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Wiener Morgenzeitung · 1919-06-14 · Heft 145 (14.6.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 145 (14.6.1919)
Date
1919-06-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Wien. Samstag Seite 4 Wiener Morgenzeitung 14. Juni 1919 Nr. 145. Tagesbericht. Antisemitisches aus Wien. Don antisemitischer Seite werben in Wien Ansichtskarten verbreitet, die auf der Rückseite haßerfüllte Karikaturen, auf der Vorderseite folgenden Tert zeigen: Moses prophezeite Vor 3500 Jahren: „Und du (3lvae£ nacli dem Fleische) wirst zum Eut'cheu tverden, zunr^ Sprichwort und zur Svottre^e unter allen Völker», wolin Gott dich vertreib ui wich." Ferne'.': „Denn ich weiß, eaß ihr nach meinem Tode vergeh ich linttbc'n uu) von ircm Wege abweichcn werdet, den ich euch geboten habe; und da ivird euch da? Unglück tressen am Ende der Tage ^urch die Pogroms), weil ihr getan, was böse in den VugeuFe> Herrn, und inu erzürnet habet durch die Werke 'eurer Hände." (Siehe 5. Buch Moses, Kapitel'28, Vers 3? und Äa itel 31, Vers 29.) I n 0 e n m a s s a k e r s müssen also sein, da.nit sie die Prophe en und Gottesmörder, ai.n eigenen Leibe fühlen, das; die mosaischen Prov^e-eiungen wahr sind. Die Karten, welche anonym mittels der Post versendet werden, sind deutschböhmischer Herkunft und alles weist auf eine deutschnationale Mache hin. Das aufgeklärte Deutfchböhmen hat sich, wie man weiß, seit je durch derartige Großtaten ausgezeichnet. Aber auch gewisse christlichsoziale Herrschaften' scheinen ihre sinkende Popularität wiedererlangen zu wollen, indem sie an die niederen Haßinstinkte der Masse appellieren und nach altbewährten Methoden eine Judenhetze beginnen, um ihre eigenen Sünden vergessen zu machen. In einer Pevtestversammlung der „christlich-deutschen" Bevölkerung des 13. Bezirkes gegen den Getraltsrieden ließ der Abgeordnete Inn schal seine bekannte liebliche Weise erklingen. Der vorliegende Friede sei ein Judensricde. „Aus Oesterreich und seinen Verbündeten ist jetzt der Jude hervorgcgangen. . Er ist der Sieger, ohne gekämpft zu haben. 9koch ist dieser Friede nicht fertig und ein Volk hat schon Rmhe und Frieden, das ist das Judentum!" In allen, Staaten besäßen wir schon Freiheit, nationale Sicherheit- und Gleichberechtigung. Amerikas, Englands, Frankreichs Macht habe Grenzen; „das Judentum hat leinen Krieg geführt und es ist eine Großmacht geworden, deren Grenzen nirgends gezogen find." Die Entente sucht nach Herrn Kunschak nur die Juden;u schützen, sie will Deutschösterreich alles nehmen und den reichen Juden ihren Besitz ilnangetastet lassen. Die Methode Wilson, Clemenceau und Lloyd George in den Augen von Herrn Kunschaks Parteigenossen auch noch als Judenschützer zu diskreditieren, ist nicht unoriginell. / Die deutschnationalen und christlich sozi alen Anti- ' semiten sind Kinder eines „Geistes". Ein Gewältfriede/ für das arme Deutschöfterreich und das Walten.der Herrschaften dazu — das halten wir bestimmt nicht aus! Aber wenigstens den sauberen Pogromhetzern sollte das Handwerk gründlich gelegt werden, wenn schon das Gesindel nicht von selbst begreiGn will, daß seine Zeit vorbei ist. Die Kommunisten vor dem Rathause. Dentschnationale Provokateure. Ein Augenzeuge berichtet: Nachdem der größte Teil der Versammlungsteilnehmer über die Ringstraße, am Parlament vorbei, abgezogen war. verblieben noch ewige Hundert, in.Gruppen verteilt, auf dem Platz vor dem Rathausc, wo es zwischen den Kommunisten und Deuttchnättonalen, welche zum größten Teil Kornblumen im Knopfloch trugen, zu sehr erregten 2 z e n.e n kam,. Zwei Kommunisten in Offiziersuniform waren cs besonders, welche die Menge harcmgniertcn, sich nicht durch die deutschnationalen Provokateure zu Exzessen hinrcißen zu lasten. Die Stimmung wurde immer erregter und erreichte ihren Höhepunkt, als emer von den Provokateuren einen R e v o l v c r z o g. Die Menge-wollte sich auf ihn, der zu flüchten versuchte» stürzen, aber' der eine der früher erwähnten Osfüiere rief: „Nicht schlagen! Laßt ihn laufen, den Feigling! Entwürdigen nur nicht unsere Demonstration!" Und die erregte Menge ließ ihn laufen. Die Reihen ichlosten sich wieder xu einzelnen Gruppen, in welchen die Regierung wefleu ihrer Schwäche heftig angegriffen wwde. Schließlich—cs war 8 Uhr geworden — lösten sich dieGruvpen ans, nachdem die Parole noch einmal ansgegcben wordeir war, heute nachmittags in Masten vor der Universität zu erscheinen, ivv Alymnder M o i s s i revolutionäre Gedichte vortragen iverde. Die Vorfälle im Landesgericht. Nach'Informationen von kompetenter Stelle haben sich die Exzesse im Gefangenenhans des Landesgerichtes Dienstag (der Verteidiger des geprügelten Kyhn, Dr. Sperber, erklärt, daß es Montag war) abgespielt.' Fünf Häftlinge aus vier Zellen wurden von Organen der Justizwache, die dent Stande der Volksivehrabteilung, Justizwache, angehören, mißhandelt. Die Erhebungen ergaben, daß die Justizwache durch das Verhalten der Sträflinge provoziert worden war, die allerhand Geschirr durch die Fenster auf sie henab-- warfen und sie beschimpften und anschrien. Die Justizwache verlaitgte daraus von den Gefangenenaufsehern Zutritt zu - den Zellen und erhielt ihn auch. Gegen diese zwei Aufseher, die entgegen dem bestehenden Verbot die Zellen öffneten, tmirde das Disziplinarverfahren emgeleitet. Die Vvlkswehr selbst untersteht *dem Präsidium des LandesgerichteS nicht. Tie Untersuchung gegen die schuldigen Vvlkswehrleute ist abgeschlossen und di> Akten wurden an die Militäranwaltschckst weiteigeh'ih'l. Einer brr Vrlksuwhruiäuurr, brr au d?u Prügeleien beteiligt ivar, soll bv/its aus der Vvliswehrabreilung entlasst'!; worden jeut. EingesendeL. SaMM Laad Im IlkW beiUMett PhysikalisclvdlSmcM ficilansmlt Dr. Bhnncnltranz iw J>*uat. 1 ÜüMi Auf eine Anfrage des Verteidigers Dr. S pe r b c r in einer heutigen Schwurgerichtsverhandlung -wegen seines Klienten, der zu den geprügelten Häftlingen gehörte, erklärte Oberlande.gerich.srat A i chin g e r,. daß diese Vorfälle.vereinzelt dastehen und daß keinesfalls irgendwelche Hausangestellte in diese Angelegenheit verwickelt sind. . % Ladenschluß und Mindeftruhezeit im Handelsgewerbe. Für den. Kleinhandel mit Lebensmitteln und für den Kleinverschleiß von solchen ist die gesetzliche Ladenschlußzeit von 8 Uhr abends bis 5 Uhr früh festgesetzt, für den Kleinhandel mit anderen Waren von 7 Uhr abends bis .5 Uhr früh. Ausuahmsbestimmungeir des Gesetzes können insofern erfolgen, daß in einzelnen Gemeinden oder in bestimmten Teilen von Gemeinden' während des ganzen Jahres oder während bestimmter Zeiträume der Ladenschluß bis frühestens 6 Uhr abends rückverlegt, oder die Ladeneröffnung über 5 Uhr morgens hinaus auf eine spätere Stunde vorverlegt werden kann. Diese Anordnungen können für die Gewerbe im allgemeinen oder für ein-, zelne Kategorien getroffen, werden. Der Magistrat wendet sich nun an die Interessentenkreise mit der Einladung, konkrete Vorschläge über die Ausnahmsbestimnmngen zu machen. Die Äußerungen sind schriftlich an die Magistratsabteilung XVII, Neues Rathaus, bis längstens 28. Juni zu richten. * Die Gewerbesektion deS Jüdischen Nationalrotes für Deutschösterrcich, derzeit U„ Praterstraße 17, 4. Stiege, 1. Stock» ersucht alle. jüdischen Gewerbetreibenden» Industrielle und Techniker um Auskunft über die folgenden Daten zwecks Ausbau und Ergänzung des Berufskatasters: Name, Beruf, Spezialbeschäsligung, Wohnungs- und Geschäftsadresse, Geburtsdaten, Stand, Dienstverhältnis (Meister, Gehilfe (Geselle), Lehrling). Praxis (wo, wie lange). . * Ehrung der amerikanischen Aerzte Dr. Taylor und Dr. Geist. Die Gesellschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde (pädriatische Sektion) hak den Nniversitätsprofessor ln Philadelphia, Dr. Alonzon Taylor, Anreger der amerikanischen Külderhilssakticur für Deutschösterrcich und Doktor R. H. Geist, 'Generalkmnmissär der Kinderausspeisung in .Wien, zu ihren Wrenmitgliedernernannt und auf diese Weise Dank und .Anerkennung den genannten amerikanischen Aerzten aysgedrückt.' Anmeldung ungarischer Vermögensobj.'tte. Der an fremde Staatsangehörige gerichtete Aufruf der ungarischen Räterepublik zur Anmeldmrg von in ihrem Begrgcn 5 Uhr nachmittags der Vichkommissär Franz Kokas aus M.ährisch-Östrau ermordet. Der bisher nicht ermittelte Täter war mit Kokes kurze Zeit vorher' in Mährisch-Ostrau in Perbindung getreten und hatte ihm vvrgespiegelt/er wolle und könne ihm züm Ankäufe eines Grundbesitzes" in der Nähe von Mährisch- Weißkirchen verhelfen.,. Unter diesem Vorwände hatte ev ihn in die, Gegendvon Bölten gelockt uiid'KokcS. im Walde erschossen und barwilbt. Ort'seiilivohiler von Bölteü haben angegeben, daß sie aNr 1. d. M. gegen 4 Uhr uachulittagS gcseheil haben, wie Kokes in Begleitung heS mutmaßlichen Raubmörders Vom Bahnhöfe in Bülten dem Walde zn schritt. Sonütüg den 1. d.M. war Kökes 'noch in Mährisch-Ostrau gewesen. Er dürfte also , in Begleitung" des. Täters d^n Zug benützt haben, ..der fahrplanmäßig um 1 - Uhr o Min. nachmittags - von Mährisch-Ostran abgeht lrnd um ij Uhr 7 Min. nachmittags-in Bolten hält. Als Mordwaffe hat anscheinend eine Bröwningpistole gedient. G c ra ub t wurde möglicherweise' ein Geld be t ra.'g von m e h r a l s. 10 0.0 0 0 K r o n e n. - Nach. der Vlmtat ist der Raubmörder in der Richtung über Heinzeudorf nach Mankendorfgeflüchtet. Dort hat er mutmaßlich den gegen. 8 Uhr abends.. von.der Haltestelle Mankendorf gegen Zauchtel verkehrenden Zug bestiegen. Auf die Ausforfchnng des Täters wurde eine Prämie von. 5000 Kronen .äusgesetzt. - * DaH Telegramm nm Toll rs Ee«;nabigrlng. DaS mn kX'i.twoch von der „Müucheik-r.Dost'k^vcrössentlichte Wiener L etegranuu, in denr eine An'^qyl l;er^ö.rrazcuder Politiker, gofleit di.7 standrechtliche' Belunid uug Toners protestiert«, orl»aif£ sich -als eilte MysUliccitiou. Nach dein gestern Ar-tür S ch n i tz l e r und Staatsselretär Dr, ' B a u e r die Echtheit 4.)rer Unterschriften bestrit^cu l;a4eu, liegt heute eine Erklärung'Richard' Beer-Hösmaisnz vor,, wonach er das. Telegramm gar nicht gekannt hak. Varträge und VrrsammZungen. Die h e b r ä i s ch c Arbeite r zentrale ver.- onstaklet - hcnle Samslag um '/?8 Uhr abends im Saale des Casö.Rembrandl, >t., UiNere Angartenstraße- (Ecke Förstergasic) einen Vortrag des Herrn J. A.L u b e tz k y über : ..Dw htbrän'che Literatur der Neuzeit".' — V ei e i n Z i 0 n. Heine Samstag inn 4 Uhr ^nachnnNags wird inGuniereitt Vereinslokw Herr. Dr. Emil -S t e i n den cinleiteudeu Vortrag um dem Thenm.: ..Mgememes" im Rahmen des Vortragszyklus. „Die Zulunst Palästmas" halten. — Seminar für i ii d i s ch e k R e ch t. Sonntag-den 15. d. M.,' 10 Uhrvormittags, spricht Dr. N. Goldstern über „Cchciähigkeck. Und Ehchmdermssc". Ort: IX.,. Türkenstraße Ü, 3. Stiege. — Bereinigung' Jüdischer E x v 0 r t cr k a d e m i k e r. Montag den 16. d. M. um V,6 ,Uhr abends findet im Höriaale -21 der Expörtakademie ein Vortrag' des - Professors Alexander Ni a r m 0 r e k über die ..Kolonisation und ine Tropenkrcmkheitcn mit besonderer Berücksichügung Palästinas" statt. Dereinsnachrichten. Sport- und G c f e l l i g k e i t § - V e r-e i ü' Kadi m a. Heute, 5 Uhr. Ausschußfitzung, 6 Uhr. Plcnarversamuilung aller Sektionen, anschließend gemütlicher'AbeNd.' Morgen Sonntag, V-2 Uhr' nach,nittags> Zirsamnlenktlnft im Külbheiin znr gemeinsamen Abfahrt. — Verein Ziöm Wien. sJugendkomnnision.) Sonuwk dew 15. d.-M. veranstaltet der Verein einen gcmemsämen Ansstnfl se>Ncr jugendlichen Mitglieder nach Mauer. Treffpunkt: Endstatrow der ÜE-Lwie, präzise 3 Uhr nachmittags. — Die zionistische S ek t'i 0 n' I nn cr t Stadt' veranstal et Dienstag den 17. d'. M.» präzise V-7 Uhr , abends,. ,m, Eaie, Prüctl (Sonlerrainlökal^» 1, Stubeming, einen Diskussionsabcnd über, den Vortrag des Herrn D'r. Paul Weisengrün „Zionismus und Sozialismus". " sitze befindlichen ungarischen Vermögensobjekten hat an der hiesigen ungarischen Gesandtschaft einen derartigen. Andrang'des. Puhlikrnns verursacht, daß das zur Verfügung stehende Personal seine Aufgabe nicht bewältigen kann. Die' Gesandtschaft hat sich daher an die Budapester Regierung 'gewendet, unr eine entsprechende H i n a u s f ch i e;& ün g be^l vorläufig bis 30. d. M. festgesetzten Termins, der Anmeldung zu erwirken und beabsichtigt, die Dezentralisation.-.der AmneLungen in der allernächsten Zeit zn organisieren. , * Aufruf! In Deutsch österreich sich aufhaltcnde Kriegsgefangene und Zivtlinrermerte aller Länder, die mit der ehemaligen ösferrelchlsch-unflarischrn Mönarchie im Kriege gestanden haben, mögen ihren Namen, ihre Adreffc und den Grund, warum ste sich noch hier besinden, unverzüglich dem Kriegsgefangenen- und Zivilinterniertenanüc in Wien, VI.,' Gumpendorjerstraße 1, im eigenen Interesse bekannrgebcn. Die gesamte Bevölkerung Dentschösterreichs wird gleichzeitig im Interesse unserer noch im Feindesland zurückgehaltenen Kriegsgefangenen anfgefordcrt, nach Möglichkeit Mitteilungen iiber solche 'ehemals feindliche Kriegsgefangene. und Zivilinternierte an das genannte Amt nnzusenden. * Sekbstmordversnch einer Schauspielerin. In einem Hotel in Mariahilf nahm gestern die 27jährige Schauspielerin Mize K., Girardigasse wohnhaft, Vcronal. Die Rettungsgesellschaft brachte sie ins Wiedener Krankenhaus. Die Ursache der Tat ist unbekannt. — * Der Kassenrinbruch in Purkersdorf.) Wie wir gemeldet haben,, wurde, am 2. d. M. in Purkersdorf in der Wohnung des dortigen Notars H a n r e i ch eine eiserne Kasse erbrochen. Aus ihr wurde ein Geldbetrag von 1 7 0.600 Kronen entwendet. Die Erste österreichische Versicherungsgesellschaft gegen Einbruch' hat für die Ausforfch'lng des oder der Täter eine Belohnung vorl 2000 Kronen und für die Zustandebringung des Geldes eine Belohnung von zehn Prozent im Höchstausmaße von 15.000 Kronen einschließlich der Ergreiferprämie uusgesetzt. * Die Telephonverbindimg mit Berlin gestört. Die telephonische Verbindung zwischen Wien und Berlin ist seit gestern vollständig gestört. ^Es standen uns zwei Linien zur Verfügung, die beide über tschechisches Gebiet führen. Seit mehreren Tagen war die eine dieser Leitungen gestört und der Verkehr mußte auf einer Leitrmg abgewickelt werden. Sei: gestern vormittags ist jedoch auch diese Leitung nicht benützbar. Damit ist der direkte telephonische Verkehr' zwisch?» Wien 'und ^Berlin gänzlich unterbunden. * Raubmord. Im Waide von Böllen im Bezirke . Mä.hxijch-Weißl'ircyen lvuroc S.oiuliag den 1, d. M. Letzte Nachrichten. Die Gememdewahlen in Tschechien. s Prag, 13. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Sonntag fiudm die mit Spannung . erwarteten Gememdewahlen: in der Tfchecho-Slowakei statt. In Prag sind 00 Mandate zu vergeben, wovon einige ans die Inden entfalten düritcii, die in der Wahlhewegung eine ungemein große Änhängrrschast curszuweisen haben: . In Pilsen fand eine große Versammlung statt,, m der.Dr. Max B r 0 d und Dr. Angela G 0 l d unter großem Bestall Wracken, Listcnsührer der jüdischnationalen Kandidatenliste ist dort Profcsso'x Kraus. Die Versuche der tschechischen tüdiichen Assimilanten' dlnch die antisemitisch^ Drohung, daß d,e Juden, wenn sie indisch wählen, das volle Staatsbürgerrecht verlieren werden, haben kemen Erfolg gehabt. In Neichenberg fand gestern ebenfalls eine große Versammlung statt» in der Emil M arg n l i e s sprach.- Sehr rege ist auch die jüdische Wahlagitation in T r p l i tz und K a r l s b ad. Verhaftungen zionMscher Mhrer in der Slowakei. - s Prag, 13. Juni. iTel. der „2Sr.' Morgenztg.") Die' Prager „S e l b st w e h r" schreibt: Böse Dcachnchteu kockmen aus der S l v w a k e i. Die Situation der Juden wird dort von Tag zu Tag trostloser, sie. .haben, nicht nur die schwersten Nebergriffe zu. erdulden, sondern leben auch infolge der P 0 g r 0 m st i m m'ü n g in größter Beunruhigung. Die Drangsalierungen haben auch s ch 0 n e i n c A n s ä'h l v 0 n Opfern g e f 0 r d e r t. Wir erwähnen nur als bezeichnende Einzelheit d i e V e r h a f t u n g d e r h e r v 0 r r a g e n dst e n Zionisten u n d. F ü b r e r des j ü d i s ch e n V-o l k s v e r b a n d e s nt der Slowakei und ihre Inte rnierung in Theresienstadt. Diese Maßnahmen find offenbar nur ans Nebergriffe untergeordneter Stellen zurückzusUhren. Die Beisetzung Rosa Luxemburgs. Berlin, 13. Juni. Der. heutige Tag der Beisetzung der Leiche Rosa Luxemburgs" ist in Ruhe verlausen^ In den meisten, indnstriellen Betrieben wurde gearbeitet/' Vielfach hallte sich du Arbeiterschaft am die Enlsendimg von Kranzhepukationen beschränkt. Nach Meldungen'der'Abendblätter'beteiligten sich anher Trauerfeier ungefähr 50.000 Perfönen. Es war unmöglich, Mc am Trauer-zug Teilnehmenden dem Begräbnis selbst beiwohnen zu lassen, und so wurden von jeder Deputation nur vier Mit-, glieder eingelassen. Poluische Trüp»pen in den Komitütett F!ps «nd .Arna eimnurfchi^t. / Prag, 13. Jtmi. 'lKorl'.'Bur.d ^Beukov" -meldet/ daß-nach einer R'achricht aus der Slowakei p o l N i sch e T r u p p r N i» das Gcbjet der Komitate'Z.i p 8 und A r v a ciumarid)ieucu.

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