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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-25 · Heft 126 (25.5.1919) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 126 (25.5.1919)
Date
1919-05-25
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 126 Wien, Sonntag Der Wert des Sportes für das jüdische Volk. Die große Bedeutung des Sportes als nationales Hut ist nicht abzuschätzen. Bon besonderer Wichtigkeit tst er aber für die Juden Deutschösterreichs. Dieses dichtbevölkerte. Land, dem nicht nur tiefe Wunden geschlagen wurden, sondern auch noch viele seiner reichsten Quellen des Wohlstandes, Bodenschätze und Arbeitsmöglichkeiten genommen worden sind, ist der Mslimdskonkurrenz in Rohprodukten nicht mehr gewachsen. Dazu kommt noch, daß für die Juden durch die irie versiegende Kraft des Antisemitismus der Existenzkampf viel schwerer sein wird, als für die deutsche Bevölkerung. Nur durch die Verfeinerung des Produktes zur höherwertigen Ware, können wir hoffen, uns zu behaupten. Zu dieser Verfeinerung der Produkte brauchen wir denkende und fühlende Menschen, keine stumpfsinnigen menschlichen Maschinen. Und solche energische, zielbewußte, tatkräftige, gewandte, körperlich gestählte Menschen erziehen wir uns durch den Sport. Mne im Sport einmal entwickelte menschliche Eigenschaft bleibt nicht auf die Sportbetätigung beschränkt, sondern wird und muß im ganzen Leben sich auswirken. Daher brauchen wir den Sport für unser Wirtschaftsleben. Genau so bestehen unlösbare Zusammenhänge zwischen Sport und nationalem Leben aus allen anderen Gebieten. Der Sport erzieht bei aller Anspannung der Einzelleistung zur Erkenntnis des Wertes der Einordnung des Einzelnen in das Ganze. Eine ungeordnete Fußballmannschaft oder Leichtathletikriege taugt nichts, wenn auch jeder Einzelne stark wie Herkules, geschickt wie Merkur und schnell wie der Marathonläufer wäre. Der Sport unterdrückt den Einzelwillen und erzieht zur Sammlung aller Kräfte auf ein gemeinsames Ziel. Er zwingt zur Enthaltsamkeit, lenkt die Gedanken der Jugend von Häßlichen Verführungen ab und läßt ganz selbsttätig und unbewußt alle Eigenschaften des guten Sportmannes in das Leben des Volkes in Beruf und Familie übergehen, zum Wohle des Ganzen. Daß die Körper der jungen Juden und Jüdinnen sehniger werdeq, daß sich die Erkenntnis Bahn breche, nur von der Tüchtigkeit und nicht vom Glück oder Zufall sei dauernder Erfolg zu erwarten, daß Tüchtigkeit nur durch Selbstzucht erzielt und erhalten werden könne, das muß dem ganzen Volke zum Bewußtsein kommen. Der Sport erweckt die Liebe zum Volke, er ruft Begeisterung hervor und überbcückt Klassenunterschiede. Der Sport lehrt nicht nur mit Anstand siegen, sondern auch ebenso unterliegen. Er ist ein Gegengewicht gegen die Materialisierung des Lebens. Ist es nicht erhebend, viele Tausende ehrlich kämpfen zu sehen, ohne daß meist anderer Gewinn winkt, als das Bewußtsein der eigenen Leistung und den Siegern kein anderer, als der Ruhm des Sieges? Aber nicht nur nach Höchstleistungen, deren aneifernder und propagandistischer Wert nicht bestritten werden kann, darf der jüdische Sport streben, sondern die Leibesübungen zum Gemeingut des ganzen Volkes zu machen, sei seine wichtigste Aufgabe. 6. Die heutigen Futzbaltwettspiele. Wohl gebt de« Endspielen der heurigen Meisterschaft sowohl in der ersten als auch m der -weiten Klasse der, besondere Reiz, der ihnen sonst anhastet, etwas verloren, daß die Sieger beider Serien bereitzt heute feststehen, dafür ist aber der Kampf, um die Plätze ein vollkommen offener, so daß alle Mannschaften nur besonderer Aufopferung der der Sache sein werden. In der ersten Klaffe ivnd in erster Linie da8 Spiel Rapid— W. A. C. mlrressicrrn, da R.wid seine Meisterschaft zu beweisen trachten wird, währen- W. A C. nur dn^ch cmm Sieg den 2. Platz erreichen kann. Rapid ist Favorit Ein schweres Ringen um, btc Punkte dürste daS Spiel R u d o l f ö h tt g e l-F. ,A. C. ergeben. Die Aussichten becder Mannschaften sind gleich gut. Der WienerSpo rtklub wird an der W. A. F.- Mannschaft einen beachtensweiten Gegner finden. Die Dornbacber baden wohl die größeren Aussichten. aber rin Sieg der Hiltieldoifer wäre keine besondere Ueverraschnng. Die A m a t e n r e werden an Hertha einen harten Gegner haben, den ste kaum be'wmgcn dürsten. Im Wettspiel Wacke r—S i m m « r i tt-fl treffen zwei Vereine des Unterhauses zusammen. Die Meidliriger dürsten knapp gewinnen. Das genaue Programm lautet: Rap« d—W. A. C. (Hiitlcldorfi. F. A. C.—R u d o l f s Hügel (Floridsdorf). Svortkl « b—W. A. F. lDornbach). He r 1 h a—A m a t e n r e (Favoriten). W q ck e r-S , m m e r l n g (Meidling). Sämtllchc Spiele beginnen um 5 Uhr. II. ^-K lasse. Dte Hakoah sp elt aus der Hohch Warte (Spiekbeginn 3 Uhr) gegen den Ob.-St. Veiter A. C.. der heuer über eine ziemliche Spiefftärke verfügt. Da die Hakoab m«t mehreren Ersatzleuten antrttrn muß, m das Spiel als offen zu bezeichnen. Auf dem Straßcnbahneriportplatz finden zwei MeisterschastSspiele stall. Zuerst stehen einander Rot Stern und Slovan, dann Ädmica und Donanstadt gegenüber. Die zuerst genannten Mannschaften dürsten siegreich bleibrn. Dir B i e n n a trägt um 6 Uhr auf der Hohen Warle ein Freund'chastSspiel gegen den N u ß d o r f e r A. C. aus, das ste gewinnen wrrd. Weitere Wettspiele. Der Sp. El. K a d r m a trägt ein Meisterschaftsspiel gegen die S i m m e r r n g e r Ger m a n i a arrs, das er knapp gewinnen dürfte. Der Sp. Kl- H e ch a Ni e r tritt um */»2 Uhr in Jedlersdors gegen den H e r n a l s e r Sportklub an, der rhm einen energisch n» Widerstand entgegensetzen wird. Der Sp. Kl. U n r t a S hat um 6 Uhr ntt* dem Ober St. Veiler Sportplatz Favorrtner Vorwärts znm Gegner, der sich nur schwer geschlagen geben wrrd. Wiener MorgenzeitiMF Leichtathletische Wettbewerbe in Hütteldorf. Der W. A. F. bringt heute aus seinem Sportplatz in Hütteldorf Borgabewettbewerbe zur Durchführung, bei denen recht gute Leistungen geboten werden dürsten. Das Ncnnungsergebnis ist sehr gut ausgefallen, so daß es m allen Konkurrenzen starke Felder geben wird. Im Laufen über 60 Meter find die Malleute Fleischer (W. A. '(£/} und Rauch sW. A. F.l Favvrils, doch geht auch der Hakoahner Lederer (3 Meter Vorgabe) mit guten Aussichten in den Kampf. Das Lausen über 800 Meter ist offen. Fast keine Chancen haben die Mallewe. Werthrimer (Hakoah) hat gute Platzchanceu. , Das Laufen über 1500 Vieler dürste Haidrgger (22. A. F.) gewinnen; das 5000 Meter-Laufen ist offen. J«u Kugelstoßen dürfte Ing. T r o n n e r (W. A. F.) die Vorgaben seiner Mitkonkurrentcn kaum wettmachcn können. Das Hochspringer! dürste Hirschler (Hakoah, 1.0 cm Vorgabe) erfolgreich sehen. Dre Haupckonkurrmz des Tages ist das Ablösclaufen über 100 -I- 800 -i- 300 4- 400 Meter, das die Vereine W. A. F.. Vienna, Hakoah und W. A. C. mit je zwei Mannschaften am Start sieht. Die Aussichten aller vier Vereine sind fast gleich gut, höchstens, daß man für den W. A. C. ein kleines Uebergewicht herausrechnen könnte. Zwei Damenkonkurrenzen, ein Lausen über 60 Meter, sowie ein Diskuswerfen vervollständigen das Programm. Die heutigen Hockey wett spiele. Mit den heutigen Pokalsvielen erreicht die Konkurrenz ihren Höhepunkt. Aus der Hohen Warte treffen um 11 Uhr die beiden führenden Berciue B «e n n a und WieiierHocseyklub auseinander. Da die Mannschaften vollkommen gleichwertig sind, ist ein äußerst spannender Kampf zn erwarten. Auf dem Hakvahplatz «n Floridsdorf ist die Lehrer- Sportvereini-gung mit zwe« Mannschaften zu Gaste. (Spielbeginn *UtQ und 11 Uhr.) Der Ausgang der Spiele ist ungewiß. _, LuftschrffahrL. Ein zweinndneunzigplötziges Masters!« gzeirg. In London werden jetzt mit eurem Waffrrfiugzeng Versuche unternommen, das man sicherlich das größte seiner Art nennen kann. Ter Apparat ist mit zwei Motoren zu je 450 HP ausgestattet und legt m der Stunde 179 Kilometer zurück., Luftverkehr Berlin Leipzig. Anläßlich der Leipziger Meffe winde ein Luftverkehr Berlin—Leipzig eingerichtet. Wäln-end der 0-Zug seinerzeit zur Zunicklegung dieser Strecke drei Stunden benötigte — dir jetzigen Persvnen-üge brauchen mehr als doppelt so lange —, ist der 260 ÜP-Flugapparat nur 60 Minuten unterwegs. _ Sp. it. G. B. „Kadinra". Heule Sonntag spielt die 1. Mannschaft gegen »Trausvaa!" aus dem Admnaplatz um 3 Uhr nachmittags, die II. gegen „Adnury" kombiniert um V*Il Uhr vormittags. ii i Wien, I., Schottenring-21. Filiale: Karlsbad ■ 5W Alle bankgesebäftiidien Transakffonen für das In, tmd Ausland. Einlagen gegen Einlagebüchetzu den kulantesten Bedingungen. Telegramme: I 'te bank. Wien. Telephone: 13478, 12090, 16431, 22009, 16266, 16216. _■_ ■mm—m—cmm—im—hb—gpw—a—■nw——bm——na— Der Volkswirt. Wochenschau. . Wir haben eine traurige Erbschaft, die denkbar traurigste Erbschaft, anzukreteni Bei näheren Zusehen zeigt es sich, daß wir als zusammengeschrumpftes, verelendetes Ueberbleibsel für die Sünden aller jener unverantwortlichen Elemente aufzukvmmen haben, die sich auf unserem einstigen Gebiete herumtuminelten. In der ganzen Wirtschaftsgeschichte. der Völker gibt es schwerlich auch nur einen entfernt ähnlichen Fall. Die französischen Blätter lassen nach und nach die finatt-- ziellen Forderungen der Entente an uns durchsickern, und wenn wir uns nicht gründlich, täuschen, ist das ähnlich wie im Falle Deutschlands als „Vorbereitung" anzusehen. Die Auslieferung der Aktiven Deutschösterreichs wird verlangt, und zwar zur Sicherstellung der Nahrungsmittelkredite. Damit wir also das nackte Leben fristen können und nicht buchstäblich verhungern, wird der deutschösterreichifche Staat ausliefern müssen, worauf die Entente ihre Hand, zu legen, beliebt. Die W euer Straßenbahn, die Wiener Gas- und Elektrizitätswerke sind bereits verpfändet, eine Beschlagnahme der Salinen kann erfolgen. Es bleiben, noch die Eisenbahnen Übrig, das Holz der staatlichen Waldungen, die Verwertung unserer Wasserkräfte. Für unser Holz wollen wir jedoch Rohstoffe eintauscheu. Wenn aber die Alliierten das Holz beschlagnahmen, womit sollen wir die Rohstoffimpvrte begleichen? Zu den Aktiven mag die Entente, analog den Deutschland gestellten Bedingungen» die Guthaben und den sonstigen Besitz von Deutschösterreichern im Ausland zählen. Legt sie ihre Hand auch darauf, dann entsteht die Frage, auf welcher Basis der Geschäftsverkehr mit den früher feindlichen Staaten wieder ausgenommen werden kann. Läßt uns die Entente aller Mittel entblößt, wie soll dann der Staat seine finanziellen Verpflichtungen gegenüber seinen eigenen Bürgern, besonders in der Frage der Kriegs- <inleihen, erfüllen? Es bliebe einzig und allein die BankerÄterklärung übrig. Bedeutet jedoch ein bankerottes Deutschösterreich für die Entente einen Vorteil? Sechs Millionen beispiellos verarmter und ausgehungerter Menschen sollen die Kriegsschäden bezahlen, unter der Begründung, daß die übrigen Millionen des ehemaligen Oesterreich, die Tschechen, Polen und Jugoslawen, politische Freunde der Entente seien. Wie hoch diese Kriegsschäden sein sollen, läßt sich nicht ab sehen. 25. Mat 1919 Seite 9 —---1 Die Ansprüche der Serben, Rumänen.und Italiener können uferlos sein. Es bleibt aus gegnerischer Seite unberücksichtigt, daß während des Krieges Millionen von Tschechen, Polen nnd Jugoslawen in Wort und': Schrift, mit ihren Taten für den Krieg eingetreten' sind. Bis jetzt hat es den Anschein, als ob man in Paris an diesen schwerwiegenden Tatsachen achtlos vor-, überginge. Bleibt man dabei und fordert man vorri uns Unmöglichkeiten, dann muß unser Wirtschaftswesen l aus den Fugen gehen. Nicht nur aller politischen^ sondern auch aller ökonomischen Selbständigkeit entblößt, mangels an Rohstoffen, die wir nicht bezahlen! können, zur Unproduktivität verdammt, müssen wir; zu einer Kolonie letzten Ranges herabsinken. - Besonders die Tschecho-Slowaken in Paris, § scheinen sich darauf versteift zu haben, daß sie nur eine Quote an den vom österreichischen Staat vordem Kriege eingegangenen Schulden übernehmen wollen.. Infolge der Gerüchte, welche die Prager Regierung- Wiederholt verbreiten ließ, sie werde die Kriegsanleihen, nicht einlösen, ist in Böhmen und der Slowakei die größte Beunruhigung entstanden. Nunmehr soll die. tschechische Negierung Vorhaben, die Eigentümer von- Kriegsanleihen durch eine Entschädigung abzu-i finden. Das hätte notgedrungen eine neuerliche Zer-! rüttung der Wirtschaftslage zur Folge, es würde eines neuerliche, ungerechtfertigte Vermögensabgabe bedeuten,! und könnte für uns von den unheilvollsten Folgen sein.! Die Vorgänge in Prag zeigen mit unverkenn-! barer Deutlichkeit, daß auch in Tschechien die Sanie-: rung der wirtschaftlichen Verhältnisse ein Gebot der! Stunde ist und das Problem weder mit sich spielen läßt? noch Aufschub duldet. Die Prager Regierung konnte' der Teuerung nicht beitommen; nun haben die Massen' durch die großen Skandale eine Art von „Preisregulie-s rung" von seiten der Regierung erzwungen. Bekannt-, lich hatte der Finanzminifter Raschin gehofft, durch! die Notenstempelung die Menge des vorhandenen Zettel-- gelbes auf die Hälfte zu reduzieren und damit drei Kaufkraft der Papierscheine bedeutend zu heben. Abers zu einem wesentlichen Rückgang der Preise ist es inj Tschechien bisher nicht gekommen. Viele Bauern ließe»!, ihre Noten nicht stempeln, um Verlusten zu entgehen^ ein großer Teil des Geldes wurde nach Deutschoster-; reich geschmuggelt und zum Ankauf von Wertpapiere»! verwendet. Auch die Zuckerexporte, die zwar diei tschechische Devise wesentlich besserten und die geradezu^ hermetische Absperrung gegen Deutschösterreich änderten« an der Teuerung wenig oder gar nichts. Unsere Finanzdelegierten in Saint-Germain-en-j Lahe werden sich nach besten Kräften dafür ernzusetzen^ haben, daß wir nicht total zugrunde gerichtet werden! und daß eine möglichst gerechte und vernünftige Auf-' teilung sämtlicher Lasten der früheren Monarchie erfolgt, wozu alle Sukzess io ns st aalen mit einem aliquoten Teil herangezvgen werden müssen. Es geht nicht an, daß Tschechien, Polen und Jugoslawien mit selbstherrlicher Willkür ihre Verpflichtungen bestimmen und sie auf ein Mindestmaß redu-, zieren. Aus einem unrettbar siechen, bankerotten Deutschösterreich könnte die Entente keinen Nutzen ziehen und! in Zukunft noch weniger herausholen als im Augenblick. L. L. Ein ZErieg in Dicht- Infolge einer Verlautbarung der „Wiener Zettimg^s tritt ein neues Gesetz in Kraft betreffend die Ermäch»> tigmig der Regierung zu zoll- und handelspvlitischen Verfügungen; ferner wird eine Vollzugs» anweisung Über den Warenverkehr mit Tschechien,^ Polen und Jugoslawien veröffentlicht. Die Regie-! rung ist ermächtigt, falls seitens anderer Staaten ein-! schließlich der auf dem Boden der ehemaligen MvN-, archie neuentstandenen Nationalstaaten Verfügungen ge-! troffen werden, welche nicht im Einklang mit den alten Bestimmungen sind oder den Zustand der Gemeinsam-! keit des bisherigen österreichisch-ungarischen Zollgebietes einseittg aufheben, sofort jene Verfügungen zu treffen^. welche sich nach dem Grundsätze der Wiederver-j geltung oder zur Wahrung der Interessen Deutsch!-' österreichs erforderlich erweisen. Dies bedeutet nicht mehr und nicht wertitzeL als. einen Zollkrieg mit den Nationalstaaten. Unser« Regieru/.g scheint gänzlich außer acht zu lassen, daß wir auf die Zufuhr aus den Nachbarländern angewiesen sind und uns den Luxus von Repressalien in diesen schweren Zeiten nicht leisten können. — Gleichzeitig erwarten wir die Feststellung und Bekanntgabe unserer Zahlungsbilanz. Warum erfahren wir nichts davon undwarum treiben unsere FliHHMolitiker auch darin Geheimpolitik? . Der Aufschlag bei Zoltzahlungen in Banknoten erhöht. Durch eine neue Vollzugsanweisung wird der Aufschlag, der beiZahlungder Zollein Banknoten statt in Gold zu enttichten ist, mit 35 Prozent des zn zahlenden Kronew betrages festgesetzt. ' Zuerst betrug der Aufschlag 150 Prozent, am 31. Jänner d.I. erhölfte ihn die Fmanzverivallung cutf 200 Prozent, nunmehr Wirer lall verdoppelt. Im Frieden belief sich das Agio auf kaum 30 Prozent. Heute berechnet man daS ungefähr ach tzeh nfa ch tj Zu kragen Hut es felbstrcdend der Verbraucher, der — mit dem „Abbau der Preise" vertröstet wird. ES wäre höchste Zeit, daß uuS dir Regierung rndlich darüber ansklärt, was wir eigriitlich fA die eingetiihrleu Lebensmittel zu bezahlen haben, so daß wir wiffer^ ob derartige Erhöhungen au-') gercchiiertigt sind. Wir wollen kein« unLerechlen Vorwürfe machen, sondern uns nur belehren laffcn

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