Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1919-06-24 · Heft 155 (24.6.1919) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 155 (24.6.1919)
Date
1919-06-24
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2979076-2979077-2979232--01381-2986777
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nr. 155 Wien, Dienstag Wiener Morgenzeitung Polnische Mißerfolge in Ostgalizien. Mährisch-Ostrau, 23. Juni. (Tschecho-slow.Preßbur.) Die polnischen Blütter melden Miß erfolge der polnischen Truppen in Ost galtz i e n. Es heißt, daß die 11 k r a t n c r Aloczow .wieder besetzt haben, und daß die Armee Pawlenkow infolge ihrer numerischen Uebermacht namentlich im Zentrum und auf dem südlichen Flügel rasch vorrücke. Die Front sei nicht zusammenhängend. Die Kämpfe hätten den Charakter eines Kleinkrieges. Im Süden hätten sich die ukrainischen Abteilungen N izn o w s bemächtigt, die Zlota Lipa überschritten und S t a n i s l a u besetzt. Am weitesten seien die Ukrainer in der Richtung von Brzezany v o r g e r ü ck t, wo sie die Gnila Lipa überschritten und bis m die nächste Umgebung von Kamen westlich von Rohatyn gelangt seien. , Der amerikanische Botschafter in Wilna. 7 Warschau, 28. Juni. (Tel. der „2ßr. Morgeuztg.") Der! amerikamsche Botschafter in Warschau, G i & f o it, bereiste im Aufträge ferner Negierung die durch die Polen besetzten Gebiete .Litauens und Weißrußlands. Gelegentlich feines Aufenthaltes in .W i tu a stattete der Botschafter auch der dortigen jüdischen Gemeinde einen Besuch ab. Er wurde im Genreindebanse durch den Vorsitzenden der Gemeinderepriiseutan?,. Dr. S ch a b a d, empfangen, der ihn in einer längeren Unterredung über die Lage der jüdischen Bevölkerung in Wilna und in Litauen überhaupt mformierte. ' Am selben Tage ernpfing der Botschafter eine Abordnung der Zionistüchen Organisation Litauens, die auf diesem Wege der amerikanischen .Regierung und deren Präsidenten für d'asbekündete Interesse sowie für die Unterstützung der zionistischen Bestrebungen ' den Dank übermittelten. ' ltc&cr Einladung des Botschafters Gibson erschienen bei ihm auch die Schriftsteller Sch. N i g e r und L. I a f f e, bt,c bekanntlich durch die Poleu verhaftet .und nach Lida deportiert worden waren. Der Botschafter erzählte ihnen, daß von verschiedenen Seiten beim amerikanischen Konsulat in Warschau Anfragen über ihr Schicksal einlanfen. Während seines Aufenthaltes in Lida besuchte der Bot- , schafter den dortigen Rabbiner Reines. Die Warfchaner jüdische Presse vor Gericht. Warschau, 23. Juni. (Tel. der „Wr. Morgen,ftg.") Gegen die Redakteure der Warschauer jüdischen Zeitungen "Das jüdffche Volk", „Moment", „Hajnt", „Lebensfragen" und „Dziennik Aowh" wurde wegen der in diesen Zeitungeil über die PinSker Geschehnisse erschienenen Artikel ei» P r o'z eß angestrengt. KoltschaL für Gleichberechtigung aller Völker und Religionen in Rußland. Pari«, 23. Juni. (Korr.-Bnr.) Admiral Koltschat hat an die russische politische Konferenz in Paris eine Mitteilung gerichtet, worin er mit Rücksicht ans die Gerüchte über die B e u n r u h i g u n g der r u s s r s ch e n i s r. a e 1 i t i s ch e n B e v 8 l k e r u n g wegen ihres künftigen '' Schicksals feststellt, die Regierung verfolge das Ziel, allen Völkern Rußlands ohne Unterschied der Religion oder d e r N a t r o n a l i t ä t vollständige Gleichheit vor d e m G e s c (j t zu verbürgen, die allen Bürgern individuellen Schutz. zu gewährleisten habe. Revolrttionäre Kundgebungen französischer Matrosen. Amsterdam» 23. Jmn. (Korr.-Bnr.) Nach hier vorliegenden englischen Blättermeldungen kam es brr der Rückkehr d e s^f r a n z ö s i s ch e n Schlachtschiffes „In st io e" aus Sebastvp ol. wo die Besatzung des Schiffes gemeutert und verlangt hatte, nach Frankreich zurückgebracht zu werdenzu K u n d g e b u u g e n f r a n z v s i s ch er M a t r os e n, die mit r a t e n F ä h n e n die Straßen durchzogen. Am Abend rissen etwa zweihundert Demonstranten die Gitter der Baracken nieder, nach denen einige der Matrosen der „Jnstice*, die vor ein Kriegsgericht gestellt werden sollten, eskortiert worden waren. Die Demonstranten versuchten, die Matrosen zu befreien. Es mußte j I n f a n t e r i v e r ft ä r k n n g zur Wirderheilst e l l u n g der Ruhe aufgeboten werden. Weiße Garden in Berlin verbrennen Fahnen. Berlin, 23. Juni. (Korr.-Bnr.) Die „B. Z. am Mittag" meldet: Heute nm 10 Uhr vonnitttag? begaben sich etwa 200 bis 300 Soldaten der B e r l i n e r F r e i k o r p s u n d S Luden t e u nach dem Zeughause Unter den Linden und holten die französischen Fahnen heraus, die in den Kämpfen erobert worden waren und nach dem Friedensvertrage an Frankreich wieder ansgelirsert werden sollten. Vor dem Denkmal Friedrichs des Großen wurden die Fahncn mit Benzin begossen und v e r b r a n n t. In München wird weiter verurteilt. z München, 23. Juni. (Tel. der. „Wr. Morgenztg.*) Der Schriftsteller Dr. B e t ü k e, der Herausgeber der revolutionären Zeitung „D er freie Mensch", wurde wegen Verbrechens der Begünstigung des Hochverrats zu d r e i I a h r e n Zuch t3 Haus und fiiuf Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Nahrungsmittelkontrolle bleibt für den nächsten Winter aufrecht. London. 22. Juni. (Tel.-Komp.) Der Nahrungsmittelloutrolleuc teilte mit, daß mit Gmehmiguna der Regierung die Rahrungsmittelkontrolle auch im nächsten Winter noch fortdauern werde. Zwei französische Divisionen au die tschechische Front. Prag, 23. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Gestern ätld von hier zwei französische Divisionen an der slowakische Hrout abgegangen. Französische Truppen in Frankfurt. Frankfurt a. M.» 23. Juni. (Tell-Komp.) Die Franzosen jaben, ohne den Ablauf der im Ultimatum angegebenen Frist ahiuwarten, ihre Truppen bereits gegen Frankfurt in Marsch gei letzt. Heute nachniittags um 5 Uhr marschiert« bereits französische rruppenverbände in einer Vorstadt Frankfurts ein. Die Spitze nc Kolonnen bildeten T a n k s, woraus leichte Artillerie folgte Doch dauerte die Besetzung der Vorstadt nur k u r z e Z e i t. Die französisch« Truppen zogen sich, scheinbar imf einen inzwischen :iuge!,mgten Gegenbefehl hin» wieder zurück. 24, Juni 1919 Seite 5 Juden und Jüdinnen! Reklamiert euer Wahlrecht zum Jüdischen Nationalrat für Deutschösterreich! Wahlberechtigt ist jeder Jude ohne Anterschied des Geschlechtes, der sich zur indischen Nation bekennt und das 20. Lebensjahr überschritten hat. / Anmeldung zur Eintragung in die Wählerliste im Bureau des Natronalrates: Wien, II., Taborstr. 20 a Konzessionen betreffs Südtirols? Innsbruck, 23. Juni. Die Landesregierung teilt zu der Meldung von einer Reise des Leiters der italienischen Waffenstillstands kommiHton in Wien, General S e g r <5, nach I n n sb r u ck mit, daß der genannte General bisher in Innsbruck nicht emgetroffen ist. Nach Wiener Meldungen trifft General S e g r « erst heute ans K l a g e n f u r t in W i e n ein, nm für den Fall, als er entsprechende Weisungen aus Rom erhalten sollte, sich nach Innsbruck behnss Einleitmig von Verhandlungen in Angelegenheit bezüglich Deutsch-Südtirols zu begeben. Im Moment ist eine Entscheid n n g uoch nicht gefallen, doch nimmt man in politischen Kreisen an, daß das Kabinett N.i t t i den künftigen Vorsitzenden der italienischen Delegation in Par i s, den Minister des Aeußem T i t t o n i, ermächtigen werde, an Deutschosterreich Konzessionen bezüglich Deutsch-Südtirols unter Voraussetzung der militärischen Neutralisierung Tirols zu machen. Ern tschechisches Kriegskabinett. Prag,' 23. Juni. (Korr.-Bnr.) Das Abendblatt der „Tribun a,7 meldet, daß über Wunsch des Präsidenten der Republik im Schoße des Kabinetts eine Art Kriegskabinett nach englischem Muster gebildet worden sei, bestehend aus den Ministern Svehla, Klofacund R a s ch i n, weiters ans dem Generalissimus P e l l 6 und dem Gesandten T n s a r. Ihm seien alle mit dem Kriege zusammenhängenden Agenden militärischer und wirtschaftlicher Natur übergeben worden. Ferner teilt das Blatt mit, daß Gesaudier Tusar allem Anscheine nach dauernd in Prag bleiben werde. Das neue Regierungsprogramm, über das auch Tusar mit den Parteien verhandelt, dürste noch heute oder morgen fertiggestellt sein. Die Einigung zwischen dem s o z i a l i ft ischenBlock und der A g r a r p a r t e t sei allem Anscheine nach bereits perfekt und es erübrigen nur noch Verhandlungen mit den anderen Parteigruppen. Tnsar werde wahrscheinlich das Ministerium des Innern übernehmen. Am schwierigsten erscheine die Besetzung des Finanzministeriums, da jeder sich fürchte, das Erbe nach Dr. Raschin zu übernehmen. Das Defizit der Tscheche-Slowakei. s Prag, 23. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Finanzminister Dr. Raschin hielt in der am 20. d. M. abgehaltnien Sitzung des Budgctausschuffes eine längere Rede, in der er das Defizit, die stnanzielle und wirtschaftliche Lage der Republik einer eingehenden Besprechung unterzog. Der Minister sagte mtter anderem: Das Ausland ist über die Hohe u n s e r e S D e f i z i t s erschrocken und wir begegnen auf der Suche (nach Kredit den größten Schwierigkeiten. Den amerikanischen Kredit von 25 Millionen Dollar haben wir nicht erlangt, obwohl unsere Vertreter seit zwei Monaten in Amerika weilen. Das D e f i z i t, welches ich ursprünglich mit 2 Milliarden taxierte und welches dann auf 3'2 Milliarden anwuchs, dürfte noch weiter steigen. Als wir uns nach dem Umstürze die Slowakei angliedertcu, herrschte Jubel und Freude und ich dachte, daß wir bei großer Sparsamkeit und maßvollem Haushalten mit unseren Mitteln des Defizits Herr werden könnten. Das Defizit könnte nur durch e i n e i n n e r e A n l e i h e gedeckt werden, deren Ergebnis aber mit Rücksicht auf unsere wirtschaftliche Lage mehr als fraglich ist. Unter solchen Umständen besteht die Gefahr, daß unser Defizit auf fünf Milliarden steigen wird, zumal da unsere Handelsbilanz st a r k p a s s i v ist, was wieder seinen Hauptgrund darin hat, daß wir größtenteils nach Ländern mitschlechterDaluta exportieren und überdies' Einfuhrartikel nm int Kompensationswege erhalten. Dr. Raschin schloß mit dem Appell, nichts in den Voranschlag einzusetzen, was nicht unbedingt nötig sei, da dies den Verlust des Nuslandskredits bedeuten würde. Ehrenbeleidigungsklagen tschechischer Minister gegen tschechische Blatter. Prag» 23. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Die tschechischen klerikalen Blütter „M i r" in P r a g und „H l a e L i d »" in Budweis brachten Meldungen, in denen dis sozialistischen Minister H a b e r m a n n, S o n k o u p und S t r i b r n y beschuldigt wurden, daß sie ihre Privatwohnungen mit M v b r l n aus den ehemaligen k a i s e r l i ch e n S ch l ä s s e r n, die jetzt Eigenftnn der Republik seien, eingerichtet hätten. Aus denselben Schlöffern hätten sie auch Gobelins, Teppiche und Bilder für ihre Wohnungen genommen. „P r a v o L r d u" erklärte diese Mitteilungen der klerikalen Presse für unwahr und teilt mit, daß die Minister H a b e r m a n n, S o u k n p und S t r b r n h die Klage gegen die Redaktionen des »M i r" und des „H l a S L i d u" erhoben haben. Reue tschechische Mittelschulen. Prag» 23. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) In R e r ch e n b 'e r g, I g l a «, L u n d e n b n r g und Znai m werden zu Beginn des kommenden Schuljahres neue t s ch e ch i s ch e N e a l g h m n a s i e n eröffnet werden. Wiedereröffnete Eisenbahnstrecken. Spittal a. d. Drau, 23. Juni. (Korr.-Bur.) Der- Verkchr auf der Südbahnstrecke Billa ch—P ö r t s ch a Ä a. S c e und aus der Staatsbahnstrecke S t. V e i t a. d. G l a n—M a r i as a a l ist wieder aufgenomm worden. ,n nuen Prnsiaaen. »tovaranrren iiiitgr Garantie. : flarbbändeir für olle System?, . erstyMge», Material. Lrop. Kurzer, Wien, M., Westbahnstriiße 23. Telephon 31537. 2t, Tagesbericht. Arzt und Politik. Bon Dr. Sanel - Beer. -*•: iV;i ' \ Der politische Umschwung im. vorigen Herbst und die nachfolgende trostlose soziale Lage des Aerztestandes,• hat neben den übrigen akademischen Berufen auch die '• Aerzte ans einem beschaulichen, nur der individuellen Gesundheit gewidmeten Dasein zur Teiütahme an. der aktiven Politik getrieben. Standen sie doch bisher, besonders im Gegensatz zu den Juristen, fast voll- ' ständig der Politik fern und glaubterr durch das öffentliche Bekenntnis-zu einer Partei 'oderNationalität'eine Beeinträchtigung ihrer Existenzbedingungen zu erleiden, wenn es auch richtig ist, daß die Beschäftigung mit der \ Politik sehr zeitraubend ift: Besonders waren die jüdischen Aerzte, die doch eine bedeutende Zahl im Stande stellen, politisch-sozialer Tätigkeit abhold. Auch war die Oeffentlichteit einem politisierenden Arzte gar nicht . ■ zugetan; sie meinte, daß die Ausübung des ärztlichen Berufes mit politischen Bestrebungen nicht in Einklang zu bringen sei. Die ärztliche Arbeit nehme den ganzen ■ Menschen in Anspruch und lasse keinen Raum für andere; Gedanken als für die Wohlfahrt des einzelnen Menschen. Dieser. Gedankengang, diese Flucht aus dem öffentlichen Leben!var ganz begreiflich zu einer Zeit, da eben; ■ die medizinische Wissenschaft nur Judividualtherapie i betrieb, der Arzt nur den einzelnen Menschen studierte, seine Leiden kurierte, aber'dessen Beziehung-zur All- ... gemeinheit nicht berücksichtigte. Wenn auch die Erkemrtuis ifehr alt isti.daß-, die Gesundheitspflege nicht Sache des einzelnen sei, sondern die Gesamtheit betreffen müsse, worauf ja 'schon die; alten religiös-hygienischen Vorschriften der Juden hin- , weisen, so ist doch die soziale Medizin eine sehr junge Wissenschaft. Eine Verallgemeinerung, Sozialisierung. des Gesundheitswesens ist ja eigentlich durch die Verfügungeu über Jnfektionskrankheikm, Desinfektion, Kanalisation u. bergt, angebahnt. Hierbei ist hauptsächlich.. auf die Vorbeugung der Krankheiten Rücksicht genommen, während für die Versorgung des Kranken >- bisher sehr wenig geschehen ist. Da muß weiter gebaut werden. - . Die sozial-hygienische Fürsorge für das Volk tritt als ein gleichtoertiger, ja vielleicht als ein wichtigeres ■ Faktor neben die individuelle Wohlfahrt, welche nur dort herrschen kann, wo für die Allgemeinheit 'günstige hygienische und soziale Lebensbedingnngen geschaffen sind. V li, So ist denn klar, daß der Arzt, der durch.den Verkehr mit dem Kranken, durch den Besuch in der- Wohnung, den besten Einblick in die Verelendung gewisser Bevölkernngskreise erlaugt hat, zuerst sozial denken gelernt hat. Nur der Arzt kennt die FvlgM des Säuglingselends, er kennt die Krankheit^ Mr . Schulkinder und ihre Ursachen, er sieht, wie die' Rückständigkeit der bestehenden Baiwrdnung die Menschen zugrunde richtet, er weiß, welche Schäden die elende . Wvhnungssürsorge der Heranwachsenden Jugend zufügt. Hat doch jemand einnial richtig gesagt, daß man einen ■ Menschen ebenso sicher mit einer Wohnung, wie mit einer Hacke erschlagen kann. Nur der Arzt weiß ein trauriges Lied von der Spitalsnot, von den fehlenden v Siechen- und Greisenhäüseru zu singen. „Die Aerzte sind die natürlichen Anwälte der Armen nrcd die soziale Frage fällt zu einem großen Teil in ihre Jurisdiktion." Diesen Satz des großen Pathologen Birchow beherzigend, muß die Aerzteschast . Macht in der Politik gewinnen, nm durch Einflußnahnre auf die Gesetzgebung die - sozialhygienischen Reformen durchzuführen. Die sozialpolitische Tätigkeit der Aerzte, die jeden rem politischen/Kampf beiseite läßt, imd sich die Verringerung der Sterblichkeit, die Verminderung der Krankheiten, die Verwirklichung und Durchführung der wissenschaftlichere Grundsätze zur hehren Aufgabe macht, ivird gewiß die verdiente Anerkennung des Volkes finden und den Arzt in keinen Konflikt mit dem auf . eine . bestimmte Partei eingeschworenen Patienten bringen, tvas glücklicherweise fast gar nicht vorkommt. Beim Arzt entscheidet eben wie in den anderen Berufen, die Tüchtigkeit und nicht sein politisches Glaubensbekenntnis. i "■ So ist denn vom Standpunkte der Bolksivohlfahrt dke Tatsache lebhaft zu begrüßen, daß eine griPere Anzahl von Aerzten in die verschiedenen politischen Körperschaften Deutfchösterreichs eingezogen ist. Sie tverüen nicht allein die Interessen ihres Standes, der gerade jetzt auf eine schwere Probe gestellt ist, zu vertreten, sondern auch den besonders jetzt anfgetretetlen Gegensatz zwischen Arzt und Pnblikunr harmonischauszngleichen haben. Während ein Teil des Volkes' und der Aerzte die Sozialisierung des gesamten Gesimdheiiswesens, somit beamtete Aerzte fordert, besteht eine' Mnderheit auf freier Aerztewaht und frei praktizierende - Aerzte bei begrenzter Heranziehung der Staatsmittel. Unsere Aerztepolitiker werden jedenfalls auf den Ausbau der das Kind betreffenden Institutionen, wie Säuglingsmrd Mlltterschlch, Kindergärten, Mnderheime, Spielplätze und Schlllärzle drängeic müssennm die furchtbarenSchäden wettznmachey, die ther l Krieg der Jugend verursacht hat. Ein besonderes Augenmerk' werden sie auf die Vermehrung der Spitäler, besonders für Tuberkulöse, richten müssen, aber auch der Asyle für Unheilbare und Greise werden sie nicht vergessen!@"@!H

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.