Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 167 (6.7.1919)
- Date
- 1919-07-06
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Sk. 167 Men, Sonntag. T £s«F2tt$*«geftt des SporimanuLs. .. Der SportZmaun muß nicht nur während der Trainin gLzeit, sondern das ganze Jahr hindurch ein in jeder Weise geregelte? Leben führen. Jahrelange Erfahrungen haben gelehrt, daß nur derjenige Körper sportlich bedeutende Leistungen erzelen kann, der nach einer besonderen Sporthygienr gepflegt und erzogen wird. Mit der Hebung der Widerstandskraft hes Organismus schreitet parallel die Steigerung seiner Leistungsfähigkeit. Abhärtung muß unbedingt über Schonung, Vereinfachung der Lebensweise über Behaglichkeit gehen. Das sportliche Training hat erst dann einen Wert, wenn seine Bedeutung für den KörM über den Zweck der Erreichung von momentanen Höchstleistungen hinaüstzeht. Die geübte Lebensweise soll auch nach Ausschaltung des sportlichen Zweckes, insbesondere im Alter, die richtige sein. - 1 Was das sportliche Training überhaupt anlangt, so'.find bei ihm Willenskraft und Beharrlichkeit von ausschlaggebender Bedeutung. Alkohol -und Tabak/-Kaffee Und Dee sind in der Zeit des Trainings nicht zu'genießen. Sexuelle Enthaltsamkeit ist zu empfehlen. Gute, zweckentsprechende Nahrung 'ist natürlich yirie unerläßliche Vorbedingung zur Kräftigung des Körpers., Ein regelmäßiger, achtstündiger Nachtschlaf gibt ihm die richtige Elastizität. Luft- und Sonneubäderv wie überhaupt eine rationelle Hautpflege sind nickt genug zu empfehlen. Die Leichtathletik bildet die Grundlage jeder .Körperübung, deshalb ist sie auch bei anderen Sportarten — insbesondere das Laufen, Springen und Wersen —> in das Trainingsprogramm aufzunshmen. Auch die Atemgymnastik verdient ein besonderes Augenmerk. ' Zeigen sich bei dem Trainierenden irgendwelche Störungen, seien es Sehnenschäden, Muskelüberänstrengungen oder nervöse Erscheinungen, so ist mit dem Training sofort auszusetzen. Bringt, die Ruhe keine Behebung der Störung, so ist der Sportarzt sofort zu Rate, zu ziehen, der übrigens die ganze sportliche Betätigung strenge zu Merwachen hat. Harte? Training ohne vorherige, genaue Untersuchung und ständiger ärztlicher Kontrolle ist ein Verbrechen, am eigenen Körper. Die rationelle Lebensweise, gepaart-mit systematischem Training, erhält' Jugendfrische sowie' körperliche und geistige Elastizität bis ins Alter. ‘ B. Das Crrp-Grrtscherdurrgsspiel. Heute findet in Wien nur ein einziges Fußballspiel von Bedeutung statt: das Enischcidungstrrffen in her Konkurrenz um dm Nüderösterreichlschen Cup. Sämtliche Wien er Vereine haben an hichcm Wettbewerbe, der im vorigen Herbste begonnen hat, re'.lgettommen. Da sich jeweils, nur die Sieger der: Cuv-Spiele pir die nächste Runde qualrsiperen verringert sich von Runde zn Runde die Zahl der noch teilnahmsberechtigreu Vereine, so daß schließlich für die letzte Runde nur mehr zwei übrig bleiben. So stehen heute die einzigen noch ungeschlagenen Konkurrenten, R a P i d und der Wiener Sportklub, einander m Hütteldorf gegenüber. Das Cnp-Finale bedeutet in England den Höhevnnkt der Saison. Der Sieg im Cnp wird ebenso.augestrebt, als jener in der Meisterschaft. Der Cup selbst ist in England sowie bei' uns 'ein Ewiger Wanderpreis, der aus em Jahr m der .Aufbewahrung des jeweiligen Siegers verbleibt , Rapid steht heute vor einer glänzenden Ausgabe. Nach einer glänzenden Saison, die den Hütteldorfern sportliche und finanzielle Erfolge in Fülle gebracht hat, haben sie die Aussicht, den Doppelsicg in Meisterschaft und Cup , zu erringen. Der Sportklub hat nach eurer recht mäßigen Herbstsaifon nn Frühjahre eine fast ununterbrochene Reihe von Siegen errungen. Irr der letzten Zeit, ist die Mannschaft allerdings etwas zurückgegangen. Die reellere Spielstarke hat sicherlich Rapid, aber auch der Sportklub verfügt über eine so tüchtige „Elf", daß er nicht ohne Chancen in den Kampf geht. . . - Das Wettspiel findet auf dem W. A. F.-Sportplatz in Hittteldorf'statt Md beginnt um V»6 Uhr. InLeM«twIaLes leichtathletisches Meeting. - .Der W. A. C. bringt heute nach langer Pause wieder ein Internationales leichtathletisches Meeting zur Durchführung. Der.internatmale Cbarakter der Veranstaltung- -wird durch das Antreten mehrerer Münchner Leichtathleten gewährleistet, denen ein vorzüglicher Ruf vorausgeht. Kein Sport braucht notwendiger die Impulse von auswärts als wre die Leichtathletik. Wie vitl Arbeit noch notwendig ist, um halbwegs den Leistungen anderer Länder gleichzukommen, haben die in der Vorwoche abgehaltenen Meisterschaften bewiesen. Von Amerika, England und den uordi- , schm Ländern gar nicht zu reden, aber auch hinter den in Deutsch» / land und Ungarn erzielten Leistungen. bleiben wir . ziemlich weit zurück. Dm Münchnern treten heute die bestm Wiener Leichtathleten gegenüber, man darf aus ihr Abschneider: gespannt sein. Das Programm umfaßt folgende Konkurrenzen: 100-Meter- Lauf, 800-Mctcr-Lauf, 2tt0-Meter-Lauf, 8600-Mcter-Lauf, Weitsprung. Hochsprimg, Diökuswcrstn,. Speerwerfen, Stafette 4Xl00 Bieter, Stafette1t)0-f-200-i-300-f-400 - Meter, Stafette 4X100 Meter für Junioren. >, Außerdem hat der W.- A. C. einen. D r e i,k a m v f, beinhaltend die Konkurrenzen: 200-Meter-Lauf,. Weitsprung und Diskuswerfen, ausgeschrieben. Genannt haben die Vereine:. Turn- und Sportverein München, W. A. F.,. Vienna, Rapid,, Hakoah, Sportklub und W. A. C. , .' , Das Meeting beginnt um 4 Uhr nachmittags und verspricht einen sehr interessanten Verlauf. Sfafettenlauf Hütteldorf—Hohe Warte. Für diesen Wettbewerb, der nächsten Sonntag zur Durchführung gelangt, haben bis jetzt L.'> Mannschaften Nennungen abgegeben. Da jede Mannschaft ans 20 Läufem besteht, wird diese Konkurrenz die schon lang ersehnte Massenbeteiligung aufwetsen. Propagandafahrt dev Hakoah nach Bietttz. Das für heute projektierte Spiel der Hakoh in B'.elitz mußte auf einen späteren Termin verschoben werden. Der Sportklub Hakoah begini'.t am 'Dienstag unter Leitung eines.Bcrufstrainers mit einem ranouüi.ti L.auung "für die Herbstsmson. Wiener MorgenzeitrMK Gerichtssaal. Der Raftelbmder, der im Abonnement stiehlt. Al« Gewohnheitsdieb stand gestern der 2^jährigr Rastslbinder Heinrich Melichar, aus. der Dlowaki gebürtig, vor dein Schwurgerichte unter'Vorsitz deZ Ob?rlcmb'esgericht§- rates Dr. Engel bogen. Der Angeklagte betreibt, wie die Anklage erzählt, als Nebenbeschäftigung die Drahtbinderei: Als seine Hauptbeschäftigung hqt sich jedoch Heinrich Melichar daö Einbrechen und Stehlen erwählt. Bei seiner Rückkehr aus dem Felde im November 19,16 trat er zur Roten Garbe ein, doch scheint sich das Plündern der Geschäfte nach sefnern Geständnis nicht gelohnt zu haben,, denn er verließ diese Stelle Und. gab sich seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Stehlew, hin. -Er zog in Wien als Rastelbinder -herum - Und stahl bei jeder Gelegenheit. So kam er auf 'seiner Berufswanderschäst nach Maria-Enzersdors, verübte bei dem Eisenbahnbeaniten Hübler, der ihm einige'Sachen zum Msbessem-übergeben hatte, einen Einbruch und verschwand. Kur zbärauf brach ex in Wien bei dem Straßenbahnbediensteten Fritz Brau ein, und stahl 750 Kronen bar, sowie verschiedene ahdere Gegenstände im Werte von 2000 Kronen. Die Köchin des FsldmarschalleutnaNt Friedrich Pollak übergab dem Rastelbinder Pferdegeschirr zur Ausbesserung. Als er aus den: Hausflur arbeitete, gab ihm die in demselben Hause wohnhafte Frau Sophie, Goldstein auch eine Arbeit. Als die Goldstün nach einer Viertelstunde zurückkam,, war der Raftelbinder verschwunden. Die Wohnnngstür stand offen und aus einem Kasten fehlte ein Barbetrag von'über 7000 Kronen. 'Gleich darauf wurde der Rastelbinder in einem Gasthause kinsgesorscht, man fand aber'bei ihm nur mehr 5900 Kronen. Erst in der Untersuchungshaft wurde der Rest von 1000 Kronen gesunden. Am 26. Februar entsprang der Angeklagte aus dem Arrest und brache wieder bei der Golbstein ein. Diesmal jedoch nahm er schon mehr, Schmuckgegenstände im Werte von über 10.000 Kronen. Auch dem Staatsbahnbeamten Hübler stattete er einen Besuch ab und empfahl sich unter Mitnahme von Wertgegenständen. Einige Zeit blieb n im Drahtbinderquartier in Hietzing und berzehrte die Früchte seiner Arbeit. Dann begab er sich wieder auf die Wanderschaft und brach abermals bei Hübler und G o l d st e i it ein. Nach geraumer Zeit erst konnte der Angeklagte verhaftet werden.- , Die Geschwornen fanden den Angeklagten schuldig. Im Sinne dieses Schuldspruches wurde Heinrich Melichar vom Gerichtshöfe zu.sechs Jahren, schweren Kerkers verurteilt. '_ Das uneheliche Kind der Gattin ist das ^Stiefkind" des Gatten. Der Verwaltungsgerichtshof Unter Vorsitz des P äsidenten Dr. Grabmaher hat die wichtige familienrechtliche Entscheidung gefällt, daß das vor der Ehe geborene Kind der Gattin als „S t i e f k i n d" d e S G a t t e n anzusehen ist. Der Beschwerdeführer Otto F. in Marburg wurde in betreff dee Kriegszulagen von der Post- und Telegraphen-Direktion in Graz in die vierte Klasse eingereiht, nachdem er angezeigt hatte, daß zu seinem Familienstand« außer seiner Gattin und zwei ehelichen Kindern auch noch ein unversorgtes „Stiefkind" gehört. Diese Verfügung wurde später rückgängig gern acht und erfolgte die Einreihung des genannten Staatsbediensteten in die dritte Klasse, nämlich als verheirateter Bediensteter mit zwei Kindern. Die neuerliche Verfügung stützte sich daraus, daß bas als „Stiefkind" an gemeldete dritte Kind ein uneheliches Kind der Gattin des Beschwerdeführers ist, daher nicht als - „Stiefkind" desselben pnzusehen sei; es ist daher der Rückersatz des Uebergenusses im Betrage von 704 Kronen und die Rückversetzung in eine geringere Klasse, gerechtfertigt. Gegen diese Entscheidung richtxte Otto F. die Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof, vor welchem vor kurzem die öffentliche Verhandlung stattfand. Der Gerichtshof hat der Beschwerde stattgegeben und die angesochtene Entscheidung de? bestandenen Handelsministeriums als gesetzlich nicht begründet aufgehoben. Der Volkswirt. Wochenschau. Neuerlich ist eine Woche verstrichen, und abermals ist die Bekanntgabe der Friedensbedingungen hinausgeschoben worden. WaS von unserer Wirtschaft noch geblieben ist, leidet unter der Ungewißheit der Verhältnisse außerordentlich. In den neutralen Staaten hat die rückläufige Bewegung des Kronenkurfts wieder eingesetzt. Trotz des miserablen Standes der deutschen Valuta ist hie.Devise Dien in Berlin auf einem beängstigenden Tiefstand angelangt. Die Erklärungen des Staatssekretärs für Finanzen klingen nunmehr alles eher denn ermutigend. Die Beratung des Budgetp rovisoriums und die Debatte hierüber haben die ganze Trostlosigkeit unserer ' Situation enthüllt. Dr. Schumpeter ersuchte die Nationalversammlung, „bie finanzielle Lage des Staates in ihrem ganzen furchtbaren Ernst zu würdigen und zu Helsen, in den Ausgaben zu bremsen." Die unablässigen Neuforderungen, die an den Staatssäckel gestellt würden, zwängen die Finanzverwaltung zur Zuflucht zur Notenpresse, die Neuemissionen vergrößerten die Inflation, dadurch würden die Preise neuerlich emporgetrieüen und die Allgemeinheit hätte durch die erhöhten Einkünfte nicht nur nichts gewonnen, sondern nur wieder verloren. Dazu kommt das Buhgetdefizit, das für düs zweite Semester mit zwei Milliarden Kronen veranschlagt ist, sich jedoch in Wirklichkeit viel höher stellen dürfte. Woher sollen diese fehlenden Milliarden gedeckt werden? Neue Steuern, sind eine Unmöglichkeit. Also bliebe nach der An- —:—,—*-.....—:— -— IStrasser & Co., Bankgeschäft] Wien, X., Graben 17. $ Berlin N* 24. Budapest 5. i Durchführung aller bankjreschäftlichen Transaktionen. Aus^abeste!!': 1 von Straesers Börsen-Taschenbuch (3 10 und Strasscrs Monato*Kurs- I fabelten (2 K). Auskünfte kostenlos. 50Oi H 6. Juli 1919 Seite 9' , "r --1 ‘ " ' ’ . “"I kimdigung des Staatssekretärs als einziger Ausweg nur, wieder die Anwendung der Notenpresse übrig. 'Gegen!' diese ruinöse Politik bäumt sich 'glücklicherweise das! gesunde Empfinden aller Verständigen auf. Durch die' fortwährende Einlösung der Kassenscheine der Oestcrrssichisch-ungarischen Bank erhöht sich die. Notenzirku- . lation sowieso automatisch Woche für Woche. Dienot-: wendigen Mittel im Wege einer ^.großen fundierten. Anleihe zu beschaffen, erklärte der Staatssekretär für unmöglich, „weil alle Leute ihr Geld zurückhälten, . würden^. Und zusammenfassend stellte er fest: „Wir, sind am ernstesten Punkte unserer Finanz-/ - Politik angekommen. Momentan gibt uns auch das', Ausland keimen Kredit, weil es unseren-Zu- . ständen mißtraut." Hier hat Dr. Schumpeter den Finger ans den wunden Punkt gelegt: das Ausland' - muß uns angesichts der hier herrschenden Wirtschaft bat- ' , . sächlich mißtrauen. Seit 13. März hängt die Vermögensabgabe in der Luft. Sieben Vollzugsanweisungen, eine umfangreicher und verwirrender als - die andere, die voll von Widersprüchen sind, und in, bereu Anwendung sich auch die Eingeweihten nicht mehr, *; zurechtfinden können, sollen die große Operation vorbereiten, aber geschehen ist noch nichts. Dagegen steht X infolge des anhaltenden Kohlenmangels, der schon, jetzt die trübsten Aussichten für den kommenden Winter , eröffnet-, unsere Industrie still, die Arbeitslosigkeit dauert fort, die Regierung tritt dem ungarischen Bolschewismus^ innerhalb unserer eigenen Mauern nicht mit der erforderlichen Energie entgegen. Mit Recht hat der,Abgeordnete Kraft in der Nationalversammlung darauf hingewiesen, daß mit dem Wiederaufbau gar nicht begonnen wurde; der Arbeitslosigkeit könnte zum Beispiel durch hie dringend erforderlichen Erd- und Elektrizitätsarheiten gesteuert werden. Es gebricht eben gänzlich' an einer einheitlichen, zielbewußlen Führung. Noch!, . immer schlägt man sich über Bagatellen oder unmöglich! auszuführende Dinge herum und verliert dabei die dringendsten Erfordernisse der Stunde aus den Augen. Der Budgetausschuß hat die Gesetze betreffend bie,.; Sicherstellung der ausländischen Lebensmittel- und Nohstosfkredite durch Holzausfuhr und Verpfändung von Forstüesitz und ferner durch Inanspruchnahme der im ' privaten Besitze befindlichen Goldmünzen und ausländischen Wertpapiere in Beratung ge-,, zogen und sie mit einigen kleinen Aenderungen ange--' nommen. Die Inanspruchnahme der Goldmünzen und' Wertpapiere seitens des, Staates kann eine zweifache, sein: die käufliche und die leihweise. Der Staat wird die in Frage kommenden Wertpapiere von den Ergentüntern dann kaufen, wenn die Alliierten sie im Kauf-. Wege erwerben; dann erhält, der Eigentümer den vollen Erlös. Sind aber die Wertpapiere den Alliierten nur als^ Deckung und Sicherstellung von Lebensmittel- oder sonstigen Lieferungen auszufolgen, so kann der Staat die Stücke entweder kaufen oder nur ent le h n e n. Im Falle der Staat die Papiere käuflich erwirbt, hat, er an den Eigentümer den Betrag zu entrichten, den der Kreditgeber als Deckung in Anrechnung gebracht hat. Die Vergütung kann bei käuflicher Erwerbung in barem oder im Einvernehmen mit dem Abgeber in verzinslichen Staatsschuldverschreibungen erfolgen. Falls ' jedoch die Titres vom Staate nur entlehnt werde, ,, wird nichts vergütet, nur die Zinsen und Couponerträg^ nisse werden ausbezahlt. Das Gesetz bestimmt. zum - Unterschied von dem deutschen nicht, daß sämtliche aus«.' ländische Effekten ablieferungspflichtig seien. Man will wahrscheinlich den Banken die Papierewegen etwaiger valutarischer Verpflichtungen an'das Ausland nicht nehmen. Was die verzinslichen Staatsschuldberschreibungen betrifft, die der Staat bei käuflicher Erwerbung; eventuell zu liefern hat, so steht die Art der Anleihe noch nicht fest. Die ausländischen Werte notieren 'säst,.! zur Gänze im Ausland bedeutend höher als bei uns,!. . daß deren hiesige Eigentümer im Falle eines An- ' kaufes von fetten des Staates auf ihr; Rechnung kämen. — Durch den Staat beschlagnahmte Goldmün^n werden ' bar vergütet. '> Nach und nach geht der ganze Besitz Deutsch öster- ' , reichs zur Deckung der dringendsten Lrbensmittzelbedürfnisse in die Hände des Auslandes über. Infolge der ' Zersetzung und der sehr beschränkten Produktion im' Innern werden wir auf lange Zeit hinaus, wahrscheiü-'' lich dauernd, auf die Einfuhr angewiesen sein. Das ' Straßenbahnnetz der Stadl Wien, die Eisenbahnen,' die Salinen, die Wälder sind nicht mehr deutschösterreichisches Eigentum; nunmehr folgt unser Gold- und ausländischer' Wertpapierbesitz. Die ' Beschlagnahmeim-' . Mobiler Güter steht bevor. Die unbeweglichen- Werte dürften alS Deckung für R o h st o f f i m p o r t e in Anspruch genommen werden. Was bleibt uns am Ende' übrig? Arbeiten und nicht verzweifeln. Zunächst abermuß uns die Möglichkeit zur Arbeit gegeben und die - erforderlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Diese hängen zum besten Teil von dem guk?n Willen der Entente ab. L. L. Dir Berliner Großbanken tm Umstrrrzjahrr. Bon De. Leo Sonnenschein^ Die Abschlüsse der deutschen Großbanken für 1918 zeigen noch wenig den Einfluß der Revolution, dieser kommt mehr in der Gewinnverteilung und in den -reservierten Betrachtungen der Anstalten überdi-: kmtsngo. Geschästsentwicklung zum Ausdruck. Beim Aktien-, Kapital zeigt sich die. .konjerp-Ltive Tendenz der deut-