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Wiener Morgenzeitung · 1919-06-21 · Heft 152 (21.6.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 152 (21.6.1919)
Date
1919-06-21
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 152 Wien, Samstag Wiener Morgenzeitnng 21. Juni 1919 Seite » Politische Ründscha«. Jüdische Wahlen. Würdig und impdsant haben die Juden OsigaWens ihtt Wahlen in die^ jüdischen VölksgtWiNhtn dürchgesiitztt. Mall benötigte keine G.chntztruppe zwecks Sicherung der MW Md Ordnima. es hednrfie keiner besonderen Vorkehrungen bWö WühAtng der freien WählallsWtMg. Sv oft ich diese WtihlbiMr m ve^ schiedenen, Stödten Ostgalizieus mir nUgefthellhabe. dachte ich an die in Westeüropä über die jüdischen Beihälllliffe Osteutzötzas Verbreitete naive Ansicht, das, die Juden Dftemovas | ein dekoratives Element.dürstellell» das sich ck>k Hupt NZH Hacki'kN dem Bolschewismns verschrieben Und bkiit. jeglicher Ginn fiir Amoau und Oenieinschnstsb,somit,, gbgebk, Es war bedauerlich, daß dep Westbereich, der, NftLiNischsN Bb'lkst'epnblik gerade d'e St Zeit hindurch sich in einem schweren nationalen Per- Nmaskrrrge befand mtb. — da fr rillgsbeenm vvn Feinden , angegriffen " fast bsrnmisch abgeschlossen war, wodurch nur Lußem selten .ein Westeuropäe? indir eigenartige und bluilose Revolution auf der jÜdnchm Gasse Einsicht irehmen konnte, Schon die Mvointibtt der jüdischen Bolksmaffcrt Dügaliziens in den ersten NvvembertMn des Wahres 1618 war «in erhebendes Bild. Unabhängtg davom aber fast gleichzeitig m't der Nqatlrchen Revolution der Ukrainer haben die indischen Masten unter Führung der Monistischen Jutcüigenr die ihnen verbaßte, wen volksfrcmde KuNusgeiueiridc grstürzk. Es wurde sogleich die Mische BolksgeNteillde geschaffen, deren Verwaltung eiiM. auS ''amtlichen bürgerlichen» wie sozialistischen, nalwnaljüdischen Parteien zusammengesetzten Komitee unter dem Nacken ..Provisorischer Jüdischer Nativ nalrat" übertragen wurde. Der Wechsel vollzog sich ick ganzen Lande spontan und. fast innerhalb desselben Tages. Alles geschah in vollster Ruhe und Ordnung, wenn gleich manche alte Handlanger der früheren Bezirksbauvtleute sich wiederholt gegen ihre Absetzung ftiiiubten und die lieb ergäbe des, Amtes verweigertrui Nirgends, 'mußte Gewalt ange- ,wendet, geschweige denn, der Beistand der ukrainischen Behörde angerufen werden. Wo immer die Massen mit der von den Zionisten vorangetragenen blau-weißen Fahne erschienen, da flüchteten sich die letzten Reste der Assimilation und hielten sich tagelang im Versteckum nicht vvn der Wut de8 Volkes getroffen zu werden. . Zum Lobs der ulcaiiftsHell Behörden, die sich sonst in der Behandlung der Juden ziemlich antisemitisch gebürdeten, sei ausdrücklich betont, daß sie sich stz, keiner Weise in die autonomen jüdischen Nngelsgenhetten gemengt und daß ihrer-» sejts weder auf die Äusarbeitnng. der Wahlgesetzvrdunng, noch auf die Durchführung der Wahlen selbst irgendwelcher: (Sin* fluß genommen wurde. Ditzsbcgüglich wurde dir Mische Aiitonomie peiulichst respektiert. Die Krciöbghördeii, wre auch dir Regierung selbst gingen hierin soweit» daß sie di« bei ihnen eingelausenen Beschwerden seitens mancher ÄssimilantLn» die sich mit den neue« Vethaltnifsen nicht , übfinden wollten Ulid im Stillen weitet intrigiertendem östgalizischdtt jüdischen Nationalrat zur direkten Erledigung abgetreten hüben, ' Die Wahlordnung zur jüdischen Dülksgömeinde war die denkbar d e m o k r a t i s ch e sttr allgemein, gleich, direkt,, geheim, proportionM und für bstda Geschlechter. Die Verhältniswahl hat naturgemäß den PartetsNkampf aufS..äußerste verschärft. Die beiden sozialistischen Parteien haben «Z daranf abgesehen, das namenlose Elend der jüdischest Nässen ftrtitt durchgeführten, statistischen Erhebungen sind etwa '76 'Prd-?.ent aller Juden unterstÜHNNgsbedurftig) für ihre Parteizwecks anszunütztzn. M«r diesmal ging zum ersten Male dis mächtige jüdisch« Orttzsdot'i; KN heg WtzlMl Mjb in 'KttaÄNM Slädten, wie namentlich in Stanislau stzlbst, griff auch. das Häuflein Assimitanteil in den Wahlkampf einindem sie sich unter irgendeine,n harmloseii/ verschämt naltonalcn,Namen umnetanft hw'en. um dein Volke neuen Koder auszuwerfcn. Unter diesen Umständen .sahen sich dis Zionisten genötigt, auch ihrerseits lebhafter den Wahlkampf zu füllest, der in allen Städten, insbesondere in Gtanislau, riesige DtinensioNen aninähm und mit der größten Erbitterung in Presse und.Versammlungen beinahe. durch vier Wochen getobt hat. Wir gättzischen Zionisten, die seit dem Jahre 1962 schau Mächen ÄÄrhlkampf ansgewchten haben, waren selber höchst . überrascht angesichts der ungeheuren nationalen Energien, welche diesmal in solchem Ueberfluh ver'chnwndst wurden. Es war in hohem Mäße erfreulich zu sehen» wie das Volk instinktiv richtig empfunden habe, büß bi: erst« jüdische Bokksgemelnde und die Art ihrer ZusaminensetznUg das Los der jüdischen Alitonomie besiegelte, weshalb Mau dieser Wahl vielfach höhere Bedeutung als d-?n Wahlen in allgemeine VertrrinitMörper beigemessen hat. Was Wunder, wenn-alt« Maüerll und Anschlagstellen der Stadt mit riesigen Wahkplakaten in allerlei Farben dicht bespickt waren, wenn bis in die spät« Nacht hinein-Jkngzettel hernmschlvirrten, wenn die Wählerversammlungen so häufig waren und so lebhaft zugingen, daß die nichtjübische Oettentlichkeit —die ukraiiiischen Behörden itibegriffen ausmtzrksam wurden und, indem sie von den bevorstehenden Wahlen erst dadurch Kenntnis erhielten, ihre Bewunderung über die tadellos« Organi^iion und mnstergültige -Ordnung ausd rückten. Ein .schweres Ringen war eS, bas sich jedoch mehr zwischen Programmen alS' zwischen Parteien selbst abspieltö und schließlich, als dt: Orthodoxie sich überall ausnahmslos den Zionisten anfchlotz, uAc. einen» überwältigenden zionistischen Siege geendet hat. Dieser Kampf mußte auf die jÄ'esinnung des jüdischen Wählers reinigend und klärend wirken. Er wird es daher den Polen zit tiefft nachtragen, wenn sie jetzt, nach der Besetzung Ostgaliziens, di« Dummheit begehen, die aus freier Wahl heLvorgegangcneu jüdischen Volks gemein den au fzü lösen uns an ihrer Stelle neuerdings die verhaßten „Moschlvs", di: Knebler des Bvlkes und seiner Freiheit, zur Macht berufen. Beim Wahlakt selbst waren sich sänitliche Parteien der großen Verantwortung bewußt, die. umso schwertzv wird, falls' sie aus dieser Wahl in entsprechender Stärke Hervoraehtzn uäd die Leitung der Geschick« des Mischen Volkes im Lande werden übernehmen müssen. Dieses ' Bsrä»t>vortlichksitSgüfül)l steigerte sich ins Unermeßliche besonders am Wahltage m Sjanislau. Es war der 1$. Mai und die Dsfensive der Pvlen hatte bereits große Erfolge zu verzeichnen.^ -Den iimner gut unterrichteten Juden »vor es kein Geheimnis, daß infolge des absoluten Munüionsmangels bei den Ukrainern deren Rückzug unvermeidlich geworden ivar. Man müßte mit dem Eintritt' unruhiger Verhält!,iss« rechnen. Dessen ungeachtet worden die Wahlen mit n,cht evlähnirndem Eifer zu Ende geführt. Mag nun kommen was immer, das jüdische Volk in Osteuropa hat seinen Willen ft» «ineck freien nationalen Leben auf iinposanteste Act kund gegeben. Diesem einmütigen Volkswillen wird sich jeder Laiwesherr beugen r müssen. A. T-t. Pancma und Girardi Hüte werden prompt racon i und billigst nach ZVin, Wähxingorgtirtal 21 und VII., Harlahllfarstrasd» 80 Die Unentbehrlichheit dev MchrkSMMunisteu-Fachleute. — Verschiedene Behandlung der Grundbesitzer. — SysteMlssigkeit in der Fiuanzwirtschaft. Äichapest^ 30. Juni. (Ung. L^l.-Korl-.-Bur-) In der htzutiWU GitznNtz des ^ö!visL.kougj'esseZ ivürdö dis Debatte über die tv i r t s ch ä f t i {cf) e Lage fortgesetzt. In Eewidernng aus die von verschiedenen RednSLn an den bisherigen Maßnahmen geübte Kritik verwies Volksbeaustkügter für das Ackerbauwesen N i) i 3 K t o c darauf, daß auch in der Landwirtschaft Fachlente, also landwirtschaftliche Beamte uMM-chrrtch seiW- Natürlich könne man aus diesen von heute aus morgen nicht gnte Gvzialisten machen. Er könne aber kdnftütieren» daß die nieisten sich der nen)u OesellschaftSordnung angepaßt haben. Was den Vorwurf betrifft, baß auf den meisten Grundbesitzen es fei eben einfach nnmöglich, sofort jegliches Privat eigetttnm abzufchafsen i nnd auch nicht notwendig. Bei 8er Aufstellung volj Arbeitsreierven handle es sich nicht UM sine gswalttätigiö iftßuahnte, söNbeLN darmn, die Arbeitslosen zu organisieren, Nm sie bei der Ernte dort verwenden zu können ,wo man ihrer Mütse. (Beifall.) Hierauf wurde die Debatte geschlossen.! Volksbenüftragtsr für Ainanzwesett Julius L'sngyel erklärte in seinen, Schlußwort unter anderemi Die. durch die Frage der Arbeitslöhne und der Valuta verursachte Beunruhigung sei unbegründet. Das Gerücht v-on der bevorstehenden mehrhundertprozentigen Erhöhung der Mietzinse sei falsch. Die die ehemaligen Eigentümer veröli.chen seien. so dürfe nicht vergessen werden, daß es sich hierbei zumeist um solche handelt, deren Gesinde erklärte, daß es mit ihnen zufrieden sei, so daß man sie ruhig auf ihrem Besitz lassen konnte, bmnit die Produktion fortgesetzt werde. Auf den Vorwurf, daß man den Grundbesitz unter 100 Joch im Privateigentum belasse, erklärt Redner, Zdonzmtriernng der Belrisbe stoße auf v e r s ch t e 8 e n e Schwierigkeiten, insbesondere deshalb, tveil sich in den meisten Betriebes bas Bestreben geltend mache, diese im heutigen Rahmes aufrechtzuerhalten. Wohl seien in der Finanzwirtschai Fehler*und Shstemlosigkeiten zu beklager doch sei kein Fehler geschehen, der nicht wieder gal gemacht werden könne. (Zustimmung.) Die großen und die kleinen Intriganten. Gin« Denkschrift mohammedanischer Indier an Balsour. Anläßlich der Friedüusverhandlungen mit der Türkei berichtet die „Ftatlkfutter Zeitung" über die Bemühungen der mohammedanischen Inder, England zur Erhaltung eines Khalifates Konstantinopsl zu gewinnen. Das genannte Blatt schreiben i Bei einem zu Ehren Lord Sinhas gegebenen Festessen hat A g ha K.h a n znm ersten Male die Rücksicht- Nahcke auf die EmpsindNagen seinäL islamitischen Lan.d'slente öffentlich verlangt. Jetzt hat er gemeinsam mit Emir Ali und ayderen hervorragenden Indern an Balsour eine Denkschrift gerichtet, in der vorgeschlagen wirb, daß die aus türkifchem Boden zu errichtenden autonomen Staaten unter der Gonverällität des osmanifchen Sultans als Khalifen verbleiben, Diesem Wünsche würde England sicher Unbedenklich nachgeöeN, wen« die gleichzeitig von den Verfassern der Denkschrift in offenbarer Anpassung an die großes iNamiiischen P äne des LForeign Office gebrachte Anregung, die türkische Regierung selbst unter die Kontrolle eines Höhe!» anglo-mdischon Verwaltnngsbeamten zu nehmen, gegenüber den anderen Alliierten dürchzusetzen sein sollte. * In der bemerkenswerten Denkschrift der Inder 'verdient nach die AusführunaBeachtttng, baß die islarnitische Welt sich nur dann mit der Schaffung eines jüdischen Staates i» Palästina absinden könne, wenn an seine Spitze ein mo* hack M ä d ä n i s ch e t H er rsch t r gestellt würde. Ein bizäWr Gedankö, der natürlich nur dis Abneigung gegen das Mnzs PrsjekL iil eüte England gegenüber höfliche Form kttiböt, Anfiallend erscheint es, daß ungefähr gleichzeitig mit dieser indischen Denkschrift die „Morning Post" einem sehr schä rfen gegen den Zionismus gerichteten Artikel von Joseph Rein ach Raum gegeben hat. Ec nimmt gegen die Existenz einer jüdische« Rasse (e§ gebe nur ritte semitische Rasse, zu der auch di« Araber gehören), wie einer iüdischetk Nation (diese sei seit 20 Jahrhunderten verschwunden) Stellung. Retnach bezeichnet den Aufbau eines Staates auf der bloßen religiösen Idee als Absurdität^ Bisher wurde diese Anschauung nur von der französischen ge gen die englische Presse vertreten. „Morniilg Post" ist das Blatt, in dem unlängst auch die jüdischen Asiimilanten die Denunziation des ^.Bolschewismus" gegen Teile des Judentums richteten. Herr Joseph R-eittach ist sattsam beksr'nt. Das sind die großen und kleiuen D.ennnziauten und I -trigauten, von denen unlängst Ptof. Weizmann in seiner Londoner Rede gesprochen hat. „Von Trumbic zu Funder." linier diesem Titel bespricht die ,,Ä r b e: t e r - Z e i t u n g" die gigen den Anschluß att Deutschland gerichtete Tätigkeit der in der Schweiz erscheinenden „A g e n t c (S e« 11 ö 11* «nb nennt alS Zeitungen, die die Mitteilungen dieser Korrespondenz veröffentlichten, die ^NeichSpost", das „Neue Wiener Journal", die „Wiener M o r g e n z e i t u n jj* und gewisse Mittagsblätter, die sich alle zu dem „Feldzug gegen die Anschlnßpolitik" vp« dieser Korrespondenz, die ein gewiffer Herr Forst-Battaglia hetauSgibt, mit Nachrichten versorgen ließen. Alle diese Zeitungen, mü Ausnahme der ..Reichspost* —, sagt die „Arbeiter-Zeitung" lM'ru mit der Zeit die Tendenz der Agentur durchschaut. Soweit sich das auf die „Wiener Morgenzeitung" bezieht,' ist die Darstellung der „Arbeiter-Zeitung" unrichtig. Die Telegramme der „Agerrce Centrale" sind «ns zwar zugegangen, doch war nN8 die Wurncktichigkeit ihres Inhaltes sofort klar, weshalb »vir vvn diesen Meldungen keinen Gebrauch machten. Wir haben auch niemals an einem Feldzug gegen die Anschlußpolitik teilgenomnten, sondern nur die überstürzte Agitation des Auswärtige« Amtes bekämpN. die wir als ein Unheil für Deutschland und für Dentschvsterrrich anzuiehen uns berechtigt hielten. Die inzwischen emgetictcne» Emginffe haben UNS leider recht gegeben. Es wäre alwr sehr mtereffant, sestzustellen, woher die „Arbeiter-Zeitungdieses Verzeichnis der Adreffaten jener Telegramme genommen hat. Denn gerade der Umstand, daß die Nachrichten der „Agevce Centrale" uns 'war Uigingen, jedoch von uns nie veröffentlicht wurden, laßt r 1 '..eßen, daß die „Arbeiter- Zeitung", daß neueste Rig.erungsvrgau. von irgendeiner unterrichteten Stelle auf die ganze, herzlich Unbedeutende Geschichte aufmerksam gemacht wurde. Wer ist diese Stelle? Wem kann es am Herzen liegen, die Enipfängrr solcher unerwünschten Mitteilungen zu kontrollieren? Unseres Wissens ift ja das KriegsübrrwachungSamt aufgehoben worden. Es scheint aber unter irgendeinem anderen Rainen weiter zu bestehen. Die Dertreter der Länder und die Wiener Ereigniffe. i Eine parlamentarische Korrespondenz berichtet: Sollte es den Kommunisten gelingen, in Gemeinschast mit einem Teile der Sozialdeniokratcn in Wien .eine Rätediktatnr zu errichten, so würden die Länder rasch das T i s ch t n ch m i t W i e n z e.r-- schneiden. Die Bevöllernng der Provinz würde sich absolut nicht von einer landfremden Minderheit regieren lasten. Sie wijrde vielmehr einen schärferen und energischeren Widerstand leisten als in Wien. E s k ä m e d a n n z ü r v o l l ständig e n 8 o ß r e i ß u n g. Die Arbeit der letzten Wochen, ein besseres Einvernehmen zwischen Wien und dm Ländern herzustellen, war auf deni besten Wege, ist aber nunmehr wieder völlig vernichtet. Die Länder werden bündige Etklärungen und Borkehrsingen der Regierung verlangen und lüsten über ihre Absichten niemanden im Zweifel. Ebenso wollen sie wiffen, ob die Sozialdemokraten die Kommnnistm entschlossen abschütteln wollen. Diese Auffassung kommt auch in entern Artikel der „Christlichsozialen Arbeiterzeitung", des Organs des Abg. K u N s ch a k, zum Ausdruck. Dort heißt es unter anderem: „Wie die Bevölkerung einig ist m bet Teilnahme für dis Opfer, welche dieser blutige Sonntag gefordert, so ift. sie eben auch'.einig in dem Verlangen, daß es nun endlich ein Ende haben muß mit der Wühlarbeit, die täglich und stündlich an der Ordnung des staatlichen und. gesellschaftlichen. Lebens rüttelt. Cre'igniste, wie die vom 12. November,. vom! 28. März und vom 13. Jtttti dürfen sich nicht mehr wiederholen,^ ihnen muß porgebeugt werden mit allen Mitteln, welme der Staat zu seiner und seiner Bürger Verteidigung in der Gesetzgebung zur Verfügung hat." DaS Blatt bespricht, dann das Verhältnis der Sozialdemokraten zu den Kommunisten und sagt: „Wollen sich die Sozialdemokraten ernstlich freimachen von jeder Mitschuld, wollen sie der Ordnung und ruhigen Entwicktung emttt wirklichen Dienst erweisen, dann müssen sie sich endlich offm und ehrlich zunt freien, demokratischen Staat bekennm." Die Beamten der Liquidierungsstellon. Die internationale Liquidierungskommission hat jür das Personal der Liquidier n n g s st e l len m Dentschösterreich folgende Z « weNdunge n beschlossen : Fiir die Zeit vom 1. Jänner bis 1. Mai l. I. L k>v0.-— stark der geforderten K1200.-—, Ab I.Mai monatlich für Ledige 215,6.—, für Verheiratete IL 80.-— mehr igefordert wurden monatlich 800.—). Angeblich sind noch zwei Vertreter answärtiger Staaten nicht int Besitz der Zustimmung ihrer Regierungen; darum bleibt vorläufig die Sachgütersper re aufrecht. Die Teuerungszulage von K 150.— gebührt von der achten Rangsklaffe abwärts einschließlich der Vertragsangestellten und weiblichen Hilfskräfte. Der Stichtag ist der 12. Ium, und die Voraus!etzung, daß an diesem Tage eine mindestens dreimonatige Dienstleistung erfolgt ist. Für die Frau und für jedes Kind gebührt eine Zulage von K 20.-. Weiter wurden eine einmonatige Kündigung rmd außerdem eine zweimonatige A b f e r. t i g n n g , m i t allen A k t i v i t ä t s g « b ü h r e n bewilligt. Die Abfertigung gebührt solchen Personen nicht, die in öffentliche Dienste übertreten. Boni.AnschaffnngsVeitrag von K 500.— wird der bereits ausbezahlte Vorschuß von K 300.— abgezogen. Im Staatsamte für Heerwesen hat sich ein Aktionskoniitee gebildet, das die Forderung aufstellk, das StaatsamtSversonal wate mit dem Liatlidrerungspersonal gleichzustellen. Er, diesbezügliches Memorandum dürfte heute überreicht werden. Die Italiener in Vorarlberg. Innsbruck» 20. Juni. (Korr.-Bur.) Rach Erkundigungen an unterrichteter Stelle erfährt die Tiroler Zeitiiiigskvrrespondenz: Die in S ch r u n s eiNgettoffenen italienischen Offiziere sind von ddrt wieder a b g e r e > ft. Ebenso erschienen in F e l d k i r ch mehrere Offiziere nnd Unterossizittc^ die ebenfalls, wieder abgcgangen sind. Heute sind in Dorn'nrn, mehrere italienisck'^lin'.eiol'fizieie cmgeiroffeu. Es herrrscht d'e Ansicht, daß rs sich um Quartiermacher für die italienischen Truppen handelt, die im Falle der NichtunterzeichNintg des Friedens durch Deutsch land gemeinsam mit der Entente Vorgehen sollen. Keine Naumung Klagenfurts. Spittal a.d. Dran»20. Juni. (Korr.-Bur.) Die Gerüchte der erfolgten Räumung der Stadt Klagenfurt seitens der Jugoslawen entsprechen Nicht den Tatsachen. Der Straßenverkehr St. Veit—Klagenfurt wird von, den Jugoslawen nicht behindert. Der Bahnverkehr ist noch nicht möglich. Telegraphischer und telephonischer Verkehr ist bedingimgsweiie statthaft. St. Veit» 20. Juni. (Korr.-Bur.) Die Jugoslawen räumen die ganzeLinrr zwischen K ln g eu fn r t und der G uvk. Die telephonische, telegraphische und die Eisenbahnverbindung Wischen Klagenfurt nnd tri. Veit dürste im Laufe des heutigen Tages hergestellt sein.

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