Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 156 (25.6.1919)
- Date
- 1919-06-25
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979233--01389-2986786- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Budapest 1× ep/1002374
- Żnin 1× ep/1048185
OCR text
Seite 4 Wien, Mittwoch .. .. A Telegramme. protestversammlung gegen die Pogrome in Paris. Dem Pressedienst der Delegation des Indischen Nationalelates fite Ostgalizien wird ans Paris telegraphiert: Die Pariser ..L i g a f ü r M e n s/i e n r c ch t c“ veriiiftaltet am 26. d. M. eine große P r o t e st v e r s a m m l u n g legen die Judenpogrome in Polen, auf der b c k a n nte ' r a n z ö s t» rfj e Politiker und Schrislsielter sprechen werden. , NosKe sichert die Rsgrerungstruppen. Berlin» 2-1. Juni. (Korr.-Bnr.) Wie die Abendblattes uelden, batten heute Reichswchrmmister N v s k e. Kriegs^ nimstcr R eint) a v d itiib der Kommandeur des Reichswehr' rruppenkommandos l Berlin, General L ü t t w i tz, ctnc Betör c ch u n g, welche die H a l t u n g d e r F r c r villigeu - B e v b a it b c zur bedingungslosen Annahmf >es Friedensverkrages znin Gegenstände hatte. Ein T e i l 1 c r O t f l z i e r e und der Bi a n n schalte n der Freivilligen-Berbändc itcht bekanntlich auf dem Standpunkte, daß )ie Annahme der Deutschland entehrendeil Paragraphen für sie r n a n n e h m b a r sei, so daß Absplitterungen von den Lrnppenkorvcrn befürchtet werden müßten. Die Aussprache zwischen dem Reichswehr-minister und Äeneral von LiitNvitz hat zu einem befriedigenden Erlebnis geführt, Let-terer hat sich bereit erklärt, ans seinem Posten ,u verbleiben und die truppen auch weiterhin der Negierung zur Verfügung zu stellen. iHurnaniLe" gegen den gewalttätigen Frieden. Paris, 24. Juni. (Korr.-Bnr.) Im Leitartikel der ,H mm a n i t ä" begrüßt R e n o n l 1 im Interesse aller Völker wn Frieden, erklärt cs aber als Pflicht a l l c r S o z i a l i st e n mdgesimnmgsvollen Republikaner sowie aller um die Ehre und >ic Zukrmst ihres Landes besorgten Franzosen, ge.gen .die Gewalttätigkeit und U n g e r e ch t i g k e i t dös sncd.ensvertrages zu p r o t e st i e r e n. Die sozialistisch e Bartei lehne d i e B e r a n t w o r t it u g für tfnt vor 'er Geschichte ab, uach dem Beispiele Bebels und Liebknechts im (fahre 1871. Die Frage der Alandsinfeln. Stockholm» 23. Juni. (Tel. der „Wr. Morgcnztg.") Die ^ch w e d i s ch e Regier u n g hat zwecks Regelung der Mirage der Alaud-sinseln eine R o t e an .die finnische Reglernug ibermittelt, in der sie derselben den Borschlag macht, diese Anlelegenhert durch eine B o l k s a b st i in m u u g zu lösen. Älcichzeitig hat die schwedische Regierung ihren Entschluß mitzetcilt, diese Frage der Entscheidung der Friedensunseren z vorznlegcn. falls die finnische Regierung urit »bigem Vorschläge nicht einverstanden sein sollte. Für die Unabhängigkeit der Ukraine. Wien, 24. Juni. (Korr.-Bur.) Der Ukrainische Pressedienst meldet: Die ukrainische D e l e- Kation hat sich an den Präsidenten der Friedenskonferenz Clemenceau mit einem Schreiben genendet. in welchem die unmittelbare 2ln er K ennun g ser Ukraine als unabhängigen «Staat, die Annkennung des Direktoriums als höchste Gewalt in ser Ukraine uitb eine materielle Unterstützung der Ukraine im Kampfe gegen die Bolschewiken verlangt wird. „Echo de Paris" meldet, daß der Rat der Fünf den Polen die zrößte Handelsfreiheit in der Ukraine zeivähren werde, und weift gleichzeitig darauf hin, saß das Recht der Ukraine auf Unabhängigkeit aus den Wilsonschen Grundsätzen hervorgehe. Das Organ der bayrischen Mehrheitssozialisten gegen die Verwahrung. München» 24. Juni., (Korr.-Bur.) Die Münchner ,P o st" äußert ihre Unzufriedenheit über die R echtste 7 w ah r n u g c n seitens der deutschen Regierung anläßlich des Beschlußes zur Unterzeichnung des Friedensvertrages. Das Organ >er sozialistischen M c h r h e i t s p a r t e i schreibt: Keine L e r w a h r n n g gegen die dem deutschen Volke, für die F r r u n g e n d e r k ä i s c r l i ch e n G e w a l t p o l i t i k mferlegte maßlose Sühne wäre feierlicher und chöner gewesen, als die Unterzeichnung mit z u-' am mengeb rsfenenZähnen. Nicht Berwahnmgen werden uns Helsen, sondern E i n i g k e i t und A r b e i t. In München wird weiter verurteilt. München, 24. Juni. (Korr.-Bur.) Der ehemalige Volks- 'chullchrer N i e k i s ch, der Präsident des Zentralrates der Arbeiter- und Soldatenräte in der ersten Räterepublik, ist vom Standgericht wegen Hochverrat zu z w e i I a h r r n Festung verurteilt worden. Unruhen in Berlin. Berlin, 24. Juni. (Tel. der „Wr. Morgcnztg.) In verschiedenen Teilen der Stadt gab es Uttv u h c n. Die Polizei konnte nicht verhindern, daß mehrere Läden geplündert wurden. Regier un gstruppen wurden vielfach mit 2 t e i n w ü r s e n empfangen. Die das Polizeipräsidium zernierenden Truppen, tvclche dieses durch S 1 a ch e l d rathzäune gesperrt hatten, wurden von Dächern beschossen und ließen M a s ch i n e n g e w e h r e in Aktion treten. Auch Handgranaten wurden beiderseits geworfen. Der Streik der Postaushelfer hat sich auf die Telephonämter ausgedehnt, die militärisch besetzt sind. Die tschechische Ministerkrise. « Prag» 23. Juni. (Tel. der „Wr. Morgcnztg.") Heute um fünf Uhr nachmittags ist der Wiener Bevollmächtigte T u s a r vom Präsidenten der Republik empfangen worden. Es handelte sich um die L ö s u n g der Regierungskrise. auf welche insbesondere die sozialdemokratische Partei drängt. Große Schwierigkeiten bereitet die Besetzung des Finanzministeriums. Die nationaldemokratische Partei b e h a r r t nach »me vor darauf, daß R a s ch t n Finanzminister bleibt, da sie sonst chre Beteiligung an der Kabinettsbildung a b l e h n e n will. Die Grenze bei Klagenfurt feftgelegt. Saint-Germain, 2t. Juni. (Korr.-Bur.) Der Oberste R a t der vlfl,tonen hat gestern neuerlich über das Schicksal jener liegend de-? D r a n : a I c s. die K i a g e n i u r t u tu-- gibt, beraten. Er tut! die (6 r r n e Nv jiineilanaiiche:! tnib des dktttschiisler'.c'ck-'ile.! > "ntann.ms .in tl*:stn:i: B.'..e:ch > e i: gelegt. Wiener Morgenzeit »ug ^, D Elemeneeaus Triumph. ' L y o n» 24. Juni. (Funkspr. des Korr.-Bur.) Ministerpräsident Clemenceau erfuhr um 5 Ahr die Annahme des Friedensvertrages durch die Deutschen. Clemenceau drückte den Ministern und seinen anwesenden Mitarbeitern die Hand mit den Worten: Ah! Meine Herren, 49 Jahre warte ich auf diese Minute! Cr begab sich sodann in das Hotel des Invalides, um Ohrenzerrge des ersten der zu Ehren der Änterzeichnung des Friedensvertrages abgefeuerten K a n o n e n s ch ü s f e zu sein. Die Friedensbedingungen für Bulgarien. - n Genf, 24. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) „Journal de G 6 n o v e" erfährt von antoritativer Seite, Hatz den bulgarischen Bevollmächtigten die Friedensbedingungen demnächst übergeben werden. Bulgarien soll sich verpflichten, im Verlaufe von einigen Jahren» fünf Milliarden zu bezahlen und außerdem einen Teil seiner Landeserzeugnisse abgeben. Ferner soll es an Serbien und Rumänien alle Gebiete abtreten, die es diesen Staaten w e g g e n o m m e n hat. Die tschechische Regierung gegen deutsche Aerzte. s Prag, 24i Juni. (Tel. der „Wr. Morgenztg.*) In de^' heutigen Sitzung der Nationalversammlung lag ein Regierung^ ^entmurt über die berechtigte Ausübung der ärztlich e n _is im Gebiete der tschecho-slowakischen Republik vor, dessen Hauptzweck die Änsschaltnng reichsdentscher und Wiener Aerzte aus den böhuiischen Bädern-tst. Bevorstehende Erhöhung der Ersenpreise in Tschechien. 8 Prag, 24. Juni. (Tel. der „Wr. Morgcnztg.") Nach einer Information der „Narodni Listy" seitens des Präsidenten LconBondy steht eine 20prozentige Erhöhung der Eisenpreise bevor, welche mir der Bcrtcuenmg der Eisenbahutarise und der Kohle begrirndet wird. Das Budget der Tfchecho-Slowakei. Prag» 24. Juni. (Tschecho-slow. Preßbür.) In der heutigen Sitzung der tlf a .tl o n a l v e r s a m »n l u n g wurde bcr. Bericht des B u d g c t a u S sH u s s e s über das Staatsbudget für 1919 in Berhandlüng gezogen.. Das Budget weist eine. Gesamterhöhung von . K 759,511,000.— auf. Auf. diese Weise ergibt sich ein G e s .a m t d c f i z i t von K 4,588,676.000.—<- Fünfhundert Millionen Dollar sofort für Lyon, 24. Juni.' (Funkspr. des Korr.--Bur.) Die alliierten und assoziierten Mächte hallen-dem Wunsche:'B e l gl e n s, von der von Deutschland ' zu zahlenden Schad t u ersahs u nt in c sofort einen Teil zu erhalten, nachgegeben, indem sie beschlossen, zunächst 500 Millionen Dollar sofort Belgien von der ersten deutschen Rate zu iiberweisen. Dieser Entschluß ist als eine direkte Folge der Reise Wilsons nach Belgien anzusehen.-j;..: Der neue Kurs in Italien. i Lugano, 24. Juni. (Tel. der „Wr, Morgcnztg.") Die Betrauung Ni t t i s tritt der . Kabinettsbildung hat in den nationalistischen Kreisen Italiens außer-, ordentliche E r r. e g u n g hervorgerufen. Man sieht in Nckti nur einen B e r t r a n e n s m a n n G i o l i t t i s, gegen den die Interventionisten das größte Mißtrauen haben. Wiederholt kam cs zu tumultuöscn D e m.o n st r a t io n e n. In. Mailand mußte Militär die Ordnung wieder Herstellen. Auch in P a r i s wird der neue 5kurs Italiens izt i ß t r a u i s ch betrachtet, zumal man annimnrt, daß bei der äußerst ungünstigen finanziellen Lage Italiens Deutschland sehr bald die Möglichkeit haben wird, sich wirtschaftlich in.Italien festzusetzen. Italien ist schon durch seine Rivalität zum serbischen Reich auf eine A n l e h n u n g. -an Deutschland angewiesen. Das Unbehagen zeigt sich, schon darin, daß Italien bereit ist, auf wichtige Urteile zu verzichten, wenn K r o a t i e n ein unabhängiges Gebiet wird. Auch Fiume soll nicht unter die Machtsphäre des heutigen Südslawiens, sondern unter k r o a t i s ch e ^Herrschaft kommen. Eine kommunistische Partei in Zürich. Die Schweizerische Depeschcnagentur meldet aus Zürich: Hier fand die Gründung einer k o m m n n i st i s ch e n Partei der Stadt statt. Es wurde beschlossen, daß jeder Genosse, der sich der kommunistischen Partei anschließt, sofort aus der sozialdemokratischen Partei anszutreten hat. Als Ziel der konnmmistischcn Partei wurde die Zertrümmerung des jetzigen Staates und die Errichtnng einer helvetischen Räterepublik bezeichnet. Budapester Arbeiter gegen Kun. Budapest, 24. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung". Irr der.organisierten Arbeiterschaft Budapests gibt sich seit einigen Tagen eine starke Strömung gegen die Räteregierung kund. In den Kreisen der Sozialdemokraten wird der Rücktritt B e l a K u n s und seiner Satrapen gefordert, weil sie nicht imstande sind, die sich täglich unerträglicher gestaltende L e b e n s m i t t e l n o t zu lindern. In mehreren Budapester Betrieben, auch in der Munitionsfabrik auf der Insel, Czepel (früher Manfred Weiß), wird gestreikt. Die Eisenbahner drohen ebenfalls zu streiken. Die amerikanische Avbeiterföderation für Erreichter,rng der Einwanderung. SayviLe» Ä. Juni. (Funkspr. des Korr.-Bur.) Nach einer lebhaften stnudenlaugen .Debatte hatdie a m e r i -k a ck i s ch e Arbeiter f ö d e r a t t o n eine-Rcsvlnlivn augenommen, l.'.nt b i r Einwanderung während der W jedertt i {<;!>. ve v : » l> c erleichtert werden soll. , 25. Juni 1913-K . Nr. 156' ' X-:*' 'mi'''1- ■' ^gesbericht. Eine Genoffenschaft für Raubmorde. Gestern wurden in Wien drei junge Leute verhaftet, zwei Raubmörder und ihr Genoss e, der sich gleich-! falls eines Doppe l r a u b in vrdes „rühmt". Sie haben! einen Raubmord' begangen und einen Doppelräubt mord geplant. Es -sind' .junge Leute aus Intelligenz.- I berufen, die sich erst mit dem Schleichhandel befafUcu und 'dann ihre, moralischen Bedenken soweit zu unter- * drücken vermochten, daß sie einen Mann kaltblütig und planmäßig ermordeten und zwei andere. Leute zu ermorden beabsichtigten. Bor einigen Wochen'wurde das spurlose Verschwinden - des Werkmannes Josef Smida des Heizhauses Knittels feld in Steiermark gemeldet. Anfangs April! l. I. warSmidä nun vom Bezirkswirtschaftsamtmit 128.000 Kronen barem Gclde ans die Reise geschickt worden, da er Aussicht hatte,. Lebensmittel zu erhalten: Der Mann kam nicht zurück.und'- alles. Nachsorschen war ersolgtosl ' Dieser Tage nur: wurde das Sicherhertsbureau tu Wien auf s.iaei junge Burschen aufmerksam, die hier ans dem größten Fuße lebten, die An Gasthäusern Riescnzechert machten-, mit Varieteesängerinnen verkehrten und die Kavaliere spielten. Die jungen Leute wurden in der Nacht zum 23. Ak. im Hotel Stadt O e d e n b u r g, Diedner Hänptstraße 8 angehalten. Sie waren dort seit längerer Zeit ^Gäste. In ihrer Gesellschaft befand sich ein dritter junger -Mann. Die.Ange^ halienen sind: der BerstchenutgsbeäiNte Paul Nich ter, der zu Klagenfurt geborene, nach Graz zuständige absolvierte Handelsaladcmikcr Wilhelm Nepitsch und der berufslose zu Wien geborene Franz Jwa'no.wits, der nach .Graz.: zuständig ist. Als man-Ihnen:-dcir Mord auf den Kopf - zn<' sagte, leugneten sie hartnäckig,, mit der Tat in Verbindung zu stehen. Schließlich wurde.-ihnendas Geständnis entlockt/ Richter und R e p i-t-s ch. befaßten sich dem Geständnis, zufolge mit dem Schk-ei'ch Handel aus Uegarn/Dürcht die Verhältnisse in Ü-ngarn nnd'-d'ie' verschärfte Greßzbew.achung sing das' Geschäft an/ weniger' abznwerfen, es wurde immer gesahrvvller nno die beiden gerieten in Geldverlegenheiten.. ' Einen Ausweg fanden.sie nicht und da soll Richter auf den. Gedanken verfallen sein, ciüen Raubmord zu begehen. .Sie ... waren beide öfters in Fürstenseld gewesen und batten den Wernncister Smida kennen gelernt; das war für sie das Opfer! Ihn wollten sie veranlassen, eine große Summe: Geldes zu sich zu stecken und ihn dann ermorden, und berauben. Richter selbst konnte sich zur Tat nicht entschließen/ er habe, so sagte er, „noch nicht Blut fließen gesehen", . während. Repitsch im .Felde gewesen war. Er machte sich an Smida heran und bot ihm Lebensntittel zu einem Preis von 50.000 Kronen an, die in der Nähe von Fütstemeld erliegen sollten. Er bestellte ihn in die Gegend des Schlachthauses von Fürstenfeld und tötete ihn meuchlings durch ctucit Schuß in den Kopf. Repitsch "und Richter nahinen' nun .d.aH Geld, das Smida verwahrt hatte. Mit der Hundeleine, die. Richter mitgebracht, banden die Mordgesellen den Leichnafil. Smidas an ebnen Stein und rollten ihn in einen Bcich. Pie. Beute von 5.0.000 §kronen haben Beide redlich in gleiche. . Hälften geteilt. , -. - , :;v!- v In Wien lebten die beiden an sdem größten Fuße.!Äsh.. ihnen' das 'Geld auszugehen drohte, verfielen sie auf. cut$t ebenso grausamen' Man, gämlich zwei .Leute zu/ - ermorden und sich in-den Besitz einer Riescnsumme zu setzen: •. Durch Zufall hatten sie den im Hotel Höhler -wphncn.hLi;'^!.</. .rektvr einer Rekhünieunterrrehmün^ :St a it'er/'MsiE'.',, ..Diesem schlugen sie--em - großes ^-LebenslstNeWHM^'vM'." Herv Kaiier wollte/dtzs-Wschäst-nicht alleinahWießeir unh / versicherte sich der Mitwirkung - des Direktors//der Hrgß< /. schlächterei in Graz,- Herrn..W/orell. Für das Geschäft ' waren nach Angabe der bctbcit Verbrecher etwa 700.000 Kronen erforderlich. Diese Summe--sollten die Käufer, mitnehmen, und ihrer wolltensich die blutgierigen Gesellen' durch einen Doppelraubmörd bemächtigen. Bei biefenr Morde wollten sich die beiden Bursche der Mitwirkung eines gewissen Fritz Kipfel bedienen, eines postenlvsen Privat-, beamten aus Graz. Richter und Neptisch waren aber nicht gewillt, die zu erhoffende Riesenberrte mit Kipfel zu teilcn.- Sie planten vielmehr, den Kipfel, wenn er ihnen bei hem» Doppelraubmord behilfiich gewesen war, selbst' wegznräumen, um sich allein die Summe zu sicher«. Herr. Worell und Herr Kauer kamen wohl zur Zusamntcukünft, aber ohne Geld! So mußte noch im letzten Augenblicke der, Plan der Ermordung und Beraubung aufgegcben werden. Der dritte in ihrer Kompagnie, der postenlose Franz J w a n vwits hat auch seine .Geschichte. Revitsch behauptet, daZ -. Jwanowits sich, selbst eines romantischen Doppelranbmordes - in, Agra m gerühmt habe. Er will im Agramer Bahn- . Hofe bemerkt haben, wie in einem Kupee ein Stabsofsizier mit einem zweiten Offizier eine Niesen summe gezählt ' habe. Kürz entschlossen sei er auf das Trittbrett gesprungew und habe von der Plattform airs den Stabsoffizier und seinen Begleiter niedergcknallt. Dann habe er sich das Geld angeieignet. Was an der Geschichte wahr ist, ist bisher nicht bekannt. Die Erhebungen werden sowohl bezüglich dieses Falles, als auch wegen weiterer Straftaten der Raubmörderkompagnie fortgesetzt. ./ __ , Das achtzehnte Todesopfer des 15. Juni. Im Allgemeinen Krankenhaus ist vorgestern der Müllergehilfe G. G e l l e s den schweren Verletzungen erlegen, die er bei den Kämpfen in der Hörlgasie am 15. Juni erlitten hot. Damit ist die Zahl der Todesopfer dieses Putschversuches aus 18 - gestiegen. . Einschränkung von Reisen in die Tschechoslowakei. Das Amt dcsBevvllmächtigtendcrtschecho- .slowakischen Republik verlautbart: Die derzeitige Beschränkung von Reisen in das Gebiet - der tschecho-slowakischen Republik muß noch bis auf weiteres ihre . Gültigkeit behalten. Die Paßsilialeu können nur in den all erd r i n g e n d st e n Fällen (Reisen im ösientlichen Interesse . oder anläßlich von Sterbefällen) Rciselegitimalionen oder Visa- . und zwar vom 23. d. M. an gegen eine G e b it h r v o n . K 25.— bewilligen, da der dentschosterreichische Vertreter in Prag für Visa und Reiselegitimativnen 15 tschecho-slowaktsehr Kronen fordert. __ Der Getreide- und Mehleinlauf. Vom deutschösterreichischen Staatsamt für Volksernährung wird verlautbart: An Getreide und Mehl sind mit Ententesendungen in ' Deutschösterreich eingelangt: Am 23. JlMl. 721 Tonnen Getreide 5- .649 Tonnen Mehl,. . ferner . . . ... ... 1063 , „, . zusammen 1712 Tonuen Mehl Einlauf seit 1. Juni (in 23 Tagen) znfamiiien 3s.645 Tonnen Mehl. Derreitiger Tnges(tedarf Nie Tonnen Mehl.