Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 136 (4.6.1919)
- Date
- 1919-06-04
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr? 130 Wien, Mittwoch Wiener Morgenz eitung 4. Juni 1919 Sette Ü In der D o l,k s o v e tfinbet heute bte Nraufsühruna der fonrifrfirn Oper »Die drei Freier", Tert von'M. Schurz, MM von Oskar Stalla, mit den Damen Debiyka, Salinger, Stifter und den Herren ftubh, Markowsky. D.uimntn und Beer in den Hauptpartten stakt. Vorder fleht die E stau'iilhrung der enniftifl**n Oper »Der Stre k der Schmiede", Text von Viktor Leon, Musik von Mar Joses Beer. m>t den Damen Barifch-Jonas, Saling« und den Herren Brcmd. N->kes§he>m »nd Hagen in Szene. Dir mmikali'che VeitinVfl der ersten Oper Kat Herr Kapellmeister Stermich, der zweiten Oper Herr Dr. Kaiser. Wie verlautet, beabsichtigt Direkror Heine im Schönbrunner Sch loßtbeater eine Neide heiterer Biidnenwerke zur Auisühnnia zn bringen. Nach Blus Lnffsp el „^ogik der Herzen." soll Nnvoli Egers Komödie „Andors böser Geist" zur Darstellung gelangen. Sezession. Heute eröffnet die Serrlffon den zweiten Teil der Frühsadrsausstellung für geladene Gaffe. Der Haupttest der Ausstelluna wird diesmal vom Künfflerbund »Hagen" bestritten. Größere Kollek'wnen haben die »Freie Vereinicmng", Eduard Stella, Christ, Ludwig Martin, Georg Merkel, Oskar Laske und Hugo Hnineberg. Die Ausstellung ist am Eröffnungstage ab 2 Uhr ficr den allgemeinen Besuch geöffnet. An den übrigen Tagen ist die Ausstcünng von 9 bis 6 Uhr geöffnet. * „Hypnose"» ein kurioseS Spiel in einem Alf von Heinrich Schmidt. — Dre Eiffaufführung dickes "ebenso seinen wie wohldurcbdachten kleinen Bühnenwcrkcs fand Sonntag vor dem dichlbesetzten Auditorium der »Hölle" statt. Die „Hhvnose", die der Autor voll Ernst und Laune zu einem Überraschenden Erwachen rmporpeirscht, wirkt mit suggestiver Force und spielt im Gedanken und Geschehen zwischen geistvoller Apercu an Wendung und Liebe, Tand und Clinumtiigswechskl. . . Die Akteure boten ihr Bestes. Thea R v s e n q n l st und Iolef R e h b r r g e r a. G. vom Deutschen Volksihroter, sowie Frch S ch ö n h o f s ließen der sprühenden Laune des Auiors freien Laus und verhallen dem kleinen Biihnenwerk zu vollkommenem Erfolg. AktcNre und Autor wurden wiederholt vor die Rampe gerufen. Das Publlkum spendete unabläffig freudigsten Verfall. A., Fragen bet jüdischen Jugendbewegung. Die Sexualcihik der jüdischen Wiedergeburt. E>n Wort an unsere Jugend von Hans Goslar. (Preis ll 3.60.) Diese Broschüre setzt sich nut emrm heißumstrtttenen Problem der jüdischen Jugendrrzirbling auseinander und behandelt m sechs Abschnitten: «Aisimilalion und Zerfall", „Enkel und Ahnen", „Abstinenz", „Frlihehe", „Wirtschaftliche Hemmnisse" „Zion den ganzen Komplex dieser .wichtigen Frage. — Das Problem des Vcritältniffes der Iligend zur Religion behandelt Martm Bübcr in einer soeben erschienenen Rede „Ehcruth". (Preis K 3,—.) Zu >ezichen durch R. Lömit, Wien, l:, Notenturmstraße 22. Gerichtssaal. Eine Banknotendiebin. . Vor dem Schwurgerichte her außerordentlichen Session unter Vorsitz des OberlandesgerichtsrateS Hoirat W Ü r t tj hatte sich gestern die 18jährige Leopvldine O « h l wegen Diebstahles zu ve> antworten. Die Anklage, vertreten durch Staatsanwalt Dr. W u n d er er, legt Mber Beschuldigten eine Reihe von nacheinander verübten Diebstählen von Banknoten bei der Oesterreichisch-ungarstchen Bank rni Gesamtwerte von 20,600 Kronen zur Last. Im Lause des Verhörs ergibt sich, daß die Angeklagte OW-l.^verteidlät'ftron DrstHänSD-U'ch siMrch die m a n tz e lha st e U ed e k iv a ch u n g i n d e r „N o t e n s ch n e idun g" die günstige Gelegenheit wahrgenommm habe und die zu schneidenden Bogen zu sich gesteckt Hube. Die Angeklagte gibt ferneran, daß sie dem Ingenieur Albert A., der sich ihr unter dem Namen Heinrich Walter vorgestellt hat, von den gestohlenen Banknoten 7000 Kronen gegeben habe. Ans Gmnd yes Wahrspiuches der Geschwornen (Obmann Karl Mares ch) wurde die Angeklagte Leopoldine O e h l vom Gerichtshöfe z u e i n e m I a h r e schweren Kerkers, verschärft mit einem Fasttag und hartem Lager vierteljährlich verurteilt. Der Verteidiger meldete die Berufung wegen zu hohen Strafausmaßes an. Sport. Die jüdische Turnerschast Deutschösterreichs. Verhältnismäßig bald nach chrer Gründung vermochte der Weltverband der jüdischen Turnerschast an bte Schaffung von kleineren Gruppcnb Übungen zu schreiten. Am VI. Zkonistcnkongreß!u Basel, Ende August 1903, ward sie unter den Augen Theodor Zerzls, Max Nordaus und anderer unserer ersten Führer über Anregung des Berliner Barkochbar ins Leben gerufen, wo an dem Schauturnen dieses Gründungsfestes in der Buravogtei elf jüdische Turnvereine aus DeMschland und Oesterreich-Ungarn teilnahmen. Am V. Turutage im Mai 1912 zu Berlin wurde auf Grund eines Referates des Wiener TurnerS Theodor Stein- Herz die Kreisorganisation geschaffen, welche fitns Kreise einsetzte, deren einer der westösterre'ch'^chc war. Er umfaßte alle nationaljüdischen Turnvereine Oesterreich-Ungarns mit Ausnahme jener von Galizien und der Bukowina, welche emen eigenen Kreis bildeten. Ju> Dezember 1013 fand die konstituierende Tagung de8 westHsterreichischeri Kreises statt; ste war von vierzehn Vereinen beschickt. Beim nächsten großen Fest, dcffen Veranstaltung der westöstkrrelchischcn Kreisleitung oblag, konnte ste bereits eine imposante Zahl jüdischer Turner und Turnerinnen auS Westösterrrich aufmarschieren lallen: das war bei dem herrlichen Schauturnen vor den Gästen des XI ZionistenküngreisrS im September 1913 ans der Hoden Warte in Wien, welcheunser erstes Fest dttser Art und solchen StilcS gewesen ist. Noch bheb aber nrcht viel Zeit zu mnerer Tätigkeit in der Organisation, da es aalt, speziell in den Gebieten mit vielen jüdischen Siedlungen, in Mähren und Böhmen, durch Propagierung brS jüdischen Turngedankens neue Keimzellen der nationaljüdischen Idee zu gewinnen. Dieser Absicht diente das Kreisschcmtlirnen im Juni 1614 in Briinn, welches diesen Zweck restlos erfüllte und gleichzeitig eine neue Zählung der Brüder und Schwestern der aus 32 angewachsenen Kreisvereine bedeutete. ES ward leider für lange Zeit e»ne der letzten Heerschau der Getreuen, für manchen unserer Makkabim sem letzter Dienst für sem jüdisches Volk. Die nnlitäri-Ichen Einberufungen verödeten die Männer- und Zöglmgsabttilungen unserer Vereine.. Der Turn« betrieb sank immer mehr. Nur hie und da verblieben Unverdrossene wacker ans dem Platz. Doch nirgendwo verschwand der gute Wille, und die feste Absicht zu vollem Wirken — bei der ersten sich bietenden Möglichkeit. Mit dem Zerfall der Monarchie wurde aber auch der „Westöstttretchische Kreis der jüdischen Turnerschaft" zerschlagen und die Bereine haben nun beim Neubau ihres Zusammenschlusses den geänderten politischen, Verhältnissen Rechnung zu tragen. - Der westösterrelchische Kreis wurde beim Hl westösterreichischen Kreistrirntatze. welcher am Sonntag, den 1. Juni m-Wien im Tnrnlokale deS I. Wiener jüd schen Turilvereines, IX., Liechtensteinsiraße 20, itm 9 Uhr vormittags staktsand, liquidiert und nn Antchlusse daran der „Kreis Deutschösterreich der jüdischen Turn- und Sportvereine" konstimirrt werden. Turnen oder Sport bleibe das Rückgrat deS VereinsbetriebcS! Doch verdorre der Verein nie zu einer Stätte ziellosen, Maschinenmäßigen Exerzierens, weihelos n, reklamsüchtigen, sportlichen Sn ebeitums! Denn nicht die Eiweibimg körperlrch-iech- Nlscher Fähigkeiten des E'nzrlnen,,sondern die körperliche, g'istlge, seelische Er üchtigung des ganzen jüdischen Volkes, seine körperliche, geistige, seelische Nevolutionicmng ist unser Ziel. Führen die jetzigen turnerischen, die ietzigen sportlichen Disziplinen unserer Vereine diesem Ziele entgegen? Wir dürfen diese Frage glattwegs mit „Nein!" beantworten. Weder der körperlichen Konstitution, noch der im Berufe unserer Jugend begründeten Beiätigung, noch schließlich der psychischen Derfastung unserer jungen Juden entspricht unser körpererziehnches Programm. Mußten w-r uns ja auch darin restlos unserem Milieu asstmilieren, dem wir selbst aus diesem Gebiete Form und Mittel der erzieherischen Arbeit entlehnt haben. Unsere Einreihung in seine Erziehungswege, unsere Einillguncz in sein Wtrtschaslsleben iind besten Stundenoidnung, imsere Durchsetzung mit seiner Zivilisation und — Kullur raubte unS die VorauSsevungen und die schöpferische Krast, die wir bei Emtntt des Wiederbesinnens ans uns selbst für unsere Emanzipierung von diesen organisch gewordenen Ztisammenhängen und für die Schaffung der Heilmittel gegen unsere eigenen Nöte gebraucht hätten. Neben der. notwendigen Remedur im Aufbau und in der Methodik der Leibesübmigen wird aber auch eine vollständige Wandlung aus dem Gebiet der kulturellen Betätigung unserer Vereine nicht länger hinansgrschoben werden dürfen. Das Werkzeug dieser kulturellen Arbeit muß ja stets dasselbe bleiben : Bortroge, Kurie, Seminare und ähnliches. Aber nrcht nvr die Wirkungskrast des cinzeltien Werkzeuges vermag erhöht zu werden, cs muß die Methodik auch deren Verwendung, ihre Auswahl, ihre gegenseitige Ergänzung und Abwechslung genau erwogen sein! Unsere Jüngsten wer den uns vielleicht solcherSorgen entheben, wenn parallel mit den fortschrtitenden Elementarkenntnissen ihres Denkapparates jüdischer Geist in ihr Herz und ihre Seele eittgezogen fern werden. Robert Kie«. ' Stratzenlaufen über 5 Kilometer i« Graz. Dieser Wettbewerb fand letzten Sonntag unter großer Anteilnahme des Publikums , statt. Bemerkenswert ist da-glänzende Abschueiden des jungen Grazer HakoahncrS Wag tt e r, der den 4. Platz besetzte. Vor ihm konnten sich nur Mitglieder deS Grazer A. C. plarierrn, die seit vielen Jahren Leichtathletik betreiben. - Nach . dem Hakoahncr erst liefen die Vertreter, der übrigen Grazer Verein« ein. Sieger des Rennens, das sich sehr intereffant gestaltete, blieb der bekannte Leichtathlet F t'.i t b e. Deutschösterrelchische Letchtathlkttlimeifterschaflen. Der Leichtathletikverband bringt am 28. und 89. Juni zum erstenmal Dkeisterschasken zur Austragimg, die nur kür Deutschösterreicher osten sein werden. ES finden folgende MeisterschaftSkon knrren zen statt: Laufen Über 100, 200. 400, 800, 1600, 5000 Meter; Hürdeulaüfen über 110 Meter; Gehen Über 5000 Meter; Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen, Horhspwng, Stabhochsprungs Weitiprung. ' Die Deutsche EiShochey-Gesellschuftz 'Prölg, die schon zu Ostern m Wien, gastieren sollte, wird nunmehr ganz bestimmt zu Pfingsten gegen den Wiener Hockcyklub Wettspiele austragen. Volkswehrwettspiel. Hntte nachmittags sindet aus dem W. A. E.-Platz im Prater ein Wettspiel zwischen den beiden stärksten BolkswehiMannschaften W»enö, jener deS B a o n S. XDI und des Kreises Arsenal, statt.' D,e zahlreichm ersttlasstgen Spieler, di« m den. beiden Mannschaften tütrg stnd. birtrn ^mk Gewähr für die Hochklasstgkeit des Treffens. Der Beginn deS Spieles ist für V*® Uhr festgesetzt. Turnier erstklassiger Sreservemannschasten. Auf dem Wiener Svortllubvlatze findet zu Pfingsten rin Turnier zweitklassiaer Reservemannschaften statt, an welchem die Vereine Rapid, W. A. F>, Amateure und Sportklub tetlnehnien. Kadima— Schwechater Germania 4:1 sv : 0). Dieses Wettspiel kam Sonntag in Schwechat vor emer zahlreichen Znschauermenge zur Austragung. Die Schwechater ohne König. Fischrra, Little usw. stellten eme köipeilich überlegene Mannschaft und zeigten imder eisten Halbzeit gute- Können, so daß die erste Spitlholste torloS verlief. Die Kadimaner kamen in der ersten Halbzeit nur langsamin Schwung, dagegen vermochten sie nach Seitenwechsel innerhalb 2ö Min ulen vier unhaltbare Treffer zu erzielen, welchen die Germania knapp vor Schluß ihren Ehrentrestrr enkgeoenstellen konnte. Daäußerst rohe Spiel der Germanialeute überschritt alle Grenzen und ist es auch darnns zurückzuführen, daß ihre Ncedeilagt nicht größer wurde. Ein Mann , der Schwechater wurde ansgrschloffen. Die Tore erzielten Bien (2), Ncinkroyt und vtr rechte Flügelstürmer für Kadtma und Mantler U. für Germania. Reserven 1: l. Jungmannfchaft 1:1. Die Pfingstveranstaltungen. An den beiden Pfingstseiertagcn finden m Wien große Fußdallwettfpiele statt. Es kommen nicht nur die an Doppelsc,erlagen üblichen Nundspiele zur Austragung, sondern wir werden seit langem wieder Gelegenlieit haben, auswärtige Mannschaften zu begrüßen. Das vorläufige Programmlautet: Hütte l d o r f e r Wettspie l e: „Nordstern", Basel—Rapid-W. A. F—'Sportklub und zwei weitere Wiener Mannschaften; P r a t e r V e r a n st a l t v n a: Sonntag: Amateure—W. A. C., „Prmßm", Berlin—F. A. E.; Montag: Amateure—F. A. C., pPrrußcn", Berlin-W. A. C.; Favoritner Nundfptel: Sountäg: Rudolfshügrlplatz. Montag Herthapkatz: Rudolfshügrl, Hertha, Wacker und Simmering; .R u n d s p i e l auf d < r H ü h e n W ä r t et Sonntag: German,a- Hakoah, Admira-Vienna; Montag: Spiel der Unterlegenen, beziehungsweise Sieger vom Vortage. Höchstsiugleistung mit Fluggästen. Noch Meldungen anS Turin erreichte der italienische Leutnant Prack mit drei Fluggästen in 40 Mlnntcn 7150 Meter Höhe und übcibot damit bte sportliche Höchstleistung des tödlich abgestürzten Rriterer vom 2l. September 1!>15, der bei Brandenburg mit gleicher Belastung 5160 -Meter erreichte. Teehäder-Luftverkehr. Im Juli und August verkehren von Berlin ans täglich Fluazenge nach Swinemünde, Saßnitz (Rügen) und Westerland, aus Sylt. Amerikanische Flugplätze. Däö -amerikanische Lustmkltistcriuln hat große Zukunstspläne. Innerhalb, weniger Jahre will Amerika Metallschlffe haben, die bret Wochen unterwegs fern und 60.000 Kilometer m einer Reise znrücklegen können. Sie sollen Tonnen nntnrlnnen können , und so fihe den Paktt- und Personenverkehr von Wichtigkeit sein.' Der Volkswirt. Die wirtschaftlichen Bedingungen des! Friedensvertrages. { Auch die wirtschaftspolitischen Friedensbedingimgech der Entente für Deutschösterreich sind außerordentlichj schwer, geradezu unerfüllbar. Besonders ungülistig, für uns ift bie Vertragsbestimmung über die M e'i st - begünstigüng, die ganz einseitig abgefaßt ist,- das.heißt, wir müssen den feindlichen Staaten die Meistbegünstigung einräumen, während wir die Meistbegünstigung in den betreffenden Staaten nicht' erhalten. Unter den Begriff „feindliche Staaten"-, kommen auch die Sukzessionsstaaten. W,ir werden also die Einfuhrartikel der Tschecho-Slowakei, von Polen und Jugoslawien nicht mit Zöllen belegen dürfen, dagegen steht den genannten Nationalstaaten das Recht zu, auf unseren Import Zölle zu erheben. Diese Bestimmung gttt vorläufig fite fünf Jahre. Man hat den Eindruck, daß dadurch die slawische Herrschaft über Deutschösterreich ausgedehnt werden soll. .Da', die .Meistbegünstigung Deutschland' gegenüber nicht zur Anwendung gelangen darf, so wird! ganz offenbar der Anschluß Deutschösterreichs an das Deutsche Reich verhindert, obzwar dies offiziell nicht ausgesprochen ist. Der zollfreie Verkehr zwischen den einzelnen Nationalstaaten, der von mancher Seite, erwartet wurde, wird dadurch illusorisch. >i Die Bestimmuttgen für uns decken sich in den meisten Punkten vollkommen mit denen für Deutschs! land. In den Vorschriften über die Bezahlung ders Schulden trifft dies genau zu. Innerhalb von dreü- Monaten hat jede einzelne Negierung ein Bureau einzurichten, lyelches Zahlung und-Deckung der feindlichen. Schulden regeln soll. Die Zkriegsmaßnahmen Oesterreichs betreffs aller , wirtschaftlichen Interessen von Untertanen alliierter und assoziierter Staaten werden sistiert. Dagegen Haben die alliierten unü assoziierten Staaten das. Recht, alles Eigentum von Deutsch-! ö stex t eiche r n z.u r ü ü.zu b e h alten und nötigen-! faYÄ zur Li quid a t ion zu bringen. Damtt ist daA Priv a t,e'i!g en tum deiitschösterreichis cher Staats-!! bürger im Ausland beschlagnahmt. Das gleichej! bezieht sich auf alle! deutschösterreichischen Rechte und- Interessen in den feindlichen. Ländern. Dagegen sind! alle Angehörigen der alliierten, und assoziierten Staaten in 'Deutschösterreich.von der. Vermögensabgabe befreit. ] Die Sch ad e ne.r satz a n s p rüche der Entente' und der Nationalstaaten sind bisher noch unbekannt^! werden aber, so wie dies! im Falle Deutschlands ge-/ schehen soll, aus. dem Privateigentum der Deutsch öfter-! reicher im feindlichen Ausland g e deckt werden. Diese Ansprüche dürften inK Uferlose gehen. Außerdem sollen wir, einer englischen Meldung zufolge, die Kosten der Besatzungsarmeen zu tragen haben. Was die Kriegs-! ausgaben des ehemaligen Oesterreich betrifft, so sollen: sie durch die Konimission für die Schadenvergütung auf die einzelnen Staaten aufgeteilt werden. Als Sicher-! stel lung müs sen unsere Salzbergwerke und Eisen-, bahnen dienen. , Den Tschechen werden auf unseren Eisenbahnenbesondere Rechte eingeräumt. Sie sollen eigene Zü ge nach Triest über L-inz und Budweis.fahren lassen dürfen. Ein solcher Eingriff in die,Rechte eines anderen Staates steht jedenfalls beispiellos da. Die Ein-- ist es, das Abonnement schleunigst zu erneuern, für. .diejenigen Abonnenten, deren Bezugszett Ende Mai adaelauseu ist, damtt die Zustellung des Blattes Keine Unterbrechung erleide. Dezugsbedi«g«ngen ad 1. Juni: Für Wien: mit Zustellung Monatlich . .. . Kronen 7.— Vierteljährig . . * 20.— Halbjähnfl . . . 40.- Ganziähng ... * 80.— Für DeuLschöfterreich: mit' Postv erfand Monatlich . . . Kronen 7.5g Vierteljährig . . „ 22.—! Slilbjähng ... „ 44.— anzjähng ... „ 88.—' Für Polen und die übrigen Natronalstaatsu: mit Postversand Für die Tschecho- Slowakei: mit Postverfand in tschechischer Währung Monatlich ... Kronen 7.60 Monatlich ... Kronen 8.50 Vierteljährig . . „ 22.— Vierteljährig . . „ 25. Hälbjährig ... * 44.— Halbjährig ... „ 50.- Ganzjährig ... 86.— Ganzjährig ... „ 96.- Ginzelexemplar 36 Heller. Für Deutschland monatlich 5 Mark, Schweiz 5 Franken, für daS übrige Ausland vierteljährig 26 Kronen. Die Gekdsendmaen für die Tschecho-Slowakei sind per Erlagschein an das Postsparkastenamt P. S. Nc. 150.693 in Prag, kür Polen, Westgaltzien und Polmsch-Schlcsien per Pvstanwrlffmg an die Wiener Lombard und Gskomptebank, Filiale Krakau, "für ^Wiener Morgenzeitung", Krakau, Srynek 12, zu nchten. . Admimstrtttion dev „Wiener Morgenzeitung" Wien, I!.»Taborstratze 1—S. Telephon 44.038 u. 48.319.