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Wiener Morgenzeitung · 1919-06-22 · Heft 153 (22.6.1919) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 153 (22.6.1919)
Date
1919-06-22
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Tonniav, Wiener Morgenzerrung 22. Juni 181g Nr. 163 Kinderfeldzug. Die reisigen Schwertträger Wolfs und SchönererS haben sich zu einem kühnen Feldzng gegen die Kinder ermannt. Ausgehungerte tschechische Knaben und Mädchen Wiens sollen weder im der — amerikanischen Ausweisung, noch an der Erholungsaktion'des städtischen Jugendanltes teilnehmen dürfen. Em tschechischcs Wiener Kind soll von den Stadtvätern nicht gerettet werden. Der deutsche Charakter Wiens wird gefährdet, wenn man sie anämischen Kinder slawischer Eltern nicht verfallen läßt, wenn man sie nicht der Tuberkulose preisgibt. An dieser Interpellation im Wiener Gemeinderate sind sie gl erkennen, diese vom kuror tsutonieua Besessenen, von allen guten Geistern Verlassenen! Das sind die nämlichen, welche 'eierlich fcststellten, daß ehrlos ist, was aus jüdischem Mutterleibe stammt, nur deshalb, weil cs eure Jüdin geboren hat. Das änd die nämlichen, welche mit dem frechen Wort „Herienvolk" Europa verpesteten und das ewige Volk der Schiller, Goethe, Kant und Fichte zumRasscnübcrnmt verführen, zur losdreschcnden Kriege.rnenre erziehen, zum proletenverachtenden Kraftmeier „erheben" wollten. Wie hat nicht diese Sippe an der einstigen Monarchie gesündigt und wie hat der Geist der Schönerer, Malikund Teufel die deutsche akademische Jugend, die Erbender Lützow-Scharen, die;egcn den Tyrannen Napoleon zogen, die Söhne der achtundsirrziger Freihcitshelden hrruntergebracht! Bierehrliche Banner- ^äger der Roheit, die jüdischen Hörern vor der Wiener Universität >ie Kleider vom Leibe rissen und auf der Ringstraße in efßgie :incn Inden verbrannten. Dieser jüngste „völkische" Erzeß, dunnn und grausam, ist ihrer würdig. Ein Hohn auf die deutsche Kultur, eine neue Verlegenheit für dis junge Republik und eine engste Mahnung an ille, gegen sie Front zu machen. Die Medikamente gehen aus. ' Die Oesterreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz hat icreits vor längerer Zeit die Anfnrerksamkeit des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Genf auf den großen Notstand ln Medikanienten und gewissen Sorten von, Heilbehelfen, ins- »esondere Gmnmiwaren, gelenkt und um diesbezügliche Jnternmtion und Hilfe gebeten. Die Genfer Zentrale hat in der bereit-- villigften Weife sich zur Berfiigung gestellt, und es ist ihrem Lingreisen gelimgen, 1. verhältnismäßig kleinere Mengen von Medikamenten und ^mnniiwaren, wie vor allem Lebertran, Sauger usw., im Spendenwege zu beschaffen, 2. die grundsätzliche Ausfuhrbewilligung für genannte Artikel nach Deutschöstcrreich zu erwirken. Im Wege des deutschösterreichischen Staatsamtes für Volksnftmdhcit wurde bereits vor sechs Wochen von einer nach Oesterreich gekommenen Schweizer Rote Kreuz-Delegation ein Verzeichnis der zur Ausfuhr verfügbaren Medikamente unter Angabe der Quantitäten und Preise der dentschösterreichischen 5achstelle zur Bewirtschaftung von Arzneimitteln übernittelt. Das Rote Kreuz in Genf hat überdies Schritte eingeleitct, rm die durch den schlechten Stand der dentschösterreichischen Valuta hervorgerufene Schwierigkeit zu beseitigen und durch eine Krcdithilfe die Einfuhr zu ermöglichen. Wie der seit einigen Tagen neuerdings in Wien weilende Vizepräsident des Genfer Kouutees, Professor F e r r i e r e, miteilt, besteht begründete Aussicht für eine günstige Lösung dieser Kreditfrage und damit für eine ausreichende Versorgung Deutschsi'terreichs mit den in Frage kommenden pharmazeutischen Artikeln und Heilbehelfcn. _ Line Viertelmillion unterschlagen und verspielt. Defraudation im Lagerhaus der Stadt Wien. Bei einer Revision, die am 14. d. M. im Lagerhause der stadt Wien vorgenommen wurde, wurde die Wahrnehmung gemacht, daß verschiedene Geldeingänge, über die Belege vormnden waren, nicht im K a s s e n j o n r n a l verbucht - waren. Man glaubte ursprüglich an irgendein Berschen, kam »der bald darauf, daß ltntcrf cütctfe vorgekommen cm müßten. Irr Gegenwart des Kassiers, des 28jährigen Karl P r o k s ch, Leopoldstadt, Große Schiffgaffe 26 wohnhaft, wurden nun Bücher und Belege genau, geprüft und bei der Durchsicht ergab sich, daß der Abgang mindestens eine Zierte! Million Kronen betrage. Der Verdacht, sie Unterschleise begangen zu haben, richtete sich gegen Pro k s ch. >ec anfangs leugnete. Er wurde, da nur er der Tater sein .vmrte, in Hast genommen und legte das Geständnis ab, daß er m,gegangene Barzahlungen in der Höhe von X 280.000 unter* jchlagen habe. Zuerst habe er 3000 X der Kasse entnommen. Um das Geld wieder bereinzubringen, sollte ihm das Spiel auf dein Turf helfen. Einen Teil der Summe will er nicht für die Wirtschaft oerwendet, sondern damit beim T o t a l i s a t e u r auf dem Lrabreunplatz feilt Glück versucht habe». Aber alle seine i p s war.en schlecht und das Geld war verspielt. Nun war der Spielteufel in ihm erwacht. Er nahm immer mehr Tausender aus der Kasse, das heißt er buchte die Eingänge nicht, and mit den Tausendern versuchte er immer wieder sein Glück bei den Traben. Aber immer verlor er. So hat er schließlich 280.000 X verspielt. Proksch wurde am 16. d. M. dem Landeszerichte emgeliefert. __ Postpaketverkehr mit dem tschecho-slowakischerr Staat. Die niederösterreichische Handels- und Gewerbekammer ist in Kenntnis gelangt, daß in letzter Zeit eine größere Anzahl von Postpaketen nach dem tschecho-slowakischen Staat zur Aufgabe gelangt sind, ohne daß hierbei allm für den Postpaketverkehr mit diesem Staat in Geltung bestndlichen Verordnungen Rechnung getragen wurde. Da durch die aus diesem Grunde verfügte Rückleitung der Pakete an den Absender vielen Firmen bereits ein nicht unbeirächtlicher Schade erwachsen ist, gibt die Kammer auf diesem Wege den Interessenten bekannt, daß beim Güterversandt mittels Postpaketen, welcher nunmehr als Auslandsverkehc an.zusehen ist, nicht allein den durch die Eingaugszollbehandlung gegebenen Erfordernissen der Abgabe einer Zollinhaltserklärung und einer igrauen) statistischen Erklärung entsprochen werden muß/ Auch der Postpaketverkehr ist vielmehr sowohl in Deutschösterreich als auch im tschecho-slowakischen Staat den aus Handelsfind valutavolitischen Gründen verfügten Beschränkungen unterworfen. Die Versendung von Gütern mittels Postpaketen, deren Ausfuhr vrmzipicll verboten ist, darf mtv auf Grund besonderer Bewilligung der Zentralstelle für Ein-, Ans- und Durchsnhrbcwilügnngen (Emlausstelle des Staatsamtes der Finanzen, Wien, I., Johannes-nasse 3) erfolgen. Dieie Ausfuhrbewilligung wird iinmittelbai: nm der Postbegleitadrcsse diuch einen Ausdruck seitens dieser Zentralstelle erteilt. eZeit ist es, das Abonnement schleunigst zu erneuern, für diejenigen Abonnenten, deren Bezugszeit am 15. Juni abgelaufen ist, damit die Zustellung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Bezugsbedingungen: Für Wien: mit Zustellung Monatlich . . . Kronen 7.— Vierteljährig . . „ 20.— Halbjährig . . . „ 40.— Ganzjährig ... „ 80.— Für die Tschecho- Slorvakei: mit Postversand in tschechischer Währung Monatlich . . . Kronen 7.50 Viertelsährig . . „ .22.— Halbjährig ... „ 44,— Ganzjährig ... „ 88.— Einzelexemplar 36 Heller. Für Deutschland monatlich 5 Mark, Schweiz 5 Franken, für das übrige Ausland vierteljährig 26 Kronen. Die Geldsendungen für die Tschecho-Slorvabei sind per Erlagschein an das Postsparkaffenamt P. S. Nr. 150.693 in Prag, für Polen, Westgalizien und Polnisch-Schlesien per Postanweisung an die Wiener Lombard und Eskomptebank, Filiale Krakau, für „Wiener Morgenzeitnng", Krakau» Rynek 12, zu richten. Administration der „Wiener Morgenzeitung" Wien, ll.,Taborstratze 1—3. Telephon 44.638 n. 43.31S. Für Deutschöfterrerch: mit Postversand Monatlich . . . Kronen 7.50 Vierteljährig . . „ 22.— Halbjährig ... „ 44.— Ganzjährig ... „ 88.— Für Polen und die übrigen Nationalstaaten : mit Postversand Monatlich . . . Kronen 8.50 Vierteljährig . . „ 25.— talbjährig ... „ 50.— arniäbria ... „ 96.— nmmmmaBmBBmmmmmaammmtmmmBmmammmamammmm Heber Weiftmg dieses Amtes hat. auch erforderlichenfalls eine Valutaabgabeerklarung bei der D e v i s e n z'en t r wl e (Oesterr.-ungar. Bank, I., Herrengasse 17) stattznftnden. Für Postpakete, deren Inhalt ausfuhrfrei ist, ist eine Bestätigung der Ausfuhrfreiheit nicht einzuhplen, es muß aber auf jeden Fall die erwähnte Valutaerllärung bei der Devisenzentrale abgegeben werden. Um die Einfuhr in dm tschecho-slowakischen Staat zu sichern, ist weiters für alle Sendungen bei der tschecho-slowakischen Gesandtschaft, l., Lobkowitzplatz 2, eine Einfuhrbewilligung einzuholen. _. Großer Mühlenbrand in Pardubitz. n Pardubitz, 21. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") In der Nacht auf S a m s t a g brach in der hiesigen großen Mühle der Firma W i n t e r n i tz ein Feuer aus, welches die Mühle einäscherte. Denr Brande sind unter anderem 19 Waggons Mehl und Getreide zum Opfer gefallen. Der Schaden beträgt mehrere Millionen. Die soziale Bewegung in Italien. Der „Avanti." veröffentlicht einen Aufruf der sozicrldemvkratischen Partei an das italiemische Proletariat, in welchem das Volk aufgefordert wird, sich bereit zu halten, um der proletarischen Revolution.in Rußland und Ungarn zu Hilfe zu eilen. Ferner veröffentlicht dieses Blatt eine Unterredung mit Bela Ku n, die mehrfach zensuriert ist. * Frühstücksaktion für die Wiener Universität. Nachdem Vertreter des Jüdischen Hochschulauss ch u s s e s und der A l l g e m e i n e n mensa a .c a dein i c a bei Herrn Dr. H. Gei st vorgesprochen haben, wird es durch das entgegenkommende und rasche Handeln des Herrn Dr. H. Geist ermöglicht werden, die von seiten der amerikanischen Lebensmittelkommission geplante F r ü h st ü ck s a k t i o u für etwa 3000 Hörer btr Sietur Universität schon am Dienstag den 24. d. M. um 7 Uhr früh tm Eafs Kaiserhof (nächst dem neuen Rathaus) zu beginnen. Die obgenannten Vertreter haben für die rasche Durchführung der Angelegenheit im Wege der akademischen Behörden Sorge getragm und sind die diesbezüglichen Anschläge des Rektorates in der Aula und in der msnsa academica zu lesen. * Entsendung von Millionen der Staatskommillion für Kriegsgefangene. Die deutschösterreichifche Staatskommissiou für Kriegsgefangene- und Zivilinterniertenangelegenheiten berät neuerdings eingehend über die Entsendung v o n M i s s i o n t n nach Sowietrußland nnd Turkestan. Ferner wurde beschlossen, die in Polen und in der Ukraine tätigen dentschösterreichischen Uebernahmsmiffionen im Einvernehmen mit dem Roten Kreuze und dem deutsch österreichischen Staatsamt für Bolksgesundheit zu Seuchenbekämpfungskommissionen nmzugestalten. Es wurde weiters der Beschluß gefaßt, eine fliegende Mission nach Sowietrußland Mentsenden, welche den ArbeiteruudSoldatenratinMoskauin seinerTätigkeit, die Kriegsgefangenen aus Sowietrußland zn evakuieren, unterstützen soll. Dieser fliegenden Mission sollen insbesondere auch Aerzte, die über besondere organisatorische Fähigkeiten verfügen, zugeteilt werden, damit sie alle Vorkehrungen für einen klaglosen Rücktransport treffen können. Das Projekt des dänischen Ministerpräsidenten Caps. C r a m c r, imsere Kriegsgefangenen mit Bekleidungsgegenständen und Arzneimitteln über das nördliche Eismeer zu versorgen, stoßt, augenblicklich noch auf finanzpolitische Schwierigkeiten. Die Entsendung von Missionen nach Italien, Frankreich und Albanien wird nach Maßgabe der Fortschritte der Verhandlungen in Saint-Germain ins Auge gefaßt. *' Unterbliebener Vortrag des Staatssekretärs Dr. Schumpeter. Der für gestern angekündigte Vortrag im Saale der niederöfterreichischen Handelskammer über die wirtschaftlichen Friedeusbedingungeu wurde wegen Unpäßlichkeit des Vortragenden, Staatssekretär Prof. Dr. Josef S ch u m Peter, abgesagt. * Vektor,vahl an der Grazer Universität. Ans Graz wird um< vom 21. d. M. telegrafiert: Zinn Rektor der. Universität winde heute der Professor /für römische Alterstmns-. künde Dr. Otto Cu ne,, aewäblt. * Anterstaatssekretär Dr. Ellenbogen über den Vernichtungsfrieden von Saint-Germain. In einer vom „Währnngssclmtz", Verein zur Erhaltung des Volksvermögeus. klnbernfenen frei zugänglichen Massenversantmlung. welche morgen Montag den 23. d. Nt. um '/o? Uhr abends nn Fcstsaale des ' Niederöfterreichischen Gewei'bcvereines, l., Eschenbachgasse '11, ' stattfindet, wird Untcrftaatsset'retär für Handel nnd Gewerbe Dr. Wilhelm E l l e n b o g e n. einen Vortrag. „Der wirtschaftliche Vernichtungsfriede von.Sainl-Gernrain", halten. * Opfer der Badezeit. Vorgestern um 3 Uhr nachnnttags ist im Teiche des Ziegclwerkes Hernals ein Knabe e p» trunken. Die Leiche könnt?,, obwohl bic Freiwilligen Feuer- : wehren Ottaknng nnd Hernals drei Stunden lang den Teich ab-; sllchten, nicht gefunden werden. Der Ertrunkene ist der zehnjährige Volksschüler Heinrich W i l d n e r. — Beim Baden m der alten Donau ist am 20. d. Ak. der vierzehnjährige Bürgerschüler ' Franz Seid l,,XVI.,Roseggergasse 41 wohnhaft, gleichfalls er- . trunken. Die Leiche wurde aus dem Wasser gezogen. * Bitte an heimgekehrte Kriegsgefangene ans Italien. Da viele tausende Familien noch imnier ohne jede - Nachricht über den Verbleib ihrer Angehörigen sind, wendet sich ■ der Verein „Kriegsgescmgenenlsilse Italien" an alle hcimgekehrten Kriegsgefangenen mit dem dringenden Ersuchen, ihre zurück- ' gebliebenen Kameraden nicht zu vergessen und durch Mitteilungen > über die einzelnen Lager sowie durch Uebernnttlung wenn auchck teilweiser Verzeichniffe, Namenslisten von Kriegsgefangenen zur" Mrnhigung der Angehörigen beizutragen. Zuschriften sind erbetest' an den Obmann des Vereines „Kriegsgefangencnhilfe Italien"/ - Direktor Karl Herrmamr, I. Flchtcgaffe Nr. 11. .* w . •;. * Zwei ungarische Taschendiebe. Am 18. d. M - mittags beobachtete ein Beamwr in einem Straßenbahstzng d''er' Lmie „v" auf der Fabrt vom Südbahnhof bis zum Franz Josef- Bahnhof, wie ein Mann einem Fahrgast in . die RevglvertaM . griff, etwas daraus.'hervorzog,- und dieses Etwas rasch' keinestt Begleiter zusteckte. Der Beamte ließ die beiden verdächtigen ■ Männer anhaltcn. Sie wurden der Polizeibehörde über- . geben und als die. beiden - berüchtigten und vielfach, abgcstraften Taschendiebe - Aladar. S z l o v a k, Handelsagent, und Josef F l e i s ch h a ck e r, ebenfalls Handelsagent, erkannt. Sic behaupteten, eben erst aus Budapest angekommen zu sein. Bei Szlovak fand man eine grünlcderne Brieftasche mit 7436 K, , hiervon 3000 K in ungestempelten Banknoten, bei Fleischhacker eine braunlederne Brieftasche mit 4757 K, hiervon . 3070 K in ungestempelten Banknoten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Brrestaschen auch von Taschendiebstählen herrnhren. Die beiden ungarischen Langfinger wurden heute dem Landesgerichte ein- . geliefert. * Südslawische Lebensmittelaushilse. Die bisher zm Lebensmittelaushilfe nicht angemcldeten südslawischen Staalsangehörigen können Montag den 23.. Juni in der Zeit von 9 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags im Lokal, Fichtegasse 1a, ihre Anmeldung unter Vorweisrmg des Heimatscheines, Einkaufscheines und des Meldezettels vollziehen. An diesem Tage ist ber Verkauf, ausnahmslos eingestellt. Für die Neu- . gemeldeten und jene, die in der Vorwoche Waren , nicht bezogen, oben, findet die Ausgabe am 24. d. M. für die Namen mit den Anfangsbuchstaben st. bis 0, am 25. von H bis L, am 26. von; M bis P, am 27. von R bis S, am 28. von I bis Z im Lokal, I., Fichtegasse la, in der Zeit von 8 Uhr früh bis l Uhr mittags. . statt. Gefäße sind mitzubringen. * Festnahme eines entsprungenen Einbrechers. Am 29. September v. I. ist aus dem Garnisonsarreste der 22jährige Schloffergehilfe Anton C z e rm a k, der wegen Diebstahles eine dreijährige schwere Kerkerstrafe abzudüßen hatte, egt- . sprungen. Am 18. d. M., abends, wurde er festgenommen, als er das Tuchgeschäst der Firma Weiß & Weiner,!., Neutorgasse Nr. 8, e r b r e ch e n wollte. Er wurde dem Landes-' gerichte emgeliefert. . , - . , : \ . * Einbruch. Gestern wurde bei der Privaten Berta . Stengel, IX., Grünetorgaffe 4, cingcbrochm. Gestohlen wurden Juwelen im Werte von X 18.000— und K 2000.— bar. * Gestohlene Perlen. In der Zeit vom 14. bis 17. d.M.. wurden dem Juwelier Alexander Soffer, l., Kärntuerstraße 21 etabliert, vom Verkaufspult weg 288 Stück Perlen ans' Zwirnschnüren im Werte von X 40.000.— gestohlen. * Die Flucht eines Einbrechers. Am 19. d. M. wurde das Gasihauslokal des Ludwig Friedrich, VU„ Neustistgaffe 105, vom Keller aus erbrochen. Die Schränker hatten es auf die eiserne Kaffe des Artillcristenbundes, der im Gasthause seinen Sitz hat, abgesehen. Sie hatten die Kasse schon an drei Stellen angebohrt; ehe sie aber zu .dem Gelde gelangen konnten, wurden sie betreten und verhaftet. Die Einbrecher sind der 22jährige Anstreichergehilfe Richard Schnabl, der 26jährige Kesselschmied Franz R i s ch a n e k nnd der 20jährige Kutscher Robert K w i z, durchwegs wegen Diebstahles schon abgestraft, sowie, der bisher unbescholtene 32j8hrige. Schuhmachergehilfe Ludwig W o d i z k a, XVI., Talheime'roesse Nr. 21 wohnhaft. Es wurde erhoben, daß die vier auch am 19. d. M. nachts das Blusengeschäft der Julie Straßek, VI., Gumpendorferstraße - Nr. 22, erbrochen und Blusen im Werte von , 10.0 0 0 X g e st o h l e n haben. Gestern sollten die vier Einbrecher vom Polizeikommiffariat Neubau dem Landesgerichte emgeliefert werden. Vor dem Kommiffariatsgebäudestand der Zellenwagen zur Eskorte bereit. Als Wodizka einftcigcn ■. sollte, ergriff e r vlötzlichdieFlucht. Es gelang ihm, bis in die Bandgasse zu gelangen. Dort rannte Wodizka in das Haus Nr. 27 und lief in das zweite Stockwerk' hinauf. Aus einem Fenster sprang er in" den Hofraum. Er erlitt einen Bruch des Spruuqgeleukes * und Quetschungen an der Hand, an der Lende nnd am Fuß. Die Rettungsgesellschaft leistete ihm Hilfe nnd brachte ihn ins Jnquisitenspital. _ Der Getreide- und Mehleinlauf. Vom dentschösterreichischen Staatsamt für Volksernährung wird verlautbart: An Getreide und Mehl sind mit Ententcscndnngcn in Deutschösterreich eingelangt: Am 20. Juni. 300 Tonnen Getreide — 270 Tonnen Mehl ferner ... . . 2130 „ . „ zusammen 2400 Tonnen Mehl ' Einlans seit 1. Juni (in 20 Tagen) zusammen 30.992 , Tonnen Mehl. Derzeitiger Tagesbedarf 1716 Tonnen Mehl. Weiters wurden in der Zeit vom 11. bis 20.'Juni für' Deutschösterreich übernommen: 152 Tonnen Fett, 85 Tonnen Kondensmilch, 15 Tonnen Reis, 160 Tonnen Bohnen, 538 Tonnen - Haferprodukte. , suchen Sie tun, erfolgreichsten im Wege des „Kleinen Anzeigers" der »Wiener Moraenzeitung".

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