Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 159 (28.6.1919)
- Date
- 1919-06-28
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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“•'“stt. iöyH ijr r- Wien, Samstag Wiener Morgenzeirung Tagesbericht. ',?Die Kulturschande der Bartabschneiderei. f "' :• Der „Goniee Krakowski" forderte in einen: Llrtilcl die! orthodoxen Juden in Polen auf, eine Delegation nach Paris! zu 'entsenden, um dort der Tätigkeit der jüdischen Nationalrate entgegenzuwirken. Auf diese Aufforderung, ant-! wöxteten— wie „Moment" meldet — die Orthodoxen in I HyHieniee mit einem Briefe an den „G'oniec", worin? sie eri klären-daß sie gern ein« Delegation nach Paris schicken würden.- Da' sie aber Ln Ermanglung von Luftfahrzeugen die Eisenbahn benützen müßten, würden sie ohne Bärte! nach Paris, kommen (eine Anspielung, daß den jüdischen l Eisenbahnreisenden in Polen die Bärte abgeschnitten-werden.? Die Red.) was der Sache eher schaden aT§.' nützen könnte. f Der Landtagsabgcordnete Rabbiner Perlmutter führte beim Minister des Innern, Woiciechowski, darüber Beschwerde, 'daß er vergangene:: Sonntag am Bahnhof in Htwozk von i einigen polnischen Soldaten überfallen wurde,' die ihm den 'Bart abschneiden wollten. Einer von ihnen habe-bereits j zu diesem Zwecke das Bajonett bereit gehalten. Auf die Be- \ schwerde des Ucberfallenen bei einem höheren Eisenbahnj beamten antwortete dieser, er wolle sich nicht in „fremde , Dinge" mengen. Auch die Vorweisung der Abgeordneten-; legitimation nützte nichts. .: Während der letzten Pogrome in Krakau wurde unter; anderem der Professor Jan Kasparowicz, ein Pole, der durch i seinen Bart für einer: Juden gehalten wurde, überfallen unb es wurde ihm der Bart abgefchnitten.. .... . . Das Warschauer „Jüdische Volk" meldet aus G'rodno: Ein polnischer Soldat knüpfte einen langen Nagel an eine Schnur, wickelte dann den Bart eines vorbeigehenden Inden > um den Nagel unb zog schließlich fest an der Schnur, bis! er den Nagel mitsamt den Haaren herausris; . . . ^.; * - ■ i _ In der Redaktion des letztgenannten Blattes erliegt ein Brief an den Soldaten Michal Gkowacki in Zänrosz von seinen Eltern in Rososz, in dem auch folgender Passus vor-! kommt: „Deine Schwester Jadwiga bittet Dich, Du mögest . ihr einen.jüdischen Bart für eine Bürste schicken, da Ihr, wje Du schreibst, vielen Juden die Bärte abgeschnitten habt." Jüdische Männer und Frauen! Die gesamte jiidische Studentenschaft Wiens ruft Euch zu flammendem Protest ans gegen die -Massenmorde und Verfolgungen unserer : Brüder im Osten. .In Polen und in der Ukraine erstickt das! jüdische Weh im Blute wehrloser Opfer friedfertiger iBürger, die der Mordgier einer entmenschten;Soldateska, der Raublust eines fanatisierten Astobs, dem Hasse einer morschen, entarteten, korrupten Kaste! erliegen. Durch die unglückliche Lage unseres Volkes sind wir nicht imstande, unseren, .schwer bedrängten -Brüdern zu Hilfe zu eilen. Wir wenden uns an die akademifchc Jugend tt T £ c r Nationen, die Trägerin hoher Freiheitsideale, sie möge verhindern, daß ein ganzes Volk planmäßig ausgervttet werde. - . . senden uns an das Gewissen der ganzen zivilisierten Welt, sie möge nicht zulassen, daß die Geschichte unserer Zeit, der Zeit der Vötkerversöhnung, der nationalen und sozialen Gerechtigkeit, durch das Blut eines hingemordeten wehrlosen Volkes befleckt werde. Wir wenden uns an Euch, jüdische Männer und grauen von Wien, erhebt mit uns fee Stimme gegen bte. unmenschliche Behandlung Eurer Brüder im Osten. Zeigt, daß die Judenschaft Wiens in Schmerz und Erbitterung mit unseren Brüdern in: Osten leidet Bekundet Euer Zusan»mengehörigkeitsgefühl,' getreu den ^Worten: . „Brüder sind wir alle in Israel." Der jüdische Hschschulausschuß, - ' V Exekutive des Gesamtverbandes jüdischer :V; Hvchschüler „Judaea". „Kommunist« Mvstfi darf nicht «ach Pt »>!>». A l -1 a 11 i> e 150! o i [ f i foUtc nä äS5e J?L'f?? V;.1 p "l ob|o[nicvtti. Das Gaftlrikl ui «Ä -bm I n r 0 i i c b n» i 111 8 u n ,1 in tt^^o°uowaklschcn vctad wegen seiner k o m m u n i st i s ck Ges: nnuug verwe, gert wurde. M vermißter Betriebsdirektor. Der 44 infirin Xdmmmttox der Kreditgesellschaft für Getreide- und &8en Handel m Prag, Alois Zwicker, in Brunn geboren uw Im ^hsEö, wird feit dem 20. b. M. ans ferner üßiciic un Hotel Dianabad vermißt. Er hot. das Hotel mi der Angabe verlassen, daß er nach Baden reise; im S üd b ah'n v Ir. \ tc -mt Angehörigen ein Stelldichein für die Reise Acn Sndbahnhof gekommen noch in Bade, erfolglos^ebÄe» nach seinem Verbleib sind bishe Stadtbaudirektor Dr. Goldemund über de, ^nt-Germai«. Nächsten Montag de, M-,^.Uhr abends, findet tm großen Saale des Vereins Hauses (l., Gchenbachgasie s) eine außerordentliche Vollversaimu!M des Oesterr. ^ngemenr- und ArchitcktenvereineS statt.' ü Abgeordneter und Stadtbaudirektor Dvkt» Hewrich G o l d e m u n d, über die technisch - w i r t e 11 J * n 6 u ngen des Friedensversrage! von isamt-Germam refenerm wird. - E Dre Ple»arversL««rw«s der hebräischen Lehre: l°J6tHbc St^ri^c yefaßt: 1. Alle hebräische! auf Ferren tm Ausmaße von sech Wochen, für selche Zeit die Unterricht nehmende Partei (Privat lrrnende, Kurse, Schulen) dem mindestens finif Atonale lehrende: TO1' volle Honorar zu zahlen hat. 2. Sollte die Unter blechlmg des Unternchtes auf Wrmsch oder wegen Verschulde der Parte: Langer als sechs Wochen dauern, dann htstdi .l-LT.iS'r '? ■ •; -i. :t ' .. ft-;;. ..v. BB8W Protestkundgebung gegen die Pogrome Sonntag den 29. Juni, 1v Ahr vorm., findet in den Konzerthaussälen eine große ProLestkundgeburrß der indischen S L n d e n L e n s ch a f L »md der jüdischen Bevölkerung gegen die Pogrome statt. / Es werden Nedner aller Richtungen sprechen, unter anderem Oberrabbiner Dr. C h a j e s, Professor Alexander M a r m o r e k, Ingenieur S t r i ck e r. / In dieser Versammlung wird die Studentenschaft an die Kulturmenschheit den feierlichen Protest gegen die Gewalttaten der Soldateska und des Mobs in Polen und der Ukraine erheben. Kern Jude fehle! Sf Nach der Versammlung wird ein Memorandum an die Ententekommisstonen überreicht werden und Schul?n angesichts der schtvierigen Lebensbedingungen der vrivateu Lehrer diesen Beschlüssen entgcgenkonunen werden. Sollte aber eine Partei die Bezahlung des Honorars verweigern, dann wird kein hebräischer Lehrer den Unterricht wieder anfnebmcn. Das Sekretariat des, Lebrerverbandes amtiert auch n'äbrend der Ferien unter Adresse: Dr. Weinstein, II., Stuwerst a.' e "0. * „Konkordia-Klub". Der Konkordia-Klub hielt am 26. d. M. die 45. ordentliche Generalversammlung ab. In den Ausschuß wurden getvählt die Herren: Leopold B a s ch, Gustav F r i e b e r g e r, Theodor H o r n, Leopold I a k o b s o n, Ludwig K l i n e n l, e r g e r, Ein'l K o l b e r g, Siegfried L ö w'h, Bernhard M ü n z, Wilden: N e u m a n n, Dr. Lothar R i n gM Dr. Alexander S a l t i n d, Stefan S k r e i n, Richart^S v c ch t, Julius Ster n. Der AnsschußTonstitnicrte sich in folgender Weise: O b m a mi: Bernhard M ü n.z; Siegfried L ö w y. Obmannstcllverireter; Kassier: Wilhelm , N e um a n n; Klnbverwalter: Stefan S k r e i n; Schriftführer: Dr. Lothar Ring; Bibliothekare Theodor Horn und Dr. Alexander S a l k i n d. Zu Revisoren wurden die Herrn Emannct Blau und Louis Beer bestellt. * Die GerverbeselrLion des Jüdischen Nationalrates für DenLschöfterreich, derzeit U., P r a 1 e r ft r a ß e Wv. 17, 4. Stiege, I. Stock, richtet neuerdings an alle jüdischen G e w c r b e t r c: b e n d e n. Industriellen und Techniker die dringende B : t,t e. zwecks Ermöglichnngs des Ansvancs aus der Ergänzung des B e nt f sk a t a st e r s folgende Daten an obige Adresse einzusenden: Name, Beruf, Spezialbeschättignng, Wohnnngs- und Geschättsadresse, Geburtsdaten, Stand, Dienstverhältnisse (Meister, Gehilfe, Lehrling, Praxis, tvo unb wie lange). Wegen äußerster Dringlichkeit der Cache bittet die Gewerbescktion um' e h e st e, v o l l st ä n d i g e E i n s e n bju: g obiger Daten, damit sie eine planrnäßige, durchgreifende Tätigkeit in kürzester Zeit anfnehmen kann. Vereinsnachrrchten. Vortragsabend Alexander G r a n a ch. Der irrtümlich für Samstag den 28. d. M. airgekündlgie Vortragsabend Alexander Grauach findet Freitag den 4. Juli statt. Näheres siehe morgiges Inserat. — Z i o n i ft s ch e Sektion XX. Dienstag den 1. Juli, 8 Uhr abends, in: Bereinslokal, XX., Karl Meißelstraße Nr.' 5, Tür 1, Znsannnrnknnft der jugendlichen Parteigenossen des Bezirkes zwecks Schaffung einer Iugendgrnppe. — Dr. N. G o l dst e i n: Seminar für jüdisches Recht, (lmpeckirnentum irnpotentiae und iligaminis). Donnerstag den 3. Juli, 6 Uhr abends, Dr. A. K a n: i n k a : Kurs über die späteren Propheten (Jesaias)." S e k t i o n D ö b l ü n g. An: 18. b. M. fand die konstituierende Bezirksversannnlung Döbling statt. Nach einer Ansprache des Herrn Oberstaatsbahnrates Dr. Ludwig Werner wurden in den Ausschuß gewählt: Obmann: Oberstaatsbahnrat Dr. Ludwig Werner; Obmannftellvertreler: Felix Ledere r, geschästssührendcr Leiter; Schrifttiihrer und Katasterführer: Alfred W e: s h u t; Stellvertreter: Jakvb Weinstein; Kassier: R. Schars; Borlragsvrdner und Propagandasührct': Arnold Deutsch; Nationalfondsnnd Palästina-Referent: Dr. Chaiin Tartakower; politischer Referent: Oberstaatsbahnrat Dr. W e r n e r; Jugendreserent: Dr. Wilhelm Stein; Sportreferent: Hugo R e ch n i tz e r; Frauenarbeit: Frau Ella Frankl; Wirtschastsreferent: Moritz M ü l l e r und Heinrich Lederer; Referent für Kulturarbeiten: Prof. Wilhelm Stein; Referent für hebräische Sprache: L e i b K a tz. Ferner die Herren: Bela F r ä n k l, Direktor R o s e n z w e i g und Dr. R o s c nb a n m. Als Vertreter des Landeskoinitees referierte Herr Dr. E:n!l Stein über die Ailsgaben einer Bezirksorganisatioil. Hierauf hatte Herr Dr. Tartakower die Freundlichkeit, seine Eindrücke über den letzten Parteitag in Berlin zu schildern. Nach einem warmen Appell, sich in den Kataster für die koinmenden jüdischen Nationalratswahlcn eintragen zu lassen und eifrig mersür zrr agitieren, wurde die Versammlung geschlossen. Zuschriften find zu richten an: Alfred W e: s h u t, XIX., Billrothstraße 39. _ . . Wer Milliarden Defizit im tschechischen M Budget. Prag, 27. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung referierte Abgeordneter Ingenieur Becka über den Nachtrag zum Staatsbudget vom Jahre 1919, demzufolge die gesamten außerordentlichen Ausgaben K 3.829,164.404, die Gesamteinnahmen K 505,762.698, dieDifferenz also K 3.323,401.706, der Nachtrag zu den außerordentlichen Ausgaben K 759,511.364, zusammen also K 4.082,913.070 bettagen. Das g e samt e Des i° z i t b e t r ä g t K 3.901,141.413. Der No.s'^r'ag rvird genehmigt. 28. Juni 1919 Seite /1 . i, etn Kommunales. Wiener Gemeinderat. Sitzung am 27. Juni. Die gestrige Sihrrng war die Fortsetzirng 'des Bndgctberaturrg. Außer den üblichen Plünkeleieii ztvischen den Tschechen rmd Deutschnationaleu und de; iübrigeus sachlichen Auseinandersetzungen zwischen bei Christlichsozialen und Sozialdemokraten nahm du Sitzung einen ruhigen Verlauf. . j Gemeinderat Dr. Plaschkes legt in voruehmet aber entschiedener Weise das Treubekmlirtnis der bei wußten Jud-enschaft zu Wien ab, verlangte aber Trem' um Treue anch den Jtlden gegenüber und vollste Gleich! berechtigung der Judeir in der Gemeindeverwaltung In scharfen Worten geißelte er das ungerechte, uni. menschliche und ungesetzliche Vorgehen gegen die Flüchü linge, das Paktieren mit beit Heucheljuden, während der arme Hausierer unter dem vertierten Antiscmff tismus zu leiden hat. . '; '] . Seine sachlichen, mit juristischer Schärfe vorgei tragenen Ausführungen über die Bedeckungsuni' Steuerfragen fanden ungeteilten Beifall. Die Sitzung nahm folgenden Verlauf: Gemeiirderat Schmitz (christlichsozial) verweist gangs seiner Ailsführirttgeir ans den Zusammenhang, d« . Fragen der Genieindeverwaltmrg mit den Frager: der jWelk airschanmlgen. Er bemängelt' die Streichnng der 23.000 Kröne» - für die Froirleichnamsprozession und die Bewilligung dd! 50.000 Kronen für die Errichtung eines Krematoriums. Dü Religio:: sei eine sozial-kulturelle Notwendigkeit. In den zehi. Geboten mrd in der christlichen Religion Me er die.Grund«' läge für jede Ordnung. Der .Sozialismus habe alss Wetth ansch'aunug versagt. v . Der Antisemitismus eine Mmehrbeweguug. ' Der Redner bespricht nun der: Antisemitismus' uni sagt: Wenn ich hier die Stellung zun: Antisemitismus kenw' zeichnen soll, so kann ich das kurz und bündig in folgende Sätze znsanrmenfassen: Unser Antisemitismus ist eine- Abi wehrbewegnng gegen eine nach unserer-Anffassung der Knltw außerordentlich gefährliche und innerlich unberechtigte ^Er> scheinung. Sie wendet sich dagegeir, daß Angehörige, einet anderen Volkes, ja sogar einer anderen Nasse als P send os d euts ch"e anftreten, sich als Deutsche geben und in Naineir dieses Psendodeutschtrrms eine Krütur schaffen, dis keine deutsche, aber auch keine jüdische mehr :$•, (.Lebhafter Beifall bei den Christlichsozialen.). «s. Wenn das Jnbentum sich über unsere antisemitischl Haltung beschlvert, so verweise ich darauf, daß dieser. An tu emitismus gegen die Assimilationssuden durch die letzten Ersahriuigen in Ungarn erst recht bestärkt wurdest Ich tverß ganz geirau, welche unselige Macht, die vorr' Llieget seinerzeit „Jubeomaghareu" geuanuteu geistigen und jnteÜ lektliellei: Schichten ans dieser.Natior: gehabt habeni Si< waren keine Jude,: mehr,, iie haben das Indem tu ns tv e g g e w o r r e n; sie Ware:: aber anch [feine M a g y a r e ns sie konrrteir es nicht werden. Ich habe sie als Leute gesehenj. die vollständig Wurzellos dagestanden sind, die den Geist dieser Nation verdorben haben, ckhne' für ihre eigene' Nation etwas leistei: 51t können. Wenn mau eine Äendernng unseres Staudpnirktes zum Judeutuin verlangt, sto ist die .Vorailst setzung, das; das jüdische Volk sich.in seiner Mehr« heit 3 lt m nationalen ' G e d a n'k e n b e k e n n t damit a::S der unangenehinerr und peinlichen Rolle des' Krankheitserregers in die viel angenehmere Rolle der.nationalen Minderheit Übertritt, die ihre Rechte imd Freiheiten zu beanspruchen hat. (Lebhafter Beifall bef den Ehristlichsozialeir.) Drö Forderungen der Nationaljuden, Gemeinderat Dr. Plaschkes (pro) führt folgendes ans: Das vorliegende Budget weist nach der amtlichen Zn« samnrenstellung ein Defizit von -100 Millionen Kronen aufs Bei einer genauen Prüftmg ist die Sinnme jedoch bedeutend hoher. Wir nrüssen hinzurechinen die 36 Millionen Krönest ans den gemeinwirtschiaftlicheir Unterirehmmrgen, 125 bis 150 Millioner: Krone,: für Zinsenzahlungeu an das Ausland, rund 90 Millionen für 38 Bauten, die aus dem Budget aus ge», schieden wurden, rechnet man noch dazu diejenigen Abschrei« vnngen, die bei den Unternehmungen gemacht wurden, und daß bei der begreiflich salowwen Budgetierung gewiß eine'ganze Reihe von Zuschußkrediten nötig wären, so kommt inan LN einen»' Desizil von 68V bis 70Ö Millionen, den: doppelten Betrag, gegenüber den: Erfordernis des letztest Jahres. . . . Der Redner erwartet, das; der Frieden, der Deu.tsch«, österreich diktiert werden wird, den: Staate und der Stadls Wien die Lebensmöqlichkeit bieten wird und wünscht,, daß die' n a t i ö n a l e n Minderheit eit in keinem L ä n d e vergewaltigt werden. Das gelte insbesondere vyi: den Tschecho-Slowakei. Die Inden können es rbenso wenig billigen, baß die deutschen Minderheiten vor: t>en Tschechen unterdrückt werden, als die Jirden in Oesterreich', in Polen und in derj Ukraine. Mit Trauer im Herzen müsse man '1>er blutigest Opfer in Polen geöenken. Alle zivilisierten Menschen müsse den tiefste Abscheu erfülle,: von den vertierten' Mördern, die wir der gerechten Verachtung der Welt überantworte,,. (3?ufc! bei der: Christlichsozialen: Szamuely!) j D'r. P l a s ch k es - (sortfahreiid): Den Herrn Sza»melt)( lehnen wir Inden ebenso ab,' wie Sie ihn ablehn'en. j Der Redner' wendet sich nun wieder der' Besprechüngs des Budgets zu und sagt bezüglich der Reforn: der Verwaltung: Wir verlangen von den Beamten, daß sie die sttengstq Objektivität wahren, damit die Gleichberechtigung der Juden Im Gemelndeleven durch geführt wird. Der politischen Revvlütrmi müsse ebenst wie die soziale auch die geistige Revolution fahlen. Dip dentschnationaleil, christlichsozialeir, .chittestsch.en Mauern m'n.new »ach dem Kriege endgültig geschleift werden. Die Bürger,) Pie Mandatare, die Beanrten,. dürfen nicht vergeisen, daß!' 25 Proz ent F r e in d nat i 0 n a be in Wien wohnen^ die hier in Frieden leben wollen. Alles verhetzendes muß entsernt werden. Der AntiseinitisinuS der letztens Jahrzehnte in Wien, hat die Abneigniig der ganze,, '2tzelt hervorgerufcn unb man versteht es wohl, daß man an dem. I u'd en frage ste r b e'n k a n n, daß inan jedoch von der, Judeilfrage leben kann, das verstellt ,„an nicht. Einpörungi mußte es erregen, daß in dieser Stadt, in welcher '13 Prozent Jüden 'leben, eine jndensreie Berivaliung dnrchgesnhrt wurde. Sie wurden aus dein Beamtenivrper und ans den Lehrerberrrfen entfernt, zu städtischen Arbeiten und Liefcrnngeirs wurden sie nicht zugelaisen, durch Zunft- und Konzessionszwang< wurden \}£ knebelt, ^paar in der Schule waren die ,;:w