Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 142 (11.6.1919)
- Date
- 1919-06-11
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 VZUiUvMÜf erfolgt nach den Bestimmungen der Kundmachung dcZ Wiener Magistrats vom 31. Mai 1.019, Z. ßi 17/IX gegen Abtrennung des Abschnittes .27 des amtlichen Einkaufschemes. D're Abgabestellen sind bei den Polizeiwachstuben ersichtlich gemacht. KitrkoffeHabgabe. Douucrstag bis Sanrstag werden im ft., '2., 7., 8., 9., 19., 20. und 21. Bezirk pro Person ein halbes Kilo Kartoffeln gegen Abtrennung des Abschnittes iäft der Kartoffelkarte abgegeben. Mitteilungen der „Roho". Heute Mittwoch (Znittaliuagaziu, VIII ^ßiaristrngaffe 19): Lekwar (Marmelade), Karioffeluialzgrieß und Sardellen in Del von 8 bis 12 llfir und von 3 bis 9 llbr. — l. Bezirk lNiöclungengaffe 7): K.-V.-Seise, Toitctteieisc. Frauckkaffce. Krachmandeln und Suppenmasse von 9 bis 12 Uhr und von 3 bis ü Uhr. — II. und HI. Bezirk: Zwirn, Salz und Seife von 8 bis 12 Uhr. — IX. und X. Bezirk.° Salz, m-amffafrcc. Kartoffelwalzgrieß, KümntcX und Dörrgemiise von 8 bis 12 Uhr. — XII. Bezirk: Waschpulver, Frauckkaffce, Kactoffelwalzgrieß, Stärkin, Masol, Suppenmaffe und Gnlaschtablctten von 8 bis 12 Ubr.— XVII. Bezirk: Labsal, Karrosfclwalzarie). Franckkaffee. Stärkin, Paprika, von 8 bis 12 Ubr. — XIX. Bezirk: Paprika.'Waschpulver, Kackoffclwalzgricß, Franckkaffee, Kümmel, Stärkin von 8 bis 12 Ubr. — XXI. Bezirk: Bari, Zwirn, Salz. Snppenmasse. Franckkaffee. Kartoffelwalzgricü von 2 bis 4 Uhr. — IV., XIII. und XVIII. Bezirk: Geschloffen. W. I. W. Donnerslag den 12. d. M. von 9 bis 12 Uhr rot (gerade und ungerade Numniern), von 3 bis 6 Uhr blau (gerade und ungerade Nummern); Freitag den 13. d. M. von 9 bis 12 Uhr grün (gerade und ungerade Nummern), von L bis 6 Uhr gelb (gerade und ungerade Nummern). Bühne und Kunst. Freie jüdische Volksbühne. (Gründungsvorstellung: „Die Newejle", Drama in vier Mten von Perez Hirsch dein.) Die Gründung einer jüdischen Volksbühne ist überaus erfreulich. Der ungewöhnlich große 'Zuspruch, den. diese erste Vorstellung fand — das Carltheater war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt, und ein nicht geringer Teil des Publikums konnte keinen Einlaß finden — beweist die Notwendigkeit des schönen und wichtigen Unternehmens. Wenn wir den verdienten Gründern unseren herzlichen Glückwunsch' sagen, so sei gleichzeitig bemerkt, daß wir es für unangebracht hielten, bei Beurteilung dieser Theatervorführungen jenen Maßstab anzulegen, der bei dilettantischer Theaterspielerei irgendeines Geselligkeitsveveines entschuldbar, bei der 1 ersten jüdischen Volksbühne jedoch unverantwortlich wäre. Das Stück, mit welchem eröffnst wurde, war, so bÜnkt uns, nicht glücklich gewählt. Eine dramatisierte Skizze, die just für einen Akt hinreicht, ist auf einen ganzen vierteiligen Theaterabend „gestreckt". Das spezifisch ostjüdische Wesen lugt kaum hervor, ganz blaß und verwischt. Hirschbeins Dichtung ist gewiß, kein „stimmender Akkord" für eine neue jüdische Bühne. Diese kurzatmige Handlung, diese breitgedehnten Schilderungen, möglichst naturgetreu, bis zur Widerlichkeit „edjt", sind kein ostjüdisches Gewächs, sondern abgelauschter westeuropäischer „Naturalismus", Berliner Marke 1890. Mendel, den sie „Newejle" (Aas) nennen, weil er das unappetitliche Gewerbe eines Schinders betreibt und die verendeten Pferde ausweidet, ist ein vierschrötiger, gutmütiger Tolpatsch, den sein verachteter Beruf zum Vatermörder und zum Irrsinnigen macht. Gr haust in einem Kellerloch mit seinem Vater, einem arbeitsunfähigen Alkoholiker, der stets schwer berauscht auf der Bettstatt liegt, mit dessen zweiter Frau Brcme, die für den Unterhalt sorgen muß, und ihrer Dichter Reisl, welche sie in diese unglückliche Ehe mitgebracht .hat. Reisl ist faul, gefallsüchtig, rassig-sinnlich', mit Sehnsucht nach' gewaschenen Menschen und reinlicher 'Kleidung erfüllt. Mendel liebt die Ziehtochter seines Vaters, ist ihr hündisch ergeben, sie wendet sich' aber widerwillig von deni mit Blut befleckten, nach Aas Pinkenden, abgerissenen „Newejle" ab, wirft ihm immer Meder sein ekliges Handwerk vor und Halt es mit!dem sauberen Fleischergehilfen Berl Chaser, von dem isie sich trotz der Schläge ihrer Mutter Schuhe kaufen ilGt, und dem sie auch ein neues Kleid abzuschmeicheln sucht. Mendel sieht in seinem Vater die Ursache seines!Unglücks, weil er ihn dem verpönten Berufe Angeführt ihat. Sprinze, die erste Frau des Trunkenboldes, führt mit ihrem Töchterchen Nechumele einen eigenen Haushalt, läßt dem Mädchen alle mütterliche Liebe anj gedeihen und trauert um den verlorenen Sohn. Sie 1 erftanft, läßt ihn zu sich rufen, aber auch hier hört! Mendel von Mutter und Schwester nur seufzende und bittere Vorwürfe, daß er ein „Newejle" geworden ist. , Er stürzt davon, eilt in das Kellerloch zurück, trifft den Vater allein, wirft sich über den im Fuselrausch) I tief Schnarchenden und erwürgt ihn. Schon erfaßt ' den beschränkten, aus den: Gleichgewicht gebrachten Burschen der Wahnsinn, er sprengt ein Köfferchen auf, ' nimmt einen guten Rock heraus, wirft die schmutzigen ' Lumpen ab, um sich fein heranszuputzen und das! Herz Reisls zu gewinnen. Wahrscheinlich' ans „vertstischen" Gründen unterhält sich Neisl ^nnt ihrem Fleischergesellen ziemlich lange in demselben Kellerraum, in welchem des Vaters Leichnam auf dem Strohsack liegt uns der Dichter sorgt erst ziemlich' spät dafür, das; die Mordtat und der Wahnsinn Mendels entdeckt werden . . . Die mitwirkendeu Schauspieler sind fast durchaus, wirkliche Künstler, aber weder getvohnt, <ntf einer großen Bühne zu agieren, noch durch eine leitende Haitd in ihre Grenzen gewiesen. Die reichliche Gelegenheit zu Nebertreibungen, möglichst, auffälligem Sichgehenlassen und effektvollen „Svloszenen" wurde von den Hauptdarstellern tüchtig ausgenützt. Herr Siegler spielte den Mendel. Er war glaubwürdig linkisch, grobklotzig und schuf eine Gestalt von ergreifend dumpfer Traurigkeit, ein einfältig gütiges Menschenkind, das demütig und ängstlich wie ein verprügeltes Tier hernmschleicht. Doch tat er zuviel des Guten und leistete sich im letzten Akt eine Wahnsinnsarie, die gründlich gestutzt tverden muß. Herr Streng, der den Trunkenbold gab, vernachlässigte die erste Pflicht eines Schauspielers, verständlich zu sein. Gerade bei dieser Nolle mit dem weichen Unterton unbefriedigten LiebesbedürfnisseS genügt es nicht, photographisch getreu den herumtorkelnden, rotnasigen, rülpsenden und glucksenden Schnapsbruder zu verkörpern. Die sehr begabte Frau Siegler mußte sich mit einer Nolle absurden, die ihr nun einmal nicht liegt. Kokette, dirnenhafte Mädchen und anmutig katzenhafte Bewegungen sind nicht ihre Sache, und deshalb war auch alles übertrieben. Die Kleidung war zu inangelhaft, der Kopf war z u sehr zerrauft, das Liebäugeln mit den Schuhen und — Strümpfen zu aufdringlich, das Augenspiel zu lebendig. Auch Fräulein G lü cksm a n u, die als arbeitßsamc, in die harte Lebensnot eiugespannte Erwerbsfrau (Braue) in Sprache nnd Geste vortrefflich war, übernahm sich im Schreien und Kneifen. Frau Deutsch, die kranke Mutter des Netvejle, sehr innig und mütterlich, aber leider in einen! Pianissimo befangen und daher meist unverständlich. Tüchtig Frau Weintraub-Graf als Nechumele, Herr Relles als Fleischergeselte und besonders gut Frau Dreiblatt in einer Episodenrolle. Eine Anmerkung für die Spielleitung: Warum war die Stube Sprinzes so wenig jüdisch-kleinbürgerlich? Warunl lag die Witfrau in einem funkelnagelneuen, für eine sturmfreie Gareonwohnung recht geeigneten Bette? Warum gab's da so schöne, moderne Möbelstücke? Und doch ist gerade in diesem Akte ein Zipfelchen echt jüdischen Lebens in diese Allerweltstragödie verwoben. Die Nachbarin sitzt mit dem Strickstrumpf bei der kranken Frau. Sie bleibt, bis die Tochter zurückkehrt, die „Newejle" zur sehnsüchtigen Mütter holt. Jüdische Art. Man läßt die Kranke von nebenan nicht allein. Dies Zimmer müßte wohl anders aus sehen. Und noch eine gutgemeinte Bemerkung für die Veranstalter, die man uns nicht übel nehmen möge: Hat sie der genius loci des Operettentheaters verführt, förmlich eine Claqüe zu inszenieren, mit unnatürlich prompten Beifallsstürmen bei bestimmten Abgängen einzusetzen und einzelne Hauptdarsteller gar bei den Namen zu rufen? Die Freie jüdische Volksbühne wird ihren Weg gehen und sie wird den Dank aller ernsten Freunde der jüdischen Kunst ernten, wenn sie ihre schwere Aufgabe mit Selbstzucht und eisernem Streben erfüllt und jene Höhe erklimmt, welche für das jüdische Theater gerade gut genug ist. Eine Musterbühne soll sie schaffen, die von Wien aus erzieherisch nach dem Osten wirkt, die vielen reichen Begabungen der darstellenden Kunst und der dramatischen Dichtung im Judentum zur Wirkung bringt, neue Talente fördert und dem Volke einen Musentempel der Erholung und Erbauung schafft. Die große Aufgabe verpflichtet die führenden Köpfe und die' produktive Kritik. Darum halten wir es für geboten, diese Gründnngsaufführung scharf zu beleuchten. Otto Abeles. Klavierabend Helene Lampl-Eibenschütz. DieLähmungderMusikbegeisterungdurchdieemsetzendeSommerwärme konnte dem künstlerischen Erfolg des letzten Konzertabmds uns erer heimisch m M eist erp ianistm nichthinderlich sein.FrauLamPl- Eibenschüß greift selten nach den sonst von Künstlerinnen gewählten Aufgaben. Sie steckt sich hohe Ziele, deren Lösung sonst männlichen Interpreten Vorbehalten bleibt. Diesmal spielte sie Beethovens op. 53 mit technisch ebenmäßigem Gelingen und voll eindringsicher Gestalümgskraft. Ihre Kantilme zeigte edle Klarheit und Biegsamkeit, die auch durch Stürme des Gefühls nicht gebrochen wird. In Schumanns „Karneval", dem anmutigsten Produkt geist- und beziehungsreicher Mustk, ließ sie den bewegten Reigen der Faschingsgestalten scharf gezeichnet auserstehen, ohne den Schlußmarsch im Lärmen unenträtselbarer Tonwogen unlergrhrn zu lassen, wie er nachgerade üblich geworden ist. Triumphe feierte sie mit den faszinierenden Künsten von Liszts Gnaden, wie insbesonderS mit dem Bortrag der Campanella, die, mit so atemraubender Birtnosilät 'gebracht, unwiderstehliche Wirkung übte. DaS Publikum dankte mit weit die gewohnten Grenzen überschreitendem Beifall. dl. Aus den Theatern. Im Bnratheater wurde für das Novitätcrwrogramm für das nächste Spieljahr Georg Büchners Dichtung „DantonS T o d" ausgenommen. Alexander M o i s s i spielt die Nolle des Danton. In der Volksbühne finbet SamStag den 14. b. M. die erste Aufführung von „Bürt" von Holz und I e r s ch k e mit Hans Z i e g l e r in der Titelrolle statt. Im Carl-Theater veranstaltet die Freie Titelrolle, zum 10. Male in Szene. SantStag den 14. d. M.. 8 Uhr nachmittags, gelangt SpiuMcrnanfnis Volksstück „s'Zamleben" zum ersten Male zur Ausführung. Die Proben und der Vorverkauf zu „Jud Süß" sind im vollsten Gange. DieAussührung mit Rudolf Scluldkrant in der Titelrolle wird Anfang der nächsten Woche stattfinden. Liederabend. Fräulein Lanka Wolf gab kürzlich einen Liederabend, der stcundlichst ausgenommen wurde. Mit Liedern von Brahms nndOSrlmbert zeigte sie treffliche Schulung und Ansdrnckskraft. Frau Sabine K e l l e n l> r n n n wirkte als Pianistin verdienstlich mit nnd holte sieh gleichfalls gebührenden Beifall. Künftlerverband österreichischer Bildhauer. Die Generalvcrsauimlung des Künstlerverbandes österreichischer Bildhaner hat in den, Arbeitsausschuß für dasJahr in ln/20 folgende reitnt v, zum Schrift- Hugo Taglang. Für den Ansschufi Negicrungsrat Professor Stefan Schwarz, Professor O. S ch i m k o m i tz, Professor Fr. S e i f e r t, G. H e g e n hart h, K. S t e m o l n k und H. Zita. Dem auSscheidenden Vorstand Bildhauer Stcmolak. wurde für ferne bewahrte Leitung nnd seine aufopfernde Tätigkeit während der schlvierigen Arbcitsepoche der. KriegSjahre der wärmste Dank nbgestattet. - j Professor Karl Krmdmarirr gestorben. Der Schöpfers des anmutigen Schubert-Denkmals tm Stadtpark, Karl' Kundmann, ist Montag, kurz vor Vollendung dcZ! 81. Lebensjahres, gestorben. Er war ein Schüler HähnclS und wirkte lange Jahre als Professor an der Wiener Akademie. Das Tegetthoff-Monument in Wien, die Hauptfigur des Grillparzer- Denkmals in Wien, die Athene ans dem Parlamentsbrunnen, der Apollo am Burgtheater, die Moldau mrd Elbe vor dem Parlament, Rudolf von Habsburg vor dem Rathause, ferner daS Tegetthoff-Denkmal in Pola, das Leitenberger-Denkmal in Marienbad, daS Anastasius Grünnnd das Robert Hamerling-/ Denkmal in Graz, ferner zahlreiche Büsten für den Arkadenhöf der Wiener Universität gehören zu seinen bekanntesten Werken. „Der Jude-, eine Monatsschrift, herausaeaeben von MartinBuber, tritt soeben mit dem April-Maihest in den vierten Jahrgang feines Bestehens. Trotz der durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse, die den geistigen Zusammenschluß der Jndenheit in den verschiedenen Ländern erschwert hat. hat sich diese Zeitschrift doch den ersten Rang in der jüdischen Publizistik bewahrt und ist die vornehmste Plattform für die Bestrebungen zur Kenntnis und Förderung des lebendigen Judentums geblieben.! DaS soeben erschienene Doppelheft enthält unter anderem Be-i trachtungen zur Friedenskonferenz von Theodor B e e r, wirtschastspolitische Untersuchungen über Galizien von T e n e n b a u m, eine Uebersetzung von B i.a l i k s Halchah wehagadah, „Zwei! Briefe" von Henry Nathan sen usw. — Zu beziehen durch' R. Löwit-Verlag, Wim, I., Fleischmarkt 1. | „Asserrspiegel" sScharfgericht in der Künstlerkneipe). Wien, I., Weihburggasse 10. Wegen technischer Schwierigkeiten mußte die Eröffnung verschoben werden. Die Eröffnung findet Freitag den 13. d. M., Vs8 Uhr, statt. Die Reichhaltigkeit des Programms'und die Originalität der Aufmachung sowie Heuriger, Schrammeln und Tanzgelegenheiten sichern gute Unterhaltung. __ Sport. VUV V»V!V!U»QV Mv**4tl«V VV«l «VWV*V ******* 0"* Aufführung. Karten find an de» beiden Kaffen des Carl-Theaters erhältlich. Im W i e n e r K o m ö d i e u Ij a n ö, geht daS jüdische Arbeiterdrama „Eisik Schcftcl" von David P i n 8 f i, das nach wie vor seine Zugkraft behalten hat, Atittwoch den 11. d. M>, nachmittags, in der Originalbesetznna mit Karl Felda in der Körperliche Erziehung. >- Die jüdischen Eltern sind in ihrer Mehrheit konservattv. Sie sind allen Neuerungen abhold. Nirgends tritt diele Erscheinung derart zntage, als in den Fragen oer körperlichen Erziehung. Der Fußballsvort ist roh, die Leichtathletik zu anstrengend, der Kampf keine jüdische Betätigung, das Tumen zu gefährlich. Die Juden haben keine Kraft. Das sind die Aeußerungen, die man von den Eltem in allen Variationen hören kann. Niemand ist von der körperlichen. Minderwertigkeit der Juden so überzeugt als die jüdischen Eltern. Nichts würde nun näher liegen, als die schwächlichen Kinder durch Leibesübungen kräftigen zu wollen. In diesem Punkte haben aber die Eltern wieder ihre eigene Logik: Für Leibesübungen eignet sich nur ein starker Mensch. Die beste Stütze haben diese Eltem an vielen Aerzten. Noch immer herrscht in ärztlichen Kreisen eine erstaunliche Unkenntnis über die Wirkung der verschiedenen Leibesübungen aus den Organistnus, was hauptsächlich auf zu geringe Vertrautheit mit - der Materie zurückzuführen ist. So schädlich sich auch verständnislose Betreibung sportlicher Uebungen in manchen Fällen erweisen mag, so ungerecht ist es, auf Grund einzelner Beobachtungen die sportlichen Wettspiele ganz allgemein als schädlich für Herz und Gefäße zu bezeichnen. Es wäre eben notwendig, von jedem Arzt eine praktische Kenntnis der Leibesübungen zu verlangen. Dies allein sichert seinem Urteil das Verständnis. Er wird dMN auch erkennen, daß in den Regeln des Turnens und Sports, die das Ergebnis einer gewaltigen Erfahmngssumme an einem unübersehbar großen Beobachtungsmaterial sind, eine Fülle physiologischer und hygienischer Weisheit steckt und zugleich die beste Sicherung vor gesundhMicher Schädigung derer, die diese Regeln befolgen. m Unsere Jugend hat den Weg der körperlichen Erziehung ohne Führung der Eltern betreten. Meist waren unsere Jungen und Mädchen genötigt, ihre Mitgliedschaft bei Turnunü Sportvereinen zu verheimlichen. Die Energie und der Wille unserer Jugend bewältigt aber alle Hindernisse. Wenn dann, iuic beim letzten Kongreß auf der Hohen Warte, die. große Maste des jüdischen Volkes die eigenen Kinder im edlm körperlichen Wettstreit sieht, so traut sie ihren Augen nicht, ist entzückt, um aber trotzdem nicht bekehrt zu sein. _ B. DaS Rundfpie! auf der Hohen Warte. Die Bc.nnstallimg liit unter der redu niiuindMU’it AuSftrbeitnng der Proposiiioneu. Rur so i'oimlc es lomuteu, dasr es ritte Unzahl von Protesten nnd dieilamationen gab. -