Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 174 (13.7.1919)
- Date
- 1919-07-13
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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? Nr. 174 ' " » Men, Sonntag': . .' 1 0 ->■'■■ ' »I I" I I .rii>i;»^i)|»M^i'iii Bühne und Kunst. --- A Jüdische M«fikforschung.; Von Dr. Leo Lindenbaum. vi'^rrv '.Eine, „jüdische Musik, in: diesem Sinn: etwa!vw ^iLaUenischL" öder „deutschc^ Musik, gibt es nicht.- Als indische. Musik gelten heute irrtümlicherweise verschie- - vene, von fremder Violksmusik durchtränkte Melodien und - Weisen.: Wollte Nrän den rsin Mischen Charakter der Müsikergründen, , so ntuff. man mit der ErförHung der alten .traditionellen Gesänge beginnen. Denn gerade in' Len schlichten/ ältestpn, n d:en hohen Feiertagen gesulsgenen Rezitationen und Nespvnsen lassen sich die —' heute längst Verschjvmtdenen, aber diesen Gesängen höchst eigenartigen —Donartert, kvi-r die 'mixqlhdische/ lydischo, dorische und phrygische, feststellen. Bezeichnend ist, daß diese Eigentümlichk-eiLen..in der spätst enti stanöenLn jüdischen Lithurgie 'g'ax nicht ausgenützt^wur^, den, was aber für die rein? Erhaltung dieser-' Gesänge von großem'Vorteil ist, da sie. sich .in. ihrer ursprüngliche Arnt (ohne, jede Modernisierung) im .Volksrnunde' erhalterr' haben. . : ui;**:»# Es wäre daher Aufgabe der Forschung',, all diese , alten GeMge nicht-nur in den Abendländern, sondern auch, in den alten 9ciederlassmMn 'des Orients zu sammeln, denn auch int Orient: werden sich sicherlich sehr Niertvolle EigentüMchkeiterk'.iergeVsn.' Nur müßte dabei ein bestimmtes System befolgt werden. Die Forschungen und' Vammlungen - sMen .nach Ländern erfolgen;.> so.zuNl.-Beispiel bei den Ostjnden, wo sich die traditionelkeu alten-.'sGesättge'-GiEiHk'<'M? reinsten - er-, 'h'älten ch.aben/ ssol^sti''^ KlufKriitzrümgem gssvrldext Mr Rußland, gesondertMr' Wlen ustv. erfolgen; bei den W'estjuden gesondert für JtEch/'.T^NtschlaNd'-!usw.-Än8. ebenso im Orient.^, K;■ j^i;' ''-i>!' ‘••v| •" : Desgleichen wäre' es von 'größer - Wichtigkeit,, '."öine.- Gantmlung der sogenannten"- "jüdischenLieder--isinzüleiten. .'Ich -sage ','K'genamrtr",' weil diese Lieder keinen Leiu^Mischen-s Charakter haben, da -.siemeistens ' von Volksliedern des betreffenden Landes, in dem sie entstanden, beeinflußt sind.. Dennoch sind auch diese Aüfzeichnüngen für uns sehr wertvoll, weil in. den Liedern teilweise die jüdische iSeele und das'jüdische^ Empfinden sich widerspiegelt, schwer dnrchrungene Leiden und seltene Freuden zum Ausdruck kommen> Auch' die Lieder sollen gesondert nach Ländern, chronologisch gesammelt .werden, ’-v:/'' <-;v v’. j/:ii; V;'•!.• ' Run LrgLt 'sich.hie zweite.F,orsch'er'ax^eit,.-LMistdre Forschung' durch Verglich, und -zwar" sowohl -inBezüg - auf den alten traditionellen Dempelgesang, als auch' in Bezug auf'das-Lied. Die vergleichende .Arbeit wird, sodann den Zweck verstöMn,'..'die ''.MMschen -Eigenarten,.Dr'.Gesängch-.-aV'svMtz.WlMrnWnden.-im-L'iede zu-.-erfÄrschÄi<'Unb''ibÄ:'.'daraüS^-sich-''ergebende -'einheftliche.Kern hHe.Dszifi'sch/-Mische'. Note — soll >en Grundstein, zum Aufbau einer MiMn-Musik bilden. Ist einmal die.-Grundlage 'gegeben, -so i kann man .'bet der - .starken Eigenart Ides jüdischen Volkes speziell anf' nrüsikalischem Gebiete örwärtLN, daß! die Wege zur Entwicklung einer'' jichischen musikalischen Kultur geebnet sind. Wir sind' uns vollständig , im klaren, daß eine- Gesundung der jüdischen .Seele, das Aufblühen der 'rein- Nationalen Empfindungen, die ungefähr seit zwei' 'Jahrtausenden im Volke, schlummern, hauptsächlich auf^ Heimatlichem Boden möglich sein wird. Auf heimatlichem Boden — auf den heiligen Grabtrümmern unse.M. Erzväter, auf den blühenden Gefilden - des Jochaytales,.. -in Herr rauschenden Zedern des Libanon ' wird.', sicherlich'. in/Zukunft eine, jenem Zauber des 'Landes', würdige,' nationale jüdische Musik entstehen. welche Bahnen sodann die -Entwicklung der jüdis chen' Musik, auf vokalem,- instrumentalen: und dramatischem' Gebiete..Nehmen wird, das liegt in'der jüdischen Seele selbst und b.Nbt dsm natürlichen Wierdegang derKunst - ovrh.ehalteN-'^.Wir müssen - aber schön jetzt mit der kulturellen .Vorarbeit beginnen, . müssen' ernste wissenschaftliche' Forschungen anregen undfördern; Und - z'u diesem .Zwecke' koustitniert sich , in Wien eine Gesellschaft^.'die Ich zur. Aufgabe stellt:^Erforschung upd Mdärung/jüdischer Musik. ' Konzert L^skar Fried. . ,sO § k-är F-r-i e d : E r n t e l i ed. — G u stav Mahler; Z w e i t e.S y m p h o n i e.) -' In den Orchestertumult dieses Konzertes mischte sich de* llusmhr. eines sommerlichen Gewitters. Das Rollen des Donners .'lang wie-Paukenwirbel und ließ au eine der stärksten Wirkungen Nusikastscher Kunst denken': dctß sie in. Anlehnung an die ü'ustischen Erscheinungen der Elementarkräfte.den Hörer mit dem schauer der Furcht vor üb ermächtigen, geheinmisvolleu Gewalten -rfullcN kann. Der Zufall wollte es, daß an diesem Abend zwei Werke zur Ausführung gelangten, die in Aufbictnng stärkster Krastentfaltung solche Wirkung zu erzielen geeignet sind. Vskav Frieds Erntelied schildert zu ^en Versen llichard'DehmelS den AMruch eines sozialen Weltenstnrms. §in emziges, gewaltiges Krescenbo, ' zu dem der ähor eine gewollt primitive Melodik hartnäckig in stetiger Steigerung wiederholt, das nngefüge Stampfen und Hänunern >er Baffe, dem Schritt eines marschierenden Heeres vergleichbar, las'Dröhnen und Gellen der PosaMcn und Trompeten, dies illes wirkt mit ausrüttelnder Energie, als Sinnbild der ungeicuren Machtfülle organisierter Menschheitskräfte. Der Geist von 1914 und 1018 ist inwiefern Klmstwerk musikalischer Maffenregie intizipiert. Als Kompomst, und Dirigent konnte Oskar Fried >ei dieser OnpeMre 5M.^l>mnnndtn sWZ> EriolgeZ Wer sein. Wiener Morgeuzertüttgs Für eine geößere Gemeinschafts Küche ------ werden geeignete ----- LoKalitäLen (SouLerrnitt oder Parterre) mit bestehender oder einbaufähiger Küche im 2. Bezirk ★ gesucht d . - ,t . . Anträge unter „GemeinschafLsknche" an die Administration dieses Blattes Schwieriger war feilte Stellung, wo cs galt, gegen die Erinnerung an Bruno LValtcrs Aufführung der zweiten Symphonie von Gustav Mahler anzukampfen. Hier stellte er sich vor allem durch veränderte Temponahme. in starken Gegensa!; zu seinem Vorgänger,. stellenweise sogar -gegen die strengen Vorschriften Mahlers selbst. Er glaubte wohl übermäßige..Verlangamung cinzelüer S^citc und dadurch bedingte raschere Durchführung des Tempowechselsan- Klarheit der' Gliederung -zu gewinnen, aber das: dem Nlelo8ischerl-Bau selbst in'NewohneM Gesetz des Zeitmaßes sDicü 'des'öfteren willkürlich übertreten: - Was der Dirigent gewann, war -erHhLe - DnrchsichtUest - des Stimmen« gewebes ' auf Kosten "des - -eiuWlichen Gesaniteindrucks. Seine diktatorische Art des. Dirigiercns zeitigte ündcrcrseits manches erfreulichLHeMat-:'VöMrMchMMrome.deM)lrMWgrupPen, die mnkr '"seiner eiüdruasvollen Zeichettgebung'! tme' zusammcngeschweißt erschienet, 'glänzend durchgeführtd- StÄgernugen zn-dcn. ^einzelnen Höhepunkten dM 'Werkes, im aWmeine.u '/eine über- 'raschend hochstehende Leistung des Orchesters und. EharZ, die sich denl fauatisicrenden Einfluß d'cr fortreißenden Persönlichkeit willig Hingaben. Auch, das Publikum, das sonst die. Innerlichkeit und Wärme .Walters zu schätzen n-Lewdhnt-.-.war,'Mstztztte.'stch an dem veränderten Bild des Werkes, dem jetzt der Stempel eines gewaltsameren, den Schwung und' die Leidenschaft betonenden GeistrZ anfgedrückt war und feierte'den Gast mit stürmischem Beifall. . ■ 5 •' / *’ r- -Df, K. M. .-. a - -■ -- -. »- -' \ - K'i , ' ■■■'-• ‘ ■■ / Aus den Theäterrr. .. .' Die N tue W i e n er B ü h ne bringt Montag den, .14. Juli die Erstaufführung der Dialogenreihe „D a s B ett" von Lavedän mit den Damen Dellarmi, Förster, Neustädter, Palto, Pauli, Bicra, Wengerdt, Wulff und den Herren Hendrichs, Wald. Lessen, Miksch und Ueberacker. Spielleiter: Karl' Miksch. — Maria Or-ska verabschiedet sich heule Sonntag als Berta -in „K ä nur a dce n". —' Heute Sonntag, nachmittags 3/ü3 Uhr, werden „Die Schiffbrüchigen" gegeben.' Heute Sonntag nachmittags spielt im Met r o p o lt h e a t e r in der Operette „Schivarzwuldmädel" das Bärbcle Fräulein Paula Metzger./ Die E x l - B ü h n e bringt morgen Montag in der Volksoper Karl Schönherrs „Glaube und Heimat" zur Aufführung. Zm S ch ö nb r u n'n e r Sch l o. ß t h e a.t e r gelangt morgen Montag Franz. Bleis Lnstsviel .„L o g i k des Herz e n s" zur Aufführung. Beginn ^7-Uhr.. — Dienstag den 15. Juli, %1 Uhr abends, geht Hermann B'a h r s Lustspiel „D a s K o n z e r 1" in Szene. Kammerspiele. „'Wegen vorgerückter Saison" wird die Litcrarur verabschiedet und da,man wohl vor Friedensschlnß steht, aber der Import von Rohmaterial noch alles zu wünschenübrig läßt, begnügt man sich mit der längst vorhandenen sranzösischcn Fertigware. „H a b e n Sie n i ch t s z u v e-rzollen?", der beliebte Schwank ans der , Werkstatt der renommierten Pariser Kompagniesirma, ist mit seiner wirbelnden, die ^mangelnden Schlafzimmererfolge eines . Neuvermählten durch drei Akte beschnüffelnden und überdies mit Kleidertausch- und Unterhosenszenen reichlich bespickten Komik ein Fressen für die zahlreichem Freunde theatralischer Unappetitüchkeiten, und fand, im richtigen Tempo gespielt, die entsprechende Ausnahme. —cl. LitTMiur A^WissmschKft. % > Dis Kluft. / \ (Ergebnisse, Briefe, Dokumente aus den Kriegsjahren 1914—1919 '; von Anton Fendrich.) Das deutsche Wesen des abgelaufeuen Jahrhunderts war eine > seltsame -Mischung von gottlosestem Militarismus und tiefreligiöser Sehnsucht nach Meisschlichkeit. - Die Aufgabe, beides synthetisch in eine höhere Form zu überführen, blieb ungelöst — der „christlich-germanische Staat", der als solche Synthesis gedacht war, verharrte im inneren Widerspruch.-Und dieses Kranken, dieses Schwanken, diese Unfähigkeit, ganz das'eine oder das andere zu sein, bildete wohl eine der Hauptursachen des deutschen Zissannneubruches. Deutlich erkennt man cs an dieser' Broschüre Fcndrichs, jenes deutschen Sozialdemokraten, der sich als erster im Kriege zur Monarchie bekannte und die romantische Hoffnung Naumanns auf ein soziales Kaisertmn von neuem erweckte.. Zunächst erkennt man es an der Persönlichkeit Fenduchs selbst: obwobl, im Frieden stets, ein gläubiger Pazifist, erkennt er im Kriege „mit Verwunderung", daß er eher das Zeug zu einem' Franktireur als zu einem Jünger des hl. Franz habe". Es „riß ihn mit". Er sah und sprach den Kaiser und bekannte sich zu ihm. Gleichzeitig aber sah er, daß die innere Zerrissenheit des Volles eine gewaltige war und daß sich ein Zusammenbruch nur vermeiden ließ, wenn eine Erneuerung der Menschen eintrat. Dieser den Weg zw bahnen, verlangte er von der Regierung. In seiner Balkonrede hatte der Kaiser allen vergeben, die ihn je beleidigten. Er müsse nun, erklärte Fendrich dem Kanzler Bethmann, auch Vergebung jener suchen,. die er beleidigt hatte. In diesen! Sinne begann er hartnäckig einzuwirken.. Und nun offenbart sich, wie - christlich-mvstische Einflüsse^ in täglichstärkerem Maße der Viilitärparteiein Gegengewicht bieten. Seit Jahren ist bei Johannes Müller in der Schweiz ein' Treff- und Erholungsort vieler, die für sittliche Erneuerung des Menschen kämpfen. Dort begegnen sich Fendrich und Prinz Maxvon Baden und blejben in enger Berührung, bis letzterer, endlich, Kanzler wird. Schon vor ihm stand einer aus biejem Posten, d;r mit der christlichen Heilsarmee langjährige är. Jüli-Ms.-' ' ' ' ' ^'Seite'M ...1 4» .M. ■' M- Crm-*——!7T^**- Verbiudung besaß: Michaelis. Damals, bereits 'dachte mancher/ spöttisch und verwundert, an Rasputin. Heute! zeigt sichwie sehr System darin lag. Christentum chegmin gegen Militarismus zu kämpfen.'aber es war ein preußisches Christentum. „-„Offensipgeist.und Bergpredigt", „Schwert und Krenz", sagte Prinz Max M gleichem Satz. Und das war der Weg zum Abgrund.' Fendrich,, Müller (der. als die Situation brenzlich wurde, ins Hanptauarticr fuhr), Prinz Max. sie glaubten, 'auf. diesem Wege, noch Deutschland retten'zu können. Als aber, insbesondere durch Hauptmaun von Beeffelde in die Hoskreise getragen, auch dort der-Drang nach Wahrheit und' menschlicher Ernmernng so elementar erwachte, daß er alles Militaristische und Monarchistische ' ab streifte, reckten sie sich als christlich-germanische Staatserhalter und:Fendrich .schrieb:' „Ich bin. zwar nie'Antisemit gewesen, ' aber- —. —" ' , ■ Es gibt wenige Kriegs- oder Revölnttonsbroschüren, -die, auf-so geringer Seitenzahlso wesentlichen Anftlärungsdimst zu leisten vermöchten, wie die von Fendrich. ' •- mg.. Ein talmudisches Kapitalwerk.* ' Der bekannte Talmüdgclehrte und hebräische Schriftsteller Dr.. -CH. Ts ch ern o w itz hat, wie das Kopenhagens: Zionistische Bureau berichtet, soeben mit der Herausgabe ^eineS, lalmudischen Kapitalwerkes begonnen.. Das Werk heißt Kizu r H a t'a l m n d und ist eine kurze Wiedergabe des Talmuds mit , einem wissenschaftlichen Kommentar,. um das Talmndstudium im Judentum zu seiner .früheren Popularität zurückzustihren. -Der gekürzte Talmud bezweckt nicht eine ' Einschränkung seines : Inhaltes, sondern die. Erleichterung, jeincs Studiums und .' die. leichtere Verbreitung seiner Schätze.. Der Kommentar, der' dem Werke angeschlossen ist,- hatdie . bekannten talmttdischen Kommentare zur Grundlage» Im Prospekt des .Verlegers M.:R on b i n c, Lausanne. (1 Line Pichard) heißt - es:.'.»'Dev K i z u. r Hi a t a l m u d soll ein Volksbuch werden^ - nnd-ffoll Eingang findensowohl in den Familien',wie. in den Schulen. Er eröffnet allen Suchenden die Quellen des großen ^Büches,-das nicht nichr ein verschlossenes^Buch sein soll, in denr sich, nur Einzelne und Auserwüblte zurechtfinden, sondern Gemein- - gut. des ganzen Volkes werden soll. Jeder, der lernen will, komme imd' lerne. Der Kizyr Hatälmud hrin'gt 'das verlorene Gut.-zurück. , Der Talmud kam' vom Volke und soll. zum. Volke zürüDhren^" : Bis setzt ist . nur der erste Teil erschßnen, enthaltend '- Berachoth, Rösch Haschauah und Joma. Der Preis des ersten- Teiles, beträgt 15. Franks. . ,,,. Ludwig Bauer: 7,Der Kampf um den Frieden.". Vertag-- Weiße Blätter, ,Bern. Das Bändchen enthält »ine Auswahl jener Leitartikel, die. Ludwig Baüer. während des Krieges .täglich-. iw der ..Baseler Nationalzeitnng" veröffentlicht htst und welche' diese Zeitung zu einen der gelesensten neutralen blütter-' gemacht' habeni^Für einen Leserkreis bestimmt, der.seit jeher gewohnt war,/, die Ereignisse im Lichte , der deutschen osfiziellen Auffassung zu.;• sehen, gingen sie schrittweise dazu über, Vornrteile zu überwindei/ ffud den Weg zu einer unabhängigen Kritik des Deutschtums frei zu mckchen. Die Eutw.icklnng hat ihnen recht gegeben. Liest man - sie . jetzt ffn Zusammenhang,-so erscheinen sie wie eine -snrchtbars - Geschichte.-versäumter Gelegenheiten und verbrecherischer Unter-., laffungen. PaLästiuüheft der „Arbeit". Anläßlich dcS Palästina^ Delegiertimtages der zionistischen, Vereinigung für Deutschland erschien ein.Palästinaheft der Zeitschrift ,.D r e A r lue i t". des- Org'ans 'der zionistischen volksspzialistischen Partei „>v a 'v o e.l- H a z a i r"! (Wcltverlag, Berlin W., Dorotheenstraße 35). In diesem Heft, das die Form.eines-Sammelbuches hat, bietet sick^ dem . Leser ein Gesamtbild der Hapoel-Hazair-Bewegung. Als' ersterkommt Martin Bub er zu Wort. Er weist, darauf hin,. daß -,dje sozialistische Gemeinschaft, die Hapoel-Hazair in Palästina 'erstrebt, nicht von'oben verfügt -sverden kann, sondern von innen heraus gebildet werden muß. Viktor Ch. A r l o s o r o f f und Frau- Dr. M a i s e l - S ch o ch a t. sprechen über Hechaluz, den Pioniergeist, der allein Palästina wieder zn einem jüdischen Lande machen kann. Dr. Fritz S t e r n b e r.g entwickelt die' ökonomischen Grundlagen der sozialistischen Gesellschaft. Dr. Albert B a,c r begründet noch einmal die, Hauptforderung nach her Sozialisierung des Bodens. A m m i e l M a c c a r, der über dieMraberftage spricht, hofft, „diese durch «jbic Einordnung der/ obemng des Orients zufalle. Er fordert die Sozialisierung des Saniiätswcsens. Der. wichtigste Artikel ist aber der von A. D.- Gordon. An einem Beispiel aus der Tagespolitik, dem Kampf, um die hebräische Universität, entwickelt er noch einmal die GrundnnschMmng des Hapoel-Hazüir. Nicht das Materielle dürfe mau. einseitig betonen, ebensowenig das Geistige. Erst die organische Einheit von Geist und Materie verbürge ein gesundes, nationales Leben. In Anbetracht der Bedeutung, die die Partei Hapeff- Hazair kür den Zionismus hat und die sie auf dem Dclegiertentag in Berlin bewies, müßte jeder Zionist dieses Heft lesen und sich niit den Grnndaüschauungen des zionistischen Vottssozialismus vertraut machen. •-; Paul ^Hohenau, Amouvesken. Ein Frauenbrevier.' Der Verlag Karl Konegen in Wien hat ein recht amüsautes/ künstlerisch illustriertes Frauenbrevier von Paul H o h c n an,. .betitelt „Amoureskeu", heransgebracht. Es -enthält mehrere-No-. Vellen aus der mondameu Welt, deren Leben und Treiben Hohenau mit stark satirischem Einschlag und lächelnder Ironie schildert. ' . ' - . BÄchenerülMtf. M. I. bin G o r i o n: „Bor dem. Sturm". - Ostjndische Erzählungen. Wien. Verlag. R. Löwit. — Ludwig B au c r: „Der Kampf um den Frieden". Verlag Weiße Blätter, Bern. — Hermann V tunte n thal: i.Polnische Judengeschichten." .Verlag M. Hickl, Brünn. i Anton. Fendrich: „Die Kluft." Franckhsche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. — Freiherr v.. F r e y t a g. b- Loringhoven: „Geschichte der russischen Revolution", I.Teil. Verlag J.F.Lehmann, München. — Richard Eah v or.: „Produktionsvvltzik." Berlin, Zeitschriftenverlag. — Moritz H e-i-. mann: „Prosaische Schriften." Verlag S. Fischer,^Berlin. -Dr. Ä. R u p h i n: „Der Aufbau Palästinas." Berlin, Jüdischer' Verlag. — Dr. Hans Fischer:. „Wirtschaftsgeographie non: Syrien." Berlin, Jüdischer Verlag. — Max W i e s e: „Deutschei und romanische Religiosität." Berlin, Furche-Verlag. —' Doktor!' M. B o gch i.t's ch a v i t sch: „Kriegsnriachc'n." Zürich, Verlag: Orell Fiißli. — ' Rudolf Said R u e t c: „Politische " Korrespondenzen und friedfertige Kriegsaussätze." Zürich, Verlim i Orell- Füßli. — R u n z e: „Fichte-Funde." Verlag Andreas i Perthes'A.-G., Gotha. — A. D. G o r d c> n: „Briefe aus: Palästina." Verlag Hapoel Hazair, Berlin.. Ein neuer Perez» „Geschichten aus dies e ri u n d j e n e r, W e l t"- .gelangt soeben zur Ausgabe. Dieses Skizzon und Bilder, ans dem Osten schließen sich würdig den! „Chassidischen Geschichten" an, und sind ihnen in der Aus-j stattuüg gehalteu. Die Uebertragung aus dem iüdischen Original, besorgte Siegfried S ch m i tz.^ Alle Freunde Jizchok-Lciv Percz: werden die neue Sammlung freudig begrüßen. Preis in kimstkc'-i rischen Einband (:>'ü-x Seiten) K' 14.—, drosch.!C 10.—. Zn ' bezichen dn.' ch R. L ö \v i t, .Verlag, Wien, 4, Fleischmarkt 3 ' .. - ■ j