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Wiener Morgenzeitung · 1919-06-28 · Heft 159 (28.6.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 159 (28.6.1919)
Date
1919-06-28
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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MP »► '■fr T' ~ Men? SämstägK Wiener' MorgenAeilüng Telegramme Ein Abschiedsdiner Poineares für Wilson. Saint-Germain, 27. Juni. (Korr.-Bur.) Im Palais Elysöe gab gestern Präsident P o i n c a r 6 dem Präsidenten Wilson ein Abschiedsd i n e r. In seinem T r i n k s p r u ch sagte P o i n- -care: Rach dem Vertrag, der Samstag unterzeichnet werden wird, werden andere Verträge auszuarbeiten fein, von denen das Schicksal des Ostens -abhängt und zum großen Teile auch das Schi ck s a l Europas. Kaum wird die Tinte auf dem Dokumente trocken sein, durch das Deutschland seine Verantwortlichkeit und seine feierlichen V e rpflichtungen anerkennt, und schon werden wir m-i t O e st e r r e i ch, der Türkei' un d Bulgarien Verhandlungen zu pflegen haben, deren schnelle Erledigung für die Menschheit nicht weniger wichtig ist. Um diese neuen Unterhandlungen zu einem raschen und guten Abschluß zu bringen, diese Verhandlungen, die vielleicht nicht weniger schwierig sind als die bisherigen, müssen wir weiter vereint bleiben und uns weder trennen noch überraschen lassen. Clemeneeau will nicht demobilisieren. Nerv-Dork» 27. Juni. (Fuukspr. des Korr.-Bur.) Pariser Berichterstatter hiesiger Blätter melden: Die Ankündigung C l e m c n c e a u s, daß dir D c tu o ü i l i sierung -erst nach sechs, vielleicht sogar erst nach f ü n f z e h n M o n a t nt werde vollständig durchgesührt werden können, begegnet in der französischen Oeffeurlichkeit geteilter Ausnahme. Clemcncean habe zwar zugestchcrt, daß die K a m m e r w a h l e n spätestens in der ersten Hälfte Oktober stattfinden werden, -jedoch mitgeteilt, daß die zu dieser Zeit noch mobilisierten Soldaten ander Wahl tticht teilnehrmn werden. Dte nichtsozialtstischen Abgeordneten und damit einverstanden, da sie dadurch eine Million ihnen feindlicher Stimmen weniger haben werden. Bei bat sozialistischen Abgeordneten macht sich jedoch st a r k e A ufreg u n g geltend. Frankreichs Sozialisten für Einberufung der Internationale. Versailles» 27. Juni. (Korr.-Bur.) Wie die „H u m a n i t 6" meldet, hat der ständige A d m i n ist r ativaus schuß der sozial: st ischen Partei Frankreichsdem Nationalrat der sozialistischen Partei auf den 13, und 14. Juli nach Paris einberufen, um die Haltung der Partei gegenüber dem Friedensvertrag festzulegen. Ferner beschloß der ständige Administrativausschuß, den ständigen BernerAusschuß aufzufordern,den internationalen sozialistischen Kongreß aus spätestens 11. November einzubemfen. Die Nationalstaaten werden zur Wiedergutmachung hsrangezogen. New-Pork, 26. Juni. (Funkspr. des Korr.- Bur.) Nach Berichten amerikanischer Korrespondenten in Paris ist das System der von Oesterreich, Ungarn und den anderen Teilen der früheren Monarchie zu leistenden Wiedergutmachungen fast vollkommen fertig. Der von Oesterreich zu zahlende Betrag wird wie bei Deutschland offen gelassen und der Festsetzung durch eine Kommission, die als Unterausschuß der für die Wiedergutmachungen Deutschlands eingesetzten Kommission errichtet werden soll, überlassen. Man wünscht die Last der wirtschaftlichen Bedingungen Oesterreichs so leicht als möglich zu machen, dabei aber doch mit aller Gerechtigkeit vorzugehen. Die Tschecho-Slowakei und der jugoslawische S t a a t als Teile des ehemaligen Reiches werden ebenfalls mit einem Wiedergutmachungsbetrag belastet. Admiral Reuter kommt nicht vors Kriegsgericht. Amsterdam, 27. Juni. (Korr.-Bur.'» „D a i l y Teleg r ap h" vom25.d.M.meldet, daß die Nachricht, es sei beschlossen worden, Admiral v. N e u t e r vor ein Kriegsgericht zu stellen, unbegründet oder zumindestverfrüht sei. Englische Arbeiter gegen die Intervention in Rußland. Bern» 27. Juni. (Korr.-Bur.) In M a n ch e st e r hat sich ein aus Delegierten der Gewerkschaften und anderer Organisationen beschicktes Komitee mit der Losung: „H ände weg von Rußland" gebildet, das zunächst einen 24 Stunden dauernden D c m o n st r a t i o n s st r e t f organisieren will, um das Ende der b r i t i s ch e n I n t e r v e n t i o n r n R u ß l a n d s o w i e der Dienstpflicht zu erzwingen. In einer mafienhast besuchten Volksversammlung wurde dieses Programm angenommen. Die bedeutendsten Persönlichkeit dieser neuen Bewegung ist der Bergarbetterführer Robert S m i l l i e. Agitation in Amerika gegen de» Völkerbund. Amsterdam» 27. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") In Amerika nimmt die Agitation gegen den 'Völkerbund immer mehr z n. Art der Spitze der Belegung stehen einige Senatoren. Jil einer großen Ve^ sammlung in New-Dork sprach der bekannte A r b e i t erfuhr e r C o u k n e h, daß die Arbeiter keinen Bund ^der'Re- -gierungen sondern einen Bundder Völker wünschen. Auch China will unter Vorbehalt unterzeichnen. i Paris, 26. Juni. (Tel.-Komp.) China Hai vorgeschlagen, >beu F r i e d c n s v e r t r a g unter Vorbehalt zu -u n t e r z c i ch n e n. Die Konferenz beriet über die zii erteilende Antwort. es verlautet, daß swntegattv, lmitea bluffe» < Der Eisenbahnerstreik in Deutschland beendet. -Berlin^ 27. Juni. (Tel. der „Wiener Morgenztg") Wie die „Vossische Zeitung" erfährt, hat die Eisenbahnverwaltung den Angestellten des ganzen Reiches 1'5 Milliarden Mark für Lohnerhöhungen bewilligt und garantiert den A rb e r t e r n d re Erhöhung der Le bensmittelration. Die Streikleitung hat nun den Arbeitern und Beamten empfohlen, morgen die Arbeit allgemein aufzunehmen. Auch aus Breslau wird gemeldet, daß dev Ansstand der mittel- und n i e d e r s ch l e s r s ch e n Eisenbahner als beendigt gelten kann, da eine Einigung erzielt tvurde. Die Lohnforderungen sind jedoch «och nicht erfüllt worden. Am halb 7 Ahr abends ging bereits wieder der erste Zug nach Berlin ab. Forderung nach Ausrufung der GowietrepubliK in Italien. 2 B a f e l, 27. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Die „Agenee Central" meldet aus Ma i l a n d: Der in Turin tagende sechste National Kongreß der Post- und . Telegraphenangestekten forderte gestern die. sofortig eArrsrufung der Sowietr e p u b l i k in Italien. - , Große Protestkundgebung in London gegen die Pogrome. London, 26. Juni. (Tel.-Komp.) Rach Abhaltung eines Trauergottesdienstes zogen gestern 5 0.0 0 0 Juden in geschlossenem Zuge mit Trauerfloren nach der Queens- Hall, wo eine große Verfammlnng als Protest gegen die Judenpogrome inPolen abgehalten wurde. Verhandlungen zwischen Angarn und Tschechen in Preßburg. Prag, 27. Juni. (Tschecho-slow. Preßbur.) Das Ministerium für nationale Verteidigung verlautbart: Die L a g e an . bett Fronten ist unverände r t. In Preßburg verhandeln die berufenen B e r 1 reter beider Parteien über die B e g x enzung , d er ne nt r alen Zone.. > Tnsar wird Ministerpräsident., Prag» 27. Juni. (Tel.-Komp.), Wie die „T,r i b u n a" meldet, wird T u s a r das M in ist e r P r ä s i d i um übernehmen. S v e h l a sinrd als Minister des Inn er n im Amte bleiben. Als F t n an z m i n i ft e r wwd Professor Horacek bezeichnet.. Bei; der/Zusammenstellung der neuen Negierung handelt es sich nicht so sehr umdie Personen, welche die Portefeuilles übernehmen sollen. Vor allem werden Persönlichkeiten gesucht, die für das Amt von S,t aatssekretären geeignet find, namentlich für das Ministerium für nationale Verteidigung, welches der bisherige Minister Klofac behält., In parlamentarischen Kreisen wird, damit gerechnet, daß die Krise nt wenigen Tagen beendet sein wird. Die tschechischen Sozialisten für das Zweikammersystem und eine Regelung des Verhältnisses zu den Minoritätsvölkern. Prag» 27. Juni. Die N a t i o n a l v e r s a m nt htttfl. vertagte sich heute nach Annahme des Staatsvoranschlages für 1919 brs z u m 9. I u l i. Begründet wird diese Panse mit der M i n i st e r k r i s e. Der sozialistische Block, legte heute das von ihm ausgearbeitele Programm der Koalitionsregierung,, mtb , Koalitionsmajorilät den anderen Parteien vor. Es enthält unter anderem das Zweikammershstem. Wie der Senat gewählt werden soll, wird nicht gesagt. Das Programm schlägt auch eine Regelung des Verhältnisses der Tschechen zu beit übrigen Völkern des Staates und eine Lösung der S p r a ch e n f r a g e unter Einsetzung der tschecho-slowakischen Amtssprache vor. Auch die Trennung der Kirche vom Staate wird gefordert. Verurteilung der Attentäter auf Kramarsch. Prag, 27. Juni. Der Attentäter auf den Ministerpräsidenten Dr. K r a m a r s ch, Alois S t a st n h, Schreiber der tschechischen Staatsbahnen, wurde heute vom Ausnahmsg e r i ch 1 wegen versuchten Meuchelmordes zu a ch t .Jahren schweren Kerkers, verschärft durch viermaliges bartcs Lager im Jahr und strenges Fasten am Jahrestage des Attentates, verurteilt. Sein Komplice, Vl. G r e g o r, Realschüler, wurde zu vier Jahren schweren Kerkers verurteilt. Stastny gestand, er habe Doktor Kramarsch erschießen wollen, um die R e v ol u 11 o lt z u retten ttnb um zu verhindern, daß K r a m a r s ch zur P a r i s e r K o n f e r e n z fahre, um mit Leuten vom Schlage Clemenceaus zu verhandeln. Stastny forderte während der sechsstündigen Verhandlung, seine Verteidiger auf, seinen Mitschuldigen Gregor nicht zu belasten. Die Verteidiger meldeten die Berufung an. Ausfolgung von Wertpapieren in der Tschecho- Slowakei. Prag» 27. Juni. Wie die hiesigen Blätter melden, hat die tschechische Regierung bereits einer Reihe von Banken die Bewilligung erteilt, ihren K u n d e n Wertpapiere aus ihren Depots a u s z u f o l g e u. Zu den Instituten, die bisher die Erlaubnis zur Ausfolgung erhalten haben, gehören neben den ineisten tschechischen Banken auch die Prager Zweigstellen der L ä n d e r b a n k und der K r e d i 1an stall. ' „Schlesisch-Oftvau". Prag» 27. Juni. (Tel.-Komp.) Die schlesische Brrwaltungskotmnission hat/ tote „Rarodni Politika" meldet, zngestimmt, daß die Umbenennung der Stadt P o l u i f ch- Ostran in S ch l c s i s ch - O ft r a tt vvrgenommen wird. 28. Juni 1919 ' ' '? ' ' Ruhe in Budapest. ' - . Budapest, 27. Juni, (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Auch! die gestrige Nacht und der heutige Tag sind voll- , kommen r uh i g verlaufen, so -das; die außerordrnt-! liche Bereitschaft der N o te u W a che' ein gezvtze'n werden konnte. Der Wu Z n a h ms g e r i ch t s h os unter dem Vorsitz Emil Hortis war deit ganzen gestrigen' Tag über.mit dem Verhör der augeklagten- Gegenrevo^- lutwnäre beschäftigt. " v . Ihr Verhör wurde heute fortgesetzt.'' Wie ,,Vöros' .' - Ujsag" meldet, leugn e n die bisher einj)erponlüMeP^... .• Angeklagten hartnäckig, Gegenrevvlnttonäre zu feilt.)", Demselben Blatte zufolge haben die atiftührerischLN-i Motlitore „Pozsonh" und /,KomarlJln", ivelche mittags'.' Budapest donauabwärts verließen, seither kein' Lebenszeichen von sich gegeben. Das Blatt' er-/ V fährt von kompetenter Seite, daß die beiden Monitore sich gegenwärtig südlich/ von Paks verankert .hüben, wo sie wiederholt versuchten, sich den Serben anzü-. schließen, welche ihnen jedoch das Ileberschreiten-. oer--. Minensperre nicht 'gestatteten/ ';v . ''' Die erste Sitzung des polnischen Subkomttees für jüdische Angelegenheiten. 1 Warschau, 27. Juni. (Tel. der „Wr. Morgmztg.") Unter dem Vorsitze des-Fürsten. Czetwerlhnskyi fand die erste Sitzung des Snbkomitces des LandtagsairSschlksses für jüdische,. - Angelegenheiten statt.. Wie bckaicht gehört dem' Siibkomitee von den jüdischen Abgeordneten. ..nur ' Dr» Schivper.äm Der Geistliche Manko"wski schlägt die Durchführung einer Enquete vor 1. über die wirtschaftliche Lage der' - Inden; 2. über 'den --Vermägensstand der jüdischen- Bevölkerung: 9. die jüdischen Parteien -und ehre Programme:.- 4. die jüdischen Postulate iy der Presse, im Landtage und im- Auslände. Uebcr diesen Borschlag entwickelte sich eine, sehr lebhafte Debatte, in welcher hauptsächlich,D.r. S ch rp p e r eine Reihe, von interessanten Vorschlägen' und Bemerkungen machte. Ab?. , geordneter Schipper schlug zunächst vor, daß die Enquete nach > 1 englischem Muster durchgeführt' werde, das heißt, die Kommission . solle Fachleute und .' miercssierte Personen direkt W' fragen, so, wie cs' int Jahre 1902 in England anläßlich der EinwauderungseNquete geschah. Avgeordneter - Schivper wendete sich gegen die Einberusung der Konferenz in Galizien, da dieselben nur geeignet sind, die Leidenschaften noch mehr zu vergrößern. Ferner stellte Abgeordneter Schipver fest, daß das statistische Material, vornehmlich bezüglich Kongreßpolens, sehr mangclhast ist - und daß cs außer den vom Referenten erwähnten Fragen noch eine große Reihe anderer Probleme gibt. Die jüdisch-orthodoxen Abgeordneten Polens mit der Regierung gegen die Zionisten.! Warschau, 27. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") In hiesigen jüdisch-politischen Kreisen wird die Stellung der Jüdis ch- Orthodoxen gegenüber den jüngsten politischen Ereignissnt sehr lebhaft besprochen. Es wurde,in Erfahrmtg. gebracht, das; die N e g i c r u n g mit den j ü d i s ch - orthodoxen A b g e o r d n e t e n verh and e l tj um sie zu einem V o r g e h e n g e g em d i e Z r o n i st e n zu bewegen. In jüdisch-orthodoxen, Kreisen wird dies entschieden g eleugne t, doch haben sich die Abgeordneten H a l p e r n und . P e r l m it 11 e r dadurch' 'stark verdächtig gemacht, daß sie seit,.., einigen Wochen nicht i m L a n d t'a g e erschienen und biSNust "' auch unterlassen haben, ähnlich wie die Zionisten und' Volkisten, eine Deklaration bezüglich des Artikels 39 des Friedensvertrages zu veröffentlichen. Dies hat'die polnische R e g i e r n n g' s ch o n - a u s g e rt' ü H't, - indem sie nach Paris drahtete, daß gegen den bekannten Protestbeschluß des polnischen Landtages nur die. Z i o n i ft e tt und Vol Ei sten gestimmt haben. Wie nun Ihr Korrespondent erfährt,. finden seit längerer Zeit innerhalb des jüdisch-orthodoxen Lagers sehr lebhafte,, und scharfe A u s c i n a n d e r s c tz u n g e u im Zusammen-' hange mit dem Vorgehen der beiden orthodoxen Vertreter ittt ' Landtage statt. Es stellte'sich heraus, daß. die ganze Partei f ü r.- e r n Z u s a m m e n g e h e n mit den Zionisten ist, und nur der Abg. Holpern und besonders Abg. P c r I- ' mutter dagegen opponieren. Es kam bei einer Pärteiberatung so weit, daß dem Abg. P e r l.m u t t e r ein Ultimatum gestellt wurde, entweder auf das Mandat zu verzichten oder die bisherige Taktik zu ändern. -- Ern Aufruf der Demokratischen polnischen Parteien in der Judensrage. Warschau, 27. Juni. (Tel. der „Wri Morgenzeitung".) Die Vereinigung der Demokratischen polnischen Parteien erließ. einen Aufruf in der I u d e n f r a g e, der zwar an vielen Stellen die Lage tendenziös beleuchtet, jedoch Töne anschlägt, welche von dem üblichen intransigenten Standpunkt der Polen abstechen. So wird es als Pflicht der polnischen Regierung bezeichnet, „den Exzessen und der Pogromagitation kategorisch und mit aller. Strenge e n t g e g e n z u t r e t e n und eure entsprechende Aufklärungsarbeit unter' dem Militär zu leisten". Die polnischen nationalistischen Parteien „müssen aufhören, die jüdische Sache im Parteiinteresse auszunützen". Zum Schluß stellt der Aufruf fest, daß Polen die Judenfrage gleich den Fragen der anderen nationalen Minderheiten zur allgemeinen Zufriedenheit lösen werde.; Ein Pogromheld standrechtlich erschossen. Krakau» 27. Juni. (Tel. der „Wr. Morgcnztg.") Der 22jährige Jan C u d z, der während des Pogroms in ^olbuszowa den Juden Kirschenbaum erschlagen hatte, wurde in R'.z e § z o w standrechtlich erschossen. ' . — -——*— ,»; . Belagerungszustand in Frankfurt a. d. Oder/ Frankfurt a. d. Oder, 27. Juni. (Wolfs.) Hier ist es ' gestern im Anschluß an die Unruhen der vergangenen Tags' zu B l n t v c r g i e ß e n gekommen. Gegen Mittag wurde der Belagerungszustand verhätigt. Als ' Rkgicmngs-- truppen das Rathaus besetzt hatten, versammelten sich große Mcnschennlengett ans dem Marktplatz, llm den Platz zu tmimen,, , waren die Regierungstnippen nach wiederholten Schreckschüssen gezwungen, scharf zu schießen, wobei f ün f P er s ottcit getötet ttnb 2-1 v e i' tu n n d c t wurden, von denen zwei später gestorben sind. Gegeü 9 Uhr . abends' übernahmen unbewaffnete o rA'a tt i s i,cr t e A r b c i t e r d e n S ch tl tz der inneren Skadi. Die R e g t'e r u n g s t r u ttp e n wurden z n r st ck g e f bq-in. Seitdem herrscht Ruhr. 0 . 1.!»i-.V»

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