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Wiener Morgenzeitung · 1919-07-13 · Heft 174 (13.7.1919) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 174 (13.7.1919)
Date
1919-07-13
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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» «MW wrr.»?^: - V, WK, Es mÜLg Gerichtssaal. / Der Raubmord am Tiefe« Graben. (Zweiter BethandlnngZiag.) Schafferhaus z« fünfzehn Jahre«, Kolmar zu zwölf Jahren schweren Kerkers verurteilt. Kurz nach 9l1hr vormittags wurde die Verhandlung nöftuct.. Rach Verlesung einzelner Berichte über die Auffindung ba> KofferS m Regelsbrunn und nach dem Gutachten der Gerichtsarzte Professor N e u. t r e r tmd Dozent M eigner wurde das B-e w e i s v e r f a h r e n geschlossen. - Der Verteidiger des Angeklagten Kalmar, Dr. G o l dr ei ch, stellt einen Antrag aus Vertagung zwecks Einvernahme anderer. Pi'vchiater. Der Staatsanwalt spricht sich dagegen arS. mit der Begründung, daß der Antrag mit der Srrafprozrßvrdnung nicht im Einklang stünde. Der Gerichtshof beschloß, die Anträge ab.mlchncn und die Schuldfingen im Sinne der Anklage an die Gcschwomeu zu richten. Bo« der Bcrte-.digung beantragte Evmtualfiagen aus DmneSverwinuug, beziehungsweise entfernte Mitschuld wurden drnfalls a b g e l e h n t. D i e P l ä d o y e r Z.' Der^ Chef der Staatsanwaltschaft. Hosrat Dr. Höpler, führte in seinem Anklageplädohrrs.aus: Das Milieu, in welchem dck Angeklagten ausgewachsen find — das deS Turfs, der Bummelei und Prassern — ist schon kennzeichnend für die Beurteilung des Tatbestandes. Er weinte unter anderem: „Sehen wir uns die beiden Angeklagten an. Was haben die beiden jungen Leute gegenüber dem Großteil ihrer Altersgenossen, die im Kriege ihr Leben in die Schanze geschlagen haben, geleistet? (Auf den Tisch schlagend) H er um gelumpt, und herumgeh .. t haben sie! Durch Schleichhandel sich ein Vermögen ergattert in wenigen Tagen, was mancher Familieuvater als Jahreseinkommen dankbar gebucht hätte. Der Lebenslauf nnd Werdegang der beiden Angeklagten iü für das Verständnis ihrer Tat von größter Bedeutung. Beide sind anständiger Leute Kinder. Schafferhans hat das Mechanikerprwerbe erlernt, sich aber dann zum Trainer ausbilden wollen. Doch er hat die Sache nicht ernst genommen. Es war bloß d i e- Kehrseite des Turfs, die ihn lockte, jener Welt, oou der man, wenn sie versammelt ist, gar oft sagen kann, e s eien mehrere hundert Jahre schwerer Kerker beisammen! Neigung zur Eitelkeit, Leichtsinn md Genußsucht haben Schafferhans bewogen, in den Nennstall mgehen. Daß er dm Ernst des Berufes nicht gesucht. Beweis denen, daß er gescheitert ist. Schafferhans, der Sohn eines in Ehren ergrauten Hausmeisters, begann seine Berbrecherlausbahn mit Diebstählen im Hause. Vielleicht hat damals schon Kolmar »u Hand im Spiele gehabt, denn Schleichhändlersind tja nt tt halbe Dieb e. Sie haben das Gehaben Schafferhans' hier beobachtet, sein lässiges, nonchalantes Wese», wre er dm englischen Sporrsmaun markiert, und auch die Großmannssucht des Verbrechers trat zusage, denn als „Kavalier" wollte er die ganze Schuld auf sich nehmen. Auch die anderm Persönlichkeiten, die in diesem Prozeß eine Rolle spielen, find charakteristische Typen dieses Milieus. Metzel, das Opfer, lernte am Spieltisch seinen Mörder kennen, protzte mit, den Tausendern, die er sprungbereit durch schleichhändlergeschäfte erwarb. Dann Kreipl, - Voda? tmd der .Bollblutamenkaner" James^Frmdmann. Er schloß mit der Bitte, den Angeklagten als Sühne für ihr schweres Verbrechen strenge Gerechtigkeit widerfahren zu lasten. Der Verteidiger des Schafferhans, Dr. Valentin R v s e n s e l d, plädierte für einm Freispruch des Angeklagten, Dr. G o l d r e i ch, der Verteidiger für K o t m a r, bat in erner zwei Sttmdcn langen Rede die Geschworueu um Mrlde. Nach längerer Beratung verkündete der Obmann der Geichwornrn das Verdikt, wonach die Schuldfrage bei Schafferhaus mtt 10 Stimmen Ja gegen 2 Stimmen N e i u, die Schuldfrage bei Kolmar unt 8 Summen I a gegen 4 Stimmen Rein beantwortet wurde. Auf Grund des Wahrspruches der Geschwornm wurde Sch afferhänSzu fünfzehn Jahren schweren. Kerkers, Alfred K o l m a r zu zwölf Jahren schweren Kerkers, bei beiden verschärft mit einem Fasttag vierteljährlich und einer Dunkelhaft mn Jahrestag der Tat verurteiltt . , Der Verteidiger des Schafferhans meldete die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung an, währmd der Verteidiger k>cs K o l m a r sich drei Tage Bedenkzeit erbat. Sport. Strandfest der Hakoah. Heute um 3 Uhr nachmittags findet die offizielle Eröffnung desHalvahstrandbades in der Knchelau statt. Die Schwimmsertionsleitung hat mit der Errichtung dieses Bades ein großes 'Verdienst ertvorben. Die Sektion selbst ist neun Jahre alt. Bis vor dent Kriege hat die Sektionsleitung ihr 'Hauptaugenmerk darauf gerichtet, tüchtige Schwimmer hervorzubringen, die die jüdischen Farben in Wettbewerben siegreich vertreten sollten. Unter der Leitung des im Kriege gefallenen Hakoahners Siegmünd Deutsch ist die Hakoah immer unter den Preisträgern zu finden gewesen. Ihren größten Erfolg hatte sie im Dr. Paul Weisengrün-Preis. Bei schärfster Konkurrenz sämtlicher Wiener Schwimmvereine blieben die Vertreter der blatt-weißen Farben Sieger. Die sportliche Entwicklung der Sektion wurde durch den Ausbruch des Krieges, jäh' unterbrochen'. Immer mehr Hakoahner wurden unter die Fahnen gerufen, so daß die Sektion ihren Betrieb einstellett mußte. Durch initiatives Handeln des derzeitigen Leiters Freyer gelang es,'ohne Mithilfe eines ' einzigen Friedensschwimmers die. Sektion noch während des' Krieges zu reaktivieren. Herr Freyer mußte sich, bei seiner Tätigkeit von anderen Gesichtspunkten leiteu lassen wie Herr Deutsch. Ihm standen keine "Wett- - -schwinnner zur Verfügung. Er ging von dem gesunden Grundsatz aus, möglichst viele junge Juden oxm Schwimmsport zuzuführen. Selbst jür Nichtschwimmer schuf er Riegen, die unter Anweisung von Lehrern ausgebildet wurden. Seine Ueberzeugung ging dahin, daß für die Regeneration des jüdischen Volkes es .ungleich wichtiger ist, den Sport in die Massen zu "tragen, als Eiv^lst'istungM Aervorzubringen. 13. Sufi 1919 - 'Mt. 174 *«*»TT*Tw>-.— . — Gerne Lieblingsidce war, für die Hakoah' ein J Strckndbad zu errichten. Es gelang ihm, von her Donauregulier ungskommsssion ein Stück Grund in der Knchelau zu erwerben, so daß. sein Projekt greifbare Formen annahm.. Unter.der werktätigsten Hilfe vieler aufopferungsvoller- Mitarbeiter, von denen wir insbesondere Herrn Siegmund Deutsch und die Schwestern Hochstim hervorheben wollen/scheu wirchun das Bad erstehetr, das vielen Juden in erster. Linie eine Erholungsstätte bedeutet. Trotz der geringen Mittel, die zur Verfügung standen, ist schon jetzt für die Ansprüche der Ausübenden Rechnung .getragen. Die rührige Sektionsleitung' will selbstverständlich beim Erreichtet! nicht stehen bleiben;' sie. hat sich große Ziele gesetzt^ Unter anderem sollen ein Vollbad für Nichtschwimmer nnd ein Klub- und Bovthaus errichtet werden.- Die Schwimmsektion will heute im Nahmen eines Straudfestes das Erreichte zeigen. Schwimm sportliche trnd leichtathletische Wettbewerbe werden den Besuchern Vvrgeführt. Das Programm umfaßt noch folgende Nummern: Sacklaufen, Juxtombvla, Feuerwerk usw. Die Musik besorgt eine Kapelle. Für ein Büfett ist Sorge getragen. Der Eintrittspreis beträgt.6 Kronen. Das Strandbad ist gegenüber der Städtbahnstatwn Kahlenbergerdorf. . * . , Wegweiser: Mit dem öber-Wagen fährt man von. der Börse (Schottenring) bis zum Nußdorfer. Brauhaus. Durch den Stadtbahndurchlaß gelangt man zum Dvnaudamm; ihm entlang gehend, erreicht man die Knchelau. Oberhalb des städtischen StrombadeS liegt das Hakoahbad. Gehzeit: 20 Minuten. Fb. Tennis-Klu-meifterfchafte« der Hakoah. . Die seit einem Vierteljahre bestehende Tennissektion der Hakoah begann , am 7. d.> M.. mit der Austragung der Klubmetsterschaften, die einen recht interessanten Verlaus nahurcn: Die Resultate der ersten Runde waren: k. R u n d e: Damen:- Mizzi Spira schlägt E. Berger 6 :4 > „ „ „ Weinberger 6:0 Horschetzki „ Herschkowitz 6:1 — 6 :3 Züpnik „ Frankl 2:6 — 9:7 — 6:1 Herren: ’ Ebrenreich ' schlagt Dr. Friedmann 6 : 4 — 6 :0 Pogantz „ Schimmerling 6 :0 — 6 :0 Hammermann.» Lowitus 6:1 — 6:0 WeiterS qualifizierten für die II. Rrmde die Herren Graf, Spitzer, Bruno Spira, Benno Spira. H. Runde: Ehreüreich schlagt Graf 6 :0 — 6 :2 Bruno Spira * Pogany 6:1.-* 6:0 Graf „ Spitzer ■ 6 :4 — 6 :2 Frl. Herschkowitz „ Frl. Znpnik 6:1 — 6:1 M. Runde: Bruno .Spira schlagt Dr. Fried mann 6 :2 — 6 : 2 Montag den 14. Juli, präzise 6 Uhr abends, finden auf^ den Tennisplätzen in der Josefstädterstraße 51 die Schlußspiele statt, die einen besonders interessanten Verlauf versprechen. Die heutige« FutzbaLwettspiele. Heute finden die letzten Wettspiele der ohnehin allzu lange ausgedehnten Frühjahrssaison statt. Der letzte Tag bringt außer einem Meisterschaftsspiel auch ein internationales Treffen doch dürfte das Jntereffe für die fußballsportlichcn Ereigniffe; nach der Fülle des in der letzten Zeit-Gebotenen schon erheblich nachgelassen haben. Immerhin ist das Publikum noch immer besser daran als die Spieler, die trotz der recht. sommerlichen Hitze hinter dem Lcderball her sein müssen, weil cs der Bcreinskafiier gebietet. ^sn'Hiitteldorf tragen R a p i d und W. A. F. das fällige Meisterschaftsspiel aus, das auf die Placierung von keinem Einfluß ist/ Rapid wird einen ziemlich mühelosen Sieg erringen. Aus dem Herthaplatz in Favoriten tritt der M.T.K. gegen H e r t h a an. die sicherlich alles daransetzen wird, ehrenvoll abzuschnriden. was ihr auch gelingen dürfte, da die Ungarn keinerlei Wettspielmubition mehr haben, sondern nur antreteu, weil sie Geld benötigen, um ihren Unterhalt in Wten finden zu können. Stafettenlauf HÜtteldorf—Hohe Warte. Heute kommt die' größte leichtathletische Provagandaveranstalknng dieses Jahres zur Durchfühnmg. Der Stafettenlaus HAteldorf—Hohe Warte wird 28 Mannschaften mit zusammen 56E Läufern versaunnrln. Der Start findet um lfs£ Uhr auf dem W. A. F.-Sportplatz in Hiitteldorf statt. Die zu durchlaufende Strecke ist 12 Kilometer lang und führt folgenden Weg: W. A. F.- portplatz,' Jsbarygaffe. Bahnhosstraße, Hüttcldorferftcaße bis «ur Kendlcrgaffe, Breitenseerstraße. Bon hier aus folgt die Strecke der. Borortelinir' der Stadtbahn bis auf die Hohe Warte durch folgende Straßm: ^Huttrngasse und Gutraterplatz. Thaliastraße, .. “ ‘ “ ^öckgasse, Gelä ' . Ngmeagaffe, Seeböckgasse. Gelände längs der rernäkserHauvtstraße, Gräseraaffe, Richthausenstraßr, ... ...... _ _jgat.... Lidsaaffe.. Schöffelgafft, Höbnegaffe, Gersthoferstraße, Hasrnauer-- siraße, Max Emanuel-Straße, Peter Jordan-Straße. Hochschulstr'aße. Hartäckerstxaße. Obkirchergasie. Leidesoorsgasse, Billroth« sträße, Hohenauergaffe, Saarplatz, Ruthgaffe, Sportplatz Hohe Warte. ■ Die ganze Strecke ist in zwanzig Etappen geteilt, die durchschnittlich eine Länge von 66V Meier habe». (Die längste ist 720. pie kürzeste 880 Meter läng.) Der erste Läufer jeder Stafette prhält eine llrkundruhülse, die von Mann zu Mann weitergegeben wird. „ Die Schlußmänner der besten Mannschaften biiifteu um 4 Uhr auf der Hoheit Warte eintreffen. .Sportklub .»Hakoah". Jenö G a u § l, unser langjahriHr bewährter tkfitttrlstürmer. der die Hakoah von der 6tit die Vnnd von dieser tn die ^-Klasse führte, ist zum ständigen Aufenthalt in Wien emgetroffen und wird in der kommenden Saison.wieder -auf seinem alten Posten tätig, sein. Sämtliche Mitglieder finden sich heute nachmittags beim Strandfeste in der »Kuchelau ein. Die Teilnehmer und Besucher des StafettenlauftS Hütteldorf—Hohe Warte marschieren um vier Uhr gemeinsam von der Hohen Warte in die Kuchelmr. Das Training der Fußballer ist von nun an oblrgat. Seine Leitung obliegt deut Trainer Huber, dem sich Dienstag imd Donnerstag bte Spieler der ). und Reservemannschaft, am Mittwoch die Spieler der Jungmannschasten zur Versüpnng zu stellen haben. Der Volkswirt. Wochenschau. Endlich haben wir die ab ge ä n d e r t? n F r i t* d e nSbed i n g u n g c u erfahren, ober auch mir zunt Teil, während viele wichtige Bestimmungen/ noch ans--» stehen. ES jst nicht, zu verkennen, daß die Atltwortnote der Entente in einem versöhnlichen Geiste abgefaßtist. - Sie hat uns handelspolitisch gewisse Zugeständnisse gemacht, die für uns von. großer Wichtigkeit sind, jedoch noch lange tncht altes bedeuten. Jedenfalls sind die Alliierteti zn der Erkenntnis gelängt.»- daß unser verstürntneltes tmd gänzlich auSgesogeneS SlaatSweft'n hätte zngrundegeheu müssen, ipenm die., durch Artikel 40 brstinunte Konfiskation der d eu t s ch öfter re i ch i s ch c n Be r mögen schäfte!l in den Snkzessiottsstaaten latsüchlich zur Ausführung gek-imiiien ivärc. Diese B-estimtntmg fußte auf der total irrigetr Vorausschnng. daß wir nti£ den Teilsta-zten der cinstigen: Monarchie, in Krieg, verwickelt gewesen wären.- DaS deutschöfterreichifche Kreditivesert hatte znsammenbrechen müssen; die Staatsverwaltung hätte sich zur Banker^tterklürung gezivungen gesehen; nach den Bestimmungen des genannten Artikels wäre sie verpflichtet gewesen, alle deutschösterretchischen Untertanen, deren Eigentum' in den Nationalstaaten, der Konfiskation verfaltett wärc, entsprechend zu entschädigen. Wir müssen ztlgeben, das; durch die Streichung dieser ,-ungeheuerlichen Bestimmungen" (sogar die „Temps" brandmarkte sw in ztt- Lreffender Weise als solche)' das Aergste votr nn§ abgewendet wurde. Die diesbezüglichen Bestiinmungen d^s Friedensvertrages mit Deirtschland konnten unntöglich für uns in Geltung treten,-da bei uns grundverschiedene Verhältnisse herrschen. ' Während nun einerseits die Retensionsttnd Liquid datiionsrechte der SukzessionSstaateti in Wegfall kommen, wird das uns gemachte Zugeständnis durch zwei Apsnahmsbestimmu n gen eingeschränkt. Die in Artikel 12 der „Finanztlauseln" festgestesttew Vermögen-- schäften sollen der Liquidation unterworfen bleiben. Die Finanzklauseln sind uns jedoch noch nicht bekannt, wir bleiben daher auf Vermutungen angewiesen. Dir zlveits Ausnahmsbestimmung verfügt, daß die Vorschriften der „Schadetkersatz"-Klauftln aufrecht bleibett, soweit die Deutschösterreich /gehöreuden Schiffe in Frage kommen. Auch die Schadenersatzansprüche sind uns bisher, unbekannt, doch ist bereits zu erseben, daß die Durchführung der ziveiten Bestitnmtmg uttser Verkehrswesen auf der Donau arg schädigen würde. Wirwären dann gezwungen, -für unsere Warentransporte fremde Schiffe, die früher uns gehörten, zu benützen. Hoffentlich gelingt es Dr. Renner, die Entente vott der Unbilligkeit einer, solchen 'Maßnahme zu überzeugen und auch deren Streichung zu erwirken. Vorerst mrtß aber die Bekanntgabe der Schadenersatzansprüche van Seiten der Alliierten erfolgen. Auch die für uns ruinösen Artikel 31, '32 und 54 sind leider noch nicht gefallen. Artikel 31 bestinttnt, daß unsere Kronenschuldcn an Ausländer in der Währung fies Auslandes ntngetechnet zurückznzahlen seien. Wir hätten Lei denr unglaublichen Tiefstand unserer Valuta den Engländern, Anterikanern nnd Franzosen das Sechsfache, vielleicht noch mehr zn vergüten. Artikel 32 setzt fest, daß das inländische Vermögen im Währungsausland beschlagnahmt jvird, tvodurch wir unseres ganzen Eigentums, in den alliierteti St aal et; verlustig gingen. Voftgeradezn verhängmSvollerWirknttg wäre die-Aufrechterhaltung dösberüchtigten Artikels 54 mit seinen unerhörten Umrechnungsbesti.m mtzng e n über die - Rückzahlung der in Deutschösterreich befindlichen Guthaben der 'Nationalstaaten.. Wir hätten infolge des Unterschiedes in der Notierung des Prager und des Wiener Kvonenkurses und weiters infolge erner für unsere Nachbarn günstigen, .weit zurückre.ichenden 'Notiz der Krone in Zürich zum Beispiel hei; Tschechen das Zweieinhalb- bis Dreifache der ihnengehörigen Beträge zn vergüten. Die überaus wichtige Frage der dl n f t e i I u n g der Kriegssch ulden harrt ebenfalls der Lösung und wird erst in den fittanzielleu Bedingungen bekanntgegeben werden. Wir sollten uns vorläufig keine Illusionen machen, wenn wir auch von der bisher gezeigten Einsicht der'Entünte erwarten müssen, daß die Aufteilung auf sämtliche Staaten der alten Monarchie erfolgen wird. Das überaus schwierige Problem des Verteil un g s s ch l ü.s s e l s ist offenbar noch nicht gelöst und trägt hauptsächlich an dem fortwährenden Aufschub der Verlatltbarungen schuld. Was die einseitige Meistbegünstigung anlangt, so ist uns die Entente insvferne entgegengekommen, als sie die Däner dieser, die Erttwicklung unseres künftigen Wirtschaftslebens hemmetiden Bestimmungen von 5 auf 3 Jahre herabgesetzt hat. Den alliierten nnd assoziierten Staaten ist dadurch bei mtc> die freie Eiufnhr gesichert, wahrend unser Export 'mit Zöllen belegt ist. Nur im Verkehr mit der TschechosindenSie amleichtesten durch ein Stellengesuch im „Kleinen Anzeiger^ derWr. Morgenzeitung Ulli ''—"TT*"'—1

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