Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1919-06-08 · Heft 140 (8.6.1919) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 140 (8.6.1919)
Date
1919-06-08
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2979077-2979217--01243-2986624
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Sette 2 Wien, Sonmag Wiener Mvrgenzeitung v. Imü rviv Rr. 149 Der Friedensvertrafi unanKehmbar. Außerordentliche Sitzung der NationuLVersaMmlung. EKposö Dr. Bauers. — Kundgebungen der Parteien. — „Es muß verhandelt werden." — Erklärung des Abgeordneten Stricker. Bon unserem ParlamentsLerrchterstattev N © t c n. 7. Juni. Die Nationalversammlung hatte heute einen großen feierlichen Tag. Die deutschnattonalenAbgeordnetentrugen Kornblumen im Knopfloch, als ob es ein Siegesfest zu feiern gäbe; die Galerien waren überfüllt, desgleichen die Journalistentribünen, fast alle Abgeordnete waren schon lange vor Beginn der Sitzung im Saale anwesend. Die Sitzung selbst war würdig, ernst, sachlich, bis auf eine Gefchmacklosikeit Dr. Bauer s, der zur Demonstration von den „sauberen Geschäften der galizischen Flüchtlinge" zu sprechen sich bemüßigt sah. Er scheint also in der emstesten Stunde, der Schicksalsstunde Deutschösterreichs, antisemitelnden Spott nicht lassen zu wollen, nur um sich den Beifall der antisemitischen Parteien zu sichern. Die scharf pointierte Kurze Erklärung des Abgeordneten Stricker wurde mit sichtlichem Interesse angehört. Als der tschechische Abgeordnete D w o r z a k das Wort ergriff, verließen die meisten Abgeordneten aller Parteien demonstrativ den Saal und kehrten erst zu Beginn der Rede Strickers in den Saal zurück. Vor Eingehen in die Tagesordnung leisteten einige neue Abgeordnete, darunter zwei Frauen, die Angelobung. Nachstehend der Sitzungsbericht: Präsident Seitz leitet die Sitzung mit einer kurzen Ansprache ein, in der er den Friedensvertrag von Saint- Germain als ein Todesurteil für Deutschösterreich bezeichnet. Nach ihm hält Staatssekretär Dr. Bauer sein Exposee. in welchem' er zunächst hervorhebt, daß die Entente von den zehn Millionen Deutschen dieses Staates vier Millionen losreißt. Der Sieger hält sich nicht an die Grundsätze der Demokratie,, sondern an das brutale Recht der Sieger. Die alliierten und as'o-ii.'rten Mächte schassen , den tscheche-slowakisch« Staat, in dem neben sechseinhalb Millionen Tschechen dreieinhalb Millionen Deutsche wohnen, die sich vom ersten Tage an gegen die tschechische Fremdherrschaft auflehnen werden. Zweieinhalb Millionen Slowaken mit ande.ven geschichtlichen und kulturellen Traditionen. Und neben den Deutschen und den Slowaken bekommt der tschechische Staat noch beinahe dreiviertel Millionen Magyaren, eine halbe Million Ukrainer, wenigstens 106.000 Polen. Tschechen, Deutsche, Slowaken, ist das nicht ein neues Oesterreich, das da entstehen soll? (Rufe: Sehr richtig!) Ein neuer Nationalitätenstaat von sechs Nationen, von wildem Haß gegeneinander erfüllt, gehemmt von' einer Zwcmgsherrschaft, die das ganze öffentliche Leben durch nationalen Hader und Kampf vernichtet. . .. Das alte Oesterreich-Ungarn hat durch seine bloße Existenz ganz Europa, ja die ganze Welt in.Flammen gesetzt. Jetzt, da das Nationalitätenprinzip über den Nationalitätenstaat triumphiert, da die Völker vom alten Nationalitätenstaqte befreit sind und endlich die Möglichkeit besteht, auf eigenem Grund und Boden eine eigene Staatlichkeit zu führen, geht man daran, einen neuen Nationalitätenstaat zn schassen, der von dem alten, unter dem Fluch der Völker zusammen- ZeörocheN, ' nur dadurch verschieden sein wird, daß er jene Kräfte entbehren wird, die der Mystizismus der Jahrhunderte dem alten Nationatirätenftaate geliehen hckt. Man sucht uns zu trösten, daß die tschecho-slowakische Republik zu,einer ... neuen Schweiz werden könnt:. Aber ein so wunderbares Gebilde, wie die Schweizer Eidgenossenschaft eS ist. entsteht nur unter bestimmten historischen Vorausjetzungen, als Produkt eigenartiger historischer Entwicklung. Die Schweiz ist ein Staat aus dem Freiheitswillen geworden, nicht aus dem Zwangsdiktat der.Sieger, sie ist eine Ei dge n o ss en schaft, nicht ew. ZtpüngSverbäNb, wo Völker durch den Zwang der Sieger zusammengehalten Werden. Der .4. Wrz Ut DMschKöyntSn tzär - kein S e mpach und kein Murten. (Schlachten, in denen die Eidgenossen durch ihre Siege über die Habsburger thrs Freiheit begründeten.) Der Nationalitätenstaat, dar dusch Gewalt begründet wird, kann sich nur durch Gewalt behaupten. Cr muß zur Gefahr für den Frieden des ganzen Erdteiles. werden. Wir neiden den Tschecho-Slowaken ihre staatuche'Selbständigkeit nicht, der tschecho-slokr-alijch- Staat soll aber auf das Siedlungsgebiet des tschechoslowakischen Volkes beschränkt bleiben. (Lebhafter BeiM.) Der rschecys-siMattsche Gram wird aber so ein Herd d-S JrreveMismus bau Deutschen, Polen und Magyaren werde». Wir sind machtlos, das zu verhindern. Aber noch einmal in letzter Stunde warnen wir. Es gibt ein Interesse der Soridarttät der Völker. Die Geschichte Serbiens und Polenhat das gezeigt, baß Vergewaltigung einer Bottes -um blutigen Verhängnis aller Völker werden muß. . . Man hat die LoSretßung DcUtschböhmenS und Gndetenlandes mit der geographischen Lage begründet.. DaS trifft i-icht für die Gebiete, die unmittelbar an Rieder- und Oberösterreich grenzen, für den Böhmerwaldgau und de» Zn armer kreis zu. Durch den Zerfall des alten Oesterreich ist , Wien zur Grenzstadt geworden. Wenn man uns nicht nur den Znaimer Kreis nimmt, __ sondern auch das angrenzend« fruchtbare Gebiet Niederösterreichs, so macht man eiii« geordnet« Lebensmittelversorgung WienS zum schlechthin ^unlösbaren Problem. . Der Staatssekretär teilt dann mit, die Regierung habe, UM . Deutsch-Südtirol ju rcli.':t, de» Italienern dessen militärische Neutralisierung vorgeschlagcn, doch habe Italien diesen Vorschlag unbeoritivortet lassen. Wir hosscu aber, daß Italien Diesen .Vprsthlag in Saint-Gcrmain. zur Sprache bringen wird. Wir sind zu jedem Opfer bereit, um deutsches Gebiet .uns zu erhalten. (Lebhafter Beifall.) Wetters bespricht der Redner die wirtschaftlichen Folgen der slowenischen Annexionen und verlangt die Losung aller Grenzfragen durch «ine Volksabstimmung unter nentralrr Kontrolle, in welche auch die Bevölkerung Deutsch-Westungarns einbezogen werden soll.. Unter Bedingungen aber, wie sie der Friedensvorschlag aufstellt, kann unser Sechsmillionenstaat necht leben, insbesondere die Stadt Wien nicht existieren und auch das arme Gebirgsvolk nicht. Auf solche Weise sind wir auf unS selbst gestellt und können wir nur in einem größeren Verbände die Möglichkett erlangen, allmählich unS wieder emporzuarbeiten. Darum Darum streben wir den Zusammenschluß mit Deutschland an (lebhafter Beifall), da unser Volk nur im Anschluß an die große deutsche Republik eine erträgliche Zukunft finden kann. - So hart die territorialen Bestimmungen sind, die wirtschaftlichen Bedingungen sind noch weitaus härter. Bon einer geradezu unbegreiflichen Härte ist es, daß uns dieselben Bedingungen den Gukzessionsstaaten gegenüber auferlegt werden, mit denen wir noch vor kurzem in einer wirtschaftlichen Gemeinsamkeit bereinigt waren. Die Verfasser des FriedenSvertragSentwurfeS waren sich offenbar nicht bewußt, daß blcfc wirtschaftlichen Bestimmungen, soweit sie zugunsten der Entente unS auferlegt wurden, vielleicht noch zu ertragen wären, so aber gerade-« tödlich wirken müßten, wenn man dieselben auf die SukzessionSstaaten anwenden will. Der Staatssekretär führt diesbezüglich Beispiele an, insbesondere behauptet er, daß die gali zischen Flüchtlinge, die in Wien nicht die „saubersten Geschäfte" gemacht haben, von der Arbeit Deutschösterreichs reich geworden find, durch den Friedensvertrag vor der Vermögensabgabe geschützt werden. Der dentschösterreichische Besitz in den SukzesstonSstaaten wird durch.dir Friedensbestimmungen geradezu konfisziert. Diese unS gegenüber den SukzessionSstaaten auferlegten Verpflichtungen bedeuten nichts weniger als ein Todesurteil für unser Land. Schon die Kenntnis des unS bisher übermittelten Teiles der Friedensbedingungen genügt, um die unvermeidliche Wirkung zu erkennen. Unser Staat wird seiner wertvollsten Gebiete beraubt und wäre nicht imstande, seine Verpflichtungen zu erfüllen. WaS das bedeutet, weiß jedermann. ES wäre der Zusammenbruch der DtaatSfinanze», in der Folg« würden unvermeidlich schwerste soziale Erschütterungen eintreten. Eine weitere Folge wäre die L ö s l ö s u n g des flachen Landes von der Stadt Wien, die bann selbst nicht mehr zu leben imstande wäre. , Wir, alle wissen, daß die Entente unS gegenüber über Machtmittel verfügt, durch deren Anwendung sie unS zwingen kann, aber ein Friede wie der, ist kein Friede. Denn schon wenige Wochen, nachdem ein solcher Friede unterschrieben wäre, würde der Staat, d«n der Friede binden soll, infolge seines Zusammenbruches, infolge der sozialen Katastrophe einfach zerfallen, und es würde nichts anderes übrigbleiben, als ein Nattonales und soziale- EhaoS. Die Ententemächte versuchen offenbar nicht, jedenfalls infolge falscher Informationen, unser Verhältnis zu den Sukzessionsstaaten zu erkennen, und daß hier immer noch engste wirtschaftliche Bedingungen sortbestehen. Im eigenen Interesse der Entente würde eS liegen, hier wesentlich« Ärnderungen Plagreifen zu lassen. . , Der Staatssekretär schließt: Deutschösterreich ist heute 1» einer- * viel schlechteren Lage als Gerbten es ehemals vorher war. Es ist politisch und wirtschaftlich ohne Macht — die tragische Schuld Und Sühn«, Mit der wir uns abstnden müssen. Die Analogie unserer Lag« mit jener Serbiens vor dem Krieg« mutz aber auch heute, von. den Sir gern anerkannt werden. Wir dürfen nicht die Fehler wiederholen, an denen bi« Monarchie zugkunbegsgangem ist. Die DN wird nicht gesunden, solange irgendeinem Volke sein Recht verkümmert wird. (Lebhafter, langanhaltender Beisall.) / Die KNNvge-ung« de« Pattevtti. Der chrislllchsozlal« Abgeordnete Sprecher der arotzdeutschen Antisemiten . „ . geben södgNn ick Nacken ihrer Klubs Erklärungen ob, tft denen der Friedenvvertrag in fein«? gegenwärtigen Form alt unamiehmbar bezeichnet wird. Rameüs d«i Eoziälbimöktät-n fÜHAk De. Friedrich «vier aus, baß setz! bst schwerste Augenblick' fett' KrlegsaüsVrnch gekömnrön sei. J?tzt zeiie sich erst. welche Gemet»HZ 1 f ick Fähe« 1014 mit de m Beginn des Krieg«.- begangen wurde. Die Sozialdemokraten stellen ausdrücklich di« ©lutschüLb b«r Habsburger fest. Di« Sozialdemokrate n verlangen, daß die Sünden d«k Herrscher nicht an den Völkern gerächt werden. Es sei eine maßlose MüusMM, das furchtbar getroffen« deuMösterreichische Bott noch mit. «iner Straf« zu belegen. Weiter» verwahrt sich Redner, baß gerade Deutschösterretch die ganze Schuld am KrM' vetgemessen werbe. Auch unter der tschechischen und polnischen Bourgeoisie gebe eS KrlegSgewinnerf bas dentschösterreichische Proletariat sei genau so geopfert worden wie bas polnische und tschechische. . . Das deutsch österreichische arbeitende Bott könne nicht bar Erbe der Habsburger antreten. Di« wirtschaftlichen Bedingungen seien geradezu eine Vernichtung der L e v e» S m ö g l i ch k e i t und es klinge wie grausamer Hohn, baß die Entente jetzt Lebensmittel her sch icke und dann Bedingungen stelle, die um so sicherer unser Verhungern bedeuteN. Die Bedingungen, die unS gestellt worben seien, seien unerträglich. Mit besonderer F.' u e '«z»ÜsM die Sozialdemokraten die Kundgebungen des Proletariats in Italien, Frankreich u it b Engla nd gegen den Gewaltfrieden. Um so schmerzlicher berühre sie aber, daß solche Kundgebungen von t er t s ch e ch i > cb e n und polnischen S o z t a l d e in okratie ausgebiteben seien. Er kommt zu dem Schlüsse, daß ei»e Si'.eimrtt gegen künftige Kriege nur der völlständ i g e U in st u r z des k a p i t a I i st i s ch e n G Y st e m ö und die Anfr'ich.ung der fosiälisttlchen GeleckjchastSordnung bringen körule. ES folgten dann die Erflärungerr der Landesvertrieturlgen, und zwar die 'SchrafflL für Tirol, Rtegers für auser und der r. Dintzhsfer Dents'bö men, Gimpl» für St'termark, Grösbaueri für Kärnten und S k a r e t S für Nirderösterreich. Eine tschechische Erklärung. Abg. D w o r z a k (die Christlichsozialen und Sozial» demokva'en verlassen demonstrativ den Saal). erklärt, aw Kriege tragen bloß die k r i e a S h e tz e r i s ch e n Christlich, sozialen die Schuld. Die Völker seien nicht gefragt wordem Nach dem Umsturz Hab« man nur die Firma geändert, aber düs österreichische System sei geblieben. Man wollte die Existenz der tschechischen Minorität verheimlichen. Redner be« grüßt dis Bestimmungen Über den Minoritätenschutz im Frie« densvertrag. Die S-Kstärung des Abg. Stricker. Im Name« der vottSSewußien Jvdmfchaft DeutschösterretchS grLe ich den Gefühlen tiefst« BkdanernS und SchmrrzeS darüber Ausdruck, daß di« siegend« Mächte eS unternommc« Hab«, unserem Staat einen derartigen Vertrag diktier« zu wollen. Dieser Vertrag widerspricht in säst all« sein« Punkt« dem Sclbstbestimnmngsrecht de, Völker, dem Recht, das wir Juden als da» heiligste ansehe». Ss ist nicht der AuSd«ck des WMmS der Völker, Mächte der Rcattion, des MMärlsmuS und des Ehanbtsondcrn et« Produtt drS Zusammenwirkens der finsterst« ntSmnS. DaS gibt m»S aber auch die Hoffnung, daß er nicht anäbänderlkch ist. Dem» wir glävb«, daß die Dötter sich von de« Joch der Reatttou befreien, daß fie die Herrschaft des Militarismus und Chauvinismus und mit. ihr auch dtcfe,» Vertrag zerbrechen werdm. Meisall.) Präsid«t Seitz stellt fest, die Reden hätwn gezeigt/ baß ganz Deutsthösterreich den Frieden für unerträglich halte. Unter großem Befall des Hauses gelobt er, den losgerissen« Deutschen Treue halten zu wollen. Nächste Sitzung tm schriftlichen Wege. — Schluß der. Die Kärntner Landesregierung amtiert in Spittal o. b. Dran. Spittal a d. Dran, 7. Juni. Da serbische Truppen heute die Landeshauptstadt Klagen für t. besetzt haben, amtiert die Landesregiemng ab heute in Spittal a. d. Drau. Der Schadenersatz Deutschösterrelchs. Snint-Germain, 7. Juni. (Korr.-Bur.) „Daily News" meldet» daß die f in anz i s l l e « K la «f e l n b e s F r i e de« S v e r 19A&** mit Oesterreich nnnmehr fertig gestellt feie«. Es werde keine bestimmte Summe für de» Schadene r f a tz festgestellt werden, sonder« eine eigene Kommission soll die EinkunftSqnellen Oesterreichs untersuchen und die HSHe der Leistungen sowie die Art der Zahlung bestimme«. Ernste Stimmung der deutschösterreichischen Delegation. Zürich, 7. Juni. (Te!.-Komp.) Die Schweizerische Telegrapheninformatton meldet: Staatskanzler Dr. R e n n e r ist heute, von der Konferenz in Feldkirch kommend, nach S a i n t - G e r m a i n durchgereist. Die Stimmung der deutschösterreichischen Delegierten i st e r n st. Es verlautet, daß sie beabsichtigen, die Unterzeichnung des ihnen von der Pariser Konferenz vorgelegten Vertrages abzulehnen. Lammaick tritt tttvftdf Zürich, 7. Juni. (Tek-Komp) Die Schweizerische Telearaphen-Jnformation meldet: Es scheint, daß sich Professor L a m m a s ch wegen des Stmdpunktes, den die Entente in der Frage des ÄölKer-i Hundes einnimmt, mit dem Gedanken trage, von Salnt-Germain a b z u r ei fett. Die tzeimfendnng ««ferer Kriegs gefangene«. Saint-Geemat«, t. Jcktt. tKvtt>B«r:) E«rrat S1 a t i N hat oit Verständigung erhalle», büß »r« erst« votbrrcUmbrn ffl Ö n b I i (fM » B jl s v r e ch » » g e » unt der Tntrntesommesstoft für Kriegsgifangenenwesnt am DieftStag vormittags flattfindea soÜ«. .. .. Au» dtt pylutschea Hölle. Hxzefi« gegen Inden, tn Cvaeschan, Vetelka« und Krzeple«. Ei« Nürschawer jüldtscheft Aiättrrrt züfolg« fästdeü bbtt vekgäNKNen tzEäg zahlreiche ü«beesSlle vom polAschen Soldaten auf Juden in der JeruzaltmSküja, GvsMka, Zslazna, Towarowa, Danska, Wtelkü, TürezynSky statt. Die lüdtsch« Bevölkerung, dieser Gassen wurde süechterltch/ terrorisiert. Einen überaus dtohenden Chärükter nahmen bi« Exzesse in Qchota an, wo die Exzebenten.säst alle jüdischen Geschäfte plünderten. Aus Intervention der Abg. Dr. Thon und H <r r t g l u s wuchs eine Mllitärabteilung entsendet, die die Ruhe tyiederherstellte. AntijÜdtsche Exzess« fanden an demselben Düge auch in Petrikau statt, wo vie beraubten Juden von den Räubern noch blutig geschlagen wurden. Die Gemeindepoltzei wurde, als sie elnzuschreiten versucht«, durch, di« exzedterenden Rekruten verhaftet. . Bei den Exzessen dt Kezeptee wurden viele Juden verwundet. Der Stadrant wurde daran gehindert, den Verwundeten ärztliche Hilfe zu bringen. Die Bestattung der fünf Pogromopfer iit Ezenstvcha u gestaltete sich zu einer, stillen^ aber um so erschütternden' Manisestation der gesamten jüdisch« Bevölkerung dieser Stadt. Sämtlich« jüdischen Geschäfte waren ge-, schlossen und bleiben eS während der ganzen Trauer- Woche. Auch die nichtjüdtsche Bevölkerung war angesichts diese- TrauerzugeS tief aerührt,..Einen unvergeßlichen Eindruck machte die zahlreiche Gruppe der verbündend n Pogrom verwundeten, die laut.'o» de» Särgen folgten^ Der, Arzt Dr. B r o n i a t o w s k i,. der die Pogromverwundeten verbunden hatte, äußerte.sich, daß er während seines vierjährigen Militärdienstes an der Front derartnnrnenschlick un'b grausam" ttiassakrierte Mbnscheu nicht gesehen habe, wr« es diese KZogromopfcr ftttb.:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.