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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-25 · Heft 126 (25.5.1919) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 126 (25.5.1919)
Date
1919-05-25
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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sssss ■at> iiri-in'»«r»i * Seite'* - Wien. Svnntäg Me«er MokHMZeMW 25. Mar ISIS Nr. 126 pft: i-’f. T-:-' LchtUppiel« suchen mst dem Mute derVerzweiflung de widerstrebende Aufgabe zu bewältigen. In dieser de« L^mnSwerteu Gttnati»» mühte» sich die Herr« Tillen -Ln« b «,Mai»1h und Franz, sowie die Damm Gering. J«sser und Klans-Vayer vergeblich ad. Der ff»är» Ache Beifall galt ihrem snfops«vdm vergeblrchm Bemühe«. Ei« Beck««« Abend. 7gnu teilte „Freiejüdische DolksbiltzMe" in Wie«. | Wir erhalten folgende Zuschrift: Seit der Konferenz in «mowitz im Jahre 1910 wurden vielfach allerorts Versuche «Ürrnommen, ein jüdisches Theater -u fchnffeit, das im Gegensatz ig» de» auf Geschmacklosigkeiten des Publikums spekulier enden so« igenamcken jüdischen Bühnen ein rein künstlerisches Interesse per« I treten soll. Die Annut der jüdischen Masse im Osten und das [ geringe Interesse -er wohlhabenden Kreise standen diSuün der iDurchfvhnmg deZ Unternehmens entgegen. Und so kam es, daß Pas große östliche Judentum kein emüges Theater besaß, daS man .;mcht eme Bude nennen mußte, eine Bude, die hie und da Beweise lieferte, daß sowohl Kenn Publikum wie auch bei den Schauspielern Kräfte lebendig sind, die die jüdische Volkskunst auf ein .höheres Niveau bringen könnten.; ■*' Nun wurde jüngst in W i e n eine „ffretc jüdische Volks« i bühne" begründet. Der Zweck des Vereines ist, der Wischen sÄrmst zu einem würdigen Dasein und»; dem jüdischen Wiener iPublikrmi zu einem nationalen Theater zu verhelfen. Ms In« 'augmations- und Weiheabend veranstaltet die »Freie jüdische iBolksbühne" am Samstag dm 7. Juni um 7,3 Uhr nachmittagiw Carl-Theater ihre erste Vorstellung. Zur Aufführung gelangt f.„N ewej! e" von Prrez H i r s ch b e i«. Auch für weitere Vorstellungen wird dem Verein das Carl-Theater in Aussicht ge« Mt, und so wäre eine der schwierigsten Fragen in Wien: die Ramnsrage, gekost. Aus dorr Theatern. Der SpielplM des BnrgtheaterS vom 25. M«ü l bis 1. Jmi lautet: Heute Sonntag dm So.: „Erde". „Karrners leut". Anfang 7-7 Uhr. Montag dm 26.: „Der häUrche Feraitte". cAnfang 7,7 uhr. Dienstag de« 27: „Das Märchen vorn Wolf*, l Anfang 6 Uhr. Mittwoch den 28.: „Die vrrsunkme Glocke". ^Anfang 7«6 Uhr. Donnerstag dm 23.: „Pygmalion". Anfang 6 Ahr. Freitag den 30.: „Der Weibstenta". Anfang ^/,7 Uhr. Samstag dm 81.: „Jaakobs Traum". Anfang 7,7 Uhr. Sonntag dm 1. Juni: „Wilhelm Test". Anfang 7-5 Uhr. , , Der Spielplan des O P e r n t b^e a t e r S vom 25. Mai bis inllusive 2. Juni lautet: Heute Sormtag dm 2b., mittags s12 Uhr: FeBonzett; abends: 11. FestarlffShnmg: „Palästrma". »Dirigent: Professor Hans Pfitzver. (Borromeo: Dr- Emil jSchipper dom NaLisnalcheater in München als Gast.) Anfang fa/*6, Uhr. Montag den 26.: 12. Festaufführung (zu erhöhten 'Preise«): „Die Arrberflöte*. Dirigent: Dr. Richard Strauß. ftPaPageno: Herr Rudolf Raecke vom Stadtthrater in Brünn als 'Gast:) Anfang 7*7 Uhr. Dienstag den 27. : 13. Fcstaitzsührung sLei Wmdprenen: „Euryanthe". (ssysiart: Dr. Emil Schipper als! Güst.) Anfang 7*7 Uhr. Mittwoch dm 28.: 14. Fcstanfführung Wendpreisen: „Der Mnskkmil". (Svielgraf: Herr Artur Meischer von' der Wiener Vokksover alls Gast.) Anfang 7 Uhr.! Donnerstag den 29.: 16. Festaufführung bei erhöhten Preisen: »Die Meistersinger von Nürnberg". (Hans Sacks: Dr. Emil!Schipper vom Nationalthraier in München als Gast.) Anfang > 7-5 Uhr. Freitag dm 30.: 16. Festaufführung bei Abendpreisen: s.Die Jahreszeiten der Liebe", „Aschenbrödel". Anfang 7«7 Uhr. ^Samstag dm 81.: „Der Ring des PolykrateS". „Dcolanta". iDirrgent: Herr E. W. Korngold. Anfang 7*7 Uhr. Sonntag .dm I. Juni: 17. Festaufführung zu erhöhten Preisen: „Parstsal. MmsottaS: Herr: Fritz Feinhals, Kammersänger vüm Rational« schrater in MSnchm als Gast.) Anfang 7,5 Wr. I In der Volksbühne findet Dimstag dm 27. d. M. 'die Erstaufführung des Dramas „Der Revolutionär" von Wiltbck» Speyer statt. Du Besetzung ist folgende: Alerej —' HanS tfter; Lydia — Lilly Karoly; Rofenrarie — Magda Berlins; lter — Anton Tillrr: Wirtin — Maja Sering; Erscheinung Marcel Benard. t . Die Direktion derRenenWienerBühne bringt »Dienstag den 37. d. M. Lie Erstcmffühnmg von Goethe- ..Clavigo" in folgender Besetzung: Clavigv — Alexander Moissi, Carlos — Emst Geyer, Beaumarchais — Lothar Mendes, .Marie -7 Cäcilie Lwowsky, Sophie — Alicie Lach, Ourbert — iKacl Miffch, Burnco — Leopold Jwald, Samt Georg« — Emst »Josef Ueberracker. Spüllecturrg: Emil Geyer. - Am Carl-Theater findet Freitag dm30.d.M. die »letzte Aufführung des Singspieles „JohÄm Nestroy" in dieser Spörheit steckt. — Samstag dm 31. d. M. gelangt die dreiaktige Dperette „Die drei Kavaliere" von Lothar Sachs ,-vvd E. Gatti, Mnsck von Heinrich Bertpw Erst- »«Mrung. ) Im Theater a n der Wien findet die Erst- ^anWhmng der Novität „Nimm mich mit* von D. Wald-< Lerg und Dr. % M. Willner, Musik von Hermann D s st a l, -mit Mzzi Gürherund Ernst Tantenhahn Samstag idm 31. d. M. statt. Außerdem wirk« mit die Damm Luise Äartousch, Klara Karry, Mlzzi Griebl sowie die Herrm Robert NäsWerger, Anton Matscheg, Karl Tufchl, AlexarLcr Netzl, Haus Steilan, Rudolf Kneidinger nsw. . Sonntag dm 1. Juni um 7 Uhr abends liest im Saale der Aü «stlergruvve „FreieBewegung"„l. Bezirk, Äarntnerstraße 4, Theodor Tagger aus eigene« Dichtungen. Karten iur Sekretariat, in de» Buchtzandlungm Lmeyr, ll, Kärntnerstraß r 44, und Perles, I., Seilergalle 4. i Schönbrunner Schloßtheater. DimSüöff dm 8. Juni wird nunmehr das Schönbrunner Schloßckeatu iewfinet werden, nicht, wie ursprünglich geplant, mit einer Klassiker« anWnmg, sondern mit der Uraufführung d«S DramaS r i st a n S T 0 d" von Maja L ö h r. Dw AuffühmiM ein«) Grrllparzerschen Werkes erwies sich im Schönbrunner Schloß» theater diesmal als unmöglich, da infolge der Nemerm RamnverhNtniffe der Bühne die Dekorationm erst Hütten umgearbeitet werdm «üffm. _ - Neue BührrenwerL«. Labert G u l en b e» g hat ein vmeS Stück bemdet, daser „K l e i n s e l i g e Z e i t e em Schwank in drei Aufrüam, nennt. Es gelangt im Jnnr am Münchner Schauspielhaus M UranffÜhrrmg. — Die Tragikomödie „8 «mma snmmanm“ von Hermann Kesser wurde in Mannheim am dortigen Nationaltheater mit Echolg aufgeführt. — Maeterlincks neues Werk „D e r fremde Gast" erscheint büjer Tage in deutscher Urberfctzung. i—Gabriel Dreg e ly iS Lustspiel ^E in Eh emanu, der alleweiß" wurde vom Dvcksche«' BolNcheater an- Siwnm. Die Uraufführung findet om ZwtralchoaWr m Dresden — „Die Dame »h«e Ber«s", <me Satire mi Hirschfeld hatte am Back»«: Palastchentrr starken Ludwia! ZiMfcher Gesawgveeei«. Die««« dm 27. d. M. «m jit.7 Uhr abendfindet im Konzertfaäle ms Cas^ „Ackwu" Ww» l., Flmfchmartt. die erste ordentlich« KmeradwrfavWckmg tza«. Es evgcht »«erlich ft« alle Jude» md Jlldftmen, die dem Vereine ^ttreim beodstch«M, die Tmlabimg, sich bei der Gmeralverfamnclnng pünktluh einzufruden. "mwrusT'":9,.. Literatur «^WUMschaft. Die hebräisch« dre??e und Lite«»t«r 1« Palästina. Mit twr Beseitigung des äußeren Druckes, der besonder? während des Krieges durch das Regime Djemal Paschas eine maßlose Steigerung erfahren hatte und mit dem Eintritt der neuen politischen Verhältnisse hat naturgemäß auch bas geistige Leben der Judenheit Palästinas einen erfreulichen Aufschwung genommen. Reben der fortschr«itenden Entwicklung des gesamten hebräischen Schulwerkes bildet die stets zunehmende Vermehrung der hebräischen Presse und ''ie Bereicherung des Büchermarktes in Palästina zweifellos wichtigsten Ausdruck dieses Aufschwunges. Eine sehr rege Tätigkeit auf diesem Gebiets entfaltet die palästinensische Arbeiterpartei „Hapoel Hazair". Zu den von ihr auch während des Krieges herausgegebenen Sammelbüchern ,^Ha'arez We'haawoda" (Das Land und die Arbeit), von welchen das fünfte .Heft vor kurzem erschienen ist, wurde auch die Herausgabe des Parteiorgans „Haposl Hazai^, das während des Krieges eingestellt werden mußte, wieder ausgenommen. Es liegen hier bereits die Hefts 1—7 vor, in denen wir den gutbekannten Namen von A. D. Gordon, Jakob Steinberg, Jakob Rabinowiß, I. Ch. Brenner, A. Zrvni, Barafch u. dgl. wieder begegnen. Neben Aufsätzen über di>r aktuellen jüdisch-politischen Fragen finden wir ernste Abhandlungen über Fragen der 5koIonisation und den Aufbau Palästinas vozr autoritativster Seite. Außer dem reichhaltigen literarisch-belletristischen Teil ist noch der informative Teil zu erwähnen, der das Leben und die Verhältnisse im Lande treu widerspiegelt. Der „Verband der landwirtschaftlichen Arbeit hat mit der Herausgabe von Sammelbüchern unter dem Titel „Baawoda", die von B. Katzenelsohn redigiert werden^ begonnen. Das erste Buch nkacht durch seine Bescheidenheit itnd jcif&en reichen Inhalt einen vorzüglichen Eindruck. Es spricht daraus der Geist des neuen, arbeitenden Palästinas. Auch die neuentstandens Bürgerpartei ,H'aesrach" (Der Bürger) Mt eine Zeitschrift unter gleichem Ranren heraus, deren Schriftleitung in den bewährten Händen Sch. Ben-Z io n s ruht und die die besten publizistischen rmö literarischen Kräfte um sich gruppiert. Der hebräische Lehrerverband in Palästina gibt die bekannte pädagogische Zeitschrift „Hachinnch" (Die Erziehung) unter der bisherigen Reaktion (Dr. T u r 0 w) wieder heraus.' Freudig wurde in Palästina die Wiederanstwahmr der Herausgabe der bekannten Sännnelbücher „R'wi- . Wim" (Regenschauer) seitens, des Schriftstellers I. Ch. ' Brenner begrüßt. Das kürzlich erschienene sechste Heft, das einen reiche» Frchalt aufweist, ist soeben * über Kopenhagen hier eingetrvsfe». Ein inhaltreiches Sammewuch, ,Hagalil" (Gwliläa), erschien vor kurzem unter der Redaktion A. S. i Rabinowitz. Diese Schrift rief durch eine darin enthaltene Erzählung des Rchakteurs,' die den Schleier der „Chalukka" lüftet, in den betroffenen Zkreisen einen förmlichen Sturm hervor, dermaßen, daß sich das diesen Kreisen nahestehende Beth-Din in Saffed bestimmt fühlte, gegen den Autor mit der stärksten Waffe zu Felde zu ziehen: mit dem Bannspruch . Anläßlich des literarischen Jubiläums des nulängst verstorbenen Palästinaforschers Ä. M. Lnnz erschien vor kurzem der 13. Band seiner Jahrbücher „Jeruschalajim", den dieser Gelehrte noch selbst redigiert^. Dieses Buch, daS eine ganze Reihe von historischen und philologischen Abhandlungen auf dem Gebiete der jüdischen Geschichte und der hebräischen Sprach« und Literatur enthält, schließt mit einer biographischen Studie über den inzwischen verstorbenen Redakteur Lunz aus der Feder feiner Tochter. 'Der durch Wi-lksnSki ins Leben gerufene Verlag „Bakfa^ (Im Dorfe), der die Herausgabe von klassischen Werken der europäischen Literatur in hebräischer Sprache zur Aufgabe hat, kündigt jetzt das Erscheinen einer ganzen Reihe von neuen beNetristischen Werken an. Eine besondere Abteilung desselben Berlages beschäfttgt sich mit der Edierung wisseuschaftlicher Werke auf dem Gebiete der Landwirtschaft. Zn erwähnen sind auch ein zirka 600 Seiten starkes Buch „Baderech" (Am Wege) von I. WilanSki, das eine Sammlung von Abhandlungen Über verschiedene Fragen der Kolonisation darstellt, und eine Schilderung der Judenverfolgungen in Palästina im Jahre 6678 . unter dem Titel ,K'maassar U^wagola" (Im Gefängnis und in der Verbannung von I. Z i e g e l. Der ,^Hapoel Hazair" beschloß jetzt die Mederausnahme der durch den Krieg unterbwchenen Herausgabe der populär-wissenschaftlichen Bibliothek „La'am" (Für das Volk). Demnächst soll auch eine spezielle Zeitschrift für die Wissenschaft des Judentums unter der Redaktion Dawid Zellins und eine zweite Zeitschrift, die der Geschichtsforschung des fephardischen Judentums in und außerhalb Palästinas gewchmet sein soll, ,mter der Redaktion von Almaliah zu erscheinen beginne«. I« Berlage de» Krugkiakoff erschien neulich ein neues illustriertes hebrätscheZ Wöawerbuch von S r ev« sowski und Jellin. In Bälde erscheint amch ein englisch-hebräisches Mrterkuch von Dt. A. Sch. Wald stein, m. h. Der Mrederarrfftrsü Affyriens nnv EhaLdLas. Während die ägyptischen Nationalisten vor' dem .Viererrat kein Gehör fanden, wurden die Delegierten Assyriens und Chaldaas von Poincarä empfangen und haben ihre Wünjche vor der Konferenz äußern könnerr. Matt hat bisher von dieser Nation, die im allerletzten Moment vor der Friedenskonferenz auftancht, nichts gehört. < Es ist leicht möglich, daß es sich um eine „Ausgrabung" der Franzosen handelt, die einer Be- * kämpsung der englischen Expansion dienen soll. In der „Europe Nouvelle" schreibt Leo A b e n s 0 n r: Die asshro-chaldäische Nation bildet unter den moha'.'.medanischen Und christlichen Völkerschaften des' ehemaligen Ottvmanischen Reiches eine ganz genau mnrissene religiöse, ethnische und sprachliche Gruppe. Sie sind Mitglieder der altnestorianischcn 5kirche, die ihre Verästelungen bis nach Indien und China hineintrieb'. Als Nation umfassen sie 1 bis 17s Millionen Seelen. Gestützt auf ihre historischen Rechte und auf ihr Stamnlesbewußtsein verlangen die Assyro-Chaldäcr das Selbstbestimmungsrecht wie bis Armenier, Syrer, Juden und Araber, ferner die Errichtung eines assyrv-chaldäischen Staates, der im Norden von der Bergkette, welche den Oberlauf des Tigris und des Euphrat voneinander ti'Crcnt,. im Süden von einer noch näher zu bezeichneirden Grenze gebildet.wird. Westlich soll dis Ettphratschleife, östlich eine gerade Parallele zuru Knrdistangebirge . die Grenze darstellen. Sie. verlangen ferner freien Zutritt zum Hasen von Mexandrette. der ihnen eine Verbindung 'mit dem Westen vermitteln soll. Marsk Scherl^g: In der Fremde, „Neue Iudem liebes, Axel, Jnnker-V erlag, Berlin.^ Bon Marek Scherlag kenne ich einige kleine', «r ver^ schtedenen Zeitschriften verstreute Gedichte, die aber kein ein« hettlicheZ Wertbild seines Könnens geben. Tuch'die Gedichte des vorliegenden Bändchens lassen ein einheitliches Maß nicht zu; ihnen allen gemein ist ein liebenswürdiger Wille, der, wenn er auch keine unten Pfade geht, selbst dort, wo er es r«rr bis zur Gelegenheitsdichtung bringt, anzuerlennen ist. Beinahe alle diese Gedichte sind auf den Ton des deutschen Dolksliedes abgestimmt. Sonderlich „Im Dunkel" und „Beim Reigen" sind prächtige Volkslieder' sangbar,^ ins Ohr ttin« gend, die man mit jener leichbett Sentimentalität singen kann, die ein integrierender Bestandteil deS srisch-srottlm-fröhlich ziehenden Gesellen um die bekannte blaue Stunde urcter blühenden Linden bäumen und an anderen lyrischen Orten i.st. Auch in Scherlag liegt die. Tragik deS jüdischen Poeten, der iüdisch sein will und doch die Bezirke der Poesie seines Wirtsvolkenicht verlassen kann. Der Else Lasker-'Schttler vielleicht ist es gelungen, jüdische Lieber zu schreiben, alles andere, auch die „Neuen Jndenlieder". sind keine Judenlieder, es sei denn, daß es schon jüdische Kunst wäre, wenn matt von den Makkabäern spricht. Solange sich Scherlag in den Grenzen hält, die sein einfach mufilalisches Empfinden ihm zeichnet, sind seine Gedichte liebenswürdig und liedhaft, wo er aber an einen Vorwurf, wie „An der Klagemauer" obeij gnr „Prophet Elia" sich heranwagb, reicht die Kraft nicht aus. Hoeflich. Schicksal deutstÄer Dichttr^ Die-' Manriheimer „Tribüne" erfährt, daß der seinerzeit hei Erstürmung des Bahnhofs fchwerverwundete Leonhard F r s n k geflüchtet und in Sicherheit ist. Klabund wurde in Passau verhaftet und neun; Tage unter qualvollsten Entbehritngen inS Zuchthaus gesperrt. Die Verhaftung geschah angeblich, weil Klabnud mit Len Münchner Komrnunisteir in. Berbindinrg stehe. Das war jedoch mir ein Vorwand. Sie wurde von gegenrevolutionären Kreisen veranlaßt, in denen ein großer Haß gegen Klabnnd herrscht, weil er während des Krieges in der Schweiz Front gegen die Militaristen und Kriegshetzer machte und den Anabhängigcn nahefteht. Vom Dcnlsc^en AuÄlarrd-Jvstitut. Am 30. und 31. Mai findet in Sruttgart/die Tagung des rvisseuschastlichen Beirates des Verwaltungsrates und des Ausschusses^ des Deutschen Auslanbö-JnstituteS statt. Das Programm umfaßt u. a. Vorträge der. Geh. Legalionsräte Pros. Dr.Wiedenseld und Mar Schüler aus dem Auswärtigen Amt in Berlin Über Maßnahmen M Förderung des Außentzckrdeks, von Geh. Regie rungsrat Dr. Jung, Berlin über die Aitswande;nurgssrage und von Prof. Dr. Men-elsohn-VartholdY, Wttrzbnrg, über Völkerbund und Auslandsdeutschtum. i DaS ne«e Europa. Monatsschrift. Schweizer Druck- und Derkagshaus Zürich. Jabresabounernent 10. Franken. Dje bekannte, von Dr. Paul Cohn herausgegebene Zürcher Monatsrevue steht nun im 5. Jahrgang ihres Erscheinens. Nach den bisherigen Erfahrungen klnn nian erwarten, baß. die Zeitschrift im bisherigen Sinne fortfahren wird, ihre Spalten völkerversshnlichen Bestrebungen zu widmen und einem wahrhaft geistige» JnternationaliSums zu dienen.'Unter den Mitarbeitern fiabtRt sich Rainen von besonders, gutem Klang: .Jean Debrit, Chefredakteur der Genfer „Feullle", bcr bekannte Pazifist Baron v. Wrcmgcl, Dr. Kaufmann, Präsident des deutsche« Reichsversicherungsamtes, .Graf v. Pückler, Dr. Hülße. Die Zeitschrift „Das nelw. Europa" hat in weiten Kreisen volle Nnerkemmng gefunden, auch Über mfferen alter: Kontinent hinaus, was durch einen letzter Tage eingetroffener^ Brief des Präsidenten Wilso« an den Herausgeber deutlich illustriert erscheint. Die Lveltbühne» W Schaubühne XV. Jahr, Wochenschrift für Politik, Kunst, Wirtschaft, herausaegeben von Siegfried Jacobsohr^ enthält in der Nummer 21:. Ja oder Nein?, von Heinrich Ströbel;. Käthe Schirmacher, von Johannes,Fifchatt; DogaerbM, von L. Prrfius; Bilanz, von Kaspar Hauser; Dir lebendrae» Toten, von Ignaz Wrobel; Vom Wiener Kongreß, von Fckrx Poppenberg; Sckatteuiauz, von Alfred Polgar; Der Klnderfrevvd, von S. I.; Derrburo, von Alions Goldschmidt; Rrmdschqv, Antworten. Die „Weltvühue" erscheint wöchentlich ttitb kostet: 1 Mark die Nummer, 10 Mark vierteljährlich, 35 Mark jährluh. Probenummer« kostenfrei durch alle Duckhandlungcn und Postanstalte« smoie durch den Verlag der Well bühne, Charlottenbürg, Deeuburgfiraße 2b._ »t* die Jugend. Mit BrrnßckdS Buch „Das jüdische Bokk und seine Jugend , de»n die gesamte Mische Messe rMialtlose AnerftMmra Ee, beschäftigt sich Hermann Glerm in emem, ganz MiSfMckuven Amkrl des „Juden". Wen« er auch auf Statt* der ftustenblicklicheu La-e veS radsichen Volkes Bemfelds nwnffcheS Bild einejüdische« Er-tchttÜMxsens in Palästina zunächst fiir völlig wudurchsührdar hält, so rlchmt er doch dem Buch dev drängenden Ernst »md das Berarltworttmgsgcfühl des wahrhaft Wollende« nach und tS> „m Werk voöer NachdenklWeit und stürmisch«: rücksichtsloser Kritik". <Pre>3 broschiert 1L 7.70, gebunden 3 $M.) — Zu bezreheu durch 'N. Le mit, Wicu, ^,, .RoteWUmckrelLe 22..

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