Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 156 (25.6.1919)
- Date
- 1919-06-25
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite*6^ T! r '' '%j Wien, Mittwoch' Bühne und Kunst. Burgtheater. Strindberg Abend. („Das Band". — „Borm Tode.") Zwei von jenen elf Einaktern, die bis zum Bersten geladen lind mit Strindbergschem Bekenner-Fanat smns, mit seiner V .rtmcrfltmg über die Not der G.'schlechter, die sich das Fleisch vom Leibe reißen, dieweil sie sich m höchster Lust umarmen und mit seiner Empörung, ob der Ueberlegenbeit der Frau über den Tölpel Mann, tvenn sie siir ihr Ge'ck'.ccht cmtri.lt. Es war gut, düst au diesem ersten Burgthealcrabcud, der Strindberg galt, zunächst ..Das Baud" gewählt wurde. Es gehört zu den Stücken, in denen Srrmdberg nicht nur „der Paganml ist, der so wnnderooll aus einer Saite zu wielen vermag, rtnmcr am einer Saite rn schrillen Tönen das Lied vom Kamps der Geschlechter singt" 'wie sich rnrmrl ein Publizist mtsdrücktc). Auch der Satiriker und Gesellscbastskntiker lammt .m Wort lind meist an rich.'crl.chen llr,leilen die Berderbchen der sogenannten Rethtsirnssen'chast nach. Und in diesem kurzen Drama, das so wenig Handlung hatmid m dem doch so viel geschieht, läßt der Dichter tdion jene Erkenntnis dnrckklingcn, die später der Grundakkord seines Doppeldramas ,Tote»ttmz" wurde: ,Tu'.chstrcichen Mid wertergehen". Mann und Derb müssen beisammen blechen, so entsetzlich auch der lauernde, icb: Blöße anSjpähende, jede einmal geschlagene Wunde rmurer wieder lriumphicrerrd aufccißrnde Geschlechter kantpf ist. 8«ch Strindberg, der nach Erlösung und Bersöhnnng ringende, wird in dem Trauerspiel vernehmbar. Es klingt rn einer ergreifenden Anklage der Heldin aus, daß ihr versagt blieb, den Tritt» der Bosheit in ihrer Brust niederzuzwingen. Dieser Baron, und diese Freikrau sind zehn Jahre durch eine wahre Hölle geschritten, Ehe genannt. Die Frau brach die Treue, gab sich ihrem Manne, um ihn herabzuwiirdigen, nur gegen Geschenke hin, steckte den Sohn, um den Gatten und sein ganzes Geschlecht zu deniütigcn, in Mädchenklerdrr und lehrte ihn stricken und ftich^ dm Baron noch vor dem Richter durch einen Meineid zu ver, nichteu. Der Mann gewinnt im Endkamps plötzlich die Oberhand, iveist triumphierend ihren Ehebruch nach, gibt dm Knaben zum Ortspfarrer, we.l er weiß, daß er die Freifrau haßt imd eröffnet seiner Gattin in einer furchtbaren Szene, daß sie nach ärztlichem Urteil nur noch kurze Lebmsfrist habe. Gleichwohl nähern sich die beidm, ja sie klammern sich aneinander im Jammer um die zerstörte Jugend ihres Kinde?. Sie werden die Vergangenheit durchstreichcn und weitergcheu, dem Dämon trotzen, der sie geißelte, anseinanderriß und gegeneinander hetzte, wie giftige Teufel. Jrn zweiten Stück ..Vorm Tode" wird allerdings ein Haßgesang ans das Weib cmoc stimmt, wie er selbst bei Strindberg selten ist. Tun Töchrcr veimgen einen unglücklichen aufopfernden Baker ganz bestialisch. Eines der Mädchen, dirnenhast, buhlerisch und fallt, infernalisch roh und Hartherzig, entzieht dem Baker die Nahrung und nimmt wohlwollend zur Kenntnis, daß er einen Selbstmord beabsichtige, der die, herabgekommene Fam.lte retten wird. Tatsächlich zündet der Vater (er ist in dieser Strindbergdich'.nng natürlich ein Opfer der verstorbenen Gattin, deren Eben-i bilb die drei Tochterlein sind) das Haus an, händigl der Aelkestrn vorher die Berstcherüngspolizze ein, nimmt rührenden Abschied von den sauberen Mädchen und eine tüchtige Portion Gift. Diese neun kurzrn Szenen machm erschauem. Es lauft dem Hörer eiskalt über den Rücken. Bon den Darstellern der beiden Tranerspiele schien uns vor allern Herr G i m n i g, der die kleine Rolle des skeptischm lebensklugen Pastors gab. das Stuudbergsche Format za besitzen^ Ec machte Haltung nnd Sprache ganz artsgezeichnet. Herr P a n l s e n war als Baier in dem peinlichen Spiel „Vorm Tode" erschütternd nnd, wa§ nötig ist, grotesk. Eint schöne Leistung. Für dm Baron im „Band" war er zu bieder. Von jener Klimax an, da er die Gattin tm Scheidungsprozeß unterkriegt, muß sich m seinen Schmerz beißende Ironie mengen. Der Baron muß überlegm großartig werden. Er übt Rache iu der Manier der Freifrau, mit der sie th,n zehn Jahre gequält hat. Setnc Sprache muß der Besiegten irr das Herz schneiden. Es nützt nichts. Man dachte bei PaulsenS braver Leistung an Jarno. Aiich Fräulein Mäher kann nicht als Darstellerin Strindbergschec Frauen anerkannt werden« Alles ist vorhanden, sogar das Verständnis —■ nur das Weibtier, die schone Bestie ist nicht zu erkennen. Das aber ist das Ausschlaggebende. Frau A k n a y gab die schamlose uud harte Tochter im Trauer spiel „Vorm Tode", als wäre bicfe Therese em grobes, fSrufrj1 trinkendes Alkoholikerkind. S o ist diese Gestalt nicht geweint.. Trefflich Herr Romberg als junger, unglücklicher Richter, von jener Reinheit der Seele, wie sie Strindberg nur Männern, zuerkmut. Sehr verdienstlich 'Herr H er t er ich »nd Herr Zeska. Die Spielleitung legte zu viel Wert am möglichst naturgetreue Jm'zmiemnfl. Ein Mißverständnis. Insbesondere beim Trauerspiel „Bonn Tode" nt e§ überflüssig, ja nachterlig, den Brand 10 iraturalistlsch glanbwüurdig zu machm. Es komtnt bei Strindbe: g vor allem darauf an. daß kein Wort verloren geht. Ganze Lcbensschicksale sind in kurze Auitritte komprimiert. Das Publikum muß alle Sinne konzentrieren, imt das Gesprochme aufzüfaifm lmd darf nicht dirrch Rcgieki'mste angenehm abgelenkt' werden. Das neue Burgtheaterpublikum ‘ schon gar nicht. Da wird'? rin. Weilchen währen, bis es seinen Strindberg versteht. Otto Abeles. suchen Sie am erfolgreichsten tm Wege des „Kleinen Anzeigers" der „Wiener Morgenzeitung*. Wiener Mvrgerrzettrmg Reue Wege im Konzertleben? Der Kreis um Arnold Schönberg leistet in selbstgewählter Verborgenheit emsige Arbeit zur Verbreitung mustkaltschcr Kultur in Wien. Er hat'dabei Wege eingeschlagen, die, so' eigenartig sie fürs erste erscheinen, dennoch einen Schritt vorwärts zur Gesundung des Konzerilcbrns von den Schäden des UntcrnehmerbetriebcS bedeuten. Die Klagen über die Diktatur materieller Interestm bei öffentlichen Veranstaltungen wollen n'.cht verstummen. Der Schonbergverein (er nennt sich anonym ..Verein kür musikalische Brrvataufführnngen") übertragt nun das.VolkSbi'chneiiiystcrn ans seine Konzertveranstaltungen, indem die Mitglieder drrS Recht ans eine Anzahl der in vier' Kategorien cingeteiltrn Plätze erwerben. Hierdurch wird die materielle Grundlage für eine Reihe von Vera»staltnUgen geschaffen, ohne daß man genötigt wäre, die Proarammwahl von dem Geschmack der begüterten Konzertbei'ucher abhängig zrr machen und gleichwertig entfallen alle Auslagen, die sonst zur Anlockung des Pnbl'knms bestimmt sind. Vön den Mrrw rkcnden wird verlangt, daß sie allen persönlichen Ehrgeiz im Dienste der Kunst beiseNcstetlen. Jede Beifallsbezeigung' ist in diesen Konzerten verpönt, desgleichen wird allen Mitgliedern und Gasten zur Pflicht gemacht, eine Berichterstattung über das Gehörte zn Unterlasten. Es bandelt sich hier also um völlrgc Ausschaltung des Vnlavseutums, das Werk allem in euier durch sorgfältigstes Proben erzreltm, möglichst vollkommenen Form soll dem Hörer vorgelnhrt werden, ohne daß der Anssührcnde hoffen kann, anderen Lohn zu finden als den. der m der Ausführung selbst liegt. Kein Zweifel, daß durch alle diese Kautelcn viel störende Einflüsse beseitigt werden. Es ist das um so notwendiger, als die zur Aufführung gelangenden Werke oftmals zu jenen gehören, die beim ersten Hören unmöglich in voller Klarheit erfaßt werden' können. -Hier sind Wiederholungen vorgesehen, so daß niemand genötigt ist, sein abschließendes Urteil mit der letzten Note des Werkes parat zrr haben. Eine Anzahl von Neuerungen also, die manchen Freund moderner Musik anlocken werden, der sich gleichwohl nicht der enervierenden Stimmung öffentlicher Premieren aussctzen will. In diesen applausloren Konzerten mag sich-jeder in der Stille fern llrtctl bilden. Die Maffenhypnose des Beifalls oder Widerspruches wird ihn nicht stören, noch der Anblick jenes Publikums, das sich ans allen anderen Gründen nur nicht.aus Interesse an der KÄtst, in die Konzertsäle drängt. Dr. K. M. Zur Aufführung des „Sonne-Geist". Friedrich K l o s e ist in Wien noch wenig bekannt, obwohl er hier unter Anton Bruckner seine kompositorische Laufbahn begann. Bon der Messekomposition ausgehend, wandte er sich einer moiiernen Oratoriumfvrm zu, ohne je den Uebergang zum Musikdrama zn vollziehen. 'Eine dramatische Symphonie „Jlsebi'l" steht allerdings schon, hart an der Grenze dieser Kunstga'tnngen. Die Wagnerschen Stitprinzipien leben auch in Kloses Schaffen fort, die Moderne hat mi: den Errungenschaften neuerer Harmonik und raffinierter Instrumentation Einfluß auf die Gestaltung seiner Werke genommen. Franz S chr e tt v, bejc schon einmal ein Klosesches Werk, den „Festgesan'g Neros", in Dien zur Aufführung brachte, vermittelt uns jetzt die Bekanntschaft mit dem großen, „mythischen Oratorium", das in Deutschland allerorten große Erfolge aufzuweisen hat. Der Text zum „Sonne-Geist" stammt von Alfred M o m b'e r t, einem Dichter des Stefan George-Kreifes und bildet einen Teil der größeren Reihe kosmisch-mythischer Werke dieses Autors, von. denen besonders eine Aeon-Trilogie Gegenstand literarisch-kritischer Untersuchungen wurde. Auf altindische Borstellungskreise znrückgehrnd, schildert das Gedicht die Entstehung SonneS (Sonne, maskulin gebraucht, ist hier ein Jüngling) aus der Vermählung der himmlischen Urmutter mit einein schönen Stern, seine Inthronisation als Beherrscher der himmlischen Räume, das Erwachen der Liebe zu einer Meeresuyrnphe, die ihn in feuchte Fluten hinabzieht uud sein Wicderemporsteigen zu H immelshöhen; ein vieldeutiger und ric!gedenketer Naiurmythos, den ein Epilog beschließt: die'Anbetung des SoNne-Geistes durch einen greifen Hirten tm tiefen Asien. Das Werk stellt an die Ausführenden große Anforderungen. Sechs Solisten, ein großer und ein kleiner Chor, verstärktes Orchester mit Orgel und Donnermaschine sowie ein Fernorchester sind in der Partitur vorgesehen. Die Art der Verwendung dieser Mittel dürfte trotz der Ausdehnung des fünfteiligen Werkes das Interesse des Publikums gefangen halten. ■: ' Dr. K. M. Theodor Herzt-Gedenkfeier. Die „A r ch e". Arbeitsgemeinschaft für jüdische Ktmst uud Kultur., veranstalte^ im Einvernehmen mit dem Zionistischen Landest o m i t,e e für Dcutschösterrcich am 30. d. M. im Wiener Koylödienhaus eine Gedenkfeier anläßlich des bevorstehenden Todestages Theodor Herzls. Zur Anfführnng gelangt Herzls vieraktigcs Schauspiel „D a s neue G hetro. Zur Einleitung wrrd Katl Felda den Prolog zn euer Herzl-Feier von Hugo Z n ck e r m a n n sprechen. Dte Regte des Stückes führt Oberrcgtfscnr Egon Brecher. , Auch tu England ist ..Das neu Ghetto", wie Londoner Zeitungen berichten, wieder in den Spielplan ausgenommen Horden und wird in. der kommenden Woche allabendlich im Pavil!o.n-Theakre.gesvielr. Kartei: zur Aunühruttg. über deren s)ieiuertrag das LandcS-! komilee bestimmt, sind zmn Preise von ll 4-.— bis K 16.— bei ’ R. Somit, Wen, 1., Notenturmstraße 22, »nd an beit Kaffen des KomödienhanscS zu haben.^ Aus den Theatern. I« D e u t i ch e n B o l k S t h e a t e r gelangt morgen ' Donnerstag zum' letztenmal in dieser Spielzeit Shakespeares »Othello" -ur Auffüh'.uug. — SatnStag den 28. d. M. gelangt im Rahmm einer von der „Concordia" veranstalteten Vorstellung Ludwig A u g em g r u b e r S hinterlaifeneS Wtencr Lebensbild t n G e s ch w o r e u e r" zur Urausführnug. Das Volksstück war. nachdem es seinerzeit die Zensur nicht zugelasfen hatte, vo» Dichter vernichtet worden. Anton Bettclhe m hat jedoch ente Abschrift im Archiv des Theaters, an der Wien entdeckt und Karl Anzcngruber, ein Sohn deS Dichter-, hat das Werk einaerichtel . und bearbkstct. Die Hauvtrullen sind in den Händen der Damen Ännc Anjeugruber, der Enkelin ocs Verfassers, Keller, Markus, 25. Juni 1919 Nr. 156 Pohl, Puchcr und Werner nnd der Herren Altringen, Amon, Askouas, Burian, Kirschuer, Leicht. Milkmann, Nowoiny. Ranzen- Hofer, Nehberger, Tenbler und Wetß. Sviellestcr: Dr. Hein; Schttlbaur. Der Kartenverkauf für diess'Borstcllung beginnt heute Technischer Schwierigkeiten wegen findet die für den 22. d. M. angcsctzte Sondervorstellung aus dem Indischen des jüdtsch-nkademischen Knlturverbändcs ..Fabne" nn W.rener K o M V d I e n haus: „Das Gelöbnis" von Hiuchbcm und „Die Schwestern" von Perez, Sonntag den 2k>. d. M.,^ 3 Uhr nachmitrags. statt. Die gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit renltche Karren sind noch im Vo'.vctkatll zu habet!. ZnG nnst c n de r Hin l cv b 1 t e be nc n n ach d e tt P oiig r o m o v f e r ti veranstal.et d c jüdisch-akademische Verbindung ,.F o r d a n i a" am Sarnsiag den 28. d. M. iw?D cur s ck, e n V o l.k s l h e a k e r eine Anlsührung von N a r h a n s o n s S chauwiel „H i n t e r Ak a tt e r n". Jv den Hauptrollen!v rken nnt: Er>ra W a g n e r. D a n egger.' H o m m a, K l i t > ck nnd O n n o. K trtcn sind^zn haben,an der Kasse des Dett.scheu rl'olksrheatcrs, nn East: „Industrie" IX., Porzeltangaste, und tm Verbandshenn, IX., Alstrstraße 28. Im W teuer K o titöbtc n h a it? eröffnet Dienstag den I. Jnli, '/.,8 Uhv abends, Harry W a l d eit sein Gastspiel n: ..K 8 n i g d e s L e b e n s",' Komodte tu fünf Bildern voü Dr. Frctz V ö b n c r tcnd, Bruuno W a r d e n. Ti: von Harry Walde» selbst mtrett^erte .Vorstellung ist in-den Hauptrollen wie tolgend besetzt: Oskar Wilde — Herr Waiden. Lord Thomas Douglas K. F. Lallen, Loch Harry DouglaS — Philipp Zeska, Lord Burlingham — Arpad Kramer. Llltan — /Antonia Dietrich. Der KaricnvorverkanWnr das Wakdeu-Gastsp'.el hat, bereus berounett. — Samstag dcn 28. Juni, 3 Uhr nachmittags, gelangt „Der Meinc'dbcuer" bei ermäßigten Preisen nnt Karl Knejdmger rn der Titelrolle rrnd von d'wsclden inszeniert, zur Anüührrrng. D Die Direktion des D ent s ch e n V o l t S t h e a t c r shat für die koinmende Spielzeit „B r i d g e", Komödie, in drei Auszügen von Pierre B e rio n. aus dem Bühnenvertriebe des D e n 1 s ch o st e r r e i ch i s ch e n B e r l a g e s erworben. - 15. Todestag Herzls. Als Vorfeier zum 15. Todestag Herzls veranstaltet das Z r o n i st r s ch e L a n d e s k o mitte fiir Deukschöstcrrrich am 3tr. d. iW. um 7 ilhr abcuds ity W i e n r r K o in ö d r e n h n rr s ernc Ausführung von Herzls „D a s ne ne G h e l t o". Mn der ltchmschcn Dnrchlührnng wurde die „Arche" betraut. D:et: Vorstellung soll der Auftakt imposanter Ktrndgrbungen zur Ehrung unseres loten Führers werden. v Die Ssnderüundausstellrrng im Haufe der jungen Künstlerschaft» I., Dorolheergaffe 11. welche die Rethe der bereits vrogrammäßrg festgesetzten Veranstaltungen rrössnete, wird heute Mittwoch, nachnnttags 5 Uhr. geschlossen, um die rechtzeitrge Eröffnung bev nächsten Ausstellung ,.D a S neue A u g e", die Aquarell-, Zeichnungnnd Graphttsollcl'trvnen enthalten wird, zu ermöglichen. Der Buchkünstler E. M. Lilien. Drei LuxusauStzabm rn Schivarz-tvetß-Ausstattung nac!) Entwürfen des berühmten jüdischen Künstlers seien der allgemeinen Beachtung als Geschenkwerke wie als Schmuck jeder Büchersanimlang anempsohleu: „D i e B ü ch e r d e r B t b c l\ 1. Uebcrliescr trug und Gesetz (ll 14-40). 2. Die Liedcrdichtnng kll 30.—:. 3. Di' Lehrdichtung (K 30.—). „I u d ä" von B. v. Münchhausen sll 21.80! und „L icbct bc§ Ghett 0" von Morris Rosenf.ld 'll 2-tz.—). Zu beziehen durch R. L ö w i t, Buchhandlung. W> », I., Dioteuturmstraße 22. _ Gerichtssaal. Diebstahl und Streik. Der Monteur Kalman B ö r ö n d h und der E iu.gießet Karl V i k t 0 r i n erhielten als Mar incangehärige End« Oktober 1918 vom Marmcdetachemeut rn Budapest den Arrftrag, drei Waggons mit Mclll. Erbsen nnd Mats im Werte von K 500.000, die für die M arrnesckti 0 n in W i e n ln> stimmt waren, nach Wien zu begleiten. In Wten verkauften aber die betden den größeren Terl der Waren an , dre Srmmermger Elektrizitätswerke um K 350.00t) nnd ließen die Waggons auch dorthin überführen. Als die Direktion der Elektrizrtä.swcrke du Herkunft der Ware erfuhr, wollte sie den Kauf rückgängrg machen, allein es war schon zu'spät, b e « n b i e W e r k a-r b eit c t Drohten mit einem Streik, wenn drcWar « w eggeschafft w ü r d c.^ Tatsächlich k a m e S 3 v einem halbtägigen Streik. Vor dem Schwurgerichte unter Vorsitz des HosrateS A (t nt a tt n verantworteten sich Böröndy und V 1 k t 0 r i r dahin, daß, als sie nach Wien kamen, es allgemein lneß, eS bestehe weder eine österreichyrhe Armee, noch eine Marinesektion.. Um da s k 0 st b a r e G u r z u retten, verkauften sie eS den Elektrizitätswerken \i\ Simmering. Die Absicht, sich das Gelt' anzuergnen, bestreiten sie. Ans Grund des Wahrspruches der Gcschwornen wurde Kalman B ö r ö 11 d y zu ernc n> I a h r « und Karl B r k 1 0 r r n zn zeh »Monaten schwerer Kerkers verurteilt. Die tödliche Entwaffnung. Vor dem Divisionsgcr cht fand gestern eine Verhandlung statt, deren Gegenstand eine a u f s e h e n e r>r e g e n d e S z e n' war, die sich am 4. November 1918 nn hiesigen N 0 r d b a h n> h.o f abspielte und bei der der Leutnant des Infanterieregiments. Nr. 58, Ladislaus K 0 m nt 0 r a, erschossen wurde Der Berrifsoffizier, Oberleutnant Otto Spitz, der den Schrrf abgab, ' erscheint wegen Vergehens g c « c 11 d i S i ch e r h e i t d e s L e b e n s angeklagt. Dem Beichnldigtet war besohlen, worden, am genannten Tage im Nord bahnhof sämtlichen Offizieren nnd Vkannschaftsverioncn, di! mit der Bahn Deutschösterreich verließen. Waffen uni sonstiges ürarrschcs Eigentum abztmehmen. Der Leutnant ^vev weigerte'dem Oberleutnant zunächst die Herausgabe seines Felvstcchers, gab ihn jedoch heraus, als eine Patrouille rrirln'n.. Alt er sich weigerte, den Säbel abzugeben, ließ ihn der Ober lcntnän in dre Kanzlei des Bahnhoskommandos führen. H.er erteilte bet Beschuldigte der Patrouille den Befehl, dem Leutnant beit Säbe abzunehmen. Der Leutnant 50g nnt der liuketn Hand — di rechte .hielt ein. Zugsführer fest. — d e n S ä b e l niti der '. Scheide und schwang ihn drohend n a ch r ü ck rv 8 r t §, wo Oberleutnant Svitz stand. Da gab de Oberleutnant ans seinem Renolmeeinen Schuß gegen den Leutnant Ä 0 m in 0 r c ab, d e r, tödlich ins Herz getroffen, ,z n samntenfank. Den Vorsitz in der Verhandlung führ Oberstleiitnant-Auditor Wilhelm, als Miluäranrvalt intervenier Mäjvraudrtor Wolf, als Verteidiger des auf freiem Fuße be sindlichen Angeklagten Dr. Schvnbrnnn. Der Angeklagte Oberleutnant Spitz wn.de rraci, durch geführten BcweiSverfahren f r e i g e s p r 0 cl, e n, da cr nr b e r e ch t i g t e r Notwehr ge h a n d c l l. die er zrva Ulberschritten habe, was aber irr den mdirndncllcn Ilniständc» nill . personell--n Vc-irEu tiett des AngeNagtm begt.indel erschenn.