Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 177 (16.7.1919)
- Date
- 1919-07-16
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979254--01578-2986996- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Tirana 1× ep/1048140
OCR text
„Säfie » -Mm, ■ yiWfiinrW'tr»'rw<nwi~——■ ■■—»■■ ——ygmugwwwf» ■jg Seiegromme. - - v <5)IC ^Janfet Beratungen. -v*. ■■■•;,,>-*'* SainL-Germarn» 15. Juli. (Korr.-Bur.) Der Oberste Not, dessen nächste Sitzung erst morgen rrachnnttagö hätte siättfinbcit sollen, hat beschlossen, heute nachmittagZ um \Vi Uhr pffammcnzntrettn. Saint-Germain, 15. Juli. (Korr.-Bur.) Die Ver- »ntwortlichkeitskommusion besprach heute vormittags die Frage h e r A u s l i e i e r n n g des ge w^e s c u e n deutschen Kaiser s. Au die h o l! ä N d rf ch e R e g » crü n g ist iudes u o ch n i ch t h e r a u -g e t r e t e u tvorden. Die bulgarische Kommisston hat Benizrlos augehört. ^Heilte nachmittags lagen auch die Kommissionen für Polen und das Baltiknm. Ver amerikanische Senat gegen den FriedensverLr-g» Saint-Germain, 15. Juli. Der ..Matin" meldet aus Washington: Die revublilauischen Senatoren glauben, daß der Friedensvcrtrag in Amerika kaum vor dem Oktober ratifiziert sein wird. Der repuManische Senator - Moses, ein einflußreiches Mitglied der SLnatskonmiijfion für auswärtige Angelegenheiten, erklärt, daß nach den Ergebnisse!? der letzten Sitzungen Me republikanischen Senatoren imb die zwei Demokraten Rced und Gere nur mit Vorbehalt für den Vertrag stimmen werden. Sine Weltorganisation zur Lebensmittel- Verforgmrg. London, 15. Juli. (Tel.-Komp.) Es wird gemeldet, daß die brinschc Negierung eine Art Wcttorgantsatwn bilden will, die die europäische ^age in bezug ans Rahrnngsmittelversorgung rettet. Sie schlägt vor, euren Obersten Wnti'chastSrat unt dem Sitz in Washington entstehen zu lassen. Nicht nur die neutralen Länder, sondern auch Deutschland und' die übrigen feindlichen ' Staaten sollen barin ausgenommen werden. . - ’. ’ - Der Lebensimltclkontrollor Roberts teilt mit, die Regierung hat beschlossen, daß das Lebensminelaint seine'Arbeit fortzusetzen bat, um während des Winters Vorräte der wichtigsten Lebensmittel zu erhalten. wie zum Beispiel Brot, Fletsch, Fett, Butter, Magarine und Eier. Roberts hofft, das; eine Beschränkung des Verbrauches und Wiedereinführung des Ration lernngssystrins. nicht notwendig sein.wird. v Krawalle in Paris. . Saint-Germain, 15. Juli. Be» einer gestern früh veraustaltercu Kundgebung des revoluttonch-sozialnttschen Verbandes der Kriegsverletzten, die auf dem Pore l'achaise am Darthslcmeschen Denkmal der Toten einen Kranz niederlegen wollten, laut es zu einigen Zusammenstößen mit der Polizei, wobei auf beiden Seiten Verletzungen vorkanim und emige Bcrhastnngen vorgenommen wurden. ' ' Ein skandinavisch-jüdischer Jmrgmannschastskongreß. Kopenhagen, 15. Juli. Ein skandinavisch-jüdischer Junginaunverbaud wurde^ in Kopenhagen gegründet. Die.Initiative -ging von der jüdischen Jungmannschaft. von,Christiauia aus. Der Zweck des Verbandes soll die Bekämpfung /des AnüscmltismuS sowie die Gründung jüdischer Schulen in Städten, . wo noch keine bestehen, sein. Eme Zeitung, „Israeliten", in den drei skandinavischen Sprachen wird m Kopenhagen herausgegeben. Die bulgarischen Grenzen. v 4 Saint-Germain, 15. Juli. (Korr.-Bllr.) „Manchester Gnardran" meldet über die Vorschläge der Derritorialkommissiou' bezüglich der bulgarischen Grenzen : Weftthrazien soll an Griechenland fallen, der Strumitza-Bogen an die Serben. Wahrscheinlich wrrd jener. Teil der D o b r u d s ch a, der 1913 von den ii meinen annektiert worden ist, mit Ausnahme der Brückenköpfe von Srlisiria und Tntrakan, an Bulgarien mrirckfallcn. Erfolge der russischen Sowiettruppen. Petersburg, 15. Juli. (Funkspr. des Korr.-Bnr.) Kriegsver-chtder russischen Sowketrevnblik: An decNordsront, Richllmg D w i u a, griffen w»r rn Gerneinschaft mit der Flußflpttille aus b-ndcn Usern erfolgreich au , und machten zahlreiche Gefangene.. Ztn der W eftho n t verfolgen wir den füchenden Feind und erreichten die Linie 60 Werst nordwestlich von Olonetz. illnsere Truppen stehen fast überall an der finnisch e n ^Grenze. Richtung Narwa heftige Kampfe. Südlich der balrn'chen Bahn überschritten wir den Fluß Luga und besetzten mehrere, Ortschaften 35 Werst westlich ,der Stationen Diwen- 1' k a j a. M s ch i n s k a j a. An derSüdfronr geht die Offensive liegen D e n i^k i n erfolgreich. vor sich. An der Ostfront verfolgen unsere Truppen btc geschlagene Armee Kolrschaks. Die Südslawen wollen Klagenfnrt nicht räumen. Wie die Aufträge der Eateute befolgt werden. . Spittal a. d. Drau, 15. Juli. (Korr.-Bur.) Trotz des .strikten Auftrages der Entente haben die -Jugoslawen am 14. Juli'weder Klagenfmt gerämnt noch sind sie «iuf die um bestimmte Demarsationslinie zurückgegangen. Nur im Lavaiu-Ta! wurden - aus einigen Orten die Truppen zurückgezogen. Die Bevölkerung ist hierüber auf das äußerste erbittert und erwartet, das; die Entente endlich ihren eigenen Anordnungen selbst den Jugoslawen gegenüber Achtung verschaffen werde. Spittal a. d. Drau,., 15. Juli. (Korr.-Bur.) Die Ingoiflawen nberschreitm fortgesetzt in der nächsten Umgebung von iKlagcnfurt die derzeitige Postenlinie. In den letzten Tagen find ^•uitfccr^ott mehrmals am Tage südslawische Patrouillen mitten in iBörtschach am See erschienen und. haben in einzelnen Billen Gegenstände geraubt. Der Verkehr auf dem Wörthersee ist nnhczu vollständig behindert. Auf Boote, die sich vom Nordnfer entfernen, wird sofort geschossen. v - > Die airtiitalierrische Bewegung in Alöanieu. ■ Saint-Germain» 15. Juli. (Korr.-Bur.) Die „Times" meldet ans Saloniki: Nach den letzten Nachrichten aus Albanien .oewim»! die antiitalieniscke Bewegung unter den Anhängern Essads an Ausdehnung. Die Aufrührer sind angeblich bereits ,4000 Mann stark, halten die Paffe südlich' und südöstlich von -Ztutari und hadert die Verbindungen zwischen Skutari und. Tirana, das nur mehr über Durazzo erreicht werden kann, abjgeschnitten. Die Jtattrnec,Haltern lO.ßüO Psium stark, eine Linie halbwegs zwischen Skrrtari nrld Tirana. - Ende des Strsßsrrbahnerft-eeks iA Berlin. Berlin» 15. Juli. (Koir.-Bnr.) Heule mittags waren cherrirs rmgeffihr 60 Prozent der Straßenbabtteir wieder in Betrüb. Die Hochbahn hat um ‘... 1 Uhr nachmittags den Berkel)r 'L vollem Umfange ausgenommen. Avieuer Ms rgenzört üng 7 ..------ /B. 3n!V191ir ■Slir 177 Dr. Renner urgiert die Beschlüsse betreffend die Versorgung Wiens. Saint-Germain, 15. Juli. (Korr.-Btn.) - Staatskanzler Dr. Nenner hat an den Ministerpräsidenten Clemeneeau ein Schreiben gerichtet, worin er ihn ersucht, die Beschlüsse des Obersten Wirtschaftsrates über die Fortsetzung der Versorgung Wiens möglichst zu beschleunigen. Clemeneeau droht Italien. z Base t; 15. Juli. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Nach einer Meldung.aus Paris find je ein französisches, englisches und amerikanisches Kriegsschiff nach F i u m e unterwegs. Die Maßnahme erfolgt auf dringendes Betreiben Clemeneeaus, der eine Drohung gegen Italien wünscht, damit ihm zum Bewußtsein komme, daß es nicht Eigentümer von Fiume fei. T i t t o n i wird infolgedessen nicht nach Paris zurüükehren. Der Streik der deutschen Landarbeiter. Berlin, 15. Juli. (Tel.-Komp.) Das „Acht UhwAbeildblatr" erfährt .zur Streikbewegung unter der deutschen,Landarberterschast von unterrichteter «stelle- -folgendes : Es läßt sich nicht leugnen, daß bei cinem weiteren Umsichgreifen des Streiks der Landarbeiter Pie deutsche. E u n t c t r n st lich gefährd et ist. Bis. jetzt find an. Berliner, züständiger Stelle. nur ans Pommern und Ostprnrßcn Meldungen über den AnSbrnch des Streiks der Landarbeiter eingetroffen. > Mißhandlung des Bürgermeisters von Leitmerrtz. < Prag, 15. Jrrli. (Korr.-Bur.) Die „Bohemia" meldet aus L e i t m e r i tz: Bürgermeister P r o ch n § ka gab -gestern den Auftrag, die tschechischen T a s e l' n vom L e i t m e r i tz e r N a 1 b a u s z u e n t f e r n e n. Als diese Anordnung in der Stadt bekannt wurde, formierten sich tschechische Soldaten, auch tschechische Zivilisten waren dabei, zogen vor .das Rathaus unddrangen m das Innere des Gebäudes ein. D e r B ü r g c rm e.i st e r wurde von d. e r wütende n M e n g e m i ß h a n d e l t und erlitt Verwundungen an beiden Händen, so daß er ins Krankenhaus geschasst werden -mußte. Der Stadtsekretär trug eine tiefe S t i ch w u n d e - davon. Die Beamten des Rathauses wurden verprügelt n n b' m i ß h a n d el t. Schließlich rückte Militärpolizei aus und stellte die Ruhe wieder her. Abgeordneter Lreberwattn über die Zustände in Frankreich. Krakau, 15.'Jnli. (Tel.der „Wr.Morgenztg.") „Naprzod" meldet: In der Sitzung deZTozialistischcn Klubs erstatteten die Abgeordneten L i.e b e r m ä n n und K a n t o.r einen Bericht über die Ergebniffe ihres Aüfenthaltes in Paris. Dem Berichte zufolge herrscht in Frankreich eine a l l g e m e i n e IV« z ufri e d en lt c t t. Die- Sozialisten betrachten den^ Versailler Frieden als Gewaltfrieden und sind der Msicht,. daß die Frage Deutschlands noch keineswegs erledigt ist/ Abgeordneter Liebermann bemerkte sodann,- daß die französische Demotzatie dem polnischen Komitee Mißtrauen in Paris entgegenbringt. -Roman Dmowski gilt als Inbegriff der Reaktion. Dadurch erklärt sich, die für Polen ungünstige Wendung in der Frage Oberschlesiens. (Ueber seine antisemitische Wirksamkeit weiß Liebermann nichts zu' erzählen? —Die Red.) . >----, - Kanal BNg--Warschau. Warschau, 15. Juli. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) In der letzten Landtagssitzung wurde beschlossen, ohne. Verzug an dm Ban des K a n a I s B u g—W arschau hcranzntreten und den bereits unter österreichischer Herrschaft begonnenen Bau des Kanals, der Krakau mit Oberschlesien verbinden soll, -zu vollenden. ' f'v Die Numäuen gegen die Polen. MLhr.-Ostrau, 14. Juli. (Tschecho-slowakisches Preßbur.) „Gonie Krakowski" bringt eine Meldung der „Gazetta Porsanna", der zufolge die Rumänen die polnisch-rumänische - Grenze gesperrt - und alle polnischen Offiziere aufgefordert haben, Kolomea zu verlassen. - - - Maßregelung eines zionistischen Blattes durch die polnische Landesregierung. Mähr.-Ostsan, 15. Juli. (Tschecho-ssow. Preßbur.) Einer Meldung des hiesigen „Kurvcr Kressowy" zufolge entzog die polnische Landesregierung in Schlesien dem ztonistischrn Wochenblatte „Jüdisches Bolksblatl", das in Mähr.-Ostrau erscheint, das Recht der Postbeiordmrng. weil cs gegen die polnische Regierung und die polnischen Truppen arrfgetreten sein soll. . Ein Aufruf der deuLschböhmischen SozialdMokraten. TcpLitz, '15."Juli. Die Landespariei der deutschen Sozialdcunllraten in Böhmen e-lläßt einen Ausruf, in dem es nnterianderem heißt: Die sozialdemokratischen Proletarier in den siegreichen Ländern, tnc-bcfoitbcrc die Sozialisten Italiens und Frankreichs, ferner in den neutralen Staaten und in Dcutschösterreich veranstalten - am kmumendm Sonntag und Montag'große Demonstrationen gegen den Jmperralismüs. Die Arbeiter und ' Arbeiterinnen D e u t s-ch b-ö h ui e n s werden sich in allen Bezirken,zur Bekundung ihrer internationalen Solidarität Montag den 21. Juli, abends, zu, großen Maffenversammllmgen mit der Tagrsvrdmmg: „Die --intnnaüönale SoMdemoftatw gegen-den - JmperialismnL" rinsitiji'en. Die. Versammlnngen' sind .in Sälen abznhatren ' und wegen drZ - AtiönahinZznstmideZ. d.rn Behördenrechtzeitig anzuzeigen, - - . ^Wesberichl. Ankunft -er jüdischen Ferienkinder; K ans der Schweiz. r * Nach sechswöch'eiitlichem Aufenthalte in der Schweiz'siud^- gestern nachmittags über 700 'jüdische Wiener Ferienkinder'- ans der Schweiz angekommcu. Kurz nach Mittag hätten sich', bereits zahlreiche Angehörige der Kinder auf dem Bahnhöfeeingefunden, doch war der Perron abgesperrt und mußten? dieselben draußen der Ankunft der Kinder harren. Alls. Perron fanden unr die geladenen Gäste Einlaß. Unter diesen^ sah man Oberrabbinec Dr. CHajes, -Rabbiner Dr.Firiedm a n tt, den indischen Nationalrat M a r g u l i e s, die' Horreinder Kiilderfürsorge, Revisor % a ü s s i gs Ehefrcdaktmr Ra ck'e r,i Dr. Frey. Dr. Fin?elstein-n. v. a. Ferner die lDanrenri der Aindersürsorgeaktion, Frau Nabbiner F r i e d nt « rNk, Frau! Erna P a t a k, Frau 'H e r'z o g u'sw. Bei Ankunft deZ' Znqes begrüßte Oberrabbiner Doktor Chajes Frau. Anitta Müller, die Seele des ganzeni Unternehmens, die mit ihrem Manne nach - der Schwerzge< fahren war, um die Kinder abzuholen. Hieraus.^vUrden die! Kinder, di» iu 18 Personenwagen erster und' zivertcr Äldsse uritergebracht waren, answaggoniert riund gruppenweise ztk-) sLnunengestellt. Jetzt gab es ein Evzühlen und ein' Fragens Mau -erfuhr dabei, daß did Kinder 5 bis '1v Kilogramm am! Gewicht zugenomuren - haben. Fast alle selstn von der S'ounej gebrännt, ans. > Trotz'' der langen und befchtverlichen Reises die drei Tage und drei Nächte dauerte, Warerr sie munter nnb's anfgeruunlt. Sie schildertm, wie gut es ihnen in der SchtÄeM gegangen ist. Wie vortrefflich sie bei ihren Pslegeelterü «Äf-sgenommen waren, die sie gar,nicht fort lassen wollten: EinW ziressen bekommen haben.. 'Ein Knirps' von z.e.yu -Mt lilgelttündem Gesichte, erzählte, daß er einmal 13 Butter--, brole an einem Tage gegessen habe. Man sah ' es ihm'a»,' denil, er'hatte nicht welkiger als 9. Kilogramm an GewichLi äitgenbntntcu. idas war ein schönes 'Aebeü. -.mmnü'L 'ern^ 7iälü»gLs Mädchen acntz gltklua. Wirsbekanlen Milcht SchokofftS«. siliAMfhiWif'it« fitri T.mliir ftltf. 'TVftrrto , ttuS h/lilt ‘jyiviwii,« , 4VU)UU^y ijviuyii’ iMtb viu 4vvtn^) i^vuihvivi^ uvwi. ijv bald vergangen, 'denn wir würden zu giit von, unseren Schwitlzec. Ellern behandelt,./das; wir sehr gerne verblieben^ Beschiß ders herzlich war der Abschied. Die Kinder erzablten, .wivr. sie von ihren-Pflegeeltern,reichlich' bescheirkt wuvdmi und zeigtens auf , ihre wollgepsropsten . Rucksäcke,,., die Schokolade, Bäcke-f' reien, Wäsche und 'Kleider .enihielten. 'Biele Muber, namentlich' die V'ltbetl,^ bekamen, silberne, eürzglrle -'svgär golhene'^ Uhren zum Mschkuke. Außerdem erhielt jedes Urrd' 'drei' Paar neue Schuhe. . . ' - '' h s . Ilebst dem Handgepäck waren'zwei Waggons inst'LiebesgabM vollgestopft, die 'die'Schweizer 'Familien den Wiener-.- Kindern.-' mitgaben. ..Schwer war die ' Trennung, und' als Kit* hieß, daß der Ferienäuserlihalt zu Ende sei-, da gäben 'hie- Pslcgeeltern 'die Wiener Kihdbr,. die sie so lieb" geworrudm halten und-die sie nur ungern rn die' 'ärche Stadt -zrÄen'..lüMk-' wollten, 'Nur-. mit 'bedrückten Herzen Her und' vlew' Mrdernmßten -versichern, daß sie das Nächste Jahr wiederkonrniän.i Die Kmders die.in der ganzen Schweiz untcrgiebracht wären/, wurden' gesammelte und dann-"von Frau Anitta Müller und. ihren 10 Beglrilpersoücn in Empfang genommen.' An deri , Schweizergrenze wurden sie dann abgewogen 'u>id das Ge!vich.Lanf dey'-. Tabellen vingezeichnet. Nach," ihrer gruppenweisentt -Zusammenstellung anf'^ dem WesLbahnhofe - würben .fte' ini'ltelsj' Sonderzügen der, Mrüßenhahn in 'die, -Prv-duMübörsi: -ge»- bracht, wo'die Eltern dre Kindier'in^^ Empfa'Ug-nehmen kMttkön,"?'Die Ferienkinder werden 'in den 'üNMtt Tagen' nvH'* malS ärztlich untersucht, um ftstznstelleU, inwieweit der- Fcrienansenthalt ans den Gesundheitszustand-der Kinder 'ein-' gewirkt hat. D'eninachst sollen ,500 Mische Kinder nach ' Holland- und 250 nach Dänemark gebrächt-werden, .wozu bereits die Vorbereitungen, getroffen werden. .^ . Eine schwindelhafte AKLiengeseLschaft. Ausbeutung Auswanderungslnstiger. — Das ein» gezahlte Aktienkapital von den Direktoren verbraucht. Der Defraudant als Generaldirektor. — Sperrung dev „Evla". Noch vor ihrer behördlichen Beivillignng hat die Aktiengesellschaft „Eola" ein unrühmliches Ende genonnncn. Ihre beiden Generaldirektoren, und ihr Generalseiretar wurden v e r h astet, die Räumlichkeiten wurde»! gesperrt. Die „Eolä" ist eine durchaus n n r e-e l l,e G'r ü n d u n g,^ die sich die Not der Zeit in der getvissmrlosesten Weise zumrtze machte-und aus den Ersparnissen den letzten Sparpfennige»:' solcher unglücklicher Opfer des.Krieges, die aüS,..ihrer.,Laüf»j bahn geworfen, in fernerr Ländern sich ihr Leben.ne»r mrf-. bauen wollten, die Mittel zu bestreiten gedachte, daß 'ihres Gencraleirektoreit ein sorge»»loses Leben führerr körrnten. 'Jhr'en' Aktionären, denen sie goldene Berge.versprach, hat' die-' famose Gesellschaft sicherlich' nicht Hilfe zü bringen -gedacht!:', Der Sachverhalt ist folgender: Zn -Anfang dieses Mo-. ,lates hat der 38jährige Kaufman»», Julian. L Iv,-" 6. Bez„ Windmühlgasse 28 wohnhaft, 'bei'her' Behörde-, die' Stgtuteiv einer zu grütldenden Aktiengesellschaft „Eo la^^OrgLsiisatidü der Auswanderung nach L ä t e i n i fch-Am e r i k ä..ein^ebrachc^ Lorlänsig waren die Statuten noch nicht geüehmigt Md es ist auch, bisherdie Bewilligung zur Gründung dieser -Mien-t gcsellschaft nicht erteilt 'worden. Trotzdem "hat Lotv r.ine' um fan gr eiche" ne.ffch äftliche. ,Tätigkeit ibegonuen. .Ihmstanden zur Seite ein 'gewisser Rudolf: (Ritter von) Bo fei-t-i-'Tr-uu'te»barg als zweiier. .Gene-- raldirektor^ und ein, Dr. Otto Weiner, 32 Jahre-''--ult,^ Hernals,. Gschtvaudtnergasse' 78 tvohnhäst, als Generalsekretär/ Die drei --Männer begannen zrinäthst .eine rege Propag a n'b ä täckigkei t d-urch Z ei tu n g s a « n o u » c,« .. »nt vorerst : St f t i o n ä r e a n z n >v e r-b e».. - Dem .'Bewerberir ipurde porgefpregelt, - daß --die ..Gesellschaft, ihnen nach^Zahlüng' eilwr „Suiiune, die-'in der Regel mit 6000 Kro,»e»r veranschlagt, »vae durch ihre guten Beziehungen zu Südamerika in der/ - Lage ,stft ihnen einträgliche Posterr' zu .-berschaffirnF D'as^ Geschäft ging warhästnisntäßig. glänzend." Mai». weitz,^ w»e öiele - tzristrge Proletarier, dir. der Krieg, aus ihreri.Äausbahn /gedräirgt, nach, jeder, .G,elcgeiW»'t'- spähen, "hie' ihüe»rj. NtZi»» ’fn ' 5}i*T-rf-m»S 0S1 (««.hiVi. * u e t e u. Für die Gesellschaft würde eig riesiges Hüxea» ,enga-'. chließlich '--für. die Auswanderung^-bestimmte. Filiale l int Hause- Muriahttf, Windmühlgasse^ 28 -'errichtet., &ie beiden 'Henerai-' tlrefiorcn der nöch nick-r ''bewilligten Äktwn'gesellschast"billigteü.. sich-ein Gehalt von 'je 7 0 0 0 Krone» rin 'Mö'n äk z»»; Dia Bezüge des Geueralselretärs »oaren niit 5000 ' Krone»», 'bemessen ngd die Direttore» bezogen rnonotlich vpr» 16(10 bis.'