Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 136 (4.6.1919)
- Date
- 1919-06-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Jtt 135 Wien, Mittwoch Wiener Morgeuzertsmg 4. 2uni lZ19 DaS « gesehen und waS er verlangt, weiß niemand. Nur »Gute Juden* behaupten, daß er zu viel verlangen wollte — und man ihm daher zu viel gezeigt hatte, so daß er ob der Größe deS Gesichteseine Sprache verlor. Dennoch habe er mit dm bloßm Grdanlm viel erwirkt. So habe er viele boße Verordnungen vereitelt Md eine große Epidemie verhütet. Und auch die »Nichtguten", die sich bei der Wasiermühle aufzuhalten Md insbesondere die Frauen zu schädigen pflegten, sollm seit damals verschwunden sein. Don seinm eigenm Worten berauscht, hielt der Nebbe ein wenig inne und vertiefte sich in die wundcrsanie Welt, die er heraufgezaubert hatte. Wir alle atmeten tief uiib blickten erwartungsvoll zum altm Reb Elchanan empor, der mit seiner vergilbten, durchfurchten Hand seinen silberweißen Bart glättete. Nach einer kleinen Pause fuhr er fort: »Erst später, viel später wurde mau desien gewahr, welch harten Kampf er mit dm bösen Machten besiandm halte. Zu jmer Zeit lebte im großen Kloster, da8 jmscitS des Bugs sieht, rin gelehrter Mönch, der in der Kabalah ungewöhnlich bewandert war. Und als er in Erfahrung brachte, durch Zauberwerk wahrscheinlich. waS eigentlich Rabbi Jrzchak erwarte, fing er sofort an, ihm nachzuahmen. Nur, daß sich Rabbi Jizcha der guten Kräfte bediente, während der Mönch mit den Scharen des Bosen verbündet war. Und lange währte es, bis er ihn endlich besiegte. Als man eines Tages in das Glo-ckenhaüs kam, fmd man den Mönch an Händen und Füßen gelähmt vor. Später, als er auf das Grab R. Jizchaks um Dispensation schickte, wurde ihm die Kraft der Hände wieder verliehen. Die Füße konnte er aber zeitlebms nicht mehr bewegen. -Habt ihr jemals in den hellen, lauen Srphirahnächten aus dem dichtm Gebüsch des Klosters ein herzbewegmdeS Singen vernommen? Manchmal weint es, daß es die Seele packt und manchmal ist rS ein Jauchzen und Schmettern, daß eS eine Freude zu hören ist. Gnie Juden behaupten, daß das Vögelchen, dem wir dies wunderliche Singen verdanken, «ine »Nachamah artilaith*, eine jener unglücklichen, ewig im Weltraum herumirrende« Seelen ist, die Rabbi Jizchak bei seinem Tekummverrichten zu Hilfe kommen wollte. Der böse Mönch sing sie.aber m ihrem Himmelsflug auf und verwandelte sie in ein llemes, graues Bögelchen, das allgemein Mter dem Ramm »Nachtigall* bekannt ist. Wenn die Zeit der Sephirah wiederkehrt, erinnert sich die arme Seele, ihres Unglücks Md weint und schluchzt, daß cZ dem Hörer Tränen in die Augm zwingt. Manchmal aber erstarkt ihre Hoffnung, daß bald em Zaddik kommen werde, der sie endgültig aus ihrer Gefangenschaft befreit, 'dann ertönt jubelndes Jauchzen und Schmettern. . Der Rebbe schwieg. Draußen war die Sonne ganz verschwunden, nur dort, weit, weit, wo Himmel und Erde einander begegnen, erglänzte noch ein fahler Lichtschimmer. Und mir war es, als sei dies der „Ner hatamid", das »ewige Licht* im göttlichen Wrlttempel, das die himmlischen Engel für die alten großen Heiligen äuge- . zündet.... Und ein heilig-ehrfurchtsvoller Schauer durchrieselte meinen kleinen kindlichen Körper.... ® Dies ist die Geschichte, die mir mein alter Rebbe Jochanan Melamed von Rabbi Jizchak, dem Seher, erzählt«, wie er einst Schowuoth bei Nacht den Himmel sich teilen sah. Biele Jahre sind seitdem verflossen — nnd trotzdem klingt mir noch heule seine warme Stimme warm im Ohr. - Solche Kraft war dieser Geschichte verliehen ... Anitta Müller. Sonntag hat sie 750 jüdische Kinder in die Schweiz geführt. Wie sie den Elsenbahnzug abschritt, nach einem gewaltigen Stück Arbeit in gesammelter Tatkraft die letzten Anordnungen treffend, vergaß ich über dieser Frau die jubelnden blaffen Armeleutkinder Md das treffliche Unternehmen, denn niemals habe ich c3 so deutlich an diesem Frauenantlitz abgelesen, in daS die Zeichen: Verantwortung, Pflicht, Hingabe eingegraben sind, niemals offenbarten mir diese jungen, in der Erfüllung des Werkes streng gewordenen Züge so sehr, daß Anitta Müller da8 erwachte Gewissen der Westjuden ist. Seit jener ersten TagMg der jüdischen Jugend im Arlvnsaale, an der sie teilnahm, plötzlich daS Wort ergriff und in bebender Erregung ihr Bekenntnis zum Volk und zur Tat für daS Volk ablegte (jetzt hat sie keine Zeit mehr für Gcfühlsergüffe), dient sie der Judenheit, dient sie, dient sie mit einer unerhörten Kraftanstrengung, mit einer demütigen Inbrunst, daß man stumm wird, wenn man in ihre Nähe kommt nnd sie walten sieht. Das Gewissen der Westjuden! Furchtbar die Zerklüftung, trostlos die seelische Verlassenheit, tragisch die Schuld am Abfall imd Zerfall. Aber so hart das Schicksal, so groß die Schuld bcr Westjuden ist, — so stark ist die Stimme ihres Gewissens, die auS Anitta Müller spricht. Ich glaube daran, daß diese Frau die ganze Wiener Judenschaft nnd, sobald die Welt offensteht, das ganze westliche Judentilm mitrcißen wird. Ich kenne ihre sonstigen menschliche« Eigenschaften zu wenig, aber mich dünkt, daß diese Frau edelsten Wesens ist nnd vermöge ihrer organisatorischen Riesenkraft berufen, ein Stück Erbe Theodor Herzls anzutreten, dazu noch das wichtigste: Die jüdischen Frauen dem Volke zurückzuerobern. Nicht nur die westjüdischcn, sondern alle, auch die ostjüdischen, wie Herzl vom Westen kam und im Osten Wurzel schlug. DaS Schicksal lasse sie nur ihre seltenen Kräfte entfalten, eS gönne nur dieser blutjungen Frau kurze Pausen der Ruhe und Sammlung in der Emsigkeit des Schaffens, damit die Hochbegabte den ganzen weilen Horizont der Judenfrage überblicken kann, eS gebe ihr nur baldigst die Gelegenheit, die Macht ihrer Persönlichkeit in allen Zentren jüdischen Lebens und jüdischer Not wirken zu lasten. Es ist ein FeiertogSwunsch, ausgesprochen für die Enterbten, Geknickten, Verlassenen nnd Irrenden: Möge die Hand der Borse-Mg schürend ulhen über dem schlichten, blonden Scheitel dieser $w«. _ Otto Abel es. Die Vision einer Mutter. Bon I. L. Perez. Ans dem Hebräischen übertragen von M. F. Ms bas Kind zur Genüge gesogen hatte und satt war, erblühten seine Wangen wie die Feldrosen nnd seine Wimpern schlossen sich. Die Mutter betrachtete ihr Kind mit maßloser Glückseligkeit nnd küßte es ganz leise. Dann legte sie er behutsam in die Wiege und setzte sich zur Seite. Mlmählich schlief auch sie ein. . Plötzlich schrak sie auf. Einen Engel sah sie beim Kopfende ihres Kindes steheir. Da weinte die Mutter. Dieser ist gekommen, mir meinen Sohn wegzunehmen! Aber kein Wort entrang sich ihrer Brust. Sie verstummte vor plötzlichem Schrecken. Doch der Engel erriet die Gedanken der Fran und er sprach zu ihr mit seiner Harfenstimme: „Nicht deinen Sohn zu holen, bin ich gekommen." Da weinte die Frau neuerdings. „Ein Waise wird mein Kind sein," dachte sie, „eine mutterlose Waise. Denn ich habe einen Gottesengel gesehen und werde sterben." Aber auch diesmal erriet der Engel ihre Gedanken und tröstete sie: „Auch du sollst) nicht sterben! Ich bin ein Engel der Verkündung Md zu deinen Sohn bin ich geschickt." Nnd als jetzt die Frau ihr Kind betrachtete, da strahlte sein Gesichtchen vom Abglanze der Flügel des Engels und seiner klaren Augen. Und der Engel verkündete: „Dieser dein Sohn soll groß werden und er wird ein Prophet sein!" Aber die Frau verstand nichts von den Worten des Engels. Sie kniete daher vor ihm nieder und flehte: „Verzeihe gnüdigst einer unwissenden Frau! Ich weiß nicht, worin das Recht eines Propheten besteht." Worauf der Engel antwortete: „Der Prophet hat kein Recht! Er sucht es erst!" Rätselhaft sind mir deine Worte," sagte traurig die Fra«. Und sie bückte sich neuerdings und fragte: „Sage doch deiner unwissenden Magd: Was ist die Beschäftigung eines Propheten? Baut er etwa große Paläste oder starke, bis in den Himmel ragende Burgen? Oder erschließt er vielleicht Bergwerke? Oder bahnt er neue Wege ober wird er gar ein großer Arzt sein?" Als der Engel diesmal antwortete, entquoll eine Träne seinen Augen. „Der Prophet zerstört und baut. — Hier unten Nus der Erde zerstört er und baut sein Reich dort oben in den Himinelsregionen . . . Neue Wege bahnt er zwar, aber Eisen verabscheut er. Und führen seine Wege nicht über diese Erde: Geistige Wege bahnt er, für Menschen, die geisttge Schwingen haben ... Auch das Graben gehört zur Beschäftigung des Propheten, wie du wohl sagtest, nur grabt er nicht in den Bergen und auch nicht «tit einer Hacke: in den Herzen schürft er, und Feuer fördert er, göttliches Feuer! — Auch Wunden schlägt der Prophet, er verwundet Seele «nb Herz, er heilt aber zugleich kranke, gebrochene Seelen." Da weinte die Mutter bitterlich. ,O, wie unglücklich bin ich! Du sprichst von meinem Sohne und seinem Lose nnd ich verstehe nichts davon!" Und sie bückte sich neuerdings sehr tief und sagte: „Und was wird der Lohn meines Sohnes fette? Vielleicht verstehe ich wenigstens das?" „Steine!" antwortete kurz der Engel. Und ein Freudenschimmer zeigte sich in dem Auge der Mutter: „Groß wird mein Sohn sein! Und er wird nicht mit Geld bezahlt werden, wie etwa ein Arzt ober der Baumeister. Sondern mit Steinen, mit teuren kostbaren Edelsteinen." Der Engel sagte aber mit trauriger Stimme: »Keine teueren, keine kostbaren Edelsteine. Sondern einfache Feld- und Kieselsteine." - „Du treibst, o Engel Spatz mit mir! Erbarme dich doch meiner und rede deutlich zu einer einfältigen Frau." „Der Prophet wird gesteinigt werden, weil er Prophet ist!" Da schrie die Mutter wild auf und fiel in Ohnmacht. Als sie erwachte, war der Engel verschwunden. Das Gesichtchen des Kindes aber strahlte noch immer. Das Zion der jüdischen Fugend. Bon Artur Freud. Die Jahrtausende menschlicher Geschichte, dis man in Altertum. Mittelalter und Neuzeit einteilt, sind, am Maßstabe des Absoluten gemessen, ein einziges Kapitel menschlicher Kulturlosigkeit. Men diesen Epochen ist bas eine gemeinsam: Immer wieder standen einzelne Persönlichkeiten auf, die mit der Macht ihres ins Unbegrenzte langenden Idealismus, mit der Schwungkraft ihrer hohen Gedanken die Zeitgenossen empvrznreißen suchten. Immer wieder scharen sich Jünger nm den Meister als Fortsetzer oder Künder seiner Idee, immer wieder flackert die reine Flamme in einem Volk, in einer Menschengruppe für eine Weile auf, aber ttnmer wieder wird sie durch die dunkle Schlacke des dumpfen Beharrungs trieb es, die den Massen entströmt, zuin Verlöschen gebracht. Immanente Tragik der Geschichte: ewige Tragik des Ideals, daß es Ideal bleiben muß und im besten Falle sein verblaßter Abglanz Verwirklichung erfährt. Daß dem so ist, daß das Trägheitsmoment im Völkerleben sich stets noch stärker erwiesen hat als die Dynamik des Idealismus, ist -im Wesen der Menschen selbst begründet: alle irgendwie gefellschaftgestaltende Masfenaktivität ist bisher das Produkt gereifter Menschen gewesen, die die Stufe der , Jugendlichkeit bereits überwunden haherr,. wenn sie Sette ® ’ --—4 jemals wirklich jung waren. Der Geist eines vmbt* dingten und durch keine Rücksicht auf Realität gehemmten Idealismus ist nur in der Jugend heimisch^ und schöpferische Gedanken werden von jenen geboren« denen das Gnadengeschenk beständiger oder doch über die normale Dauer gesteigerte Jugendlichkeit geworden ist. Die Jugend aber ist der natürliche Resonnauz-.' boden für die Ideen der Schöpfer. Wirkliche Erhöhung der Gemeinschaftskultur ist also nur möglich, wenn eine wirkliche Jugend geschaffen wird, deren reiner Kultnrwille so stark und ungebrochen ist, daß er hinaus-- strahlt über die naturgegebene Sphäre der Jugendlich-' feit und seine Kraft erweist über eine immer größere Zahl der Erwachsenen. Künstliche Streckung der Jugendlichkeit durch die Selbftherrlichkeit des Geistes soll die, Grundlage erhöhter Menschheitskultur schaffen. Jugend, also ist das Fundam ent aller, künftigen Kultur und wirkliche Jugend schaffen — das ist das ganze Geheimnis^ der Schlüssel zum annoch versperrten Tor der Zukunft^ hinter dem ungeahnte Möglichkeiten schlummern. Unter solcher Auffassung rückt die Frage der Er-, ziehung in den Brennpunkt alles Kulturschaffens.. Jugend kann nur durch Erziehung erstehen. Das heutig? Europa hat keine Jugend, es verfügt nur über junger Mensche«, welche die Sehnsucht nach Erwachsenheit erfüllt, die darauf brennen, „groß" zu werden und ihre bevormundete Jugend als Fesseln empfinden, ohne sich ihrer Gnade bewußt zu sein. Die einzelnen Jug-eudlichen, in denen wahrhaft idealer Geist webt, werden! bald durch den Druck des Alltags verbogen, in den sitz europäische Erziehung nicht rasch genug hinauswachsen: lassen kann. Jugend jedoch stellt in Wirklichkeit eine völlig autonome Kategorie dar. Sie ist keineswegs ditz Vorstufe künftiger Erwachsenheit mit allen noch unentwickelten rudimentären Anlagen einer solchen, ist Jriefc mehr in ihrem ganzen Wesen von der Erwachsenhettsstufe durch ihre innere Art völlig geschieden. Ebenso: wie die körperlichen Proportionen des Kindes und des jungen Menschen durchaus eigene sind nnd keineswegs das verkleinerte Abbild des Erwachsenen Zeigen, so ist auch der jugendliche Geist durchaus eigenen Gesetzen; unterworfen. Der Jugend ist der Sinn fürs Ideale, der Glaube an den Geist, der schrankenlose Drang nach Verwirklichung eigen, und diese Kräfte zur Entfaltung! zu bringen, wäre die Aufgabe der Erziehung. Eine;' solche gibt es nicht, hat es bis ans vereinzelte Ansätze im Altertum vielleicht, nie gegeben. j Im Wesen der Pädagogik liegt es, daß ihre letzter^ Bestimmungen von außen kommen. Die Erziehungslehren der großen Denker treten in den Dienst ihrer; letzten Ziele; einer großzügigen Weltanschauung entwachsen, ist die Pädagogik der Philosophen das Mittel zur Verwirklichung ihrer Idee von der Welt. Ist den Meistern die Erziehung ein Weg zur allgemeinen Revolution der Werte, so schwebt hingegen den Körnern von heute in der hilflos beschränkten Selbstsicherheitt ihres Gefühls vom Gegenwartszustand der Kultus nirgends der ideale, immer der empirische Mensch Augen. |i Die vorherrschende Gesellschaftsklasse einer je-: welligen Kulturepoche schafft sich ihre ihr gemäßes: Erziehungsideale. Das selbstverständliche und uuausgesprochene Ziel aller bisherigen Erziehung ist das! Anähneln der Jugend an den vorherrschenden Typus! der jeweiligen Erwachsenheit. So ist Erziehung, daß Jugend in das Prokrustesbett einer ihr wesensfremden; Forderung gespannt wird. Heute lautet sie, nützliches! Glied der bürgerlichen Gesellschaft zu werden. ' \ Ein solches Ziel ist nur durch Anpassung' arr die Normen der Gesellschaft zu erreichen, welche Kompromiß fei irdliche, idealistische Eigenbrödter instinktiv als! ihre Todfeinde empfindet und aus ihren Reihen stößt< Nur die Bewährung in der gegebenen Gesellschaft vermag zum Erfolg zu führen. Ist also Erfolg m der! europäischen Gegebenheit das letzte Erziehungsziel und! der Weg hierzu die Anpassung, so ist damit gleichzeitig aus gedrückt, daß die heutige europäische Erziehung, der ein sehr relatives und verschwommenes Kultur-ideal vorschwebt, den Zustand der Menschheit nicht umzugestalten vermag. Sie kann es schon darum nicht,, weil sie es nicht will. Und der Erfolg, den sie meint,, drückt sich nicht etwa in geistigen, sondern in wirtschaftlichen Maßstäben aus. Da nun diese Bewährung vorwiegend wirtschaftlicher Art ist, so strebt' alle Erziehung darnach, die Jugend möglichst früh ins! praktische Erwerbsleben hinanszuftellen, um sie so rechtzeittg für den „Kampf ums Dasein" zu ertüchtigen.: Ganz abgesehen davon, daß es eine Erziehung der Allgemeinheit schon darum nicht gibt, weil deren höhere Stufen nur dem Keinen, bürgerlichen Teile der Gesellschaft zugänglich sind, wird die Beeinflussung der Jugend' in ihrem wichtigsten, fruchtbarsten und entscheidendsten, Stadium meist abgebrochen, dem Pubertätsalter. j Alle reformistischen Methoden landläufiger Pada-! gogik bewegen sich in einem engen abgeschlossenen Kreise, der - völlig außerhalb unseres Problems liegt; man sucht die Methoden zu verbessern, operiert mit angewandte Psychologie, reformiert Lehrbücher und Lehrpläne, sucht die Mechanisierung des Unterrichtes durch Selbsttätigkeit zu ersetzen und sieht, solchem Tun hin-; gegeben, der kleinen Teilerfolgs froh, die Größe fce$j Problems nicht: der besonderen großen, wunderbaren! und unberührten Welt der Jugend ihre eigene Gesetz-' Mäßigkeit, ihre erwachsenheits-weltferne Insel zu lassen, auf daß <tu§ solcher Freiheit, durch wirklich jugendkundige, des großen Zieles bewußte Erzieher gelenkt» höhere Memsch.lM fick) verwirklichen WäMW