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Wiener Morgenzeitung · 1919-06-04 · Heft 136 (4.6.1919) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 136 (4.6.1919)
Date
1919-06-04
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Wen, Mittwoch Mi ner Morgenzettung Kommunales. Die Konstituierung -er Bezirksvertretungen. gestern riachinittags faitbeii bic foitfitiuievcubcn 3i^tm= Nen ber Wiener Bezirk-svertretungen statt. In Favoriten leitete bie Wahl Bürgermeister R r u m a n n, der au btc Anwesenden nachstehende - Angelobnngsrcde richtete: „Zunr ersten Male tritt nach der neuen Walilorbimug eine legal' gewählte Bezirks Vertretung zusannncil. Die Zeit, in' ber die Konstistiiernttg stattfindet, ist eine imgemein ernste. Wir alle wissen nicht, was die nächsten Ta§ebringen werden. Es wirb in der allernächst!.!- Zeit ber Anspanrmng unser aller Kräfte, auch derer, die inc Kemeindedienste ruitwenbig lind notwendig seien, nnl bi: prekäre Lage, in derwir uns. befinden, einigermaßen zn lindent. Bürgermeister Nenma;u betonte schließlich, baß für die Bezirksvertretrtngeil keine eigene .Gelöbnisformel bestehe, und daß er, da gegen seine Ausführungen von keiner Gelle erste Einwendung erhöben wurde, die Zustimmung zu dem sagten als Gelöbnis betrachte. Bei den hieraus vorgenonrnrenen Wahlen wurden August Sigl, Privatbeamter, emstim.inrg zum Bezlrksvörstehe r und Franz Ve g richt, Maschinenschlosser, zum Stell- ' Vertreter gewählt. Der Bezirksvorsteher gehört der sozialdemokratischen Partei an. Die Stelle des Bezirksvorste Her- Stellvertreters fällt nach dem Verhältniswahlrecht den T s ch e ch e n als der zweitstärksten Partei mll fünf Sitzen .zu. Von abgegebenen 30 Stimmen erhielt der BeKirksvorsicher-Stellvertreter 5 Stimmen, 25 Stimmzettel waren leer. In einer Erklärung, die der Bezirksvorfteher-Stellvertreter abgab, betonte er, daß er, werm er auch nicht das volle Vertrauen der Bezirksvertretung" genieße, doch alles daran scheu werde, um es zu erringen. Auch seine Partei sei verpflichtet, dem N ä ch st e n z u h e l f« n. In kulturellen Fragen verlange sie ihr Recht, das den Tschechen von den früheren Machthabern nicht gegeben worden sei. Die Ernährung. Der Marktbericht. Das Hauptinteresse wendete sich gestern den Grrmwarenmartteu zu, die außerordentlich gut beschickt waren. Au Gärtner-' gemüsc von den Abendmärkten und von Erzeugern ans der Umgebung Wiens standen beute auf dem Ngschmörktc nahezu 5-0.000 Kilogramm zur Verfügung, eine Menge, die an die vorkriegsmäßige Beschickung dieses Marktes reicht. Außer dem erwähnten Quantum standen noch einigt tausend Kilogramm Spinat. Salat, Grundbirneu und Spargel zur Verfügung. Obwohl die Nachfrage sehr lebhaft war, überstieg dieses Angebot doch den Bedarf um ein beträchtliche- und die Händler mußten um verkaufen zw können, vielfach mit dm Preisen heru'ntergehen^ Der Spinat, der jetzt aus die Markte kommt, ist meist schon ausgewachsen, daher minderer Beschaffenheit und fand selbst zu stark ermäßigten Preisen wenig Absatz. In der Großmarkthalle wurde der Verkauf der geselchten Schweinsköpfe zu 17 Kronen das Kilogramm fortgesetzt Dieser Verkauf war sehr rasch beendet, dann gab es nur mehr die für den rationierten Verkauf vorbereiteten Mengen an Rindfleisch und Pökelfleisch und etwas Würste. - Auf dm Fisch Märkten warm slawonische Karpfen, gewässerte Stockfische und gesalzene Schellfische erhältlich. Portugiesische Oelsardinen in Dosen zu kl 9.20. die gestern auf fast allen . Märkten in geringer Menge feilgehalten wurden, warm nach ^wenigen Minuten ansverkauft. Oeffardinen sollen in den nächsten'Tagen wieder erhältlich fein. Bon beit avisierten Zitronen ist gestern eine "-wettete Sendung emgetroffen. so daß alle Märkte mit Zitronen - versehen waren. -:/ Eier kamen gestern aus fast allen Markten zur Ausgabe, doch standen nur so geringe Mengen zur Verfügung, daß-der Bedarf nicht im entferntesten gedeckt war. Fleischairsgabe von 5. bis 11. Juni lftyö. Vom dcntschösterreichischen Staatsamt fiir Volksernähnmg wird mitgeteilt: Die turnusweise Ausgabe von Rindfleisch in Wien wird in der Woche vom 5. bj§ zum 11. Juni 1919. fortgesetzt. Zum Kaufe gelangen jene Haushaltungen uud Koufumentenorgann'ationcn, sowie Kriegs- und Gemeinschaftsküchen, die bn Fleischhauern rayomert sind, deren Faminenname (Firma) mit dem Buchstaben P beginnt. Di«. ..Quote für die privaten Haushaltungen ist mit 10 Dekagramm pro Kopf festgesetzt. Beim Bezüge des Fleisches werdm die mit der Nr. IS bezeichnten Abschnitte des grauen EinkanfscheineS für Rindfleisch abgetrennt. Die Zuweisuugm an di« Spitäler und Bersoramgsanstalteu erfolgen allgemein ohne Unterschied mit welchem Anfangsbnchstabm der Name (die Firma) ihres Fleischlieferauten beginnt.' Eine Zuweisung von Rindfleisch an Gastgewerbebetriebe kann wegen der Unzulänglichkeit der zur Verfügung stehenden Menge nicht stattfindeii. ' In der angegebenen Woche wird amerikanisches gesalzenes fettes Schweinefleische zur Ausgabe gelangen. Der Verkauf erfolgt durch dir Nindfieischabgatestellm an alle Haushaltungen und Konsumentenorgan,fat-onen, Svitäler und Versorgungsanstakten, -KrieK- und Gemeinschaftsküchen sowie Gasigem erbebetriebt allgemein, ohne Unterschied mrt welchem Buchstaben der Name- (die E'ma) des Fleischlieferauten beginnt. Die Quoll -für die rrivaten Haushaltungen mußte auch für' diese Wo.fic mit \'H Kilogramm pro Kopf bemesien werden, da Die Zu'chiibk nachgelassen haben. Beim Bezüge des Fleisches werden die m't dem Buchstaben U bezeichn eien Abschnitte des grauen Eurtauffcheines für Rindfleisch abgetrennt. Die Quotefür d-c Grohn:rbrmlcher jn der rirckachen Hohe der normalen Rindsle'.schqnvte festgesetzt. Der Preis wurde unverändert belassen. - K a l b i l e i s ch und f r i s ch e s S ch w e in efleisch wird gegen Abtrennung deS Abschnittes 27 des amtlichen Einkaufscbeines abgegeben. Bezüglich der Abgabe des Kalbfleischeswird aus eie am Sonntag den 1. Juni in den Blättern erschienene Pe-l-ui'ba'.nug des Wiener Magistrats verwiesen. Die Kinderhilssabtioir. £ 2:abuv.t beschloß gestern für die Kinderhilfsaktipn deS Iugeudauiieü e,„cu Beitrag vou drei Millionen •St i o n c it als Zuschuß zn votieren, nachdem der Staat ebenfalls drei Millionen Kronen beiträgt und die Banken mt Rahmen dieser Aktion den gleichen Betrag bewilligten. Für die rMouate Juli und August ist diese Kinderhilfsaktion geplant, -bei 'der 25.000 Kinder täglich eine Mahlzeit erhalten und 8000 Kin- ' der in Ferienstäüen unieraebrachr werden sollen. Am^ika liefert die Nahrungsmittel, die übr:gen Kosten müssen von uns aufgebracht werden. Fm Vaure te - vo - gen Worte nutibm dm ch den Verband der ireimilt'.g'N Jugend ür'orge an die Tagesheime in Wien, cm aeichlosicuc Kindtrpflegeanstal't»r, AuSspeiseorgansiatiouen, Horte usw. Aumcldcblätier ge'chickt, mit welchen fick diese privaten - Orgamsarionen der Jugendiiirsorge'. zur' Belie'crung mit amerikanischen Lebcnsuütlelit oder mit fertigen Mahlzeiten aus der amerikanischen Kmderhiffsaktivn bewerben können. Die Organisationen wei-den aitfmcrfinan gemacht, daß die Anmeldeformulare bis spätestens Samstag den 5. d. M. einzusenden sind. Sollte ans Berschen ein oder die andere Organisation von der Hauptgeschäftsstelle des Verbandes nicht verständigt worden sein, . so kann das Amnrkdeformülär dort (I., Zelinkagasse 23, 3.Stock) eingeholt werden. Schwert Beschuldigungen gegen den Direktor der „Äiiag". Die Zentral'Korrespoudenz meldet: 'Gestern nachmittags fand eine Bollversamnrlma der Kanzlei» und Detriebsbediensteten der Milchindustrie-Aktiengesellschaft (Miag) in AmonS Restauration HI., Schlachthausgasse 13, statt, in der schwere Beschuldigungen gegen den Direktor S t ü d l erhoben wurden. Die Versammlung dauerte volle vier Stunden und nahm einen sehr bewegten Verlauf. Gegen 'den beschuldigten Direktor Stüdl wurde der Vorwurf erhoben, daß erseitlangem mißbräuchlich in der Zuweisung von M i l ch p r o d uk t e n v o r g e h e. Er bevorzuge willkürlich einzelne der 52 Filialen der Gesellschaft auf Kosten der . übrigen und mute diesen zu, Lebensmittel verschiedener Art zu Schleichhändlerpreisrn selbst den Kunde n. a n z u b i e t e n. So würde unter anderem den Filialen Reis eingestellt zum BerkaufSvreise von K 24.—. Während die Filialen seit einem Jahr« kein Stückchen Butter zugewiesen bekommen hätten» wären Caf6s und Restaurants im Aufträge oes Direktors Stüdlvon der „Miaa" reichlich ra i t Butter der sorgt worden. Auch über die elende Bezahlung der Filialleiter wurde heftige Klage geführt. Die Verkäufer erhalten eine» Monatsgrun dg ehalt von K 70.— und als Minimum an Provision garantiert die Gesellschaft uur 60 8. Es kamen eine ganze Reihe von Männern und Frauen zu Wort, die den Direktor Stüdl unter Anführung bestimmter Fakten nach seinem Gebaren und Vorgehen als einen Schädling nicht nur der Bediensteten sondern auch der Versorgung der Allgemeinheit bezeichncten und seine E n l i c r n u n g verlangten. Dir Bersammlung beschloß denn auch einstirnmig, der Generaldirektion die Forderung nach sofortiger Entlastung drs Direktors Stüdl zu überreichen und ihr etne dreitägige Frist zur Erfüllung dieser Forderung zu lasten. Der Getveide- und Mehleinlarrf. Vom deutschösterreichischen Staatsamt fiir Volksernähnmg wird verlantbart: An Getreide und Mehl sind mit Ententesendungen in Deutschöstcrreich eingelangt: Am 1. Juni . 115 Tonnen Getreide — 104 Tonnm Mehl ferner.. . . ■ 2317 w „ zusammen 2421 Tonnm Mehl Am 2. Juni 10 Tonnen Getreide — 9 Tonnm Mehl ferner.. . . - . 1841 „ „ zusammm 1850 Tonnm Mehl Einlauf seit 1. Juni (in 2 Tagen) zusammen 4271 Tonnen Mehl. Derzeitiger Tagesbedarf 1718 Tonnen Mehl. Grhöhnng der Kartoffelpreise. Die Gemeinde Wien ist bei der Versorgung der Bevölkerung mit Kartostcln ausschließlich auf ausländische Znschüiie angewiesen. Du fortwährende Steigerung der Elnkausspreise zwingt die Gemeinde Wim mit einer Neufestsetzung deS Kleinverkaufspreises für Kartoffeln vorzugehen, um ihre Selbstkosten wenigstens teilweise zu decken. Der KlemverkaufSpreiZ der städtischen Kartoffel wird daher ab heute Mittwoch angefangm mit X 2.10 für das Kilogramm festgesetzt. Kartofielabgabe. Von heute bis Samstag werden in den Bezirken V, IX bis Xl, XlV. bis XX Donnerstag bis Samstag in allen übrigen Bezirken je V, Kilogramm pro Kopf ahgegeben. Ab getrennt wird der Abschnitt Q der Kartoffelkarte samt allm vorhergehenden Abschnitten. Lebensmittelabgabeftelle der städtischen Angestellte«. Ueber Wunsch der rapoinerten Kunden der Lebensmittelavgatestrlle für städtische Angestellte in der Bartensteingaffe findet Donnerstag «m V25 Uhr nachmittags ein Erverimentalvortrag Über die Olso-Kochkiste und den Olso-Sparkocher in der Musterküche der Olso-Gesellschast. k., Vellariastraße 14, statt. Rach de« Vrodckochm «it der Kochliste findet eine Berteiluvtz von Lei«» Kostprobm statt. Kondensmilch für Kinder di» zu 6 Jahren. Bo« deutschösterreickischm Staatsamte für Volksernähnmg wird verlautbart: In Fortsetzung der Aktion znr Verbestervng der Bsilchversorguvo Wiens wird ans den von der Entente zur Verfügung gestellten Milchkonfervenvorrätcn vom 8. b, S 21. Juni l. I. an an Kinder vom vollendeten 1. bis zum vollendeten 6. Lebe n S i a h r e ungezuckerte KondenSVollmilch abgegeben. Jedes Kind vom vollendeten 1. bis ^um vollendeten 2. Lebensjahre hat Anspruch auf je 3, jedes Kind vom vollendeten % bis zum vollendeten S. Lebensjahre auf je 1 Dose Kondensmilch. Die drei Dosen können auf einmal oder in Teilmengen bezogen werden. Die Abgabe erfolgt wie bisher getzm Vorweisung der entsprechenden M'lchkarte. Der Preis für eine Dose wurde vom Staalsamte für Volksernährung mit X 5 festgesetzt. Die Inhaber und Leiter sämtlicher Milchabgabestellen find vexpslichtet, bei jeder Abgabe von Kondensmilch eine der Zahl dex verkauften^ Dosen entsprechende Anzahl der Tagesabschnitte der 121., beziehungsweise 122. Woche — beginnend mit dem Montagabschnitte der 121. Woche — von der Milchkarte abzutrennen. Die vorhandene Frischmilch bleibt den Kindern bis zum vq'pendetm 1. Lebensjahr und den Schwcrkranken Vorbehalten. Kmder vom 0. bis zum. 14. Lebensjahr können während der v^angeführten Zeitperiode mangels genügender Vorräte nicht imt Kondensmilch beteilt werden. Mitteilungen der „Bohö". Zentralmagazin, Vitt, Bezirk, Piaristengasie 19: Walzgrieß K.-B.-Seife aus Marke 2, Sardellen in Del, Toilettesene von 8 bis 12 und von 3 bis 5 Uhr. — I. Bezirk, Nibelun genaaffe 7: K.-B.-Srife auf Marke 2, Jranckkaffee. Krachmandeln, Suppen-» masie von 9 bis 12 nnb von 8 bi§ 5 Uhr. — II., HI., XI., IV. und V. Bezirk: Walzgneß. Kümmel, Dörrgemüse von 8 bis 12 Uhr. - IX., Xkl„ XM. und XIX. Bezirk: Waschpulver. Franckkaffee. Walzarieß, Kümmel, DSrrgemLse von 8 bis 12 Uhr. — XVII. Bezirk: Labsal. Walzgneß, Franckkaffee, Stärkin. Paprika von 8 bis 12 Uhr. — XX>. £?».'.§: Van, Zw'Ni, Sale. Suppenmaffe. Walzgricß von U b-'. \ U e,.-. -- X.' und XV1U. Bezirk: Geschloffen. 4. Juni 1919 Ne. IM ' —----^-i Bühne und Kunst. Ein orientalischer Vortragsabend. Co gewagt es cnchemeii.mas. im knappen Rahmen eines literarischen Abends den „Geist des Ostens* auch nur einigermaßm'.'dem Hörer cklahezubringen schon angesichts der Tatsachedaß .dieser Geist so unendM, Bielfältiges an Kulturen, Zeiten, und Völkern umschließt — so bot doch wieder solch er» fragmeniarischrr- Versuch wie der vom Zeutralverbande der jüdischen Jugeudgnippen gestern »nternomniene manches Verheißungsvolle. In bunter Mischung zog da Babylonisches, Indisches, Arabisches, Chinesisches und zuletzt, als gehörte es unmittelbar in diesen Nahmen, Biblisches an uns vorüber. Zuerst ein Stück aus dem babylonischen Gilgomeschepos, das homerisch annwtete, Mir von massigerem und heißerem Rhythmus bewegt, wofür H«r A S l a n die richtige Wucht der Worte fand. Jn emem getoiffen Kontrast hierzu stand der treueumrauschte liebliche Gesang des indischen „Nalo und Domojonti". Zu den indischen Stücken gehörte erst eine humorvoll-symbolische Monchsgeschichte und ein dithyrambischer Hymnus an den „Gott der Völler" aus der jüngsten Zeit. Das Arabische war nur dmch zwei Beduinenlieber vertretm, deren eines, namentlich in Aslans Vortrag, etwas von Wüstenglut an sich trog. Dm Höhepuntt des Abends bildeten wohl die chinesifchen Stücke, damnter auch das von Gustav Mahler in dem „Lied an die Ente'" so tiefgeistig vertonte „Trircklieb vom Jammer der Erde." Es herrscht in diesen chinesischen Dichtungen, Gedichren, Märchen und Sprüchen ein in Emopa mierreichter Grad der Vermählung von Lyrik und Weisheit zN blütengleicheu, lituonschen Gebilden. Auch fand die feingeistige Zartheit und weisheitsvolle Stille dieser Art Dichtung in Fräulein Schnabel eine vortreffliche Interpretin. t Nicht in gleichem Sinne „ orientiert" möchten wir unsere biblischen Stucke nennen. Im machtvollen Deborahliede kam die dramatisch-leidenschaftliche Vortragsweise von Frau T r e b i t s ch sehr glücklich zur Geltung, weniger in dem, im SAe doch immer noch : schlicht-epischen Bericht beS zweiten Makkabäcrboches vom Märtyrertode der Mutter mit ihren sieben Söhnen. Dm Wen!» beschloß Fräulein S ch n a b e l mit dem neuuzigstm Psalm, einem der demut- und weishertSvollsten, und mit einer groß« Rede Amos', des faildmannischm Propheten, welche in die Prophezeiung der Wiedereinsetzung Israels in sein Erde ausklingt. Prophetenworle hattm vielleicht starker aus männlichem Mimde gellungea« Die einleitende Vorlesung von BubuS Aufsatz „Der Geist des Orients und das Judentum" schien doch nicht recht der Höhe des Abends angemeffen, der zur gedanklichen Einsühmng doch eher des unmittelbar gesprochenen als des wenn auch inhaltlich noch so wertvollen gelesenen Wortes bedmft hätte. E. M. Aus den Theatern. In der D o l k s o p e t findet Sonntag nachmittags eine Aufführung von Strauß' „Zigcunerbaron" mit Herrn Hubert Lener vom Wiener Operntheater als Gast statt. Abends gelangt als zweite Verdi-Zyklusaufführung „Rigoletto" mit Hernr Ernst Fischer vom Wiener Operntheater als Gast zur Aufführung. Eine Reihe von Künstlern des B r ü n n e r S t a d t» theaters ist nach Wien engagiert worden: Marie B i h otz und Hudplf R a e ck e an das Operntheater; Fritz I m h o f f an das Theater an der Wien; Aca B a r b u und Walter S w o b o d ec an das Carl-Theater; dann Adrienne B u k otz i c s/ Magda Garden, Anny M a g d a. ferner LouiS P ö h m^Hans Goltz, HanS S t o l f a und Paul W a l t ep iw das Stadtthcater. JmJohannStrauß-Theater mußte die für Samstag nachmittags in Aussicht genommene Aufführung der Operette «Die keusche Susanne" mrt Mizzi Z w e r e n z und Josef König auf Mittwoch den 11. Juni um 7*3 Uhr nachmittags verschoben werden. Die gelöste» Katten behalten ihre'Gültigkeit. Die für heute unter Mitwirkung der Mitglieder der Oper Gutheil-Schvder, Rittmann, Godlewsky, und der Mitglieder des Burgtheaters Medelsky, Heine, ^reßler, Walde n, Höbling anberaumte Vorstellung ggtmstm der Allgemeinen Kunstfürsorge muß wegen technischer chwmigkeiteu aus ewige Tage verschoben werden. Geloste Kürte» bchatte« ihre Gültigkeit. Im Operntheater kann infolge Erkrankung der Frau. Lucille Weingartner-Marcel die für heute angeWndigte Festaufführvng von ^Kain md Abel" nicht stattfinde«. E8 wird statt ,Kain und Abel" „Der fliegende Holländer" bei gewöhnlichen Abendpreisen mit Herm Wemer Engel als Gast in der Titelrolle, dm Damen Jeritza md Kittel »nd dt» Herren Markoff, Lener uud Gallos zur Aufführmg gefangen. Die für ^Kai« md Abel" gelösten Karten habm zur jIrsatzvorstellung „Der fliegende Holländer" leine Gültigkeit und werden ab-9. d. M., 9 Uhr früh, bis Mittwoch den 4. d. M,, 5 Uhr nachyilttagS, an der Tageskasse, I., Brounerstraße Nr. 1^, zurüchgmommm. An der gleichen Kaffe findet der Verkauf zur Dorsteflyng ^Der fliegende Holländer" zu gewöhnlichen Abmhpreisen statt. Ivden und Jüdinnen! Reklamiert euer Wahlrecht zum Jüdischen Nationalrat für Deutschösterreichl Wahlberechtigt ist jeder Jude ohne Unterschied des Geschlechtes, der sich znr jüdischen Nation bekenne und das 20. Lebensjahr überschritten hat. / Anmeldung znr Eintragung in die Wählerliste im Bureau des RWauatrates: Wien, U., Taborstr. 20 a

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