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Wiener Morgenzeitung · 1919-06-22 · Heft 153 (22.6.1919) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 153 (22.6.1919)
Date
1919-06-22
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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hir. 15,) TvT.ca, G3::.uuä Sport. An die jüdischen Mädchen und Frauen! Es ist eine Schande, aus eigener Vernachlässigung alt zu werden. (Sokrates.) Der große Wert der körperlichen Durchbildung hat bei uns leider nicht einmal bei der männlichen viel weniger noch bei der weiblichen Jugend Anerkennung und Befolgung gesunden. Die Hauptschuld daran tragen die jeweiligen. Regierungsgewältigen, vom Mittelalter üngefangen. Eingepfercht im Ghetto, das tvenig Licht und Sonne kannte, vertrocknet^ und verkümmerte der jüdische Körper. Als sich die Ghettotore öffneten, war daZ Beharrimgsvermögen durch die Jahrhunderte lange Vernachlässigung des Körpers so stark, daß die Juden gedankenlos in ihrer körperlichen Minderwertigkeit weiterlebten. Aber auch jetzt fanden sie eine Regierung, die allen Leibesübungen nicht gut gesinnt war. Erst die Umsturzbewegung brachte es mit sich, daß der körperlichen Erziehung mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die heutige Generation trägt noch schwer am Ghettojudentume. Eine Leibesübung, die Kraft erfordert, gilt als roh. Die Muskeln am weiblichen, ja sogar am männlichen Körper sind als unästhetisch verschrien. Ein, spindeldürrer Körper wird als vornehm schlank bezeichnet. .Aengstliches, neurasthenisches, hilfloses Gebaren wird nachsichtig mit „weiblich" be- Zeichnet» Das schöne Wort Kraft wird mißbraucht, daß man sich.ärgern könnte. Wenn ein menschliches Ungetüm von 12 oder 14 Jahren infolge seiner trägen Körperfülle dahergewadschelt kommt, das nichts von der jugendlichen Elastizität an sich hat, mit fleischigen, form- und kraftlosen Armen und Keinen, so wird ein solches Monstrum nicht' als „Met" begeichnet. Das wäre unfein. Die Frauen sagen der strahlenden Mutter: Ihr Kind ist aber „starke Wenn unser Vorfahre Samson diese, infolge schlechter Erziehung entstandene Mißgeburt mit dem stolzen Wort stark in einem Atem gekannt hörte, so müßte er sich im Grabe umdrehen. Unser Volk soll und muß erstarken, um den Anforderungen der Zeit gewachsen zu sein. Deshalb ergeht an die jüdischen Frauen und Mädchen die Aufforderung: Kommt ßn unsere Turnvereine^ und auf unsere Sportplätze! Weshalb ist es so notwendig, diesen Ruf ergehen zn lassen? Hinter uns liegt ein Krieg grausamster Art. Mangel und Entbehrung hat die Bevölkerung vom Säugling ott erdulden müssen. Die Folge davon wird sein, daß ein Geschlecht heranwächst, an Gesundheit arm, doch reich <m Leiden. Durch Strapazen erschöpft durch die Schrecken, bas Grausen des Krieges seelisch erschüttert, viele noch. durch Krankheit gesundheitlich schwer geschädigt, ist die Blüte unserer männlichen Jugend lheimgekehrt. Sie findet ein Land, in dem es um die Ernährung schlecht bestellt ist. Welch ein Geschlecht mag da heranwachsen, dem die Zukunft des Judentums anvertraut werden soll? Hat schon vor dem Kriege das Mädchen, die Frau, mehr als es vor etlichen'JahrMnten^'bN' 'Fall'war, sich zum Lebensunterhalt oder zur Unterstützung der Familie einen Beruf suchen müssen, so wird dies nach dem Kriege in größerem Umfange der Fall sein. Nicht ohne schwere gesundheitliche Schädigungen erträgt aber der nicht durch Leibesübungen gekräftigte weibliche Körper die ' strapaziösen Anforderungen, die Ausgabe an Nervenkrast, die die pflichttreue Erfüllung eines Berufes verlangt. Sei es im geschäftlichen Treiben des Kaufladens, auf dem Bureanstuhl, in der Werkstätte, in der Kleider, oder der Putz hcrgestellt wirdin dev Schule und auch im Wirken, im. eigenen Haushalt, immer ist ein gesunder zur Daucrkraftgestählter Körper nötig, um des Berufes Lasten gesundheitliche Schädigung zu erleiden, tragen zu können.. Nach des Tages Anstren- Lnngen bedarf.Geist und Körper der Erholung.. Und wo tonnte diese Erholung besser gesunden werden, als im frohgesinttten Kreise gleichstrebender Genossinnen, iü der Turnhalle, auf den grünen Rasenplätzen, die zu erfrischendem, sröhlichenr Spiele einladen und in den Schwimmbädern! Die Umwälzung,, die ' auf staatlichem Gebiete erfolgte, hat den Frauen die lang vorcnthaltenen politischen Rechtegegeben. Diese Rechte bedingen aber auch die Verantwortlichkeit, nun mit aller Kraft, mit dem Manne vereint, für des Volkes Zukunft und Sicherheit zu sorgen und dessen Gesundheit und Tatkraft zu fördern. Die Frau ist die Trägerin des Menschengeschlechtes. Starke werden von Starken geboren! Viele Frauen und Manche, sind i.c: M i.uug, daß die Leibesübungen der Schönheit des weiblichen Körpers nicht zuträglich sind. Dies ist aber nicht der Fall. Die bedeutendsten Aerzte sind in ihrem Urteil einig. Weder in dem anatomischen Aufbau des weiblichen Körpers, noch in sciicer eigenartigen Entwicklung und seinen Funktioneil liegt irgend eine Gefahr bei der Ausübung von Lcibemi.ungeu. Jahrtausende. lang haben Kultur und soziale Bedenken der Frau die Wohltat körperlicher Hebungen vorenthalten. Rurc ist aber auch - sie in den werktätigen Betrieb des LebenS getreten; gefaben ji;ib längst die Schranken, die eine solche Auffassung gesellschaftlichen Bellehmens erdichtet haben. - Welche gesundheitlichen Erfolgebringen die Leibesübungen? Voll Bedeutung.für die kräftige Entwicklung des Körpers ist die Muskelüeweguirg in derr sogenannten Ent- Wicklungsjahren. J«l dieser Zeit hcmoelt es sich darum, die Wachstumsverhältniffe deö Herzens. iuib dessen Kräftigung günstig zu bceiilflussen. Von einem starken kräftigen Herzen hängt wesentlich die Lebensdauer ab; Vernachlässigungen, die in. dieser Beziehung iit der Entwicklungszeit begangen werden, lassen sich nie wieder ausgleichen. Das Blut, das bei der Sitzarbeit nur träge durch den Kötper* fließt, .strömt schneller infolge der körperlichen Betätigung und beeinflußt so günstig die Ernährung des Körpers in allen seinen Teilen. Kräftiger straffen sich die Muskeln durch die Bewegungen t. ' >. >„ . . ... .V.rt'« W ff V. ly v - an den verschiedenen Geräten, durch Lauf und Sprung. Dl. Freiübungen verleihen dem Körper ein schönes Ebenmaß. Manche Verbildungen, die deS Berufes Arbeiten mit sich brillgen, erhalten durch die körperliche Bewegung den erforderlichen Ausgleich. Das nicht immer gesunde Empfinden in beit Jahren der Entwicklung erhält durch die Leibesübungen eine heilsame Ablenkung. So hilft Zürnen und Sport die Schäden bekämpfen, die die Kultur«^ind Berufsarbeiten im Gefolge haben und statt eines bleichsüchtigen, schwächlichen oder unförmigen, fett n, wächst ein gesundes, blühendes, kräftiges Mädchen heran. Die gesunde Entwicklung des Mädchens zur Jungfrau ist deshalb so überaus wichtig, kveil sie auf die Bestimmung zur Mutter vorbereitet. Um dieser Bestimmung! restlos gerecht werden zu können, gehört ein gesunder Körper mit gekräfiigten Muskeln. Die Rumpfmuskulatur muß besonders ausgebildet sein, damit das schädliche Korsett entbehrt werden kann. Auch als. Mutter, die Erfahrung hat es gelehrt, kann die Frau weiterturnen und zweckmäßig ausgesuchte Uebungen, die ihrer Kraft und Geschicklichkeit entsprechen, Pflegen. Jetzt.handelt es sich darum, die Straffheit der Muskeln, besonders des RunipfeS, zu erhalten, Fettabsatz nicht aufkommen zu lassen, die Kraft des Herzens zn bewahren, nervöse Ueberreizungen zu beseitigen. Die körperliche Betätigung hilft über des Lebens Mühen und Sorgen hinweg und erhält Körper und Geist frisch. Die Kräftigung des einzelnen kommt aber auch dem gesamten Volke, zugute. Wieviele Anstalten zur Heilung der Erkrankten könnten gespart werden, wenn die Masse des' Volkes den Wert der Leibesübungen erkennen würde. In unserer männlichen Jugend regt sich der Wunsch nach körperlicher Regeneration unseres Volkes. Ihr Mädchen und Frauen sollt ihm wackerer, verständiger, Weggenosse sein! B. Die heutigen Futzballwettspiele. Die Fußballsaison erreicht heute ihren Höhepunkt. Wiens und Budapests Meistermannschaften stehen einander im Kampfe gegenüber. Allen Hindernissen zum Trotz hat Rapid seiner Jubiläumsfestwoche die würdige Einleitung verschafft. Der M. T. K. stellt unstreitig eine der besten Mannschaften des Kontinents, seine Spiele zählten stets zu den sehenswertesten. Da die Ungarn komplett eingetroffen sind, wird Rapid einen sehr schweren Stand haben. Man darf aber zu den Hütteldorfern Vertrauen haben; sie werden sich auf eigenem Boden kaum niederringen lassen. Es wird einen hochklassigen Kampf mit' ganz fnappem Resultate geben. Der Rapidplatz wird heute die Zuschauermassen nicht fassen können. Außer dem internationalen Treffen steht noch eine Reihe von Meisterschaftsspielen auf dem Programm, deren Ausgang man mit großem Interesse entgegensieht. Im Prater spielt der W. A- C. gegen die Amateure, denen er nach Kampf die beiden Punkte abnehmen dürfte. In Favoriten (Rndolfshügelplah) spielen die Hausherren gegen den Wiener Sportklub. Die Mannschaften sind nahezu gleichwertig. Die momentane Disposition eines oder des anderen Spielers wird das Treffen entscheiden. Auf dem Herthaplatz (Favoriten) gastiert der F. A. C. Die Floridsdorfer werden kaum siegreich heimkehren, da sich die Herthamannschaft derzeit in einer ganz vorzüglichen Verfassung befindet. Von den Meisterschaftsspielen der 2 A-Klasse sind jene zwischen Ha ko ah und Slovan, beziehungsweise Don an stabt und Vienna am bemerkenswertesten. Das erste Treffen findet um 4 Uhr auf dem W. A. C.-Platz im Prater statt und dürfte einen knappen Sieg der „Blauen" bringen, obwohl sie an Stelle mehrerer disqualifizierter Spieler Ersatzleute einstellen müssen. Die Vienna wird Mühe haben, ihr letztes Meisterschaftsspiel in der 2. Klasse zu einem Erfolge zu gestalten. Die Donaustädter sind auf eigenem Platze nur sehr schwer zu schlagen. : 1 < 99MB M SS ARCH Arbeitsgemeinschaft für jüdische Eaniit und Kultur. Montag, den 90. Juni 1919 im Wiener KomSdienhaus Gedenkfeier für Theodor Herz) anlässlich der 16. Wiederkehr seines Todestages „LVSLS ©lietio“ Schauspiel in 4 Akten von Theodor Herzl. Inszeniert von Egon Brecher. 1814 Karten von L4.— bis K16.— bei R.löwlt, Wien, I.,Rotenturmstrasse 22 und im Komödienhaus, IX., Nussdörferstrasse 4. m Panama und GM Hüte werden prompt und billigst nach neuester Fa$on modernisiert 307 v*~— XV1B. W&hrlngergürtol 31 Und VII., MariaMlferstrasse 80 ^nRheumu,GltM^lstliius Dr. Steiner, ^SÄt^Mlku^-iBaileii.iialiieroasse 4 Beste Erfolgei 776 Prospekte auf Wunsch. i^üiü Ul 13 Jüdischer Sport in Bielitz. Sportklub Hakoah, Bielitz —Jüdischer Arbeiter* sportklnb, KrakUu 5:1 (2:0). Im Rahmen der Palästina-Woche absolvierte der S. &! Hakoab am Sonntag ein Wettspiel gegen den poale-zionistischen Fußballklub Krakau, bei dem der Reingewinn dem Patästlnaaufbausonds aufloß. Der Besuch litt unter dem schlechten Wetter. Der jüdische Arbeitersportklub spielte nach langer Panse heuer zum erstenmal und kann der Verein, da sich jetzt Hakoah in aufsteigender Form befindet, mit diesem Resultate voll zufrieden sein. Der Verlaus des Spieles hatte unter den Fehlentscheidungen des Schiedsrichters zu leiden, da er erst sechs Minuten nach der abgelausenen Spielzeit abpfiff und ein regelrechtes Tor der Gäste nicht anerkannte.. Das b. Tor der Hakoah fiel schon nach der festgesetzten Spielzeit, daher wäre das Resultat 4:2 richtig. , ' In tcr ersten Halbzeit wird Krakan belagert und der Tormann hat Gelegenheit, sich oftmals ausznzeichneu. Er wurde in seiner aufopfernden Arbeit von seiner Mannschaft sebr unterstützt. Finder gelang cs in der 16. Minnte den ersten Treffer für Bielitz zu erüelen. Kleinzähler H brachte aus einem Korner den zweiten. Die Angriffe der Poale-Ziomsten waren immer gefäbrlich, sie konnten aber infolge ihrer Schußnnsicherheit keinen'Erfolg erzielen. Nach der Pause war das Spiel offen und sah. man auch' bei Krakäu schöne Leistungen. Ein Elfer, geoen Bielitz diktiert, wurde vergeben. Brückner nnd Kleinziihlcr II sandten zweimal em. Krakan erzielte aus einem vom rechten Flügel eingeschossenen Balle das erste Goal. Kurz vor Schluß erzielte der Arbeitersportklub noch einen vom Schiedsrichter aber nicht anerkannten Treffer. 3 Minuten nach Schluß fiel durch Klemzähler 'II das 5. Tor. __ H. Fl. Kadima gegen Wiener Bewegung 4:3 (3:2).' Gute Leistung der Kadimanec. Gleich nach Beginn erzielt Mehler das erste Goal nnd Grün erhöht den Stand bis zur vierzehnten Minute mit zwei Bombenschüssen aus 3 : 0. Bewegung versucht nun aufzuholen und kann auch zwei Treffer erzielen. Nach der Pause erhöht Natan den Stand auf 4:2, den der Zenterstünner von Bewegung ein drittes Goal entgegenstellen kann. Schiedsrichter Grünwald gut. Kadima II gegen Bewegung II 3:0; Kadima HI gegen Bewegung Hl 2:1. Der Sportklub Hakoah dürste das heutige Wetffpiel gegen Slovan mit folgender Mannschaft bestreiten: Halpern, Scheuer, Einig, Kurt Juhn, Nußbaum, Lumek, Horwitz Pollak, „Ali", Moschkatz, Katz. Ersatz °- Weiß, Wertheimer. Die Spieler haben sich spätestens um halb 4 Uhr aus dem W. A. C.-Platz einzufinden. Hakoah. Don nun an finden die Schwimmabende im Dianabad statt, und zwar für Herren Montag von Vs? bis 8 Uhr, für Damen Donnerstag von Vs? bis 8 Uhr. Der Volkswirt. Wochenschau. Deutschland wird den Friedensvertrag der Entente unterzeichnen. Damit wird auch in wirtschaftlicher Beziehung eine der größten Katastrophen abgewendet sein, die man sich auszudenken vermag. Gewiß, Deutschland nimmt ungeheuerliche Verpflichtungen auf sich. Es wird wieder von vorne an fangen müssen, seinen Wohlstand aufzubauen. Aber eine Basis wird einigermaßen dazu gegeben sein, während bei einer Fortsetzung des Krieges der Zerfall und die gänzliche Auflösung so gut wie unvermeidlich tvären. Was die 1 Zugeständnisse der Alliierten an Deutschland anlangt, so bedeuten sie freilich eine große Enttäuschung für diejenigen, die sich in voreiliger Weise überschwänglichen Hoffnungen Hingaben. Wirtschaftlich ist von großer Wichtigkeit, daß das für das Sa ar ge b ie t vorgeschlagene^ Regime 15 Jahre dauern müsse. Frankreich soll dadurch für die systematische Zerstörung seiner Kohlengruben entschädigt werden. Das Gebiet gelangt jedoch nicht unter französische Herrschaft, sondern unter die Kontrolle des Völkerbundes. Nach Ablauf der 15 Jahre wird die Bevölkerung über ihre Vereinigung mit Deutschland oder Frankreich oder die Fortsetzung des Völkerbundregimes abzustimmen haben. Deutschland •', soll, was den internationalen Handel betrifft, in keiner Weise gedrosselt werden. Bei Erfüllung der^ Punkte des Friedensvertrages werde es in bezug auf; den Einkauf von Rohmaterialien und den Verkauf von Waren eine gleichmäßige Behandlung genießen. In der Frage des Schadenersatz-, betrages sind die Alliierten bereit, Deutschland alle erforderlichen Erleichterungen zu gewähren, damit es sich von der Höhe der Wiedergutmachungen ein Bild machen könne. Innerhalb von vier Monaten kann es Vorschläge zur Regelung unterbreiten, was jedoch' eine Regelung bereits innerhalb von zwei Monaten nicht ansschlieht, falls man bis dahin zu einer Einigung gelangt. Das Anbot Deutschlands, hundert Milliarden zu zahlen, ist nicht endgültig zurückgewiesen, doch wird daran bemängelt, daß Deutschland nicht gewillt sei,' für den bedeutendsten Teil dieses Betrages Zinsen zn zahlen. Die Entschädigungskommission wird sich in die innere Gesetzgebung Deutschlands, in seine Steuer- und Budgetangelegenheiten nicht einmeirgeii; sie soll nur feststellen, was zu bezahlen ist. Dia F in a n z k l a u s e l n enthalten auch die wichtige Be-' stimmung, daß den Ententeforderungen das Prioritätsrecht vor allen sonstigen Schulden Deutschlands zusteht. Die Entschädigungskommission hat das Recht, gelegentlich Milderungen dieser Bestimmung zuzugestehen.. Die zugebilligte Volksabstimmung in O b e r s ch l e s i e n kann Deutschland vor dem Verlust überaus wertvoller Gebiete bewahren. Wenn einerseits die Aufrechterhaltung der Bestimmungen über West- und Ostpreußen, der Verlust Danzigs und besonders der Kolonien schmerzlich' berühren, so ist andererseits die absehbare Möglichkeit. der späteren Aufnahme in den Völkerbund vorhanden, was' das äußerst wichtige Zugeständnis der wirtschaftlichen Gegenseitigkeit bedeuten' 4112

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