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Wiener Morgenzeitung · 1919-06-06 · Heft 138 (6.6.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 138 (6.6.1919)
Date
1919-06-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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9tr . Wien, Freitag Der Pogrom in Ezenstocham Scheußliche Bestialitäten. — Der Interpellation wurde die Dringlichkeit nicht zuerkaunt. , Eine in -Warschau cingetrosfene, aus angescheuen indischen Bürgern' in Czenstochau bestehende Abordnung keilte über den in Heer Ettrdl-stattgrfnndmm Pogrom folgendes mit: Schon seit längerer Zeit ereignete:: sich Fälle, wo die polnischen Soldaten aus Posen und letztens auch die der Hallerytruicc Judenüberfielen und sie mißhandelten. Es wurdet: auch liäufig Juden die Bärte abgeschnitten, Waren geraubt NU bergt. Sogar der Orisrabbrner wurde>, nicht verschont und mw durch einen glücklichen Zufall gelang-es-ihm, heil zu entkommen.., Am kritischen Dienstag nachmittags wurde das Gerücht verbreitet, die Juden hätten auf einen Haller-Soldaten geschossen lind es fanden sich bald Leute, die auf die Wohnung des jüdischen Schneiders K a tz zeigten, dessen Gehilfen K a ot' c lgarn sie der Tat beschuldigten. Das Haus wurde hierauf von einer großen Menschenmenge und von Soldaten umringt und Kamelgarn sowie der Sohndes Hausetgentümers Liebermcmn heransgeholt und ans die Polizei gebracht, wobei sie unterwegs blutig geschlagen wurde», "so daß die Polizei um einen Feldscher schicken mußte. Der Feldscher MvseS Nafanowicz wurde jedoch auf .seinem'Wege zür Polizei von der Mente überfallen und gelyncht. Rach /einigen Minuten hauchte er auf der Stelle die Seele aus. llnt 5 Uhr nachmittags versammelte sich auf dem alten M tti*‘f fc eine 3 w e i t a u f e n d k « p f i g e M ensch in* m e u g e, darunter viele Soldaten, die eine förmliche J a g d a u f die jüdische Bevölkerung veraitt' 'staltetc. Juden wurden geschlagen-, jüdische Geschäfte ausgeplündert. Die Biente drang zun ä ch st "i n s Bctha « § und prügelte die dort anwesenden Juden durch, ' dam:- begab . sie sich i n s S ch-l a ch t h a it s, zerrte den dort angctrosfcnen Schochet Ehaim - Ga> t't l i e b auf die Gasfc und schluchtete : hn m i t; seine m M esser a b. Hierauf wurde die Familie Brockmaun überfallen,, ein M a n n ' g e t ii t e t und - die übrigen Personen schwer v e r w u n d e t. Urberdies wurden getötet: der Makler D 3 i a l 0 s z i u s k i und der Bäcker Z i lii ni enn a n 11. T5 Personen wurden schwer und mehr m als 60 leicht verwundet.' Ter Pogrom danevte bis spät in die Nacht Der Milizlommandaüt wurde, ckls ^r dm Menge zum Auseinändergchen' anffordert'e, von seinem Pferdeans den Boden gezerrt. 'Am nächsten Tag fand .eine Sitzung, des Stadtrates statt, n der die jüdischen, und polnisch-sozialistischen Nätsmönner über die Borst'!le Jn-eipellationen einbrachten. Die Interpellation der poln.schcn sozialistischen Parte: bestätigt, daß polnisches . M i l i t ü r d e n P 0 g r 0 in gegen dieJudeu vera n st ä l t e t..e und fordert daher diestrafweise C n t f e r n u n g d c r G it 111t s o n. ferner die Entschädigung der Betroffenen und die ,Fürsorge für die Witwen und Waisen her während de§ Pogronis Getöteten durch den Magistrat. lieber diesen Pogrom brachte, iw der letzten Sitzung-des polnischen .Landtages der Abgeordnete Hartglas einen Dringüchkritsantrag ein. Die Dringlichkeit wurde jedoch ä b g c l e h nt und ein Antrag angenommen, diese AiigeleEheit durch maßgebende Stellen, untersuchen zu lassen. Dr. Bernhard Geiger — außerordentlicher Professor. Der Präsident der Nativnalversaminlung hat den Privatdozenteft Dr. Bernhard Geig er z :r,m a n ß e r 0 r d ent- > : ch e n P rose s s 0 r für iraiuichc und. indische Philologie an der U n , v c r f 11 ii t : n W t't n ernannt. Unsere Leser werden die Erncnnimg Dr. Gcigers, auf welche dieser lange genug .ivnrrcn müßte, ntit mtitticfjct Befriedigung begrüßen. Tr. Geiger, ent Gelehrter von anerkannter Bedeutung, üt cm jibi" zeugter ötarionatjude, der sein Bekenntnis memals oerlcüguct sondern es vielmehr gegen alle akademischen Anscchttmgcn stets hochgch.llken hat, obzwar nicht viel gefehlt hätte, daß mm: aus scincr nationaljüdlschen Gesinnung die Berechtigung nbleiten wollte, ihm den Anspruch ans eine Professur au der deutschen Universität Wien zu bestreite». Dr. Geiger ist Mitglieddes Jüdischen N a t i p n a l r a t e s und als solches Resereut tt'ir Schul- und Erzichnngsfrageu, Obmann des Unx-.-nchtsansschnü % der sich soeben mit der Frage der Schaffung der erste» jnd'fthen Msttelschnle eifrig befaßt. Die prrsstvr Ne'iftenz in der Liquidierungs- Kommission. Entsprcch-.v'd dem an: Mittwoch gesa-tzten.Besch tust setzte gestern sie passive R c s i ften z dev liquidi-erenden -Stellen ei;:, di.' varlätrsig bis-zum 23. Jusii Hauern soll, für welchen . T.armin die. internatiortal-e Lilsutdierungskominissi )«■ Me I. ei ii cksichtigit.itg der. Forde r u 1: g c n zugesagi rat Der Apparat dieser Körperschaft sowie des Staatsamtes für Heerwesen geriet bald ins Stoilen. Bei Heimkc'srorn, die aus russischer G e f a u g c n schaf t k a rit c n und Angehörige der N at i 0 u a l st a ti t c n sind, stellten sich bei der Weiterbesörderung derartige Schsvierigkartei: heraus, daß sie vor Beeudiguttg. der chassiv-en Resistenz nicht nach Hause kommen dürften. Beträge, die von der Internationalen Liquidiernngskommission an Privatfirmen zu zahlen sind, können ivegen des schleppenden Ganges der hierbei zu erfüllenden. Formalitäten nicht ausgefolgt tve^rei:. Dadurch wird selbstverständlich die Liguidatiousnkasse vielfach geschädigt. Das Militär geographische Institut ist nicht in der Lage, die von einem Nationalstaate bei ihm bestellten Karten zu liefern, obwohl sie bereits hergestellt sind. Auch Beim Staats amte für Heerwesen ergaben sich' die - gleichen Schwierigkeiten. Wichtige Akten fanden keine Erledigung. In der Abteilung X wurde» Schecks und Depotbücher, auf 2,800:000 Kronen lautend, für die Dauer der passiven Resistenz beschlagnahmt. Schawuothfeier des „Makksbi". Der Erste Wiener jüdische Turnverein „Matlabi" veranstaltete im großen. Musikveretnssaäle eine Schach uvlhpiea:. die überaus würdig war und für den küustlettsche»»c.M^hhmack dev- ^MsWrx... asaafo. - Skc> Wr^ Wiener Morgerr^errung wurde durch Zepters psalnwdische Melodien für Geige, Harfe und Orgel weihevoll eiugcteuet, von Konzert-- iikeiftcr Ziulblcr, Professor D rt ö und Herrn Anton Hübner herrlich gespült. Professor Joses Sulz er, der treffliche Cellist, trug seine Tondichtung'„Aus dem Osten" vor und mußte mehrere Zugaben leisten,' insbesondere Schumanns „Träumerei" spielte - er mit höchster Vollendung. Herr Josef Schild kraut vom Deutschen Volkstheater las das 37. Kapital aus dem Propheten Ezechi-el, in das die ganzen Hoffnungen dieser jüdischen Gegenwart eingefchlossen sind, und zwei Gedichte von Morris Rosenfeld. Er wurde stürinisch akklamiert und erfreute noch mit der Wiedergabe einer der besten Dichtungen von Schalom Asch, „Der Zaddik vom . Dorf". Erlesene musikalische. Genüsse^ dankte man der Opernsäugerin Frau Hermme K i,t t <e l uitb dem Geigenkünstler Josef Zimbler. Zum.Schluß sang Herr Oberkantor Morgenstern die Hatikwah,welche stehend angehört wurde. Der Saal war dicht gefüllt und es war ein jüdisches Publiknnt, das man sonst bei jüdischen Veranstaltungen nicht sieht. Die jüdische Turnerschaft leistet in ihrem Wirkungskreise gute Werbearbeit. Ferialausspeisung der Mensabesucher. Infolge Ueberjüllung der Mensa der Wiener Universität wurde bekanntlich im vorigen Monat ein Teil der deutschen (oberen) Mensa in der Burg, ein Teil der allgemeinen (unteren) Mensa im Gasthaus ^Niedhof" in der Schlösselgaffe unlergebracht. Während die Ausspeisung der deutschen Studentenschaft rn der Burg sortdauert und auch während der Ferien, wo die Universitätsntensa geschlossen bleibt, stattfinden wird, mußte die Ausspeisestelle im ^Riedhof" aus technischen Gründen aufgelassen, werden und der dort verpflegte Teil der Mcnsabesucher ist in die untere Meusa zurückgekehrt. Jnfolgedeffcn ist wieder vor dem Eingänge eine Queue von Angestellten zu sehen, die auf einen freigewordenen Matz warten müssen. Da während der Ferien ein erheblicher Teil der Studentenschaft gezwungen sein wird, in Wien zu verbleiben, wrrd die Studentenausspeisung in den Ferien fortgesetzt, und zwar in der Mensa des „gemeinsamen jüdischen H 0 ch s ch u l a n s s ch n s s e s", die für alle Besucher der unteren Mensa zugänglich sein wird. * Der Streik bei der Donarr-Dampsichiffahrt- Vesellschast. Die Verwaltungen der beiden Schiffahrtgesellschaften haben nunmehr so einschncidende Aenderungen für den Kollektwvertrag vorgeschlagen, daß der Abschluß der Verhandlungen mit dem Streikkomitee abermals verzögert wird. Angesichts der bisherigen Unnachgiebigkeit der Direktionen ist es wahrscheinlich, daß der Ausstand wenigstens noch b : s E n d e dieser Woche dauern wird. Die nächste Vollversammlung der Angestellten wird erst am Samstag einderufen werden. * Der Mörder von Stockerau verhaftet. Der 20jährige Bureaudieuer Karl R aus, der in der Nacht zum 1. d. M. in der Wachstube in Stockerau die beiden Polizisten S e l l i n g e r und Wimmer erschoß und fluchtete, wurde gestern in K 0 r n e n b n r g verhaftet. Er hat sich bei seiner Festnahme augeschossen. Mit ihm zugleich wurden zwei seiner Diebsgenosscn, Karl Kürbis und Josef Knl h a n e k, festgenomuien. ... * Die Kafseneinbracher von Hießtng verhaftet. Die Einbrecher, welche am 2. April in derPNacht - im Depösitenrmt des Bezirksgerichtes Hietzing die eiserne Kasse erbrachen und 201.000 Kronen in barem, und Wertpapiere in der Höhe von 10.000 Kronen stähle», wurden vorgestern verhaftet und dem Landesgerichte eingeliefert. Es sind dies zwei wegen Kasseneinbmches wiederholt abgestrafte gefährliche Schränker der 36jährige. Hilfsarbciter Karl Göll e^r,-. Ottekring, Römergasse 17 und der 2!)jährigc Kontorist Ludwig Ehre nstrasscr, HemalS, Hlauptftraße ,25 wohnhaft. Sie haben mehrere Mitschuldige, darunter zwei Brüder des Ehrenstrasser. Von dem gestohlenen Gelbe wurden nur noch 12.000 Kronen bar, Schmuckgegenstände, eine-WohnnngZeinriZ)t::ng, Wäsche nnd Kleidungsstücke in: beiläufigen Werte von 40.000 Kronen znstandegcbracht. Karl Göller ist ein gefährlichLr Ein- und Musbrecher. Am 20. Februar ist er aus dem Landesgerichtewo er wegen Einbruchs in Haft war, entsprungen und hat bis zu seiner neuerlichen Verhaftung wiederholt Diebstähle ausgesührt. * Bücher für die Ehaluzim. Die Chaluzim in de^ Nähe Wiens, die sich den ganzen Tag durch schwere und unanvobnte landtvirtschastliche Arbeit für ihr hartes Leben in Palästina vorbereiten, empfinde« in der Einsamkeit des Dorfes dm Mangel an Lektüre, durch die sie in den Feierstunden und am Ruhetag ihren Geist erftrschen könnten, sehr tief. Sie gehen jetzt daran, eine Wanderbibliothek einzurichtm, und wenden sich hiermit au alle Freunde des jüdischen Pioniertums für Palästina mit der warmen Bitte, ihnen Bücher und Broschüren, besonders hebräische, jüdische und solche, die zur Kenntnis Palästinas b e it t a ge it. oder sonst jüdischen Inhalts sind, zu überlassen. Wer keine Schriften senden kann, wird um eine entsprechende Geldspende gebeten, wobei berücksichtigt werden möge, daß heute eim unbedeutendes Buch viele Kronen kostet. Spenden sind au das Palästina-Amt, l!., Zirkusgasse 33, für die Hechaluz-Bibliothck zn senden. * Sine Luftpost London—Wien. Der „Manchester Guardian" meldet aus Bern, daß nunmehr Verhandlungen beendigt werden, die einen regelmäßigen Luftpostdienst z w : s ch e n L 0 n d 0 n u n d W i e n ü b e r die Schwerz, wahrscheinlich m der Nähe von Zürich, zum Zwecke haben. * Einstellung dev Bormerke für Notftandsmobel. Die Magistratsabteilnng XI gibt bekannt: Ansuchen um Notstandsmöbel können vorläufig keine Berücksichtigung mehr sinden, da die emgclangten Ansuchen die erstenLieferungsm'mgen bedeutend übersteigen. * Patzzwang für Militär. Das StaatZgmt für Heerwesen verlautvart: Laut Mitteilung der tschecho-slowakischnr Gesandtschaft besteht ab heute zur Einreise in tsch echo-slowakisches Gebret auch f ü r M i l i t ä r p e r s.o 1: e n P a ß z w a n g. Ausstellung des Reisepaffes erfolgt bis auf weiteres durch die Paßstelle - des Stnatsamtes für Heerwesen, Wien, I. Bezirk, Stubenring, von wo aus auch das Visum der tschecho-slowakischen Bortretungsbehorde besorgt wird. Paßansstellung auch auf schriftlrches Elnschreiten; beizubringen ist Lichtbild, Nachweis der dmtschosterreichischerr Staatsbürgerschaft, steueramtliche Zustimmung, 10 Kronen in bar und ein Dreikronensteuchel. * Mit dem Kind in die Äonau gesprungen. Von der Rcichsbrücke sprang gestern bic 26jähnge Kellnerin Luzie Ät e k u t a mit ihrem zehn Monate alten Kmd in den Donaustrom. Paffantm konnten Mutter und Kmd bergen, doch blreden bei dem Säugling die von Iw Rettnngsgesellsmast augestellteu Wiederbelebungsversuche ohne Erfolg. Die Mutter wurde in die Wohnung,Ul., Erdbergerstraßr 103, gebracht. oÄ MMMhMdluya^ck. ««»feitet. '6. Juni,1919. .(seile , : Unfall. Der Wjähriac Advokat Dr, Julius Kam stürzte gestern auf dem Schott-ülmig über die Deichsel eine- HaitdwageiiS und erlitt eine, G c h 1 i it e r s chüllerung. - Die Nettuttgsgesellschnst brachte ihn m seine Wohnung. 1 -' Selbstmorde. Die 44jährige Private Hcrmiiie Müller XVI., .Wichtelgaffe Nr. 59 wohnbaft, stürzte sich gestern vormittags ntiy einem Fenster in: zweiten Stock auf die Straße und blieb put schweren inneren Berletrungc« auf der Stelle tot. — Di, ZOmhrige Schauspielerin Gertr:tt»e Ed h 0 f e r, VIII., Josefsgaffe Nr,. 11 wohnhaft, sprang gestern aus einem Fenster ihre, Wohnung 111 die Tiefe und, .blieb gleichfalls mit Schädelbrnch. Bruch des Beckens und zerschmettertem Brustkorb "auf der Stell« tot. Die Ursache der Tat ist unbekannt. . * Fahrpreise eines Antoplatzwcgens. Die niederöfterrcichlsche Landesregierung hatfolgendes angeorduet: Der Leuker eines Auto platz wagen ist - vom 8. Inn: ab berechtigt, bv. jedem. Fahrdienste im Gebiete der Stadt Wien de:: genehmigter Nachttaris des Fahrpreisanzeigers enlzuschalten und vom Fahrgäste höchstens den f n n f s a ch nt Betrag des im Fahrpreisanzeiger ordunngsniäßig ausgewiesenen Fahrpreises als Entlohnung des Fahrdienstes einzuheben. * Zaffe und Niger zufolge englischer Intervention befreit. Das Zentralbureau der Ziomstlschen Organisation in Polen erhielt vom ettgkischen Ministcrium des Aenßern die Berstaudigung, daß der Zionistensuhrer Fasse und der Schriftsteller Niger atls Wilna, die seinerzeit durch die polnisch, Militärmacht verhaftet wurden, nunmehr wieder befreit sind. * Verkehr von Sonnnnd Feiertagszüge» zwischen Wien-Südbahnhof und Hainfeld, beziehungsweise Gutenstein. Ab Sonntag den 8. Juni werden an allen Sonn- und Feiertagen durchlaufende Züge von Wien-Südbahnhos - nach Hainfeld, beziehungsweise Guteustem und zurück nnt nachstehenden Berkehrszciten in Verkehr gesetzt: H i n f a h r t: Ab Wien-Südbahnhof 6 Uhr 30 Min. vormittags, ab Leobersdorf 8 Uhr 45 Min. vormittags, an Hainfeld 9 Uhr 55 Min. vormittags, an Gutenstein 9 Uhr 42 Min. vormittags, ü ck f a h r t: Ab Hainfeld 5 Uhr, 58 Min. nachmittags, ab Gutenstein 6 Uhr 32 Min. nachmittags, ab Leobersdorf' 8 Uhr 19 Min. nachmittags, av Wien-Südbahnhof 9 Uhr 25 Min. abends. * Ansnahmsw«ifer Verkehr eines Slachtfchnellzuges Wien—Innsbruck. Am Samstag den 7. Juni wird 'ausnahmsweise der Nachtschncllzug Nr. 201 mit Abfahrt von Wren-Westbahnhof um 9 Uhr 4t)'Mut. abends bis Innsbruck verkehren. Der Zug führt Wagen aller drei Klassen sowie einen Schlafwagen bis Jtmsbruck. Schlaftvagerttarlen sind bei der Agentur „Mitropa", Wien, 1., Karutnerrmg 11, erhältlich. , * Kachlenbergb ahn. Mit Rücksicht auf die Kohlenzufuhr wird der Verkehr auf der Zahuradbahn Nußdvrf-Kahleuberg ab 7. d. Bk. bis ans weiteres wieder ausgenommen. An dm beiden Pfingstfciertaqcn verkehren die Züge 'während der Nachmittagsstunden im Ersordernisfalle halbstündig. * Postverkehr mit den Kriegsgefangenen .in Sibirien. Der Reichsverband der Angehörigen deutschösterreichischer Kriegsgefangener gibt bekannt, daß Briefe, Geld und Postsendungen für Kriegsgefangene in Sibirien durch das Note Kreuz in Kopenhagen befördert werden. Adresse: Nordkors, Kopenhagen, Chrrstiansborg-Slat. Zusatz: KriegSgefangeuensendung. Telegramme werden auf Kosten der Absender befördert, alle übrigen Postsendungen erfolgen kostenlos. Vorträge und Versammlungen. I n d. - a k a d. K n l t u r v e r b and „I a b n c", IX, Türken straffe 9. Sonntag den 8. Juni, 10 Uhr vormittags Plenarversammlung in Verbindung mit den Kultursektionen der Rede- und Lesehalle und des jüd.-akad. Jmistenvereines. Sonntag' den 8. Juni, 11. Uhr vorm. Dr. A. K a m i u i a: ^Die ■ späteren Propheten" (Jesajas). Gäste mit gewissen Vorkenniniffen willkommen. Btontag den 9..- Juni, 9 Uhr vormittags Dr. W. G o l d st c i n „Indisches Recht" (Eherecht) Fortsetzung. . Vereinsnachrichten. I ,n g c n d v e r e i n „A h a v a t li Z i 0 n" veranstaltet am 2 onntag den 8. Juni um 5 Uhr nachmittags :m Saale des Jugendheimes,- II., Obere-Donaustraße 9l, einen Heimabend unter Bkitwirkung jüdischer Künstler. Letzte Nachrichten. Italien für den Anschluß. Milderungen für Deutschland. z Frankfurt, 5. Juni. (Tel. der „Wr. Morgmftg.") Aus Lugano wird, der „Frankfurter Zeitung" gemeldet: In Italien tritt das deutliche Bestreben hervor, die Abändernng des deatschen Friedensvertrages zu benützen, mn das Veto gegen den Anschluß: Deutschösterreichs auszuschalten und damit den besnrchtetm D o.n a u-. b Jtnd zu verbinde r».Nach einem Tclegraym: des „Cörriere della Sera" ans Paris werden sich die Abänderungen, die der Verband bei den Friedensbedingungen zugcsteht, aus alle Teile des Vertrages erstrecken. Auch England ist nicht abgeneigt, auf eine minder wichtige Kolonie zu verzichten, um Deutschland m i t d e m M a n d a t e zu betrauen. Im wesentlichen sind die Verbündeten geneigt, die Enlschädignngssuimue auf eine feste Summe sestzusctzen, wollen aber rnehr' als 100-Milliarden. Mark heransschlagm. England bereitet eine Note vor, di: seinen Standpunkt zur Revisionssrage darlegt. Diese Note wird voranssichllich Freitag veröffentlicht. Adftanen der Pariser Streiks? Paris, 5. Juni. (Tel.-Komp.) Zwischen der Gesellschaft' der Untergrundbahn und den Streikenden ist in den Hauptdisferenzpunkten eine Einigung erzielt worden. Die Streikenden der Untergrundbahn beschloffcu, die R r b e i t c r st a u s- H it tt c I) tu c n, wenn die Forderungen der Straßcubähli- und Autobusangcstellten ebenfalls bewilligt werden. Paris, 5. Juni. lTel.-Komp.) Clcmence a u empfing eine Deputation des Eisenbahnpersonals. Das Personal des' Warenhauses P r i n t e m p s hat heute die Arbeit >,: n s g r- - n 0 m m e n, da seine Fordernugcn teilweise bewilligt 1vurd.cn. Tschechischer Zucker nach Frankreich. z Prag, 5. Juni. (Tel. der „Wr. Morgeuztg.") Wie „Narodni Listy" erfährt, haben die böhmischen Zuckerraffinerirn mit dm Vorbereitungen für die Absendung der ersten Partie Zucker —es sind 1000 Waggons n a ch Frankreich begonnen. Die Sendung wird! größtenteils aus Würfelzucker bestehen, für welchen'. Frankreich cinen besonderen Preiszuschlag bewilligt. Nur.!rin> geringer Teil wird in Krvstallzucker geliefert. Die Raffinerien' wurden ausgefordert, tadellose Qualität in guter Verpackung zn liefern. Schließung der belgischen Univerftiäten. z. Brüssel, 5. Juni. (Tel, der „Wr. Morgrvztz/0 Infolge der von der Regierung getroffenen nnluänscheu Maßnahmen sind die Universitäten von Gen t, L ü t t i ch, B v ii i 1 c 1 n u d L 0 )v c n ge s ch lass e u worden.

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