Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 150 (19.6.1919)
- Date
- 1919-06-19
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien. Donnerstag <cks bräche jetzt urplötzlich eine völlig neue Epoche künstlerischer Betätigung über uns herein. Wie alles Neue, wird auch diese Kunst nicht widerspruchslos hingenommen. Nicht immer ist eine au-S reiflicher Ueborlegung entspringende Mlehnnng, der die Schaustellungen. hege grien, oder eine gefühlsmäßige Abkehr vom individuell anders Gearteten, in den meisten Fällen spricht hier angeborene Trägheit oder enttäuschte Traditions- Verehrung das letzte Wort. Ja, selbst der gute Wille, die aufrichtige Lernbegierde wird vor den stummen Kunstir^rken nicht auf den Weg des Verständnisses gebracht. ES fehlt der redende Mittler) der die Brücke von den Absichten des Künstlers zum Bewußtsein deS Beschauers schlagen, die Hindernisse wcgrämnen könnte, die jahrhundertelange Kunstbetrachtung zwischen dem neuen Wollen und dem in Vergangenem weilenden Verstehen aufgerichtet hat. Auch alle Aufrufe und Prospekte, alle Vor- und Nachworte zu Katalogen werden hier wenig fruchten. Wer nicht aus eigenem Erleben oder im Umgang mit denkenden Künstlern die neuen Gedanken erfaßt, wird schwerlich den Manifestationen dieser Art etwas anderes entgegenbringen als eine mehr oder weniger maskierte Verständnislosigkeit. ES gilt hier für den Beschauer vor allein, sein Mißtrauen zu besiegen; er richte nicht nach den Eindrücken. die ihm ein akademisch unkorrekt gezeichneter Arm oder ein kindlich unbeholfen gezeichnetes Stück ^atur vermittelt. Auch vollste photographische Naturtreue ist nur ein Symbol, «ne konventionelle Vermittlung irgend eines Gedanfenmhaltes. Ein Aehnliches gilt von der Farbe. Sie erscheint den Führern dieser Richtung nur als ein den Dingen zeitlich Zugeteiltes Attribut. Hauptzweck der Malerei sei nicht ein Aneinanderreihen von Farben, ein dekoratives Schmucken,, wiewohl auch solche Kunst ihren Anwert besitze. Sie, die Tätigen, dringen weiter vor. Gestaltung des Raumes lockt sie, Raum als geometrischer Ort menschlicher Willensäußerung, nur durch den Willen zu erobern, wie Rembrandt in seinen Landschaften es tat. Die Kubisten wollten so den Räum erfühlen, ihn auf einfachste matheinatische Formen bringend. Dieses Experiment scheint schon überwunden zu sein. Aber noch immer gehört die Liebe der Schaffenden diesem Problem. Friedrich F e i gl, der geistige Anwalt dieser Naler gruppe, stellt sich in seinen Illustrationen die Aufgabe, durch die Wirkungen t er Lichtverteilung die räumliche Vertiefung zu gewinnen. Auch seine Biker sind noch Versuche. Rationell gebändigter Widerstreit' der Farben, symbolische Vereinfachungen der Körperumrisse, ein primitives, unbeschwertes Spiel mit TonErten und Linien sind das Ergebnis seiner starkvon kunstphilosophischen Erwägungen beeinflußten Malweise. Ihm nahe steht Katharina Z ir ne r, die in.Abstreifung alles Erlernbaren zu harmonischen BildkomvositioNen mit tiefem (HefühlSinhalt gelangt. Georg Ehrlich s Federzeichnungerl füllen die Fläche mit zarten,, die Konturen umschmeichelnden Linien. Auch er strebt nach dem Fühlbarwerden des Raumes und wählt mit Vorliebe die Gesten der Blinden als poetische Metapher für das eigene Streben. Willi Nvvaks Bilder und Lithographien sind Aeußerungen einer zart poetischen Natur. Durch neutralisierendes Grau stimmt er die Vielfältigkeit der Palenrs seiner idyllischen LmDschafteu auf einen vornehmen und leicht antikisierenden Ton. Ihm ähnlich O. Th. W. S tein, der. fast ins Genrehafte verfällt. Eine männlich anmutende, farbenfreudige Malweise zeichnet Frieda Salvendys Porträts aus. Carry Hauser scheint sich in der Gefolgschaft Schieles zu bewegen. Karl Fränkel zeigt Lithographien von allzu literarischem Allegorismus, Robert Payer läßt in: dem Kurvcnspiel seines „Kai" die Deutung des Inhaltes offen. Cannerloher hält sich an die Oberfläche der Dinge und ordnet sie zu dekorativen Flächen von guter Wirkung. Die ausstellende Vereinigung entwickelt auch ihr künftiges Aktionsprogramm. Als; solches erscheint die Veranstaltung von Ausstellungen des „Sturm" und der Berliner Novembergruppe, einer Kollektivausstellung Oskar Kokoschka (geleitet von Adolf Loos), einer ungarischen und Dresdener Ausstellung sowie die Veranstaltung von Autorenabenden als Fortsetzung der bemits in dieser Saison begonnenen Reihe. Man merkt: nicht nur die gleichgesinnten Maler suchen Brücken des Verstehens, auch die Literaten fühlen neuen Inhalt ihres' Strebens und suchen das oft gepredigte Ideal eines Zusammenwirken? der Künste. —l. Vorlesung S. I. Imder. Samslag den 21. d. M., 7 Uhr abends, liest S. I. Jmber im Saale des Nieder oster- H chischen Gewerbevereines eigene Dichtungen. ' Karten bei R. Löw'rt, Rotenturmstraße. Martin Bubers Schriften. Ern tiefer Denker, der dichterisch atühende Svrache mit kühler GcdanlenklarhtU verbmdet, hat uns tue wertvollsten Schriften über Wesen und Ziele der jüdischen Bewegung geschenkt. Von seinen bahnbrechenden Werken sind nachstehende durch R. Löwit. Wien,I., RotenturmstraHe 22. zu beziehen: Drei Reden über das Judentum, gebunden K 10.80, broschiert K 6.—; Vom (Seift deS Judentums, K 12.—; © 5 I f tv. Staateu , unh 81 e *# K 1.84; Chernth, eine Rede übk Jugend und Religion. K Ä.feo. netto Ghetto* von Theodor Lerzl gelangt als anläßlich der Wiederkehr deS 15. TbdcktaaeS Theodor MO. Jmu im Wiener KomödienhariS zur Anfsührung. Tie Regie hak Egon Brecher übernomnun. Karlen stnd ab henke in der Dnelihandlung R. Lömn. Wien, l., RotenturmstraHe 22, und im Kemodienhause erhältlich. Wiener Morgenzeitung Sport. Jüdischer Sport in Bielitz. Am Pfingstsonntag fand das zweite Zusammentreffen des Sportklubs H a k o a h mit dem Bielitz- Bialaer Sportverein statt. Das Sviel brachte eine gewaltige Ueberrafchung. Nach dem Überlegenen Siege des ersten Spieles (7:0), rechnete man auch diesmal mit einem sicheren Erfolge des Sportvereines. Es kam aber anders. Nach einer ziemlich uninteressanten ersten Halbzeit, in welcher der Sportverein die Führung errang» folgt eine um so spannendere zweite Hälfte. Brückner erzielte den Ausgleich, wobei ihm der gegnerische Tormann etwas behilflich war. In der Folge verschuldete die Hakoahverteidigung ein Eigengoal, dem ein weiterer Treffer für den Sportverein folgt. Dann kommt wieder die Hakoah durch Brückner zu Goalehren (3:2). In der 42. .Minute vergrößert der Sportverein seinen Vorsprung, aber bereits eine Minute später wird der Hakoah ein „Elfer" zugesprochen, den Langer verwandelt (4:3). In der letzten Minute brachte ein Eigengoal der Sportverein-Verteidigung den Ausgleich. Der B. B.-Sportverein hatte dm Fehler getan, die Hakoahner zu . unterschätzen, was sich dann sehr rächte. Bei der Hakoah waren der Mittelläufer Kleinzähler und Brückner die Bestm. 6. Jüdischer Sport in Brünn. Der seit einigen Wochen bestehende Fußballklub „M akkabi*, Brünn, angegliedert dem Turnverein „Makkabi", Brünn, kann trotz seines Kurzen Bestehens und mangelnden Trainings bereits auf einige recht hübsche Erfolge zurückblicken. So schlug er am 1. Juni die Junioren der M. Slavia 3:1 (Halbzeit 2:0), am 8. Juni die spielstarke Mannschaft der S. K. S ch i m i tz 2:1. Und am 9. Juni spielte die Reserve des S. S. Mrkkabi gegen S. K. O l y m p i a R e f. 1:1. Die Makkabi-Fußballsektion ist dem Verbände der Fußballvereine der Tschecho-Slowakei. beigetreten und wird in dm nächsten Wochen gegen Olympia, Slavia und andere Vereine spielen. Sie verfügt über eine spielfreudige, disziplinierte Mannschaft, welche sicherlich neben den anderen Vereinen mit Ehren bestehen wird Können. Die heutigen Futzbaklrvettspiele. Heute finden durchwegs nur Freundscha'tswettspiele statt, zwei davon liegen Herausforderungen zugrunde. Hertha tritt in Hütteldorf gegen R a p r d an, um für die schwere, im Meisterschaftsspiel. erlittene 7 :0-Niederlage Revanche zn nehmen. Die Favoritner find derzeit in so guter Perfasslmg, daß sie wohl ein bedeutend knapperes Resultat erzielen werden. Auch.in Favoriten gibt es ein Heraussorderimasspiel. Hier ist es die R u d o l f s h ü g e l - E l s. die sich Mr die durch die Amateure in der Meisterschaft erlittene Niederlage rehabilitieren will, was ihr auch gelingen dürste. Auf dem Prater-Sportplatz finden gleich zwei Wettspiele statt. Zuerst treten W. A. F. und H a? o a h an. Die ^Zweitklassigen" werden zumindest einen ebenbürtigen Gegner abgeben. Dann spielt der W. A. C. gegen Sportklub. Die Pratcrleute dürften einen knappen Sieg davontragen. Leichtathletische Wettbewerbe des W. A. C. Das leichtathletische Meeting des W. A. <£„ das heute zwischen, den. beiden Fußballwettspielen aus dem Prater Sportplatz zur Austragung kommt, kann als Generalprobe für die am 28. und 20. Juni stattfindcndrn Meisterschaften gelten. Es gehen die brsten Athleten der Vereine W. A. F., Vienna, Hakoah. Ravid, Lchrer-Sportvereinigung und W. Ä. C. an den Start. Das Meeting beginnt um l/„4 Uhr und umfaßt folgende Konkurrenzen: 100 Meter-Laut, Diskuswerfen, Hochiprung, 8000 Meter-Laus, Speerwerfen, Stafettenlauf 100 4- 200 + 400 -f 800 Meter, Westsprung, 800 Meter-Lau', Kugelstoßen, Stabhochsprung, 400 Meter-Lauf. Wettschwimmen des Damenschwimmblubs „Wien". Heute nachmittags. 4 Uhr, findet die erste schwimmsportliche Veranstaltung im Dianabade statt. Dre Ausschreibung hat der Damenschwiinmllub ..Wien" besorgt. Im Rahmen des Meetings, das zahlre ebe Wettbewerbe für Damen und Herren enthält, kommen auch zwei Wanderpreise — Siegfried und Joses Graf- Wanderpreise •— zur Austragung. - Loiserowitsch, der Mittelläufer und Spielführer der Berliner Auswahlmannschaft, hatte während seiner Anwesenheit in Wien eine Besvrechung mit Funktionären der Hakoah, in tvelcher er seiner Freude über die hohe Entwicklung des jüdischen Sports in Wien äitherte und seine Absicht kundgab, in Berlin emen großen jüdischen Sportverein zu gründen., Ein Unterschied. Zuin Stafettenlauf P o t 8 d a m—B e rlin» der am Sonntag zur Austragung gelangt, haben '64 Mannschaften mit zusammen 3125 Läufern genannt. Am Stafettenlauf F l o r i d s d o r f—H o h e W a 11 e, das die Hakoab am 1. Juni veranstaltete, nahmen 7 Mannschaften mit 40 Lausern teil. Die Wiener Leichtathletik steckt noch in den'Kinderschuhen. Schwimmen „Oyer durch Wien". Diese Propagandaberauftaltung findet nicht wie ursprünglich beabsichtigt am 43., sondern erst am 27. Juli statt. Dis Schwimmer haben die Strecke von der Nußdorfer Schleuß« bis oberhalb der Sovhienbrücke rurückzullgen. Der Wettbewerb ist sowohl für Herren als auch für Damen offen und gliedert sich in vier, beziehungsweise sechs Klassen. Die Schwimmer werben von Booten begleitet werden. Die Gemeldeten, deren sportliche Fähigkeiten nicht bekannt find, werden vorher einer Prüfung unterzogen, indem sie eine Stunde lang ohne Unterbrechung im stehenden Wasser zu schwimmen haben. Der Einsatz pro Nennung beträgt 10 Kronen. Nennungen sind bis 12. Juli an den Verband Oesterreicbischer Schlvimmvereine, 2. Bez., Leopoldsgaste Nr. 43, zu richten. 19. Juni 1919 Nr. 180 Der Volkswirt. Der englische Daumwollmarkt. Der „Weltwirtschaft" wird aus dem Haag berichtet: Der Bänmwollmarkt der Grafschaft Lancashire ist im ersten Vierteljahr des Jahres 1919 der seit langer Zeit denkbar schlechteste gewesen. Das Geschäft war ganz zum Stillstand gekommen und sowohl die Spinnereien wie die Webereien hatten ganz das Gleichgewicht verloren. Die Preise für Manufakturwaren waren, ohne jede Rücksicht auf den Stand des Rvhmarktesj von Woche zu Wische gefallen, so daß die Verhältnisse! im Vergleich zum Herbst gänzlich verändert wurden^ Der Hauptgrund dieser Depression lag tn dem Mangel! an Vertrauen zu den Preisen infolge dedarnieder-- liegenden Marktes, an dem Versagen der Kabelver-> bindung zwischen Manchester und dem Ostmarkte und; an der Ausfuhrnnterbindung nach den neutralen ein»** päischen Staaten. Sv sanken denn die Preise der ameri-* kanrschen Baumwolle in diesem Vierteljahr außer., ordentlich. Gute Mittelware Texas Nr. 8 loco Liver- Pool stand im Jänner auf 22.04 Schilling, fiel aber bis Ende dieses Monats, auf 17.66 Schilling. Nach einigen Schwankungen ging der Preis bis zum 28. Februar auf 18.00 Schilling hinab, um am 12. März bis auf 16.40 Schilling anzulangen. Gegen« Ende des Monats erholten sich die Notierungen ein wenig und stiegen erst auf 16.80 Schilling und zuletzt" auf 18.02 Schilling. Auch' der Handel in Rohmaterial flaute sowohl in Lokoware wie in Zeitgeschäften sehr; ab und nur unbedeutende Zufuhren aus den Vereinigten Staaten trafen ein, während bas Liverpool«! Hauptgeschäft gleich unbedeutend blieb. Der Ertrag der nächsten amerikanischen Ernte zu Ende IM wird auf 13 Millionen Ballen geschätzt und unter den Farmern wird stark Propaganda für eine Einschränkung der Anbaufläche gemacht; mau suchte dir; Pflanzer zu bestimmen, nur zwei Drittel der im Vor> jahre bestellten Fläche anzubauen. Nun scheint zwar' eine solche Einschränkung nicht erzielt worden zu sÄU, aber nach eingetrvffene» Nachrichten ist eine von 1ö«/os zu erwarten. Die glückliche Entwicklung hängt freilich vom Stande der Preise sowohl der von Baumwolle wie' der von anderen landwirtschaftlichen Produkten ab.^ Trotz der großen Vorräte in Amerika hofft man nach; Unterzeichnung des Friedens auf einen guten AbfaU in den europäischen Gebieten. Mit Rücksicht auf die; ägyptische Baumwolle sind sämtliche Preise mrd Vor-« räte noch ganz in den Händen der Regiernug, eiu Zustand, der noch bis zum Schluß dieser Saison Endel Juli anhallen soll. Im Jänner stand gute, volle^, helle Mittelware Sakellaridis, Qualität 3, loko Liver-I Pool, auf 27.30 Schilling und sank dann ans 27.69L Schilling. Einige Handelsbeschränkungen sind gemildert tvorden und Anbau wie Verkauf können frei aus geführt! werden. In der letzten Saison war die Anbaufläche von der Regierung eingeschränkt worden, aber im nächsten!! Jahre haben die Pflanzer freie Hand, so daß wahr-, scheiMch eine große Ernte zu erwarten ist. Mit dem! Wegfall der Regierungskontrolle der Preise befürchtet, man einen wesentlichen Wertverlust, da eine Uebereinstimmung mit den amerikanischen Vorräten im Meise! unvermeidlich ist. , | Auch die Stoffindnstrie lag im ersten^ Viertel des Jahres 1919 außerordentlich darnieder. Infolge sehr knapper Anträge mußte ein großer Teil der Maschinen zum Stillstand gebracht welchen, und die: Zahl der. Beschäftigungslosen in den Webererbezirken war recht beträchtlich. Es ging die Ausfuhr seit 1917 überhaupt zurück. Sie betrug im ersten Vierteljahr' 1917 noch 1.273,936.000 Yards (1 Yard 0.914 Meter), in der gleichen Zeit des folgende« Jahres! 1.066,589.500 Yards und im laufenden Jahre nur noch 647,575.900 Yards. Nach europäischen Ländern hat sich allerdings in der Ausfnbr schon eine kleine Aufbesserung gezeigt, aber die Verschiffungen nach Aegypten, China, Südafrika ließen viel zu wünschen? übrig. Einen besonderen Ausfall brachte das 'H'anptabsatzgebiet Indien, woher wochenlang keine nennenswerten Aufträge einliefen, so daß die Webereien für' kurze Zeit die Betriebe einstellten. Das chinesische Geschäft hat sich freilich auch ein wenig gebessert, aber es! konnte trotzdem nicht die Lage der Industriellen wesentlich, stärken. Die Verhältnisse hatten sich besonders irk Schanghai gehoben, da die geräumten Lager wieder allmählich aufgefüllt werden sollten- Da aber der fonftige iit* und ausländische Markt recht dürftig blieb^ ReKlamierL euer Wahlrecht zum Jüdischen Nationalrat für Dentschösterreich! Wahlberechtigt ist jeder Jude ohne Unterschied des Geschlechtes, der sich zur jüdischen Nation bekennt und das 20. Lebensjahr überschritten hat. / Anmeldung zur Eintragung in die Wählerliste im Bureau des Nationalrates: Wien, II., Taborstr. 20 s.