a-Lomniy) resirn wollen, in die Frsiale, 1, Teinfallstraße l'/l^lDclophonÄummer 20.076) und Stalle anL.iren (nach Karlsbaü, Lahaczvwitz usw.) ^ieisenden smd rrnr an Nachmittagen für die schon bestehenden zwei Malen: XV., Herllotzgaffe 12, und Ui., Landstraße Hauptstraße 83, . bestimmt. , Die strenge llnterscheidnug der Filialen Ulrch den Bädern ist für 1 "v rr* is;'3uK;l9i9' ' die Reifenden im eigensten Jntereffe rmbedmgte Pflicht. , wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, die ans bie so Weffe ihre Pässe für Bäder leichter bekommen, auck tatsächlich nur in die Bädet reisen und dort gemeldet werden müffen. Fehlt eine solche Bestätigung im Paffe, so hat der Betreffende bei der Äusreise die Folgen riner solcheu Hintergehung der Melde« Vorschriften sich selbst zn.plschrcibeu. Sonst können fremde« Staätsmiächörigeu Bewinimmgen zum Landaufenthalte^in 'der Tschecho-Slöwakci ausnahmslos nicht gegeben werden. # Stcttc Uniform der Wiener Sicherheitsrvachei Wie nütgetellt wird, soll die. Mannschaft der Wiener SicherheitSwache jn Bälde in neuer Upiforin den Dienst versehen, ^toff der bisher schwarzen und mit roten Auffchlägen versehenen.Uniform soll die Mannschaft lichtbräune Uniform rmd statt der schivarzen Kappe eine ebenfalls braune Tellermütze tragen. .> *'Passive ReMenz im SLnatsamLe für Heer- Wesens Wir erbalten folgende Mitteilung: Jn Entsprechung des Beschluffes der Delegiertenkonferenz der Angestellten im dentschvsterreichischen Staatsamte für Heerwesen und den ihm unterstehenden Stellen vom 16. d, M. treten die Vertragsangestellteu sowie die Bernfsgagisten und weiblichen Hilfskräfte am Dienstag den 22. d. M. in die passive Resistenz ein, die in den gleichen Formen.vor sich gehen wirdwie sie bei dm Angestellten der liquidierenden Stellen durchgeführt wurde. Die Angestellten der liquidierenden Aemtcr unterstützen diese. Aktion, indem sie in allen Angelegenheiten, die dm dentschösterreichischen Staat betreffen, passiv arbeiten. An alle Kollegen mnd Kolleginnen ergeht der Ausmf, an der anr Dienstag dm 22. d. M. um 10 Uhr vormittags in der Vblkshalle des Neuen Rathauses stattsiudmden Vollversammlung zuverlässig-teilzunehmen. Der 22. Juli gilt als dienstfrei, Erscheinen ist Ehrenpflicht! Das Aktionskomitee. * Diebischer Zimmerherr. Der 32jährige gegenwärtig Unterstands- und beschäftigungslose Chauffeur Albert S r o k a hatte'vor kurzer Zeit bei ber Hausbesorgerin Fanny Mairie, XX., Treustraße Nr. 7, gewohnt. Eures Tages war er mir Kleidern und Juwelen im Werte von K 20.000.— verschwunden. Am 17. d. M. wurde er in der Brigittenau verhaftet und dem Landesgenchte eingcliefert. Die Beute hatte er gleick nach vollsührtem Diebstahl verkauft und den erhaltenen Erlös verbraucht. tief bewußtlos aufgesimden. Sie wurde von der Rettmgsgesellschast ins Rudolfs-Spital gebracht. * Vielfach gekrrtzerterr Wünschen Rechnung tragend, hat sich die Kriegsküche „Thalysia", Oppolzergaffe 4 (beim Burgthealer), mtsckloffen. ab 21. d. M. auch Nacktmahl, besteheud aus Suppe, Gemme und Mehlspeise, §um Preise von L 3.20 zu verabreichen. Anmeldungen werden täglich mtgegengenonnnm. * ^Troeadero". Eine Attraktion allerersten Ranges bilden die in künstlerischer Vollendung ausgeführten neuesten Gesellschaftstänze ^Chopin Walk" und „Arizona", welche von den Klassikern des modemen Tanzes, Maestro Rozsnyai und Musette Frederic allabendlich im „Trocadero", diesem vomehMen Etabsiffemmt Wiens, unter allgemeiner Bewunderung ausgeführt werden. BerewSKachrichten.; Bereinigung ukrainischer Militär- Mittelschüler. Sämtliche Mitglieder werden aufgefordert, morgen 'um %9 Uhr vormittags, H., Glockengüsse 35, 1, Stpck, zu erscheinen. ' _ : " . Letzte NschrichtM. - Eme scharfe ARsrage gegen die Italiener und CmglLnder in der Belgrader RationalverssrMMlrmg. Belgrad, 18. Juli. (Meldung des Südftawischen Preßbureaus.) In der gestrigen Sitzungder Nationalversammlung richtete Abgeordneter De ko wie an den Ministerpräsidenten P, r v t i c eine Anfrage, vb ihm das Treiben gewisser Amtspersonen fremder Staaten bekannt sei, die sich in rmverantwortlicher Weise in die inneren Artgelegenheiten Montenegros einmischen. Die Italiener, sagte Redner, wühlen überall,' sowohl öffentlich als auch geheim gegen 'den Bestand und das Gedeihen des Königveiches der Gerben, Kroaterr und Slowenen. Außerdenr stellen die Italiener dem Anschluß Montenegros an Jugoslawien auch wegen der Farnilienbeziehungen zwischen ihrer und -der montenegrinischen Dynastie Hindernisse entgegen. Italienische amtliche Organe hetzen in Ntontenegw mittelbar und unmittelbar, so daß es fast täglich zu. bluttgM Zwischenfällen kommt. Außer den Jralienerm, fuhr Red-ner fort, betätigen sich in Montenegro angeblich' -auch Ageirten anderer Großmächte, welche sonst uns gegenüber freundschaftlich gesinnt sind. Vor allem istes England, das-eine lebhafte Agitation für den gewesenen König Nikftä und dessen Dynastie entwickelt^ £ X;. t -i .-Mürifierpräfident Krotic erwiderter „Nicht-. nur Montenegro, sondern der ' -galuzen Miriaküsteist ein trauriges Schicksal" beschied^n. -..Schvvhl.^in)' D^.!matü'r: als auch in AMieiretzro.. -iwfeir;' iLaRLniW"i'"Drsgan-L als Herren auf.' 'V.?- •'* :v*;V-' Ministerpräsident Prvtie Vak den MWrdrre'ien,' von ihm keine Äeußcruugen zu verlangen, die er vorder Nationalversammlung nicht macherr könne. Die königliche Regierung tut alles, was in ihrer. Macht liege, um' alle Gefahren von dem montenegrinischew Molke fernzuhalten. Jn der Oefsentlichckeit dürfe er aber detaillierte Aeußerun'gen über gewisse delikate Fragen nicht machen, doch köstrre er sagen, daßÄehnlichrs wie jetzt in Mont'enegw anch größere- Staaten, als ' wir es sind, erleben können. •' Kein Streik in Graz.' Graz, 18. Juli. Die Heute in den-Julien säten to.geude Versammlung der Arbeiterräte hat beschlossen, tm Sinne des Vorschlages der Parteileitung und. der Ge.werM asts?>ommisfion für den 21. Juli keine Ar Leits ruhe eintreten zu lassen, sondern am S o nst t ag eine Demonstrationv e -. ■ ■ m mlH4tg in den Julieusälen abzuhalten. .-