Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 136 (4.6.1919)
- Date
- 1919-06-04
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979213--01207-2986584- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haiti 1× ep/1044690
OCR text
•iSSäi ÄMttre^Morgenz etturrg '4. Juni 191S' S '' 5?-7 fonfiaflf ÖÖ Tmporreiß'c» Ln die H'öhe, aus dem UrrmV- Kefühl fruchtbarster Verneinung des Bestehende« heraus, «der alS Hmerüpresfen in die Gegebenheit — das ist die Frage. Grundfrage der prachtvollen und höchst« ümg werten Schrift, deren Erörterung diese Z^en enr Das jüdische Volk und seine Jugend D'r. D' ■ :::: ■ -d 5>c 9fi bi: utk :Tb.*) i rr C ul(‘ii darin r'jü'oüpjt, die Lv. zu überwinden, Völr.'v uni>, sondern damit :; nuftrer jahrtauserwjährige« Berufung i: unbedingte SelbstsicherheiL des Mischen ist?.' ist das Grund ge fühl dieses schmalen und ge-!^.a)tigen Buches. Aus einer radikalen Absage au den Geist Europas, der an dem Elend heutiger Erziehung vufgezeigt wftL und der hohen Auffassung von den Aufgaben des Zionismus ergibt sich die Zärknüpfung völlig organisch und Bernfeld wirft die Frage auf: Kann solche Erziehung Vorbild sein für unsere Gegenwart? -^Unsere Gegenwart muß rasch und gründlich Bergangen-- jheit werden. Dies ist Voraussetzung für unsere Zukunft." iUmsturz von Grund: unftrer Gesellschaftsschichtung, unserer Wirtschaft, unseres seelischen Typus ist die Auftzabe. So muß „der heutigen Generation eine jüdische Jugend folgen, die ihr nicht folgt." -Bernfeld weiß, daß diese Revolutionierung im 'Geiste im heurigen Europa nicht gelingen kann und « stellt sein Vach künftiger Erziehung mitten hinein in das künftige Palästina und malt voll mitreißenden Jugendnmts das leuchtende Gemälde einer großen Zukunft, wagt es, beherzt durch das Bewußtsein, daß immer und überall „im Anfänge die Utopie" war, die LmgcLane Tat zu schildern, als wäresie geschehen. sDo zeichnet er, rinn im Tone ruhiger 'Gegerrtvartsschilderung, aus - bereit Flusse es allenthalben wie chrifürchtigos Staunen über die reine Schönheit seiner 'Gebilde ausschimmcrr, höchst plastische Schilderungen vom Mischen Jugendlcbcn des künftigen Palästina und seinen, auf Fürsorge und Erziehung der Jugend sich beziehenden Gesetzen. Die gesamte geistige und körperliche Fürsorge der Jugend von Geburt an bis zum vollendeten zwanzigsten Lebensjahr ist Sache des Gemeinwesens. . Die Sorge für bas Kind beginnt schon vor der Geburt, indem bereits die werdende Mutter ihr Gegenstand wird. Aerztliche und pädagogische Behörden teilen sich in die oberste Gewalt über das Kind, und das Recht der Eltern gilt nur insoweit, als es die Interessen der Gemeinschaft zulasfen, welche diese Behörden zu wahren haben. Jedes Kind hat gleiches Anrecht auf Pflege und Fürsorge, welche un-' abhängig ist von der wirtschaftlichen und geistigen Struktur der Familie. Vom vierten bis zum dreizehnten Lebensjahr wohnen die Kinder im „Kinderhaus", das in eine Unter- und eine Oberstufe geteilt ist. Hier wird der Grund gelegt für die körperliche Erziehung, die Weckung der geistigen Kräfte, alles geschieht ohne Zwang und mit liebevollem Eingehen auf des Kindes Eigenart. Die größte Lernfteiheit duldet keine 'gleichmacherischen Lehrpläne, dafür empfangen die Kinder schon im frühen Alter instinktiv den sozialen Sinn für lebendige Gemeinschaft. Die reifer gewordene Jugend kommt in den „Jugendbereich", eine nach mehreren Tausenden zählende Kolonie junger Menschen, in der es auch Erwachsene tftbt. Die Jugend ist organisiert nach „Jugendbünden", .Gruppen, welche durch eine bestimmte geistige Richtung, Än bestimmtes Ideal zu innigerer Gemeinschaft verbunden sind. Jeder Jugendliche ist zur Erlernung von zwei Handwerken oder eines Handwerkes und einer Wissenschaft verpflichtet. Hier, im „Jugendbereich", wohnen aber auch die Meister und Schöpfer, die Forscher und Künstler und jeder bildet den Mittelpunkt einer Jüngergruppe. Die höchste Autorität im Jugendbereich aber liegt in den Händen jener Männer, ivelche den größten Einfluß aus die Jugend ausüben und von ihr in freier Wahl zum Meister, zuin „Morenu" erkoren wurden. Groß ist die Macht der Meister und des aus ihnen hervorgehendeil Kollegiums der „Väter" nicht nur tm Jugend bereich, sondern im ganzen Lande. Auf solche Weise werden alle Fragwürdigkeiten eines flachen. Dernokratismus durch eilt System innerer Gemeinschaft und Unterordnung unter die geistige Autorität überwunden, wie ja für wahre jüdische Geistigkeit nichts verzeichnender sein kann als das bei keinem anderen.Volke in ähnlicher Weise entwickelte Verhältnis zwischen Meister und Jünger. So gründet sich eine neue Welt «uf ungebrochene und unverbildete Jugend, die nach' den geltenden Gesehen bis zum vollendeten zwanzigsten "Lebensjahr von aller wirtschaftlichen Betätigung frei sein muß. D ieses kühne Bild eines vorwärtsstürnienden Geistes, ^zieht an bem geistigen Auge des Lesers vorüber wie. -eine leuchtende Vision. Die flammende Schrift ist ge- : boren aus dem Glauben an den Geist und seinen iPrimat, ein Glaube, der unser jüdischestes Erbe, ist iünd in unserer Geschichte seine Bewährung findet. Die 'Welt der Materie inag tausendmal die Entwicklung des Geistes der Gemeinschaft und des einzelnen beeinflussen, * aber der absolute Geist kann Herr tverden über die Materie und sie nach seinem Willen formen. Junger Geist weist hier einen Mg, der durch Palästina, nach dem Zion führt, das wir meinen, wib in seinen Zeilen weht der Geist jungen Frühlings. *) Be»lag R. Lvivit. Wien. Der harte Friede.;%>35ec SiaatSkanzler Dr. Renner Wien, 4. Juni 1919. , _ ,. hat den deutsch österreichischen Berichterstatter« m Samt-Germam feine ersten Eindrücke Von dem unS vorgelegtm Friedensentwurf auseinaudergesetzt. Der Stnatskunzler sagte: »Der Fried ensv ertrag volle ndctdie Verstümmelung, welche die militärische Besetzung deutschen Landes durch die Nationalstaaten begonnen hat. Nahezu alle Länder, selbst NiederLsterreich, werden verstümmelt, , das Letztere, indem chm die künftige Wasserstraße der March einfach genommen wird. Alle Bahnlinie«, alle Stratzenzüge, alle Flußläufe werde» verstümmelt. Wo eine blühende Stadt reindentschem Syaraktersich de« fremden Sprachgebieten nur nähert, wird fte einfach annektiert. Die Weltmächte haben den sechs Monate lang einseitig beratenden, beutegierigen Nachbarn einfach ein w e i ß e S B l a 1 t hingelegt. Unsere sämtlichen A l v e n b a 0 ii c n werden zu betriebsunfähigen Sackbahnen gemacht." Nenner meint, die Engländer und Amerikaner würden sich nie zur Unterschrift' solcher IhtiumiolcUcit entschlossen haben, wenn sie sich Zeit und Gelegenheit genommen hatten, die österreichischen Vertreter zu hören. Man werde raschest den Ententeführern klar machen müssen, daß-sie ihren Triumph gefährden, wenn ste Deutschösterreich zur Fertigung dieses Friedens Vertrages zwingen. — Die Ncb erreichnn g des Frirdensv ertrag cs hat unter ähnlichem 8 ereiuonitll stattgefunden wie die an die Vertreter Deutschlands in Versailles. Wieder präsidierte Clemenceau und eröffnete mit einer kurzen Ansprache, worauf er eine Inhaltsangabe des Friedensvertrages gab. Der Text der politischen Bestimmungen bezüglich Italien, der finanziellen und militärischen Bestimmungen sowie über die Frage der Wiedergutmachung soll später übermrttelt werden. Man kann sich nach den bisherigen Proben übrigens leicht vorstellru, was für eine Art von Inhalt diese Bestimmungen haben sollen. Der Entwurf des Friedensvertrages beginnt mit der Aufzahlung der Feinde, denen innere Unterhändler cjegenüberstchen. Ihre Liste ist von gen ttgeuderLänge. Neben den Vereinigten Staaten, England, Frankreich, Italien und Japan findet man hier Belgien, Bolivien, Brasilien, China, Kuba, Ecuador. Griechenland, Guatemala, Haiti, Hedschas, Honduras, Liberia,. Nicaragua, Panama, Peru, Exoten, mit denen Oesterreich kaum jemals irgendwelche Berührung hatte und deren Liste eher an ein Markensammleralbnm gemahnt. Dann kommen, Rumänien, Serbien, Kroatien-Slawonien, die Tschecho-Slowakei: und auch Polen fehlt natürlich in der Liste nicht, dasselbe Polen, dessen galizische Vertreter im österreichischen Parlament durch die beständige Betonnng des Gegensatzes gegen Rußland den Kriegsgeist vordere itet und gestärkt haben, während des Krieges das luntigsie Dnrchhaltertum verkörperten und' 'so lange die Sache der Mittelmächte gut stand, die getreuesten Paladine mimten. Die Rede, welche Renn er bei der Ueberrcichnng der' Friedensbcdingnngen hielt, war würdig und angemessen. Er wies daraus hin, daß es ein neuer Staat sei, den er vor den Alliierten vertrete. Die Republik habe d i e* s e l b c Ent st e h u n g s g e s ch i ch t e, wie die anderen Nationalstaaten und sei ebensowenig wie diese der Nach sto l g e r d er M o n a r ch i e. Es könne nicht bestritten werdm, daß es dein.Völkerrecht widerspräche, zu behaupten, daß zur Tilgung einer von einer'Nation bereits eingegangenen Berpflichmng eine Veränderung ihres politischen Regimes oder ein Wechseln ihrer leitenden Persönlichkeiten genüge. Daher müßten alle Gebiete und Bevölkenmgrn der früheren Monarchie insgesamt die Verantwortimg für die Folgen des Krieges• tragen. Rentier schied streng zwischen den Tendenzen der reaktionären Monarchie und. denen der österreichischen Republik, welche als solche n i e m ä l s einen Krieg.erklärt und geführt habe, niemals mit den Nationalstaaten in Kriegszustand gelebt habe, welche jedoch in Paris eine ganz andere Rolle cinnehmcn. Er wies hin auf die Leiden und Entbehrungen, die trotzdem zu keinerlei Blutvergießen geführt haben. Die Republik sei eine Stütze friedlicher und organischer» sozialer Entwicklung in Zentrum Europas geblieben und werde es auch weiter bleiben, wenn ihr ein gerechter Frieden die wirtschaftliche Exisienzmöglichkeit wiederaibt. Der Eindruck der bisher vorliegenden Teile des FriedensclaborateS für Dentschosterrelch ist der, daß dieses völlig einseitig nach den Wünschen der Nationalstaaten zurechtgezimmert wurde, welche ans ihrem Schein beharren und als neue Verbündete die Rücksichtnahme der Entente erzwingen. Dies geht auch aus den Sonderbestimmungen iür die abgetr.enuten Gebiete der Monarchie hervor, besten Artikel 48 Oesterreich die Verpflichtung nuserlegtdie Angehörigen der Monarchie, welche 'die Staatsangehörigkeit in einem der Nationalstaaten besitzen, wieder in den Kesitz ihres, Eigeutüms, ihrer Rechte und ihrer Interessen in Österreich einzusetzenwelche von alten seit November 1918 emgeführten Belastungen frei zu sein haben. Die Guthaben sollen in der Währung des Staates, welchem der Zahlungsempfänger angehört, rückerstattet werden. Gleich nach Bekanntwerden der Friedensvorschläge trat gestern abends der K a b i n e t t s r a t zusammen. Die Beratung konnte zu keinem abschließenden Ergebnis geführt werden, da ihr ein «och unvollständiger Text vorlag. Doch war man sich in ü b e r e i n st i in m e n d. c r Weise darüber klar, daß diese ' Bedingungen unmöglich und undurchführbar seien. Renners Rede hat «ach den Berichten der Pariser Presse einen im allgemeinen günstigen Eindruck gemacht. Sein Standpunkt, Oesterreich neben die übrigen Sukzessionsstaaten in .eine- Reihe zu stellen, findet natürlich bei den tschechischen Delegierten starke Ablehnung und sowohl K r a m a r s ch als B e n e s ch bedienen sich der Pariser Presse, um Renners Aenßernngen im tschechischen Sinne richtigzustellen. Jnterestant ist, daß der tschecho-stowakische Außenminister Benesch im „Matin" Dmtschösterreichs Loyalität mit den Hinweis auf das neue Agrargesetz anznzwei« kelu sucht, aus dem nur O e st e r r e i ch 11 deutscher Volkszugehörigkeit Vorteile ziehen sollen. Ein neuer Beweis für die ebenso schädliche als törichte Politik, von der zahlreiche llnverbessecliche bei uns nicht lassen wollen. Selbstverständlich ergeht sich die Prager tschechische Presse in lautem Jubel. Die. Tschechen haben allen Grund dazu, sind doch alle ihre territorialen?lnspräche selbst mit nachträglichen Korrekturen an . den Grenzen Niederösterreichs restlos anerkannt worden, so wird zum Beispiel Hohenau tschechisch und damit die einzige Zucke rt a b r ik, die wir noch hatten; ebenso der Bahnhof G m iin d. Auch die Führung eigener Z ü g e über P. r t f; b » r g— F i u m e und' B u d w e i s—L i n z—T r i e st wird ibuen ringeräumt, ebenso Post- und Trlegraphcnlinien über unser Territorium. Das gleiche gilt von den MmoritätSforderwitzen ihrer dcutschösterreichnchen Volksgenossen. An den Ttichechen wird cs sein, zu zeige«, daß der Erwla sie nicht verblendet. Alle Freigebigkeit der Entente, die diesmal ans Kosten des deutscher' Elements erfolgt, wird ihnen , nichts nützen, falls nicht ein« wirkliche freiheitliche Politik der. Mäßigung bei ihnen platzgreist - lieber beit Friedensvorschlag der Entente wird abschließend erst zu sprechen sein, bis er in alle« seinen Teilen vorlicgt. Nach dem bisher Bekannten stellt-er sich als ein Flickwerk dar, dar J auf die Leben s m ö.g l i ch k e i t e n D euts chö st e r r e i ch s k e in e.riet Bedacht nimmt. De, , freie Transit «ach der.Adria soll uns so ziemlich als einziger Aktivposten, auf verkehrspolitischeM Gebiete bleiben. Doktor Renner soll eine Z n s a m m e u k u u f t mit D r. B au er in Feldkirch haben, um sich über das künftige Verhalten zu verständigen., Die Hoffnltng ist nicht groß, daß' es Renners Geschicklichkeit gelingen wird, die Ansprüche der Natioiralstaateu unt den gerechten Forderungen unserer Republik in Einklang zu bringen. Deutschöftcrreich soll die Kriegsschulden zahlen. ' ’ Wie das 1 scüccho - slo wakische P r e ß b u 11 a » meldet, sind im Vertragsentwürfe folgende Bestimmungen vorgesehen : Oesterreich verpflichtet sich, s a m t l i ch e Lasten der. Erhaltung des Besatzvngsheeres auf seinem Gebiete seit Beginn des Waffenstillstandes und während d e r O p e r a 1 i o n 8 d a u e r zu decken und diese Lasten werden die erste Hypothek ans seine Einnahmen bilden., Die Lasten der W i e d e r a u s r r ch t u n g werden die zweite Hypothek bilden, soweit der ZahlmigSvorrang nicht dem Transport von Waren, welche die Berbündcteil als notwendig erachten, zuerkaunt wird. Bis zum 1. Mai 1921 wird die österreichische Regierung weder eine Goldanssuhr vornehmelt noch gestatten, ebensowenig dir Benützung von Gold ohne vorherige Znstimmwlg vrnt Vertretern der Alliierten in der Kommission für die Wiederaufrichtung. Jeder der ans drm Geblcte der ehemaligen ö st e r r e i ch i s ch - u n g a r i s.ch c n M o n--' a r ch i,e entstandenen S t a a 11 n, daher auch Oesterreich, wird e i n e n, g e w i s s e n T e i 1 der äste rr ei ch i s chen V o r k r i e g s s chulden ii b e r n e h^m en. und zwar gegen die Verpfandung von Ei s e u.- bahnen u n d S a l z b e r g w e r k e n, wie sie im August 1914 bestanden. Ied er, der a u f d e im G e b i e t e de re h e » m a l r g e ii ö st e r r e i ch i s ch - u n g a r i s ch e u M o n*, arch i e entstandenen neuen ' S kante u, O e st e r r e r ch a u s g e n o m m e u, w i r d v o n a l l e n> Verpflichtungen betreffend die Kriegsschuld d e r e h c m a l i g c u o st e r r c i ch i s ch - u n g a r i s ch en R e - g i ernn g b efr ei t. Die Kri egsschulden der österreichischen Regierung im Auslände werdear ans die österreichische Regierung übertrügen und keineswegs auf die anderen Staaten. Der Schrrtz der Minoritäten. Der Entwurf des Fricdcnsvertrages mit Deutschösterrcich enthält folgende Bestiliurluiigeii über den S ch n tz d e r Min o« r i t ä t e n. Teil Ul. . Artikel!. Oesterreich verpflichtet sich, seiue Eiurichümgen mit den Grundsätzen von Freiheit Und Gerechtigkeit in Einklang zu bringen mid> allen Einwohneru seines Gebietes deren Genus; zu sichern. In dieser Einsicht erklärt Oesterreich, sich mit de« alliierten und assoziierten Mächten im Einverständnis.darüber zU befinden, daß J rer m g e g e ino ä r t i g e n A bschnitte a nferleMe n B c r p f l i ch t u u g e n i o l ch e v o « i n t er n a t r o n a l i m B e l an g e s r n d., s iH' w e l ch e! die Znsi ä ndi g hi i f- - d i m iVölkp'rb u « d e g e b ü h r t.. '• . "• v r ■ Artikel 2. O e fl: c r r e ich v e r P f lichte t s i ch. a l l e n s e i u e n E r n w v h n c r n o h n e.Un tersch ied von Geburt, N a t i o u a l i t ä t, S'p r a ch e, R a s s e oder R e l i g i o n v o l le n u n d v o l l st än d i g e n S ch n tz v o u L e b t u n n d F r e i h e r t zu s i ch e r n.. Alle Einwohner von Oesterreich solletr das Recht Habens össmtlich oder privat jede Art von Glauben, Religion oder" Bekenntlns frei zu üben, sofern deren'Uebuug nicht mit der öffentlichen Orduung oder mit den guten Sitteir in Widerspruch sieht. Artikel 3. Alle österreichischen Staatsangehörigen ohne Unterschied der Rasse, Sprache^ und Religion sollen gleich lein Hoi dem ° Gesetze und dieselben bür g e r l i ch e n und politischen R e'ch t t* genießen. ■ , r ' - - Unterschiede in Religion, Glauben oder Bekenutnis sollen keinem /österreichischen Staatsangehörigen in Dingen nachteilig sein, die sich ans den Genuß der politischen und'bürgerlichen Rechte beziehen, wie zum Beispiel Znlaffuntz zn öffentlichen Anstellungen, AkNitern und Ehrmstellen oder die ÄusübrrNg von- Gewerben oder Jnduürie. Keine m v st r r r e i ch i s ch e n St a >r t s a u g zh ö r i g e n d ü r f e n B e s ch r ä n k u tt g e u a>tf er 1 egt werdeni ni freien H c b r a Ncherrgc n d welcher S p r n ch e, i itt p r i.'v a t t'N ' V erke h x c, i in ,g Vs ch östlichen Leben, im K r r ch e n d i e ust e, ru der Presse, in öffentlichen Schriften i Ygeudwelch e r A r t o'd e r i n ' v f f'e n t l r ch e n Vers a m m l n n g e u. Vorbehaltlich irgendwelcher Verfügungen der österreichischen Regierung in bezug ans S t a-^ü .t 8-- u n d Amtssprache soll nichtdeirtsch sv'recheuden öfters reichischen Staatsangehörigen ein angemessener Gebralich in ihilir Muttersprache in Wort und. Schrift vor den, "Gerichteu gestattet sein. - Artikel 4. Ocsterreichische StaalsangehLrige, die nach Raffe, Religion oder Sprache eine Minderheit im Staate bilden, habe» auf dieselbe Vchandlnug und dieselbe Sicherheit in Recht nud täglichem Leben Anspruch ivie die anderen öüerreichlscheu Staats angehorigen; insbesondere sollen ste dasselbe Recht wie diese haben, ans ihre, eigenen Kosten Wohltätigkeits-, religiöse und gesellschaftliche Einrichtringen, S ch n lo d e r a n d e r e E rz i e h n n g s a n st a l t e n z u errichten, zu verwalten und zu beaufsichtigen; sie sind dabei berechtigt, ihre Mnttcrsprache zn gelMricben und ihre Religion frei zu üben. Artikel 5. In Stadien und Bezirken, 'in welehen eine beträchtliche Anzahl" von nichtdeulich sprrcheudeu österreichischen Staatsangehörigen sich aushält, rst in den ö f f e n t l i ch e.« E r z r e h u n g s a u st a l t e u Bors o r g e z u, t r e f -- f e n, d a ß d e r e n K i n d e r d en II n t c r r i ch l in i b r e r M u t t« r s p r a ch e in a n g e m c s s e n er^ Weise genießen könne u. Weuu sich unter den Einwohnern von Städte>i und Bezirken narb Raffe, Religion öder Sprache beträchtliche Minotttäteu bestndeu. so ist diesen fln allen Bet r ü g e nein a'rrg e m e s s e n e r T e i l z il z u w e i s e n und zur Verwendung zu überlaNen. die für Erziehnngs-, religiöse und WobltäUgkeitS» zwecke ans ösfemlichen Fonds des Staates, der Gemewden oder aus anderen öffentlicheir Vermögen zttstleßm. Artikel 6. Durch die Bötschriften über den öffentlichen und privaten Unterricht in. uichtdeukich sprecherldc» Städten und Bezirken.wird die Befugnis der östcrrcischen Regierung nicht ans-