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Wiener Morgenzeitung · 1919-07-06 · Heft 167 (6.7.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 167 (6.7.1919)
Date
1919-07-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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; Rr. 1S7 Wien, Sonntag Wilhelms Söhne wolle« sich opfern. für den Vater Großbritannien und Irland " sollendes. Tele g r a m m gerichtet hat: In Ausübung selbstversiandlrchcr Sohnes-, und Osstzierspflicht st ell e ich mich mft m einen v i,e r i ü no'eren Brüdern Euer Mazestat an Stelle memeZ kan erlichen Datersfür den Fall seiner Auslieferung zur Verfügung um ihm dnrch unser Opfer den entehrenden Gang zu. ersparen. Im-Namen von Albert. August-Wilhelm, Alexander und Joachim, Prinzen von Preußen Eitel Friedrich, Prinz von Preußen. Die Liste der Angeklagten. . Saint-Germain, 5. Juli. (Korr.-Bur.) > Dem «Temps" zufolge hat die englische Admiralität , eine Liste . von 70 deutschen Marineoffizieren ausgestellt, die ' wegen auf offener See begangener Verbrechen aller Art angeklagt werden sollen. Der erste Name ist jener des Admirals von T i r p i tz. Die Liste ■ ist der mit dieser Angelegenheit betrauten Kommission vorgelegt worden. Harriel AnterstaatssekretKr. Berlin» 5. Juli. Gesandter v. Haniel ist zum U » t e r st a a t s s e k r e t ä r t at A nswLrtige n A m t e ernannt worden. Ec hat die Funktionen seines neuen Amtes bereits übernommen. Die deutsche Verfassung. . Berlin, 5. Juli. (Nationalversammlung.) Eingegangen ist!-er Gesetzentwurf über die Ratifikation des Friedens- Vertrages. Das Haus setzt die Beratung über die Verfassung fort. Die kBestimmung über das Amt des Reichspräsidenten!wird gegen den Antrag der Unabhängigen auf Streichung ani genommen. Nach dem Antrag S? e h r (Demokrat) beschließt das Haus, daß zuiti Reichspräsidenten j e d e r D e ü t s ch e w ä h lsbar ist, der das 35. Lebensjahr vollendet hat. Scheid eman« als Privatwan». Zürich» 5. Juli. (Tel.-Komp.) Der frühere deutsche Minister» >Präsident Scheidemänn erklärte in einer Unterredung mit dem Vertreter ber Schweizerischen Telegraphen-Jnformalion, daß ernur als Privatmanns Zürrch zu seiner Er- ' holung weile. Scheidemann begibt sich in din nächsten Tagen!nach Bad Ragaz zum K u r g e b r a u ch. Der Oberste Rat berät über Ungarn. r Paris, 5. Juli. (Tel.-Komp.) Der Oberste Rat der ^Alliierten tritt heute im Ministerium des Aeußern zusammen, um. Lch mit dem S ch i ck s a l U n g a r n s zu befassen. Kein Getreideexport aus Rumänien. L 8 Prag» 5. Juli. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Aus?Dukarcst wird gemeldet, daß in den nächsten 2 bis 3 Jahren au einen G e t r e i d e e x p o r t aus Rumänien nicht z u «denk c tt sei. Rumänien wird sich darauf beschränken, seme!R a f f i n e r i e - Erzeugniffe zu exportieren. Kaffee und Tee aus Holland. Haag, 5. Juli. Das Niederländische Korr^Bur.mieldet, idaß der holliindnche Minister für Ackerbau und Industrie der iniederländischen Ausfuhrgesellschaft gestattet, hat. Ausfuhrbewilligungen für T e e und Kaffee zu erteilen, vorausgesetzt, ' daß die Waren nicht für das b o l s ch e w i k i s ch e '.Ruß lau d und Ungarn bestimmt sind. [ Der Flug über den Ozean. Berlin, 5. Juni. Die „B. I. am Mittags meldet aus Kopenhagen: Das englische Lnstschrff „U 3t." hat gestern die mnertkantsche Küste erreicht. Es überflog die Küstenlinie an der Notre Dame-Bucht, änderte dann seinen Kurs in südlicher Richtung und kam nachmittags nach New-Nork. Durch dtesen e rst e n Flug e>ines Luftschrffes über dem O-ean erhält der gestrige Nationalfeiertag der Amerikaner ein festliches Gepräge. Ein späteres Telegramm will wiffen, daß „R 34 auf der Fahrt nach Washington explodiert sei. Eine Bestätigung dieser .Nachricht ist bisher nicht eingegaggen. Der amerikanische Kapitalismus. Saint-Germain> 5. Juli. (Kon-Bur.) „Echo de Paris" meldet aus Washington: In einer rni Senat gehaltenen Rede protestierte B o r a h gegen die internationalen Bankiers, die die Völkerbundidee begünstigen, weil sie dank jhr riesige Finanzoperationen in Europa erhoffen. Borah führte an, daß eilt S y ritz i k a 1 der größten amerikanischen Bankiers eine Körperschaft gebildet habe, die Europa Milliarden vorschießen und Nahrungsmittel nnh R o h st o f f e l i e f e r n werde.' Diese Gruppe bemühe sich um die Teilnahme der ameri- - konischen Regierung, um für ihr Unternehmen eine offizielle Garantie zu bekommen. Ein Gesetzentwurf in diesem Sinne fei., für den Kongreß bereügestellt. Die Lebensmittelunruhen in Italien. Lugano, 5. Juli. (Tel.-Komp.) Nach einer Meldung des „C o r viere b c 11 a Sera" ist die Erregun g der Bevölkerung wegen der Steigerung der Lebensmittelp tt i.s e in, der Romagna und in Toscana sowie in den Übrigen Provinzen sehr gestiegen. In verschiedenen Orten kam es zu Unruh en. Die P lün d e r un g en in der Romagna nahmen ernsten Charakter an. Alle Kl a s s e n der Bevölkenntg unterstützen die Bewegung, trotzdem sie mit den politischen Zielen nicht sympathisieren. Eine Versammlung 'zahlreicher Genossenschaften in Bologna sprach sich für die sofortige S t a a t s k o n t r o l l e nnd für den Verkauf und die Verteckung von Lebensmitteln an die Bevölkerung ans. fr—,.i- - -... , - - - ■ ' --- Panama und Girardi Hfite werden prompt und billigst nach neuester rafon modernisiert 397 ZVXE, WUtrlngsrgflrt»! S1 and VII., Mariahllfontrstsa 8Q in allen Prttriaaen. ReUäratttre» unter Garantie, ttarbbSiider für alle Sylleme, erMlatiige« Material. LW. Kmztt, Wiey, M, Wcstbahnstraßt 23. ' Lettpho» 3M7. u S. Juki 1919 Seite5 Wiener Morgenzettuug Grosse, alterngekührte Wiener Möbelfabrik beabsichtigt am Wiener Platze und in verschiedenen Großstädten aller Sukzessionsstaaten Vertriebsfilialen und Detailgeschäfte zu errichten. Kapitalkräftige Interessenten, die auf Gründung einer sicheren Existenz reflektieren, wollen ihre Zuschriften unter Chiffre „Glänzende Existenz“ an die Adm. dieses Blattes richten. isei Arzt zur Stelle, nach dessen Weisungen die Ernährung dosiert wurde, langsam austeigerck, um den geschwächten kleinen Magen allmählich zu kräftigen. -j Soviel Sorgfalt, Liebe und Freigebigkeit kfl nm unsere Kinder, daß s« aufblühen wie Blumen tw Sonnenschein. Ein paar Tage nur bin ich in Zürich geblieben, aber diese wenigen genügten schon, um «an den Kindern blühenderes, freudigeres Anssehm zu konstatieren. , (Fortsetzung folgt.); Die Kohlenmisere. Die Sparmaßnahmen vorläufig verschoben. irnimrniTIirilllQinw im II ll „W,»W> Tagesbericht. Bei den jüdischen Kindern in der Schweiz. Bon Anitta Müller. ' I. Allen, die unsere 750 Wiener jüdischen Kinder mit Segenswünschen auf ihrer Schweizer Fahrt begleiteten, allen, die mit Liebe und ein klein wenig Sorge an sie, die uns so weit fortgerückt sind, denken, sei es gesagt: es geht unseren Kindern in der Schweiz so gut, wie es nur den geliebtesten, verwöhn!esten Kindern gehen kann. Wir, die wir sie in ihren Heimstätten aufsuchten, sind erfüllt von einem großen Gefühl: dem des Glückes darüber, daß wir unseren armen Kindern einen so herrlichen Aufenthalt bereiten konnten und dem der heißen Dankbarkeit nnd Verehrung gegenüber den wundervollen Menschen, die unseren Kindern mit zärtlichster Liebe begegnen. Die Fahrt. Die lange Reise ging gut mrd glatt vorbei. Ueber die Ermüdung suchten wir mit Plaudern und Spielen, wohl auch Schlafen hinwegzuvommen. Die Stärkung, welche die Kinder in Salzburg erwartete — das dortige zionistische Komitee ließ ihnen im Zuge sin Nachtmahl verabreichen — war sehr willkommen. Am frühen Morgen des anderen Tages, kam schon ein Vorgeschmack der Schweizer Herrlichkeit: in Buchs stand das. Frühstück, bestehend aus Schokolade und Butterbrot, bereit. Hier warteten auch schon, die Schweizer Aerzie, um die Kinder nochmals auf eventuelle Infektionskrankheiten zu untersuchen, ein Vorgang, der sich in Kurze abspielte und resultatlos verlief. Und nun lag die Schweiz vor uns,- das Land sehnsüchtiger Erwartung und freudigster Neugier für unsere ganze Schar. An Zürich. .. Ein ganz stolzer Einpfang wurde uns in Zürich bereitet. Ordentlich würdevoll fühlten sich die kleinen Hauptpersonen. Wartend standen schon eine Schar von Herren und Damen da, um die Wiener Gäste, in Empfang zu nehmen. Das war unsere erste Fühlungnahme mit den gütigen Schweizern und schon in. diesem Augenblick fühlten wir die Welle von Liebe und Zärtlichkeit uns entgegenschlagen. Sogar die Soldaten, die den Ordnurrgsdienst auf dem ZÜhnhof versahen und mit Sturmhelmen und geschultertem Gewehr recht hart uitb kalt aus sahen, plauschten mit unseren Kindern Md mancher von ihnen hätte eine Träne der Rührung im Auge, mancher ließ die- Hand weich und streichelnd über ein schmales Kindergesichtchen fahren. Ganz wundervoll hat das Züricher Komitee gearbeitet, um in der Stadt selbst und in ihrer Umgebung, teils in Heimen, teils in .einzelnen Familien, die Unterkunft für die Kiüder. vvrzubereiten. Besonders Dr. Littmann und seine Frau haben sich den größten Dank unserer Kinder nnd aller, die sie lieb' haben, verdient. Diesen beiden , edlen Menschen stehen ein KreiS von . Damen und Herren zur Seite, die unermüdlich für das Wohl unserer Kinder sorgen. So wirft Frau Biedermann-Strauß mit der ganzen Warlne ihres Empfindens für die Sache der Kinder, ebenso Herr und Frau Justitz, Herr und Frau Silbersr, das Ehepaar Abraham, Frau Woltär, Herr Wilhelm Simon, Frau Camille-Lang, Frau Segalvwitsch und viele andere. Frau Strauß hat sich die Sorge für die Bekleidung-der Kinder aufgebürdet und arbeitet unermüdlich. Herr. Norbert. Weldle r, der Sekretär des jüdischen Nationalrates, erfüllt getreu und gewissenhaft seine Pflicht. Unsere „Familienkinder" sind wirklich nicht als Gäste, sondern wie eigene, herzlich geliebte Kinder in den Familien aufgenomnien worden. Die besten und schönsten Heimstätten haben sich ihnen erschlossen. Sie sind die Gefährten der kleinen Söhne und Töchterchen ihrer Sommerettern, deren Leben sie völftg teilen. Geschwind haben die'Gastgeöer'sie neu gekleidet, damit, sie sich auch nicht durch ihre schlichte Kleidung zurückgesetzt fühlen. Mit so viel Takt, mit so viel Herzlichkeit und Freigebigkeit ivird vvrgegangen, daß wir armen Menschen, die wir aus einem Lande, das' seit Jahren nur Kriegsnot kennt, kommen und in eine andere, schöne, frohe LDelt versetzt fühlen. Auch, in der Stadt ist die Verköstigung vortrefflich. Wenn auch in den Schweizer Städten der volle Ueberfluß des Friedens nicht mehr herrscht — für uns sind die Verhältnisse immer noch wie in einem Eldorado. Milch ist für alle unsere Kinder da. Ost ein bis zwei Liter pro Tag. Es kam-nr Fälle vor, wo die armen kleinen Mägen unserer Kinder durch dis ^ungewohnt reiche Kost Beschwerden hatten. Da war sofort dxr . Die gestrigen Beratungen im Staatssekretariai für Handel und öffentliche Arbeiten, welche in An« rvesenheit von Verttetern der Gemeinde und der Elektrizitätswerke geführt wurdm, nnd. welche die Anwendung neuerlicher verschärfter Sparmaßnahmen zum Gegenstand hatten, * haben erfreulicherweise noch keine Entscheidung herbeigeführt. In den Verhandlungen äußerte sich Staatssekretär Zerdik, daß es trotz der offenbar katastrophalen Situation doch noch gelingen werde, über die böse Zeit hinwegzukommen. Es bleibt also vorläufig bei der gegenwärtigen Sperrstunde in den Gast- und Kaffeehäusern und in den Wohnhäusern. Auch die Einschränkung des Straßenbahnverkehrs findet vorläufig nicht statt. StaatssestvetLr Zerdik über die trostlose Loge dev Kohlenversorgung. Der Staatssekretär für Handel und öffentliche Arbeiten, e r d i k, äußerte, sich gestern zu einem Mitarbeiter der orrespondenz ($$>re§ über die gegenwärtige Lage der Kohlenversorgung folgendermaßen: „Die momentane Lage unserer Kohlenversorgung ist kritisch. Es handelt sich hallptsächlich rny die Durchführnng des in Mährisch-Ostrau Mischen der dcutschösterreichischen, der tschecho-slowakischen und der polnischen Negierung beratenen Uebereinkommens, wonach die Belieferung Dentschösterreichs im selbe» Prozentsatz aus der Gesamtproduktion des alten Staates . und aus Oberschlesien erfolgen soll, wie es im Jabre 1913 der- Fall war. Dieses Abkommen ist von der deutschösterreichischen Staatsregierung bereits genehmigt; die Ratifikation durch die polnische und die tsckecho-slowakische Regierimg steht noch aus. Demnächst werden in Prag wieder Verhandlungen geführt werden. Gegenwärtig sind die Z u s ch ü b e aus d e r T s ch e ch o» Slowakeiäußerstgering. Bei den Verhandlungen, die jetzt durch Unterstaatssckretar Ellenbogen und Ministerialrat Kloß in B e r l i n mit der deutschen Regierung über die Lieferung oberschlefischer Kohle geführt wurden, ist es gelungen, das im Februar vereinbarte Quanwm nahezu wieder zu erreichen. Aus dem R u h r r e v i e r werden wir derzeit leider keine Kohle bekommen. Der Vertrag, den totr.mit der polnischen Regierung seinerzeit geschlossen haben, ist bisher ohne jedes Ergebnis geblieben. Die Situation ist also zweifellos äusterstkritisch und droht geradezu kata-, stpdphal zu werden, wenn wir nicht bald Abhilfe schaffen können. Nicht nur für Wien, sondern für ganz Deutschösterreich, würde das Andauern der gegenwärtigen, äußerst tristcii Situation eine f ü r ch t e r l i ch e K r i s e bedeuten, weil abgesehen von der Unmöglichkeit, die Bcvölkemng mit Haus- und Küchenbrand zu beliefem, auch das Verkehrswesen schwer betroffen würde und vor allem andem für die^Jndustrie nichts ge-, tan werden könnte. Hoffentlich wird es uns doch noch gelingen, Über die böse Zeit hinwegzukommen. Ueber die Erlassung, neuer Sparmaßnahmen (Einschränkung des Verkehres der Straßenbahn und frühere Sperre der Gast- und Kaffeehäuser) ist jetzt noch keine Entscheidung getroffen, und auch hier würden wir uns mir unter dem Zwange der drückenden Verhältnisse schweren Herzens entschließen, einschneidende Maßnahmen zu treffen." Jüdisches Elend. Von Dp. Sanel Beer. Hunderte Kinder stehen mit ihren Angehörigen gedrängt vor und im den Räumen der Sozialen Hilfsgemeinschaft der Frau Anitta Müll,er. Was gilt es> denn?t Werden) etwa Lebensmittel verteilt? Bei derlei Gelegenheiten sind, wir ja an Ansammlungen gewohnt. Wenn n;an die abgehärmten, gramver- . zerrten Gesichter der Mütter und. bic* blaffen, unterernährten Kinder anfiiht, so würde man ihnen gerne eine Lcbensniittel- Subuße gönnen. Doch vorläufig gilt es nur der Anmeldung für die amerikanische Ausspeiseaktiön der Kinder. Die hochherzige, alles schaffende Anitta Müller hat sich auch in den Dienst dieser guten Sache gestellt und die Leitung einiger ritueller Ansspcise-, stellen übernommen, die die armen Kinder vom 2. bis 1t. Lebensjahre für einige Zeit mit einem kräftigen Mittagsmahle versehen sollen Und der Arzt soll die, der' Ansspeisung Bedürftigen ans-' wählen. Lieber Himmel! Gibt es denn unter der hier versammelten Jugend noch solche, die so gut crnahtt wären, daß ich sie ilurückhieisen könnte? Es ist immerhin angezeigt, bei so großen Ansammlungen von Kindern, wie sie die Ausspeisungen darstellen, die Kleinen zu untersuchen, und'die mit übertragbaren Jnfektions- und Hautkrankheiten und mit Ungeziefer Behafteten auSzuscheidm, um eine Ansteckung Gesunder und Reiner zn vermeiden. Ich habe inden letzten Monaten viele Tausende Kinder auf ihren Gesundheitszustand teils im Kinderambulatorium, teils für die Ferienatt.on untersucht. Aber was für armselige Kindergerippe ich diesmal bei der Auswahl zur amerikanischen Ausspeiscaktion gesehen habe, rief selbst in mir, der . ich einen des Elends kundigen Sinn habe und schon ziemlich nb^ gestumpft bin Verwunderung und Entsetzen hervor. „18 Jahre alt ' bist Du, Kind? fragte ich ei» Mädchen, das ich für 48 Fahre gehalten hätte. Ein mageres Körperchen', die Haut viel zu weit für die zarten Kuochen ohne jegliche Andeutung von Fett im Unterharsizellgewebe, unrein, am Rücken, an der Brust, an Achseln Und Oberschenkeln mit blutigen Strichen und Wunden der Krätze bedeck^ die Füße und Hals besonders schmutzig, hinter den Ohren, ^m Haare Nester von Riffen. Als Hemd trägt das Kind einen schwarzen Fetzen, den ihm wohl auch das Mitleid gcschmkt har. Ueber diesem ein zerrissener Lmnpen, der Kleid heißen soll. Und der Bub da, dm ich jetzt mustere, er ist zehn Jahre all, wiegt statt Z7,KUograuM dLs^DuxMchuittÄgrwühteS bloß'

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