Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 142 (11.6.1919)
- Date
- 1919-06-11
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 142 Wiener Alorgeuzerrrrng Wien, Mittwoch Tagesbericht. Ein antisemitischer Exzeß der Bezirkshauptmannschaft Efferding. Der 19jährige «ach Tarnopol zuständige Gymnasiast Leo Sch., der bei seinen Ellern in Wien wohnt, fuhr am 26. Mai nach Oberösterreich, um für seine Eltern und Geschwister Butter einzukaufen. Im rollenden Zug wurdm beim ihm zwei Kilogramm Butter (!) gesunden. Die Butter wurde beschlagnahmt und der junge Mann verhaftet und von der Bezirkshauptmanns chaft Efferding wegen „verbotener Butteraussuhr" zu 3 Tagen A r r c st, X 300 Geldstrafe und zu immerwährender Abschaffung verurteilt. Der junge Mann wurde auch sofort abgeschobm und in ein Wiener Polizeigescnmenenhaus gebracht, um von dort weiter abgeschoben zu werden. Er befindet sich schon nrehr als zwei Wochen in Haft, als ob er unter dem Verdacht eines Verbrechens stünde. Jetzt soll an ihm noch die grausame Prozedur des Abschrebeus jur Gvenze vorgenommen werden, wiewohl seine Eltern in Wren wohnen, er hier ein Gymnasium besucht wtd es doch jedermann klar ist, daß eine Reise nach Tarnopol gegenwärtig unmöglich ist. Dieses unerhört brutale Borgehen der Bezirkshauptmannschaft Efferding einem jungen jüdisch« Studenten gegenüber, dem erwiesenermaßen nichts anderes zur Last fällt, als die „Ausfuhr" von 2 Kilogramm Butter auS dem Sprengel der Efferdinger Bezirkshauptmannschast, kann nicht scharf genug verurteilt werden und ist nichts anderes als ein judenfeindlicher Exzeß gröbster Art. Da eine Abschiebung in die Hennatsgemeinde unmöglich.ist, ist es auch unverständlich, wozu sich die Wiener Polizeidirektiön zu der zwecklosen Grausamkeit des Abschiebens an die niederösterreichische Grenze hergibt. Aber auch bei der Wiener Polizei gibt es Organe, die von dem Geiste der Efferdinger Bezirkshanptmannschast erfüllt find. Als im Wiener Polizeigefangenenhaus in der Hahngasse der Bruder des Verhafteten vo^sprach, wurde er von einem Wachmann mit den Worten angeschnautzt: „Ja, das Iudengesindel muß ausgewiesen werden!" Es wird also dafür zu sorg« sein, daß sich der Hang zu Roheiten nicht an wehrlosen jüdischen Kriegsopfern austobt. Für die Kriegsblinden. Wir erhalten folgende Zuschrift: „Geehrte Redaktion! Der Nummer Ihres geschätzten Blattes vom 5. d. M. entnehme ich mit Befriedigung, daß die Aktion „LinEtanz um den Blaufuchs" wohl zumeist dank Ihrer berechtigt scharfen Kritik unterbleibt. So sehr es mm auch zn begrüßen ist, daß man scheinbar emgesehen hat, cs könne eine derartige Verquickung von Genußsucht nnt ein bißchen Wohltätigkeit gerade in der jetzigen Zeit von normal denkenden Menschen nur als unwürdig und niedrig charakterisiert werden, wäre es doch bedauerlich, wenn den Äermsten der Armen, den Kriegsblinden, durch das Ausbleiben des zugedachten Neinerträgniffes dieser Tanzerei der brennend notige Beitrag zur Erleichterung ihrer Not entginge. Ich gestatte mir daher, entsprechend meinm bescheidenen Mitteln, beiliegend K 5.— für die Kriegsblinden zu übermitteln mid verpflichte mich. Ihnen bis auf weiteres, zumindcstens jedoch für die Dauer eines Jahres, allmonatlich eine Zuwendung in gleicher Höhe zugehen zu lassen. Ueberzeugt, daß sich m unserem unglücklichen Lande gleichgesinnte Personen genug finden werden, hoffe ich, daß sich diese, entsprechend aufgefordert, zu einem ähnlichen Vorgehen entschließen. Am erfreulichsten wäre es, wenn sich jener Teil des Publikums, der sonst an dem Blaufuchstanze teilgenommen hatte, bestimmt finden würde, außer dem Preise für die Eintrittskarte auch poch einen Teil der sonst nnt einem solchen Vergnügen verbundmen Kosten den Kriegsblinden direkt zu widmen.. Hochachtungsvoll Dr. W. F., Major,b. R. * Wir unterbreiten diese hochherzige Anregung der Oeffcntlich-- keit Md ersuchen, alle Spenden direkt der KriegsÄindensürsorge zuznfiihren. Amtta Mütter in der Schweiz. Zürich, 10. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Frau Anitta Müller hielt am 7. Juni in Zürich im überfiM« Saale, des Glockcnhofrs einen Lichtbildervortrag über jüdische Gegenwartsfragen. Der Vortrag wird in Bern, Basel und St. Gallen wiederholt werden. Den Bemühungen Frau Müllers dürfte es voraussichtlich, geling«, bei dm Behörden die Erlaubnis zu einem zweiten jüdischen Kindertransport, welcher Ende Augifft stattfinden soll, zu erhalten. Eine Aktion zur Begnadigung Totters. Für den ehemaligen Kommandant« der Münchner. Roten Garde, den 25jährigen Studenten Toller, hat eine Aktion des gesamten geistigen Deutschland eingesetzt, die anstrebt, die standrechtlich «Hinrichtung Tvllers zu.Verbindern. Auch in Wien wurdm in dm letzt« Tag« für diesm Zweck Unterschriften gesammelt. Gestern nachts ist mm an den bayrischen Ministerpräsident« H o s s m a n n und gleichzeitig an die Redaktion der „Münchner Post" mit der Bitte um Veröffentlichung ein Telegranmr abgegangen, in welchem die Unterzeichneten erklär«, aufs 'schärfste gegen jede Anwendung ungesetzlicher st a n d r e ch t l r ch e r Gewalt, insbesondere aber gegen die drohmde standrechtliche Hinrichtung T o lle r s zu protestieren. Unterfertigt ist die Erklärung von Präsident« Karl S e i tz, Dr. Friedrich Adler, Prof. Tandler, Hermann Bahr, Franz B l e y. Hugo v. H o f m a n n s t h a l, Artur Schnitzler, Jda Roland, Alexander M o i s s i, Albert E h r e n st e i n, Franz Werses Paris Gütersloh. Aufhebung des Einreiseverbotes nach Salzburg. Salzburg» 10. Juni. (Korr.-Bur.) Mit .einer hetzte in Kraft tretenden Verordnung der Landesregierung wird das bisher für das Land Salzburg geltende Einreiseverbot außer W i r k s a m k e i t gesetzt. Nach der neu« Verordnung ist im allgemein« eine Einreisebewi l l i g nn g n i ch t m e h r e r s o r d c r l i ch. Jedoch darf innerhalb eines Zeitraumes von vier Loch« , in ein und derselben Gemeinde mw daun über mehr als drei Tage Aufenthalt gmvmm« .werden, utemt hierzu eine ausdrückliche Bewilligung seitens d er Landesregierung erteilt wurde. Die Gesuche um Erteilung der AnsenthaltsbcwilligiMg sind schrinllch oder .telegraphisch unter Anschluß eines Beirates von 10 Kronen bei der Landesregierung in Salzburg einzubrmgen. Mit Rücksicht aus die äußerst schwierigen Ernährnngsverhältnisfe werden für die Gebiete der Landeshauptstadt Salzbur g sowie für die Gemeinde Gnigl. Maxglan, Aigan, Leopoldskron, Morzg, Sl. (Rügen. Strobl, . Maitsee, SeehaMm. Neumarkt, Grvßamein, Zell a. S., Thmnersbach, Loser, Unken, Badgastein und Hofgastcin AusmthaltsbewiNigungen m der Regel n 4 ch 1 ul e h r erteilt werden. Ausnahmen find zuläßig, wenn besostders brrücksichtigungswmdige Gründe vorlirgrn oder wenn es sich um Person« handelt, weiche in der belreffxndeu^Gemeinde Grund Eingesendet. Zanalorlum Laad im Aaicke beiUlien. Pby$ikali$c!)-(Üäti5C])C Heilanstalt Dr. Blumen!iranz Med. LAZAR MARGUL1ES Med. RAFAELA MARGULIES geh. Pomeranz ERSTKtASSIGrÜ&l - --GEZA EM MM Statt jeder besonderen Anzeige. issi und „33ob« besitzen und über Wohnungsgelegenheit im eigenen Gebäude verfügen oder bei ihr« nächsten Angehörigen WohnMg und Verpflegung erhalten. Durch die BerordnMg wird ferner vorgesehen, daß zugereiste oder zum Sommeraufenthalt zugelasscne Personen, welche Lebensmittel verbotswidrig erwerben oder heim Ankauf von Lebensmittel die ortsüblich« Preise überzahlen, zwangsweise zum Verlassen des Landes verhalten werden können. Uebertretuugen dieser Bestimmungen unterliegeneiner Geldstrafe bis zu 5000 Kronen oder Arrest bis zu 6 Wochen. Die Kontrolle wird auf das strengste gehaudhabt werdm. Die Verordnung der Landesregierung vom 17. Mai betreffend d« Km'gebrauch in Bad- und Hofgastein bleibt auch weiterhin in Wirksamkeit. Keine Paffe nach Ungarn. Die ungarische Gesandtschaft hat seit heute folgendes verfügt: „Deutschösterreichische Pässe werden nicht vidiert. Ausgenommen sind Reis« in diplomatisch« Missionen sowie allerdringendst« amtlich« Fäll«, deren besondere Berücksichtigungs- Würdigkeit mittels amtlicher Bestätigung nachgewiesen wurde. Private und Familienangelegenheiten finden keine Berücksichtigung." Eine große Mmge Einlafibegehrender umlagert das Gesandtschaftsgebäude in der Bankgasse. * Die Bezirkssektion Innere Stadt gibt bekannt, daß der Diskussionsabend des Herrn Dr. Paul 'Weis«grün heute Mittwoch, den 11. d. M. präzise 727 Uhr im Casö Prückl (Souterrainlokal) stattfindet. Eintritt frei. Gäste willkommen. * Der erhöhte Stratzenbahntarif tritt heute in Kraft. Mrt dem heutigen Tage tritt die Fahrprciscrhöhung auf der städtischen Straßenbahn in Kraft. Bis auf weiteres werden die alten Fahrscheine zum doppelt« Preise ausgegeben. Die 12 Heller-Scheine Hab« für 20 Heller-Scheine und die 42 Heller- Rückfahrtfahrscheine für 80 Heller Geltung. Halbe Fahrpreise siir alle Staatsbediensteten. Das Staatsamt für Verkehrswesen hat im Einvernehmen mit den ander« staatlichen Zentralstellen einen Erlaß betreffend eine öOprozentige Ermäßigung des Fahrpreises für alle StaatZbediensteten bei Fahrten auf den Lmien der deutschösterreichischen Staatsbahnen herausgegeben. In Betracht kommen nur solche Staatsbedienstete, welche die deutsch osterreich siche Staatszugehörigkeit nachzuwersen vermögen. * Der Postverkehr Polen—Deutschösterveich. Laut Verfügung bcS polnischen Ministeriums für Post- und Telegraphenwes« werden nach Deutsch österreich gewöhnliche offene Briefe und «ingeschrieb«e Postkarten, Zeitungen, Warmmuster und gewöhnliche Drucksachen zugelaffen. Von Deutschösterreich nach Pol« hingegen sind auch eingeschriebene geschloffene Briefe zulässig. * Der „Bund" mobilisiert seine Mitglieder. Das Zentralkomitee des jüdisch-sozialistischen „Brmdes" in Rußland beschloß die Mobilisierung aller seiner Mitglieder in Litauen, Weißrußland und Rußland im Alter von 13 bis 25 Jahr« Md. der« Formierung zu einer besonderen Armee. Die Bezrrkskonntees sind angewiesen, die Mobilisierung durchzuführm Md siir die Familien der Einberufenen zu sorgen. * Bortrag Alexander Marmorek. Wegen Erkrankung des Herrn Dr. Alexander Marmorek findet der angekündiate Bortrag erst Donnerstag den 12. d. M. um 7-? Uhr abmds tra Saale des Ingenieur- und Archilektenveremes, I., Eschenbachgasse, statt. Die gelost« Kart« behalt« für dies« Ab«d ihre (Rüstigkeit. Dereinsnachrichten. Lesehalle-Eröffnung im XX, Bezirk. Die zionistische Sektion Brigittenau eröffnet ab h«te Mittwoch den 11. d. M. in ihrem Vereinslokal, XX., Karl Meißlstraße 5, Tür 1, eine Lesehalle, die täglich von 3 bis 7 Uhr abends geöffnet ist. — Hebräische Kurse siir Jugendliche und ältere, Damen Md Herren, werdm von der Wiener ziomftisch« Be/>irkssektion, XX., bald eröffnet. AnmeldMgen werden täglich zwischen 3 Md 7 Uhr abmds im Sekretariats XX., Karl Meißlstraße 5 (Parterre), mtgegmgmsmm«. Vorträge und Versammlungen. Akad. Verein jüdischer Mediziner. Heute Mittwoch den 11. d. M. wricht Herr Prof., Alexander Marmore? (Pasteur-Institut in Paris)' über „Unentdeckte Bakterien". Ort: Hörsaal der l. anat. Lehrkanzel (Prof. Tandler). Zeit: 5 Uhr nachmittags. — Akad. Verein „Jüdische K u l t u r". Heute Mittwoch dm 11. d. M. um 6 Uhr abmds findet im DereinSlokal, I., Börseplatz 7, der Vortrag deS Herrn B a l t u ch über das Thema: „Die Entwicklrmg der jüdischen Sprache" mit anschließmderDlSkussion statt. — Jüd.-sozialistischer Arbeiterverein „P o a l e Zi o n",. Ortsgruppe Brigittenau. Heute Mittwoch den 11. d. M. um 7»7 Uhr abends findet im Vereiuslokclle, XX., Wallenstemstraße 62, ein Vortrag des Ing. Anselm Reis über „Die Lage der Juden in Lemberg" statt. — ZionistischeSektivnderwestlichenBezirke. Heute Mittwoch den lli d. M. um Präzise 7-8 Uhr oberes im Vcrbandshrim, VI., Kvnigseggaffe 10, Fcstversammlung., Herr Oberrabbmer Dr. Chajes spricht über „Die jüdische Pionierarbeit in Palästina". Einleitend werden Abgeordneter Staatsbahnrat Robert Stricker »md Herr Gemeinderat Dr. Jakob Ehrlich über die Bedeuttmg unseres Wahlsieges referieren. — Der XNl. Diskussionsabend des Palästinaansies findet morgen Donnerstag beu 12. d. M. um %7 Uhr abends rm Caft Crty, IX., Porzellangasse 1, statt. Referieren wird Dr. Siegfried B e r n s e l d über „Jüdische Erziehung und Unterricht m Palästina" (Universität in Jerusalem). Gäste willkommen. — Leseu ii b R e d e h a l l e j ü d i s ch e r H o ch f ch n l e r in Wien, IX., Türkenstrnße 9. Samssiig den 14. d. M. um ü Uhr nachiniitags filidrt Mi Vortr.1^ über das Thenm „Jüdisches Leben im Kriege" statt. _II. Juni 1Y19 ' ' , "geftc Kommunales. « Cr« Aufruf d.s BerbaudeS für freiwi>lligt Jngendfür» sorge. Der Verband für freiwillige Jngeudfürsorge in Wien, der an der Erho'lmigSfnrsorge 1919 iiiltwirkt, richtet an die Mitglieder der freiwilligeil Jngendmib Familienfürsorgeil, Ivje etwa der Frauenhilfsälttter, die Aufftirdernng, ihre Mit-' g'liedcr ehrenamtlich in den Dienst dieser Sache zu stellen. ' Für jede einzelne Persan ist die Ziiweisuiig eine» inl Be-' reiche ihres Wohnsitzes gelegeneü Arbeitsfeldes in Aussicht geirournwil. Diesbezügliche Annielduirgenwerden Mittwoch den ll. Juni, von 9 dis l Uhr mittags in der Hauptgeschäftsstelle des Verbanoes, Wien, 1. Bez., Gonzagagasse 23, 3. Stock 7 a, eiltgegengenoriinlen. > „ Aris drur Gemeinderat. Aiif der Tagesordiiung der heilte stattfindeilden Genreinderatssttzuitg stehen 36 Geschästsstücle. Darnnter befinden sich Berichte über die Entwnrisarbeiten' für eine Donanwasferkraftanlage im Tullnerfeld; über die Errichtung einer B c n z o l f a b r i t im Gaswerke Leopoldau; über die Anrechnung der von den Diurilisten vor der Mi'litärdienstzeit inl städtischen Dienst zugebrachtc Dienstzeit bei der Vorrückung in eine höhere Bezugsttasse; über die Uebernahme der Bürgersieigreiüigr>ng durch die Gemeinde mrd über die Regelung der Lohnbezüge der städtischen Feuerwehrmannschast. Bon der Stratzenbahn. Mittwoch den 11. d. M. werdeii nachstehende, seit 19. August 1918 eingestellte Straßenbahnlinien, beziehungsweise Streckenteile von Linien wieder itt Betrieb genommen und zwar: die Linien 4 und 34, die Telle der Lmie 6 durch die Panikengaffe, Rosensteiugaffe und Taubergaffe, die Linie V durch die Hormahrgaffe, die Lillie 10 von der Peuzinger-E siraßc bis Hadikgasse, die Züge der Linie 57 werden bis Unter- St. Veit geführt und die der Lmie 157 bis Hietzing Neue Welt, die Züge der Linie 60 von der Winckclmannstraßc bis Mariahilsergürtel. _ Die Ernährung. Die Preisregelung in den GasthLnsern. Das Einheitsmenü. Die Vorstehung der Gastwirtegenofsenfchafi hat gestern den Entwirrf über die Preisregelung in den Gasthäuser« Md Einführung eines „Einheitsmeuüs" an die Landesregimmg geleitet. Diese soll schon in den nächst« Tagen die Entscheidung treff«.' In den Kreisen der Genoffmschaft wird mit der KMdmachung der Verordnung und ihrer Jnkrafttretnng noch gegen Ende d i e s e r W o ch e gerechnet. Wir Hab« wiederholt zu dieser Frage StellMg g«omm« und wir können heute nur wrederholcii: Der Entwurf der Gastwirtegenoffcnschast ist für die Verbraucher nuan* n. t h m b a r, weil der Preis für das Einherts- ,m e n ü v i e l zu hoch angrsetzt ist (X 13.— wtb 15.— a« Fleischtagcn,' beziehungsweise K ll.— imd 13.— an fleischlos« Tagen) und das, was geboten wird, in gar keine« Verhältnis zum Preise steht. Wir erwarten, daß die Pieisprüfimgsstelle den E n t w n r f der Gastwirtegmoffenschast nicht akzeptiert Wir erwarten aber noch mehr, wir verlang«, daß die P r e i A» p r ü f u n g s st e l l e endlich einmal s i ch^ anfrafft und die Preise in den Gasthänsern überprüft. Denn was die Gasthäuser in d« letzten drei Wochen deni bedauernswerten Gasthausbesucher z« bieten wag«, das ist geradezu — verbrecherisch. Man braucht nur an die Manipulation mit dem amerikanisch« Schweinefleisch zn erinnern — dafiir werden Preise verlangt, die im Verhältnis zn den Gestelnmgskost« geradezu dimensional sind — und man wird sich sag« «Äffen, daß die „armm" Gastwirte all die Tarnende, die Mglücklichftweise ans die Gasthausküche angewiesen sind, als vogelfreie Objekte, gut genug zum Rupfen, behandeln. Für" die PreisprüfungSfielle ergibt sich jetzt eine günstige Gelegenheit — wenn mich spät — eine Reform durchzuführ«, welche für Mser ganzes Wirtschaftsleben von unermeßlicher Traglveite werden kann. Hoffentlich zeigt sic sich dieser Ausgabe' gewachsen. Freigabe des Schlachtvrehverkehres. Wie wir erfahren, wird die Regierung in der nächsten Länderkonferenz die Frage der Aufhebung der zentralen Aufbringung von Schlachtvieh M Beratung stellen. Die Freigabe des Fleischverkehres wirb bekanntlich von der gesamten konsumierenden Bevölkerung dringmd gefördert, stößt jedoch auf den Widern stand der Agrarier, die bei der zentralen Bewirtschaftung' ein gutes Geschäft machen und dem Volk, wie sich jetzt zeigt, das Fleisch vollständig entziehen. Fleischausgabe in der Wache vom 12. bis 18.J«m 1919. Dis turmrsweise Ausgabe von Rindfleisch in Wien wirb in der Woche vom 12. bis 18. Juni 1919 fortgesetzt^ Zunt Verkanse gelangen jene .Haushaltungeik und Konsumentenorganisationen sowie Kriegs- und Gc meinschaftsküchen, die bei Fleischhauern rayoniert sind, deren Familiennan« (Firma) mit den Buchstaben Qu oder R begimrt. Die Quote für die. privaten Haushaltungen ist mit 10 Dekagramm pro Kopß festgesetzt. Beim Bezüge des Fleisches werden die mit Nr. 13 bezeichnet« Abschnitte des grauen Einkaufscheines für Rindfleisch abgetrennt. Die Zuweifiingen an die Spitäler uni» Vetsvrgungsanstalten erfolgen aillgemein ohne Unterschied, mit welchen Anfangsbuchstaben der Ra Me (die Firnm) ihres Flc li chlieferanten beginnt. Eine 'Zrlweifuug von Rindfleisch an gewcrbebetricbe kann wegen der Unzulänglichkeit der zur Verfiigung stehenden Mengen nicht stattfindeu. In der angegebenen Woche wird amerikanisches gesalzenes fettes 'Schweinefleisch zur An^g.rbe gelangen. Der Verkauf erfolgt a) für Be'-brancher, die einer als M ehl- und Fettabgabestelle sn.,glerc wen Konsumenteuorganisation cmgenören, durch diese: d'j für die-übrigen Haushaltungeit »,ach Maßgabe der. üeft'henden Rayonierling durch die Selcher und Srlchlva.euverscklcfljer und c) fü» die Spüüler und Beriorguagsanstalten, Kne-'-- und Gemeinschaftsküchen sowie Ges "V : i:: x.: .' : Rindfkeischljeferanken. Die Qnoir iu ui- ^nuu. e.i i't rnit. ein Ach telkilo g r anr m pro K vps.berüesseii. . Beim, Bezüge' de? Schweinefleisches wird der mit' 9tr. -f»8 'bezeichürw Abschnitt deS amtlichen Einkcmffcheines (weiß, grün, ln mcn oder lllcm) abgetrennt. Der Preis wurde ur,verändere vc'!r,,ru. Die Ausgabe der nur in ganz geringem lluisanuge vecfügbarstt Mag« »u irischem Achwcineslcisch und Kälbsieischl