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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-27 · Heft 128 (27.5.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 128 (27.5.1919)
Date
1919-05-27
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 128 Wien, Dienstag bt*aB«rjrr Wiener Morgenzeitung 27. Mar ISIS Sette S Politische^rmdschau. Die KsmMssioNen Les Friedens. Der Pariser „Motu," veröfsentricht die Liste der für b-err FrjedelrLsbfchluß vorgescherrc« ^.ouimtffcottcat der Alliierten und Affo'.iierttn, solvcit ihre Gründung bisher beschlossen worden ist. Mit der nachfolgende»» Liste ist die Gesamtzahl b$efec KomMissiouen keineswegs erschöpft» da auch die SDHttet» rufichte und die Neutralen solche Kommissionen zmn Sttdinn» der Spezialsrage« schassen müssen. Die .bisher festgcscchlen KoWWMEn sind: 1. Eine itttenmlii.unle Kommission zur Festsetzung der neuen deutsch-belgischen Grenze. (Artikel 46 veS Friedens- Vertrages.) 2. me internationale Aornmisstvu zwecks Festsetzung der Grenze» deZ SaarMÜieies. (Artikel 48.) 3. Eine intemationale KomtnWon zwecks Festsetzung der zukünftigen RegiemitgSkorm des Eaargebietes. (Paragraph 17 des Anhanges zum Artikel 60.)! 4. Eine iuie'nationale zentrale Rheinkoiiimlssion (Artikel 65.) 5. Eine internatioirale Kommission zwecks Festsetzung der neuen Grenze zwischen Polen und der Tschecho-Slowakei. (Artikel 83.) 6. Eine inicrnaiionalc Komlnission zur Negierung Jener Detke Ostpreußens, die der Volksabstimmung unterivsrfen werden sollen. (Artikel 85.) 7. Eine SPeKialkommission zur Verwaltung der Gebiete von Marirnwerder, Atubm und Rosenberg, der Volksabstimmung unterworfen. (Artikel 97.) 8. Eine VerwollungSkoin Mission für Memel. (Artiw SS.) S. Ein« Kommission zur Festsetzung deS Gebietesum Danzig. (Artikel Ivo.) lv. Eitw Kommission zur Verwaltung des Dnirsiger Gebietes (Artikel 103») 1-1. Eine Kommission zur Verwaltung des der Bolksübstimmung unterliegenden schleSwigschen Gebietes. 12. Eine Kommission zwecks Festsetzung der neuen deutsch-schlcswigschen Grenze nach der Abstinrmung. 18. Eine Konunission zwecks Kontrolle der deutschen Waffenerzeugung. (Art. 304, 5MB, 308.) 14, Eine Kontrollkommission für die Ausführung der die Marine betreffenden Bedingungen. (Artikel 318.) 16. Eine Grabkommission. (Artikel 255.) . 16. Eme WiederMmachungskornniission. (Paragraph - des Anhanges LL ZU Artikel 2443 17. Eine Elbekoimnission. (Artikel 340.) 18. Eine Oderkonmnsfion. (Artikel 341.) 19. Eine Memelkomnnssion. (Artikel 342.) 20. Eine Donaukomuusfion. (Artikel 347.) 81. Eme UntersnchmtgSkommisston deinternationalen Arbeiteröureank. Ironisch btmerkt der „Matin" zn dieser Liste: Wenn man hört, daß eine Frage einer Koiriwission des Parlamentes überwiesen morden ist. Hort man meistens nichts mehr von »hr; hoffen wir, daß es Ntit diesen Kommissiovru nicht ebenso geht. Die Wiener Presse und die Tschechenfrage in Wien. Die Vorgänge in der Landesversammlung und im Gemeinderate haben die Wiener Blatter veranlaßt, die Wiener Tscheckensrage prinzipiell zu behandeln. Man kann nu? den Unverstand, die politischs Unreife und Rückstä»»digkeiL, die in diesen Blätttrstintmen zutage treten, tief bedauern. Die Zerren haben wirklich nichts gelernt und nichts vergössen. MUS allert diesen Aeusrerungen — die '„Arbeiter-Zeitung" nickt aitSgefcklossen, welche ja bekamitttch schon die Wahl tschechischer Abgeordnete« zornig alS Ausfluß reaktionör-cha»»vuristischer Gesinnung registrierte — lugt rnehr oder minder daS alte UeLel: „Rationale Gewalt- und Alleinherrschaft" hervor. Der deutsche Charakter Wiens ist den christltchsozmlen, d<utschnntionalen. liberalen und auch sozialdemokratischen Polttitftn gleichbedeutend bamlt, daß in dieser Stadt ein Aaiional»täte»»recht für Minderheiten überhaupt nicht existieren darf. Läßt sich aber das Recht nationaler Minoritäten heute noch beugen- Und wird der deutsche Charakter Wiens undDeutschösterreichS wirklich dadurch berührt, haß man die tu Wien lebenden Tschechen gelten läßt und ihr Recht ans die eigene Ration nicht knebelt- Es ist Brnnnenvergiftung, wenn man, wie die „Arbeiter-Zeitung", die natürlich von dem Hurra» Nationalismus der radikalen Nationalisten immerhin eine Spanne entfernt ist, die Sache so hinstellt, daß sich die tschechischen Mandatare „ganz ohne Grnnd und Zweck in die Rolle einer naiionalen Kampfminderheit begeben haben". Man sollte doch wenigstens von dieser Seite die Einsicht erwarten können, daß die Festsetzung nationaler Mirwritätsrechte zu den Selbstverständlichkeiten gehören, die am allerwenigsten Sozialisten verweigern dürfen. Die Haltung dev bmtschSsterretchischen Deutsche» ohne Unterschieb der politischen Gesinnung Zs» umso unbegreislicher, alS sie die Deutsche»: in Böhmen einfach bem tschechischen Chauvinismus ansltefern, der in bestimmten Vvlkskreiien — das haben dis bedauerliche»» GreiMiffe in Nordböymen gezeigt dem deutsch österreichischen Radttaiirmus gleichkomnrc. Die Wahlen in Böhmen und mfvlgeösssen der Zusammentritt der gesetzgebenden Körperschaften erfolgt in einem weit späteren Zeitpunkte. Und man wird es in Prag leicht haben, auf das Wiener Beispiel zu verweise» wenn es ftch um die deutsche»» MinderyeitSrechte im tschechischen Gebiete handelt. Vielleicht ist dock noch zu hoffen, daß die 1» wetten Kreisen der deutschösterreichischen Sozialdemokratie wachsende Eiu>icht und richtigere Beurteilung des tschechischen Minbrrheitsprvblems Schule Macht und die Deutschen rechtzeitig daran hindert, sich durch Totschweigen einer politischen Frage ins eigene Fleisch zu schneioe». Dämmert unseren spolittkem nicht eine Ahnung dessen» tvaS sie tu»», »penn sie an. den im Wiener Gemeinberat gefallene!» Zwischenruf deS Tschechen Bavrvusek denke»': „So ww wir behandelt werden, »verde»» die Deutschen i»t Böhmen behandelt werden!" Jede Ungerechtigkeit trägt Ibre Strafe in sich selbst. Das neue amerikanische Eiawanderurrgsgesetz. terr Packer, der juristische Sachverständige des anrschen Emwanderungsamtes, hat unlängst in einem Referat vor der Bostoner Handelskammer die Grundzüge des Entwurfes eines neuen Eknwaiidetungsaesekes dargelegt, das dem Kongreß in der nächsten Session unterbreitet werden wird und eine voII* ftändtge Umkehrung der bisherigen GinwanderungspoNtik bedeuten wird. Der neue Entwurf schlügt vor, daß auf allen Einwündererschmen amerikanische Inspektoren mitsahren, welche die Einwanderer schon auf der Fahrt untersuchen, damit die Entscheidung bei der Landung Polnisch-tschechische Verhandlungen. Prag, 20. Mal. MiMer-präsldent Pa° d e r e w s k r ist um Mitternacht von Prag ahzereift. Zum Aufenthalt Paderervski in Prag wird den Blättern rttittzeteilt, daß alte ftritiflsn Fragem zwischen Pas devewski nnd MssaryL bestirschen wurden. Als nächstes politisches Ergebnis der Besprechungen ist anzusehen, datz eine polnische und eine tschechische Kommission zusammeutreten wird, um über die Tescheuer Frage zu verhandeln. Jede Partei wird durch neun Mitglieder vertreten sein, und zwar werden den Kommissionen Fachleute und Politiker angehören. Die erste Zusammenkunft findet in Krakau statt. Stanislau von den Polen genommen. Krakau, 26. Mal. (Tel. der ,Wr. Morgenztg/) Polnische. Zeitungen berichten auS Lemberg r Nach bestätigten Nachrichten ist das polnische Heer in Eilmärschen vorgerückt und hat Stanislau besetzt. Drs zurüweickchendeu NuLhenen Übergaben die Behörden an die Polen. Die polnische und ruthenische Bevölkerung begrüßte das einziehende polnische Heer. (Eine offizielle Bestätigung diesee Nachricht ist bisher nicht erfolgt.) sofort getroffen ' werden könne. Mit Rücksicht aus die awtze Handelsflotte, die Amerika im Krieg mvorven habe, werde es solche Inspektoren auch den Schiffen anderer Nationalitäten aufzwingen könne»:. Dazu sei nur erforderlich, datz diejenigen Schiffe, die sich dieser Bestimmung fügen, bei der Landung bevorzugt werden. Die Einwanderer würden in drei Klassen zerfallen, solche» die unbedingt zugelasfen, solche, die unbedingt abgewiesen, und solche, die bedingungsweise a u s P r o b e zugelassen würden. Bon letzeren müßte eine Kaution in Geld oder in Form der Zurückhaltung eines Teils des Lohnes verlangt »vsrden. Beim Eintritt in das Land müßte eine Registrierung erfolgen und 4 Jahre hindurch alljährlich erneuert werden, um die Fortschritte in der Assimilierung zu Konstatieren. Für die Registrierung wäre eine Gebühr zu erheben, welche für oie, welche nicht englisch schreiben und sprechen können, höher sein wird. Weist ver Einwanderer nach» daß er im ersten Jahr die englische Sprache und ein wenig amerikanische Geschichte erlernt Kat, kann die Gebühr auf eine bloß nominelle Mt werden. Auch bereits im Land bee Fremde sollen registriert werden. Sie sollen photographiert und protokollarisch geführt werden. Das System ist dazu bestimmt, den Eyrgeiz der Fremden auzustacheln, daß sie amerikanische Bürger werden» und nach diesem System habe im Gegensatz zu dem bisherigen der Einwanderer den Nachweis m erbringen, dan die Voraussetzungen für seine Zulaffuirg gegeben sino. Die Erschließung Palästinas. . Die großzügige Erfchließnirg Palästi»»nS macht rasche Fortschritte. Es »vurbe eine „Wassergesellschast" gegründet, welche den Zweck hat, die paläftinellsische,» Gewässer dev Oefserttlichkeit dienstdar zu »nach«»». Kein Gebiet in Pülästirra war nümlich sv vernachlässigt, wie dieses. Große VerkehrSirrid Erwerbsmöglichkeiten sind mit der Ausnützung der pakcistinensischen Flüsse und See»: wie mit dem Ausbau und Eittwmkttng der Fischerei verbunden. Gleichzeitig mit der (gttlfijüutö einer Seema»m8schuse sollen Gruppen von Fischern auSgebtldet »verden. ES ist scho»» geln»»gen, einige kleine Gruppen in Lev Nähe von Haifa» Jaffa und in Kine^th a»n Tiberiasee und in der Nähe der Kokoilie Chedera zu ,orgü»»tsiere»». Die erste Gruppe jüdischer Schisssleutehat sich am Hase»» von Jaffa »»iedergelasse»». Baron JameS von Rothschild und die Jka Kelvish Colonisation Assoeiatior», tzegrü»»det von Baron Hirsch) haben ein Grundstück mit einigen Gebäuden Leigestellt; an der Spitze der Gesallschast steht der Jngenienr G u re witsch. Aus Amerika ist eme Kommission mit den» Neni-'rung-schifs Mongolia eingetroffen, das eine große Menge von Lebensmitteln und Bedarfsartikeln (3 Millionen Ellen Leinen, 1 Millivn Ellen Flanell, 100,000 Wolldecken, 1500 Bitten, Einrichtungen für Hospitäler, 050 Nähmaschinen) an Bord führt. Zur Verteilung der Lebensmittel uiid drr Gebranchsgegenstande hat der Dampfer auch 200 A-tomooile mitgebracht. Die Z»rkm»ft Palästir»aS gehört der praktischen Arbri., die »»alürlich d»»rch WoMahrteinrichttlitge»» gefördert »verden »nutz. — Die hvgte»»ische Abteilung der zionistische»» Ko»»»misstv»» beschüstigt stch mit ctnciu Vroitcamm sür alle Kolonien, daS auf de»n Bericht von fünf Aerztei» benlht, die alle Kolonien nördlich dom Tiberiasee bis hiii»»ntrr gegerr Gaza bereist haben. ES solle»» unter anderem überall Kralikenstatiolren gegründet wevden und Flugblätter itber die Erziehung uttb Behandlung von Malaria und A»»ge»ikrankheiten verteilt »verb«»». — A»n meisten scheirw)» luttcr de»» Kriege die große, vorbei»» blühende 5kolo»»re Petach- T»k»va und die kleine Arbeiterkolo ine Ai»r Gani»»» ur»d Kofr Gaya gelitten zi» habe»». Ueberall »verden Dru»»nen und Häuser anSgöbessert und i»ene Alikagen geschaffen. Die dazu uöiigen Mittel fiamiirei» ar»s den» ziorristischen „RestaurationSfonds" der in Amerika, England, Hol a»»d uub Südafrika gefa»n»nelt wird. Bor» diesem Fo»»ds werden 70 Prozetit für Jernsalsm z»»e Erhaltung der Instituts, Hospitäler. Mts zur llnlersttttzullü vo,» Witwen, Invaliden und S00o Waisen verwendet. Bis au fein Hospital Und rin paar kleine Waiieilirrstitilte habe»» sich die übrigen Anstalttu den Bedinmingeir der Verwaltirng gefügt. Mit dem Miedermifbau Iernsalonrs »vird »»ach dr>»> vorn General Alteub») und ven» Jerusalemer Stadtrat gebilligten Plai» sortgesahre»». Inland. tzauptausschntz der Nationalversammlnng. Der Hauptailsschuß hält honte Dieilstag den 27. Mai um 5 llhr nachmittags Sttznng. Klud der jÜdischnMonalen Mandatare. J Die jüdischttationalen Mitglieder der^ deutschösterreichischen Nationalversammlung, des Wiener (Bemeinderates, der Wiener Bezirksvertretungen sowie der Kultusgemeinderepräsentanz haben sich zu einem Klub der jÜdischnationaten Mandatare zusammengeschlossen. In der Sitzuilg vom 26. Mai wurde Abgeordneter Ingenieur Stricker zum Obmanu, Gemeinderat Dr. E h r l i ch und Bezirksrat Dr. A b e l e s zu dessen Stellvertretern und Bezirksral Dr. Weiner zum Schriftführer gewählt. Hoheisl will zurücktreten. Bon „gut Mterrichtete»:'' Seite erfährt die »,Parlame»»tspresse", daß Generalpostdirektor Konrad H o h e i s l infolge der gegen »h»r vielfach laut gewordenen Mißstimmung in einem großen Teile derHostkrelse demnächst zurLcktretett wird. Es werden vere»ts einzelne Namen seiner möglichen Nachfolger gmannt. Allerdings darf nicht Übersehen werden, daß von verschiedenen Seiten ein Werterverbleiben HoheiSlS auf seinem Posten geivünscht wird, doch fragt es sich» ob der Staatssekretär für Verkehrs»vesen Paul stark genug ist, um ihn halten zu können. Scheidet H o h e t S t, so verläßt auch Zentralpoikdirektor T o b i a s ch fern Amt. Als Nachfolger HoheiSlS »vird unter anderen Mmisterialrat Dr. M U ll e r, als der T o b i a f ch'S Poftinspcktor S t r e»t in Betracht kom»nen. Die Südtiroler Frage. Der Korr. Herzog wird mitgeteilt: Mit Rücksicht auf die Besprechung des Leiters der englischen Militärmissio»» Obersten Cuninnghame mit führenden politischenPersönlichre»tr»r wurde der Meinrrng Ausdruck aegtber», daß die Entente geneigt wäre, gewiss eKonzessionen territorialer, »v i r t s ch a f t l i ch e t u»»d ft.nftnneUet Na t ur an DmtfchLsterreich zu machen, falls der Anschluß a»» Deutschland unterbleibe. Aus Versicherungei» de§ Obersten Cu»»n»nghan»e gegenüber dem politischen iialimischel» Ko»nm»fsär Macchroro »st z»; entnehmen» daß sich u»»ter den er»väh»»teu Konzessionen kernerletAndeutungüberdieSüdtiroler Frage befinde. Die Gemeindewahlen im Lande Salzburg. Salzburg, 26. Mai. Gesten» fanden im gaitzen Lande, allsgenomtnen in Salzburg utib Halle»«, die Ge»nemde»vahlc»l statt, die überall in vollster Ruhe verliefen. Aitßer einigen nichtoffiziellen Meldungen liegen noch keine authe»»tischen Daten vor. Jn Badtzastein entfielen von 24 Mandaten 12 auf d»e Sozialdemokraten, 7 ans vie Christbchsozialen und 5 a»»f bic Deutsch!re»he»tlichrn, ln Hosgafte»n von 12 Ma»»dalrn 3 auf die Sozialdemokraten, 6 ans die Christlichsvzialen »n»d 4 auf die Deutschfreiheitlichen. _ Frankreich beharrt auf dem Besitz des Saargebietes» Glue Rote ltlemenceaus. BerfaMeS, S6. Mai. Dis deutsche Delegatior» hat auf ihre beider» Noten betreffend die deutsche Westgrenze und bas Saarbecken von Elemeneean eine Antwort erhalten, in der es heißt» „Was die in Ihrem ersten Schreiben nrebergelegteir allgernejr»e,r Berrrerkunge»» betrifft, so bestreite ich feierlichst im Narnen der alliierten und assoziiertest Regiernirger», daß, »vie Sie behaupten, im Fciedensverirage deutsche Gebiete gleich Schachfiguren zum Gegrnstanbe ei»»es Harrdels zivische»» vtzrsckiede»»en Souveränitäten ge »»»acht werden, tatsächlich werden die W st rische der Bevülkerrrng der sü,ntliche»» besetzter» Gebiete fit BerÜcksichiigrmg gezogen^ werde»,. Die einzige Ausnahme wird gemacht bei Lemjeniger» Deil vor» Preußisch-MoreSnet, der sich westlich der Straße von Lüttich nach Aachen hinzteht, dessen Bevölkerung weniger als 600 Eüiwohner unrfaßt, und dessen Wald bestand an Belgien aogetreten »vird als Teil der Wicdergutn»achu»»g sür tie von De»»tsckland tit l^lgien borgenommcuc Zerstörung von Wnldbeständerr. Was die Bewohner des Saarbeckentz airlangt, so handelt es sich bei der von Ihnen als unerträglich bezeichneten Herrschaftsforrn um die Berwaltung durch den Völkerbund, welche Negiernngösor»»»: im Abschnitt 4 des Friedensvertrages Ulttschrieberr ist und sorgfältig erwöge,i wurde in der SÜtclmuiö, r»icht Roß eine Kornpetisation für die Z e«st tt r u n g der K v h l e n g r u b e »e Nordfrankreichs zu gewinnen, fonbern auch die Rechte und baS Wohlergehe»» der Bevölkemng zu gewährleiste»». Weiter ist in bmu Vertrage dorgefehsn, daß »rach Ablüttf von 15 Jahren eine Vol kSabstrminung dieser Bevölkerung vo»» so komplexem Charakter Gelegenheit gebe»» wird, in dottev Freiheit und nicht notwendigerweise zug,»nste,r Frankreichs oder Deutschlands die et»dgÜMge Ordnung für das von ihr bewohnte Gebiet sestzusetzen. Die alliierter» Regierungen »vähleu diese besondire Form der Wiedergutinachung, weil sie der Meinutlg sind, daß - die Z e r st ö r u n g der Gruben N o r d f r a n k r e i ch s ein Vorgehen war, das ei»»e besondere/u»id exemplarische Vergeltung erheischt, »vaftir die Liesemng einer drstiirnvtn» oder unbestimmten 'Kohlenrnenge nicht genügen »vstvde. Der flan muß in feine»» attge»ne»,»en Zügen beste Heu b leien rind die alliierte»» »u»d assoziierte»» Negieru»g?>» habe»» tvei'ckg Reignng, citicu anderen it»s Auge zu fassoil. Ihre AnSlegnng der Beftimmimg 36 (Anhang) ni»n»»»t alS gewiß an, daß diese Bestintmnna ein Ergebnis zeitigen würde, das die alliierten und assoziierten Negierungen rtie ins Auge gefaßt haben'. Um die Möglichkeit von Jrrtnmern und von Schwierigkeiten, die Sie besidchten (die Unmöglichkeit, daß Dentschland diese Zahlmig tu Gold vomehn.'J) zn vermeiden, beschlossen die aluievten u>»d assoziierten Negicvungeri, diese Besti,n»n»mg teilweise zu ändern. Sie schlage»» vor, de»» letzte»» Paragraphe»» der erwähnte»» BestimnlUllg folge »»de Fassung z»r geben: Die Verpflichtung De»»tschlandr, seine Zahlung auszuführen, »vird vor» der E>»tschä^gu>»oSküm»nissio»» in Erwägung gezogen werden. Deutsch!a,»d kam» <i»»e erste Hypotheke aus sei»» Kapital und sein Etnrommr» geben in der Art und Weise» die von dar Snrsch-dlaung-tommtjstsn anger»o»»»MM wird. Wenn Deutschland ein Jahr nach den» Zeitpunkt, tot dem es die Zahürug a»»Sfüd»^'» fui*»*- h.u. »vird die Kv»nn»is>ion dafür tn'" .Weisungen, die der Völkerblmd geben laitu uiio »unut nötig durch Liguidation eines Teiles der in Frage stehenden Bergwerke."

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