Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1919-06-21 · Heft 152 (21.6.1919) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 152 (21.6.1919)
Date
1919-06-21
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2979076-2979077-2979229--01353-2986746
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Wiener Morgenzeiinng 2t. Juni tm Nr. 152 J Die Krise in Italien. Unruhen in Rom. — Das Mißtrauensvotum von Orlando provoziert. — Französische Besorgnisse. Seite 4 Wien, Samstag Telegramme. Orlando gestürzt. Das italienische Kabinett demissioniert. Rom, 20. Juni. (Tel.-Komp.) Ministerpräsident Orlando verlangte eine G e h e i m s i tz u n g der Kammer Zwecks Besprechung der auswärtigen Politik und stellte hierbei die V e r t r a u e n s f r a g e. Die Kammer lehnte den Vorschlag mit 259 gegen 70 Stimmen ab, so daß das italienische Kabinett z u r ü ck g e t r e t e n ist. Berlin» 20. Juni. (Korr.-Bur.) Die „B. Z. am Mittag" meldet aus Versailles: Die französischen Blätter verbergen nicht ihre B e st ü r z u n g und geben offen die symptomatische Bedeutung des Sturzes Orlandos zn. Die Gründe für den schnellen Gesinnungswechsel der Kammer liegen in dem Umschwung in der Volksmasse. Der Krieg ' habe Italien nur Niederlagen gebracht und einen von niemandem mehr erhofften Sieg zum Schluß. Aber irgendwelche Früchte des Sieges seien bisher ausgeblicben. Die deutsche Kabinettsbildung. Berlin, 20. Jmri. (Korr.-Bur.) Das Wolffschc Bureau melbet aus Weimar: Im Anschluß an die unverbindlichen Besprechungen, die schon nachts zwischen den Parteiführern gepflogen worden waren, ° ist, wie wir von parlamentarischer Settr erfahren, Hermann Müller damit beschäftigt, ein Kabinett zustande zu b r i n g e n. Es wird davon gesprochen, daß N o s k e im Amte bleibt. Von aitbcrcr Seite wird der bisherige Minister David als zukünftiger Ministerpräsident genannt. Feststehend ist der Rücktritt S ch e i d e m a n n s und der demokratischen M i n i st e r mit dem Grafen Brvckd o r f f. Bestimmt wird damit gerechnet, daß der R ü ck t r i t t des Kahinetts die A n n a h m e der Friedensbedingungrn zur Folge haben wird. Permanente Beratungen in Weimar. Berlin, 20. Juni. (Korr.-Bur.) Das „8 Uhr-Abendblatt" meldet aus W e i m a r : Heute um 4 Uhr nachmittags sollte der Friedensausschuß zusammentreten. Da jedoch die Fraktionen mit ihren Beratungen noch nicht zu Ende gekommen sinh, fällt die Sitzung des Friedensauss ch u s s esaus und die Beratungen in den Fraktionen nehmen ihren Fortgang. Mit dem Zusammentritt des Plenums der Nationalversammlung ist f ü r Samstag kaum mehr; u rech n e n. Man denkt, daß das Plenum etwa Montag nachmittags zusammentreten kann. Die Lage ist jetzt so, daß von allen Seiten und mit allen Seiten dauernd verhandelt wird. Man bemüht sich nach wie vor, die B a s i s z u e'i n e r Einigung zu finden, auf der ein Kabinett im Sinne der bisherigen Mehrheitsparteien zusammenblcibcn kann, da ein Zerfall derMehrheitspacteien mit dem ChaosinDeutschland gleichbedeutend wäre. Schießerei in Berlin. Berlin, 20. Juni. (Korr.-Bur.) Halbamtlich wird mitgeteilt : In der vergangenen Nacht wurden Milirärstrerfen, die den Alexanderplatz passierten, von l i ch t s ch e u e m Gesindel angegriffen, das auch von S ch u ß w a f f e n auf die Rcgrerungstrupven Gebrauch machte, sodaß diese ebenfalls von der Waffe Gebrauch machen mußten. Die sofort alarmierte Besetzung des Polizeipräsidiums eilte den Kameraden zu Hilfe, sodaß die Rowdies, nachdem sie an der Berolina noch eine Handgranate geworfen hatten, es vorzogen, die Flucht zu ergreifen. An der Ecke der Landsbcrgerftraße fielen noch v e r e i n z e l te Schüsse. Soweit bisher festgestellt werden konnte, ist auf. keiner Seite.jemand verletzt worden. Ununterbrochene Verproviantierung 1 Deutschlands. * London, 20. Juni. (Tel.-Komp.) Nach einer Meldung der „Daily Mail" wird der Verkehr der ProviantfchiffenachDeutschland aufrechterhalten, bis die Frist, welche Deutschland zur Unterzeichnung der Friedensbedingungen gewährt wurde, abgelaufen ist. Dr. Neurath dem Standgerichte übergeben. ' München, 20. Juni. (Korr.-Bur.) Die Untersuchung gegen dm früheren Minister Dr. N e u r a t h ist bei der Polizei insowert abgeschloffen, daß er schon in den nächsten Tagen dem Standgericht überliefert wird. Die Anklage des Staatsanwaltes läutet ans Hochverrat. Jüdisches Festkonzert in Prag. Der englische Gesandte als Protektor. — Mafaryk wird dem Konzert beiwohnen, s Prag, 20. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenztg.*) Morgen findet im Nudolfinum ein Festkonzert statt, das die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Prag anläßlich der Anerknmmrg drrnationalenRechtedes jüdischen Volkes durch die Friedenskonferenz veranstaltet. Das Protektorat hat der englische Gesandte und Bevollmächtigte in Prag, Mr. Ereil Großlin, übernommen. Dem Konzerts werden der Präsident der Republik, M a s a r h k, sowie Vertreter der Regierung beiwohnen. Der Präsident sowie der englische Gesandte werden vom Präsidium des Jüdischen Rationalrates und den Vertretern der Lese- und Redehalle empfangen und mit tschechischen, beziehungsweise englischen Ansprachen begrüßt werden. Wie verlautet, wird die Antwort des -englischen Gesandten auf den Anlaß des Festes Bezug nehmen.. Das Konzert, bei welchem Musikstücke von Schönberg. G o l d m a r k und Bruch zu Gehör gebracht werden, wird mit dem Orgelvortrag der jüdischen Nationalhymne ein- Heleitel. Die Regierungskrise in Tschechien. f Prag» 20. Juni. (Tel.-Komp.) Die ..Narodrn Politika" ffchreibt: Präsident Masaryk hegt den, Wunsch, daß das -Koalitwnssystcm in der Regierung und in der Nationalverssammlung a u f r e ch t e r h a l t e n bleibe, allerdings auf einem jneu festgesetzten Programm. Eine Lösung der Krise i wird rmmittelbar nach der Durchberatung des Staatsvoranschlages! erfolgen muffen, denn dann wnd es auch zur Regelung des Verihältnisies zn den Deutschen komme«. Tusars Verhandlungen in Prag. Prag, 20. Jrrni. „Tribuna" meldet: In Abgrordnetenivckd dem Aufenthalt des Gesandten Tns ar in Prag politische c b e it t un g beigemesscn. Man hält dafür, daß Gesandter Tuiar dieser Tage mit den Parteien Ver- ’ baudlungen über die L ö s u n a der Ministers r: ■ beginnen werde. * Berlin, 20. Juni. (Korr.-Bur.) Das „8 Uhr- Abendblatt" erfährt von der schweizerischen Grenze: Nach dem Bckanntwerden der Demission des italienisch en Kabinettcs fanden in denStraßen v o n R o m U n r u h e n statt. Die Demonstranten trugen Aufschriften mit den Worten: Nieder mit Giolitti und Nitti! Es lebe das italienische Fiume! Es kam zu Zusammenstößen mit den Truppe«. SOftm gewinnt aus den Verhandlungen in der Kammer, die der Demission des Kabinettes Orlando vorausgingen, den Eindruck, daß Orlando das Mißtrauensvotum absichtlich provoziert hat, um dadurch dem Zwange, den Friedensvertrag zu unterzeichnen, zu entgehen. Versa'l'es, 20. Juni. (Korr.-Bur.) Uebereinstimmend heben die Pariser Blätter die ausschlaggebende Rolle hervor, welche Nitti in der gestrigen Kammersitzung in Rom spielte, und welche um so bemerkenswerter sei, als Nitti als Verteidiger und politischer Freund Giolittis bekannt sei. Mit der größten Besorgnis blickt die Pariser Presse der Entwicklung der italienischen Krise entgegen. „Echo de Paris" schreibt, Mtti, der Bundesgenosse Giolittis, repräsentiert in der italienischen Kammer stark die deutschfreundlich' gefärbte Strömung. Jene Elemente, die für ein Zusammen« arbeiten mit Deutschland sind, nutzen das vorsichtig^ Manifest Wilsons in der Fiumimer Frage! bestens aus. Die ungarische Mgierung wurde zweifellos! ohne Wissen Orlandos und Sonninos von den Italienern unterstützt. Die ungarischen Erfolge^gegen" die Tschccho-Slvwaken sind größtenteils diesen' Machenschaften zuzuschreiben. Die Presse Italiens scheine immer mehr darauf hinzuwirken, die:' aus der Auflösung der österreichisch-ungarischen Monarchie entstandenen Staaten zu schwächen und' v Deutschösterreich in die Arme Deutschlands zu treibe«.. Daß sie den Donaubund oder besser gesagt die Eler^ente eines eventuellen Donaubundes mehr fürchtet alsf ein vergrößertes Deutschland, läßt sich' nur so erklären, daß sie die Unterstützung Jbiefeä vergrößerter^ Deutschland zu erhalten hofft. Sie will eine deutsch-italienische Entente gegen die Slawe«. Der „Matin" sagt, die Politik der Italiener, welche!. wirtschaftlich' von England und Amerika abhängig seiend könne doch Wohl nicht darin bestehen, sich mit Deutsch-j land zu verbünden. . '; : \ , ::f; ■ ’ Die Aufteilung der österreichischen Bahnen. Prag» 20. Juni. (Tschecho-slow. Preßbur.) Bei Verhandlung des Budgets des Eisenbahnminifterlums im Budgetausschuffe erklärte Minister Dr. S a h r a d ni k, er habe seinerzeit vorgeschlagen, daß die Fahrbetriebsmittel des ehemaligen Oesterreich unter die einzelnen Staaten aufgeteilt werden. Dem hätten die Jugoslawen, die Rumänen, die Magyaren und die Deutschen widersprochen. Sobald der Prälimmarfriede unterzeichnet sein werde, muffe eine Liquidationskommission einberufen werden, die sofort an die Aufteilung des Wagen- und Maschinenparkes schreiten werde. Die heutigen Verhältniffe seien unhaltbar. Die Passivität der Eisenbahnen ser vorübergehend; sobald normale Verhältnisse eintreten werden, werden die Bahnen sicherlich die Kosten ihres Aufwandes decken. Entdeckung von Petroleumguetten in Tschechien. Prag, 20. Juni. Das Tschecho-slowakische Preßbmea» meldet aus Brünn: „Lidove Novinh" berichtet, daß in der Nähe der Gemeinde R a t i s ch k o w i tz Petroleumquellm in einer Tiefe von 550 Meter entdeckt wurden. Das gewonnene Petroleum soll bester Qualität sein und dem galizischen Petroleum nicht im mindesten nachstehen. Heftige Angriffe der Angarn an der tschechischen Front. Prag, 20. Juuü (Tschecho-slow. Preßbur.) Gestern er-> öffneten die Magyaren neuerdings ihre A n g r i f f e ans einem großen Teil der Front. Oestlich von Ko morn beschossen feindliche Monitore unsere Stellungen. Unterstützt von starker Artillerie, griff der Feind N e u h ä u s e l und die N e u trabrücken an. Abends gelang es ihm, nördlich von der Stadt den F l n ß z n ü b e r s e tz e n. Unser Gegenangriffen trieb ihn wieder auf das gegenseitige User zurück und verursachte ihm schwere Verluste. Zwischen Pukanz und Dettva zog der Feind neue Kräfte heran. _ Tarrropol polnisch, Czortkow, Buezaez und Hnfiathn ukrainisch. Vereinbarungen der polnisch-ukrainischen Delegierten. Lemberg» 20. Juni. (Poln. Preßagent.) Die amtliche „GazetaLwoivska" meldet, daß zwischen den polnischen und ukrainischen Delegierten ein Waffenstillstand vereinbart wurde, welcher beide Teile vom 20. Juni verpflichten soll. Die von dm Delegierten festgesetzten Bedingungen müssen noch von beiden Armeekommandos genehmigt werden. Es verlautet, daß nach der festgesetzten Demarkationslinie Tarnopol in polnischen, Czortkow, Buezaez undHusiatyn in ukrainischen Händen verbleiben sollen. LembergerBlätter berichten, daß die Ukrainer, durch bolschewikische Truppen verstärkt, die polnischen Positionen an der Zlota Lipa angegriffen haben. Die Angriffe wurden abgewiesen. Die polnische Bevölkerung in dem Kampfterrain flüchtet massenhaft nach Lemberg. Die Lemberger Bahndirektion stellte den Personenverkehr auf den Linien Lemberg—Rzeszow, Zloczow, Chodorow, Przemyslany ein. Ambildung des Szegediner Kabinetts. Szegedin» 20. Juni. (Tel.-Komp.) Das Kabinett des Grasen Julius K n r o l h i hat eine teilweise Umbildung erfahren. Der frühere Kommandant der österreichisch-ungarischen Marine, Admiral Hör t y, hat das Kriegsminifterium übernommen. Der frühere Ernährungsrmnrster Graf Paul T e l e k y übernahm das Portefeuille des Ministers des Aeußern, während der frühere Minister des Aeußern, Baron Julius,Bornemissa, als Staatssekretär im Ministerium des Aeußern verbleibt. Gömbös ist als Staatssekretär dem Kriegsminister zngeteilt. Die Kärntner Frage. Saint-Germain» 20. Juni. (Korr.-Bur.) Der Viercrrat hätte sich heute laut dein „Temps" mit der K ä r rr t rr e, r Frage beschäftigen sollen, ein vorübergehendes Unwohlsein Lloyd Georges rnachte jedoch den Zusammentritt des Rates n n m ö g l r ch. Man hat sich geeinrgt, die B es etzung durch die Ängoslaweu u n,d Oester reicher n a ch Z o n e n, deren.Grenzen vom Viererrat bestimmt werden sollen, vornehmen zu lassen. Dis Bolschewiken räumen Dünabnrg. London, 20. Juni. Da? Re'niersche Bureau erfahrt: Wie verlangt. r ii u m e u die Bot s ch e w r k e n D ü n a b u r g. Dlc Litauer näherten sich der Stadt bis aus 40 Meilen Tagesbericht. Die Opfer der Kommunisten. In feierlicher Weise wurden gestern zwölf dee Opfer vom 15. Juni zur letzten Ruhe geleitet. Die- Mitglieder des Krersarbeiterrates und der Soldaten^ rate gaben, geführt von Bürgermeister 5Rcujjtaitn,| Landeshauptmann Sev e r, Vizebürgermeister- Winter, Staatssekretär Dr. Deutsch und Ab-: geordneter Dr. Adler, dem Zug der zwölf Särge das letzte Geleite. Die ohne Waffen erschienenen Volks-i wehrmannschaften bildeten ein ambulantes Spaliers. Die Feier verlief ungestört und würdevoll. Zwei neue Todesopfer. Im Allgemeinen Krankenhause sind gestern abermals zwei, junge Männer gestorben, die bei den Unruhen am letzten Sonn-: tag schwer verletzt wurden, und zwar: Rudolf Mauer,- Tischlergehilfe, 20 Jahre, H., Ernstgasse 1. und Josef Leid: f e l l n e r, Schloffergehilfe, 19 Jahre, Mürzstraße 132. Das Todesopfer Josef Findeis. Unter den Todesopfern des Sonntags befand sich auch der 16jährige Josef. F i n d eis, der irrtümlich alsPrivatbeaMtrr bezeichnet wurde, während er in .Wirklichkeit Hörer, tzes. zweitem., j Jahrganges der Handelsakademie auf dem Hamerlingplätz toinv Findeis gehörte einer Gruppe von jungen Leuten an,! die als Begleitung aller kommMistischm Veranstaltungen der letzten Zeit zu sehen , waren und durch lautes, aufgeregtes Wesen ' und große Geschäftigkeit auffielen. Sie erschienen meist ohne Kopfbedeckung, kolportierten Flugschriften, führten erregte Gespräche, verstärkten nach Möglichkeit die Kundgebungen und suchten gelegentlich, sich auch im Ordnerdienst nützlich zu machen. Bei der Versammlung abgerüsteter Hochschüler versuchte einer, dieser jungen Leute, eine kommunistische Rede zu halten, wurde aber abgelehnt und verhindert. j > Die Demonstranten mit einem Maschinengewehr und Gewehren bewaffnet. Amtlich wird verlautbart: i Es haben sich einwandfreie Zeugen (Angehörige der Volkswehr) gemeldet, welche beim Volkswehrkommando zu Protokoll^ gaben, daß sie un Zuge der Demonstranten am 16. d. M. durch die Landesgerichtsftraße eine Gruppe derselben sahen, die riw - Maschinengewehr trug und außerdem im Zuge Leute beobachtete«, welche mit Gewehren bewaffnet waren. Ernö Steiner enthaftet und ausgewiesen«. Der Bndapcster Komumnift Ernö Steiner, der vor inehreren Wochen mit Millionenwerten an Bargeld, Effekten,. Goldwaren und Lebensmitteln nach Wien kam und verhaftet, wurde, um strafgerichtlich und finauzbehördlich zur Rechenschaft gezogen zu werden, ist gestem aus der landesgerichtlichen Untersuchungshaft bei Einstellung deS Verfahrens entlassen worden. * Steiner erhielt die Landesverweisung und die Aufforderung. Deutschosterreich sofort zu verlassen, doch wurde ihm auf fern Ansuchen eine kurze Aufenthaltssrist zur Ordnung seiner Angelegenheiten bewilligt. Nach Ablauf dieser Zeit wird Ernö Steiner an die Grenze gebracht. Eine kommunistische Trauerseier. Im Verlaufe der gestrigen Leichenfeierlichkeiten wurde die Bevölkerung durch Flugzettel zu einer am Sonntag, 10 Uhr vormittags, in der Volkshalle des Rathauses und vor dem R a t h a u f e selbst . stattfindenden Versammlung eingeladen, die als Trauerkundgebung für die am letzten Sonntag erschoffenen Opfer geplant ist. Es wird versichert, daß diese Veranstaltung nach dem Plane der kommunistischen Partei in voller Ruhe' verlaufen soll. Nichtsdestoweniger wiederholen wir unsere Aufforderung an alle bewußten Inden, ihrer Verantwortung eingedenk zu bleiben und nicht durch ihre Anwesenheit bei den kommunistischen Beranstaltangeir den Gindritck zu erwecken, nls ob fie auch nur im geringste-n mit den Umtrieben $«<? kommunistischen Agenten einverstanden stirb, Jeher Jude bleibe den Demönstrationen ' fhrck und 'ächte darauf, daß auch feine FamUieNmitglleder» Hnusi genofie», Verwandte, Freunde und Bekannte das alciche tun. ' _

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.