Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 160 (29.6.1919)
- Date
- 1919-06-29
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 180 Wien, Sonntag Wiener Morgenzettung Meise entflammt wird. Die separatistische ukrainische Bewegung, welche in den letzten Zeiten einen reaktionären Charakter angenommen und nicht mehr als eine Munde nationale Bewegung angesehen wechen' kann, Jifi in eine Reihe grausamster Pogroms entartet. Anssgsprochen reaktionär ist auch die Bewegung des lGenerals D e n i k i n und des Admirals K o l t s ch a k. M bedeutet wenig, daß diese aus Opportunismus ihre Armeen bisnun von antijüdischen Exzessen zurückhalten. 'Tatsächlich sind die Offiziere und zaristischen Funktionäre, welche den Kern der sibirischen Bewegung Hilden, durchaus vom Antisemitismus beseelt und die zügelloseste antisemitische Propaganda, die durch Manifeste, Flugblätter, offiziöse und offizielle Zeitungen besorgt wird, bildet den organischen und hauptsächlichen Teil ihrer Tätigkeit. Es ist bezeichnend, daß in der Armee «Denikins Juden den Offiziersgrad nicht erhalten können mnd in der letzten Zeit auch nicht als Soldaten zugelassen werden. Der Sieg dieser Reaktion würde zweifellos für die Juden eine Aera der schwersten Verfolgungen .und der schrecklichsten Pogroms bedeuten und ihre gegenwärtige tragische Situation in eine Katastrophe verwandeln. In den bolschewikischen Gegenden ist der Antisemitismus fast unbekannt und es hat dort keinen Pogrom gegeben. Dies ist der deutlichste Beweis, baß der Ursprung des wiedererweckten Judenhasses nicht [in der Tatsache zu suchen ist, daß einige Volkskommissäre [Juden sind — denn in einem solchen Falle müßte der Antisemitismus in Großrußland viel stärker sein — sondern in der böswilligen Propaganda der Reaktion, welche antijüdische Gefühle zu erwecken sucht in Gegenden, wo die Gewalt völlig in den Händen der Christen ist und die Indien nicht einmal einfache Soldaten sein können. Nicht einmal die Kommunisten nehmen besondere Rücksicht auf die «antibolschewikischen Juden — sie erschießen sie und setzen sie gefangen, ebenso, wie sie es mit den Christen flnachen — aber sie verfolgen sie als politische Gegner Knd nicht als Juden. Außerdem muß bemerkt werden, daß die russischen Arbeitermassen in den Uebergangsperioden bewaffnete Abteilungen gebildet haben, welche zusammen mit den jüdischen Abteilungen die jüdische Bevölkerung verteidigten. I Um sich vor dem Bolschewismus und vor den Ireaktionären Greueln zu schützen, gibt es für die Juden keinen anderen Weg als die Fortsetzung der Politik vom März 1917: Gemeinsam mit allen demokratischen jrussischen Kräften gegen die äußerste Rechte und die Äußerste Linke anzukämpfen, gegen die Gewalt Lenins!und die Koltschaks und für das demokratische Regime^ welches ihnen Sicherheit und Freiheit verbürgt.. \t\ ---% Der Völkerbund — eine neue heilige Allianz.! Die Londoner „Nation" schreibt bezüglich des Völkerbund e s, man sei im Begriffe, eine neue h e i l i g e A l l i-- a »z zu begründen zum Schutze der Fortdauer von Formen der De mokratie, die derEr Neuerung bedürften, und zur Erhaltung von P r o d u k t i o n S m e t h o d e n, die nicht mehr zeitgemäß feien. Wenn es nicht gelinge, diese Tendenz zu beseitigen, so werde man zwei Gegensätze geschaffen haben: einen zwischen der Arbeiterinternationale und dem Völkerbund, den anderen zwischen Anglo-Amerika mit seiner Macht der Blockade und dem Kontinent, der in dieser Macht das Haupthindernis für den Fortschritt des Souallsmus erblicke. RachklSnge zu den Brürmer Gemeinderatswahleu. (Von unserem Brüniier Korrespondenten.) Zunr ersten Male seit Bestand der tschecho-slowakischen Republik fanden am 15. Jllrii die legalen Wahlen in einen Vertretlingskörper statt. Da Wahlpflicht bestand, rechnete inan im vorhenein mit starker Beteiligung, doch übertraf dies» alle Erwartungen, so daß die Wahlgeometrie, nicht klappte. Von zirka 120.000 Wählern Groß-Brnnns gaben titnb 104.000 ihre Stimmen ab, womit der Wahlkoefizient, den man mit 1000 Stimmen berechnet hatte, aus 1144 stieg. In den Wahlkampf traten ein: die tschechischen Parteien als den werdender: Herren Brünns und die alte Kamarilla die sich aus den Deutschfreiheitlichen, d.en Deutschdemokraten/ Christlichsozialen, dem deutschen Mittelstand, den Alldeutschen, der deutschen Arbeiterpartei^ der Gewerbepartei und zwei freiheitlichen Frauenorganisatronen zusammensetzte und der deutschen Sozialdemokratie mit Dr. Ludwig Czech an der Spitze. Die deutschen Parteien verhandelten wochenlang wegen einer Einheitsliste, die aber nicht zustande kckm, weil die Sozialdemokraten. von einer solchen Liste nicht wissen wollten und auch die Christlichsozialen sich sträubten, mit Jndenparteien zu gehen. Die am 18. Mai im „Deutschen Hause" tagende Versammlung bot ein 'Bild der Trostlosigkeit der deutschen bürgerlichen Parteien, welches Bild durch den zahlreich vertretenen Mauscheltypus verzerrt wurde. Als der christlichsoziale Deutsche Kotouschek den Ruf nach einer rein arischen Liste laut werden ließ, ließ Mansche! den Deutschen in einer deutschen..Versammlung im „Deutschen Hause" nicht sprechen. Als dann jüdischnationalerseits von dem deutschradikalen Kandidaten, Sekretär Luniatscheck Aufklärung verlangt wurde, wie er sich denn zu der Sache stelle, erklärte er: Er sei seiner Ueberzeugung nach beutschradikal, er stehe aus Ueberzengung ans dem Rassenstandpunkte, doch müsse er als kluger Politiker vor den Wahlen alles vermeiden, was die Eintracht stören würde. Unter solchen Au^i'n traten die Juden mit einer nationaljüdischen Liste auf^ die aus taktischen Gründen in eine sogenannte nationaljüdische mit Dr. Artur Feld mann als Listenführer und eine poalezionistische mit Dr. Felix Loria an der Spitze getrennt wurde, welche beiden Listen jedoch von allem Anfang an gekoppelt waren, damit jüdische Stimmen nicht verloren gingen. Alle Vorzeichen waren für die jüdischen Listen günstig, der deutschfreiheitliche Block, der aus Verlegenheit eine Fachlehrerin an die Spitze stellte, setzte nur einen Juden aus aussichtsreichen Posten, Herrn Fabrikanten Zwicker,welch letzteren übrigens die Industriellen verlangten. Im letzten Momente koppelte die Sozialdemokratie unter der Flagge der Wahrung der deutschen Kultur mit allen ultra-reaktionären Parteien, da sie sich dafür eine Vizebürgermeisterstelle versprachen. Der „Tagesbote", der sozialdemokratische „Volksfrennd", die ,48uboucttoft" (Klofac-Blatt), die ,Lidove Rovin.h", sie alle ließen an den Jüdischnationalen kein gutes Haar. Üjtb in letzter Stunde, am 14. nachmittags, erschien noch ein Flugblatt der Dr. Ludwig Czech-Partei an die i.üdis.chen W>ä hier und Wählerinnen B r ü n n s, in dem diese vor den „jüdischgelben", den „Auchsozialisten" gewarnt wurden, ja man verstieg sich sogar zu der Behauptung, die Jüdischnationalen seien die patriotischesten Durchhalter Altösterreichs gewesen. Dieses Flugblatt, das den Jüdischnationalen schaden sollte, wurde jedoch auch von uns durch einen noch heftigeren Flugzettel paralysiert. Die ältesten Mittel wurden gegen die jüdische Liste angewendet und der ,Volksfreund" selbst assistierte und sekundierte dem „Tagesboten" brillant, und unsere lieben, guten Juden fielen auch auf den ganzen Schwindel herein. Dennoch erhielten die Jüdischnationalen 2524 Stimmen, H.r. 60 Prozent der abgegebenen jüdischen Stimmen und eroberten zwei Mandate, während die ehemaligen Beherrscher Brünns mit ihrem jüdischen Anhang vier Mandate, dur chdie Koppelung mit den Christlichsvzialeu fünf Mandate erlangten. Die antisemitischen deutschen Parteien hatten über 10.000 Stimmen, der deutschfreiheitliche Block an 5416 Das waren die Resultate der Koppelung, zu der auch die Juden beigetragen haben, ohne zu bedenken, welch eminenter Gefahr sie ihre Volksgenossen in der Provinz ausaussetzten, in dem sie so für das Deutschtum eintraten. i Der Sonne-Geist. § (Dichtung von Alfred M o m b e r t, Musik von''Friedrich L Klose.) ES waren Vertreter einer späteren romantischen Schule, die sich in Deutschland eine Zeitlang um Stephan George als Zentrum scharten und eine Mischung von Symbolisnms und Mystizismus als literarische Richtung pflegten. Eine Umformung der Sprache stand in ihrem Programm, neue Weltanschauung sollte das neue Wort bereit finden. Auch Mombert gehört zu den Dichtern dieses Kreises, die ihre Stoffe nicht aus den Niederungen des Lebens zu holen liebten, sondern mit schrankenlos waltender Phantasie das kosmische Gescheherl zum Vorwurf ihrer Dichtung wählten. (Paul Scheerbart bot das groteske Widerspiel dieser Weltenphantasie.) Sein Sonne-Geist ist als Einleitung eines größeren Werkes, der Aron- Trilogie, geschrieben worden und enthält manche Elemente, die dort ihre Weiterentwicklung finden. Für sich betrachtet, ist es eine Dichtung von ehrgeizigster Anlage. Sie vermißt sich, die tiefsten Geheimnisse von Weltenentstehung und Weltenuntergang in höchst anthropozentrischer Deutung klarzulegen, uns gewissermaßen die Familienintimitäten des kosmischen Geschehens erbficken zu lassen. Die „Himmlische" gebiert, von einem schönen Stern befruchtet, den Himmelsstrom und Himmelsbaum, aus deren mystischen Vereinigung Sonne, bas wunderbare Kind, entsteht. Das Idyll derSternenjugend wird uns eingehend ge.'chi-dert. Von derSternenziege gesäugt, von Schlange, Einhorn und Adler umspjelt, wächst Sonne zunr Beherrscher des Himmels Hexan. Seiner Urmutter, der Himmlischen, ist er Sohn und Geliebter, bis ihn der Anblick einer Nymphe, die in den Tiefen des Meeres Flöte bläst, aus seinen Himmeln stürzen läßt, hinab in das feuchte Elysium, wp er in irdischer Lust seiner Mission vergißt. Welttrauer hebt an, ein grausiger Sturz der Sterne, es ertönt das Weinen der verlassenen Himmlischen. Endlich besinnt sich Sonne und kehrt, zu den ätherischen Räumen zurück, die Welt mit neuem Glanz erfüllend. Aber sein Drang zum Irdischen ist nicht gestillt, ewig wahrt der Wechsel -wischen HimmclstaL und--Nachts zwischen der irdischen und göttlichen Liebe, bis einer traumhaften Zukunft über Raum und Zeit hinweg die Lösung dieses Zwiespaltes gelingt. Dies alles wird im Wechselgesang von Einzel- und Chvrstimmen in freien Versen dargestellt, ein Rhapsode übernimmt es, den Fortgang der Ereignisse zu schildern. Am Schlüsse erhebt sich der anbetende Gesang eines Hirten, der in der Sonnengestalt ein Sinnbild des Menschengeistes feiert. Dieser von Erdenlogik restlos befreite Vorwurf hat Friedrich Klose zur Ausdeutung in Musik inspiriert. Als Landsmann des Stuttgarter Dichters lernte er sein Werk kennen und fühlte sich stark genug, die übersinnlichen Gesichte des visionären Mystikers musikalisch zu gestalten. Der Komponist hat wahrhaftig den rechten Don für die Dichtung gefunden. Seine Musik hat den gleichen, ehemals neuen, halb artistisch, halb konventionellen Charakter wie die Verse Momberts. Und das sichert ihr den großen Publikumserfolg, den sie nunmehr auch in Wien gefunden hat. In einer selbstbiographischen Skizze sagt Klose, er habe im Sonne-Geist sein künstlerisches Bekenntnis abgelegt. Als solches erscheint ihm wohl Aeußerung des Willens, Musik nicht ohne inneres Erleben und im Dienste wichtiger Menschheitsvorwürfe zu gestalten. Hier hat ihm aber die Dichtung Momberts manches vorgegaukelt, was sie am Ende doch nicht zu lösen verstand. Denn man findet dort nur ein Spielen mit großen Gegenständen, ein Berauschen am Wort, aber keinen endgültigen Sieg des Gedankens über ein Problem. So findet sich auch in der Musik dieses kosmischen Oratoriums eine Fülle von berauschendem Klang, ein Schwelgen in instrumentalen und vokalen Effekten, aber nirgends jene Anspannung von musikalischer Energie, deren Auswirkung zu bewundern, sonst den Inbegriff des musikalischen Genießens bildet. Die dürftige Zahl der musikalischen Themen, ihre Kürze und geringe Eignung für weitere Verarbeitung verrät schon die Abneigung des Komponisten gegen die konfliktbereitende, thematische Arbeitsweise. Nur ein Hauptmotiv, zwei aneinander gefügte, aufsteigende Quinten als Kern enthaltend, wandelt er im Ver- 29. Juni 1919' Settel Inland. '. w. ' i , v Politische Hochspannung. jj'JV; Von unserem Parlamentsberichterstatter. E Morgen beginnt im Sitzungssaals bes Abgeordnetenhauses der Kongreß der Arbeiterräte. Diese Beratung leitet eine Zeit neuer politischer Kämpfe ein, die auf allen Seiten die höchste Kaltblütigkeit erfordern, um Entgleisungen zu vermeiden und die vorhandenen Schwierigkeiten in vernünftigen Grenzen zu halten. Die Arbeiterräte, die morgen mit ihren Verhandlungen beginnen, müssen sich vor Augen halten, daß auf ihnen große Verantwortlichkeit lastet und daß sie vor der Geschichte die gewaltige Aufgabe zu erfüllen haben, die Hungerkrise des Augenblicks mit den politisch-wirtschaftlichen Anforderungen unserer Zeit in ein erträgliches Kompromiß zu bringen. Es ist selbstverständlich, daß die Kommunistenparteid die Gelegenheit benützen wird, um in mehr oder minder gewaltsamer Weise ihre Pläne durchzusetzen und die Macht an sich zu reißen. Unter „firf)" braucht manz nicht, wie das vorgegeben wird, 'das Proletariat zu verstehen, sondern es handelt sich nur um einige wenige Personen, die in den Besitz der Macht gelangen wollen, um die Geschäfte des russischen und ungarischen Bolschewismus, die sich nur mühselig aufrecht halten, zu besorgen. In mannshohen Plakaten, die an allen Ecken der Stadt angeschlagen worden: sind, lädt die kommunistische Partei die Bevölkerung Wiens zum Besuche einer „ruhigen und würdigen! Massenkundgebung" vor dem Rathaus am Montag! um 6 Uhr abends ein. Die Nationalversammlung — so heißt es in dem Austuf — werde die Forderungen des Proletariats nicht erfüllen, von ihr fei nichts zip erhoffen. Die Reichskonferenz der Arbeiterräte soll zur! 'höchsten politischen und wirtschaftlichen Instanz erklärt! werden. Die Partei richtet an die Reichskonferenz biej Aufforderung, das ihrige zu tun, auf daß Deutsch! österreich zur Räterepublik werde. Es ist schwer einzusehen, in welcher Weise die Erklärung zur Räterepublik irgend etwas an unserem politischen und wirtschaftlichen Schwächezustand ändern könnte. Wenn es auch richtig ist, daß es bei uns noch schlimmer werden kann, so wird es doch niemand mit Ausnahme der paar Mitglieder des Direktoriums geben, der sich nach einer Uebertragung des Budapesterj Experiments nach Wien sehnt. Es muß aber hervor-! gehoben werden, daß zur Beunruhigung kein Grunds vorhanden ist und es muß insbesondere an die Bevölkerung die Aufforderung gerichtet werden, dem dumnten Lügengerüchten, die allerorten auftauchen, und von einer ihrer Pflicht wenig bewußten Presse geschäftig weiterverbreitet werden, nicht! unbedingt Glauben zu schenken. Es liegt! nur im Interesse der Putschisten, wenn die! Panikstimmung, in der sich das Bürgertum durch die! Berichterstattung der Wiener Sensationspresse befindet,! anhält und die Bevölkerung oder die Behörden zu! Kopflosigkeiten fortreißt. Im einzelnen wollen wir, feststellen: Es ist unwahr, daß an der Grenze von Westungarn eine Rote Armee zum Einmarsch nach Niederösterteich bereitsteht; es ist unwahr, daß auf! laufe der Arbeit unermüdlich ab als Grunidlage mannig-j faltiger, musikalischer Illustration. Nichtsdestoweniger,! entfaltet er einen blendenden Reichtum an Orchesterfarben, an glücklicher musikalischer Stimmungsmälerei, die dem Humor wie dem getragensten Pathos gleicherweise gerecht wird. Die Idylle der kosmischen Kinder,-» stube ist mit feiner Komik dem Dichter nachgezeichnet'. Wenn er alle Kräfte des Orchesters znsammenrafft',' gelingen ihm Episoden von stärkster Wirkung, wie der! Sturz der Sterne oder die mit theatralischen Mittelm die Nerven spannende Einleitung des Werkes. Aber! was unbefriedigt läßt, ist der Mangel an wirklich! persönlichem Ausdruck. Der Einfluß des Bayrenther^ Meisters läßt sich nicht verheimlichen, wenngleich eilte j modern verbrämte Harmonik die Neuheit Vortäuschen! soll. Auch Delius hat hier einen Nachahmer gefunden! und die Erinnerung an seine Art begegnet sich auf-- fallend genug mit Reminiszenzen an jungitalienische: Opernmusik. Im Chorsatz finden sich neben Stücke w von wunderbarer Wirkung solche von lahmer, schablonen-i niäßiger Fügung. In den Solls stört oft die wirkungs-. lose Deklamation, dagegen erfreuen viöle Stellen von^ geschlossener Liedwirknng und feinsinniger Behandlung der Singstimme. *{ In der Aufführung ist vor allem die Glanzleistung der vereinigten Stimmen des Philharmonischen Chores, j der Singakademie und der neuen Vereinigung des Volks-, bildungsvereines hervorzuheben. Unter den Solisten i ragte Fräulein M i h a e s e k und der Schweizer Baritvnistä Vaterhaus hervor, neben ihnen ist zunächst der: stimmgewaltige Baß des Herrn Markhof f und Emmy! H eims intelligente Art zu loben. In kleineren, aber! schwierigen Partien waren Maria Schreker, Fraüi.i Schn r und Herr Gallos hilfreich tätig. Einen großes persönlichen Erfolg errang Franz Schreker mikj der eindrucksvollen Leitung des in mühevoller Proben-! arbeit bewältigten Werkes. Sein unermüdliches Ein-Z traten für die moderne Musik hat Wien um die Kenntnis"- llnes interessanten Werkes bereichert, das zwar nicht'- zu den für die Ewigkeit geschaffenen gehört, aber,! sicherlich noch viele Erfolge aufzuweisen haben wird. Dr. K-