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Wiener Morgenzeitung · 1919-07-16 · Heft 177 (16.7.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 177 (16.7.1919)
Date
1919-07-16
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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‘51r. 177 ÄZien, WtttwoH^ 1 - ----- - - - - _- —- ■ — äOOO SSroucit. Ehe noch die eigentliche Tätigkeit beginimr konnte, war das bisher erngezahite Aktienkapital, das eilva 130.000 Kwnen betntg, Ibis zmn 1. Jitli vEMoMM e n rrschöpft. Beim ^Stcherheitsbnreän waren unkerddsseu wiederholt Anzeigen eingelanfen, daß die Gesellschaft anscheinend keine reelle 'Grundlage 'h'abö. Die -Afizeigen-^führten - dazu, baß. gegen die.Leitung,der famosen Gesellschaft Äugeschritten wurde. Zunächst-wurden Julian L tzftv.. und Wöktvr fptt'J Weiner, der „Generalsekretär" in H a ft geNfimnt e n.' Der zweite Generaldirektor,, der ' sich":-R-ndolft/Mtt«v -' Bose-tl-Trmüenberg genaue? hatte, halle sich üuMittÄbar ^vr feiner, schon ungeordneten Jnhaftnahine aitit der Selbstanzerge gestellt, daß er richtig Wilhelm R n d lo f f h-?.im,^ am- S. Sepbember 1876 zu Jüsterbolz in Preußen geboren sei-'mtd> Michelbeuerngasse 7 wohne. Er legte ferner das G'estätthnis -'ab, daß er früher .Gemeindebeamter in Delitsch in Prtz'nß«,r . .gcrvesen sei und im' Jahre 1913 »ach Unte^ sch-WMng von 20 0.0 0 0 Mark von dort geflüchtet sei. Die falschen Papiere auf den Namen Ritter von Bosetti-Trantenberg -Ml - em> fickst iu Neapel küllflich' erworben'haben. Er. fei ntit. den Papieran nach Brasilien au'sgewättdßrt, von wo er im'Ditz'« 19.15 nach Wien gekonunen sei. Nach seiner Körrespondonz?,u schließen,, hat sich Rridloff mit dem Herra ts sch Windel imgroßen Stile befaßt. Er, Generaldirektor Löw und Generalsekrettzr D'r. Weiner wurden heute dem LandeSgcrich'te ein geliefert. Die Näumlichkeitcn der „Eola" wurden. amtlich versiegelt. >■.ly ■■:£, \ Die KartoffelvevsörgÄttg. ' Pom Staatsamte für Volkscruährtmg wird verlaukbatt: Der Äarto.ffelbedarf siir die Nichtseldftversorger Deutschösterreichs beträgt, unter Zugrundelegung einer Jahreskopsqtwte von IVO Iilvgrantm rrmd 5O.0OO Waggows, bei Zugrundelegungseiner Jähreskoysguote von 60 Kilogramm nmd 3O.OO0 Waggons. Zur. Deckung dieses Bedarfes ist ans der eigeiM Produtttönuur die Menge von -rund 7OOO Waggons als versügoar zu gewärtigen. Der Rest der deutfchostcrreichischeu Kartoffelernte ist zur Deckung. des Eigenbedarfes der. Selbstversorger, deren HanWüungZä.ngehvrigeu mtd Deputatistem zur Deckung des Saatgutbedärfes mto. fift: FutterAwecke erforderlich. ''.-'st . -Da zwffcheu dem Zeitpunkte - der Kartoffelernte mtd/dem - Eintritte .des Frostwetters, das die Ausbringung, imbv den Transport, dieses 'wichtigen, vielbegchrlen Lebensmittels arg. gefährdet, nur eine kurze Spanne Zeit dazwischen liegt, chutz getrachtet werden, die Ergebnisse der heimischen Erzeugung gleich zu 'erfäffenidäsie dem Konsum viel früher zngeführt werden können, als die namentlich in deck vroduttionsreichen.Gebteten des Älordens und Ostens geernteten .rind auf langen Transporten angebrachten Kartoffelmcngen.. . Würde die inländische Kartoffelernte zur vollständig freien Berfügmtg. nbrrlaffen werden, wäre eine geregelte Berbrnuchsvrduüng «hntößlidi und eine ungerechtfertigte Preissteigerung, stusolauge als die Nachfrage das. Angebot wesentlich übeisteigt, die unvermeidliche Folge. Die an undfür.fich geringe hcjinifche Kartoffelproduktion würde nicht dem bedürftigen Berbranüstr zukommen; die wesentlich teureren Einfuhren müßten. dann -den finanziell Schwächeren zugewiesen werden, die Einsnlw gesteigert, das Bolksvermöam hierdurch verringert und dem Staate beiträchtliche neue Lasten aufgebürdei werden. / i -Die nach eingehendsten Beratungen zustaudegekommcne, im heutigen Staatsgesetzblatte verlaulbarte Bollzugsauwersuug, über . die Regelung des BerkchrS mit Kartoffeln verfügt .bre Beschlagnahme der Kartoffelernte einschließlich der Frühlartoffeln zugunsten des Staates und trägt den Wünschen der Landwirtschaft in der Art Rechnung, daß nur. eine bestimmte Kartosfelmenge im-Wege der Kontingentierung einmal augefordert wird. Die in,den Ländern aufgebrachten Kontingente verbleiben dem Produktivnslantzr>'sie wurden im Einvernehnreu mit den Landesregierungen festHestellt und .werden von denselben Organisatronm tmd Komnus.fionen, die für die Ausbringung der Getreidckonüngente.bestellt:find, auf die Bezirke, Aufbringungssvrengel und landwirtschaftlichen Unternehmer umgelegt.' Die nach Älblieferung, des Kontingentes dem Landwirte erübrigenden Kartoffeln verbleiben ihm 'für die Zwecke feines Eigen-und Wirtschaftsbedarfes zur BerfWrung mw für Säatzwecke. - Schon iu den- Vorfahren war in einzelnen Ländern Dcutschösterreichs, tmi einem Wunsche weüer Krerse der Nrchisclbstverforgcr entgegenzrrkonrmcn, seitens der politischen Landesbehörde zeitlich beschränkt und unter bestimmte» Sicherheiten für die Einhaltung der Verbrauchsvorschriftcn der di rekle. B e z u g besttmmter Karto ffelmengeu beim Landwirte Mestatlct gewesen. Die gleiche Möglichkeit eröffnet - die eben verlautbarte Vollzugsauwetsllng den Landesregierungen itcnetltch, desgleichen auch die Möglichkeit, die Lieferung kleinerer Mengen von Kartoffeln an Verwandte des Landwirtes,, die außerhalb des Produktionsortes wohnen, zu gestatten. ' GeschafLsarrfficht. f Eine am. 11. d. M. im Staatsäncke für Justiz durchgeführte Fachmäunerderatmtg befaßte sich mit der Frage/ ob die ursprünglich nur für die Kriegsdauer berechnete Einrichtung der ' GefchäftZaufficht auch nach Friedensschluß aufterhtzuerhaltrn sei. Die Vertreter der beteiligten Kreise bejahten einstimmig diese Frage und hielten es für wünschenswert, daß auch, mit den übrigen SukzeffionSstaaten das Einvernehmen wegen eines gleichartigen Vorgehens gepflogen werden möge. Es ist demnach zu erwarten, daß die bestehenden Vorschriften über die Geschäftsaufficht durch eine neue Vollzugsanweismtg ersetzt werden, wobei die Voraussetzungen für die Anordnung der Gefchäftsanfficht entsprechend zu ändern sein werden. - Die Millionen -er ungarischen Gesandtschust.! Der Gouverneur der Ocsterrerchisch-ungarischen Bank, Doktor -W i m m e r, äußerte sich über das Urteilin dem Prozeß der Wiener ungarischen Gesandtschaft gegen die Oesterreichrsch-ungari-' .schö-Bank zu einem Vertreter der „Korr. Expreß* folgeuderinaßcn: i- „Gegen das Urteil der zweiten Instanz ergreifm wir den ^Rekurs. Das Geld bleibt natürlich, bis nicht »in rechtskräftiges Urteil gefällt ist, in der Staatszentralkaffe. Ich zwriste nicht, daß 'die Ocsterrrichisch-ungarische Bank rechts behalten wird. Darüber Hot die dritte Instanz, der Oberste Gerichtshof, zu entscheiden.* * Ei« antisemitischer Schutzverband von Handels- «kademikerm. Wie man. uns ans Graz mitteiü, .hat der .Ende -April dort gegründete „Schutzverband absolviertet d e ü t f chiv st e r r e i ch i s ch e r Handäsakademiker* nach dreimonatlichem °Besta«d die jüdischen Mitglieder aüsgeschloffen. Dies ist in der Weise erfolgt» daß das Wort »deutschösterr«chisch* durch „deutsch* erseht wurde. Wir empfehlen die Mitglieder dieses geläucerten Schutzverbandes der. Aufmerksamkeit der jüdischen Geschäftsleute. . * Neue Amtsvorstaude. Magistratssekretär Dr. Alois Psermger ünnde zum Borftande derMagistratsabterlung l (RechtslangelegeuhNten) «ad Magistratssekretnr Dr..Ludwig Mauß zum -Vorstände der Magistcatsabteiftmg fV (Sichnhetts- und Reinilichkeitspolizri) bestellt. ■ # Aenderung des ZugsoerKehres auf der Franz Josefs-Bahn. Mit Gültigkeit von Domlerstag 17. d. M. treten auf der Franz Iofeft-Bah« die folgenden Aettdenwgrn, Miene p Mo rg ertZeitürrgT bezrchuugsweise ZugZeimchräukuttgen in Kraft. Die Pcrsonenzüae Wien-F. ab 6 Uhr 15 Min.' vorknittags und Wien-F. J.-B. an 7 Ubr 50 Min. nachmittags werden von Donnerstagden 17. d. M. an - mit der gleichen Abfahrt und Ankuutt in Wien nur zwischen Wicn-F. J.-B. und SigmundShttderg geführt. Die beiden Züge werden, tzwischcn Tulln und Signmndsherberg m allen Siativnen undBe'rsonenhaliestellen mihaltrn. Die bisherigen - Personenzüge Wien-F. J'.-B. -ab 8. Uhr 15 Min. vormittags-und Wien-F. J.-B. an 6 Uhr 45 Min... nachmittags werden vom gleichen Tage an derart geändert, daß der erste', e Zng von Wien- F. J.-B. um 8 Uhr 6 Min. vormittags abaehrn. der letztere Zug um 6 Uhr> 5 Mm.' nachmittags in ' Wien-F. J.-B. eintreffen wird., Der - geänderte Personenzug. Wien-F. J.-B. ab 8 Uhr 5 Min. vormittags wird künftig zwischen Tulln' und Srgmundshcrberg nur in den Stationen zwischen Signumdsherberg und Gmünd,' dagegen ' in allen Stationen und allen Personmhaltestellen Aufenthalt, nehmen. Der geänderte Personenzug Wien-F. J.-B.,an 6 Uhr 5 Min., nackmüttngs wird zwischen Gmünd-und Sigmundshrrberg in allen Stativueck rdnd Prrsonenhaltestelleu, zwischen Sigmnndshecberg und Tulln aber nur in Absdorf-Hipprrsdvrf anhalteu. Zur Ansrechterhalrnng der-Anschlüffe in Schwarzman nach und. von Martmsberg^- Gutenbrunn wird, das auf der Lokalbahn Schwarzenau-Akarrinsberg—Gntenbrunn 'verkehrende Zugspaar vom voracuauuten Tage an derart geändert geführt, daß in der Station Schwarzenau die Abfahrt um 5 Uhr 10 Min. vormittags, die Ankunft um 1'Uhr 11 Min. nachmittags erfolgt. -. - .. ' * Verein zur Wiffeuschastriche» Erforschung .Palästinas. Allseits beginnt das Interesse ttir Palästina sich - zu hebest und'in. weiteste Kreise zu dringen. Engländer, Franzosen,. Deutsche nsw. haben seit vielen Jahren Gesellschaften» bie fuf}, die wissenschaftliche Erschließung Palästinas zur Ausgabe gestellt haben. Nur das jüdische Volk, nur jüdische Gelehrtes haben bisher in dieser Richtung so gut wie nichts für Palästina getan, obwohl gerade lwr an diesen Arbeiten das größte Interesse babcn sollten. Die Unterzeichneten richten, an alle jene, die gewillt find, an der ■ wissenschaftlichen Erschließung Palästinas mitmarüeiten, den Avpell, ihre Namen und Adressen zwecks .Gründung , einer „Filiale'Wien des Vereines zur Erforschung Palästinas .in Jerusalem" brkarrntzugeben. Zuschriften wollen an das Palästinacrrnt, Wien, U.,.Zirknsgaffe 33, gerichtet werden. . » Theodor Herzl-GedächLnisfeiesp. .Donnerstag den'' 17., d. M. findet noch im Ternpel des X. Wiener GenrcindrbezirkeS, Humboldtgaffe 27. eine Theodor Herzl-Gedächtnisfeier . statt. Die Gedenkrede hält Rabbiner Dr. A. L. M and e 1. Beginn 7 Uhr abends. — Donnerstag den 17.. d. M. um j/57 Uhr abends veranstaltet der Verein „Z i o n" anläßlich des 15. Jahreszcittages Dr. Theodor HerM eine Trauerandacht im Tempel II., Pazmaniteugafie 6. M: Trauerrede >v:rd vom Rabbiner Dr. S. Funk gehalten Mrden. Militärische Ernennungen. Das deuischösterreichische Staatsmnt für Heerwesen hat definitiv bestätigt: Oberst Konrad Straub als Ulckerbesehlöhaber für den Kreis 7, Horn, Oberstleutnant Heinrich Werdau - als Stellvertreter des KreiZnnterbefehlshabcrs für den ökrcis IV und Oberstlcntnaut Hubert Gürtler als Bataillonssührer des technischen^ BolkswehrbatMons in. Klosterneuburg. -- M,- * Der Doppelmord im Arsenal. Zu einer imposanten Trauerktmdgebung gestaltete sich das LeichenbegänaniS des Kommandanten der Arbeiterwehr Arsenal Johann Geiser und seines Stellvertreters Hubert ',S t a «*51, die, wie berichtet,, am 10. b. M., als sie einen versuchten Waffcnschmuggel und eine Bestechung entlarven wollten, erschossen -wurden. An der Trauerfeier nahm die gesamte Arbeiterschaft des Arsenals' teil. Bon der Regierung waren der Staatssekretär für Heerwesen Dr. .Deutsch, UmerstaatZsekretär Dr. Weiß, der Kom- Mandant des Arsenals Fische r, dann Dr, Fritz A d l e r erschienen. In einer kurzen Ansprache nahm Arbeiterrat S t e i n e r Abschied von den Toten. Dann ergriff Staatssekretär Dr. Deutsch b(t§_ Wort; ei; bezeichnete die beiden Toten als Kämpfer und Opfer der Revolntion und als die leuchtenden Brispnle treuester Pflichterfüllung. In Vertretung der kommuuistischm Arbeiter' sprach gleichfalls em Mitglied Worte des Abschiedes. ' ,* Panik in einem Stratzenbnhnzug. Gestern fuhr ein drchtbrsetzter Straßenbahnzug der Linie 71 auf der Strecke Zentralsriedhof—Limcnarnt Schwechat. Plötzlich trat in der Starkstromleitung Kurzschluß - ein inib die Versicherung geriet in Brand. Flammen schlugen auf und Ranch cmwickelte sich. Bei den Fahrgästen, die Furcht für ihr Leben hegten, brach eine Panik aus. Alles stürmte und drängte aus dem Wagen nnd dabei tvurden vier Personen verletzt: Gisela M a z u r a. Lcvpoldiue Hirt l, Engelbert G r a m t b e r g e r und Johann H a s ch f a. Ihre Berletznugeu waren durchwegs leicht. Sie komttcn sich allein nach Hause be-geben. * Ein Jurist a!S LeSensmittslschwindler. Der 27iährigeeabsolvierte Jurist Johann Marek wurde am 10. d. M. in einem Hotel aus der Wieden, in dem er unter, falschem Namen gemeldet war. angehalten. Er hat dem Kaufmann Richard Lorenz, XIII., Isbarygaffe 20, wohnhaft, unter dem - Vorwände, ihm einen größeren Posten Zucker zu beschaffen, X 20.600 h e r a u s g e l o ck t. Marek hat auch in verschiedenen Hotels Zechschulden in der Höbe von K 10.000 gemacht. Gestern wurde er dem Landesgerichte eingelirsert. * Genürfeschleichhandel im großen nach Baden. Einem groß-angelegten nnd mit Lastenautomsbilen -betriebenen Schleichhandel rmt Gemüse find gestern P.ol'rzciorgane. auf die Spur gekommen. Gegen 0 Uhr abends hielten Srcherheriswachm in der Brigittenau, Marchfcldstraße. ein schweres Lastcnautomobis' mit Anhängewagen, das schwer beladen war, an. Es zeigte sich, daß die Ladung au§ 4000 Kilograinm Gemüse bestand. Das Gemüse war lüc Baden bei Wien bestimmt. Das Lastenanto wurde zum Polizeikonnuissariate- Brigittenau gebracht und beschlagnahmt, Das Marktamt verkaufte das Grnrüse. Gegen die. Beteiligten, eine» Gemüsehändler namens Sperk in Baden, gegen seinen Chauffeur Franz Lfichek und gegen den Knu'cher Jakob Stipaui^wmde hie StrafamtZhandlung wegen Schleichhandels und PrevStreiberer ein geleitet. , * Kein Streik der Gsrichtspraktikante«. In der gestrigen Versammlung wurde beschloffen, die erreichten Zuaeständniffe anzunrhmm und von einem Streik abzusehen. : Den Gerichtspraktikantcn wird ab 1. d. M. ein Gehalt von K 300.— bewilligt, der sich aus der gesetzlichen Ar b e i tslos e n u n t e r ft ü tz n n g und einer Remuneration von X120.— znsammensctzt. Die Versaurmlnng legte gegen ,die Form der Zusagen Protest ein. Bereinsuachrichte«. Zionistische Sektion Landstraße. Am Donnerstag den 17. d. M. entfällt die Zusammenkunft im Casö Prückl wegen der Trauerandacht Dr. Theodor Herzls. — Zionistische Sektio'n Brigittenau. Heute' abends findet irn VercinÄokale, XX., Karl Meißlstraße 5( Tür 1, eine Versammlung der jüdischen Jugendlichen aller Stände des XX. Bezwkes statt. Anschließend daran findet rm Vortrag des Herrn Ludwig Dickstem statt.. Gäste willkommen! — Bad e.n berWi? n. Heute Mittwoch findet präzise 4 Uhr nachmittags' im separierten Saale des Cafs Fischer, Baden, Jofessplad (Eae Franz Josef-Ring 42) eine ffehr wichtige Sitzung der Badener Zionisten statt, zn^der alle GrnnnnngIgenoffen, die derzeit oder' ständig in Baden wohnen, herzllchst cingeladeu find. . ' ^'7?:rrr— -4D. Mc"I919 ' '^cfrc“ 2&. Die Ermiihrimg.; Dev Marktbericht. : Die ersten italienischen Birnen. 1. ■ ■ Der Obstmarkr auf dem Naschmarkt' bot' gestern eine kleine augtMhmL Ueberraschnug: endlich sind die e r st e-n „B l.r'n c n tu dieser Sa t f o n nngekounuen. Es Handelte sich jedi/ch vorläufig nur nur eine kleine Sendung von 5000 KilognUnn» i lall i e n i s ch e r Herkunst, die zinn Kllögraiutrtpteis ' von K 8.-— ielbstverftändlich bald ausvcrkansl, war. Sonst verfügte der Obstmark nur über Ananaserdbeeren, Walderdbeeren' und - Orangen. Bon letzteren waren 60 Kisten ei'ngctroffen. die., zun» - - Preist-von K—.85 bis X 1.60 verkauft wurden. Urschen waren auch gestern nicht zu sehen. ' - .'-.Die G r ü n w a.r e n m ä r k t e wären mit Gemiift aller.Art, darmner auch Qualitatsgemüse', ausreichend-versorgt-. G-r ü n e E r b s e n in -Scholcu und " ts ch e-chis ch y - Zlvir e b eln waren so reichlich augeboten, haß der P r e is für beide Sorten e r m ä ß i g t wurde. Erftere waren mit-K 3.60<' letztere von K 1.60 aufwärts pro Kilogrami.n erhältlich. ' .'IDogegen' war der Verkehr auf denMügen Märkten be-'' latlglos. Die Groß m a r k t h a l l e'-bot nur rapoustrtrS>- Fleisch..für Nachzügler. -Es waren angeboten-'1096 Kilogramm.. . rahouiertes Schweinefleisch, 26 Kilogramm mläüdtsches .und 19 - Kilogramm ausländischrs Rindfleisch (!) sowie 60 Kilo gr amnt - Wcicljwürfte. Auf den Fi s'ch m ä'rk t'en waren nur Reste wob gesälzenen Schellfischen erhältlich.'.' . - ft'E.i e r fehlten gestern, werden jedoch für die nächste Zeit - erwartet. ■... *■ '-z, ,' Pessere Beliefepung Srit Zucker. Wie' verlalttet, kanp'- die Zuckerkrise als überwunden gelten. Die Ziickcrlirfernngru -- ge'hen-.rcgelmäßig.ttnd reichlich -vor sich. - Der Junizucker dürst'z- - unmittelbar anschlirßeitd an den Maizucker ansgeaeben w,erden Leidcv. ist vorläufig größten nur mit Roh zuck e r zv,..- rechnen. Dies wird damit erklärt, daß wir den Zuckeraus'' den - Nlährischen Zuckerfabriken beziehen, die mit Kohlen sehr ..schlecht'' versorgt waren nnd deshalb nur.- eine kurze Znckerkampägne -ab<-.-' halten, konnten..Die Möglichkeit ist jedoch gegebnk, daß.innbfrb- , barer Zeit auch Weißzncker ans dem böhinifchen .Fabriken für- . Wien un Betracht kommt. '•-©tc Fleisch ab gäbe. Bei der - ÄMMaLn beginnenden -Fleischabgabe. wird inländisches Rindfleisch im Ausmaß von-- 10 Dekagramm an Kunden bei Fletschhauem mit dem Anfangs^ bnchstäben & (ausschließlich Grohschlächtcrci), ausländisches Rindt« , fletsch, an Kunden bei Fleischhauern mit dm Euchstaben-b' ab> - -'s gegebett. AtnerikanistheZ Pökelfleisch wirdlitt allen Fleischhauern',« nt Ausmaße von einem Achtelkilograntnv für den Kopf' abgegeben, t - .'Die volle MehlquoLe in Sicht. Die 'teilweise.Eim -lösung der Mchlkarte mit Maisgrieß in dir nächsten Woche )v'tt>! timv. o' r 'ü b-e r g e h nt d sein. Sie winde durch das teilwefft' -Ailsble'beu der Mehtsendungeit der Entente veranlaßt,' die ei'n^ ' ' Kuappheck der Mehlvorräte hervorgerufcn hat. Inder zweit- '.' nächsten Woche durste wiederum-ein h a l-b e s K t l o g r -a m.n' Fein nt e h X abgegeben werden. Seit drei Tagen laufen wieder", erhöhte Mehltran-Zporte ein. ' ' Kartofselabgabe. Mittwoch, 'Donnerstag. und. Freitag werden im VIII. und XVIII. Bezirk Kartoffeln) und zwar I Kilo^ gramm für den Kopf gegen Abtrennung des h a l b ent A h» . ch n i t .t c s L der Kartoffelkarte abgegeben. BühM rmd Kunst." Neue Wiener Bühne.« . Für die Sotnuterspielzeii würde Henri L a v e d a u Z Szenenteihe „D a §J3 e 11" hervorgeholt. Der Titel, darf nicht irreführcn. Diese zmnTeilc sehr geistreichen Schlafzimmerbilder haben mit jenen öden Zoten und auSgezogcnen Animierposstn nichts gemein. 'Manche find überaus witzig, andere wieder nachdenklich, etncs sogar, da ein junges Mädchen dte eben Mutter gewordrm Freundin besucht, ist rührend zart und das letzte Bild wirklich bedeutend. In allen Szeiien ein gepflegter Dialog, reife Meuschettkcnttlnis und französische Grazte. Ganz ausgezrichnct Frat- F ö r st e r und Herr Lessen in einem gelangweilten Ehebett wwst Herr I n wm l d.als tölpelhafter Ehegatte. Dio Damer W.'u l s f. und' Senget d.t fanden sich in threll prächtigev Bettcu sehr gut zurecht. Bon dch Grigrn Mitwtrkenden'find die Danten Ellen N e n st ä d t e r. Lilly D c l a t ist i, Roi« P a u l i -sowie Herr Karl. M i k s ch, der auch -die Acgln - ' führte, hervorzuheben. " ' '■) . -Der anmutige und kurzweilige Llbcud fand - lebhaften Beisall. -_ " Airs den Theatern. ■- Das Komödienha u s hat das dremktiae Singspiel i.J o s e fine G a! l m e y e t ", Buch und Musik vofi Paul - Knepler, für die nächste Spielzeit zur Anfführuug an-, genommen. - / ' . - - Im S ch ö n b r u n w. c r S ch l o ß t h e .a t..e r -gelauH/ morgen Donnerstag Hennamt B ä b rö-...Lustspiel *2 «'3 j Konz e r!" zur Aufführung. Degiun '/,7 Uhr. -Im Wiener K o-m ö d i e rt h a n s wird tW^> „D e r K ö n i g d e s L e b e n s" gespielt. .Die BerhaudUrngen mit Harry W a.l d e n-- zwecks Verlängerung seines Gastspieles, am Wiener KomödicnhäuS in, „Der König des Lebens" lVjftor..'- Wilde) dürften zu einem gnnsttgcn Abschluß führen. > Die V o l k s o p e r wird die Spielzeit 1919/20 Sonntag den 31. August ' mit WaguerS „M eiste r s i n g e r" unter' Leitung Felix Weing a r t n e -r s eröffnen. . , ImI o ü a n n S t r a u ß - T h e a't e r findet Sam'Skatz die 50. Aufführung der Operette „Das . BeiKchenm ä d el" statt. . Samstag den 19. d. M. um 7 Uhr abrndS v ö .l k s-! t ü m! iAr e § S y nt p h o n i e k o n z e r t des Symphonie-.". Orchesters (Kottzertvevein-Tonkünstlct'orchester)' im Konzerthanssaast Dirigent Anton K o n r a t'h. Programm: SA) u'b e r t,. . Symphonie C-dur *' M a s s e tt e t. LLÜno» Hspotettüne, y'' Nos f t tt Ouvertüre zu .-.WilhclntTcll". K'a r-t e u zull2.---'" und X 4.— im Konzerthaus Leint Portier und ybtt. Kehlern.' Porser. ' Jüdischer Orchesterverein. Heute Mitttvoch.. Gesamt' orchesterprobe um 7 Uhr abends htt Saale des Jüd.i.sche«? I u g e n d b e i m s, Wie?«, ll., O b e r e D.o n a u st r ä ßt -- - Nr. 9t, 2. ©liege, I. Stock. Instrumente mitbnngen. M, '.j' Ein neuer Gorion gelangt in.Kürze zur Ausgabe. Da§ ' Büchleiy . trügt den Titel „V o r dem Stur m" tmb enthalt- - folgende. Erzählungen: Die gesprungene Saite. EimLjchtstcahh.' Das Letzte. Die Trauerrede. Der unhchnliche Gast, .Ein« Schreckenstat. Ausgeglckten. DaS einzige Km'd. - Dir Heimkeha Ilebcv das Grab hinaus. ,Vorbestelltmg auf die Sammlung, 'di> in gleicher Ansstattnug erscheint wie „Zwei Generationen" mff . „Vont östlichen Judeickmu" desselben Versnffets, sind'-zu richte» '. an Verlag R. Löwit, I., Fleischmarkt i.... ,

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