Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 151 (20.6.1919)
- Date
- 1919-06-20
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien. Freilag Wiener Morgenzermng 20. Juni 1919 Rr. löl D r.Max Sprecher, Adolf Stand. Abgeordneter Robert Stricker und Rudolf Taussig. Einer Entschließung der Generalversammlung zufolge geht der Vorstand jetzt an die Errichtung eines K r r eg s w a i s e n h e i m e 8 auf Baus einer Hauswirtschastsschule für jüdische Mädchen. Es besteht der Plan, vorläufig '>0 Kriegswaisen aus dem Osten m der zu diesem Zwecke anznt'aufenden Realität unterznbringen und sie zu tüchtigen Hansuuttiunen und Kolonistinncn für Palästina auszllbitden. Mit der Durchinlnuna dieses von Frau Erna P n t a k angeregten und einwortcnen Projektes?st eine Komm'ssron betraut worden bestehend aus den: Präsidium, der Antragstellerln und Herrn Ingenieur Abner B a d i a u. * An die jüdische Kaufmannschaft. Wir erhalten folgenden Aufruf: Die Rot unserer Zeit Ivütet besonders in den Reiherl der jüdischen Studenten, der Blüte unserer Jugend. Nach Jahren unsäglicher Mühen und Gefahren aus dem Felde heimgekehrt, wird sie von neuen Sorgen bedrückt und im schweren L'bensta-'vfe droht ihnen der geistige und php'ische Zu'a nme -bru h. Di> Bereinigung* jüdischer E x p o r t a t a d e ln i t e r, oie einen . großen Teil dieser Jugend umfasst, wendet sich nun an die gesamte jüdische Kaufmannschaft mit der Bictq, bei Besetzung von frei gewordenen Stellen sich unserer Stellenvermittlung in ausgedehntem Maße zu bedienen. Die Leitung dieser Stellenvermittlung betrachtet es. als ihre Hauptaufgabe, n.ü r oerläßliche und vertrauenswürdige, in erster Linie — die überwiegende Mesteheit bidende — notleidende Bewerber zu empfehlen. Der jüdische Kaufmann, der bei uns einen Bureauleamlen aufordcrt, erwirbt eine absolut verläßliche und vorzügliche Arbeitskraft und Leistet dadurch seinem Volke den großen Dienst, dir Energie und den Arbeitswillen vieler jungen Juden zu erhalten. Helft uns bei unserer schweren Arbeit, dem jüdi'ckie» Exportakademiker den Weg zur Zukunft möglichst zu erleichtern: ihr sichert euch dadurch den Dank derjenigen, die bestrebt sind, ihre Kenntnisse und ihre Arbeitskraft daranzufetzen, um die Gesanitheit die Folgen des Krieges so schnell als möglich vergessen zu machen. Vereinigung jüdischer Exportakademiker, 2. Bez., Obere Donaustraße 111. * Rechtsauskunftsstelle. Die Rechtsauskunftsstelle der sozialen Histsgemcmschast Anitta Müller, geleitet von Herrn Dr. David P o b o r 11 {c, amtiert täglich von 9 bis 12 Uhr, II., Praterstraße 17, vorne. * Die israelitische KulLusgemeinde Lezajisk sendet uns eineZuschriit. in der sic ersucht, daß Unterstützunaen für arme Juden in lezajisk nicht an die Adresse von Einzelpersonen, sondern an die Adresse der Kultnsgemeinde gesandt werden. * Ende der passiven Resistenz bei den Liqiridierungsstellen. Die internationale Liquidierungskommisston .hat dem Aktionskomitee aller liquidierenden Stellen Dcutfchosterreichs am 18. d. M. bekanntgegeben, in welchem Umfange den im Memorandum aufgestellten Forderungen zugestimmt wurde. Das Aktionskomitee hat diese Mitteilung znstrmmend j ut Kenntnis genommen und fordert hiermit alle liquidierenden militärischen Stellen aus, die passive R e s i st e n z ab 20. d. M. e i n z u st e l l e n. Die Sperre sämtlicher Güter bleibt nach wie vor ausrecht. Es wird hierüber am 23. d. As. der endgültige Beschluß gefaßt werden. * Einstellung des Betriebes der Zentralstelle sür Kriegsflnchtlinge. Die Korrespondenz Wilhelm meldet:' Die von Dr. Rudolf Schwarz-Hille r geleitete Zentralstelle für Kriegsflüchitinge wird im Auftrag des S t a a t sa m res d e s I n n e r n ain 30. d. Alt. endgültig eingestellt. Bon diesem Tage an findet ein Parteienverkchr Nicht mehr statt. Rechnungen voi» Spitälern, Apvlhckeru, Lieferanten nsw. wollen bis längstens 20. Juli d. I. auf schriftlichem Wege emgereicht werden. * Reisen nach Tschecho-Slowakren. Die tschecho-slowakische Regierung hat ab 2. d. M. auch für Reisen deutschösterreichische Militäcpersonen in die tschecho-slowakische Republik den Paßzwang eingesührt. Deütschösterreichische aktive Militärpersonen, welche in die tschecho-slowakische Republik zu reisen genötigt sind, erhalten den erforderlichen Reisepaß bei der Paßstelle des. Staatsamtes für Heerwesen, 1. Bez., Slubcnring Nr. 1, 1. Stock, Tür 77. * „Geehrter Taschendieb!" An den Anschlagtafeln im IX. Bezirk kann man seit einigen Tagen das folgende Plakat lesen: „Geehrter Taschendieb! Mit bewundernswerter Geschicklichkeit haben Sie mir Sonntag früh am Frmt- Josefs-Bahnhof meine Brieftasche gezogen. Da der Geldbetrag Ihre Erwartungen weit überstiegen haben dürfte, bitte ich Sie, bie Brieftasche selbst, die mir ein teures Andenken ist, sowie die für Sie wertlosen Legitimationen (Verbandskarte, Meldezettel ri>w.) rekommandiert an meine ans dem Vifitkartmtexi ersichtliche Adresse zu senden. Doktor E. H." . * Kamps mit einem Einbrecher. Gestern nachts wurde der Gastwirt Friedrich Teply vom Tiefen Graben auf der Straße vor seinem Lokal vom einem Einbrecher, den er ertappt und verfolgt hatte, mit einem Stocke niedergeschlagen. Herr Teply wurde von Ohnmacht befallen und man hielt ihn für schwer verletzt. Die Rettungsgesellschaft wurde berufen; indessen hatte sich der Wirt vollkommen erholt. * Kindesmord. Am 18. d.M. wurde aüf dem Erzherzog Karlplatz die Leich e eines Kindes gefunden. Das Kind ist zweifellos eines gewaltsamen Todes gestorben. Es war in ein weißes Frauenhemd mit Märke „G. M." und in Zeitungspapier gewickelt. Nächst der Leiche lag ein zerrissener Straßendahnfahrschein, der mit Blut befleckt war und am 16. d.M. zu einer Hin- und Rückfahrt Neichsbrücke—Stadlau benützt worden ist. Verdacht fällt, auf eine mittelgroße blonde Frau nit weißer Schürze und schwarzer Einkaufstasche. Vereinsnachrichten. Alle jüdischen Invaliden und Hei mk e h r e r mögen sich, ohne Rücksicht auf ihreStaatszupehörigkett, beim Organisationsausschuß des Verbandes jüdischer Invaliden und Heimkehrer unverzüglich melden. Gegenwärtiger Sitz des Verbandes ll., Stefaniestraße 2, Caf6 Stefanie. Sprechstunden täglich von 2 bis 5 Uhr nachmittags. — C h e w t a K a d i s ch a, Wien. Sonntag dm 22. d. M., um */,U Uhr vormittags findet im Sitzungssaale der Kulttisgemeinde, I.. Scitenstettengasse 4. U. Stock, die ordentliche Generalv e r s a m m l u n g der Chewra Kadischa statt. — Jüd ischatadcmischerJuristenverein. Bei der Konsti- '»ierung des Ans'chusses wurde zum Obmann Herr Dr. Nahum B lauer gewählt. Aintsstunden täglich von 11 bis 12 Uhr. Bibliothekstunden nur Dienstag und' Donnerstag von 11 bis!2 Uhr Mt Bere'uklokale, IX.. Alscrstraße 28..— .Zionist i s ch e - v o l k s s o z i a l e . B e r e^i ri i g u n g „Hapoel Hazair", Wien. SamStast dm 21. b. M. um präzn'e (i Uhr abendS findet im Sitzmtgsiaal deS Jüdischen Hochschulauoich>.isieS. IX., Alserftraße 28, eine Versammlung statt, in der Herr Dr. Chaim Tartakowrr über die Hapoel .-azam-KvNfereuz in Berlin Bericht erstattm wird. — Zen1ra*b> verband jüdisch er Jugendgruppen Deu 1 s chö st erreich s. Montag den 23. d. M. um präzise 7 Uhr abends findet im Jüdischen Jugendheim, II-, Obere Donaustraße 01, eine öffentliche Tagung statt, die sich mit der Reform dcS Zentralverbandes der jüdischen Jugendgrnppcn beschäftigen wird. ^Referenten: Alfred W e i ß y u t, Rokr t jfc e i-ß,. D.r. Rudolf ist cs. -das Abonnement schleunigst zu erneuern^ für diejenigen Wonnenten, deren Bezugszeit am 15. Juni ab gelaufen ist, damit die Zustellung des Blattes keine Unterbrechung erleide. . Bezugsbedingungen: Für Wien: mit Zustellung Monatlich . . . Kronen 7.— Vierteljährig . . „ 30.— Halbjährig ... - 40,— Gansiährig ... „ 80.— Für die T^echo- Slswakei: Mit Postveriand in tschechischer Währung Monatlich . . Krönkii -7.50 Vierteljährig . . „ 22.— Halbjährig ... „ 44.— Ganzjährig ... „88,— Für Deutschösterreich: mit Postversand Monatlich . . . Kronen 7.50 Vsiert-ljähng . . „ 22.— Halbiähi'ig ... „ 'tt.— Ganzjährig ... 88.— Polen und die übrigen Nationalstaaten : mit Postveriand Monatlich . . . Kronen 8.50 Vierteljährig . . „ 25.— Halbjährig ... „ 50.— Ganzjährig ... „ 96.— Einzelexemplar 36 Heller, Für Deutschland monatlich 5 Marl, Schweiz 5 Frauken, für daS übrige Ausland vierteljährig 26 Kronen. Die Geldsendungen für die Tschecho-Slowakei sind per Erlagschein an-das Postsparkasscnamt P. S. Nr. 150.693 in Prag, für Polen, Westgallzien und Polnisch-Schlesien per Postauweiftmg an die Wiener Lombard und Eskomptebank» Filiale Krakau, für .Wiener Morgenzeitung", Krakau» Nyrrek 12, zu achten. Administration der „Wiener Morgenzeitung" Wien, II., Taborstraße 1-3. Telephon 44.038u. 43.31«. Glanz. Die Delegierten aller Jugendgruppen sowie alle Jugendlichen werden eingeladen, an dieser entscheidenden Tagung teilzunchmen. - Vortrüge und Versammlungen. Lese- und Redehalle jüd. Hochschuler i n W i e n. Samstag den 21. d. M., um 6 Uhr abends, findet im Vereinslokale, IX., Türkenstraße 9, ein Vortrag über ^Jüdisches Leben im! Kriege" statt. — Samstag den 21.d. M., um V>7 Uhr 'abendS, hält Staatssekretär Prof. Dr. Josef Schumv e t e r im Saale der niederösteneichrschen Handelskammer einen Bi *. Zi gu 21. d. M.I präziße 76 tthr"abend8.. findet ^NN Sitzungssaale des Jüd. Hvchschulaüsschusses eine' Plenarversammlung des „Hapoel Hazair" statt mit anschließendem Referat des Herrn Dr. Chaim D a r t a t 0 w e r Uber die Hapoel Hazair-Landeskonserenz in Berlin^ .— Verein ^J i s ch u w E r e z I s r a e l". Sonntag den 24. Sslwan (22. Jtini), 6 Uhr abends, findet im Vereinsloral, II.,' Praterstraße 9, em Vortrag des Herrn Rabbiner W- L e i t.c r aus Amsterdam statt. v e t e r rm Saale der nredervstenerchvryen Handelskammer ernen Bortrag. Uber die wirlschaflstchen Friedensbedingungen. — Z i 0 n i st i s ch e - v 0 l k s 1 0 z i a l i st i s ch e Bereinigung „H a p o L l H a z a i r", Wien. S a m s t a g dm Me Ernährung. Sommerliche Genüsse. Ein Rundgang durch die Straßen Wiens, an Delikatessengeschäften, Spezereiwarenhandlungen und fliegenden Geschäften an oen belebtesten Kreuzungs- Punkten vorbei, zeigt uns,, daß der Sommer — nach ach so langer Zeit — aus seinem. Füllhorn endlich auch für uns arme Wiener einige seiner so lang entbehrten Gaben übrig zn haben scheint. Da liegen Bunde von herrlichem Spargel zu kleinen Hügeln aufgetürmt, dort leuchtet das glänzende Rot saftiger Ananaserdbeeren uns entgegen; ' zwischen Büscheln roten und weißen Rettichs winken uns Kirschen, gedörrte Pflaumen und Birnen entgegen, und manche Frucht aus dem Süden, einst eine gute alte Bekannte, mutet uns. an, wie das Mädchen aus der Fremde. Lüstern weilt das Auge auf diesen „Leckerbissen", diesen „Primeurs", die uns einst so leicht erreichbar waren, die einst zwn Requisit eines „einfachen" Haushaltes gehörten. Sie sind seit Jahren zu seltenen Leckerbissen geworden, weil man ihnen den Weg zn i"'^ abgesperrt mit anderen für unsnoch viel Lebensmitteln. Nun sind sie da, und doch für die meisten — nicht so leicht erreichbar, West sie einen Seltenheitswert erreicht haben, der für das heutige Durchschnittslebewesen nicht bezahlt werden kann.. Für ihn bleiben sie vorläufig noch „Sommergrüße^, aber immerhin, wir freuen uns, daß sie den Weg zu uns wieder gefundenhaben. Sie ^beleben unsere Hoffnungen ans kommende bessere Zeiten. g. Schutzverein der Konsumenten. Der seit Jahren bisher ergebnislose Versuch des Zusammenschlusses der Konsumenten zunr Sckutze gegen Mißbräuche ist nunmehr bei einer großen Zahl von Mitgliedern des Ersten Wiener Konsumvereines geglückt. Vor kurzem wurde der „S Ä u,tzverriniürKonsumenren" gegründet, dessen Tätigkeit vorläufig ans die Bckämvfimg der im Erste« Wiener Korckumvereine bestehenden, durch die Tagesblätter auch zur Kenntnis der breitm Oessentlichkeit gelangten M i Hst ä n d e beschränkt ist; der Schutzverein har mit seiner Tätigkeit bereits eingesetzt und ist bemüht, allen berechtigten Beschwerden restlos, abzuhetsen. Dre Anhänger deS Schutzveremes werden ersucht, bei den Wahlen der Sprengelversammumgm des Erstm Wimrr Konsumvereines nur Mitglieder des „Schutzveremes" zn wählen. Beitrittserklärungen sind an den „S ch u tz v e r e i n b e r K 0 il s u m e n t e n", I., A m H 0 f 11, C a f 6 „z » r G 0 l d e n e n K n g e f, zurichten. Kommunales. Das Defizit der Gemeinde Wien. Der Reservefonds um fast drei Millionen überschritte».! Da§ am Mittwoch ausgegebene Amtsblatt der Stadt Wim enthält die Mitteilung von einer starten Belastung des Reservefonds. Mit 18. Mai d. I. war er um X 2.904.125.08 überschritten. Außerdeui stehen für Rechnung des Reservefonds noch Anträge im Gesamtbetrags von X 10,984.753.65 in Vormerkung. Die Ueberschreitung findet m den Kassenbeständrn ihre Bedeckung. Die städtische Leichenbeftattung. Dem jetzt vorliegenden Berwaltungsbericht der städtischen L ei ch en b e stattu n g für die Jahre 1917 und 1918 sei folgendes eiltnommerl: Die Schwierigkeiten der Materral- und Jnventarbeschäfsung, die verminderte Leistungsfähigkeit der Pferde mußten auf den Betrieb in hohem Maße eiitwirleir - und schließlich. durch die Einschränkung der Aufbahrungen im Trauer-Hause und Kondukte der Bevölkerung Opfer und . Entbehrungen auferlcgen. In der Tat »mttbeit die Leichenbegängnisse — so heißt es in dem Berichte — von den Friedhöfen auS, die vordem eine seltene Ausnahme bildeten, zur Regel und die Ueberbriugung der Leichen in die Leichenhalle der Friedhöfe, namentlich des Zentralfriedhofes, entwickelte sich zu ^einer von der Bevölkerung allmählich einsichtsvoll hingenommenen Einrichtung. So kanr es, daß anch in Wien eine Einrichtung Eingang fand, welche in anderen Städten seit Jahrzehntew durch zwingende Vorschriften als die ausschließliche Art der Besorgung. der Leichenbegärignisse besteht. Der Betrieb hat im abgelaufenen Jahre eine Steigerung erfahren, welche sich in der Erhöhung des Umsatzes von 6,500.000 Kronen des Vorjahres ans. risnd 8,000.000 Kronen des Verwaltungsjahres ausdrückt. Von diesem Gesamtumsätze entsallen auf die bei der städttschen Leichenbestattung durch Parteien unmittelbar bestellten Leichen rund 7,000.000 Kronen, während 1,000.000 Kronen auf Beistellungen für Abnehmer (Spitäler, Privatbestatter). sowie auf die bei der städttschen BegräbniZvcrsichenmg versicherten Leichen entfallen. .An Bestattungen von Kriegerleichen am Wiener Zentralfriedhose hat die städtische Leichenbestatttrng im abgelänfenen Verwaltungsjahre 6339, hierzu 12.288 in den Vorjahren, demnach 1 7.6 2 7 Bestattungen von Kriegerleichen seit Kriegsbeginn durchgeführt. Der G e b a r n n g s ü b e r s ch ü ß ist gegenüber den im Voranschläge vorgesehenen, um rund 110.000 Kronen gestiegen. Bühne und Kunst. Neue Wiener Bühne. (Gastspiel Mexander Moissi.) Null spielt Moissi anch den Franz Moor und bemüh'k sich gar nicht, ein infernalischer Schurke zu sein, messerscharf, zu sprechen, giftig zu kichern und mit teuflischer Geste seine! Ränke zu schmiedeu. Dieser Franz handelt aus Empörung: „Ich..habe große Rechte, über die Natur ungehalten , zu sein! und/bei meiner Ehre! ich will sie geltend machen." AüS bep Anklage dieser ersten Szene heraus, die Moissi unvergleichlich spricht, ist sein Franz Moor angelegt. Großartig die Schrcckensnacht und das Selbstgericht. <A»nst zu Wenig' Kamille. | Die geschmackvolle Aufführung der „Räuber" brachte eine kleine Sensation., Herr Fritz B'antli, der den Karl Moor gab, imitierte Moissi derart, daß mau fast an Absicht glauben muß. Schließlich sind ja Franz und Karl Blutsbrüder. Und dann war es ja lange Jahre liebliche 'Gepflogenheit berühmter Tragöden, beide Rollen am nämlichen Abend zu spielen. So nimmt man's denn hin. Aber die Spielleitung sollte es nicht hinnehmen.. A. - Aus den Theatern. Jin S ch 5 n b r u n n e r S ch l 0 ß t h e a t e r werden heule folgende Bühnenwerke aufgeführt: „Der Fremde und der Bauer" von Tolstoi. „Von >hm alle Tugenden". Lustspiel von Tolstoi, und daS Lustspiel „Die Spieler" von Gogol. Anfang. V,7 Uhr. Im W i e n e r K 0 m ö d i e ri h a u 8 findet technischer Schwierigkeiten wegen, die sür den 22. Juni, 8 Uhr nachmittags, angesetzte Sondervorstellung „Gelöbnis" und „Schwestern", erst am 29. Jum. 3 Uhr nachmrttags, statt. Die gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. Am .22. Jmn geht „Eisik Schestel" in Szene. JmBnrgtheater gelangt Hecke Freitag „Jaakobs Traum" von Richard Beer-Hy smayn zur Aufführung. Anfang 7 Uhr. — Samstag den 21. d. M. wird Shakespeares Lustspiel „Was ihr wollt"^ aufgeführt. Anfang 7 Uhr. Diese Vorstellung ist zugleich die 150. seit Ausnahme de- Stückes in dm Spielplan (26. November 1839). — Montaa den 23. d. M. wird Thaddäus R i t t u e r s „Garten der J«gend" gegeben.' Anfang 7 Uhr. j Im Schönbrunner Schloßtheater wird Freitag die Komödie „D i e S 0 r i n a" von Georg Kaiser^ ausgeführt. Anfang 7S7 Uhr. — Samstag den 21. d. M. geht! Hebbels Trauerspiel „Maria M a g d a l e n e" .m; Szene. Die Rolle der Frau des Meister- Anton spielt, diesmal' Frau H a e b e r l e, den Karl Herr Huber. Anfang! Vs7 Uhr. — Montag den 23. d. M. wird Gerhart H a u p t-- manns Diebskomödie „Der Biberpelz" gegeben*! Anfang Vs7 Uhr. j , Ludwig Wüllner gibt für Studierende und jugendliche Arbeiter einen volkstümlichen Abend am Montag, den 23. d. M., abends 7 Uhr, im großen Mufiktzcreins!aal. Für diesen Abend können die Vertrauensmänner der Mittelschüler-! organisationen und der Vereinigung jugendlicher Arbeiter am! Samstag den 21. d. M. Sitze znm Preise von K 1.— an der Konzertkaffe der H e l l e r schm Buchhandlung auf dem Bauern-' markt 3 beheben. Die etwa noch erübrigenden Sitze gelangen zum Preise von K 2, 8, 4, 5 und 7 zum allgemeinen Verkauf. „PalLstina." Das unter diesem Titek erschienene Propagandahest' der „W c l t" war bald nach Erscheinm vergriffen und hat in verbesserter und ergänzter Gestalt größte Verbreitung gcftmden. Wer sich durch Wort und Bild über die in Palästina geleistete Arbeit informieren lassen will, findet hier reiches Material m übersichtlichster Form ziisarninengetragen. Preis X 3.60. Zu> beziehen durch R. L ö w i t, l, Rotcntmmstraße 22. TjJßMMtawrr