Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 137 (5.6.1919)
- Date
- 1919-06-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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7tt. 137 'SBten, Donnersrag 2merrer Morgenzenmrg 'S. ^uni Iltis Seile S den Stunde erkennen, daß e? ihr eigenstes Interesse ist, »urseren politischen und wirtschaftlichen Lebensnotwendigkeiten Rechnung zu tragen. Was uns gerechter Weise zufällt, müssen wir auf uns nehmen. Fordert man mehr als rechtens ist und als wir zu leisten vermögen, schneidet man uns alle Entwickln ngsmöglichkeitcri al>, dann wird diese Tat denen, die sie verüben zum Fluche werden. Denn jedes Unrecht, an einem Volke verübt, wird in der Folge stets zur Gefahr, für den Frieden und die Freiheit aller Völker. Im Anschlüsse an diese Kundgebung verliest nun; der Bürgermeister ein au ihu gerichtetes-Schreiben des O'rtsansschnsseS des deutschen BucschenbundeS, in dem mitgeteilt wird, daß die deutsche Hochschill-Studentenschast wegen der dem Deutschen Reiche auferlegten Friedensbedingungen eine allgemeine studentische Trauer in der Dauer vo>r 14 Tagen angesetzt hat, mit dem Ersuchen, daß die Stadt Wien auch eine Nationaltrauer anordnen werde. , - Der Bürgermeister erklärt, das Schreiben dem Stadtrat vorzulegen, aber er sei der Meinung, daß es nicht notwendig sei. einen Beschluß iiber eine Nationaltrauer zu erwirken, dck in ganz - Oesterreich tiefe Trauer über die Fricdensbedinguugen herrsche. Sine Anfrage der Iüdifchnstionalen. Die Geineinderäte D'r. Leopold P lasch ke s, Dr. Jakob Ehrlich und Dr. Bruno Pollack richten folgende Anfrage an den Bürgermeister: Wie sich aus einem uns vorliegenden Dieustbefehl . der Deutschösterreichischen Nordbahudirektion ergibt, hat das städtische Jugendamt an da? dentschösterreichische Staatsamt für Verkehrswesen die Mitteilung gerichtet, es könnten bei dem am 17. Juni, 1919 nach Schweden abgehenden dritten Kinderzug auch Söhne und Töchter von Staatsbnhnbeamten berücksichtigt werden. Erholungsbedürftige, jedoch nicht krank: Bewerber.und Bewerberinnen christlicher Religio n. mögen ihre Gesuche im Wege des Staatsamtes für Verkehrsivesen- Departement 5, vorlegen. Eine Abschrift dieses Dienstbesehles befindet sich in unseren Händen. DaS städtische Jugendamt hat somit offenbar bei einer durch den Krieg gebotenen Wohlfahrtseinrichtuug vorgeschrieben, daß dabei Kinder jüdischer Religion nicht tii Betrach t kommen dürfen. Wir wissen^sehr wohl, daß auch bisher die Praxis dahin ging, jüdische .Kinder von solchen Wohlfahrtseinrichtungen auszuschließen, wie ja das bisherige System sogar bei äußerlicher Einhaltung der Staatsgrundgesetze die Juden als Bürger minderster Klasse behandelt und entrechtet-hat. Daß jedoch die Mißachtung aller 'Grundsätze, der Gleichberechtigung jo uuverhüllt zum Ausdruck kommt, wie be idiesem „judenreiuen" Kinderfürsorge-Unte» uehmen ist auch in der Verwaltung der Stadt Wien eine ziemlich seltene Erscheinung. Wir nehmen an, daß diese Maßnahme des städtischen Jugendamtes der Aufmerksamkeit des Herrn Bürgerineisters entgangensein dürfte, dem sicher bekannt ist,' daß unsere jüdischen Kinder durch den Krieg ebenso schwer gelitten haben, wie alle anderen Kinder und daß ihre Zurücksetzung weder nach' den Grundsätzen, bürgerlicher Gleichberechtigung noch auch nach, den Grundsätzen wahrhaft sozialer Fürsorge gerechtfertigt werden kann. Die Gefertigten stellen daher die Anfrage:' Was gedenkt der Herr Bürgermeister zu tun, damit diese Ungerechtigkeit behoben und die Wiederholung derartiger Fälle ein für allemal umnöglich gemacht wird? Die Beantwortung des Bürgermeisters. Bürgermeister N e u m a n n verliest einen Bericht des städtischen Jugendamtes, wonach die Hilfsaktion des Schwedischen Roten Kreuzes nicht vom städtischen Jugendamt, sondern vom Bereit: „Tagesheimstätten für Kriegerwaisen und -Kinder" nach einem mit dem Staatsamte für Volksgesundheit getroffenen Uebcreinlommen Lurchgeführt wird. Der Verein selbst ist An die' genauen Weisungen der de u t sch e p. W v hls L h r rH'flel'l t t N B eT li n gebunden. -In dem 'Schreiben der Berliner Wohlfährtsstelle heißt es wörtlich .'. . iiber ausdrücklichen Wunsch der schwedischen Gastgeber nur christliche Kinder. . ." Der unverblümte Borwurf, der in der vorliegenden Anfrage gelegen ist, entbehrt daher jeder Grundlage und Berechtigung. Das städtische Jugendamt hat nie Unterschiede in ionfes fron eilen Hinsicht gemacht. Bei den Schweizer Hilfsaktionen hat es jüdische Kinder stets in dem Ausmaß Lerücksicht; als dies von denr Bctrcffcu&en Komitee gewünscht tvurde. So wurde» auch bei der Aktion „Kinder nach St. Gallen", deren Leitung in den Händen des katholischen Vvlksvereines in St'. Gallen liegt, mehr als 100 j ü d i-- fche Kinder für einen Erholungsurlaub in der Schweiz untergebracht. Der Bürgermeister bemerkt hierzu : . Ich werde noch weitere Erhebungen pflegen lassen, damit ich sehe, ob das in der Tat sich so verhält. ^, Der Fahrpreis der Stadtbahn vorläufig nicht erhöht. F Gemeinderat No tter fragt unter Bezugnahme ans Zeitungsnachrichten, die besagen, daß der Fahrpreis der Stadtbahn aus 6 0 H e 11 c c erhöht werd e n s,o l l und unter Hinweis darauf, daß die Fahrpreisbestimmnng Sache der Kommission für Berkehrsanlageu ist, ob der Büvgerureister gewillt ist, darauf zu dringen, daß dies« Kommissipn ehestens, znsanlmentritt. j Bürgermeister Neu mann: Bishxr ist k.e in Antrag lauf Erhöhung der Stadtbahnfahrpreise! an die .Gemerndekurre gelangt. ' Tschechische Beschwerden. > " Gemeiltderat K l i'tn e s ch führt zwei Fälle nu> in denen Fahrgäste der Straßenbahn vom Schaffner deshalb beanftcnbet wurden, weil sie „böhmisch" sprachen. Ferner beklagt er sich darüber, daß ein Lehrer der Schule, ^.Z,4. Bezirk, Selzergasse gegen die tschechischen Kinder roh . anftritt. Er fragt den Bürgermeister, ob er veranlasse wolle, daß Beamte und Angestellte der Stadt Wien in Ausübung ihres Dienstes, nationale Objektivität walten. lassen werden, i- Der Bürgermeister beantwortet die Anfrage dahin, daß die Straßenbahndircktion weder im Dienstwege noch , auf ändere Weise von dem Vorfall aus der Straßenbahn Kenntnis. habe.! Gemeiuberat Machat interpelliert tregen einer unerliörken Beleidigung tschechischer Kinder und Bürger durch «in tNrtglied der Wiener Volkswehr.! Der Bürgermeister erwidert, daß diese Angelegenheit: .nicht in die Kompetenz des Gemeinderates falle, ab« er werde -diesci Interpellation überprüfen lassen« ob nicht in ihr etwas zu finden wäre, was doch in die Kompetenz des 'Gemeinderates j fällt, ym dann darüber eventuell zu berichten, j, Hierauf erstattet Bürgermeister Reumann' das Referat, über die Satzungen für das Jugendheim in Oberhollabrunn, bei dem sich eine sehr lebhafte. Debatte Zwischen Schriftlich sozialen und Sozialdemokraten Üb« sittti ^-religiöse ErziehungSfragen entspinnt. .. Dke Srhdhmiü der GaSpreise. I WeMtnderat Breitn'er-«feriert Über die GaspreD- ErhöhMg. Mld ersucht mn Annahme der bereits bekanntzm-bissezüglWn Anträge. Die Notwendigkeit der Erhöhung ergebe ich qu§ der ,Steigerung der Kvhlenpreije, welche-' heute das Zehnfache ausmache und aüS der Steigerwlg der Gehalte WM MW OMA« FM« afeiärm/ :-XL kann man aus emou Stttck Schuhcpemewachs ein Viertelkilo feinste Schuhcreme kochen Preis 2 Kronen. Ueberal! erhältlich. ORBGeNALREZEP? : Man wii'ft einen Würfel Luriön Schuhcremewacbs in einen Viertelliter Wasser, rührt denselben bis zum Aufkochen, sodann wird selber vom Feuer weggenommen und nach, einigen Minuten Rühren in ein verschliessbares Gefäss geschüttet. Die Flüssigkeit erstarrt in einigen Minuten und fertig ist ein Biertsikilo beste Qnaliläi SehEhereme, welche auch balm prösstsn Hasshalt Iflr einen Monat genüpt. Die Gebrauchsanweisung steht übrigens auf jedem Kuvert und ist für jeden leicht verständlich. ' Ohesnische Fabrik GEZA HERCZEG, WSEN Da das allgemeine Budget derart trostlos ist, daß unmöglich zu dem. bereits hohen Defizit ein. weiteres angehängt werde, so.-, sei nun die Erhühimg der Gäsproise rmr das Dreifache der 'einzige Weg. Die Anträge nehmtu auch Rücksicht auf eine Reihe von Konsmnenten, welche unter den ..derzeitigen Verhältnisse-n Rücksicht verdienen, so die .Bäcker, , die Sescher, die nur in dem Ausmaß . Heizgas bezahlen, als in den gewährten Gestehungskosten einkalkuliert firrd. Auch wertvolle Kontrahenten finden entsprechelldes Entgegenkommen. Für jede Steigerung oder Mindermrg der Kohlenkosten um je volle 2. Kronen für die Tonne ist der Gaspreis um je einen Heller zu. erhöhen oder ' herabzusetzen. Die Preisregelung hat nach je drei Monaten zw erfolgen. Gelneinderaf 5k u chak beantragt, daß jener Punkt in der Vorlage, welcher die automatische Erhöhung des Gasprerses bei steigenden Kohlenpreiscn. und bei Verbilligung, derselben eine Herabsetzung derselben Vorsicht, ans der Vorlage zu streichen, weil das der Ausstellung eines Blankowechsels gleichkäme. Gemcinderat Tandler (Generalredner pro) wendet sich gegen die Ausführungen der Kontraredners und sagt, daß die Hausherren immer, wenn sie eine Zahlrmg leisten sollen, diese stets auf andere abwälzen. Gemeiuberat A na crm ay er (Generalredner kontra) verweist zunächst auf die Leistlingen der ehemaligen christlichsozialen Majorität, und hält den Sozialdemokraten vor, daß von all ihren Versprechungen nichts emgetroffen ist. Seme Partei könne nicht für die enorme Erhöhung eintreten, sie bestehe auf ihrem Antrag auf Erhöhung von nur 50 Prozent. , Lärmszene». Gemcinderat B r e i t n e r führt im Schlußworte aus, daß die Chrlstlichsvzialen mit der Vergeßlichkeit der Bevölkerung rechnen. Da sie die Debatte^aufs politische -Gebiet richteten, so sage er ihnen, daß 'sie es stvarm, welche denselben Standpunkt eingenommen haben, den heute Llö.hd George und Clemeuceau einnehmcn. Wenn es eine Partei in diesem Saale' geben würde, die das Recht hätte, gegen die Vorlage zu stimmen, so wäre es emzig und allein die sozialdemokratische. Wer Butter auf dem Kopse hat, dark nicht in die Sonne gehen. (Ruse bei dm Christ- , lichsozialen: Die Butter haben sie von den Zentralen!) Man will eben die,Bevölkerung nicht, daran erinnern, daß jetzt die Rechnung präsentiert tvird. die im Juli 1914 gemacht wurde. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokratm und auf der Gallerie.). Die Politik von Bankerotteuren. Wenn die Sozialdemokraten für die Erhöhung stimmen, so sind sie sich der Verantwortung bewußt. „Wir treiben keine Politik der Bankerotteur c", ruft Gemcinderat. Breitner den Chrtstlichsozialen zu, was einen Sturm der Entrüstung Hervorrust. Der Referent weist auf die Steigerung, der Kohlenpreis'e hin und gibt der Befürchtung Ausdruck, daß das Gaswerk im kommenden Winter ■■ einen noch schwereren Stand, haben werde. Man dürfe keine faktiose Politik treiben. Wenn die Sozialdemokraten darauf bestehen, daß .die Dinge nicht weiter verschleppt werden, so aeschirht cs auch deshalb, weil es notwendig sein wird, eine Destzitanlcihe aufzunehmen, lind dafür müssen die Voraussetzunaen geschaffen werden. ilLir werden die progressive Besteuerung ejn führen, vielleicht..auch, bei den,-städtischm.Betrieben das ^Straßburger System. einführcn..^SchlstblW ersuchtl-er. für» die An-. nähme der Anträge, zu - stimme».Bdi v v w Äbstivmmng werden ' diefelben'-unt den Stimmen'der MajvriW-angenommen und" alle- ZusatzantrSg« abgelehnt. . Es gelangen hierauf, die. bekünnteu^Antrage. behufs Er-' Werbung der K r i e a u zur Annahme) wo rauf l die S itznng i n .vorgerückter RachMmdeLeschlossen wurde/.>^ 7"..'.i'^ Jl ' ' Die Ernährung. v Der Marktbericht. Die Beschickung der Grnnwarcumärktc siel gestern zwar nicht so günstig als am Dienstag aus, doch tarnen immerhin noch genügende Mengen auf die Märttc. Ter Naschmarkt erhielt aus Nensicdel und anderen nngarnchctl Prodnktionsstätten große Mengen Guindsalat, der sehr schön anssah. Spinat war über Bedarf augcbotcn. In der Biktualienhallc im IH. Bezirke waren die gestrigen Ankünfte Zwar sehr gering, doch warder Bedarf im Verein mit den von den Vortagen criibrfgten Mengen voll-., kommen gedeckt. Ans allen Märkten gab es wieder Zitronen und Feigen. Der Preis für die Fergen betrüg K. ltz.50 für das Kilogramm. In der Großmarkthalle standen für bcu rayonierten Bedarf 2300 Kilogramm Pökelfleisch zrrr Verfügmrgi Auch die für die laufende Woche artsgegebeucn Mengen bestehen fast ausschließlich aus Speck. An nicht rayonierten Fleisch gab cs nur etwas Schaffleisch. Außer einer kleinen Menge Weichwürstc kamen auch über 300 Kilogrannu Fleischwnrste zum Preise von K 43.— für das Kilogramm zrnu Verkaufe. Bei diesem Verkaufe handelte cs sich um Würste, welche ans amerikanischem Pökelfleisch erzeugt und daher beschlagnahmt wurden. Die Abgabe . wurde aus 30 Dekagramm pro Käufer beschränkt. Das Angebot der Fischmärlte wurde heute mn geräucherten Seelachs bereichert. Diese Fischgatrung war bisher stets sehr beliebt und ging reißend ab. Gestern vollzog sich der Absatz sehr langsam, da der Preis mit K 20.— für ein Kilogramm viel'zu hoch bemessen war. Der Getreide- und Mehleinlnuf. . Vom dcutschösterreichischen Staatsamt für Volksernährung wird verlautbart: An Getreide und Mehl sind mit Enteutesendungen in Deutsch Österreich eingelangt: Am 3. Juni . 70 Tonnen Getreide — 63 Tonnen Mehl , ferner.. . . 1376 „' .» ,, , ■ zusammen 1639 Tonnen Mehl Einlauf seit 1. Juni (in 3 Tagen) zusammen 5964 Tonnen Mehl. ' Derzeitiger Tagesbedarf 1716 Tonnen Mehl. Große Lebensmittelzuwendnugen der italienische» Mission an die Spitäler. Die' K o r r e i v o n d e n z Herzog meldet: Die italienische Mission in W i eu plant eine Pstngstspende für die Wiener Kraukenliäuser und fiit die Invalide». Ganze Waggouladungen au Reis, Hnlscnsrüchten, Mehl. Teigniareu, dem m Wien so gesuchten Zwieback, fernen Paradeisumrk, Speck und Konserven aller Art werden an die Spitäler und Wohlfahrtinstitutioneu zur Verteilung gelangen und es ist bereits schon Vorsorge-getrosten worden, daß alle-bei der Mission «mgelaufenen UntcrstützimgSgesuche der unbemittelten, in häuslicher Pflege stehenden Palienreu entsprechend beamtet werden. Mitteilungen, der „Rohö". Zentralmagazin, VIII. Bezirk, Piaristengasse 15: K.-V.-. ir.. _..c c\y\ .. j. fk _ It. 0\«i Suppen maste von 9 bis 12 Uhr und von 3 bis 5 Uhr. — 11., III., IV., V., XI, und XVI. Bezirk: Walzgri-eß,- Kümmel,., Dörrkemüse von 8 bis 12 Uhr. — IX., XII., Xlll., XVIIL.unb XXI. Bezirk: Bari, Zwirn, Salz, Suppenmasse. Franckkaffce, Walzgrieß von 2 bis 4 Uhr. — Abgabe der rayonierten Waren, Stwzzigasse 27, nur Donnerstag und Frcitag: Samstag geschlossen. Wcstbabnstrafie 81: Kammgarn, Barchent, Bettdecken, Arbeitsmäntel, Ansreibtücher von 9 bis 12 Uhr und von 2 bis 4 Uhr. __ Bühne rmd Kunst. Neue Wiener Bühne. 'Gastspiel Akrander Mors s i: „H a m l e t".) Moisfis Hamlet (wir sahen ihn zum ersten Male in dieser, Rolle) ist Ergengewächs. Lest mg fordert, daß Hamlet „eich von Schauder und Schrecken zerrüttetes Gemüt" zeigt, wenn er dem Geist feines Vaters begegnet. Mau erinnere sich; an, Kainz und sein furchtbares unvergeßliches Anfstöhnrn iw der Geister--, szeue auf der Terrasse. Moissi aber ist sehr ruhig bei-diesem ersten. Gespräche mit des Vaters Geist, bereitet schon bei dem Berichte Horatios von der nächtlichen Erscheinung darauf.vor und fein heller, kalter Ausruf: „L*.nicht prophetisches Gemüt!",, da ihm der Vater seine Ermordung knndgibt, erklärt sein Verhalten. Wenn dieser Jüngling, der genialisch die Welt erkannt hat, . teine dmAen Ahnungen bestätigt sicht, wandelt er traumhaft über Abgründe, ist int'Gleichgewicht, redet sich mit Hrldengestr in die Tat hinein und sägt.scharf mit der Sicherheit eines Heros, er werde. >,rasch wie die Andacht imd des Liebenden Gedanken zur Rache stünnen". Aber tvenn dieser Ritter von der traurigen Gestalt.i aus Werk - gehen soll, wenn diese sonst weit osfenstehenden-, von des Gedankens Bläste kranken Augen ernüchtert sind, sich auf das eigene jämmerlich schwache Epigoueptum richten, chmn diesen Hamlet das Grauen vor sich selbstpackt.MdF'v'r^ seiner Aufgabe, wenn er nach Ausflüchten sucht, sich beschwichtigth sich selbst weismacht, der nächtliche Geist sei ein Teufel gewesen/ man müsse nach neuen Beweisen suchen, bevor inan ein strafen-' der Rächer wird — dann durchbeben den Neurastheniker die Etafrni der Selbstverachtnng und der schweißtriefende Angst. Mark-- iwmi. vvwmwvw bvui.utjui «nu auivwnuuuwim*-ww vm vvr urteikter vor (.der Exekution. Ein Pübettch'-gmst, vm ctlles! weiß, alle.Flüche'-/dteses irdischen Daseins '1rägt)nnd' gweifelt lallendes Mud wird, wenn ihm: das Mißverhältnis zwischen Hamlet dem-Menschen und Hamlet deni GmirA' Msi Bewußtsein kommt. Moissi scheint nns^ diese, gioße Gestalt allst »die einfachste-Fönnetgchrachtz-zu-hahn.'^ . .' /i/.i.',' - •** ,rr ‘ '•»jfs. -i'v - ->v