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Wiener Morgenzeitung · 1919-06-13 · Heft 144 (13.6.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 144 (13.6.1919)
Date
1919-06-13
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Wien, Freitag Wiener Morgenzeitung Seite 4 Telegramme. Amerika an Deutschösterreich nicht interessiert. Bern, 12. Juni. lKorr.-Bur.l lieber die amerckan sehe Auffassung bwiQlirf) des ö fr erreich, s di c n F neben sb c r t v a er . s meldet den Ik'cw-Vorker Korreivondent des „Manchester Guardian": Für den österreichischen Vertrag herrscht lner ' o gut wie kein I n t e r e s s c. Abgesehen van den österreichischen' Einwanderern hat diese Frage die amerikanische Phantasie n i e a n g c r e g t. Nichtsdestoweniger wird bemerkt, daß der Vertrag das N^Uionalttätenpnnzip an drei Steilen flagrant v e r l e tz t, nämlich in Bezug ans Böhmen, Tirol und die erzwunzriie Una b h ä n g i g k e i t D e u tscho ft e r r e. i ch s. Amerika interessiert sich für den Vertrag hauptsächlich aus dem Gesichtspunkte, wie er sich zum A r t i k e l 10 d c r W t l s o n s ch e n Punkte und zu der vom Präsidenten Wilson verlündeten Doktrin verhält, die den Großmächten das Recht gibt, m dm neuen Staaten Mitteleuropas zu intervenieren. Die Antwort an Deutschland. Berlin, 12. Juni. (Korr.-Bur.) Das Berliner „Tageblatt" meldet aus Versailles: Die Antwort der Entente soll in jedem Fall am Freitag abends, spätestens Sa m st a g früh überreicht werden. Deutschland wird e i n e W vH e Zerr zur Entscheidung haben, doch sind nt diesen sieben Tagen auch die drei Tage eingerechnet, die znr Kündigung des Waffenstillstandes nötig sind, damit un Falle der Nichknnterzeichnnng die militärischen Operativ n e n sofort b e-, ginnen können. Berlin in Erwartung der Antwort. Berlin, .12. Juni. (Korr.-Bur.). 'Die „Vossi'chc Zeitung" meldet: Vom zuständiger Seite wird erklärt, daß das Kabmctt entgegen anders lauteitöcu Gerüchten n 0 ch k c t n c n E n t s ch luß über seine Stellung zu den zu erwartenden Ententevorschlägen gefaßt hat. Die Reg:crnug hat sich dafür entschieden, eine derartige Beschlußjaifnng zu. v e r t a a c n, bis die Entcutcaulwort vorliegt. Imlibrio^n wird versichert, daß die Regierung hinsichtlich ihrer Stellungnahme zu, den ursprünglichen Ententcvorschläüen nach wie vor d e r g l e i ch e n Aufs a s s u n g ist. Scheid omann sieht zuversichtlich in die Zukunft. _ Weimar, 12. Juni. (Korr.-Bur.) In der.heutigen Sitzung des sozialdemokratlscheu Parteitages erstattete Scheide mann das Referat 'über Sie Ausgaben der Partei m der Republik. .Er führte aus, die erste der Aufgaben, die wrr zu erfüllen haben, ist die.Verteidigung und der Ausbau der Demokratie. Was das Tbema von der bewaffneten Macht betrifft, und wir nach Kräften bestrebt, jeden reaktionären Geist und jede zu Ausschreitungen' verleitende Wrllkiir und Gewalt" aus den noch bestchenden bewaffneten Verbänden auszurotten. Einen Frieden im I n n e r n herbeizusühren, muß das Ziel aller ehrlichen Freunde der Arbeiterklaffen' sein, in welchem Lande intmer ne sich befinden. Jeder muß bereit-sein, für dieses - Ziel persönliche Opfer zu -bringen. . Liegen die Dinge für uns vollständig klar auf politischem Gebiet, so häufen sich die Probleme um so verwirrender auf wirtschaftlichem Gebiet. Das Leben des arbeitenden deutschen Volkes wird sich durchfetzm durch die Macht des Selbsterhaltungstriebes, lieber alle Wirren der Gegenwart sehe ich z'nv e vs i ch tl i ch i n d i e Z u k ik n s t. Unser Volk wird nicht untergelien. und es wird,, indem cs für seine Srlbsterhalttmg sorgt, andere Völker nicht schwächer und ärmerr machen, sondern stärker find reicher. «Lebhafte Zustimmung.) Wir.haben unser Friedensangebot gemacht, nicht weil wir llus als. Schwache vor dem Starken ducken müssen, sondern weil wir uns zu der Erkenntnis durchgerungm hatten, daß n.i ch t alle Forderungen der Gegner n n g e r e ch t sind. Der Bertiag soll die Sicherheit eines dauernden'Friedens bieten. Die Nicdnlage, mit der dieser Krieß für uns endete, kann n i ch t e n d g ü lrig sem für das Geschick eines Volkes. In diesem Sinne heißt es für uns: Wir sind geschlagen, nun aber auf und vorwärts znm Sieg. (Stürmischer Beifall und Händeft ätschen.) Bela Kun will nicht nach Paris gehen. Saint-Gerrnain, 12. Juni. (Korr.-Bur.) B e n e f ch, K r a m a r f ch und B r a t r a n u baden sich, dem ..New Port Herald" zu'olge. Mit der von der Entente vorgeschlagenen Festsetzung d e r u n g a r i s ch e n G r e n z e u t nt allgemeinen e i n v e r ft a n d e n erklärt mit Ausnahme von unbedeutenden uou Bratiann vorgcschlngenen Aenderungen. Bela Kun ivird aufgefordert werden, seine Trilvpcn hinter die so bezeichnetui Lmien z u r ü ck z n z i e h e n, und soll im Falle seiner Zustimmung nach Paris geladen werde u, um Ungarn aus der Friedenskonscrenz zu vertreten. Erstellt abergeivisseBedingungcn, schiebt die Schuld am Kampfe in der Slowakei auf die Tschechen und verlangt ein e Konferenz t ’n Wien, um zu einem gerechten Uebercinkommen zu gelangen. , Saloniki für Jugoslawien? Laibach» 12. Juni. lKorr.-Bur.) ..Slovenec" berichtet aus Belgrad: Die Meldung, d a ß G r i c ch e n l a n d Jugoslawien den Hafen von Saloniki zurBersügung gestellt hat, rief eine lebhafte Erörterung hervor. Es herrscht die Ansicht vor, daß dieses Entgegenkommen eine Kompensation für Fiume darstelle. Eine derartige Lötung der Fiumefrage wird entschieden abgelehnt, weil Jugoslawien an der ganzen mehrere hundert Kilometer langen Küste keinen einzigen großen Hafen hätte.' Die deutsch-polnische Grenze gesperrt. Warschau, 12. Juni. (Poln. Preßagent.) Das polnische Ministerium des Innern hat die Sperrung des Personen- und Warenverkehrs nach Deutschland über Szczakowa—Oswiezim und Dziedzice verfügt. Standrecht und Prävenlivzensnr in Tschechien. Prag, 12. Juni. (Korr.-Bur.) Das „Amtsblatt" veröffentlicht eine Verordnung des Landesverteidigungsministers betreffend die Einführung des S t a n d r e ch t e s für Verbrechen gegen die Sicherheit des Staates. * Den Blättern imtrbe mitgeteilt, daß die Präventiv- Zensur «angeführt ivrrd. Die Vorlage der Pfiichtyemplare mrd auf Zwei Stunden vor Ausgabe des Blattes festgesetzt. Ger sozialistische Prinz Lobkvrvitz. 12. Juni. (Tel. der Mrt-r-m'tg."'' Tee Beuger drs FiveitdniinrsjLö m Krimitz, der ebemalige' PrliiftTr. Jaroslaw Lobt o'-w i I'. wird von de» tschechisch»zuou ftn 30■ t.1 '.mt ui , rn Krimitzer Gememderat landidie'.t. .. 13. Juni 1919 ' - Nr. 144'J Die Pogrome in Polen. Der Pogrom in Krakau. Dem „Nowft Dziennik" entnohmen wir folgenbc weitere Einzelheiten über den Pogrom in Krakau: Der Schneider Lazar Szymom G 0 ttlieb, der während des Pogroms am Freitag einen Bauchschuß erhalten hat, ist im Spital gestorben. Er hinterläßt eine Frau und drei Kinder. In AnrelcZenheit der angeblichen Schießereien jüdischerseits lind der' in jüdischen Häusern gefundenen W affe n, über die besonders der dem Generalstab der Armee Haller zngeteilte Oberstleutnant Modelski so genaue ,,Informationen" zu geben in der Lage war, erfährt das' genannte Blatt, daß die Freitag nachts in den Häusern Stradom Nr. 11 und 17 dnrchgeführte gründliche Revision g a r k e in R e s u l t a t ergeben habe. . Was den Charakter dieser Pogrome anlangt, so wurhen auch diese von verschiedenen Seiten, wie dies in der letzten Zeit üblich ist, Mit den Approvision i e r un g s s ch w i e r i g k e i t e n in Verbindung gebracht. Diese Ursache wird jedoch von berufenster Seite i n Ab re d c g e.st e l l t. In einer Unterredung mit einem Vertreter des „Notvy -Dziennik" erklärte der Vizepräsident Rolle, daß Krakau gegenwärtig in bezug auf seine Verproviantierung sehr gut stehe, viel besser als im vorigen Jahre. Weiters, bemerkte Vizepräsident Rolle, spreche dagegen auch der Umstand, daß diesen Plünderungen nicht Lebensmittelgeschäfte,- sondern fast ausschließlich Konfeklions- und Bijouteriehandlungen zum Opfer gefallen seien. Er bezci'chnete es als interessante Tatsache, daß, während fast sämtliche Galanterie« und Konfektionsgeschäfte in der Grodzkagasse ausgeraubt wurden, das Selchwarengeschäft Kurkiewicz unberührt geblieben sei, was nicht aus. den Hunger der Menge deute. . Nach dem Pogrom ließ der Magistrat eine Kuitdmachung anschlagen, worin alle Männer von 20 bis 50 Jahren zum pflichtgemäßen Dienst bei der. Bürger wehr aufgerufen^ werden. Trotzdem werden in Podgorze die sich zu diesem Dienste meldenden Juden, ja sogar diejenigen, die der Bürgerwehr bereits angehören, zurückgewiesen. Die polnischen Assimilarrten reisen nach Paris. Eine aus den Herren Stanislaw Natanson aus Warschau, Dr. Schleicher aus Lemberg und einem Herrn aus Krakau zusammengesetzte Delegation der assimilatorischen Juden in Polen ist, wie dem „Nowy Dziennik" aus . Warschau telegraphiert wird, nach Paris ab gereist. Ihre Reise steht mit der Angelegenheit des Minoritätsschutzes in Zusammenhang. Die Herren Ässimilanten sch einen sich in .Polen trotz per Massenpogrome noch immer sicher zu fühlen.. . " Der off z e l: Bericht über Iden Pogrom in Czenstochau. . Warschau, 12. Juni. (Polnische Preßagentur.) Das polnische i n i st e r i u m d es Ae u ß e r n verössentlicht f-olgeudeu .Bericht des Regierungskommissärs. in Czenstochau: Am 27. Mai fanden in Czenstochan Straßennurnhen statt, welche jedoch schon um 11 Uhr abends dank dem energischen. Einschreiten des Utegic* ruitgeko ninl'särs, der Polizei und des Platzkommandos' v 0 l l st ä n d i g un t e r d r ü ck t wurden. Den Anlaß zu den Unruhen gab die Verwititdnng des Soldaten Stailislans D z i ade ck i lioin 2.7..Regiment durch cinen Sri) st 13, der ans einem Häufe.in der Marienstraße siel. Bald darauf sammelte sich eine größere Menge von Arbeitern au, welcher sich auch *eine Gruppe her Soldat e n d e r H a l Le v - M r 11t ee an sch loß. D ie Men ge nähm eine, d r0hend e H altun g der j übischen B e v öl k er u n g ge ge st üb e r eilt, sie wurde jedoch von sta"keu Militärpatrouillen und von der Polizei a it s ein a it de rgetr ich in. Der Bürgerineister. er-- li-eß eine beruhigende Proklamation an die Bevölkerung- Der Stadtrat faßte einen einmütigen Beschluß ^desselben Inhaltes. Auch hie'Lokalblätter verurteilten entschieden di" Exzesse. «Ernste.Gründe weisen darauf Hirt, daß der Schuß ' v. 0 n e i n e m P-r 0 v 0 k a t e u r abgegeben wurde.. Als Opfer der Unruhen wurden 7Tote, 9 Schwer- und 11s Leichtverletzte sestgestellt. Laut Informationen der jüdischen Blätter tvurdeneinige. Soldaten verhaftet. Die Staatsanwaltschuftt .eröffnet^ eine Untersuchung über, die .Vorgänge. Am 26. Mai erschien eine- AbordWNg der. j üd iv s chen Kultus g cme in d e Regiernngs-' komniissär. Sie gab-einmütig zu,, daß . die durch die Behörde s ergriffenen ^Maßnahmen die -Ausbreitung der. Unruhen verhinderten,) ..Haß Polizeisnnktionäre und Truppenoffiziere 'energisch.gegen dic. Exzedentcu vorgingen: Ein Polizeifunktionär . wurde von der Menge mißhandelt. 7 (Jn diesem Berichte . wird wenigstens offen : be- > kannt, Laß der Pogrom stattgefunden hat und daß sich Hallersche Soldaten daran beteiligt haben. Woher der „Provokateur." kam, wird leider nicht festgestellt. Auch über die bestialische Ermordungdes jüdischen Arztes Dr. Nathanowicz, der einem Schwervcr-- wundeten Hilfe leisten iwglltc-, weiß der offizielle..-Be-' richt kein Wort. Die Red.) Aussagen eines nentrale» Angenzeuge«: Wien, 12. Juni:' Der Ukrainische Pressedienst' meldet: Der DeUtschöMtreicher" Kart Küre) welcher' bei der Eisenbahn' in Stanisläu angestellt war, ist heute von Stan^sl'äu in 'Wien eingetrosfen. Ueber das Hausen der iit OshgaliMn ''-eiffgetLcktÄi Polen' berichtet er: Zu Pfingsten wurden zirka 300'Juden aus den Betten herans'gerissen und den ganzen Tag zu AufränMungsarbeiten verwendet. Ihre Proteste wurden mit Repressalien beantwortet.' -Am Pfingstmontag mußten die j ü d i s ch'e n H v ch s ch ü l c r die - Kanäle p uch e N.- Wehe ‘ dein - Juden-» wÄcher mit „Pejsen" auf der Straße -zu erscheinen wägt.' Did polnische Jugend beiderlei Geschlechtes reißt ihm die Haare so lange ab, bis die „Pejsen" verschwinden. Diese echt polnische Jagdauf die Ukrainer und Juden steht unter der Oberleitung des polnischen Obersten W 0 l g ne r- , , SB Die Gemeindewahlen in Tschechien. § Prag» 12. Juni. (Tel. der „Wr. Morqenztg.") Der Kampf um die Gememderatsmandate hat seinen H öhepunkt erreicht. Wohl in feiner , anderen Stadt der Welr wird so von allen Seiten um die jüdischenStimmen geworben, wie in Prag, was kein Wunder ist, da die Majorität der früheren sogenannten deutschm Bevölkerung aus Juden besteht. Auch die nationalsoziale und insbesondere die deutschbürgerliche Partei könne sich im jüdischen Stinnnenfanq nicht genug tun. So überschreibt die „Bohemia" einen Artikel: Bewußte und trotzdem deutschgesimste Juden und weift darauf hin, daß auch jene Juden, welche bewußte Juden sind, für den deutschbürgerlichen Kandidaten eintreten müssen. Trotz aller dieser Bemühungen kann schon heute mit Wahrscheinlichkeit voransgesagt werden, daß die Zionisten und die deutschen Sozialdcntokraten einige Mandate erringen dürsten, während die Dcnlschbürgerlichen kaum eine Aussicht auf ein günstiges Wahlresultat haben. Wirtschaftliches aus Tschechien. n Prag, 12. Juni. (Tel. der Morgenztg.") Die Falkenauer Gruben-Bergbcntgesellschast wird ihren Sitz von Wien nach Prag verlegen. — Die Kohlenförderung in Nordwcftböhmen hat auch im Mai angehalten. Die Durchschnittssörderung ist um 20 Prozent gestiegen. — Einer Abordnung der deutschen und tschechischen Textilindustriellen, die im Finanzministerium vorsprach, wnrde vom Finanzminister erllärt, die Vermögensabgabe werde im Durchschnitt nicht Über 10 Prozent betragen. — Unter der Firma „Tschecho-slowakische Zuckergesellschaft der Rübenbauern Gei. ni. b. hat sich hier eine Unternehmung konstituiert, welche den Zweck hat, eine ganze Reihe von Zuckerfabriken zn erwerben. Die Gesellschaft will auch das Zuckerkommissionsgeschäft betreiben. Prag, 12. Juni. Unter der Bezeichnung „Tschecho-stoivakische Zuckersabriks-A.-G." konstituierte sich dieser Tage eine neue Gesellschaft, welche auf Veranlassung der tschecho-slowakischen Rübenbauervereinigung errichtet wurde. Ihr Zweck wird sein, Uvtemehmungen aller Art, insbesondere Zuckerfabriks-Unternehmungen zu errichten, in ihre Verwaltung zu übernehmen und zu verpachten.. Die Gründung, Umgestaltung, Vereiitigung und Llguidierung dieser Unternebmungen vorzunehmen. Ferner wird sie mit den eigenen Produkten sowie Mit im Kommissionswcge erworbenen Artikeln Handel treiben. Die Gesellschaft wird vor allem die Jntereffen der Rübcnbaner wahren. Die Einfuhr Angestempelter Banknoten nach Tschechien verboten. n Prag» 12. Juni. (Tel. der „Sr. Morgenztg.") Mit emer Verordnung drS Fmcmzmmifietlums vom 10. Jrrni wird bekannt gegeben, daß die Einfuhr und Versendung u n g eist e in p elter Banknoten der Oesterl-richisc!,-ungarischen- Bank in das Gebiet des tschccho-ilowakiichen Staates verboten ist. In ri'ictsichtöwiirdigen Fällen kann der Finaiimiiuister von dieser Bcstnumung Ausnahmen treffen. Eintägiger Generalstreik der Bürgerlichen i« Reichenberg. Prag, 12. Juni. (Korr.-Bur.) Das „Prager Tagblatt* meldet aus Reichenberg: Die vereinigten deutschen Parteien von Reichenberg haben einen Aufruf erlassen, demzufolge auch die außerhalb der sozialdemokratischen Partei stehenden Deutschen für Samstag den 14. d. M. zu einem eintägigen allgemeinen A u s st a n d cmfgefordert werden. - - - ' ' . "• Die „Anstro-Amerieana" in italienischem Besitz.' Fiume» 12. Juni. (Güdslaw. Preßbur.) Vor lurzem ist der „Oesterreichische Llovd" in den Besitz von italienischen Bänken iibcrgegangen. Nunmehr haben die Banca Commerciale und dir Banca Jtalmna dl Skonto den größten Teil der Aktien der A n st r 0 - A m e r i c a n a - angekauft. Die Brüder Gesulich, die Eigentümer des größten Teiles dieser Schiffahrtakürn,. haben sie den genannten Banken zum K u 'r s e voll 1 4 6 0 verkauft. Gegenwärtig wenden die Italiener ihre Anfmcrtsamkeit den Fiumaner Schiffahrtgesellschasten zu. > ■ . Die Ausstände in Italien.? Zürich, 12. Juni. (Korr.-Bur.) „Popolo d'Jlälia^ meldet: In M a i l a n d, B r e s c i a und Bergamo breitcit sich lebhafte Arbeiterngitativnm au§. In Ligurien wird der Generalstreik vorbereitet. In G e n u a ist eine sünstägige Einstellung des gesamten Handels beschlossen worden als Protest gegen die Staatsmonvpvle.' Auch in T 0 s k a n ä wird in den Grubcnbezirkm lebhaft für den Streik agitiert. In Rom ist ein allgemeiner Streik ausgebrochen. Äkeavel und mindestens fünf Pt ovinzcn Süd-Italiens sind durch den Geueralst reif völlig lahmgelegt. Zum Ausstaud der meisten Arbeiterkategorien, denen sich vielfach mtch ein Streik gewisser Bcaiutenkatcgorien anglicdert, gesellt sich seit heute ein Streik somtlichrv Lehrer Italiens. Der Streik in Neapel beendet. Neapel, 12. Juni.' (Stefanie.)' In einer- Versommümg des' Arbc'tterbundcs wurde gestern die Einstellung des. Generalstreiks um Mitternacht beschlossen. Der Sultan in Lebensgefahr. Konstantinopel,.. 11. Iüni.. (Tel.-Kornp.) cJm Kiosk des D i l d iL.P ü l ast e s, der von .der Familie des Sultans FtzwohM-'-w.itd, eine F e u ersbrun ft 'üüs, W rasch' um sich "grU Det Sultan und sein Sohn könnten n'u r m i t M it h e ans dem brennenden Gebäude gerettet werden.

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