Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 138 (6.6.1919)
- Date
- 1919-06-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien. Freitag Kommunales. Alland ohne Lebensmittel. Ende der vorigen Woche traf Vstebürgermeister Mar i n t f r unvermutet in der Heilanstalt Mand ein, um Bechwerdcii. die ihm über die Kost zngegangcn waren, zu überprüfen, r^iese Beschwerden erwrcfen sich z u m g U t e n T eil. » l v berechtigt und es stellte stch bei dieser Gelegenheit xu aus, daß der Verein ..Heilanstalt Alland" schon wieder arg '..'impft uui) eigentlich eine Sperre der Aufnahme verfügen mußte, 7i er; u w e,»» g L e b e n s m i t re!!>at. Hierher gehört auch, daß mit und vorwiegend aus diesem Grunde der Kinderoaoillon auch weiter noch leer steht. In Wien stechen y,t .<berkulösrn Kinder dahin, Wien hat keine Spitalsbetten, um sie auszunehmen, und in der herrlichen - Heil» anstatt Alland steht der Kinderpavillon, der 64 tuberkulösen )üIndern Gesundheit bringen könnte, leer. Dieser auch von den Aerzten der Anstalt tief beklagte Umstand wird nun rasch gelindert 'werden müssen. Vizebürgermeister Winter versprach, stch dieser Sache anzunehmcn. Voraussetzung dafür _ ist allerdings, daß die Eutcheidung über die Zukunft des Schicksals von Alland rasch falle. Erst dann wird es möglich sein, auch den Kinderpavillon zu bei 'gen und die übrigen Teile der Anstalt aus den vollen Stand zu i-ringcn sowie die Beschwerden über die mangelhafte 8miöttigimsi endgültig aus der Welt zu schaffen. Die Ernährung. Die Fleischverteilurrg. Vor zwei Wochen erhielten die Fleischhauer nach sahre-anger Nnterbrechrmg wirrer Kalbfleisch zur Abgabe an private Haushaltungen zugewiesen urü) das Publikum wurde hiervon nicht in Kenntnis gesetzt, obwohl dir maßgebenden Stellen mit einer Zunahme der Kälberzufnhren und einem Ueberschuß nach Deckung des Soitalbedarses seit Wochen rechnen konnten. Zu Beginn dieser Woche wurde verlautbart, daß in der am 5. d. M. beginnenden Fleischbezugswoche irisches Schweinefleisch und Kalbfleischzu haben sein wird. Das Publikum war daher der Ansicht, daß mit dem Verkaufe.gestern Donnerstag begonnen wird, intet» essierte sich begreiflicherweise lebhaft für diesen Verkauf — und fand nirgends Kalbfleisch oder frisches Schweinesleisch. Den maßgebenden Stellen muß es bekannt sein, ivelche Wirkung die Ankündigung von Lebensmittrlrerkanfen ausübt und es wäre daher sehr notwendig, es in diesen Anzeigen nicht an der nötigen Klarheit fehlen zu lassen. Die mit der Verlautbarung betrauten Stellen wissen oder sollten es wenigstens wissen, daß die Verteilung von Kälbern an die Verschleißer stets erst ain Donnerstag, die Verteilung der Schweine am Freitag stattfindet und daß daher die Ausgabe.frühestens Freitag, beziehungsweise Samstag vor sich gehen konnte. Tn es sich aber bei diesen Verkäufen nur umganz geringe Mengen handelt, die nicht einmal fjrr die Deckung eines einzigen Derkaufstages ausreicherp hätte in dieser Verlautbarung der Tag des Verkaufes festgesetzt werden müssen. Obwohl die bisherige Art des Verkaufes von frischen: Schweinefleisch alles eher als mustergültig war. wurde sie nicht nur beibehalten, sondern es wurde auch „der Abgabe von Kalbfleisch die Bestimmung für die Abgabe von Schweinefleisch zugrundegelegt" und verfügt, daß allwöchentlich eine Anzahl von Fleischhauern .Kalbfleisch zur Abgabe gegen Einkaufschein erhalten sollten. Diese Abgabestellen sollte das Publikum durch Anschlag an den Sicherheitswachstuben spätestens um 6 Uhr früh am Tage des Verkaufes erfahren. Gleichzeitig wurde festgesetzt, daß der Verkauf um Vs7 Uhr früh zu beginnen hat. Von einer Rayonierung dieser beide« Fleischgattungen wurde abgesehen, obwohl alle Gründe, .die amtlicherseits gegen eine Rayonierung vvrgebracht werden, nicht stichhältig sind. Eine Rayonierung dieser Fleischgattungen hätte absolut nicht mit einer. Gleichstellung im Preise aller Fleisch gattun gen vor sich gehen »nüssen. Man könnte ebenso die gleichmäßige Abgabe von Reis unterlassen, weil er billiger ist als das äugenblicklich zur Ausgabe gelangende Mehl. Auch dürfte es nicht stimmen, daß es schwerer ist, 10 Dekagramm Kalbfleisch ohne Zuwage zu verkaufen, als 10 Dekagramm Rindfleisch mit Zuwage. Die für die privaten Haushaltungen zur Verfügung stehenden Mengen an Kalbfleisch mögen ja nicht allwöchentlich für die Deckung auch nur einer einzigen Buchstabengruppe ausreichen, rv-enn aber auch das Schweinefleisch zu dieser Ausgabe herangezogen würde, ließe sich eine turnusweise Ausgabe sicher durchführen. Auch müßte bei der Kalbflcischabgabe nicht die Rindfleischquote als Maßstäb dienen, sondern sie könnte pro Haushalt (unter Berücksichtigung der Personenanzahl) bemessen werden. ■ Die Wirkung der neuen Regelung hat stch bereits gestern gezeigt. Da die Bekanntgabe deS Verkaufes an die Allgemeinheit erst Für 6 Uhr früh des BerkaufSlages mit Sicherheit erwartet werde«.konnte, nnd der Verkauf bereits um 147 Uhr früh beginnen soll, wollten viele Verbraucher nicht Gefahr laufen, daß der Verkauf-, während sie sich auf dem Wege' von der Sicherheits- »vachstubc?,nr Verkaufsstelle befinden, beendet wäre, und ströincen in großen Scharen der Gwtzmarkthalle zu, in der Meinung, daß sich unter den vielen Berkaitfsständen der Großnrarlthalle auch unbedingt solche beunfceu würden, welche über Kalbfleisch oder Schweinefleisch verfügen. Das gänzliche Fehlen dieser Fleischgattungcn ha: zu lärmenden Unwillensäußerungen der schon lange wartenden Verbraucher geführt, da sie sich in'iuu' ‘ fühlten, und es war schwer, die e'w.'gte Menge 311 zerstreuen, lieber diesen T.-r V.u l.; v:..i wir a„ üyi: ixiK ausführlich. Wiener MorgenzeiLrmg 6. Ium 1919 Nr. 138 Der Marktbericht. Da zu Beginn dieser Woche amtlich verlautbart wurde, egen den Abschnitt 27 de§ Einkaufscheines in dieser Sbezügswochr Kalbfleisch oder frisches Schweinefleisch zu sein wird, wendete sich gestern, am ersten Tage dieser FleifchbezngSwocho, hii Hauptinteresse der Großmarkthalle zu. Schon lange vor Beginn des Verkaufes hatten stch ungefähr 1000 Persone»» eing<f,u»der». Da aber die Großmarkthalle gestern nur über jene Mengen an Rindfleisch und Pökelfleisch verfügten, dir für den rationierten Bedarf bestimmt waren und Kalbfleisch ' und frisches Schweinefleisch gänzlich fehlte,», bemächtigte sich der Verbraucher, die vergebens gewartet hatten grüße Ejfre'gün'g. Sie wendeten sich gegen das Marktamt. drangen in dasselbe ein und beschimpften die Mcirktamtsorgane, die sie für das Felilen dieser Fteischgattnngen, beziehungsweise die irreführende Verlautbarung verantwortlich machten. Derartige Verlautbarungen gehen aber nicht von den Marktämtern aus, vielmehr werden die Mgrktämter oft von derartigen Verkäufen nicht rechtzeitig, verständigt. Es war nicht leicht; dis erregte Menge, deren Zahl rasch zunahm, aus der Halle zu verdrängen. Die telephonisch herbeigerufsne Sicherheitswache mußte, um Eidnung herzustellen, die Größ-! Markthalle vorübergehend sperren. Rach 9 Uhr konrrte der Verkauf ruhig vor "sich gehen. An markenfreien Fleischwaren gab e» aber nur ungefähr 400 Kilogramm beschlagnahmte ' Pökelflcfschivucst, die stark begehrt war. - Ein reichlicheres Angebot gab es aus den Fischmärkter», .Nebst den üblichen Gattungen konservierter Seefische gab es Seeumgen zu 16 Kronen, Harbntte zn K. 10.20, Seehechte zu K. 10' nr»d frische Schellfische. Sin Teil dieser Fische blieb unverkauft, wird als» heute noch erhältlich sein. Dir -Beschickung der Grü,»Warenmärkte ist anhaltend! günstig und ein Beweis dafür, das; die Erzeugung von . Gärtncrgemüse in der Umgebung Wiens und auf dem flachen Lande stark zugenomrnen hat. Das Angebot war he»»te wieder - mehr als ausreichend, und die Händler »nutzten vielfach —? um überhaupt ab setzen zu können — n»»ter dem Höchstpreise verkaufen. Mite amtliche Herabsetzung der Preise dürste ln allernächster Zeit erfolgen. Feigen Und Zitronen waren wieder auf fast allen Märkten erhältlich, dagegen jehltei» Eier gänzlich. Dev Getreidermd Mehleinlauf. Vom dcutschosterreichischrn Staatsamt iiir Volksernährung! wird verlautbart: An Getreide und Mehl sind m»t Ententesendimgen in! Deurschösterreich emgelangt: - > A»n 4. Juni . 128 Tonne« Getreide— 132 Tonnen Mehl ferner. . - ......... > . - 613 „ , ’ . . zusammen 745 Tonnen Mehl Einlau? seit 1. Inn» (in 4 Tagen) zusammen 6709 Tonnen Mehl. Derzeitiger Tagesbedarf 1716 Tonnen Mehl. AnsLa« der KindprverLöftigirng in Wien. In'«eben oäencn Küchen werden derzeit ungefähr 500Ö Wiener Kinder verköstigt Rund 10.600 Zögttnge der Waiien^ Häme-'. Megmnllaltnr nnd Kmdersprläler erhalten schon ictzt d'ie dringend notwendigen Kostergänzungen. Der AnS» bau der aimrlkanrchm Kindrrausipeisimg (deutsch österreichisches Jiigendhütswörk) schreitet von Tag zu Tag fort. . Roch indieser Woche.. setzt die B e t t c f t r u n g von Fürs 0 r g e c i n r i ch t n 11 gender'priva t e« 0 i tr ft n i »o f i 0 Ji e n c i n. Mehrere „Rem-Schwestern" der Pcr'a»letschcn Kmderllllnk berechnen den angesprochenen Bedarf der K'.nderliem»^ -Krippen und Pewahranstalten. der Horte usw. an» >Äilo-Neck , um L:e Oürmdläge siir d»e Erweisungen zll. beschasfr»». Fliegende KvniMMoneN des städtrschen IugendmnteSwerden »n den Dimst der Beratung nnd Urberwachunp gestellt werden, fünf Krastn»agen die tägliche Zustreifung besorgen. Die A u s g a b r s e r t i g e r M a b l z t i 1 e n teils an öffentliche Ausspecsestellen in Schulen, teils an Tageske'me u. dergl. wird in den nächsten Tage»» ausgenommen werden. Dem Vorschläge, auch die Voltsküchen zur Maffenspeisung der Kinder heranzuziehen, bat die aintrikanische Kommission nicht z u g e st» m m t, da sie nnbrdmat darauf besteht, daß die Kinder allein e s s e r». Die Verköstigung in den Kmdergärten wird in den nächsten Taaen ihren Antana nehmet». Die Vertreter der in der Säugl»ugMrforge ckotigm .Körperschaften .»verdcn demnächst an die Echaffmrq der Anupeiscstellen für stillende Nfiitter schreiten, ferner wird d»e V e.r k ö st i g u n g b e r Jugendlichen dis zn achtzehn Jahren erfolgen. - Fleifchabgabe in dev Grohmarkthalle. Pmcgstsamstag' »vnd in der Grosrmarkihaüc amerikanisches gepökeltes Schweincslrn'ch z»»r' Ausgabe gelangen. Frisches Schweinefleisch kouinit mangels entsprechender Zutiipren in dieser Halle überhaupt nicht zur AnSaabe. Auch an Rindstrisch sind dre Zufuhren so gering, daß Rindfleisch nur rt»t rapvnierte Kunden abgegeben »verden kann, Dre Mltteiluvg, da») Kalbfleisch rn ausreichenden Mengen zu haben ist,. trifft nicht zu. Kalbfleisch »vird vorausffchtlcch. nur in so geringen Mengen vorhanden feilt, daß eine allgemeine Ausgabe nicht möglich fein wird. Mittettttiigerr der „Rohö". Hellte Freitag: Zentralmagazin,V1ll.. Piaristerilgaile 16 Zitronen. Kartoffelwalzgrieß, K^^.'Seüe ausstlkarke % Sardellen tu Oel, Totletteseife non 8 bis 12 Uhr und von 3^bis 5 Uftr. — k.. Nibelungetigaste 7: A.-V.-Scife ans Marke Ä, Franck-Kaffee, .Krachmandel»», Cunvc»nnasfe von 9 dis 12 llbr und von 8 dis 5 Uhr. ji., irr., xr. iv., v„ ix., x., xir., xeii, xvil, xvm. und XIX. Beürk: Abgabe von raponierler Ware von 8 bis 12 Uhr. — XXk. Bezirk: Raponiene Ware von 2 bis 4 Uhr. ' Bühne 'rmd Kurrft. VslKsoper. („T er S t r e i ck d tr S ch »n i e b c." „D » e d r e i F r f t e r."‘, ..;j Dal Parabcstück a 'c; Provi-zbeckamatoreu, jenes Ge,-, dicht von Fraiteois Coppäe, dessen Titel ma»» heute sachge- »nöst^r 0» „Der Ausstand der Mviallarbeiter" umwand'eln müf-te, hat. seinerzeit Viktor LZ01» >,nr Abfassung eines Librettos dr,» Vorwurf geliefert, da) die abgestandene Sentit Mentalität deS Originals mit wässerigen sze»»»schen' Vorgäitgen zn eine»,» gerade noch zur. SomtnerS.zeit genießbaren Geb-räu verdümtt. Büi einer Oper ist M>»sic nicht zu vermeiden. Bon di'seni. Gesichtspunkt a«S ist Max Josef BeerS Partitur anll in den Kauf jju nehmen, wobei man wieder zw berücksichtige»» hat, daß »nan im Juni meist nur znrückgesetzte Ware M OpernmarcteS zu verschleitzei» pflegt. Daß man jetzt ditseS schwächlicheProön-'t wieder hervorgeholt ha ,mag ln?.»' u Ück-usilhren sein,baß di^Kon unttur sürdaS Arbfi»ermltie:'.-r>ut günstig erschi.'n. Aber lote tv^nig wird ti: vvu XV'-M De.•'.»),»t: Rnhrieligstut der» Standpunl, gerecht, den wir den Peochlerrwr». der Arbeit, der Rot nnd deS. LohnkanipseS gegenüber ein nehmen? Wie weit entfernt sind wir von jenetn falschen und billigen Mitleid, das hier den! „Artnen'^ (es ist die yom Lesebuchstil der Bourgeoisiezeit; PerhorreSzierte Armut) nach de»» Jntentio»»-en des Verfassers gezollt werben soll! Sein Streikbrecher Matthieu, der aus! Not »mb Liebe z»rr Fainilie die Genosse»» verrät und seinen! rohen Beleidiger in einem Zweikampf mit den» Sch»»»iedebaminer niederschlägt, stmitmt noch ans der Zeit, da es zwar keine Kinos gab, aber schon hierfür geeig»'»ete „Süschehs".., Herr Brand holte denn auch aus seiner Nolle alle aus diesen»^ Genre bezi:henden Wirkungen nnd kann mit dein Erfolg des Abends manchen Filmstar, erblassen »nachen. Der Musik, die in der Hauptsache ans inelodramischer Einkleidung Lasiert, ist wenig nachzurühmen. Sie. ist meist so unbeholfen und! Pa,-»ereil, wie der Text, geht zwar den vom MretListen gestellten^ Aufgaben nicht ans dem Wege, löst sie ober in keines-' Wegs origineller Weise. Die Hanptftücke de^ Werkes, ein! SchmieLelicd und ein Lied der Arbeit behelfen sich mit mittel-, »näßigev Deklamation und verlassen; sich im übrigen auf die Wirkung der Schlußladenz, In» Chor- und E»»senMeersatz zeigt sich eine sichere Hand und reichere Erfahrung als in der In«: strniur Station.. . '. > Die Oper fand begeisterte Aufnahnie. Mit ungezählter^. Hervorrufen und Bltzmenfpenden wurde hier ein Keines! Familienfest gefeiert, bei dern Herr Beer als Regisseur und 'Sohn bcS4 Komponisten, Herr Brand als Hauptdarsteller, Frau Dartsch-Jonas, eilte trefflich singende Arbeitern Held»»»- Md Herr Ritters heim, der einen Don Juan der Vorstadt wirksam verkörperte, besonders ausgezeichnet wurden. , Die zweite Oper, von den» Wiener Kapellmeister Oskar S tall a stammend, reinigte die Luft mit ihren frischeren! Orchesterklängen vom Modergeruch der Makulatur. Die Heiterkeit des Spiels erhebt sich zwar nicht über, das Niveau von . Streubildern aus den „Fliegenden Blättern", aber eS spricht' a»»s der Vertonung ein etwas lebendigeres und neuzeitlicheres Fühlen als aus dem vorhergehenden ArLeiterdrama. Die Handlung konstruiert das Zusamme»rtreffen dreier Mnsikerdilettantei», die »nit ihren- Künsten um die Harid einer jungen! Witwe werben. Wie gebührlich trägt die Geige den Sieg davon, während sich Flöte und Bombardon mit älteren Jahrgängen der Ln» Stück vertretenen Damenwelt begnügen müssen. Der Schluß bringt drei Pärchen auf die. Bühne und ein drastisches Instrumental-Duo der durchgo fallenen Freier bildet den Ausklang. Stallas-Musik zeigt gute Ansätze zu orchestraler Heiterkeit^ bleib aber in Anläufen stecken i»nd entwickelt selten den! mühelos scheinenden Schwung des wahren komischen Sttls< Mit den Scherze»» auf der Bühne, die darin gipseln, daß i»» eine Flöte Schpnpftabak gestreut, und in ein Bombardo»» Federbälle gesteckt werde»», kann sein.Humor allerdings noch konkurrieren. Die Darstellung war in guten Händen. Herr. Kuhla enthusiastnierte. das Mäbchenpuhlikum durch schineichelnde Tenorklänge nnd „wirkliches" Geigenspiel, Frau . D e b Ltz ka', war ein anmutiger, weiblicher Paris aus der Rokoiozeit, 'KdHeÄöön-ttiÄMMD'aum-ann. Beer und. die Damen S a l in g e r und A t t tc r verhalfen durch schöne Leistungen und gut gelauntes Spiel dem musikalischen Spaß zu lärmendem .Erfolg. Ja, man »nnß eben die künstlerischen Bedürfnisse des Publikums kennen, meint die Direktioti! __ Aus den Theatern. Das Schönbrunner Schloßtheater wird heute mit der Uraufführung der fünfaktigen Tragödie „Tristans! Tod" von Maja L ö h r eröffnet. Die Besetzung der Rollen »st folgende: Marke — Si-bert, J'old« Blondhaar — Wohlgemuth, Bra'.lgäne— Alnah, Tristan — Gerasch. Kaedin-- Schott, Isolde . Weih Hand — Danegger, Amine — Mäher, Pilger -".Arndt, Knapste — Schmidt, Alter Ritter — Seydolmann, Junger Ritter — Muratori, Erster Knappe — Gehrs. Zweiter Knappe — Wawra, Dritter Knappe — Thimig. Bühnenbilder vow Karl Alexander Wille. Am . Eröffnungstage geht der Vorstellung eine .Aufführung von Beethovens Adagio aus . dem Achter» Streichquartett durch das Rosi-Ouartett (Ross, Fischer, Nnzitzka, Buxbaum). voran. Die Vorstellung findet bei erhöhten Pre»sen statt. Anfang 6 Uhr. - Im Burgtheater gelangt heute Freitag dre Komödrü „Zwischenspiel" von Artur Schnitzler zur Anfsithrung. Anfang 7 Uhr. — Soeben ist die erste Nummer der,„Blätter d e s - Ä u r g t h e a t e r Z" erschienen. Sie »veisen folgenden Inhalt auf: Hermann Bahr: Gmndsätze; Hugo Hosm a n n S t h a l: Daö Lebe,» ein Traun», Szenen; H»p l- 'derlin: Ueber die vaterländische Dichtnngsart: -Erhard B u s ch b e ck: Versuche im Augenblick; Andreas T h 0 m: Jaakob; Walter Eidlitz: Hedwig Bleibtreu, Hüterin von Jaakobs Traum; Richard Smekal: Zur Architektonik von Dies irae; Franz Blei: Marginalien z»»r Schauspielkunst; Grillparzer: Dichter. Theater und Publikum. H»nweise: Erwin Rieger- Die.Verwandlmtg Franz Spuhda: Der Zorn des PhoiboS. Uebersicht deS letzten Spieljahres. ^, Im " O p e r u 11) c a t e r lonunt heute Freitag „Dev Barbier von Bagdad" mit den Damen Kiurina, Kittel, sowie den Herren Maill, Mahr, Fischer, Leuer, Gallos, Marchoff, Thiematln, Stricks zur Aufsührung. Hierauf folgt „Die Pnn- ^tzessin'von Tragant". Anfang- 7 Uhr. u Der großen Nachfrage gerecht zn werden, sieht sichbic Direktion des Wiener Kvmödienhanses veranlaßt, Pins kiS .jüdisches Arbeiterdrama „Eisik Scheftel" noch weiterhin auf dem Repertoire zu belassen und gelangt! dieseZ erfolgreihe S.ück SamStag de.» 7., Gonnbag den 8. und Mittwoch den 11, J»»ni, 3 Uhr nachmittags zur Wieder-, hol,»»»g. Pfingstmontag wirb baS VollSstück „Familie Schi-' inel"' zur Aufsührung gebracht. Im I 0 s e f st ä d t e r T h e a t e r werden. heute i»eu einstudiert „Der Brandstifter von HeyermannS und „Schöne Seelen" von Felix Salten gegeben. Die Hft»»ptrollen werde«! pon Hanfi Niese und Josef Jarno dargestellt. Auf der Volksbühne find en der he»»1igen Erstaufführung von „Das kleine Schoioladeunrädchen" die Hauptrollen mit den Damen Jacobsen, Gering, Schindler, Schwarz und den Herren Benard, Faerher, Franz, HelmerS, Knabe, Kranes, Manth und Tiller besetzt. Dev. Klavierabend Helene Lam^l-Gibenschüt) findet l>e«te um 7 Uhr abends »m »niulerm Konzertha»»8saal statt. Das. Programm mlluilt Werke von Bach- V u s 0 n i, c c t» 1) 0 »> c 11, 2 fl) u m a n n und L » ä i. Ncsilichr Sitze bei R.'Löwfi und an der Ko»»M'thänSkas!c«