Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 137 (5.6.1919)
- Date
- 1919-06-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Serie 'S Wien. Donnersraq Wiener Morgenzekturrg 5. Juni 1919 Nr. 137, --;....... . ■ *-----——-» - -s---' -1, „, .— Freuiiig begrüßen wir die Ophelia der Elisabeth Berg n e r, bfr .Künfllrrin an-? ihrem weiblichen Instinkt heraus sehr .flückliev gestaltet. Berückend der herbe Reiz chrer Sprache, an» rau:« klug da? 2Lcken. non Schönheit gemildert die Wahnsinnsszenc. Der Inertes des Herrn M e n d e s, der Schauspieler des Henri« G e n c r, der ^ptonmS des Henn Schreiber und d'v d-.-ndlnidks Herni I e n s nt feien besonders hervvrqehobett. _ 0. A. 2Lus de« Theater«. Thu Burgtheater gelangt heute Donnerstag den■' r>. b. M. ÄuzengruberS Bolksstück ,Drr Memeidbamr" M Grß» fiihrnr!g. Anfang 7 Uhr. Im O v e r n t h e a t e r kommt hevte Donnerstag M d. M. ..Der E v a n a e l i nt a n n" mit den Damen Kiurnia, Poalen, Ortner, Reim sowie den Herren SchmrdeS. Markhoff, Fischer, Breuer, Rittmann, Madm und Gallds zur Ältffiibrung. Dirigent: Dr. Wilhelm Kienzls Anfang *f»8 Uhr. Im Deutschen Bo l,fstheater wird gegen» tvartig Waller Has enclevers dramatisches Gedicht J[ n 11 g o n c" vorbereitet. Die ErstansfÄhrrmg ist für Freitag den 13. d. M. angesetzt. Spielleiter r Direktor B e r il a n. In d»'r B o l k s b ü h n e findet morgen den 6. d. M. die Erstaufführung „Das kleine Schokoladen» m ä d ch cu" mit Grete Jacobson in der Titelrolle und Felix Krams als Paul Nvrmand statt. Freie jüdische Volksbühne. Die freie indische Volksbühne veranstaltet Samstag den 7. d. M., nachmittags l.'.ß Uhr, im Carltheater ihre Griiniungsvorstellrmg. Zur Aufführung gelaugt das vieraktige Drama von Perez Hirschbein .Der Neweile" in jiddischer Sprache. Kollektiv-Ausstellung Ariel Viru bäum. Infolge dcZ großen künstlerischen Erfolges der Kollektiv-Ausstellung Urtel Birnbaum sieht sich die Wiener K e i 11 u « R, I. Bezirk. Mapsedergaffe 2, veranlaßt, dm Schluß dieser Ausstellung an« den ^5. Juni Zu verschieben. Sport. Sperrt und Wiüe. Be: sverttichm Wettkainpstn kommt cs nicht selten vor. daß die km verlieb Schwächeren, lecknttch weniger Vorgedildtten. öffc'r ihre Gegner siegreich bleiben. Der Zuseher laßt sein Urteil dahin zusammen, daß die Unterlegenen ambitionsloser waren als die Sieger, ohne sich dabei etwas zu denken. Das rationelle Training beding« eine Steigerung der körperlichen Kräfte und der technischen Fähigkeiten. Hält dabei rin Emporichranben der Sinnenkonzenttation für den alles unrsaffenden Willen mm Siegen nichk Swritt, so war die Erziehung einseitig, äußerlich, nicht charakterstählend. d . . - Wenn man im Kcnnps eine Desenseigenirmilikfifnt deK Sportes erblickt, so dar« der äußerlich erbmnbärt Kanipf gegep die Konkurrenten nur als Stützpunkt gelten, von dem aus. der weit heldenhaftere Kampf des einzelnen gegen die Unvallkominenben «einer eigenen Leistinig ersetzen kann. Nicht die nackte Tchv fache des Sieges nnd der Niederlage allein befriedigt den währen Svorlsmann, sondern die Begleitumstände, mtter denen der Erfolg oder Mißcifolg eint rat, sind für das Selbstbcwüßlselü Maßgebend. Häung luirb ein äußerlich erfolgloser Kampf innerlich erfolgreich und zu einem starken Erlebnis, das noch lange in dep Erinnerung des Sportmannes fortkcbt, und ihn stolzer, freier und selbstbewußter macht. . - Wer in der Leichtathletik, etwa im letzten Drittel eines Mittelstreckenlaulcs, gegen die Berimhung arizukämpfrn hctt, das Rennen in matter Resignation auszugeben rknd gerade in diesem inneren Kamvfe nicht uuterliezt und neue Willensstärke mt btt: Endspurt anibringt, der wird nittckcn, daß nicht allein die ^röhe Kraft" den Erfolg im sportlichen Wettkampd verbürgt, oder wemt beim Ringen zweier Fustballmam,schatten um die Stegespalme nach unzähligen Jküßerfolgen die Zähigkeit und der Mut nicht verloren gehen und der Endsieg sich doch einstellt, dann wird der Sports» mann ans «einer lleb'Mg für die Praxis des täglichen Lebens etwas gelernt haben. Der unbeugsame Wille ist nicht nur Boxbedingung eines jeden erfolgreichen Trainings auf allen Gebieten des Sportes, sondern er allein verbürgt auch einen sportlichen Geist, der die Ueberlegenhcit des Besseren rückhaltlos anerkennt. Denn «ver sich im Kample bewußt ist, sein Bestes geleistet zu baben, der wird vor einer Niederlage weit weniger znrückschrecken, als ein oberflächlicher, leichtsinniger, kleinMÜttger und fauler Sportsmann. Eme derartige BervollkonttvnNng der Willeusäuhmmg ist fast immer eine Folge siul'ch hochstehender Ideale, die M ruhende Kräfte sich dermaßen in Bewegung fetzen. Nicht die Freude am Kampfe war die Triebfeder, daß die sportlichen Leistungen der Olpmpioniker eine solche Höhe erreicht habensondern die Liebe zum eigenen Volk und das Bestreben, ihm z.» Ruhr» und Ansehen zu helfen. Und so erklären sichauch die staunenswerter Erfolge unserer jungen jüdischen Sportvereine. Das Bewußtsein, das jüdische Volk im iriedlrchcn Wettfirert zu vertreten, bringt Gipfelleistungen hervor, die die anderen Völker nnd — gestehen «vir es uns nur ein *- auch wir vor einer kurzen Spanne Zeit nicht sür möglich gehalten haben. Hakoah, Wien, besiegt Vienna imd belegt in« Stafettenlauk . den zweiten Pratze K a d i m a h, Wien, besiegt Admita; Hakoah, Bielitz, ist rn Tischen siegreich; Hagibor, Prag, gewinnt ein wichtiges Meiste sch.ittsspiel: Hakoah, Graz, wird zweiter im Straßenlaufen. Wahrliih Erfolge genug, die innerhalb von acht Tagen errungen wurden. Marlin Buber nannte die Jugend das Kapital eines jeden Volkes. Wir Inden können die sroye Gewißheit hübestdaß sich unser Kapital verzinsen wird. kt. Mittelschüler Fustbitlltttrnier. Samstag und Sonntag sindet auf dem Prater-Sportplatz des W. Ai C. -vm Ruttdiviel der vier besten Wiener Mittelschülermannschasteir. jener der Neuen und Allen Handelsakademie, des Karl-Lirdwig-Gymstüstunts und der Schüttelrealschule statt. Das Schönbrunner Schlotzbav allgemein zugänglich. Die Berwaltuilg des ehemal'aen Hosärars hat dag Schönbrunner Schloßbad der Gemeinde Wikn vorläufig auf 5 Jahre verpachtet. Wim erhält dadurch ein willkomueeneS Schwimmbad, das 72 Meter lang und 22 Meter breit ist^ auch für sportliche Zwecke ist es sehr geeignet. <2>m« Eröffnung findet noch iu der heurigen Saison statt. Einer» Stafettenlauf Hütttzldorf-^ Hohe Warte bringen die Vereine Vienna nnd. W.-A. F. für dm 19. Juli zllr Ausschreibung. Diese Konkurrenz wurde bereits im Juli. 1914 mit gutem Erfolge zur DmchjÜyMng Lebkacht. Die Steccke «st ust- ,.e»ahr!2 Kilometer lang uüd m S^EtäPpen von ütilnähtrNd je Meter eingetkilt. DnS NeNnen soll in vier KlaM ü) Leicht» itthlriikmamischäften,t»> Fußballvereine. «) -mldeee Spvvtdcttine» ä Volkswehrkrcise ausgetragen «uerden. . , . Anitas. Heute Domicctag ab Ilhr Training .auf' bevi- Brigitten.nier De.oc,ani^pläl-e. Siinl'!ich< Spttttv' haben zu erscheinen. -- >-; : Die Unmöglichkeit der FrieLensbedingungen. Aus den Einzelheiten des Friedenstwrirags-- elrttvnrfes in den wir-tschaftlichen Punkten ist zu ent-- nehmen, daß die BMngungew der Ententx süp uns nach weit schwerer sind als die für Dentschkand. In Saistt-Germain haben ofsenbür die Tschechen, Polen und Jugoslawen gssi«Ktx smtst: wäre es unbegreiflich, wie uns die Gegnür Bedingungen zlttmrten können, die wicht nur unausfüh-rbar find-, sondern auch von einer dtzrattt krassen Ungerechtigkeit, arte sie in der Wirtschaftsgeschichte einzig dasteht. Ganz abgesehen davon, daß wir durch die Abtrennung fruchtbarer undwohlhabender Gebietsteile Nied-erösteuesichs, Steiemnarks und Kärntens empfindliche Verluste erleiden würden. An» unbilligsten muiet wohl der Artikel 49, Abschnitt 8, an, demzufolge sich jede alliierte und assoziierte Regierung das Recht Vorbehalt, alles Eigentum, alle Rechte und Interessen, welche österreichische Staatsangehörige oder von solchen kontrollierte Gesellschaften auf dein ehemaligen Gebbete der österreichisch-ungarischen Monarchie am 1. November 1918 besaßen, zurückzubehalten und zu liquidieren^ Diese Bestimmung macht die gewaltsame Vorgangsweise der Jugoflakven, Jialie«»er und Rumänen gegen das Eig<»r1u»n von Deutschösterreichern erklärlich. Dis Beschlagnahme des Privateigenkums im Auslande kmnmt einer völkige«» Konfiskation gleich. Es kann für uns kein Trost sein, daß unsere Bürger für diese Konfiskation durch die Gegner von seiten der deutschösterreichischen Regierung entschädigt werden müssen. Schon jetzt stoßt, es über tobe»! Zweifel fest, daß wir wirtschaftlich Und.finauziell in der denkbar traurigsten Lage zurückbleiben wdrdeU- Me unter solchen Umständen der veirstümmelte deutschösterreichischL Staat die Betroffenem «ni'chädigen soll, darüber s^riue»» sich die Entente ^giernngsu Nicht im klaren zu ’ s-M,. W-b sie üSerhchkPt^vost MsE Zaylunzsstütz LeSensfttztgleit ganz unkichkige, irrten von rmferen Nachbarn bei-» geör.-chie BegrifkS haben müssen, da fiss uns sonst die ge'vr' ertön. tmwögttch züumrstt könnten. Die Kemittttsfe ttt Weststaaken von den. Bsrhälknissen in Sesterrskch msM bereit? wz dM Ket5ge r^cht ünzulästgliche, scheinen' sich jedoch nunmehr zu unserem Unglück noch bedeutend vermindert zu haben. Dies ist aler umso uttbegdLiflicher, als Matt doch hätte anr.ehmen müssen,-daß dik hiSsigen üuswär.igan MsfisneN die Mliierien über'ünfsv ElskidffettügMd i;»formierten. Nnr so ist es, erklärlich, n»enn wir für alle Sch ft6eit, die sich aus denr Z erfall der ehemaligen Monarchie ergeben, haftbar gemacht werden. Am UftMechLesten ist es wohl.. unS^. biS^UEM/chÜfztt-- haiseu, ^welche.dia M Lhrun g:^LpüstAÄ:«^i'jW>?.-pch^ zW. Die Tschechen waren es, die^tnik Lvr Mten< abstempekung und dadurch mit MchässunK-- - «iner neuen W äh r u u g vorangingeu, die Usbrigen folgterr und uns bliäb schließlich auch nichts, -attderes übrig. Bekaittltlich notieren die tschechischen 5^oyen bereits mit eine»n sehr hohen Agio. Daß die Gchiveizer Franken im Oktober 1918 für uns ganz üedeutaud billiger zu kaufen ivaren als h-enis, weist wohl jedermmtn. Und dennoch mutet uns der Artikel *64 des Vertragsentwurfes zu, daß alle Schulden' vöri Deutschö^rreicher«» an Untertanen der. SiWfftöMstaatsn in jener Wahrung beglichen werden, die am ZÄhlungsterge in benr betteffündsn Staat« Keltemg Yak, und zwar muß det betreffende Keteag znm. Durchschniitskurs der Krott« an der Genfer^ Börse im Oktober 1918 in Schweizer Frauken nmgerechnvt n«ü> der so erhaltene Betrag Nach dem Kurs dsS Zahlungstagss in tschechische, polnische, jugoslawisch« usw. Währung nsusrlich umgerechnet werden. Daß dies für uns mit außerordentlichen Schaden verbunden fein müßte, ist offenbar. Wir sollen alle Nachteil«, di« Gegner alle Vorteile Hab« N. , Ebenso ungörecht wäre es, daß d!« Bankgnthaben von Angehörigen der Nativnalftaaten bei nnserene Banken auf ähnliche Weise von uns auszuLezahlen wäwn. Das wäre in viel« Fällen für die betvesiendvn Institute geradezu ruinös, Ganz besonders ungerecht ist ns miih, wenn nach Äriiktzk S6 hie V e f i ch s r u n g Z n n t e r n e h rn u ngett ist den' SukzessisnSstaatsn-auS den Prämienreserven,der deritschöstsrreichischen Versichrruttgsgesellschaften entschädig' 'werven Kolkten. DaS könnte nicht nur den Barikervtt' itttserer - Anstalten' herlu'ifLhren, sondern würb^ auch die Sicherheit und Ciz von HunberLtausenden von Deuifchöfterretch.t.i gefährden. Ein« einzige Ausnahme wird für die Werbe urü> Renten der verstaatlichten Bahnen gemacht, indem man diese zu den BvrkriLgsschuldrm rechnet. Die Staatsbahnen sollen zur Sicherstellung für dm Z in send ien st der Borkriegsschukden bienen. Ju allen übrigen Punkten entpuppt sich der Vertragsentwurf nicht nur als unerhört grausames, sondern auch als daS denkbar unvernünftigste Dokument, das bereits sogar in Frankreich scharfe Opposition Hervorruf». Dt« Wafierktafturrb LlrktrlzitSts» wirtschast- In fcü.n Kompse-t p.'r Tozialjsielumüsgest^, diu deiczöit di« politische, nnd wirtschafmchs Oeffentlichkeit beschäftigen, befindet sich dn« ne«re Eleltrizitätsgesek, das in vielen Punkten auf das bekannte Wasserwirtschaftsprojekt de? früheren Ministerpräsidenten Doktor Seidler zurückgeht. Die Materio war im alten Abg^- ordneLerchails einem Misfchufi zugewieseu worden, dev nicht mehr daznkam, seine Arifiabe zu erfüllen. Der bekannt« Fachlnann auf dom Eeöiete der Wasserkraft« und Elektrizitätswirtschaft Herr Dr. Heinr.ich» Schreiber hatte die Freundlichkeit, uns die nachfolgenden Aaußemkng-en Zur Verfügung zu stell«», di«' in Unketracht dar groß-su Aktualität dieser Wirtschafts« frageu und infolge der separatistischen Bestrebungen dev einzelnen Länder von hohem Interesse sind. Mit der LoMftkng der tvichtigstenr Judustriegebittte^ wie sie sich in den Sudetenländern insbesondere: konzentrierten, hat für das deutschSsterreichischa Ländsrgsbiet, das hauptsächlich «inen alpinen Charakter tvägt^ sonst ab:r iw Vergleich zu den übrigen NativnÄstaaten iudustrieärmer ist, die B er w er tnng dtt N a t ur schätz c eine erhöhte B-edentnNg erlangt. Freilich wird die Kohlenarrirltt der den tsch österreichisckM Länder durch die fürsorgliche Natur mehr oder weniger' ausgeglichen «reit dam Reichtum an Naturschätzen dev Wafferkräfta. Die Auswertung dev Wasftrkröfts spielt zumal auf dem Gebiete der angewandten Elektrizität öine ausschlaggebende Rolle. Der modernen Technik ist es gelMgen, die Wasserkraft zur Erzeugung! von elektrischer Energie nutzbar zu machen. Die B«rwerttmg der Wasserkräfte war schon eHebern, zur Zeit des Msamtstaatlichen Bestandes, stark in ^den Vordergrund gerückt imd die Probleme eines RsichSkraftnetzes, dessen Leitungen sich über das ganze ReiH erstrecke» und elektrische Energie für Licht und Arbeit verteilen sollten, ist seit mehreren Jahren ein wichtiger vsk^wirtschaftlicher Programmpunkt geworden. Man braucht nur daran zu eriuiiern, wie Seidker bei Antritt seiner Ministerpräsiberetschaft auf die Verwertung der Wasserkräfte eine« Stützpunkt seiner wirtschaftlichen Absichten gegründet hat. Jetzt, wo Deutschosterreich m-shv dcknn je genötigt ist, zu einer Llntarkre überzugeholv und seilte Na kursch ätze nuszunützen, erlangen die Wasserkräfte eine besondere Aktiralität. Daß die Regierung dies bei Aeiten erkairnte, hat di« Tsrsammlnng bewiefsn, die im Winter kurz nach der Erklärung der deutsch» österreichischen Republik unter Teilnahme der führenden- Staatsmänner im Wiener Wasferwirtschaftsverband abgehalten: wurde und fast zur gleichen Zeit ist im Schoße ter österreichischen Staatsverwaltung ein eigenes Amt, die „Wewa" (Wasserkraft- und ErektriziLät§«rtfchLsLs- Amt) errichtet worden, an dessen Spitze ein Leiter iw der Person des unbestreitbar sachkUndigsM NationailvateA Dr. Ellenbogen gestellt wurde. Freilich ßat die Regierurig eine einheitliche Pflege.dar Wafftwkräfböverwaltmtg und ElektrizitZtsivkrischaft in Aussicht ge-- «lormr.en. . Allein schon damals Meldeten sich die soparratistifchsn TendenKsn d«r einzelnen Länder, die sich auf den SiandPunM stellten, Hatz die Berwaltuttg der- Wasserkräfte in erster: Linös dem Laube, auf defsen Boben sie entfpriergen und fließen, dienstbar gemacht werden sollen. ,Bon diesem Gesichtspunkte aus haben die einzslnen Landesräte ungeachtet .dessen, daß eine Reform des Wasserechtes zum Nutzen der EttsrgiiehertEtureg im vollen Zugs ist, sigeno Wassevrechtsvorlagen ausgearbeitet, die darauf abzie'en. daß bei jeder Betverbung um eine Wasserkraft nicht alle!«» der Ümwesrat zu hören ist, sondern daß auchi eine Bewerbung des Landes de» Vorrang vor j«sder andsren Bewerbmig, jedenfalls vor einenr privaten Projekte, gegeberrenfalls aber auch vor einem staatlichen Projekte genießen soll. Durch diese Tendenzen wäre Natürlich die einheitliche Kräfte Versorgung wenn nicht gescheitert, so doch mindestens Hern«nungen ansgeliefert. Die Aufgabe der Rsgiernng ist daher baranf gerichtet, bei der demnächst iit der Nationalversammlung eiuzubringenbttt Wassiergesetzuovellehie einhsitlich für den ganzen Staat ins Leben treten soll, diese Kluft zu Überbrücken nnd di« Bemühungen, sin solches, der zöntralsn Wasserwirtschaft günstiges Ergebnis herbeiznflihrsn^ daieern unablässig cm. l j Kaum wäre jedoch die eine Schwierigkeit iiber-' wemden. taucht eine zweiw auf, die allerdings weniger die staatssozialen Jntersssen als di« privatwirtschaftlichen Bestrebungen berührt. Das ift dar Problem der Sozialisierung. Es ist bekaimt, daß eine der SoziMsiernngsvvrlagen auch die Elektrizitätswirtschaft betroffen soll. Dieser Gesetzentwurf wurde in seiner ungefähren Vorarbeit bereits veröffentlicht. Endgültig ist allerdings der Text noch nicht festgestellt, alkstn so viel ist sicher, und dies steht auch mit dem Sozial!- siorungSgedültken im Einklang, daß unbeschadst d«r Enteignung von bestehenden Wasserkraft- und EkektrizitätSanlagSn die Bewerbung um solche neue Konzesfianrtt', fstr Privatunternehmer auSgeschaltst )ver-1 den soll. Der Gesetzentwurf - soll nämlich die Norm j enthalten, daß für EtektrizitätSkkssrung Unter;rohmmtgen, dis sich mit der Erzeugung und der BertriilunA: von elektrischer Energie befassen, hinfort eine Konzession zur Errichtung eines ElektrizitätSwerböS, wie sie gr-j werberechMch notwendig ist, und eins Konzession für die Verwertung einer Wasserkraft, wie wasserg-efehlich! erforderlich ist, nicht, mehr verliehen werdött darf. Cs ist klar, daß damit das JrrteressS dev Privatiudustris an dem Aresbau der Wasserkräfte wesentlich beeinträchtigt wird, Mim nicht Gtthaupt schwindet, «nd dieser Besorgnis wurd^ von pr'-ratwirtschaftlichsr Peiw ütSbesöttders ln «iurr Beratu«ig Äusbruce gegol'-su, die über di« Reform. Äassergesshrs vor lurzspi gleich-! .falls. im Wasstrwirtschas!?verb>iyd. uut-r. Teilnah,, ders