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Wiener Morgenzeitung · 1919-06-17 · Heft 148 (17.6.1919) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 148 (17.6.1919)
Date
1919-06-17
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Men, Dienstag . . .1.. . ..lii.il Wiener Morgenzeitmrg 17. Juni 1919 Nr. 143 .— > * Ein schießender Einbrecher in der Praterstratze. AM. -14. d. M., nachmittags um halb Uhr, überraschte der Hausbesorger Franz. Rotter, ß. Bez., Praterstraße 51 iwohnhaft, in der auf den Flur führenden Kammer seiner Magd Antonie Kristen, zw ei Einbrecher,.bei der Arbeit. Er wollte sie festnehmen, doch einer der Strolche ^ielt ihm eine Pi st o l e an die Bru st und zerrte ihn $mt Arme zurück. Dann ergriffen beide Einbrecher die Flucht. Die wurden von Passanten verfolgt nrck> liefen über Wie Praterstraße. Der Ehanffenr Rudolf Krejcirik war feiner der vordersten Verfolger. Muf ihn gab der eine Einlbrecher, der auch Rotter bedrohte, aus einer Entfernung von 'wenigen Schritten einen 2 ch u ß ab. Die Kugel durchbohrte den Aermel seines RockeS zweimal an der Schulter, phne den Chauffeirr selbst gu verletzen. Der schießende Dieb eilte bis ins Hans Nr. 17 der Czernkngasse; dort konnte er im letzten Stockwerke festgenommen werden. Die Pistole .hatte er nicht mehr in der Hand. Sie wurde später im Vorzimmer einer Wohnung dieses Hanfes gefunden. Der Mann , hatte sie durch ein offenes Gangfenster hineingeworfen. Sein /Genosse ist entkommen. Der schießende Einbrecher ist der :schon wiederholt abgestrafte 80jährige Koch Franz Strzinek. 'Er wird nach Abschluß der Erhebungen dem LandeSgerichte 'eingeliefert. Die Ausforschung seines Genossen ist eingeleitet. * Die Organisation der jüdischen Staatsbedienfteten Deutschösterreichs hielt nur 12. d. M. eine Vollversammlung ab, bei welcher ein zelmglirdriger Arbeitsausschuß mit dem Recht der Kooptierung gewählt wurde. Die Versammlung bat zu allen schwebenden Organ.iationsfragen der öffentlichen Bediensteten Stellung genommen. — Die Sprechstunden der Organisation finden brs auf weiteres jeden M o n t a g mid Freitag!von 2 bis 4 Uhr nachmittags in den Bureauräumrn des I ü d is ch e n R a t i o n a l r a t c s, Wien, II., Taborstraße 20 s, Ifott. Caf6 Katzer. Morgen Mittwoch findet im Cqfä Katzer> IX., Wahrmgerstraße 26, em Bariölä-Abend unter Mitwirkung erstklassiger Kunstkräfte und der Konzertkapelle Pavel statt. Anfang 8 Uhr. * Wiener Stud.ntm für den Schweizer Erholungsaufentshall. Der Leiter des Schweizerischen Zentralausschnsses der Hilfsaktion „Wiener Studenten für den Schweizer Erholungsaufenthalt, Dr. med. Erwin Last, 1. Bez.,Schottenring 32, Imacht uns aufmerksam, daß mündliche Auskünfte nicht lerteilt werden. Herren, welche sich also um den Schweizer Erholungsaufenthalt zu beiverben beabsichtigen, müssen ihre 'diesbezüglichen Gesuche, 1. den Nachweis der Zugehörigkeit 'als ordentliche Hörer an einer Wiener Hochschule, 2. ein WitLeltosigkeitSzeugnis, 3. ein ungestempeltes ärztliches Zeugjris nebst frankiertem Antwortknvert beigeben und ungesäumt sper Post an obige Adresse ctnsenden und den Termin iwegen der angekündigten Untersuchung durch die Wiendr fTagesblätter abwarten. ' * Diebstahl im Lustspiclthcater. Vorgestern wurde die Garderobe des Ln st sp ielth'e aters erbrochen, .Gestohlen wurden du weißes Kostüm mit Spitzen und Bändern, lilafarbigem Saint Überwurf, vier blaue Seidenblusen, ein Seidenkleid mit Goldbrokat, drei Soireetoiletten, verschiedene andere Kleidungsstücke, ein Handrcisekosfer mit Schmuckkassette, enthaltend eine goldene Armbanduhr ohne feiger, ein goldenes Lorgnon samt Gliederkette, dann Bettwäsche, zusammen mehrere taufend Kronen wert. Gemüsestn'.timlmürtte. Durch eine Verovlnnng der Statthalterei wurde im Jahre 1917 für Gärtner der Marttzwang leingefiihrt und gleichzeitig der Ein- und Verkauf ab Erzeugungsstätte ausnahmslos verboten. Diese Vorschriften werden nun vielfach sowohl von Gärtnern als auch von Händlern nicht eingehalten, was zur Folge hat, daß für die breiten Massen der Bevölkerung Gärtnergcmüse fast unerreichbar geworden ist. Es wird aufmerksam gemacht, daß Uebertretungen der angeführten Statthaltereikundmachnng nachsichtslos auf das strengste geahndet werden. Vorträge und Versammlungen. Jüdischer Gesangverein. Heute Dienstag den 17. d. M. um V-7 Uhr abends findet im Konzerlhanse Ehrbm', 17., Mnhlgasse 80, 2. Stock, die zweite GcsangsUdnng statt. . . Vereinsnachrrchten. ' Mittwoch den 18. Juni, präzise 3 Uhr abends, findet in dtr Cüfä-Meierei Hohe Warte die konstituierende Versannnlung der Bezirkssektion Döbling statt. Alle Zionisten werden ausgefmdet, bestimmt zu erscheinen. ' - KomMnales. Der Harrptvoranschlag der GemÄnde Wien. Der Magistrat hat den Hauptvoranschlag der Geittetube Wien für das Verwaltungsjahr 1919/20, das hist für die Zeit vom 1. Juli d. I. bis 30. Juni 1920, in der vorigen Woche in Verhandlung gezogen. Das 'Ergebnis dieser Verhandlung wird nun dem Stadtrat AUr Beratung vorgelegt werden. Die Zuweisung an den Gemeinderat dürste in den ersten Tagen des Monats Juli stattfinden. i Es wird wahrscheinlich vorerst nur ein Budgetprovisorium dem Gemeinderat vorgelegt werden, iveil man vor Erledigung des eigentlichen Budgets erst die Entscheidung der StaatsreZierung bezüglich der Ucberweisungen aus den Erträgnissen der Hauszinssteuer, der Verzehrungssteuer, dep tAtiegs gewinn- und Kriegszuschlagsteuer abwarten will, iweil diese Entscheidung besonders wichtig für die Bedeckung des auf 300 Millionen Kronen sich belaufenden Defizites im städtischen Haushalte ist. i Die Einuahnten aus der vom Gemetnderat geschlossenen Lustbarkeitsstener werden auf' 5 Millionen beziffert. Aus der Erhöhung der Tarifs bei den städtischen Unternehmungen, wie Straßenbahn und Gaswerke, sowie aus oer noch vorzunehmenden Erhöhung der Strompreise für elektrische Licht- und Kraftabgabe erwartet man, daß bas Budget dieser Betriebe wieder ins Gleichgewicht kommen wird. I Es ist somit die Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß j durch diese Maßnahmen dao Defizit beseitigt wird und fdie laufenden Ausgaben nicht erst durch eine Ausleihe gedeckt werden müssen. I .. . . ■ « Die Ernährung. Der Marktbericht. Tic Märkte waren gestern sehr schwach b e s u ch t; die Beschickung war schwach, aber immerhin bedarsdeckend. In der G r o st m a r k t h a l l e war der Verkehr sehr ruhig. Ans den F i s ch m ä r k t e n gab cs nur genüge Reste von Koufcrvcnfiichrn und kleine Krebse, die aber trotzdem 60 Heller vro Stück notierten. . , Die G r ü u w a r e n m ä r k t e waren gut b:schickt, die Nachfrage wat aber gering. Auf dem Naschmarkte waren zum erstenmal Kirschen ans U n g a r n angckömmen. Die kleine Sendung —• es waren im ganzen nur 900 Kilogramm ~ war zum Preise von 12 K r y n e, n (!) p r o K i l o g r a m m bald verkauft. ' ' . Auf einzelnen Märkten waren E1 e r erhältlich. Der Getreide- und Mehlemlauf. Vom deuischösterreichdschen Staatsamt iiir Volksernährnug wird verb.uckdart: An Get ckdc und Mehl sind mit Eutentesendungen in Dentschristerrc'.ch eingelangt: Am 14/ Juni50.Tonnen Getreide ---- 46 Tonnen Mehl ferner , . . . ....... ... . .. . . . . 1026 „ zusamnien 1071 Tonnen Mehl Am 15. Juni 202 Tonnen Getreide — 182 Tonnen Mehl ferner . . . . . . . . , . . . , . 843 .. zusammen 525 Tonnen Mehl Einlauf seit 4." Juni (in 15 Tage») znfammru 23.933 Tonnen Mehl, »r ' DerzeUlger Tagesbedarf 1716 Tonnen Mehl. - Kartoffelnbgabe. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag werden im 13., 14,, 161; und 20. Bezirk Kartoffeln, und zwar 1 Kilogramm für den' Kopf gegen Abtrennung , des Abschnittes S der Kartofselkärte abgegeben. ' ' ' ’ ' Slbgabe von Sauerkraut und Saucrrüben. Auch in dieser Woche werden Sauerkraut und 'Sanerrüben ohne Einschränkung der Meng? und ohne Vorweisung einer AnSwetskarte abgegeben. Der Preis beträgt für 1 Mograrnm Sauerkraut K. 1.40, für 1 Kilogramm Sauerrüben &... 1.12, Das amevikranijche Hilfswevk. Wie berichtet, hat die amerikanische.Hllfsmission^. unter der Leitung Mr. Hoovers eine Kinder- und.Jugcndhüfsat'ston eingcleitct, für die 24 Mill'.onen Ktoneii verwendet werden sollen. Die Hilfeleistung wtrd auf dem ganzen demschösterreichischen Staatsgebiete l)urchgesührt und nach dem Wiwsche der Nbrdamerikancr soll k c i n Unters ch i e d der. KN'der und Jugendlichen nach Stände n, N a t i vn a l r t 8 t und Konfession gemacht^ werden. Die Aktion umfaßt Säuglinge, Kinder von 1 bis 6 Jahren, Schulkinder von 6 bis 14 , Jahren und Jttgendliche bis zum vollendeten 17. Lebensjahre. Es werden k e i n e N n b r n n g s m i t t. e l. . sondern nur Mahlzeiten verabreicht. Da. die Milltärwancn .und Kinder ,m den Hilssbedürstigsten zählen, ersucht der Berta Geldern- Egmont - Urtlerstiii-migSverein für Militärwagen- und Kmder, zu 'vellatttbaren, daß sich alle . in #3 iett! befindlichen uub, in Bnracht konnnenhen Milnärwanen und Kinder von ihren Elt.'n, bcz.ehungswc'ne deren Stellvertretern beim l'auiderettden Ukslitärlommando, 1., Ucbiggasse 6, Halb stock, Tür 27, wersöi'l'ch nngemeldet -werden, wo auch^die,.ärztliche Untcrsnchnng itatlfindet. Dw in. der -Provinz Wohnenden werden angewiesen, diese Unmeldung'MMärztliche Bestlittgüng be! dem ie'.velligtn'Stationskotnnraudo (Platzkommando, Höchstkommando) durchführen im lassttti An Orten,- in welchen sich keine der «mgesührten m lriäri'chnr Dienststellen befindet, haben die An such enden das Gesuch mu einer ärztlichen'Bestätigung des städtischen oder Gemkindcärztes werscl)cn, dtzr nächsten nnlitarischen Behörde einzusenbcn. Abgnüe von Nährmittelzstbutzen für Kinder. Die vom Staatsamt für Volksernährnug für den Monat Juni zur Verfügung. gestellten- N ä h r m i t t e l z u b u ß e n für Kinder bts zu 14 Jahren werden bei den KonsuiNrntenorganifntioiicit und städtischen Nährmittelzubnstenabgabestellen in der Zeit vom 20. bis 28. d^ M./abgegeben. Es erhalten: 1." Kinder bis zürn vollendeten 2. Lebensjahre 1 Kilograiitnt Weizengrieß, KilMamm Tcigwarcn; 2. Kinder vom vollendeten 2. bis zum vollendeten 6. Jahre 1 Kilogramm Mebl, ’/* Kilogramm Teigwaren; 3/ Kinder vom vollendeten 6. bis znm vollendeten 14. Jahre V* KllograntM Reis und l/t Kilogramm Haferreis. 'Haushalte die mit dem Mcblbczuge bei städtischen Abgabestelleu rayoniert find, erhalten Nährmittelzubußen für Kinder bei den städtischen Nährmittelzubußenabgabestellen, Mitglieder von Konsmnrntenorgamsationm bei der Verschleißstelle ihrer Organisation. Der Bezug der Zubußen erfolgt für olle drei Altersstufen und für alle angeführten Artikel gegen Vorweisung der Mehlbezngskarte und Abtrennung des Abschnittes VI der grünen, chloucrr oder gelben Milchlarte. Detailverkaufspreis der Zubußen: Mehl und Weizengrieß X 5.40, Reis K 4.—, Haferreis K 1,72, Teigwaren K 7.—, alles pro Kilogramm. Mitteilungen der „Rohö". Honte Dienstag: (Zentralmagazin, '8. Bezirk, Piaristengasse Nr. 19): Abgabe von Lekwar, Sardinen in reinstem Olivenöl (Viertel), Zitronen, Sardellen tu Del,. Kartoffelwälzgkieß, Backpulver, Kümmel, Franckkafsee von 8 bis 12 und von 3 bis 6 Uhr. — 1. Bezirk: Nibelungengafse Nr. 7: Kärtoffelwalzgrieß, Zitronen, Toiletteseise, Franckkafsee, Krachmandeln von 9 bi8 12 Uhr und von 9 bis 6 Uhr. — 2., 3., 9., 10., 17„ 19. Bezirk: Abgabe von Lekwar, Sardinen in reinstem Olivenöl (Viertel) von 8 bis 12 Uhr. und von 8 bis 5 Uhr. — 4. Bezirk: Sardiiren in reinstem Olivenöl (Viertel), Kartoffelwalzgrieß, Kaffee-Ersatz von 8 biS 18 Uhr und von 3 bis 5 Uhr. — 11., 12. und 13. Bezirk: Abgabe vörr Lekwar und diversen Kleinigkeiten von 8 bis 12 Uhr n,td von 3 bis 5 Uhr. — 18. Bezirk: Abgabe von Lektvar, Sardinen in reinstem Olivenöl (Viertel), Zwirn von 8 bis. 12 Uhr. — 21. Bezirk: Bari, Zwirn, Labsal, Snppenmässe, Franck'afse', Kartoffelwalzgrieß .von 2 bis 4 Uhr. - - "Das .Kindererholunüshcim der Nohö ist auch ttm he»lrigen Soinmer in der Lage, Mittelstandsktnder in das' ihr iceiritdlickist zur Verfügung gestellte Erholungsheim des Herrn Walter Kohn in Angersdorf bei Karsten rmterzubringen. An- »nelduttgon werdeit. an Wochentagetl von 10 bis 12 Uhr in der Nivetunge.rgasse Ar. 7 entgegengenommon. W. I. A). Hauptlokol: IX. Bezirk, Berggasse 8: Heute Dienstag von -9 bis 11 Uhr vormittags: blau, gnade Nummern; von 8 bis 5 Uor nachmittags: blau, ungerade Nummern. — Mittwoch den '16. d. M. von 9 bis 11 Uhr vormittags: grün, gerade Nummern: von 8 bis 5 Uhr nachmittags: grün, ungerade ^tnmmern. — Freitag den 20. d. M. von 9 biZ 11 Uhr vor mittags: gelb, gerade 9»nmmern; von 8 bis 5 Uhr nachmUtags: gelb, ungerade Nummern. — Samstag den 21. d. M.. von 9 bis 11 Uhr vormittags: rot. gerade NumNiern; von 11 bis 1 Uhr mittaas: rot. ungerade Nummern. - Bühne und Kunst. Vsrlesnng Ariel Birnbaum. Die Vorlesung am Samstag hat gezeigt, daß der junge Uriel Birnbaum nicht nur Maler, sondern auch Dichter ist. Seine von stürksterr Leidenschaften lind lebendigster Religiosität erfüllte Persönlichkeit bemächtigt sich der -künstlerischen Ausdrucksmittel zur Offenbarung einer geistigen Welt, die er als Realität umnitte'lban erlebt. In seinen Bildern ist es ihm restlos gelungen^ die adäquate Form für diese Wirklichkeit zu finden; nicht ganz so vollendet scheint er uns das 'Mittel des Wortes zu meistern. Aber bei Birnbaums Dichtungen fühlt man sich nicht'berechtigt, den Maßstab rein ästhetischer Beurteilung anzulegs-n. Die elementare Wahrheit des Erlebens ist zu stark und tvirkt aufwühlend und erschütternd. Birnbaum las ein Kriegstagebuch, „Das sterbende Dorf"; ein Dorf wird auf Befehl evakuiert, Birnbauin ist« selbst in der kommandierten Abteilung und leidet alle Leiden 'der sinnlos gequälten. Aden scheu mit, so intensiv, daß er an dem Orte des Grauens, in der ansgestorbenen Stätte ehemals blühender Menschlichkeit immer wieder das Leid lebendig werden sieht. In Fieberphantasien, in immer grandioser werdenden Visionen schaut er eine Geisterwelt, in der Schatten und Gestalten mit niederschinetternder Deutlichkeit die.Zusammenhänge und Geheimnisse des Seins, enthüllen. In den Sonetten, aus denen der Künstler einige' vorlas, findet sein ungestümes Gottesgefühl reinen Ansdruck. Leider liest Birnbaum nicht gut, sein Organ--vermag dem eigenen Werk nicht gerecht zu werden. Man hätte den Dichtungen einen Interpreten gewnitscht, der sie auch int Vortrag zu entsprechender Wirkung gebracht hätte. “ Der rehaHrlitterte Hagenbund. Ans dem Stadtrat kommt die Meldung, daß Staat, Land und die Gemeinde Wien zusammen 279.000 Kronert für die Instandsetzung der Räume in.der Zedlitz- Markthalle anfbringen werden, nin dem Hagenbund wieder zu seiner» alten Heim zu verhelfen. Es ist schade, daß bei dieser Gelegenheit niemand die Frage stellte, warum man es denn im Jahre 1911 mit der Delogierung so eilig hatte! Denn bis heute ist diese dunkle Angelegenheit nicht geklärt und man ist lediglich auf Kombinationerr angewiesen. Diese Kombinationen verbinden die Tatsache eines Besuches, der Kokoschka-Ausstellung durch Ferdinand d'Este und die Zusammenfassung seiner Eindrücke in der prägnanten Kritik: „Schweinerei!" mit einer. unmittelbar darauf einsetzenden Aktion der Genieindenrachthaber, die mit der rücksichtslosen Vertreibung der Künstler aus ihrenr Besitz endigte. Was die Vereinigung damals notgedrungen verschleudern mußte (es wurde erklärt, daß alle zurückbleibenden Gegenstände ins Eigentum der Gemeinde fallen würden), kann heute kaum mehr um den fünfzigfachen Betrag wieder angeschafft werden. Hätte man damals den Hagenbtmd ruhig weiter ausstellen lassen,, so wären überhaupt keine Kosten daraus entstanden. Aber Unbildung und Servilität waren stärker als die Vernunft und jetzt heißt es, für die Sünden der ehemaligen Beherrscher Opfer bringen.. Als Trost bleibt nur, daß es gerne tut, um das begangene Unrecht gut zu machen und in der festen Zuversicht, bäß die Zeiten der Knnstdiktatnr im Zeichen der Siegesallee endgültig vorüber sind, sowohl für Deutschland als jenes Oesterreich, das ihm hierin gerne gefolgt wäre. —£ Aus den Theatern. In der Neuen Wiener Bühne gehen Mittwoch be» 18. d. M. „Die Räuber" von Schiller mit Alexander Mö i fsi als Franz Moor in folgender Besetzung der übrigen Hauptrollen in Szene: Alter Moor — Thurner a. D>; Karl Moor — Bantli; Amälia — Lvövsky; Spiegelberg — Granach a. D.; Schweizer — Schreiber; Schuftevlc — Henbrichs; Roller — Kurth; Kosinsky — MendeS'; Herrmann — Jwald; Daniel — Lessen; Moser — Geyer; Pater Stärk. Beginn halb 7. Uhr abends. - In der Bolksoper finden heute Dienstag den 24. und Mittwoch den 25. d. M.-Gastspiele statt, und 'zwar heute anläßlich des hundertsten. Geburtstages Jacques .^fsenbachs „Die schöne Helena" mit Herrn Josef Plaut als Menelaus. In den übrigen Partien sind beschäftigt die Dänten Rantzau, Gerhart und die Herren Bandler, Fleischer, Krrbla, Frischler. Mittwoch den 26. d. M. „Mignon" mit Fräulein Sabine Kalter als Mignon. Der Vorverkauf für diese Vorstellungen beginnt Montag den 16. d. M. Im Carlt he ater wird diese Woche das Ensernble des .Wiener KomödienhauseS zwei Gastoorstellungen veranstalten, und zwar findet am Mittwoch den 13. .nachmittags halb 3 Uhr, mit Rudolf Schildkraut, als Gast eine Allfführung der vieraktigen Komödie „Der Schatz" von David Pinski und am Santstag den 21., nachnnttags, das Arbeiterdrama '„Eisek Schestel" bei ermäßigten Preisen der Plätze statt. — Karten sind an den beiden Kassen deS Carltheaters erhältlich. ' . Die zweite A n f f ü h r n n g von Leon Fenchtwangcr „Jnd Süß" an: Mittwoch den 1.8. d. M. im Sl’icitci- Koniödlinrhanse mit Rndvlf Schildkrant in der Tiietrolle findet zugunsten bcS A b se r t i g n n g o f o n d s der jüdischen Gruppe de r W teuer Stadls ch u tz tu e!i r statt- Restliche Karteit itt der Äa >tz lei des G. r tc p p.e ic-

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